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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-08 · Heft 613 (8.10.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 613 (8.10.1920)
Date
1920-10-08
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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r Seit, 2 /fefteit, Fttira^_ feien Im Sejm. Mrs Grund deren die heutige Linkskogierung gebildet ist, zu ernst genommen wurde. Man meinte, die Parteien würden ebenso wie in . anderen Fragen auch in der Judenfrage solidarisch sein. Hier »ber zeigte sich, daß die Nationaldemokraten es darauf ingelegt hatten, den Linken, mit denen sie sich koaliert hatten, auch in der Judenfrage ein Bein zu stellen, denn sie entfesselten die alttijiidische Hreßhetze. Die linken Parteien antworteten darauf (zum ersten Male seit langer Zeit) mit judenfreundlichen Arttftln. Aber die Artikel genügten nicht 'und bre böse Saat der Reaktion ieitigte ihre Früchts in jüdischem Blut und jüd'stcben Ln'inen. Zu einer Tat für die Inden wagten die Linksparteien sich nicht aufzuraifen und — so waren sie in -iesem Punkt politisch geschlagen. Natürlich wird heute von der jüdischen Gesellschaft -re Aktion des polnisch-jüdischen Ausgleichs überaus dcssiuiiftrsch angeseben. Vor allem, weil die traurige Ek« fahrung einer komödienhaften Idylle inmitten des tragilchestcir Moments der polnischen Judenschast düster stimmt, ftnn ist ein neuer Versuch in diesem Punkte gemocht, worden. Dabei will man die begangenen Fehler Nuf Heiden Seiten'vermeiden. Die jüdischen Parteien wollen sich nicht mehr irre machen lassen und dem abstnden Ge- Hanken aust'itzen, daß in Polen mit 'einem Male die programmantiscmit'u'chen Parteien verschwinden sollen, und die Linksparteien, welche jetzt int Kabinett die Lpoorliert bilden, verhandeln allein mit den Juden, um sich vor Fallen in dieser heiklen politischen Frage, welche ihnen die antisemitische Neaktion stellen könnte, zu wahren. Daher hat bet dek jüngsten Ausgleichssitzung kizepremier Taszynski allein Im Namen der Negierung mit den jüdischen Parteien verhandelt.. Es wäre ein Erfolg für Polen, wenn diese Konferenzen es erreichen würden, daß der Antisemitismus bei den fortschrittlichen Parteien Polens aufhört und daß diese Parteien in ihre Forderungen auch das Eintreten für die bürgerlichen Und nationalen Rechte der Juden aufnehmeri würden. Ob es freilich zu diesem Erfolg kommen.wird, das hängt von der Ehrlichkeit der Linkspolitik in Polen üb. Für die Innere Lage des Landes, besonders in wirtschaftlicher Beziehung, wäre ein solches Resultat der jüdisch-polnischen Ausgleichsverhandlungen ebenso vorteilhaft wie für die Juden selbst, da Polen gerade jetzt, wo es darum geht, das Lajid produktiv zu Machen, das jüdische Element nicht entbehren kann. Die SBirtfdicftS* läge Polens ist noch immer eine schwere. Der Krieg, welcher jetzt durch den nahen Frieden beendet werden Wird, hat dem Staat eine ungeheure Schuldenlast auf« gebürdet, und die Darlegungen des polnischen Finanz- Ministers Grabski vor der Brüsseler Konferenz geben, selbst wenn man sie als absichtlich zu schwarz gefärbt auffaßt, um bei der Konferenz Bemcksichtignng zu finden, doch ein genug düsteres Bild. Polen hält heute bereits bei der Zwangsanleihe, da dis finanziell erschöpfte Bevölkerung auf dem gewöhnlichen Wege der inneren An« leihen nicht