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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-24 · Heft 629 (24.10.1920) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 629 (24.10.1920)
Date
1920-10-24
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien. Sonntag ^Wiener Morgenzerrurrs 24. -iLwoer iSLy, Nr. M wifltftStltit Versorgung der Bevölkerung mit ausländischen LebmS- Mitteln vorderhand nicht verzichtet werden konnte. Im übrigen bleiben die Bestimmungen der geltenden Devisenverordnung aufrecht. ' Gegen die fortgesetzte Steigerung -er Lederpreise. Die lederverarbeitenden Gewerbe werden in der nächsten Zeit eiu« Kundgebung veranstalten, welche sich gegen d,e unerschwinglich hoben Lrderpreise. die von Tag zu Tag künstlich in die Höhe getrieben werden, richtet. Am empfindlichsten leidet darvnter das Schuhmachergemerbe und der KlemledetHandel; die Übermäßig hohen Lcderpreise haben geradem einen, Stillstand im Geschäft herbeigefi'chrt. Ein . Kilogramm Sohlenleder kostet jetzt bernts K 460 bis K 470 unb Fachleute kündigen an. daß im Monate Jänner der Preis für cm Kilogramm K 600 betragen wird. Die -Lederansfuhr hat Vtber* schiebnngen zur Folge, die mit auf die Preissteigerung verderblich emwirken. Nach Polen und Ungarn rollen fortgesetzt Waggons mit Leder usw., wucherische Gewinne werden erzielt. Der Lederschleichhandel nnd die Preistreiberei haben eine noch nicht dagewesene Blütezeit zu verzeichnen. Ungarns auswÄrLioe HairdelsvertrSge. Aus Budapest wird berichtet: Da durch die Auflösuntz der Monarchie die südliche Basis für die mit den emSwartigrn Staaten abgeschlossenen Handelsverträge incht mehr vorhanden ist, wird Ungarn seine wirtschcrftspolitischen Beziehungen mit den auswärtigen Staaten nunmehr regeln. Es sind nach dieser Richtung auch bereits erfolgreiche Schritte unternommen worden. Provisorisch geregelt ist Las. wirtschaftspolitische Verhältnis Ungarns zur Schweiz. .Ungarnbesitzt ferner einen regelrechten, wenn auch nur provisorisch gültigen Handelsvertrag mir Deutschland nnd einen Kompensationsvertrag mit Oesterreich, während mit Bulgarien wirtschoftliche Deichandlungen im Zuge sind.. . Der mit Oesterreich abgeschlossene Kompensationsvertrag fördert den Austausch der überschüssigen und entbehrlichen Produkte der beiden Länder. Die mit Bulgarien im Zuge befindlichen Verhandlungen werden es ermöglichen, auf diesem Markte die Konkurrenz wieder aufzunehmen, wahrend die mit den Nachbarstaaten abzuschliehenden Vereinbarungen in erster Reihe berufen sein werden, die wirtschaftlichen Wirkungen der drückenden Friedensbedingnngen 'zu paralysieren. ______ i Attstoir -er BriLisck-rmgarischeir Bank mit der Ungarischen Bank für Grundbesitz.; Budapest» 23. Oktober. (Ung.Tck.-Korr.-Bur.) Die Britisch-ungarische Bank hat in rhrer kmzliL stattgesundenen außerordentlichen Generalversammlung die Fusion nnt der Ungarischen Bank für Grundbesitz beschlossen ünd wird die Aktien dieser Bank entweder gegen neu ausgcgebenc Aktien der Brrtisch-unganschnl Bank mit Dividendenbelecht-.gung pro 1920 oder bis inklusive j6. November gegen Barzahlung von K 1000 einlösen/ Georg Cochplatz 3 » Telephon 18-1-33 Kulanteste Durchführung aller bankmässfgen Transaktionen sowie Besorgung von Zahlungen und Ueberweisungen an alle Plätze im In* und Auslande Eigene Korrespondenten In Berlin, Budapest Prag, Krakau, Agram m die in einzelne Zeitfchiiften und Tagesblät'er übernommene Nachricht. wonach die rumänische Regierung die österreichische K r r e g s a i?l e l h e aüf rumänischem Gebiet ctnzulöien beabsichtige. jeder Grundlage entb e h r t. Die rumänische Regieiung hat in der.Frage der Uebrrnahme der dem Gebtele Rumäniens, beziehungsweise »m Bcfltzi rumänischer Staaksangchönger befind! chen österreichischen und uugar'schcu Kriegsanleihe noch keinerlei Entscheidung .ge' troffen . . 