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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-21 · Heft 626 (21.10.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 626 (21.10.1920)
Date
1920-10-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Rt. 62* Wien, Donnersrag Wiener Mörgenzerturrg /ZI, Oktober I92G _ eefltfy Sötaa den zweiten Treffer. Für die Sieger waren erfolgrei« -Drerler (S). Fenchel (2), Licberniann und Leo. Schiedsnchte Fmko (Hakoah) leitete das Wettspiel in einwandtreier Weise. Gin Marmschaftslaufen über 3800 o» kommt an Sonntag nacbmütags auf dem Prater-Sportplatz zur AnS« tragung. Für diesen Wettbewerb hat ein Vorstandsmitglied drt Leichtathletikverbandes im Barjabr einen Preis gestiftet, dessen Verteidiger deuer der W. A. F. ist. Der Wettbewerb gilt in der Weise als Mannschaftswettbewerb, daß jede Mannschaft auS dre Läufern eines Klubs besteht. Die Mannschaften müssen nicht tze> schlossen durch das Ziel gehen, sondern die Läufer werden in d« Reihenfolge ihres Eintreffens am Ziele gewertet. Der erste Laufet erhält so viel Punkte, als Teilnehmer sind, der zweite einen Vu'k weniger. Sieger bleibt die Mannschaft mit der größten Punkt« anzahl. Es bandelt sich also darum, welcher Verein die drei bester Langstreckler stellt. Die zweite Austragung dürfte einen interessanten Kampt zwischen den Mannschaften des W. A. F., NapidS «n« der Hakoah bringen.. Jüdischer Sportverein Achduth—Arvodah 7:1t (4:0). Sicherer Sieg. Torrschützen Blumenzweg H (2), Ferlich IIJ Grünberg I, Straßmann, Leo, Beim. Das Tor für bte Unters lrgcnen. erzielte Barer. Achduth U—Konkordia II 5:1 (1:1). Torschütze! Freund (2), Jucht (2), Podhorzer. Für die Unterlegenen wai Schattner (l) erfolgreich. Hechawer 5lungmannschaft—S. C. Wien l D: (6 :2). Sicherer Sieg der zum ersten Male antretcnden Jung Mannschaft über den körperlich stark überlegenen Gegner. Hechawer in der zweiten Halbzeit mit 10 Mann. Tore Josef (5), Strauchler(2), Renzler.(2). Die besten Leistungen boten der Stürmer und der Mittelläufer. / i W. A. F.- Hakoah. Der in der Meisterschaft führende W. A. F. trifft für das sonntägige Meisterschaftsspiel gegen Hakoak große Vorbereitungen. So soll Pack, der einioe Jahre von Wien abwesend war. am linken Flügel und Dr. Tekusch m der Verteidigung tätig iem. Auch eine Einstellung des ehemaligen W. A. C.-Stürrners Kaps ist möglich. Ob bei der, Hakoah Kohn bereits Mitwirken wird, ist fraglich, da er noch nicht ganz hergestellt ist. . « Heros. Sonntag den 24. d. M. Wettspiel mit dre Mannschaften gegen drei Jungmannschasten des Sportkluk Ostmark am Ostmark-Platz. Wien, XX.. Leystraße. — Um 8 Uhi Wettspiel der Hl. Mannschaft, 9 Uhr der II., um 10 Uhr der I, — Freitag den 22. d. M. m ü s s e n alle Mitglieder zwecks Aufstellung der Mannschaften um 6 Uhr rm Vereinslokal, Cast Zuckerberg, Wien, II., Kleine Pfarrgaffe 8, erscheinen. HaSmonea. Freitag Mannschaftsaufstellung. Sarnstax Wettspiel mit drei Mannschaften gegen Prater-Sportfreunde. Hakoah Sckwimmsektion. Diese Woche kndet daZ Training für Damen Freitag von 5 bis 6 Uhr, für Herr« Samstag von 5 bis 7 Uhr rm Jörger-Bade statt. Hechawer. Heute, Donnerstag, ab V*4 Uhr Training und II. Mannschaft Hakoah-Platz. Mittwoch den 27.1. M. von 9 Uhr früh bis V,ll Uhr vormittags blau und oranger von '/»H Uhr vormittagbrs 12 Uhr mittags grau und gelb. Bagit» der ausländischen KartOffelznfnhren. Die schon lange erwartete» Lieserunke» auf den ungarischen