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Wiener Morgenzeitung · 1920-10-06 · Heft 611 (6.10.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 611 (6.10.1920)
Date
1920-10-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr.611 •*' Men, ^rllttwocy JK.." " 1 1 "m»!11'11**' ' '"'i.“ *'•***■"—■■—" **" ^ökM möglich. Wenn man ferner die Trauben zu Rostnsr efntrorknen lasse, so war« ein au/gedehnter Roftnenexport tnöglich und die Folge dieser verschiedenen Traube»-.- herarbeituygsmethodey würbe zweifellos eine starke Belebung des Weinbaues, und der Traubenindlchrie secn. Aehnltch liegerr die' Verhältnisse bet der Öel- und Sescprwerarbeituiig. i 'f Fermr ist in Palästina wohl Kochsalz borhanden, aber jM anderen Salzen, vermischt, Steinsalz ist nur wenig vorhilnden. Kochsalz ist im Lande ziemlich selten Und teuer. Die Gewinnung von Meersalz bietet sehr güte Aufsichten und kann schon mit einem verhältnismäßig, kleinen Kapital Begonnen. werden. s 'X- Sine Industrie, die tnt Lande selbst eigentlich nicht Be* tzründet ist, wäre die Buchb ru ckerer in Verbindung mit xinem Verlag., Ts fehlt derzeit in der ganzen Welt an hebräischen Büchern, an religiösen Werken ebenso me an Schulbüchern und literarischen Werken. Diese würden einen Bedeutenden Markt vorfinden, der ganz gut von Palästina aus Befriedigt werden könnte. > Die Juden in Oesterreich können nun tvotz des niedrigen .Standes ihrer Valuta ganz gut bei dem wirtschaftlichen Auf- Bau Palästinas mittun. Man kann sich von hier aus allerlbtttgs nicht mit Geld, sondern nur mit der Lieferung von Waren, Maschinen Und dergleichen mehr beteiligen, k Auch die Konfektions-, Perlmutter-, Holz- und Ztgalpektenindustrie bietet Aussichten. Die Schwierigkeiten für letztere liegen nicht im Fehlen von Tabakkulturen, sondern ün Bisherigen türkischen Tabakmonopol. - Auch die Schiffahrt tzröfsnet gute Aussichten und vielleicht dürfte schon rn nächster Feit ein derartiges Projekt zur Durchführung kommen, ebenso ist das Hotelwesen sehr entwicklungsfähig. ( Der Errichtung vün HypotlMli- Und Jnbustriebanke«, bereu Tätigkeit für dke wirtschaftliche Entwicklung Palästinas Unbedingt erforderlich ist, stehen derzeit noch Schwierigkeiten finanzieller Natur, hauptsächlich vozi seiten des amerikanischen Kapitals, entgegen. i, Aan-elsnachrrchten aus der Lschecho-Slowakei. Prag» 5. Oktober. Die AapilalSverniehrung der l< -mischen Zuckeriudristrie--Gesellscdaft jff't: B'-fiilf 19 Mill'vnen wud bis zum 20. Oktober durchgcführt tsn^en. "Die neuen Akten werdenm Verhälmis von 2:1 zum l-Jur^Ve vou ki 1000 auszegeben. $ In Preßbürg hat die .konstituierende Generalversammlung tze Ersten 'Slowakischen K u n st f u t t e r s a b r t1 & / fanden. Die Gesellschaft hat ein Kapital von kl ,0.000.000. j. Der RegtrrUngSvertreler M n ssmalstkrclär Dr. Mawra Wss"?-1e auf der Kohlemuquete r« Gablonz die Lage des in' Und ^hen Kohlenmarktes, die er als s e b r u n g ü n st i g te. Angefordert werden monatlich 3 Millionen Tonnen, zu Pcr'sd^sng steht ab?r bloß 1 Million Donnen. Die Eisenbahnen , Ällßiri draschen fast eine Halbe Million Donnen. 