1 WirtschastSnachrichten aus Rumänien. Aus Bukarest wird berichtet: Die Regierung.hat fünfjährige Schahscheirie ausgegeben, deren Erlös für die Bezahlung der in Amerika bestellten Lokomotiven' bestimmt ist. —> Da8 Handelsministerium beschloß,, die Wäceneinfuhr stufenweise zu . verbieten und die Taxen auf Luxusartikel zu erhöhen. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Verordnung, betreffend die Etnziehung der Tarisend-lLei-Notrn deutscher Ausgabe bis zum. 8. November. - 5 > > Börse für landwirtschaftliche Produkte. Die Tendenz der. amerikanischen Märkte spricht sich -schwächer aus, trotzdem auswärtige Nachfrage unveriuindevt. anhält. Die..Ursache der 'Vreisrückaänge liegt eiüzig" und älldin' inEdein' hohen Stand der amerikanischen Valuta, wodurch sich, Bezüge in Ländern mit schwächerer-Wlusa'fast unmpglilch gestalten. AuS diesem Grund sind mich die WeltverschrffuWenderzeit. ge-vinger und der Frachtratenuiarst zeigt abwärtsstrebende Preisbewegung. Unsere Versorgung bleibt iveiter Ef - ausländische 'Zuzüge gestellt, nachdem die heimischen (.Anlieferungen, msbesondere diejenigen aus Nieder- und Oberösterreich, vollkommen versagen. Die heurigen Getreidekcmfe än Jugoslawien, Rumänien - und. Bulgarien betragen bisnNn 56.100 Waggons im Betrage von 5 Milliarden österr. Kronen. Auf- Grund des Handelsvertrages mit Jugoslawien sollen wir noch 65.000 Tonnen Weizen, 160.000 Tonnen Mais und 10.000 Tonnen Gerste bekommend Die heutige Wochenborse verzeichnet^ trotz guter Frequenz nur geringe Geschäftstätigkeit, nachdem das Warenoffert nur bescheidene Dingen umfaßte. Aus diesem ,Grunde gewann die Tendenz an Festigkeit uiü> die verlangten Preiserhöhungrn wurden seitens der' Reflektanten zugestcmden. Zum Abschluß gelangten Hülsenfrüchte, Futterstoffe, vereiiizelt auch Kleesaaten ■ und Hafer. Es herrschte indes nur für greifbare Ware Interest«, während spätere Lieferungstermine unbeachtei blieben. Das Wetter ist den Feldarbeiten günsfig. vereinzelt liegen indes Klagen über zu geringe Bodenfeuchtigkeit vor. V „ Privatverkehr. Im gestrigen Pr,vatverkehr herrschte eme mt Tmdrnz, obgleich bet der Bei'orgung Geld ctmas knapv war Für Lombarden wurde ein Kostgeld von 5'/» bewilligt. Bankwerte waren gefragt und höher. Es noiierlen: Kredit 1180, Länderbank 1930, Anglo 1050. Staatsbahn 4970 und Lombarden 1830. BaluteuAurse. Die fremden Zahlungsmittel wurden im gestrigen freim Verkehr abermals mit Besserungen bedacht.' L e ins t e a K 6.99, M arkn oten 5.90, Dollar K 415.—, LireL 15.52, Rnbelnoten L 8.44 und polnische Mark L 145.