Vertrag, ser für die Kartvffelversorgung Oesterreichs. und insbesondere Wiens insgesamt 6000 Waggons Kartoffel bringen soll, haben nach Uebrrwlndung verschiedener AnfanySschwrermkeiten setzt ein« gesetzt. SamSiog stnd 87 Waggons mu 480 Tonnen, Sonntag 40 Waggons in Wien anackoiiimm, während 48 Waggons direkt aus Ungarn nach Graz abgefertigt wurden. In der velflvssenen Woche find nach den bisherigen Meldungen auch au§ Holland ungefähr 50 Waggons und die gleiche Mengo Mch aus Deutschland nach Wien adgerollt. Kartafielabgabe. Donnerstag bis Samstag werden im XVI., XVU.. XiX., XX. und XXl. Bezirk ausländische Kartoffel» um Preise v»n X 7.20 per Kilogramm, und zwar 1 Kilogramm ver Kopf, gegen Abtrennung des Abschnittes 8 der Kartoffelkarte --nSgegeben. __ Bühne rmd Kunst . Ans de» Theatern; Im B u r g t h e a t e r gelaugt worge«, Freitag, zu erhöhten Preisen.D e r K v m p a g n v n" zur Allfführung. Herr Hugo T h i m i g als Gast in der Rolle des August Boß. Beginn ',.7 Uhr.! In der S t a a t s o v e r geht morgen, Freitag. ,7)et Mante l", „Schwester Augelrca" nnd ^Granni S ch i c ch i" in Szene. Beginn 7 Uhr. Im Deutschen BolkSthrater wird morgen, Freitag, ,.M i t der Liebe f p i e l.e n" gegeben. Beginn 7 Uhu — S i l B a r a s Komödie „M i t der 8 r e b e > vielen" wrrd Freitag den 22. und Sonntag den 24. d. M. wüdcrholt. Die letztere Vorstellung begttmt um V28 U h r. Irr den K a m m e r f v i e I e n geht morgen, Freitag, «L r e b e" m Szene. Beginn 7 Uhr. Franz M 0 l n a r s GesellschastSsatire ,Der Te»srl", dre emst ein Zugstück des Deutschen VolkstbeaterS war, gelangt demnächst mit Harry Walde» als Teufel an der R e n a i |* lancebühnezur Aufführung. Heut e, Donnerstag, wird m der BolkSvper aT*lleriR rusticana" mit de» Damen Gelt«. Weiner, Herstein und den Herren Pacher nnd Tauber, htrraut t r Bajazzo" mit Herrn Michele F! e t a und Frau Hnatatz als Gästen und den Herren Hagen, Tauber und Beer gegeben. Heute, Donnerstag, findet im Wiener St ad tt h e a t e r die Erstaufführung Anzengrubers Schauspiel „Hand u n d H e r z" statt. Die weibliche Hauptrolle wird von Hansr Riese und dre männlichen Hauptrollen von Frrtz H 0 f b a n e r und Franz P 0 l l a « d t dargestellt. In wichtigen Rollen find noch beschäftigt die Herren Böhm, Fuchs, Kueidinger und V e i ß m ü U 1r. ®>t* angekündigle AnssLhenng de« Palästina» Vl»« findet a« «0.. 2!., 22.. 85.. 26. und 27. d. M. um V*6 Uhr uub V*8 Uhr abends im Sophiensaal, III., Marxergaffe. bestimmt statt. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck und die äußerst interessanten Vorführungen ist ein großer Zuspruch zu erwartrn. Karlen i K 10, K 20, K 30 und X 40 sind rm Vorverkauf zu haben : Bei Sportklub Hakoah, I., Wrrdertorgaffe (Cafä Cuy), m der Buchhandlung Lowit, I., Rotenturmstraße, Casö Jndvstrirllen, I., Konkordiaplatz, bei Ferdinand Willner, l„ Laureuzerberg 3, bei der Transportgesellschaft Maavirim. i., Bauernmarkt 24, her der Tageskasse d>s Sophiensaales, IU.. Marxergasse 17, täglich brS 4 Uhr nachmittags, bei Inspektor Nemnaun, V.. Siebenbrunnengasse (Tempelgedöudr), sowie an der Abendkasse. THkNierskrindrA tn Goaz. Wahrend der Aufführung von Wedeunds „HidaUa" kam es im Grazer Schauspielhaus zu argen Lärmauftritten, Im dritten Akt erscholl aus einer Loge der Zwischenruf „Gemeine Moral!"; das war das Zeuhrn von argen Lärmjzenen. Das Zeichen war von den: bekannten Professor Uh de gegeben worden und feine Anhänger pfiffen und lärmten, was