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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-25 · Heft 630 (25.10.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 630 (25.10.1920)
Date
1920-10-25
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 680 Me», Momag . ■.«*;*.■!>7 — '..••)«,! ..r ■■T.p-U,. .., »- ——■ «H. Tagesbericht. Handel «nd Pogrom. AuS W'a r s ch a u wird «ns gemeldet: Die Gesellschaft „Rozwoj", welche in ganz Polen Malen hält, angeblich um den jüdische« Handel und die jüdische Industrie auSzuschalten, ist in Wirklichkeit eine Hauptstütze der antisemitischen Propaganda. Wozu diese Hetztätigkeit der Rozwoj-Lente führt, darüber gibt ein Dringlichkeitsantrag der jüdischen Abgeordneten G r ü n b a u m, Hirschhorn und Genossen auf gerichtliche Verfolgung her Mitglieder der „Rozwoj" in.Lomza Aufschluß, der sich auf folgende Tatsachen stützt: ):■ Die jüdische Einwohnerschaft von Lomza und Whsvki-Masv,wieck, deren polnisch-patriotisches Verhütten vom StaatZ6)ef Pilsud ski in einem Interview mit einem Mitarbeiter des »Kurjer Poranny" besonders hervorgehöben wurde, hat rmch dem Einzug der Polen entsetzlich zu leiden gehabt. In Wysoki- Masowieek wurde ein Transport von 330 jüdischen itttb 20 polnischen Einwohnern, welche die Bolschewiken ans ihrem Rückzuge als Geiseln mitführen wollten, von den oinrückenden polnischen Soldaten aus den Händen der Russen befreit. Für die 230 Juden sah die „Befreiung" so aus, daß sie ausgeraubt, geprügelt und gequält tvurden. In Lomza, wo hie jüdische Bevölkerung sich zusammen mit der polnischen bewaffnet gegen d'.e Bolschewiken erhob, noch ehe das polnische Militär einmarschiert«, wurde am 22. und 23. August -die jüdische Bevölkerung das Opfer von Exzessen und Plünderungen, sofort nach dem Einzug des polnischen Militärs entfalteten ' Mtglteder der Lomzaer Filiale des Rozwoj eine antijüdische Agitation -unter teu Soldaten. Nach einer Mitgliederversammlung verjagten bewaffnete Mitglieder des Rozwoj den .Stadtrat und bildeten eine Büvgerwehr. Diese Bürgerwehr begann eine, wütende Agitation gegen die Inden unter dem Vorwand, daß diese aus dem Hause eines gewissen Muschinski auf das polnische Militär geschossen hätten, und brachten Posener Soldaten in die Stadt. Diese schleppten drei unschuldige Juden, Chaim G?udzinski, Tebel Blumowicz (50 Jahre alt) und Uron K r i st a l l (50 Jahre), aus dem Hause und ermordeten sie in bestialischer Weise, stäche» ihnen J>ie Augen aus und schnitten ihnen die Ohren ab. Dann arretierten sie über Auf-' forderung der Rozwoj-Lente gänzltth unschuldige Inden. Unter dem Einfluß der Agitation der Rozwvj-Mitglieder wurden die Juden auch in der Umgebung von Lomza geplündert und gequält. Diese Geschehnisse beweisen, daß auch dort, wo der Patriotismus der jüdischen Bevölkerung offenkundig ist, jeder Borwand von de» Hetzorganen und Hetzorganisatione» nach Art des Rozwoj dazu benützt wird, um den vnrtfchaftlichen Pogrom, den sie predigen, durch verbrecherische Auspeitschung der wilden Instinkte demoralisierter Soldaten und einer unzufriedenen, irregeleiteten -Bevölkerung zum physischen Pogrom auSarten zu lassen. Horthh-Ageiiterr au der Arbeit. Geplante» Kanonendiebstahl. Mit einer »och der Aufklärung bedürftigen Geschichte befaßt sich