—. Vorläufig keine Einlösung der österreichischen Kriegsanleihe in Numnnien. Das rumänische Kommissai lat m Wim auf Eriucheu des gegenwämg in Wien weilenden Generalkommistats der Kommission zur Durch'ühtung der Ftiedensveutäge in Bukarest. Est wie A n l v n r s c u. fett, dag. ' ' Berliner Börse. Berlin, 24. Oktober. Wie zum Wdcheuschluß ' üblich, wurden zu B grnu des hruligcri Verkehrs die rm Laufe, der Zen clugeireten'N überaus starken Stclgernugen in eunclnen Pap eien zu Gewinnsicherungen benützt. '0 daß sich deren Kursstand etwas scnkie. Das tat aber der uu Vtilau'e mit eincutei Kraft sich dUichsctzenden. überaus festen Gru-dstimmung keinen Abdiuck, da sonst im Großv'erkcbr und m den zil Emheltskurien gehandclien Jndustrrerverien die ungestüme Kauilust anhieli und die anfänglichen Kursrindupen zum Le»l wieder eingrholt wurden. Den Mittelpunkt des überaus lebhaften Börsentreibens bildere wieder der M'onranmarlt. wo mit Ausnahme der schwächer liegenden Boämmer Gußftahl-Aki en die tühreuden Papiere weiter um 5 bis 21% stiegen und Thalc-Aktien mu caiem Äusichlag bis m 100'/, mu 1030. einen neuen Reiord erreichtcn. Sehr lcbhast war der Vcrtehr auch m Schlsiahrts-, Färb- und Elcktromeuen bei Steigerungen der einzelnen Pa itif bis zu lo0(0. Bon Reben-. werten'sind als wesentlich höher Orenstein & Koppel-Aklen sowie von Kaltwerten- Deutschs Kall-Aktien von Kolon'alwerten Oiam-Akncn und von Valutenvitpieren Schamungbalm-Aktien zu erwähnen. Der Kursstand unterlag. im Verlaufe nur geringfüg'gen Aenderungen und trotz gelegentlicher erneuter Wockienschlmrrealisatipnen.bewahrte die Börse doch ihre ausgesprochen feste Grundstlmmung.; . •. . . Die Devisenkurse. Wien, 23 Oktober. .Kurse der österr. Devisenzenttcn. Amsterdam 11.250 11.100. Berlin 591.50 ' 588.50), Zürich 6200.— 6100.—), Chrtstiama 5350.— 15250.—^ Kopenhagen 5100.- >5300.-). Stockholm 7500.- >74ti0.—). Mark-Roten 58650 583.501, Ler-Noten 655.- G45. Leva-Noten 480.— 470.— >, Schweizer Noten 6175.— '6075.— >. Franzosifik» Rolw 2500.— (2475.-7-1, Italienische Noten 1500.— (1500.—),' , Enaludie Noten 1295.— (1275.—), Dollar-Noten 375.— $70.—), , ltuvel-Noten (Romanows! 280.— (280.-^-). Wien» 23. Oktober (K u r s e im t r e i e n V e r- >' e h r. Agram 291.— bis 321.—. Budapest: Zahlung m Postipar^astigeld 95.—bis 105.—, Budapest: Zahlung in gestempelten Roten 95.— bis 105.—, Ungarische gestempelte Noten 94.— As 106.-, Warschau. Krakau m voln. Mark 116.— bis 13^.—, Prag 479— brs 503.—, Tschecho-slow. Kronennoten 5000er 176.— bis 500.—, ileinere 478.— bis 500.—. Neue Dinarnoten 12<0.— bis 1250.—. Prag, 23. Oktober. (Kurse der Devisenzentrale.) ' , Amsterdam 2606.50 2618.50t, Belgrad 247.— , Berlin t1025 (119 25), Bukarest 145.75 >146.25. Sofia 102.75 102 7.?), Zürich 1333.50 1333.50), Kopenhagen 1168.50 1168.50V Stockholm 1656.50 (1678.50), Mailand 311.— 314.-), Part-!, 51150 ( 543.50). London 287.- >289.-). Nenr-Aort 83.— i83.—), Wien iO -!20.—Brüssel 573.50 (575.50). Agram 61.50 62.—),!!r.'arschau, 26 50 i27.—), Budapest 20.— (20.-), Jugoslawische! 'Roten 245.— (245.—', Martnottn 119.25 >119.25. Rumänische! Roten 1.40.— (140.50), Bulgarische Roten 99.— >99.—V , Schweizer llkoten 1329.50 (1328.50), Dänische Noten 1164.50; 1184.50', Schwedische Noten 1654.50 (1674.60)/ Itahemschel Roten. 308.Sc311.—), Französische Roten 538.50 (540.50)/ Englische Noten von 1 Pfund Sterling auswärts 285.—j 287.:-), bis 1 Psund Sterling 284.— (286.—); Arnerh kannche Röten von 10 Dollar auswärts 82.— 82.—), von 1\ ls 10 Dollar 81.— (81.—). Oesterrelchäcke gestempelte Kronmi 20'—. .(20.- . Holländische 2603.50 (2613.50). Belgische 570.50 (572.50). Polnische. Roten 26.50 (26.-). Berlin» 23. Oktober. ^(Kurie der Deyisenzentrale.) Roten: Dollar 69.45 (69 65), Belgische 478.50 (477.-), Pfund 242.25, (241.75), Französische 455.50 (453.-). Italienische . 