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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-14 · Heft 619 (14.10.1920) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 619 (14.10.1920)
Date
1920-10-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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e*uc 8 Dien. Donnerstag__ :trb 16 tschechischen Kronen aufgekauften Häuten, die v . rekanntlich alle zum Preise von 16 tschechischen Kronen weit wurden, auszugleichen. E'-er Lederimport ist in den letzten Monaten in- -;e*3 verbesserten Standes unserer Wahrung möglich gewesen und eZ wurden auch größere Geschäfte auf Hollandnare abgeschlossen; heute jedoch ist die Einfuhr von Roh- ^«rlen aus dem Ausland durch den starken Rückgang unserer üuta fast ausgeschlossen. Am Weltmarkt, der sich allmählich : erholen beginnt, tritt jetzt ein empfindlicher Ledermauge! : intage, der seinen Grund auch darin findet, daß am La Plato : tn den Fahren 1919 und 1920 nur ein Drittel der Schlach- ^ngen gegen das Jahr 1918 vovgenommsn wurde, weil; Amerika aus Besorgnis um seinen Biehstand und auch um n der Valuta zu verdienen, größere Vorräte auf Lager. - eit, die natürlich heute langst verkauft find. Rohhäute haben . ngezogen und es zeigt die Berliner Auktion eine 20» bis "lprozentige Erhöhung der Preise. Wie aus Fachkreisen bereutet. steht einweitere Erhöhung der Rindshäutepreise in "r nächsten Zeit zu erwarten. Ungarn macht der Ausfuhr?Undsl,äuten noch immer große Schwierigkeiten, indem \i eine?!nsfuhrtaxe einhebt, die. fast dem halben Verkaufs- .-reis dev Häute entspricht, doch wurden in letzter Zeit von S\uy.i\ Firmen einige größere Käufe getätigt, da sich die ungarischen Verkäufer ziemlich entgegenkommend zeigten und andererseits die Frachtspesen sowie das Risiko der Fracht-' tuet von überseeischer oder schwimmender Ware von den .lnlandskäufern nicht übernommen werden wollte. - Gerbstoffe, die heute im Preise bedeutend gefallen nad, wurden auf dem Auslandsmarkt vor allem durch die nglische Admiralität gedrückt, die die im Kriege als Bannuure beschlagnahmten Extrakte (meist Quebrachoholz) in -'fer'.Aichen Versteigerungen zu niedrigen Preisen abgab, weswlb sich auch die Eigner entgegenkommend erwiesen und '■ne Preisreduktion Vornahmen. Välonea ist im Preise vor-- nrrae-h»nd gesunken, weel aus der Levante Berichte über .'ine gänstnhe Mißernte einlaufen. Hingegen wird heuer n.ne ^noppernernte (meist Fnlandspwduktion) voraus- .-esagr und es werden Schritte eingoleitet, um für diese Ldnre staatlich festgesetzte Höchstpreise zu erwirken, da Fern 'o'ossaler Wucher damit getrieben wird. Ein Preis hat sich is beute noch nicht gebildet, da die slchvakischen Qualitäten -.'ng-.-heuren Schwankungen unterliegen. Was die L'lastanien- und Eichenextrakte anlangt, wurden größere Partierr hochprozentiger Ware aus Jugoslawien W- > rortierr und es stellte sich der Preis trotz der hohen Fracht- ' >ätze ziemlich billig. An Fichienrinde sind in der TscheW- Siowatei bekanntlich vollauf genügende Mengen zur Deckung . Eigenbedarfs borhanLen, ja eS kann in diesem. Artifel un einen, nicht unbeträchtlichen Export gebadet werden. Der '^ceis ist stark zurückgegcmg-rn. Aehnlich verhält es sich msr -nichenrim-.