200.000 Tonnen Mra als Kompensation nach Deutschland und sehr große nach Oesterreich und Galizien. jj Preisrückgänge auf allen Märkte«. H T: pbott, ß. Oktober. Nach von der »Pall Mall Gazette" Ä Obiger Stelle emgczogemn Erkundigungen ist auf allen MW' r eme Nngung zu P r e i S r V ck g ä n g e n bemerkbar- Anmeldung von Vermöge» und Forderungen in Frank« reich und Großbritannien. Das Abrechnungsamt macht darauf aufmerksam, daß die Frist zur Anmeldung der Vermögen und Forderungen in Frankreich und Großbritannien und deren Ueberseogebietcn nach , der Vollzugsanweisung vom S.^Sepiem-be». 1920, StGBl. Nr. 427, am 16. Oktober ab« läuft. Das Unterlasten der rechtzeitigen Anmeldung zieht den Verlust jeglichen Entschädigungsanspruches gegen den österreichischen Staat nach sich. Es wirb daher allen Inter« essenten dringendst empfohlen, für die fristgerechte Anmeldung Wiener Wtorgeuzejrnnrs /6. Oktober 1920 ( Seite 7 auf den vorgeschrisbenen Vordrucken beim Abrechnungsami, Wien. 1. Bez., Stubsnring 8, Sorge tragen zu wollen. Wer Wertpapiere durch Vermittlung einer inländischen Bank in Frankreich oder Großbritannien deponiert hält, hat die Anmeldung auf den ihm durch die betreffende Bank zugehenden Vordrucken durchzuführen. > Der Weintrauben zoll. Im Sinne eines vom Ausschuß für Ernährungswesen gefaßten Beschlusses hat der Stadtsenat einen: Antrag zugestimmt, nach dem cm dis Staatsregierung die nachdrückliche Aufforderung gerichtet wird, den Zoll für Weintrauben unverzüglich aufzuheben. Gegenwärtig wird auf jedes Kilogramm Weintrauben, das eingeführt wird, ein Zoll von 10 Kwnm gelegt, wodurch die Beschickung des Wiener Marktes geradezu verhindert wird. Besonderdie Einfuhr aus Ungarn, von wo die meisten Trauben kommen, ist dadurch unterbunden. Das Staatsamt fü-r Finanzen hat seinerzeit erklärt, auf den Wointraubenzoll nicht verzichten zu können. Verband österreichischer AuslanbSschuldner und -gläubiger. Vorgestern fand in der Handels- und Gewerbeka-mmer eine zahlreich besuchte Versammlung statt. Den.Vorsitz führte Handelskammer- und Kommerzialrat Moritz Weidner.. An das Rvserat des Konsulenten des Abrechnungsamtes Dr. Ulrich Schablin und des Anwaltes des Verbandes Dr. M. Reiß, knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, aus der das. große Interesse für die Ziele des Verbandes: Herbeiführung unmittelbarer'' Verbindung zwischen österreichischen Auslandsschuldnern, und -Gläubigern und Einleitung von Verhandlungen mit fremdstaatlichen Gläubigern hervorging. Zur Erteilung von Auskünften cm Interessenten richtet der Verband Sprechstunden ein. Zuschriften sind zu richten an die Adresse: Wien, 1. Dez., Stuben ring h. Valutenkurse. Das Stcigen der' fremden Zahlungsmittel machte im gestrige« freien Berkehr weitere Fortschritte. Es notierten: Leinölen K 6.26, Rubelnoten K 3.18, Marknolen K 5.13, Lire k 1396, französische N o 1 rn kl22.25,Schweizer Nötenll53.—,Dollar K ä41-, tschechische Noten K 4.3 >, Dinar K 10 80, ungarische Noten K 100.50, polnische Mark K U3 60, Pfund Sterling K 1150.