Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-10-03 · Heft 608 (3.10.1920) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 608 (3.10.1920)
Date
1920-10-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979686--05398-2991246
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

HHB9 Kette 8 ' Mm, Gonnwg Wiener Msrgenzettmrs ii.» .. 's. '"«Ae'./ PS ihr ocvr^Vfn, bezichungsveise der höchstwertige Teil des» fcUvru. [»efiniot einznbr'mgen. Die einZ'-'.Hvmtzenden Bekenntnisse haben die einzelner» Ikcru'.ögxnSg'.reige anAngeben, die DermögenÄ'estandieiils durch ßrnrruc Benennung einzeln gu kennzeichnen und die für die BsvycKnrg rnatzgebenden VerEtnisie (Ort, Zeit, Matz- und Rechtö-veriiniimsie) und die Grundlagen für die Schätzung des Wertes anzuftrbreri. In dem Beksnntrris sind die abgugSföchigen Posten zu dezeichr-teu und die Begünstigungen, die? st, Anspruch genommen werden, geltend zu machen und z-u begründen. Auch Hai der N^gabepflichtige die Art der Entrichtung der Bermögen^ZabgÄs in einem mit dem BekennirriS zu verbindenden Z..chiauigScrntrvg zu veamspruchsn und diese Wahl ist bindend, sic kann spater nur mit Genehmigung,der Steuecibeborde geändert werden. Durch VollZngsanmcisung wird die Art, wie die Embe-krnnuug de?v Vermögens zu erfolgen Hut, näher geregelt werden. Personen, die nicht ein Neinvermögen dvn über 30.600 Kronen besitzen, hirben kein Bekenntnis einzubringen, auf ^Aufforderung der Steuerbehörde ist jedoch jedermann zur?tbfl<vbe eines Per^nog^nSbekenntnisseS verpflichtet. Bei unenrschulstigter Verzögerung der Eindringung des WeienntnisieZ kann die Abgaibe um 5 Prozent, bei Nichtvockage des BelenTrtnisseS in der durch ausdrückliche Aufforderung der Steuerbehörde f^tgefttzten Frist um 10 Prozent erbvht werden. Durch Vollzugsaivvolsul^; kann der Abgabepflichtige dazu verhalrcu werden, das Bekenntnis seiner Forderungen durch seine Schuld»«: bestätigen zu lassem, und der Schuldner Lann verpflichtet rverden, das Bekenntnis zu bestätigen oder zu berichtigen. Diese Bssümvrung bezweckt, die leicht mögliche Verheimlichung von Fovderrmgen oder die Geltendmachung fingierter Schulden hintanzuhcrsten. Zu denrfelben Zweck und zur Sicherung der rechtzeitigen Embrrngung der Bekenntnisse kam, durch Vollzugs» amoeifimg angeordnet werden, daß der Schuldner vor Verständigung über die Eirrbekemmug ferner Forderungen die BeMndlichkeir nicht rechtzeitig erfüllen kann. Diese Bestimmung findet jedoch auf laufende Geschäftsperbindlichreiten keine Anwentnrng. (Fortsetzung folgt.) Efmr'rxlsnachrichLcn «ms der Tschecho-SlowaZei. Prag, % Oktober. (Privat.) In der Generalversammlung der « a! t io 11? t A.-G., K o l i n, wurde gemäß dem Ar.- trage drZ BerwaltrmgsrateZ beschlossen, nach Vornahme der «lichev Abschreibungen eine 2üV<,ige Dividende--- K5 40.— fit das Geschäftsjahr 1919 zur Ausschüttung zu bringen. „ I« der am 20. d. M. in Mährisch-Osirau ftgttfindeudcu asfterordenüichen Generalversammlung der Mahrrfch- Schlesischen Elektrizitäts- A.-G. wird die E r- Abhang deS Aktienkapitals von 6 auf 9 Millionen Kronen »ranttagt werden. Die erste Umfrage beantworteten die ffchecho-flowakischm Zuckerfabriken dahin, das; nach den bisherigen Rüben« analytt» insgesamt mit einer Eneugung von zirka 733.000 t - Rohzucker oder rund 650.000 t raffinierten Zuckers zu rechnen ist, wovon wir selbst etwa 300.000 t verbrauchen. Für den Export verbleiben demnach, w e der ,Pr. Zuckerm/' schreibt, rund 850.000 t Raffinade. Dorstrie-aschAlde« tu Frankreich und England. Der Cred'toren-Berein von 1870, Schntzgruittnschaft für Handel n«d Jndnstne, W:en, I., Zelinlaoaffe l0, hat eime Abteilung zum Schutze der Interessen der AirsglerchSichuldner geschaffen, die hauptsächlich dir Aufgabe hat, diesen Schuldnern unter Verwertung der langjährigen Erfahrungen des Vereines sowie der pknaue« Kenntnis aller nnschläksigen Bestimmungen bei Anbahnung und Durchführmkg der hinsichtlich der Vorkriegsschulden norlänstg m Frankreich und England vorgeschriebenen gütlichen Bn gleiche an b*t Hand zu geben. Der Verein will dabei ins-' besondere bei der in ren BollzuosariM'lungen vorgeschriebenen konlortialmäßigen Behandlung solcher Forderungen, die einem Gläubiger gegen mehrere österreichische Schuldner zustehen. allen Beteiligten zutn vorteilhaftesten A u s gleich verhelfen. Oeftcreerchische Depots he) ertglifcherr FUialsir von Ldptskhtzn Banken. Nach dem Abrechnnngsamte vorliegenden Materi.ckien wird die britische Negierung Depots nichtdmtscher SraatSaugedöriger der den Londoner Filialen deutscher Banken c st dann ans" der deutschen LiarndatlvnSmafle arwsche'lden, d:S iäAUltchZ Fr'rse'.ungen der betreffenden englischen Filiale einer , dwffchcn Bank gegen die Kunden des Lande?