natürlich wieder Gegenkundgebungrn auslösie, so daß eine gerauine Zeit das Spiel unmöglich war. Erst als Professor Uhde das Theater verlassen hatte und die Ruhestörer (ctitiflc Logenbesucher wurden bei den Haaren gerissen und von ihren Sitzen weggeschlcppt), entfernt worden waren, trat allmählich Rnhe ein. Tolstoi- Reffe in Prag. Der russische Schriftsteller und Dramaturg Alexej Nikolajewitsch To lstoj, der Neffe des berühmten Schriftstellers, komint in den nächsten Tagen nach Prag, um der Premiere seines Stückes „Das Goldchen" beizuwohnen. Mn» „At-a^^AnssührnW in Rstsenformat. Die AMrikaner pflegen sich mit Klciyigkeiten,nicht abzugebeu, in der Musik so Lvenig wie in allen anderen Dingen.^ Dafür erbrachte erst kürzlich wieder ciitc Fveilichtairfstthrnng von Verdis „Aioa" den BcrveiS, die in kolossaler Ausmachung in Gegenivart von 10.000 Zuschauern zu Boston in Szene ging. Mi., ihrem Chor von 2 0 0 0 Stimmen, ihr^m Ballett von 100 Mitwirlenben, der rauschenden iBleüüimsik und den Truppen zu Fuß und zu Pferde, die in der Szene des T.riunrphzugeS eine glänzende Llugentvdide bieten, muß es ein Schauspiel gewesen sein, das auch dem anspruchsvollsten Haukes Befriedigimg zu bieten vermöchte. Ein nafetoeiser Kritiker konnte es freilich nicht unterlassen, in seinein Bericht der Verwunderung Ausdruck zu geben, das; er bei der Nil- Szene nach dem hixr nnvermeidlicheu - Nilpferd vergebens Ausschau gehalten hätte. Berichtigung. Im gestrigen Rnerat öder das Burg» > b e a t e r svli es statt „Uhi? Komik erfüllt daß Chaos mit -"vbliaer Htiterkcit" natttllich richtig beißen: . . erslillt das > u s mit wohliger Hciterkcit.* Spor 4 Jüdischer Sport in Graz. '-Z'kioah l schlägt Göstinger SportvereilriZUng 2:1 (1:1). Dieses Meisterschaftsspiel fand vergangene» CamStag auf )em G. A. K.-2portplatze statt und brachte der Hakoah nur einen uappen Sieg, was -um Teil auf das Einstelleu mehrerer Ersatzente und auf da- Unterschätzen drS Gegners zurückzuführeu ist. DaS Spiel selbst zeigt wenig interessante Momente. Hakoah ist nach Abstoß überlegen. Ein plötzlicher Durchbruch verschafft den Göstingern die Führung, bald darauf gleicht Bürger II auS. Nach Seitenwechsel wird e«n Elfmeterstoß, dar von Bettelheim stcher verwandelt wurde» vom Schiedsrichter deshalb nicht anerkannt, weil rin Spieler vor Abstoß den Stralranm betreten hatte. Bürger II stellt in der 28. Minute das Endresultat her. Als Schiedsrichter fungierte Ing. Blaschek, der Obmann de- Grazer FußballverbandeS. — Kommenden Sonntag trägt Hakoah auf dem G. A. K.-Sportplatze ihr vorletztes Meisterschaftsspiel aus. Zum Gegner hat sie den Sportklub Rapid, der in den letzten Spielen gute Form gezeigt hat. Wenn Hakoah aus diesem Spiel ohne Pimktverlust hcrvorgehea will, so wird sie ein anderes Spiel M "> Göstinger liefern wüsten. . . ß Stand de« Meisteufchü fr. >» Mannschaft 's A. G es il tsÄ ZG n tr L> v ** t für Tor« gegen § N Hakoah . . . 8 8 — — 14 2 6 Amateure. , 2 2 — — 20 3 .. 4 Gösting . . 4 1 1 2 7 1? 3 Germania . . 8 1 — 2 5 8t 2 Sportklub . . 