-, Ausz a h l u n gA g r a m lli 272.—, AuszahlungBerlin K 645.—, Auszahlung Prag K 432.—, Auswahl nngBn dopest^ 90,50 und ungestempelte N 0 tenkl 102.50. ______ Wiener Börse. Die bereits gestern zum Vor'ckein gelangte feste Tendenz übertrug stch auch aut die gestrige Börse und Alpine- und Skoda- Aktkcn waren wieder gewagt und we'entlick höher. Zur B^sestianng des Marktes trug der nemrliche Rückgang unsrer Krone in Zürich bei. Im weiteren V rlau e des Berkehrs vermmderun stch die Um'nye, das Geschäft wurde ruhiger und auf Manchen Gebletrn trat nach mehrfachen Schwankungen eme Abichwäckmng mi,hervorgt!ufen durch Gewiunsichrrstellungen. Holchandets A.-G verloren ll 2!0. Lediglich Anglo tagen andauernd fest und wiesen eine Steigerung von K. 45 ans. Im Schranken war die Tendenz nichts einheitlich. Damvstch ff crhöhlen stch um 500 und Nivioanone um K 790., Carboumdum wurden um K. 795 in die Höhe' gesetzt, auch einzelne Kohlenvaviere wiesen' gröstere Sieiaerungm auf. wogegen di? feit ermaen Tagen favor stert gewesenen Noch Kosteletzer L 160 verloren.^Bon den Petroleum-' werten gewannen Galina K 760, Karvatben Petroleum wurden K 18 )0 billiger abaeg den. Die ruhige Haltung des Markics erfuhr bis zum Schlüsse kerne Unlerbrechur g. Da die Käufe in Renten für tschechische Rechnung sortfleietzt wurden,.erfuhren diese bei^sehr lebhaften Umsätzen weuere krätrige Steigerungen. Ma>- rente gewann 9%. Februarrente loy^/o und österreichische Kronenrrnre I1"/o. Nachstehend die wichtigsten Schluhkurse: 5t«d-ustrie-«nterrtehmr>rngen. Allgemeine Baugesellslbast 875— (4- 35.—), Unronbau —(-Wiener Ballgesellschaft —(— —.—X- Königsbaker Zement — '-Perlmooier Zemeln 2650 — (4-100.—Wienerberger Z«gel —(-Licstnger Brauerei 1500.— (+ 50.—V Sarajevo —i— —), Aussig Cbem. 9150 — l— 300.—), Brosche Spiritus 36f0— (— Carbvnmdum 44^0.— 4- 795—), Clorhilde 2800— (-s- 5.—), A.E G. Union Elrktr. 18t 9.75 (-s- 69.75), Bereinigte Elektrische 1393.- l- Sreniens Schuckerr 1770 - (-s- 35 — l. AlVM" 4360 — r-i- 20.— , Berg- und Hültenwrrke 12 200,—(-1 200.—), Austria Email 480»,— i-f 10.— ', Eaw'ier 2160 —-—©rtV'S^lber 2'0»>— (+ 55.—), Felten ä Guilleaume 4900.— (+ 100.—), Greinitz Eisen 2500.— f+170—), Hutter L Schrantz 183».— (+ 75.—> Kruvv Ä.'G. 1702- -f 12.-), PoldihMe 3500.— (+ 10,—)} Prager Eisen 9910.— — Rimamuranp 3495.—; (4 15.—), Skodawerke 2'02.— t-ky2.—r. Wo^ensabrik 399^4 (4 98.-7-), Brürer Kolil*n 7300.- (4 20».—), Gran«! Szaswarer 3150 — (-Z 60—), Nordmrg« Kohlen Sf#-*1;, C+ 80.—), Oberung. Hütten 3950.— H- 150.—), )1kossttzer 3680.—; (4. so—), Salgo « Tarjnner 6565.— (— 5.—), Trifail-v - Kohlen 8949- {+ 199.—). Ung. All». Kohlen 7930.- (4230.-4 Urikanh 5800— (4 490.—), Beitscher Magnestt —- (-Westböhm- 4300.- (4- 300.—), WvIlSegg 2030.—' (— 20.—), Dauet Maichmen 2720.— (4 119.—), Brünne« Maschinen 2615.— ), Daimler Motoren 1550.— (+210.—), Fiatwerke 1450 — (4- 4».—), Heid Maschinen 960.— 4- 80.—), Hoiherr & Sckrantz 1000.— (4 48.—), Sigl Lokomotiv 1755.— (-1- 60.—), Rnston 2>95.— <4 40.