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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-18 · Heft 623 (18.10.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 623 (18.10.1920)
Date
1920-10-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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, We. VN Mm, Momas Tagesbericht. Der Jüdische Nationalsonds und der Kere« Haj-ffod. I« dm nächsten Woche» wird bereits die Arbeit für den Keren Hajeffvd, den Palastina-AuidaufondS, rinsetzen, dessen Bestimmung sei» wild, eine Art Mischen Staatsschatzes zu schaffe«- auS dessen Vermögen die zionistische Orgauisatwu alle im Mischen Interesse gelesenen Arbeiten und staatlichM Aufgaben deck« soll. Der wesentliche Unterschied Le- Kere» HajeM gegenüber dem Keren Kujemeth (Jüdischer NotionalfondS) ist schon durch den Namen gegeben. , i Der Keren Hajessod dient als Grüvdungs fonds und erstreckt seine Tätigkeit uns voraussichtlich nur fünf Jahre — der Keren Kajemetb ist ein ewiger Fonds und soll die Existenz des jüdische» Volkes aus dem palästinensische» Boden hls in fernste Bette* hin sichersten«». i Der Keren Hajessod wtrd seine Einnahmen dementsprechend ans mehr oder weniger außerordentlichen unv besonders aus hohen Spenden erziele»; der Jüdische Nationalfonds, dessen ^Tätigkeit nicht nur für einige Jahre berechnet ist, wird nach wie vor nicht nur große Geld opfer, sondern auch kleine Grlegenheitsjpenden entgegennehmrn, um seine Aufgaben zu erfüllen, i Die momentan dringendste Ausgabe in Palästina ist, wie allgemein bekannt, der Bode nta n f. Die englische Regierung bietet dem Jüdische» Nattonalfonds mit Borkaufsrechß aste zum Verkauf gelangenden Staatsländerrirn zumt- Kaufe an und eS lregt im dringendsten Jnlereffe der zionistischen Organisation, womöglich von allen Kaufonboten Gebrauch zu machen. AuS zwei Gründen wäre es von unabsehbarem Schaden, wenn größere Terrainaus Geldmangel nicht angekauft werden könnten. Denn es beeinträchtigt dies die Stellung der zionistischen Organisation gegenüber den -englischen Behörden außerordentlich. Die zionistischen Führer haben stets erklärt, i« Namen des ganzen BolkeS zu sprechen, hinter ihnen stünden Tausende, die nichts glühender wünschten Md erwarteten, als wieder Palästina im Besitze Israels z« sehen. Welch beschämenden Eindruck mud es Hervorrufen, wenn nun in dem Augenblick, da Gelegenheit geboten wird, von.Palästina Besitz zu nehmen, das jüdische Volk seine» von ihm gewählten Führern nicht die not' wendigen, verhältnismäßig geringen Beträge zur Verfügung stellt. Die englische«, nichtjüdische» Politiker müssen daraus dm Eindruck gewinnen, daß die zionistische Begeiste".inig in dem Momente aufhört, wo von den Zionisten Geldopser verlangt werden, und daß die politischen Bestrebungender Zionisten einer realen, auf Machttatsachen aufgrbauten Hintergrundes entbehren. Die zweite noch unangenehmere Folge eines Versagens unserer finanzielle» Kräfte beim Bodenkauf — ein Versagen, das unabsehbare Katastrophen für die zionistische Kolonisationstätigkeit in Palästina herausbcschworen konnte — wäre die Talsache,. daß daS von uns nicht erworbene Land Nichtjnden zum Kaufe an geboten, von diesen in Eigentum übernommen und damit für Juden entweder überhaupt nicht mehr, oder nur zu Phantasiepreisen käuflich sei» würde. Wir stehen damit vor der Gefahr, in einigen Jahren daS Vielfache