die Polizeibehörde. Es handelt sich um den geplanten Diebstahl zweier Kanonen! Am 1b. d. M. hat nämlich der Leutnant Josef Kaltenbrunner des Infanterieregiments Nr. 2 im Aufträge des StaatSamteS für Heerwesen die Anzeige erstattet, daß mehrere Zivilisten sich seit längerer Aeit bemüht hätten, die Wehrmänner des Infanterieregimentes Nr. 2 Rudolf K atz e r und Rudolf Kopriva durch bas Versprechen einer Summe von 15.000 bis 30.000 Kronen zu verleiten, ihnen beim Diebstahl zweier Geschütze, die am »Mittel" bei Siegersdorf stehen, behilflich zu sein. ' Die Wehrmänner gingen scheinbar auf den Vorschlag ein. Am 16. d. M. war daganze Gelände der »Mittel" von Militärpatrouillen und Organen des PolizeikommissariatS Wr.-Neustadt umstellt. Tatsächlich kamen auch ahnungslos die verdächtigen Leute mit einem schweren Fuhrwerk und sis gingen daran, ein Kanonenrohr auf dem Wagen zu verladen^ Mitten in der besten Arbeit wurden sie verhaftet. Es waren der Hilfsarbeiter Anton Elb l, der Tischlergehilse Josef Haskowetz, der Möbelpacker Franz Ho che und der Kutscher Josef Oe st erreichter. Sie behaupteten, von einem ihnen unbekannten Offizier beauftragt worden zu sein, das erste der beiden Kanonenrohre nach Wien »u schaffen. Die vier Männer wurden damals auf fteien Fuß gesetzt. Da sich aber Hinterher ihre Angaben als falsch erwiesen hatten, wurde ihre neuerliche Verhaftung angeordnet. Es gelang jetzt nur, am 28. d. M. den Möbelpacker Loche festzunehmen, während seine Komplizen flüchtig sind. Wiener Börse. Dank, der glatten Erledigung der Prolongation «öffnete 'die heutige Börse in sehr fester Haltung. Das Hauptinteresse war wieder den Bankenwerten rugewendet. __ * Dir Letzt« PÄiiftAa-Derttschen «ach Palästina zurückgekehrt. In Jaffa langten, tote die .^Zionistisch« Kvrrelpondenz" m«Tbek, abermals 400 Deutsche aus den ägyptischen JnternieumgSlagern an. Damit sind die letzten Palästina-Deutschen — jM «süßtzW M Wjtglicher; fc* DemvelaememtLatt. Wiener MorgerrzeiLrmg Mitttilllllgen aus dem Publikum: RILLANTEN, Perlen, Gold, Silber,Pl&tlnn. Uhren kauft und verkauft; 776 ETTER Rofcentnnnstr. 2$, MarlafcSlferstr. 38 die meist als Bauern in SCoIoutctt um Iasja. und Haifa lebten — nach ihrer Aussiedlung während de§ Krieges zurückgekehrt. Der größte Teil kehrt in die Kolonien Willi elma und Sarona zurück, wo sie vor dem Kriege du freundschaftliches Verhältnis den benachbarten jüdi» scheu Siedlern unterhielten. DereLrrsnachrichLen. Z i cin isiischr BezirkSsektion L typ» l dst a d t: Morgen, Dienstag, präzise l/s7 Uhr abends, im Saale der Sozialen Hillsgemcmschast, ll.. Praters! raße 17, P l e n a rv-e r s a m m l u n g mit der Tagesordnung: Die Wahlen zum Parteitag. Mit Rücksicht auf die besondere Wichtigkeit des Beratungsgegenstaudes ist das Erscl'ämn aller wahlberechtigte» Gesinnungsgenossen unerläßliche Parteipflicht. Briefkasten der Redaktion. „Lipnik". l. Für die Unrcgclnläßsgleit der Zusendung sind leider die Posiverhällnissc vcrautworilich zu machen. 