mehr, zur Befriedigung der .Staatsbedürf, niste in genügendem Maße beitragen konnte. Polen hat hsrittz kein Absatzgebiet, da der russische Markt' ihm vet« schlossen und der westeuropäische infolge der Valuta- Verhältnisse nicht zu erobern ist. Die polnische Valuta ist daber nicht imstande, sich zu erholen. Polen ist durch diese Wirtschafts- und Finanzlage um die Möglichkeit gebracht, seine Quellen natürlichen Reichtums zu verwerten. In der letzten Zeit ist die Ausbeutung der ostgalizschen Naphthaterrains fast vollständig in die Hände französischer Kapitalistengruppen übergegangen und es gibt sogar Nachrichten, welche besagen, daß zwischen Frankreich und England, beziehungsweise den Petroleumindustrien beider Länder, eine Art Übereinkommen getroffen Kurde, nach welchem England dem französischen Kapital vollkommen freie Hand im ostgalizischen Erdolgebiet läßt, während dafür England eme von den Franzosen ungestörte Ausbeutung der mesopvtamischen Oelfelder vornehmen i^ann. Diese Erfassung des natürlichen Reichtums durch fremdes Kapital entwindet Polen die für seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau so notwendigen natürlichen Ressourcen. Polen muß heute alle Hebe! in Bewegung sehen, um einet solchen wirtschaftlichen Perfremdung zu entgehen, damit ihm nicht die letzten Möglichkeiten, sich wirtschaftlich zu konservieren, genommen werben. ' Die Mittel dazu sind vot allem Festigung der stMlichen und tnnerpolitischen Verhältnisse, Lossagung von allen politischen Abenteuern, in welche die Reaktion dt!n jungen Staat 3U stürzen droht, Heranziehung aller für dos wirtschaftliche und soziale Gedeihen des Staates notwendigen Kräfte durch eine vernünftige Agrarpolitik, Arbeiterpolitik und Judenpolitik, vor, allem jedoch ein schneller, dauernder Friede. Der Friede mit Rußland ist nahe. Er wird für Pole,» günstig sein. Rußland hat auch in der für Polen sö wichtigen Frage Ostgaliziens anscheinend nachgegebctt; in der Frage der OftgrsNze dürfte Polen viel Mehr erreichen, als es vor einigen Wochen hoffen könnte. Der Nnbahnung der für Polen so notwendigen Handelstwr« bindNugen mit Rußland steht dann nichts im Wege und es besteht die Möglichkeit einer dauernden friedlichen Entwicklung. Freilich muß sich Polen, das nach schweren Kämpfen und großen Gefahren für den Staat heute | günstige Möglichkeiten hat, vor einer großen Gefahr - hüten: Daß es sich von gewissen aüßenpolitiichen Fak- Loren, welche die natürliche Reaktion gegen den Bolschewismus in Polen dazu benützen wollen, im polnischen Staate einen Stützpunkt für eine allgemeine reaktionäre Krstauration LU ickatten. und von ihren nationalderuö« I /Wierrer Morgenzermngf_ Die RiesenkostM der Gnlentebesatzung in Deutschland. Fast 28 Milliarden Mark. BktNn, 8. Oktober. 'Der Reichsrat hatte heute zur Erstattung des Berichtes deS<AusschusseS über den HawSHaltSplan ein« Vollsitzung anberaumt, in der der Berichterstatter sich außerstande erklärt«^ bas Referat zu erstatten, tvetk bekannt geworden sei, daß riesige Erhöhungen der Auswenöungen 7ite die BesatzungStruppen erforderlich wären. Der vom NeichZfchatzmknlfler darauf gegebenen Aufklärung ist zu entnehmen: Bei der Ausstellung des Etats im Februar 1920 fehlte jede Grundlage. Der RcichSschatzminifter hat bte gesamte BesatzurigSstarke auf 80.000 Mann und di« Kosten für den Normalen Unterhalt der Besatzung auf: 