an Landprriscn bezahlen zu muffe«, «enu nicht jetzt dem Jüdischen NationalfondS die nötigen Beträge zur Verfügung stehen. In Erkenntnis der ganz überwiegenden Bedeutung dieser Landfrage für das jüdische SiedlnngSwerk in Palästina wird der Keren Hajefföd Sv'/» feiner Eingänge für die Zwecke des Jüdischen Nationalfouds bereitstellen «nd dem Jüdischen Nationalfonds abtreten. Der Rest wird für die sonstigen öffentlichen Arbeiten dienen, wie Straßenbau, Eisenbahnbau, Errichtung vor, Häfen« Kanalisationen, Entwäffernng, Schulbauten usw. In zionistischen Kreisen besteht nun aber, wenigstens teilweise. Unklarheit darüber, inwiefern die Propagandaarbeit für de» Jüdische» Nationalfonds mit der für den Aufbaufonds zu vereinigen sei. Vielfach wird sogar die Anschauung ausgesprochen, als ob für die Dauer der Keren Hajeffod-Akno» der Jüdische NationalsondS seine Tätigkeit gcwiffermaß«» einzuschränken habe. Tatsächlich sind derzeit noch Verhandlungen zwischen der Leitung des Keren Hajessod und der Leitung des Keren Kajemeth Lejisraet (Jüdischer Nationalsonds) über die Organisation und gegenseitige Abgrenzung der beiderseitigen Tätigkeitsgebiete in Schwebe. Immerhin stehen^bereits im großen und ganzen die G rundzüge der Tätigkeit des Jüdischen Nationalsonds für die lommenden Jahre fest. Wie schon erwähnt, verzichtet der AnsbaufondS auf kleine Spenden. Seine ganzen Einnahme« solle« auf tver Grundlage des „Massier*, des Zehnten vom Vermögen, beziehungsweise deS Zehnten vom Einkommen, organisiert werden. Der Jüdische Nationalsonds verzichtet daher während dieser Zeit zugunsten des Keren Hajessod ans die Durchführung und Propagierung einiger Spendenarten. Er läßt die Spenden für die GenvffenschaftSfiedlung, die Arbeiter Heimstätten m Palästina von nun an auf. »nd schränkt seine Werbetätigkeit für die Selbstbesteuerung «ährend der nächste« fünf Jahre ein. Für die ihm dadurch entgehenden Spende» wird der Jüdische Nationalsonds durch die ihm statutenmäßig zufließenden 20°/«igen Einnahmen LesKerm Hajeffod entchädigt. Der Keren Hajeffod verzichtet bei Durchführung s einer Werbearbeit darauf, die anderen Sammelmittel de- Jüdische» Nationalsonds in Anspruch zu nehmen und weist insbesondere alle Spenden unter einer gewissen Mindesthöhe (in Deutschland - unter 1000 Mark, was für Oesterreich Spenden unter K 5000 auSmachen würde), unmittelbar def entsprechenden LandeSsammelstelle zu. /* Ferner bleibt die Sammlung mittels Sammelbüchsen, die Veranstaltung von Palästina-Wochen, von Filmaufführungen, Rationalfemds-Basarrn, Akademien »sw., sowie Straßensammluu-e« aus Sammlungen und Veranstaltung hrfonderer ,Aktionen »ach wie vor dem Jüdische» R g t i o » ö U LI».* W' imstillgltm .■'*'; ~ -; Mewer Mor-enzerrmrs Ftir Oestertrich hat dieseRrgelung vor allem insofern Jnterrffe, als die im Gange befindliche B a u st e i n s a m ml un g dadurch nicht berührt wird, da das Hanptbureau des Iübische.« Nationalsonds daran festhält, daß' unter allen Umständen der von Oesterreich verlangte M i n d e stbetrag vvn 10 MillioNcn Kronen abgeliefeH' werden muß. * Die Ausbringung di'ser Summe hat vor allem eineu besonderen Propagandawert dadurch, daß die österrcichischru Juden den Ländern mit besserer Valuta den Beweis erbringen sollen, daß gerade daT anl meisten verarmte Land Europas gewillt ist, .selbst die größten O p fe r zu bringen, wenn es das Wohl des jüdischen Volkes gilt. Gelingt es, die verlangten i>00 Bausteine für das Dritte jüdische Reich bis EndoDezember 1920 auszübriu gm, so wird däS besonders auf die amerikanischen mfb englischen Juden einen überwaltigeüdesi Eindruck machen/ und di? Begeisterung nrid Opserbcreitscha st dort sehr entfache«. - Mau kann es besonders den alnerikanttchm Juden, , welche in den letzte» Jahren üb«! 