-e. die jedoch mchi in so großen Quantitäten züriEriüguug srcht. Ta in letzter Zeit größere Mengen von Fettstoffen (Talg und Paraffin) amerikanischer und nordischer Provenienz ein» w führt wurden, ist die Riemrnlederfabrikation nicht mehr-so ebinderr wie rwch vor Monaten, doch sind.die Preise wssent« ach zurückgegangen, da sich die meisten Industrien vor Ein-, ^ten des Herbsröedarfcs, wenn auch zu höheren Preisen, rrngedeckr habm. Deshalb stagniert gegenwärtig der Treib-- riemenabsatz, zumal auch die larrdwirtschaftlichen Industrien .inert Niemenvedarf schon vor der Ernte gesichert haben. Die Preise bewegen sich zwischen 115 und 130 tschechischen Arenen für das Kilogramm. Wie vorauszusehen, ist infolge -es großen Mangels, der rn Noh Materialien und fertigem Leder bis zum heutigen (Sinchbrnck »erbojq,.) Marienbad. A nnan, sondern rtrie überaus vrrwckelLt Geschichte, die ^cridjau und Marienbad spielt, in 36 Br.eien. 14 Billel-dour und 46 Telegrammm. Von Scholem Alejchem. s ili^.e 0-rn>. Jüdischen übertragen von Siegfried S ch nr i tz. (48 Fortirvunflst Äia Tü: roeißt, hat mich die JamaKrin gebeten,, -lA.-i der Heirat mit dem Kischinewer behilflich zu em nnd hat mir dafür außer meiner Provision separat - in schönD- Geschenk versprochen, das sie selbst mir geben würde. Ich habe ihren Wunsch erfüllt, habe mich gnf diele Heirat verlegt und gearbeitet, was ich konnte; nnv es ist mir gelungen. Die Sache war im besten ''lang — das heißt: Es geht nicht so schnell, wie man's, erzählt; ich' hätte genug auszustehen, durch Belcie, wie ich Dir schon einmal geschrieben habe; denn,der Bräutigam. mein Kischrnewer Dentist nämlich, hat sich bis über die Ohren in unseres Schlojme Kurländer Weibchen verliebt, sich ihretwegen beinahe mit Majerl Mar- .amtschik geohrfeigt, mitten in Marienbad/ Kurz und :<ut, :nii Ach und Krach, mit Sorgen und schweren ncitKU, mit allerhand Intrigen — habe ich es mit Mühe bei meinem Kischinewer Dentisten durchgesetzt, daß er oer ältesten Tochter erklärt, er klebe sie; dir Jamaji-rrin cht mich umarmt und abgeküßt und sofort ist eine Depesche an Welwel Jamaiker geflogen, er möge zur Derlobungsfeier Herkommen. Bisher ist es mir gegangen, wie ich mir's besser nicht wünschen konnte. Der Allermettsschadchen Swirski. der die ganze Sache eingefädelt hatte, ist nach Basel gefahren und ich war Hahn im Korb . . . Aber es lebt doch noch eine Belcie. Auf einmal kriegt unseres Kurländer Weibchen Lust, von hier nach Ostende zu fahren. Sie hat sogar von keinem Ab- Äö»euer Morgenzettung 14. Oukvöer litZu Mt. öld Tcvge geherrscht hat, bie Nachfrage bei dntrebnbem Herbst- , f-ebatf gelvaltig gestiegen. Eine Stagnation in Primaware tat es eigentlich nie gegeben, jedoch beherrschen den Markt große Mengen minderwertiger Ware . und die Preise sind/ naturgemäß in die Höhe geschnellt, da bei den Fabrikanten keine'Lager bestehen, weil nicht genügend. Häute zur Einarbeitung aufzutreiben sind und die Betriebe nur mit einem Bruchteil ihrer Erzeugungskapazität arbeiten. So bewegen . sich die Preise für Primaware en. bloe um 95, minderwertige Erzeugnisse um 85, wahrend für Terzen oder Lohrücken 120 bis 130 tschechische Kronen bezahlt werden. Dir Umwandlung des Marenverkehrsburea«s in eine Asttl'naefellfchaft. Gegenüber den in der Presse laut gewordenen Beschwerden, welche sich gegen den Plan der Umwandlung des Wa envcrkehrsi'ure-utS nt eine Aktiengesellschaft richten, wird vom Staakscimt ür Handel miigrteilt: Das Staalsamt für Handel hat die Liquidierung des Waren» .yerkeb'svmraus m dem Moment in Etwägung gezogen, als durch den Abschluß von Kontmgentverträgen mlt dem S. H. S.