—), Simmermger 1560.— (480.-), Elbemühl—.— (-Lehkam-Josefs- «Tatet 5000.- (+280 -). N->»stedler 14.910.- (-40.-1, Apollo 9490,— (-.—4, Fanw Genf 26.900.— —.—), Karpathen 21.200- (- 1800.-), Galkffa 32.460.- (4- 760.—), Schodmca 18 300.— (-.—). Cvsmanos —(-Frzsnbrilen 6000 — (-.—) Notkqstetetzer 4690.— (— 160.-). Sckweller . Zucker 8786.— (+ 180.—. Schönpriesrner 3680.— r— 170.—), Oesterr. Eisenbahnverk. 3750.— (— 50 — , Una. Eisenbabnverk< 1990.— (— 10.—', Wiener Waggonlrihgrfellfchast 1800.— -- —Gerngrof: 839. - (— 10.—), Holzhandelsgefellscbaft . 3610.-7 (-210.-), Tiirkenlose 2490.- (— 60.^-). Transport-Untexnehmungen. Adria 13.600.—(-100.—), Aussig-Teplitzer —(— —), Buschtehrader lit, :A —. (— —.—), Huschtehradcr Ut. B —(— —Donau« Damvi. 12-500— (4- 500.—), Ferdinands-Nordbahn 16.500.—j (— fiOÜ.—), Graz-Köstacher 8699.— (+ 150.—), Kaschou-Odevberget —t-— —.—), Lemberg - Czernowitzer 2825.—' (4- 35.—), Lloyd —(— —\ Navigazione 10990.— <4 790.—), Staatsbahn 4302.— (— 97.—), Lombarden 1440.— (— 22.—), 3% Siidbahn-Brior. 1345.— (-.—), Staatsbahn- Gmuwcheine 2585.— (4- 5.—). , Renten. Mairente 115.— (4- 9.—). Februarrente 115.50 (4 10.80 >. Oesterr. Kronenrente 115.7— (4- 11.—). Oesterc. Goldrente- —.— (— —Ungar. Goldrente —.— (— - —.—), Ungar. Kronenrente 104.-.(— 1.—). f|'j Banken, Anglo-Bank 895.— (-^ 45.—), Oesterr.-bosn.^ Bank 718.— (+ 18.—), Britisch»ungar. Bant 1070.—: 4- 20.-7-). Bankvnem 803.- (4- 10.—), BodenkrM: 1875.— (4- 5.—). Oesterr. Kredit 876.— (-s- 1.—1, Ung. Kredit^ 1678.— (— 2.—), Depositenbank 770.— (— 8-.). NiedervjK Eskomptegef. 1188.— (4- 18.-), Ung. Hypothekenbank — -LLnderbank 1170.50 (4- 41.50 . Bosn. Lcmdesbarck 651 — (--), Mercur 881.— (4- 8.—). Oesterr.-ungar. Bant 5100.— (— 200.—, Unionbank 842.— <4- 2.—), Berkehrsbant 630.- (— 3.—), ZrvriostenSka 1788.— (— 10.—). Brsdapester Börse. Budapest» 5. Oktober. Der heutige Nerkehr zeigte eine grössere Lebhaftigkeit. Der Kreis der begehrten Papiere dehnte sich werier aus. In Südbahn-Äktrcn kam es bald nach Beginn zu em'm lebhaltem Geschäft. Dieselben eröisneten um K 40 über dem g strlgen Schluß'mZ und schnellten dann nackt mchrfachen Schw inkungen ans Wiener - Tendencherichte bis 1620 emppr. StaatsbahwAktien lagen weichen-. Ungar.ischr Kredii-Aküm waren bet geringen Umsätzen etwas böb^-r gehalten. Auf dem Lokalmai kt war en Konkordia-Aktlen auf Gerüchte von einer be»' vorstehenden Transaktion m t ausländischem Kapital rege gefragt . und um K 2o0 höher. Eon Eisennnd Maschinen-Mren wurden ' Koburg-, Schlick- und Liprak-Aktien -rn steigenden Kursen umgcietzt. Von Holzwerten waren Clavonia-, Gutmann- und Zabolaer-Aktien wener gesucht. Vereinigte Hokz-Akrien pewannen ans Wiener Käufe K 70, Brassoer-, Vereinigte Glühlampen- und" Nanber Oel-Aktien verzeichnten .ansehnliche Besserungen. Der Schlulr war fest. Aul dem Valutenmarkt setzte auf dm Rückgang des s Zür'chcr Krvncnkursrs eine sprunghafte Anfwärtsdewrgnng aller - fremden Valuten ein. Dollar erreichten den HgchükurS von 342. Im privaten Valurcnhandel notierten >- Napoleons ll 955.