259.60 (259.50), Türkiiche 48.— (48 —), Polnische 24.12 (21.25), T'checho - slowakische 83.25 (83.20), .Alte österreichische 20.8b 20 45), Oestrrreichische g stempclie 17.45 (17.45), Rumämsche N7.bo (118.50), Schweizer 1104.— (1105.—). Berlin» 23. Oktober^ (Devisenkurse.) Amsterdam 2157.80- (2160.20), Antwerpen 47950 479 50, Christiama 960.— (956.50>, Kopenhagen 975.—/ 975.-), Stockholm 136860 (137710), Helstngsors 169.30 (171.80), Italien 264.70 (263 70). London 242 50 (241.75),“ Rew-Aork 70.33 (7083-, Paris 454.— (455L0), Schweiz 1107.35^ (t 107.35), Spamen 988- 992.-), Wien altes (—.—), Wien adgestempelt 23.47 (23.59V,), Prag 83.90 (83.77Vi)*; Budapest 17.10'/, a7 23). . Zürich; 23. Oktober. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von der Schtveizenschen Kreditanttalt.) i Berlin 8 95 '(8.95,, Holland 194.75 (194.75', New-Nörk ' <;38-— \634.— ., London 2186 >21.76', Par,s 40.90 (40.90), : Mailand 23 85 (23.85 . Brüssel 43.30 (48 80), Kopenbagm ->7 75 (67.75, Stockholm 123.75 *123 75, CbrlstiaNla 86.70 >86.75), Madrid 89.80 (89.75), Buenos-Arres 22.).— 230.-), Uov .7.55 7.60y, Agram —(—.-). Budapest 1:5 .1.60), Bukarest 10.80 (lv«0„ Warschau 2.05 (2.10),; uiitti Geld 2,10 210, Wien Ware österr. gest.. Kronen Geld 1.65 (1.75), österr. gest. Kronen War« c~ Amsterdam, 22. Oktober. (Devisenkurse.) London 11.22 (11.24V», Berlin 4.62'/, 14-62'/,). Paris21.10 >21.15), Schweiz 51.40 (6145,. Wien 1.07'/, <1.10, Kopenbagcu 4510 (45 40), Stockholm 63.75 (64.10), Ehrlstiania. 4425 (44.75;, Rew-York 326.- (325 Brüssel 22.30 (28.32'/. - Madrid 46 25 (46 25). Italien 12.60 (1250». LowwvrL.-ll.Ni8ko»ts NaM».« ÜosorssuuF allvr daulcxvsohrlktl. Transaktionen. Ent-: gegennahmo von Geldeinlagen. Ausgabe Ton Einlagsbüchern. Uebernahme Ton Vermögensverwaltungene Warenabteilung. Zentrale Pressborg ° Filiale Wien,!„ Wipplicgersirasss 24-26 “TaiepUon 12358,18296,17408 Export von Serieumöbeln n. landwirtschaftl. Geräten, o Import von dentschen Heizmaterialien etc, □ Die Abrechnung. Bon Schalom Asch. (-2. Fortsetzung.) * Der Hauptrechenmeifter ist Eifert. Er ist sozusagen ein „Jude ztvcier Welten", ein „Chassid" nämlich, und, zugleich ein „Daitschc-r". unwissend, und gebildet zugleich. Wohin er nur kommt,. dort weiß ' er gleich mitzuhalten, dafür ist *c auch der Stolz der Familie. Er ist ein rundlicher, kleiner Mann mi( einem runden, roten Bärtchen und trägt bereits einerr steifen weißen Kragen mit einer schwarzen Krawatte. Er spricht, wie sein Va:er, immer nur abgezählte Worte. .Sagt ereinmal ein Wort, so kneift er ein?tuge zu und sieht seinen/Partner mit dem anderen .Äuge mißtrauisch an. Er mißtraut jedem Menschen, den er zum erstenmal sieht. Imübrigen steht er mit jeoerlnann gut. Er selbst ist, wie gesagt/ein. Chassis, geht in die chassidische Betstube und trägt mit Vorliebe einen Atlasrock zu seinem weißen Kragen. Wenn er spricht, betont er das „r" ganz scharf, wie es in Warschau üblich ist. Mit Timkowski, dem einzigen litauischen Juden im Städtchen, steht er aus gilcem Fuß^, und..wenn der „Litwak" über den Rabbi he'rzieht, schüttelt Eiserl den Kopf mit einer Gestik, die uran aus doppelte W^ise beuten kann; entweder, das; er dem „Litwak" Recht 'gibt oder ihn als Ketzer bedauert. Eiserl ist heute stark in sein Rechnen v.wticst und sitzt mit Wolf Schreiber vor dem „richtigen Buch". Wer ist Wolf Schreiber, und wa* ist das richte Buch? Wolf Schreiber ist oer Meister ailee