2. WaS chas andere anlang!. so bestehen varjänsig gewisse Schwierigkeiten, die hoffentlich bald zu'überwinden fern werden. SLeuerfeagekaften. Bilanz 1918. Es empfiehlt sich, auch wenn Sie sonst mit 30. Juni abschließen, .für das Jahr 1918 eine mit 31. Dezember abschlußende Bilanz vorzulegen,. da die Kriegssteuer nur von Kalenderjahren bxmesicn purd. S. B. Emkommenstener. Rach der Perfonalsteucrnovelle vom August 1920 sind die Einzahlungstermine für dre Einkommensteuer 1. März. 1. Juni, t.,September und 1. Dezember jeden Jahres. Dre Steuer,ate« sind olme vorgängigen Zahlungsauftrag emzuzahlen. — Freigabe 732. Wenn Sie als Ausländer Ihren ständige^ Wohnsitz im Auslande haben, können Sie nach der X. Bollzugsanwei'üng die Freigabe ohne weitere Siche:stellung erhallen. — Wertpapiere 787. Die Bcwertungskurse für die Vermögensabgabe werden erst durch Vollzugsanweisung bestimmt. Bühne und Kunst. Hofmannsthals „Elektra" in Paris. Paris, 24. Oktober. Als erstes Stück eines österreichischen Autors nach dem Kriege wurde gestern im IhsLtro 6s l'Osyvrs Hofmannsthal „Elektra" mit Suzanne Despröz aüfgesührt. Es übte bei ausverkaustem Hause eine starke Wirkung. Aus de» Theatern. D o l k s o p e r. Infolge .des außergewöhnlichen Erfolges, den Michele F l e 1.« als Herzog in „Riaolctto^ gefunden hat»' sieht sich die Direktion veranlaßt. Dienstag den 26/ d. M» „R i g o l e t t o" mit Herrn Fiel a zu wiederholen. Die ««gekündigte Aufführung des Palästina, Films findet noch am 25., 26. und 37. d. M. um '/rS'sthr und Va8 Uhr abends im Soptnensaal, UI., Marxergaffe. statt. Mit Rücksicht am den wohltätigen Zweck und die äußerst interessanten Vorführungen ist ein größer'Zuspruch zu erwarten. Karten L X 10, K 20, K 30 und K 40 Und im Vorverkauf zu haben: Bei Sportklub Hakoah, ü, Werdertor« aaste iCaf6 Cuh), m der Buchhandlung Löwit, l., Rotenturmstraße, Cas6 Industriellen, l., Konkordiapl-itz, bei Ferdinand Willner, l., Laureri-erberg 3, bei der Transportgesellschaft Maavirim. 1., Bauernmarkt 24, der der Tageskasse d's Sophiensaales, Ul.. Mcnxergafse 17, täglich bis 4 ißhr nachmittags, bei Inspektor Neumann, V., Siebenbrunnengaste (Tempelgebäude), sowie an der Abendkasse. -i Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Eauvl V«»r. Die Wanderniere. Die Bezeichnung „Wynder»irre" ist m der Regel für die Patientin — es handelt sich bei dieser Erkrankung meist um Frauen — irreführend. Denn bei diesem Ausdruck denken sie an eine Niere, die sich bewegt und daher die vielgestaltigen nervösen Beschwerden verursacht, während die Aerzte darunter >eine Niere verstehen, die beweglich ist, düs heißt bewegt werden kann. Der Arzt fühlt die typische Dohnenform der Niere an Unrechter Stelle und kann sie verschieben. Die meist rechtsseitige Nierenfenkung entsteht durch Lockerung des die Fettkapsel. der Niere umgebenden Bindegewebes. Begünstigende Momente geben' ab vor allem rasch aufeinanderfolgende Entbindungen, heftige Anstrengungen der Bauchpresfe (durch. Husten oder Arbeit), überhaupt Erschütterungen des-'Körpers durch Reiten, Springen u. s. .ln. Aber auch das bei Frauen übliche starke Schnüren verschuldet zweifellos die achtmal so häufige Erkrankung beim weiblichen Geschlechte. Das Krankheitsbild ist sehr verschieden. Ost bestehen trotz freiester Beweglichkeit der Niere gar keine Beschwerden, ein anderes Mal begegnen wir Klagen über heftige Mckenschmerzen. Diese trifft man meist bei abgemagertm, neurasthenischen Frauett an, die eine allgemeine Schlaffheit der Bauchdecken und der inneren Organe aufweisen. Mitunter treten neben