—. Enal. Pfund ll 1175—, Leva ll 510.—, Dollar K 310.—, französische Franken K 237 1—, Mark K 535—, Lire K 1435.—, österr. Noten K 99V*. Rubel K 332.—. Ler K 634.—, SokolS K 454.—, Schweizer Franken \ 6350.—, Kronen-Dinars . K 1150.—, Franken-Dinars K. 1095.—. Berliner Börse. Berlin, 6. Oktober- An der Börse nimmt die Kaufbcweaiiug für Jndustriewerte immeo grölieren Umfang an. Auf ‘ (Nachdruck verboten.) Marken-ad. Kein Roman» sondern eme überaus verwackelte Geschichte, die zwischen Warschau/ und Marienbad spielt, in 36 Brcesen. 14 Billei-donx und 46 Telegrammen. Von Scholem Alejchem. IlUs dem.. Jüdischen übertragen von S i e g f r i e d Schmitz. <41. Fortsetzung.) . Wir, wo diesem Brief unterfertigt haben, sind junge Leute aus Warschau, wo nicht lange ihres Vaters Tisch verlassen und ihre Hand gemengt rinden Handel; und Gott hat gesegnet das Tun, wo sie getan, und ihrer Arbeit haben Früchte zu entsprießen begonnen, ihr Name Hub an, Klang zu bekommen, und es geschah, wie. es Brauch ist bei unseren Brüdern, den .Kindern Israels: Sobald die Sonne des Glückes euren Strahl ihres L'tzhtes gen ihr Antlitz entsendet, so heben sie ian zu verschwenden, was sie gespeichert durch ihrer. Hände Bemühen, Und Geld gilt n'chts in ihren Augen und mehr denn sonst wenden sie auf die Werber ihre j^ugendkraft 'und ihre Weiber beginnen mit.einem Male Allerlei Weh in ihren Gliedern zu sijhlen und heben ptt sich zuzuwenden den Götzen der Medizin, wo diese atfe• vier Enden der Welt verschicken, um Heilung zu suchen für ihre Wunden; und mehr denn Wrallhry -werden.sie entsandt in den. neuartigen Kurbenamset ist mit dein Namen Marienbad. ist s-elüstverständlich, daß wir gewahret bas Gesttz!' Marienbad in allen Punkten und Teilen, ^c ^m sechshunbertdreizehn Geböterr, die damit verbunt - LNcht schonte unser Allge des Geldes und kvovcu der d ditor gesagt: Das tue, — das haben wir M-an. wrr geleiteten unsere geliebten W.»sb'.'r nach MariÄ;-'.-nb und taten Geld in ihren Beutel und sprachen zu ■>,: .r also: „Hebet euch auf und ziehet hin zu gute und glücklicher Stuirde in jenes fruchtbare Laird, wo Milch und Honig flenssci, und sinder dort eure ^ilung.; jedenuoch sollt ihr unser nicht vergessen und sollet von Zeit zu Zeit uns eure Zeichen senden und eure Nachrichten von eurem Frieden nnd eurem Wohlsein, bis da ist der glückliche Tag, allwo. ihr heimkehret in euer Nest zu euren Männern, den Herren eurer Jugend." Also sprachen wir^ zn Unseren geliebten Mibern und nahmen von ihnen Abschied; und sie haben in ' Frieden das Land verlassen, das sie geboren, und kamen in das Land, das sie sich erwählt, nach Marienbad; und sie gelobten uns, von Zeit zu Zeit Nachricht zu senden und hielten ihr Wort; sie schLdeben uns Briese vom Stand ihrer Gesundung und von den Wassern, so sie dort schöpfen aus den Bronnen der Hilfe und Heilung. Doch mit einem Male versiegte jedwede NachriM von ihnen. Die Post-mied uns mit ihren Briefen. Verarmt . und ausgetrocknet ward, der Quell ihres > Schreibens, so sie uns zu schtzeWn pflegte«, bis wiü verlorem