- Staate und Rumänien' der Wirkungskreis des l diglich für den Komvenia iouSvetkehr grlchasirnen Warenverkehrsbureaus ürtutengemap eingeschränkt wurde. Im Zusammenhänge damit hat der Hauptverbnid der Industrie beim Staats- >nnt grniäö einem Beschluß seiner letzten Generalversammlung die Llguldl-'rung des Warenvcrkcbrsburcaus beantrage und de«: Wunsche Ausdruck gegeben, daß der Avva'.ae des Wa'cnveekclirsbureaus unter der Kontrolle von Industrie mrd Hanke! wc-terhen den allgemeinen Jneerrsien dienstbar bleibe trr Staatssekretär hat daraufhin die Mändrgen Referaten benrtrag', die komv't ntm Stellen von Handel, Gewerbe rmd Industrie zu befragen. Eure Stellungnahme - seitens deZ StaatSamtcs ist aber bisher nicht eriolgl und konnte auch noch nicht rsolgrn.da die unter derMitwrknrigdcs Staatsamtes für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten gestrhrten Verhandlungen zwischen i'kndiistiie, Handel und G:werbe .'und Warenverkehrsbnreau noch u keinem Ergebnis geführt hab^n. Eene finanzielle Betriligun'' cs Staates konnte selbstverständlich, nur dann in-Erwägung geogen werden, wenn diese "den wtrtschastlichen Interessen des Staates entsprechen und von allen beteiligten Korvorationrn getvirn'cht würde. Im übrrgen hat das Staatsamt für Handel von allem Anfang an den Standpunkt eingenommen, daß die Einräumung i r g e it deines Mono p o l s oder . dir Uebcrtragung behördlicher Ftinkiioncn an ein Erwerbsünternehmen ansgeschlossen^er scheint. Die österreichische Konfektion und die tschechoslowatiiche Textilindustrie. ' Die c-est-rn abgehaltene P äsioialsitzung des WirlschasisauS'chrrsics der rexliwera'.beitenden Gcw'ib« und Indrrst.ien beschä träte sich eingehend mit der vollständigen Abschlicßung der tschecho-slowak'scheu Repnblik gegen die Ausfuhr unserer Konsekt.Ansaegenstände aus Mrbmaren nach Tschechoslawien. Der ge'chäftssübreüde Birepiä'ident Kommernalrat Heinrich K n rr z führte aus. d;e gegenwärtige Snuallon sei ganz unha'tbar. dg rrlcht nur. aus Tschechoslawiensämtliche Kousekti.onswarrn uvgehindxrr .eingeführt werden . tönuen, sondern die Aus- 'uhö uasrrericits nach . Tschechoslatvim für .-dieselben Artikel gänrlich g-sperrt sei. Wie verlautet, ist der Grund drr vollständigen Abschließung nicht so sehr in allgenfinen w'.'Üchasillchen Erwägungen zu.suchen, sondern soll aus der Ta'.sachL beruhen. da§ m der tschecho-slowakischen Elniuhrkonnn'ssion in Mehrheit^ Großlonfektionäre S.tz und Stimme haben, durch deren NesEsie di« bisherige Abschlirßung leweils zustande kam. schied genommen, s'ch einfach auf Französisch empfohlen. Nun — fort ist fort, hiin ist hin. Wie heißt das Sprichwort? „Möge nur kein Jüng-erer sterben." Mer da v>erfällt mein Bräutigam, der Kisch inewer Dentist, aus die Idee, sich aufzusetzen und auch nach Ostende zu fahren. Von wem habe ich das erfahren? Von Majerl Marjamtschik. Ich komme zum Brunnen, da treffe ich Majerl. Marjamtschik, sehr nachdenklich und versorgt, und er verabschiedet silch von mir: „Bleibt gesund." „Glückliche Reise» Wohin?7 — „Nach Ostende." ,Marum plötzlich nach Ostende?" Drauf er: „Alles fährt nach Ostende." Und ich: „Wer ist alles?" Drauf er: „Erstens die Madame Kurländer, zweitens bte Madame Lairferniann, drittens Ihr Heiratskandidat, der Kischinewer Dentist. . ." Wie