1,92 Milliarden Mark veranschlagt. Jetzt hat eS, sich herausgeftell't, daß die G. samttosten der Besatzung eine Summe von monatlich 2,3 Milliarden, d. h. eine Jahresansgabe von 27,6 Milliarden Papkermark ergeben dürften. Wenn wir demnach nur 15 Milliarden in den Etat eingesetzt haben, sö geschieht dies in der Erwartung, bah die ganze Besatzungssrage einer radikalen Aendernng unterzogen wird. Der Rcichsrat verwies den Etat des Neichsschatzministers an den Ausschuß zurück. Deutschlands Defizit 477 Milliarden Mark. Berlin» 7. Oktober. (Wolff.) Der Reichsrat nahm eine Entschließung an die Reichsregierung an, in der eheißt: Die Ausgaben in fctii 1km Reichsrat vorgekegten Reich-Haus« halisöntwnrf für 1920 vernietren sich, wie erst jetzt fest« zu stellen knöglich gewesen ist, durch Steigerung der laufendes Aufwendungen güt Erhaltung des BesatzungSheereS tu den Rheinlanden a-uf 91.5, Milliarden Mark. Ungedeckt hievon find 49.7 Milliarden Mark. Der gesamte Fehlbetrag unter Einschluß des Fehlbetrages bei Eisenbahn- und PostvertbÄtuug beträgt 4*7 Milliarden Mark. Die Firranzlam» ist demnach so ernst, daß das Gebot strengster urrd rücksichislosester Einschränkung der Ausgaben nicht aufs Neue betont zü werden braucht. Die «Streiks in der Slowakei. Kafchau, 7. Oktober. (Tschecho-flow. Preßbur.) Heute nachmittags ist in allen städtischen Unternehmungen, einschließlich der Wasser- und Elektrizitätswerke, ein AuSstanV ausgelrochen. Das Streikkomitee erklärte, daß der Ausstand keinen politischen Hintergrund habe, sondern die ErhLhuttg der Löhne um 30 Prozent bezwecke. Preßburg, 7. Oktober. (Tschech-slow. Preßbur.) Mit dem heutigen Tage haben hier etwa 4000 Arbeiter, Haupt, sächlich Bauarbeiter, hie Arbeit wieder ausgenommen. Im Hafen wurde an der Ausladung von Mehl gearbeitet. Die Geschäfte, Gast- und Kaffeehäuser waren durchwegs den ganzen Dag geöffnet. Auch die Typographen, ohne Unterschied der Ratiostalität, haben heute die Arbeit wieder aufgrnüMiuen. Fast alle Zeitungen sind erschienen. Morgen wird ein weiterer Teil der Arbeiterschaft die Arbeit antreten. Der radikalste Flügel der Arbeiter nimmt noch gegen eine De« eriÄigMg des Streiks Stellung. Heute Nachmittags haben die Vertreter größerer Jrrdustriezweige, die am Streik teil« genommen haben, beschlossen, fitt morgen früh ein« Dera« tung einzuberufen, in der das Streik-Ende beschlossen werdest soll. Preßbirrg, f Oktober. (Tschecho-slvw. Preßbur.) Zur .Ausweisung des Redakteur- Pfifferling wird gemeldet, daß es sich in di-sem Falle keineswegs um ivgzndeine Ausnahms« Verfügung handelt» sondern daß in letzter Zeit auS verschiedenen Gründen 292 Personen verschiedener Berufe auSge» wiesen worden sind, darunter befindrn sich nur wenige Arbeiter. HilNrlchtttn^ett ln der Slowakei. , Prag, 7. Oktober. „Lidove Novlny" zufolge würbe der Prager Scharfrichter nicht nach Preßburg, soudern nach Beregjzasz geschickt, wo vier Hinrichtungen nach dem Standrecht zu voll^fthen sind. Eitt großer Streik der lattdrvkrtschastttche« Arbeiter in Mittelböhmen. PrNg, 7. Oktober. (Tel.