den ununterbrochen andauernden Schmerzen heftige, kolikartige Zuständemit Erbrechen, Schwindel und HerzklopfÄr auf, die auf eine Abknickung des Harnleiters zurückzuführen sind. Um die Wanderniere zu verhindern, hat man auf entsprechende Hygiene im Wochenbett zu achten, auf genügende Ruhe, Begünstigung eines leichten Fettansatzes und Stütze des Bauches durch eine geeignete Bauckbmde. W das Leiden auioetreten. so mutz mo» 26. Oktober 19%0 'Sette 8' '■ versuchen, durch eine längere Bettruhe und Matz'- kur der Niere ihre natürliche Stütze wiederzugeben.! Man kann auch das Kreuz des Patienten hochlager»! und die.Bauchgegend durch einen Sandsack beschwere»/ Aber nur Frauen in. gutsituierten Verhältnissen könnett sich solch einer mehrwöchigen Liegekur unterziehen, für!, die meisten genügt eine entprechende Leibbinde und da^ Bewußtsein,/daß ihr Leiden ungefährlich ist.: Nur sehr seltenen, Fallen kommt die operative Befestigungder Niere in Frage, Aerzttfche Winke. Die Landkartenzunge. Von besonders ängstlichen Eltern werden oft Kinder im Mer von zwei Pis drei Jahren in die arztl^s. Ordination gebracht, weil eine eigentümliche Veränderung in dem Zungenrücken 51t beobachten ist. Man findet auf der Zunge einen grauweißen Belag, zwilchen dem lebhaft rote Stellen liegen, so daß das ganze eine landkartenähnliche. Zeichnung darstellt. .Die graulichen Flecke lassen sich .nicht wegwischen und öet-1 Ursachen meist dem Kinde keinerlei Beschwerden. Gewöhnlich wird die Laydkartenzunge gelegentlich anderer;' Erkrankungen vorn Arzt entdeck):. Sie ist ein ganz harmloser Zustand, hängt weder mit Rachitis noch Skrofulöse zusammen. Man findet die sonderbare Veränderung meist bei schwächlichen, seltener bei kräftigen Kinder». Die letzte Ursache der Epithelwucherungen auf der» Zungenrücken ist unbekannt. Der Zustand bedarf keiner-! lei Behandlung und schwindet stets von selbst. Die „faulen Ecken". Ebenso unaufgeklärt ist der harmlose Zustand, de»! man „faule Ecken" nennt. Die davon behaftete» Kinder zeigen in den Mundwinkeln kleine, braun oder! grau belegte Einrisse, die ein eigentümliches Spannung^ gefühl erzeugen, aber wenig schmerzhaft sind. Die Km-! der verzögern die von selbst meist eintretende Heilung durch Abreißen der sich bildenden Krusten. Matt beschleunigt den Rückbildungsprozeß durch Bepinseln mft Jodtinktur. Aerztlichev FrQgeKaften. S. Bergmann.. Ablenkung durch leichte Arbeit, gute Pflege und Arsen-Eisenbehcmdlung werden Ihren neürastheni« schen Beschwerden abhelsen. S; N. Einreibung mit Sub'.imat« esüg ist das beste. Durch Arzt verschreiben laßen. Bett! G. Die Gelbsucht der Neugeborenen, die in den ersten Tagen auftritt, ist harmlos, schwindet ohne jede Behandlung.^ Robert Genz. Lassen Sie eine Blutuntersuchung nach Wasser-! mann machen. Abraham, Praterstr. Gegen den chronische» Rheumatismus versuchen. Sie dreimal wöchentlich Vollbäder,, täglich Heißlustbäder, Massage von geübtem Masseur, eventuell Zander. Bttma. Die- Chlorose, Bleichsucht, ist kein« .Blutkmnkheit, es .fehlt ' nur der - Blutfarbstoff. Bei . leichte» / Graden der Bleichsucht Aufenthalt in Höhen von 400 bis 800 Meter durch sechs Wochen. Höhere Grade der. Erkrankung gehören ins. Bett. Wolsberger. Fingerwurnr ist gewöhnlich eine Zellgewebsentzündung der