4 — 2 2 6 18 2 Rapid... .2 — 1 1 8 4 1 Sechste Runde der Mannschaftsmeisterschaft im Ringe«.! Dienstag abends wurde in KadrmaunS Saal dir sechste Runde der Mannschaftsmeisterschaft im Ringen ausgetrage». Den interessanten Kämpfen wohnte ein zahlreiches Publikum bei. Die Hakoah gewann den Klubkampf gegen Simmeringin sehr schönem Stil mit 7:3 Punkten. Hübsch blieb im Federgewicht ohne Gegner Sieger. Im Leichtgewicht errang der zum ersten Male antreteude B a l a z s (Hakoah) in 18 Sekunden einen vielbejubelten Sieg. Teichner, der auitatt des erkrankten Markus im Mittelgewicht A antrat, rang gegen S ch 0 st a (Simmering) 30 Minuten unentschieden. Einen unerwarteten Sieg, der zugleich die Entscheidung brachte, eriang Deutsch im Mittelgewicht B. Er legte den körperlich stärkereir Gegner in 2 Minuten 19 Sekunden. Da die Hakoah rm Schwergewicht keinen Repräsentanten hatte, bekam Simmering dre beiden Punkte kampstoS zngesprochen. Die weiteren Ergebnisse waren: E i ch e—A ustria4:4, Ostmar k—C h e r u s k e r 5:8, H e r a n—H e r k n l e § 6:1. 8. W—r. Datzallensportsest des HanptverbandeS für Körpersport. Wie bereits berichtet, veranstaltet der H'anpkvecvand für Körpersport am 27. November beim, Ronacher ein Hallensportfest, über dessen Programm sich Dr. Max Fürth, ein Vorstandsmitglied des Verbandes, im „Spvrt-Tagblat^ folgendermaßen äußert: Die Fechter führen einen Musterkampf in Säbel nnd Fleurett vor. Vielleicht können sich, auch Damen hier betätigen. Die Leichtathleten müssen sich wohl auf Hoch- und Stabhochsprung beschränken. Die Radfahrer werden einen erstklassigen Reigen sehen lassen und ein Radball- Wettspiel zur Durchführung bringen.. Die Ringer ebenso wie die Boxer werden sicherlich ihre technisch bestqualifi?- zierten Vertreter zu einem Wettkampf antreten lassen. Die Schwerathlet» werden ihre stärksten Leute das Gewichtheben borführen lassen und außerdem noch ihre Musterriege im Bombenjonglieren stellen. Als Ersatz für de» Eislaufsport werden sich vielleicht Rollschuhläufer produzieren. Die Fußballer, auf deren-Mitwirkung als Vertreter' des populärsten österreichischen Sportzweiges die Veranstalter nicht verzichten wollen, werden wenigstens ihre Balltechnik im Köpfeln, Zielschießen oder ähnlichem zeigen. Schließlich wird auch' an die Turner eine Einladung ergehen, sich mit einer Geräteriege an der Veranstaltung zu beteiligen. Internationales Wettschwimmen. Für daS am 81. Oktober und 1. November um 4 Uhr nachmittags im Stadtiscken Bade, XVI!., Jörgerstraßr 42, statt» findende „Fnternattonalc" des Oestrrreichischen Sportklub Wien 1908 (ehemals Damen'SckwimmNub Wien) stnd die Meldungen großartig ausgefallen, da stch an demselben 22 Vereine beteiligen, nämlich 6 auS Deutschland, 2 auS Ungarn, 1 aus Graz und 13 aus Wien. JnSgemmt liefen 265 Meldungen ein. welche sich folgend verteilen: Dameuschwlmme« <9 Bewerbe) 94, Springen (1) 6, Stafette i$) 11: Herrenschwimmrn (3 Bewerbe) 130, Springen (2) 15, Stafetten (3) 19. Sportseütion de« VolksbibliotheL Zion—Baumgartner Hakoah 3:8 (0:2). Die kiftverlich stark überlegene» Zion-Lcute konnten erst :n den letzten 20 Minuten den großen Vortprung des GegnerS aufholen. Dte Baumgartner waren bereits mit 3:0 in der Führung. AuS emem überrascherrd abgegebenen Schuß des RechtSaußrn Hakoahs entsteht das erste Goal. Einige Minuten sväter läßt der Zenterstürmer ein zweites folgen. Nach drrHalbzeit sind die Baumgartner ganz elngeschnürt, doch gelingt dem &nfc:. Durchbruch und Hakoah führt nun 3:0. Zion gibt daS nicht verloren und sieht ihre Anstrengungen durch Erfolg gekrönt. DaS erste Goal für Zion erictt Höwp. Pas zweite und dritte schoß Tanncnbaum. Bei der Baumgartner Hakoah war die Verteidigung ausgezeichnet, bei Zion Tannenbaum, Eisenmayer und I. Sarda, hingegen war die Verteidigung Löwy-Stemer sehr schwach. Hasmonea—Oester. Textil - Sp. - Cl. Sötag 7:2 (4:0). DaS vor