80"/» aller ©cUfciinuißcit für zionistische und allgemein-jüdische Zwecke'au! sich genommen haben, nicht verdenken, wenn sie nicht länger die eiuzigen sein wellen, dir materielle Opfer für die Sache Palästirras bringen. Es wird Aufgabe des jüdische» Oesterreich fein, zu beweisen, daß jüdischer Opfermut sich durch. keine Not und -durch keine schlechte Valuta niederzwingen läßt. Die Mion für den ZehnmiHionen-Kro-nenonds dient somit als Vorbereitung sür<den Keren Hajessod und als Ergänzung desselben. Keren Kajemeth und Keren Hajessod sind zwei Namen für eine Sache — Fonds für die Errichtung der jüdscheu Heimstätte in Palästina — des Dritten jüdisch en Reich eS. ' W. U. W. Rabindrarrath Tagore über die Aufgabe des Fernen Ostens. „Nieulve Nu tterdamschc Courant" be- .richtet 'über eine Rede, die der augenblicklich Europa bereisende indische Dichter gelegentlich seines Besuches in Holland am 38. September in der Aula'der Nwiversität Utrecht gehalten hat: „Die historische Umgebung der indischen Vergangenheit ist der Wald, eine Umgebung, die'ihren Einfluß aus die gesamte klassische indische Literatur ausgeübt hat, sowohl auf ihre epischen als auf ■ ihre dramatischen Dichtungen. Diese Umgebung ist aber nicht als eine rein physische Tatsache zu betrachten, so wenig wie das Meer für die historische Entwicklung der nordeuropäischen Völker; hat doch das Meer, abgesehen von seinen materiellen Einflüssen, seine Küstenbewohner zum Kampf' angeregt,' zuerst mit ihren, menschlichen Feinden, später gegen Krankheit und Mühsal, den -jXiob irüd zahlreiche geistig? Feinhe. .! / ■ Welches'ist mim der große Unterschied zwischen der. Weltanschauung des Orients und der der abendländidischeu Völker? Das Meer lehrt das Evangelium des Konflikts, der Wald Las der Harmonie zwischen Mensch und Natur. Gegen das Meer mußte man immer kämpfen, oft aus Leben und Tod, Im Walde dagegen fand d?r Mensch ohne Mühe alle Materialien für' das Leben: Brennstoff,' Bauholz' und Früchte für die Nahrung. Es schien, als würde hier nicht der, Unterschied, sondern die Einheit aller Geschöpfe hervorgehoben. ' Der Abendländer betrachtet die Welt als etwas, woraus er irgendeinen Nutzen'ziehen Muß; seirre Ideale sind in' erster Linie Kenntnis, und zweitens die materielle Macht, die er sich durch seine Kenntnis erwirbt. Nun ist diese Anschauung nicht falsch, aber sie ist unvollständig. Solange wir sortfahren, die Welt als etwas uns Fremdes zu betrachten, werden wir nie in ihr wahres Wesen eindringen. Der Inder sucht in erster Linie das Leben, in zweiter die Kenntnis unb in, dritter die Liebe; höchstes Ziel unseres Lebens hier auf der Erde ist nicht, Nutzen aus ihr M ziehen, fanden: uns mit ihr zu vereinigen. Diejenigen, die die Liebe und ihre Macht verschmähen, gehen früher oder später einer Katastrophe Entgegen. ' Es hat eine Zeit gegeben die Blüteperiode 'der jüdischen Kultur — wo es schien, als waren diese Ideale verlorengegangen, aber immer kehrten sie in der indischen Literatur wieder. In der Dichtung