Recheur-.o/ster; tttt magert, kleine Nichts.. Und in diesem Nichts steckt soviel drin! Ein Twpfen aus dem Meere und in diese::! "Tropfen ein ganzes Meer! Ganz, ganz, trocken ist dieses Männchen, dessen Gesicht ganz von der breiten, zerfurchten Stirn beherrscht wird.' So ■ mächtig ist diese Stirn, daß die Augen und, die kleine Nase nn er ihr verschwinden. Das ganz Kleine Mämvchen. könnie mau nehnl;rt und in die Tgschpstecken - und wervi man dann einen M-athematikus braucht-,', öffnet mau nur die Tasche und ktäßt. .ihft.^kvähen/:Wö^. er. wohnt? Geh' und frag^.Gott .selbe^l/Mr-rW -niich.t. Kind noch Kegel,- und ob . er .je eine Familiegehabt hat, , weiß niemlurd zu (ageu. Dieses Wslfel dreht sich im Städtchen he^rm wie ein Zubehör - des Städtchens, eine Sache, die das Städtchen braucht. Hat jemand ein schweres N:'cheuproblem zu lösen nicht etwa, weil er es hören muß, sondern üben, weil es inter-. essant.ist — daun kommt er.-zu Wolf. Wird er befragt, da.un runzelt er die Stirn, daß sie anssieht wie ein Blatt aus einem alten Buch, in dem die Furchen und Runzeln die allen verwisch en Buchstaben^darst-ellen. In den krausen Zeichen scheint die Lösung des Problems sich zu offrnba c.-i. '' : Diesen ieloen Wolf hat^Eisc.l ins HauS gebracht, um die Jahresbilanz zu machen. .. Wolf Schreiber fragt stach ielneiw Lohn, er wartet nur auf solch eine Ge.e^euhe'.t, mn seine Wund er kraft zu - zeigen.' Alle..', rvas in: Geschäft ansgegeben und. eingenonuneu muß in ein Buch eingetragen werden —- so hat Eiserl es eingeführt. In jedem Buch müssen liuls. die Einnahmen und rechts die Ausgaben anfges(d.ieb>.'u w.'roeu. Eiserl süßrc sein Buch ganz vorschristmäßig. wie er behauptet. Äit drn Auen aber ist's vahve^ Jammer: Jeden Augenblick verlieren sie ihre Bleistifte und wenn etwas emzuschreiben ist, dann suchen sie in allen Taschen und fluchen auf Eiserls neue Moden. Sie notie en es vorläfiftg auf der Bank oder auf dem Tisch' mit Kreide oder einfach auf eickem Zettel. Zur' Jahresbilanz sucht man dann die Zettel sowie ' die Bänke iund Tische mit den Notizen zusammen und trägt lalles 'insdas 'richtige Bucheint Die' Alten ' schreiben mit^ihren Schnörkels, die sich im Buch''verwischen, woraus zwischen d^n Jungen Zank und Streit' wegen der Ziffern entsteht. Der eine sagt: „Es ist eine 8", bep andere: „Es nstlMe 5." In der Regel aber weiß man überhaupt -nicht/ ^was es eigentlich ist. Werden die Alien gefragt, soantworten sie: „Verdreh euch! selber die Köpfe!" Man schickt zu Leibl, dem Uhrmacher, um eine Lupe zu!holen und beguckt.die Ziffer durch! die Lupe, woraus wieder neuer. Streit entsteht. Zu guterletzt nimmt Wolf Schreiber, sich der Sache an. Er beweist in t einem großen Aufwand von algebraischen Kniffen, d aß es überhaupt keine 8 und keine 5, -sondern Line 3 ist. Beweist ihm das Gegenteil! ' . , i Dieses „richiig-e Buch" ist sozusagen Wolf Schreibers Ce'.auf der er seine Melodien spielt. Er hütet es wie seinen Augapsel und weicht nicht von ihm. 1 sitzen sie beide, Eiserl und Wolf, am „rich- 1i,7 .ch" und stecken die Köpfe zusammen. In der S(!,>. ' herrscht, eine drückende, Respekt verbreitende Stille. Man hat zwei Kerzen in silbernen Leuchtern auf den Tisch ge.stellt, tza-nnt die Zissern besser zu lesen sind. Die Tür" kreischt iu ihren Angeln, die Magd b.ingt frischen Tee herein und holt die leeren Gläser. ckFurtsetzunp folgt.)

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