emem Monat zwischen den beiden Mannschaften ansgrtragene Wettspiel endete 2:2. Im Revanchespiel konnte Hasmonea überlegen stegeu. Zu Beginn ist HaSmonea Im Angriff nnd schon in der 6. Minute erzielt Drexlec das erste r or und in der 15. Minute das weite. Im weiteren Spielverlauf err,elt Hasmonea noch zwei Treffer. Nach Seitenwechsel leistet Sötag starken Wid-rstand. Nach einer schönen Kombination sender Goldberg (Sötag) unhalibar ein. Hasmonea erhöht den Stand aut 7:1. Kurz vor Cpielabbnlch erzielt Weiß I für Gerichts? aal. Ein furchtbarer Racheakt. Die Bluttat ie der Josefstadt. Wie bereits berchtet, hatte sich gestern der Kunstakade» miker und einstige Leutnant Leopold Kaufmann vor dech Schwurgericht unter der Anklage des Mordes zu vercmt Worten, weil er seine Stiefmutter mit einer Hacke erschlagen hat. Der Angeklagte, ein stämmiger, breitschulteriger junget Mensch, anüvortete auf die Frage des Vorsitzenden, ob sich schuldig bekenne: „Ich habe die Tat begangen, bekenne mich ckber nicht schuldig!" Der Angetlag-te schildert nun, daß die Stiefmutter einr Stunde lang gekeift, geschimpft hat auf seinen Vater, seine' verswckbene Mutter und seine Geliebte und ihm die Faust) vor das Gesicht gehalten hat, da sei er in eine solche Raserei! geraten, daß er die Hacke, die ihm gerade in die Hand kam, ergriff und damit blind losschlug, bis ihm Mut ins Gesich^ spritzte.; j Die Schwester des Angeklagten, Fräulein Irene Kauft! mann, ein 19jähriges Mädchen, erklärt, als Zeugin aussagew zu wollen. Sie gibt an, daß die Stiefmutter stets gut ihr und mit dem aiigeklagten Bruder gewesen ist. Der Bvude^ hatte die Eigenschaft, nicht gern arbeiten zu wollen, auch war er sehr unordentlich in seiner Lebensführung, und datz konnte die zwar sehr nervöse, aber sehr arbeitsfrohe Frau^ nicht ansehen. Sie machte dem Angeklagten darüber Vor«' würfe, die stets in einer gewissen hochmütigen. Werse zurück«, gewiesen wurden. Leopold habe sich auch dahin geäußert^ datz er sich rachen werde. s Der Vater des Aiigeklagten, Herr Leopold Kaufmanr^ erklärt ebenfalls, sich der Aussage nicht entschlagen wollen. Er erzählt, daß sich seine zweite Ehe von dem Mo-/ ment an unerquicklich gestaltet hat, als ihr und des Zeuges .Kind zur Welt kam. Der Zeuge schildert sodann fein; Familienleben, das sich durch das hysterische Wesen der Fra^ immer unerträglicher gestaltete ru»d schließlich zur Tren-s nung führte. Auch sein Sohn habe , unter den Sekkaturer^ seiner Stiefn:uttet leiden müssen. „Was soll man dazu sagen", ruft der Zeuge aus,' „wenn zwei Frauen im Hausss sind und ein ehemaliger Offizier sich in der Küche selbst sein«. Wäsche waschen muß." — Staatsanwalt: Es ist doc^ nicht notwendig, daß Sie hier so über Ihre tote Frau sprechen. — Z e u g e: Ich wollte den Herren, die berufe« sind, heute über ihn zu urteilen, nur zeigen, daß mein Sohn im Hause der Stiefmutter wahrlich keine rosigen Zeit«« gehabt hat. j Der Staatsanwalt verweist auf die besonders Roheit, mit der die Tat begangen wurde, und fordert aus Grund des Geständnisses, das der Angeklagte in der Vor, Untersuchung abgelegt hat, die Schuldigsprechung Wege« Mordes. | Der Verteidiger Dr. N e u d a schildert das belobte Vojis leben des Angeklagten, erklärt sein Geständnis in der Voci Untersuchung mit seiner Verzweiflung und seinem Lebens —W SchreiliinasehHKieii LEOPOLD STEI^HART ... «Milk« Billigste Bezugs» «•m £ü#<, Buresaiisiibe!

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