Fingerkuppe, 4 am besieg ■ operativ behandeln, nicht zuwarten. „ GerichtssaaL. Angeklagte ^KornirrrmisLen. Der Anschlag auf die Norhbahnbrücke. Der von der kommunistischen Partei im Juli: vorige» Jahres ausgesührte Anschlag aus die Nordbahnbrücke, oev unter der Wiener Bevölkerung eine große Erregung aufgelöst hat, bsschäfügt, heute und die folgenden Tage das, Schwurgericht unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Doktor Habietinek. Angeklagt sind: Der Hilfsarbeiter Gottlied Lorenz, der Sekretär der kommunistischen Partei Josef Lumpi, der Schlosser Rudolf Luka zi> der Schlosser Wilhelm Bönisch, der Kunstschlosser Othmar Matura, chetz Monjeur Franz W ip pe l, "der Student Max Cond ul a» der Stampiglienerzeuger Rudolf S u.ch a n e k, der Dreher-, gehrlfe Otto Schramm und der Buchhalter Gottfried B u k i e e v i c. Allen diesen Personen liegt teils das. Verbrechen gegen das Spvengstosfgesetz, teils die Verbrechen des, Diebstahls und Betruges, dem Wippel auch das Berbrechew der Erpressung und dem Bönisch auch das Verbrechen dr«j Veruntreuung zur Last.' . Die Anklage, vertreten vom Staatsanwalt Dr. Herdegen, führt auSS Am 28. Juli 1919 bemerkte der mit Reparaturarbeiten bes schäftigte Schmied Karl Stephane! aus dem gegen FloridS- ' darf zu liegenden Brückenpfeiler der Nordbahnbrücke ein« " Schnur, welche von dem linken Widerlager herabhing. Er rief den Brückenmeister Karl Donath herbei und dieser erkannte sofort, daß es sich um eine angebrannte Zündschnur handle. Donath untersuchte nun alle Brückenläger und fand, eine adjustierte Sprengbüchse, sie war durch eine Teil-, explosion aufgerisien worden. Außerdem fand man noch eine zweite Sprengbüchse. Es war klar, daß gegen die Brücke ei» Sprengversuch unternommen worden war. .! Der Ingenieur Münch korrnte nach der Untersuchung der Büchsen feststellen, daß man es mit Sprengbüchsen zu tun hatte, die mit Toloul-Ammoniak gefüllt und so geschickt angebracht wovde»^ waren, daß eine erfolgreiche Explosion zunächst sine Senkung des Brückenseldes zM Folge gehabt hätte, den Einsturz der Brücke würde dann ein sie vassie. rerrder Zug herbeigeführt haben. Die Wirkung einer vollen Explosion war aber ausgeblieben, weil di« Sprengstoffe viel Feuchtigkeit enthielten urrd die Täter die Zündschnur der ' zweiten Büchse nicht gehörig, in Brand gesetzt hatten. De« Behörden war sogleich klar, daß man die Urheber de- SprengversucheS in den kommunistischen Kreisen in Floridsdorf zu suchen, habe. Eine am '28. August im kommunistischen Parteisekretariat dorgeuommene Hausdurchsuchung, fördert« fünf Handgranaten, Gewehrpatronen sowie Stampiglien« abdrücke der jugoslawischen Vertretung, der itälienischrn Waffenstillsiandskommission, der spanischen Botschaft in Wien und ein Klischee mit der-Unterschrift des Pfarrverwefü'rs Alois Pahek zutage. Man wußte sofort, daß es sich hier um Urkundenfälschungen handle. j Am 20. November wurde nun der deutsche Spartakist Max Condula in Floridsdorf verhaftet. Er hat im Juni 1918 in München an dem Sturm aus das Luitpold-Gvmnasinu^ teilgenommen und war deshalb zu zwei Jahren Festungss hast verurteilt worden. Condula entsprang aber und fand bei Genosien in Floridsdork Unterkunft. Es wurde fettaestelltj,

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