des, Abendlandes dagegen sind diese Ideale allzeit vernachlässigt worden. In ihr gewinnt die'Natur nie eine mehr als untergeordnete Bedeutung. Das ist besonders deutlich, bei Shakespeare zu beobachten..Im Hamlet und Othello zun: Beispiel fiubet man nirgends «ine^ Spur von der tröstenden, schützenden Natur, in King Lear erweckt sie bloß schreckliche, verzweifelte Borstettungen. Immer und überall scheint es das Ziel Shakespeares gewesen zu seist, .nur die menschlichen Leidenschaften in ihrer nackten Wut zu zeigen, ohne die liebliche Natur ihren besänftigenden Einfluß ausüben zu. lassen. Wie ganz anders verhält sich demgegenüber die' Dichtung des Morgenlandes: In ihr schrumpfen die menschlichen Leidenschaften auf ihre wahren Proportionen zusammen und wird die Stimme der natürlichen Schönheit der Umwelt gehyrt, zum Trost und Segen der Menschen. Das sehen wir besonders klar >in dem Werk desl indischen Dichters Kalidäsa, dessen Gedicht wohl das indische wiedergervonnene Paradies genannt werden könnte Auch in dem indischen Drama wird dem gleichen Gedanken Raum gegeben, sogar durch die wohllautende Benennung der Namen. Dieser Beruhigungsgedanke hat auch eine Mission für die abendländische Kultur. Laßt uns versuchen, uns selber zu realisieren, zu verwirklichen und zu ident:- jiziexM mit der großen Außenwelt -er Natur. Das 18. Oktober^ 19L . /Seite ist absolut kein bloßer Pazifismus, sondern eine Ueber^ Windung der eigenen Persönlichkeit durch Sympathie mit dem Weltall. i Es gibt nur eine Wahrheit, von her die Mensche heit überzeugt.werden.muß, nämlich diese: -aß dick L siebe und n i ch.t, d. i^e Macht gi .e r die künftige Herrin der Welt sem wird." ' ' Das „Moderne Theater" in Bukarest » abgebrannt. Bukarest. 16. Oktober. (Damian.)DaS Mo der nck Theater ist durch eine F e u e r s b r u n st zerstört worden.^Der Schaden beträgt mehrere Millionen. Errichtung einer neuen Fleischabgabestelle des^ ^nasrivLn Joint Distribution - Committee), Abteilung Wien. Die gegenwärtig der Fleischabgabcstelle AnnaLcmpert, XX.^ Klvsierneuburgersiraße lr zugennrsenen. zum Bezüge unseres, amerikanischen Fleisches zugelassenen Partei«:, sofern ^dieselbm! nicht zur Fleischabgabesielle Josef Lederer, XX.. Jägerstraße 24,1 umrayonrrrt worden sind, werden ab Dienslag. 19. d. M. de^ Fleischabgabestelle Josef Schwarzbrod, XX., Jägerstcave 4, -n-> gewiesen. ■; ■; * Hebräisches Schulwesen m Siebenbürgen. Boo kurzem ist in Siebendjirgen der T a r b u t &, Hebräischer Landesschillverein, gegründet worden, dessen Zweck es ist, das gan^ jüdische Schulwesen zu lerlen. Der Torbuth übernimmt auch d:« Leitung der vorhandenen jüdischen Schulen und sorgt. für (St*! rickitung neuer Lehranstalten, wo sich dies notwendig zngt. Dw erste Schule des Tarbmh würde am 25. ^September, in K l a u s e n b u r g feierlichst eröffnet. , Die Schulz ist ei» jüdisches Knaben- und Mädchen» g p m n a s in m. in dessen untersten Stufen der ganze Unter-, richt in h e b r ä i s ch e r Sprache erfolgt. *$1^ den höhere» Klassen ist die hebräische llnlerrichtßsprache vorderhand nur i» einzelnen Lehrgegenständen ein geführt, »wird jedoch sukzessive am den 'ganzen Lehrplan ausgedehnt ' werden.