er das gesagt hat, habe ich nichts weiter hören wollen und bin sofort zur Jamaikerin , hin. Ich erfahre, daß sik noch keine Ahnung hat! Wir sind zusammen fort und haben üm Hotel nach dem Kischinewer Bräutigam gefragt; da sagt man uns, er sei tveggefahren, doch wohin, das weiß niemand. Die Jamaikerin sinkt an meine Brust: „Liebes Kind, liebes Hexz, gutes Kind!" Ich möge sofort nach Oftende hinfahren, sie werde mir die Reise bezahlen und so weiter uttd so weiter. Sie zieht hundert Kronen heraus: „Da habt Ihr, fahrt und telegraphiert und wenn Ihr noch Geld brauchen werdet, schicke ich Euch noch" . . . Was tun? Die arme Frau tut mir leid! Ich habe das Geld genommen, und kaum ich mich recht umgesehen habe — war schon keine Spur, davon. Denn ich habe doch Schulden — bis über die Ohren! Was nun? Das allein wäre noch nicht so arg gewesen, hätte sich nicht ein größeres Unglück ereignet. Dwsollst gleich etwas Schönes hören: Ich sitze so in meinem Hotel, traue mich nicht hinaus, aus Furcht, ich könnte die Jamaikerin treffen, und denke nach: Wo nimmt man Geld her? Da kommt . Die rollsivnd ge Inbetnebsehung der Lichcck>o?slow.ck--che« Webindustrie bat eine Neb rp'oknklion zur Folge und wird müder nocd immerhin bedeutenden Konfektionsindustrie Oesterreichs m. rechnen haben. Bei den bestehenden Brrhältniffen iedocl^!'- wird in den maßgebenden Kreisen der österr-ichischeuii. Konfektionsindustrie der Ucbeizrugung Ausdruck gegeben, dast!^ jeder versuchren Einfuhr von koniektionieitcn Warerr aiis^ Tschcchoslavien Widelstarid rntgegcnaes hl werden muß. Die maß-!- gebenden Kreise haben die feste Absicht, Produkte dert s ch c ch o - slowakischen Webereien g eschlossen abzukehnen und bet den Staatsämtern! bah n zu wirken, daß das bestehende Eukuhrverbot auf WebereieuH auch der tschrcho-'lowakischen N'publik gegenüber auf daß! strengste gebandbabt wnde. In der sich awchließendeu Debekte!' wurde den ApStührunarn zugest'wmt und sodann einstimmig be< schlossen, im Sinne des Referats bei den maßgebender St lke»! vorstellig z» werden und bei der gesamten Konfektionsindustrie? OcsterreichS eme Akiion zur Botzkottierung tschecho-j slowakischerWrbwaren zu unternehme».!' Iteftereitiftommcn zwischen der Tschecho« Slowakei und Oesterreich über die- Depot» frelgabe. Mit Rücksicht auf verschiedene, in den Tagrsblättern publi« üerte Artikel macht d e tschccho-slowaklscke Gesandtschaft zweck- Vermeidung von Jrrtümern die tkchccho-slowakischen Staatsangehörigen darauf au'merksam, daß bie Ausfuhr bbtt Effekten aus Oesterreich im Srnne beS Ueberei«»] kommend von den ysterrrlchischen Steuerbehörden nur Ü b e ti, Ansuchen bew lllgt wird. Dre Frist zur Vorlage der Gesuche!' endet a m 16. d. M. Die tichecho-slowakischeu Staatsange»! hör,gen haben die StaatSbürgeMaft (Helmatschem) ,und den'. Wohnsitz außeihalb Oesterreichs (Bestätigung der Gemeinde)! nachzuweisen. Laut 88 8 und 11 des österreichischen Vermögens»' abgabeae'eyes vom 21. Juli 1920, St.-G.-Bl. Nr. 371, unte> liegt! der Vermögensabgabe auch daS in Oesterreich befindliche Vermögen derjenigen Ausländer, welche in Oesterreich ihren Wohrrsitz haben und halten oder welche ihn nach Oesterreich bis zum!) 30. Juni 1915 verlegt haben, ohne ein Gewerbe oder Unter» nehmen dort zu bel, erben, oder endlich solche, welche den Wohn»! sitz in Oesterreich beS zrun 30. Juni 1917 ausgenommen habe»' und da nn Unrn nehmen b treiben, auch wenn sie de» Wohnsitz ,n Oesterreich nach dem 12. Dezember 1918 aufgegebe» hätten. Dieser Vermögensabgabe m Oesterreich können sie entgehe», fallsie im Sinne des Urbereivkommens nm Freigabezwecks Ausfuhr ankuchen. v ExploMerrtng der polnischen Wasserstraße«. Au-! Warschau wird uns berichtet: Zum Zwecke der Erploltierungi der polnischen Wass.