-Kümp.) ,,Venkov" meldet den Aufbruch eines Rirstnstr.'ikS der gesamten landwirtschaftlichen Arbeiterichaft in den Bezirken Kralup, Melyik Und Welwarn. Da die NÜv« infolge des Streiks nicht geerntet werden kann, erwächst dem Staat ein ungeheurer Schadest. Dkö arbeitswilligen Bauern, sowie einige Streikbrecher wurden gewaltsam an den Erntearbriten gehindert. Eine tschechische Delsg«tion geht nach Mga? P t kl g, 7. Oktober. (Privat.) „Lribüaa" meldet: Wie wir erfahren, wird in nächster Zeit die tschecho-slowakische Negierung eine besondere Delegation nach Riga entsenden, die mit den Russen über wirtschaftliche Fragen und über die Repatriierung der tschecho-slowakischen Staatsbürger verhau« detn wirb. kratischen Protektionskindern im Lände selbst sit!ß« brauchen!äßt. Wäre dies der Fall — die Dmowski- Leute wissen, daß ihre Pläne von Frankreich nicht un« frenndlich angesehen werden Mb. rechnest im Falle eines Erfolges ans Frankreichs ausgiebige Hilfe düstst würde Palen die im schwören Kampf errustgesten Msglichkeiten par bald verlieren stnd das vielleicht nstf immer. . Ein Horthy.Polen in nächster Nachbarschaft Rußlands würde noch früher zuimumeMechest,. als Hortbü-Ungarn zusauistlenbrechen lvird. 8. Mlober 192« yttHTZ Der Aufmarsch der deutschen Parteien in Oesterreich, Das sind die Kampfer für Recht urld Licht, Die sich dir dringend empfehlen; O deutsches Volk, vergiß sie nicht JnS Partament gu wählen! Herwegh Laut amtlicher Bekanntgabe bewerben sich neun Parteien um das Vertrauen der Wi-ner Wähler.. Die politische Kmrstellabion hat das Paradoxon gezeitigt, daß gerade der Partei, die durch die Sprengung der Koalition die vorzeitige Neuroahl der österreichischen Volls- Vertretung provoziert hat, die geringsten Gewinstchancen zu» gesprochen werden. An ein Deba-kel ,der s ozi a lde ino k r otischen Partei wird ja kaum geglaubt, andererseits gilt cs ober ÄS sicher, d»rtz sie eine Einbuße mindestens an Sitmnien, wahrscheinlich aber auch an Mandaten nicht wird vermeiden können, und es gibt wohl kaum eine andere Partei, die sich nicht schon für den lachenden Erben halten würde. Die tiefere Ursache dieser Erscheinurrg kann im Nahmen einer allgemein gehaltenen Darstellung nicht beffc-r beleuchtet werden als durch das Wort, mit dem Friedrich Adler die österreichische Sozialdemokratie dieser Tage m der »Humauite" geksnnzoichnet hat. Cr nennt sie die »zweieinhalb.e Internationale". An diesem Wort ist vor allem die Erkenntnis wahr, daß die Stellung der Partei durch eine Halbheit chcrtüktenslert wird. Zwischen der Ideologie der marxistischen Gedankenwelt und der ReEtät der politischen und wirtschaftlichen Lage Oesterreichs eingeklemmt, hat die Partei weder nach der einen noch nach der anderen Seite entscheidende und befreiende Schritte wagen können und befindet sich nun im Nüchtert gegenüber jenen, die sich seit jeher nur einem dieser beiden Extreme verschrieben haben uird dort jetzt sicher fixierte Positionen einnehmen. In der konseqrlenten Verfolgung des macxiftischrn Ideals sind die. Kommunisten den Sozialdemokraten unleugbar über und wäre die Politik ein philosophisches Shstcm, da? derjenige am erfolgreichsten handhabt, der den Gedariken bis jjiint letzten, kühnsten Ende durchzudrNlcn den 2?Jüf hat, dann wären die Wiener Jünger Lenins und Trotzkys entschieden im Vorteil. So aber hat schon Karl Marx von der Philosophie dcS Elends auf das Elend der Philosophie geschloss-n und vollends bei den Wählermaßen einer Bevölkerung, die so wenig Neigung verrät, Fragen de» Alltags geistig zu erfassen, wie die deurfckwsterreichische, dürft« solche einer Gedankenwelt bezeugte Treue herzlich wenig Belohnung finden... Da bauen die anderen