den Kbps nüd in unseren AuM; Träumern glichen; Hoch/plötzlich wurden uns die' ,Augen geöffnet und M§' ward'Antwort ckuf alle Fragen. Man hat uns bewkien schwarz aus weiß, wer ha dir'/Schuldigeist und tön. -tzcr Bote des Lösen. Im hätten / wir. dies nicht geglaubt, hätten wir nicht ge^en witz erßenm - Augen Eure Handschrift''Und die Eures hochgeehrten Schwagers,' auf Papier eiugezeichnet. Hoch-- geehrter, erhaüen^r'Hrrr! Mit'öer Glätte Eurer Zungen und der Süße Eurer Rede habt Jhv beide sie tzingefangen in Euer Netz! Ganze Berg>r der Liebe habet Ihr in ihren Schoß - gegossen und habet gemeint <*- an-; scheinend — daß kein Mensch davon wissen, kein Geschöpf es sehen wird. Mhr Über «ns! Wer hätte geglaubt, daß dort im fernen Marienbad die. Hölle gähnet- Wer hätte geglaubt,' daß unsere reinen, frommen Weiber, so in Warschau ihre Tage beendet hätten, unwissend jeder Sünde, also straucheln werden? Wer hätte geglaubt, daß'in solcher Zeit, da das Unglück über Jakob l-'r.iubr'cht, da J.re.el Nauborn übcranlivortet waro, in solcher Ze'^ da jüdisches. Blut wie Wasser in allen Gassen fließt, da die Feinde sich! - freuen und tanzen ob unserer Schande, da die Pfeile gegen uns geschärft werden von allen Seiten, da schwere Wolken aufziehen auf unserem Himmel — daß in dieser; Zeit Juden« verheiratete Männer, Väter von Kindern, solche Würd^sigkeit im Herzen tragen, fremde Weiber, ins Ausland .zu locken und unter dem Deckmantel, der Heilung und belebenden Trankes sie vom geraden Weg wegzulocken und zu führen an einen Ort, von wannen es für sie keine Umkehr gibt — vh! Staunet ihr Himmel! Wir haben vermeinet, daß nur Euer hoch-l geehrter Herr Schwager, der Mann der Schwester Eures | Weibes, welchem die Welt den Namen eines aus ge" | lassenen Menschen gegeben hat, welcher das Joch der l Würde und Anständigkeit von sich geworfen, daß nur er fähig sei, solch' elendes Tun zu begehen — Briefe. zu schreiben an fremde Frauen. Die Briefe, so er entsendet an unsere Werber, haben wir das Glück gehabt,,^ für s einige vollgewichhige Schekel Geldes einer Psrsöulichkeit abzukaufen, -deren Namen wir jedoch zu ver-i schweigen uns verpflichtet haben. Und wir hatten geglaubt, daß damit diese himmelschreiende Tragödie zu'? Ende wäre. Aber dann haben wir erst gesehen, daß! wir Irrende in der Wüste seien,-daß der wirklich^. Feind^noch m seiner Höhle lauert — und dieser Feind s seid. Jht,! hochgeehrter und hochgeschützter Herr, Ihr und kein.anderer. Denn, dieweilen Euer Schwager, der- Mann der Schwester Eures Weibes, sich aufgemacht und 1 bloß viel Unsinn und Geschwätz voll Schmeichelworte und leichtem Sinn unseren Weibern geschrieben, so habt Ihr, hochgeehrter^ Herr, die Frechheit gehabt, unseren Weibern zu sagen, Ihr wolltet Geld aus Eurem Beutel v fließen machen tun, um ihres Vesten willen. Oh! Verflucht sei die Hand, wo solches hat aufzeichnen können! Verflucht die Zunge, de^n glatte Rede Gift ist und deren Si'ss.' des Wortes die Höllenbittoru!? b-erget. . I (Fortsetzung folgt.)

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