-rstraßen Hit sich hier ernr grove Handels» aesellschait gebildel. Die Gesellschaft hat anch den Bau neuen Wasserstraßen in ihr T'rtigkeiisvrogramm einbezogen. Das Einlaaekaprtal betragt vorläufig 10 Millronrn Mark. Zu den Organisatoren der Handelsgesellschaft gehört unter anderem Fürst Andreas Lübomirski.; Verein für chemische «nbmetall«rsischePr»d»ktlo«^ Aussig. In der Ereiulrvkom lecsiyung des Anssigrr chemische» Vereins vom 6. d.M. hm Genera!dr,ektor Hermann Winkler! feine Deunfnon gegeben Es ist trotz alltertigrr Bemühungen nicht! aelunpen. ihn von fernem Entschlüße abzudringen und zu beweae»,s 'eine Funklionm berm Anssigrr Verein weiter auszuüben. Das, Mandat rn der Verwaltung behält er auch weUtthm. Mit der! n'E'lmistlschen Geschäftstüh una wurde der Administrate1 sislsguö d s Äussiger Vereins Generaldirektor Josct Benes betraut, welcher sich demnächst zur Uebernahme der Geschäfte na Karlsbad begeben wird. Daluteukurse. Wieder waren im gestrigen freie« Ve kehr polnische Mark rege begehrt und wesentlich höher.i Die übrigen fremden Z iblunoSmit'el erfuhren nur geringe 9tv\ mir ein Gedanke: Chaim Sorover! Er ist wohl, wentt^ rnan's recht nimmt, ein Schweinehntch, aber ich weitz ein Mittel, das bei ihm wirkt. Ich werde ihm sagen,, ich fahre nach Hause nach Warschau und werde dort^ seine Esther aufsuchen und ihr einen Gruß yvA Marienbad Überbringen. Er wird schon verstehe»^ was für ein „Gruß" das fein wird! Ich habe ihm schorö oft gesagt, ich wüßte genau, daß er es auf Belci« abgesehen hat und daß er ihr angeblich Geld «uh Rechnung ihres Mannes leiht und dergleichen — ich, schäme mich nicht vor ihm . . . Kurz und gut, ich! läute an und bitte Herrn SoroVer zum Telephon -4 sagt man mir: „Herr Soroker ist heute früh nach Ost» ende abgereist!" . . . Herr der Welt! M»as tun? Ich werfe meinen Mantel um und will fort, ich weiß selbst nichtwohin — da meldet man mir: Eine Dame fragte nach mir. . . Das auch noch, eine Dame! Sicher die Jamaikerin! Mir wurde schwarz vor deck Augen! Ich beginne zu fragen: Was für eine Dame? Und man« antwortet mir: Eine junge Dame. . . Eine jung« Dame? Ich lasse bitten! Die Tür geht auf und ein« Dame tritt ein, ein Bild! Jung — Milch und Blut! Gekleidet — eine Kaiserin! Es funkelt und schimmert! „Sind Sie'^ — sagt ~ „die Madame Tschapnik aus! Warschau?" „Ich bin" — sage ich — „die Madaum Tschapnik aus Warschau, und wer sind Sie?" „Ich bin" — sagt sie — „die Madame Seidener aus Kischenew.^ „Freut mich sehr" — sageich — „nehmen Sie Platz"- — sage ich — „Madame Kischener aus Seidenew, was. bringen Sie mir Gutes?" Sie seufzt tief und sagt:' „Man sagt mir, daß Sie mit meinem Mann bekannt sind . . „Ich bin" — sage ich -- „mit Ihrem Mann", — sage ich — „bekannt? Wer ist Ihr Mann?" Sie wird rot und sagt: „Mein Mann ist Herr Seidener aus! Kischenew . . ." „Der Dentist?! . . „Ja, er ist. Dentist . . iForiienma folgt? " V Fiiclise'irBEe«,ii© 1.. iiauerumarkt %4 n Ecüte Fkiüdiiuaikt

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