Parteien auf festeren Grund und Boden, indem sie, weit davon entfernt, die jied>c Gesellschaft von innen heraus kurieren zu wollen, für. jede» Gebrechen, das sich an der Oberfläche deS kranken Körper« zeigt, eigene Pflafterchen bereit halten, die sie mit großer. Quacksalbergeschicklichkeit einem mehr oder weniger narvrn Publikum unermüdlich ausschwatzen. Sie sind vielleicht• die schlechteren Aerzte, aber sicher die besseren Agitatoren. Als solche wollen sie natürlich auch auf die Werbe kraft d^.S Sozialismus, so ablehnend sie ihm auch sonst gegenüberstehen, keineswegs verzichten und so kommen Parteifirinen zustande, in denen das Wörtchen »sozial" in den groteskesten Zusammenhängen austaucht. Sowohl der »christliche" als auch der »nationale" Sozialismus wurde einmal sehr treffend der Sozmlisnnts der dummen Kerls genannt. Denn wirklich ist beispielsweise die Identifizierung deS Kapitalismus mit dem Judentum nur ein sehr bequemes Auskunstsmittel für faule Denker, die Schädiger de» Volkes schon äutzevluh „von der Weiten" erkennen. Die sinnfällige Zkrummung der »Hethiter"- Nase erspart dem Herrn Wähler von heute jedes weitere Kopfzerbrechen, wie andere Aeußerlichkeiten jenen »Psychologen äu» vergangenen Jahrhunderten", über die Ne strotz seinen blutigen Hohn ergießt: ^Damals, ja, da hat man darauf schwören können: Ist einem einer begegnet mit grmtsn Hosen, grauem Bart und braunem Jopperl, so war'S ein treuer Diener, war einer schwarz mit roten Puffen, ft War'S ein Bösewicht — war einer ganz des Teufels, ft hat er noch extra eine Hahnfsder getragen... Dama-ls war die Psychologie sehr leicht, aber heutzutage?" Nun, die Vertreter jenes »Sozialismus", die die ..Ausbeuter" auf Grund r a s j e n mäßiger Merkmale feststellen, machen sich dt« Sache auch heutzutage noch ebenso leicht urrd prosperiercrr dabei sehr güt. Den besten Fischzug unter ihnen machten, die Lhrrstlichsvziailen. Diese Partei verdankt ihre Entstehung und ihresi mächtigen Aufschwung dem Umstande, daß eS der streitbaren Kirche, die den. Ausstieg des Liberalismus mit rvachsender Sorge beobachtet hatte, schließlich gelang, ein so volkstümliches Talent wie Lueget in den Dienst ihres Könrpfeö gegen dick Befreiung der Geister zu stellen. Jetzt erkennt sie vielleicht ustt einigem Bedauern, daß sie daMais in Oesterreich zu viel gesiegt hat, indem sie im Lager des vormals geeinigten Bürgertums jene tödliche Verwirrung äugbrichtet hat, die eö zum Kaurpf gegen die auch sticht gerade kirchenfreundliche Sozialdemokratie so unfähig gemacht lsi.t, wie eS auch ist diesem Wahlkampf ^ersckieint. Innerhalb der christlichsozialen Partei mutz sich das Bürgertum nicht nur die Majorisieruug durch die Bauerst, sondern rtuch die Bevormundung durch die Vertreter der numertjch bfet schwächeren klerikalen Arbeiter gefallen lassen, wie die Wahl deS ^Arbeiterführers" Künschak zum offiziellen Parteiübethaupt beweist. Aber auch düs liberale Bürgertum geht eben daran, sich selbst unter die KurMl einer „höheren" Gesellschasts. schichte -st stellest. Solang« die Harter nur Mehr aus jenen Ucberrtzstett alter Herrlichkeit bestand, die durch das semitsschc Blut in den eigenen Adern gehindert wurde, da'S allgameftrs Uvberkcmfest ins anüstmitische vager MtizUmachen, hat si« im Zrichei. Demokratie und des Fortschrittes getämpft

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