^ Der ^Zustromvon^ Zoglmgen in die Schule, die jüdisches Nqttonol^ bewugtseln , zu heben und zu ^fördem berufen ist,, war ein so großer, daß man mehrere Zöglinge zurü ck w ees«n mußte. Die Lehrkräfte der Anstalt rekrutterm sich aus den besten pädagogischen Talenten des Landes. - ' Mt Genehmigung des Bnkarester Kultusministeriums ist in Großwardrm tm jüdisches Gymnasium eröffnet worden. DaS Gymnasium, welches, das erste Schuhahr bereits .hinter sich! hat, hat sich als ein Mnsterinstltutvon europäischem Niveau bewahrt. ' j * Rückgang der Bevölkerungsziffer in Frimkrelch. Kap französische Arbeitsmmisterium. veröffentlicht soeben die, Statistik über die Bevölkerungsbewegurig iy Frankreich im^' Jahre 1919, aus welcher hervorgeht, daß der Rückgang deU BevölkermigsMee noch immer in erschreckendem Matze mA hält. In'den 79 Departements wurden im.Jahre' .MS rnS^! gesamt 413,879 Geburten, gegen 635.594 Sterkefälle geMltt Am sinnfälligsten wird der Rückgang der BevölkerungSzifseü durch die Tatsache,-daß während im.,. Jahre 1913 noch 41 Departements einen. Geburtenüberschuß aufwiesen, im Jahre 1919 nur in einem.einzigen Departement, undl zwar dem Departement Finestere, die Zahl der Gehurte» jene der Todesfälle überstieg. Bemerkenswert ist, datz gerad^ in den bäuerlichetz Gebieten im Berichtsjahre die Zahl den Sterbefälle die Geburtenziffer um das doppelte^ stellenweise sogar um das dreifache überboten hat. : ..; Briefkasten der Redaktion. ..Zionist." Die gkwünschten Adressen für uns unbekannL Der Zwecke ist nicht mehr in Wien. — S- ©*. XX. ®te ist aus den van Ihnen silbst angeführten Gründen aegenwärtu zu widerraten. — G. I. Krastt, Lehrbuch der LandwntschastZ Redigiert von Dr. Sa««l De«r. . Ueber M«ndpflege. Es wird wohl schon allen aufgefallen fern, baß man! - die Gesichter mit dem typischen greisenhaften Ausdruck heutzutage viel seltener antrifft.. Das hat seine. Ursache darin, daß eher für Zahnersatz gesorgt wird und so die im Alter infolge Zahnmangel und geringer Arbeitsleistung der Kiefer eintretende Rückbildrmg der letzteren ausbleibt^ Tvotzdem kann man nicht behaupten, daß es derzeit mit der Zahnpflege besonders gut bestellt ist; es ist da noch vieles zu wünschen übrig. In richtiger Erkenntnis detz- Tatsachen hat man die Schulärzte^rrrd Lehrer verpflichtet^ auf die Jugend aufklärend zu lvirken. Denn es ist uns glaublich,, welch schadhafte Gebisse man bei jung und als noch heute antrifst, obwohl , gerade in Wien selbst für dis Aermsten Gelegenheit genug ist, die Gebiffe auszubeffernj Denn ein gutes Gebiß ist Vorbedingung für di« Gesund heit des Verdauungskanals. , Im Munde beginnt nämlich die Verdauung.. Dis''Speisen müssehier gut zerkleinert und mit dem Mündspeichel' in Beri'.l.rung gebracht werden, damit sie entsprechend vorbereitet an dem Chemie mus des Magens teilhaben können. Gut gekaut, ist halst verdaut. Diejenigen, die gut kauen, langsam essen, er^ reichen auch ftüher das Sättigungsgefühl, während Mf raschen Esser ein größeres Nc hrungsbedürfms hoben und infolge der geringen Ausnü!nung der Speisen meist mage^ bleiben. Zum.Essen soll man sich eben Zett nehme« alle Sorgen und Gedanken büseite lasfm r sich nur denj Vergnügen des Genusses hingebm. Um sich ein gutes Gebiß zu erhalten, muß es vo^ Jugend auf entsprechend gepflegt werden, von gewisses Krankheiten, Rachitis und Stoffwechselkrankheiten her schont bleiben. Der Gebrauch der Zahnbürste nach jeöet Mahlzeit, besoudcrs aber vor dem Schlafengehen, ist vis ,ut wenia bekannt-' Vei'Taa reiniat' sich die Mundhö^

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