« befriedigt sind, dem der-Hinterleger angehört. Erliegen die von einem Oesterreichereiner deutschen Bänk in Berwahnma gegebenen Effekten bei drr kuglilchen Filiale derBank auf den Nmnen der Bank selbst oder im Namen-eines Dritten, jtwjim wird diekloßbritannische N<gienmg Vist daZ Verhältnis zwischen Hrntrrlegsrvnd österreichischem Eigentümer i keine Mckstchtnehmenr In diesem Falle müßte sich der österreichische Eiaentümer wegen seiner Entschädigungsansprüche imt der. betreffenden deutschen Dank onSeinanderjetzen. Aurlärrdische Fachzeitschriften. Die- Handels- und Gewerbelamrnrr teilt mrt, daß dank dem. freundlichen Entgegenkommen drr Handelsvertreter der Vereinigten Staaten mrd England amerikanische und englische Fachzeitschriften sowie andere Publikationen wirtschaftlicher Natur in der Bibliothek der Handels¬ und Gewerbekammrr. I., Stubenring 8, anflieg«« und von 8 -iS. 2 Uhr besichtigt werden könne». Das «Jervifh Zmrrnal sf Esmmeree^. das bekanntlich in 8 o n d o n herauskommt, hat soeben sinne Septembersir'ummrr erscheinen lassen, die reichhaltiges und wertvolles Material für den Kaufmann enthält. Bo» Interesse ist ein Artikel ans der Feder Sir Thomas Barclahs über die füdrichen Kaufleute in Osteuropa. Außer Wirtschastsnachrichten aus Palästina enthält die ZriU'chrijt nützliche Winke über englischen Handel »nd -Industrie, über Haudelsaussichten in den Staat« des Kontinents, Afrika und Amerika sowie Marktberichte und Preise. Erweiterung deS WarenbSrfenverdehr». Am t. d. M. fand eine Besprechung der an der Erweiterung des Warenbürfenverkehrs interesffertm Kreise statt, bei welcher alS Richtlinie das Ttrebrn nach möglichster Bereinigung aller Branchen in einer allgemeinen Warenbörse ausgestellt wurde, r Diese Börsenversammlnngen werden ab 19. d. M. vorläufig zweimal wöchentlich — an Dienstage« und Freitagen von 11 bis 12 llhr — im WarenbSrsesaale des Börsegebäudes (Eingang h, Wivplmgerstraße 84) abgehalten werden. Die Anmeldungen wollen entweder an dir Wiener Borfekammer oder an die betreffende Fachkorporatio», von AnSländern an das österreichische HandelSmuseum. l^., Derggaffe, g.crichtet werden. Die Gebühr für die Jahreskarte betragt L 250, für das Jahr 1920 ringeschränkt ll 100. yrivatverllehr. Im gestrigen Privatverkehr' herrschte l!ng achtet der Geldknappheit, welche sich bei der stcrttgehabteu Versorgung gezeigt hat, eine ziemlich feste Tendenz bis auf Lombarden, die bis 1396 fielen und sich dann spater auf 1415 erholten. Der Rückgang der Lombarden war darauf zurück^;ühren, daß bei der Prolonaation statt des Leihgeldes ein Report von 5%) bezahlt wurde. Staatsbahn waren 4150, Alpine 4130 und Juli-Süd. 1820. DaluLenkurse. Die feste' Tevdenz für fremde Zahlungsmittel hielt auch mt gestrigen freien Verkehr «nvrrmmdert an. Es notierten: L e i n o t e n K 6.05, Marknoten K 5.23, Dollar 326?—., Rribelnolen L 3.23 und polnische M ark K iii.50. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Der Berliner Maisbandrl ist wesentlich ruhiger geworden, da die zwecke . Hand mrt-Material hrrauskam,. idaindes bei den Verbrauchern nur verrinzelt Ausnahme fand. Die starke Nachfrage nach Stroh, besonders nach gepreßter Ware vetavlaßte die Eigner zu emn erheblichen Erhöhung der Forderungen und auch Heu ist knapp und fest. Im Gegensatz zum hiesigen Platz find in Berlin Kartoffeln redlich angeboten, doch erscheinen die Preise nicht geeignet, die ^Kauflust anzuregen. Der heutige Wochenmarkt vrrzeichnete besseren Provinzbesuch, ohne daß eine Zunahme der Offerten zu bemerken gewesen wäre. Wie immer, bestand starker Begehr für prompte Ware und, wprdrn höhere-Prc.i.N..r^ r.u.aenglatt zugestanden. Das Wecker der Benchröwoche war der rlnsreife der SpäNrüchtegünstig.' - «ZrrMrrv MW. Berlin, 2. Oktober. Die Börse ließ ein Abflauen der Gr-! schäststätkgknt erkennrü uamenrlich auf dem Dkdnlnu-Aitienmarkt. wo offenbar die Beendigung des Kampfes um d'.e Aktleumajvntät - beim Bochunier-Lercin auf die Kauflust einschränkend wirkte.' BochumerMtien warm stark angchoten und verloren zirka 70A«. Sonst war dir Haltung mrregelmLßig. BiSmarckhüktr-, Laurahütte- und Mannesmimn-Mkn stellten sich niedriger. Dagegen gewannen Pbönix-Aküeu 8% im Zusammenhang mit der augeb» lichen Jntereffenahme einer niederländischen Fmanzgruppr. In Hösch-Aktie» srtne. sich die Auswärtsbewegung bei civer Vcsi-'.ur^ von SVo fort. Don Far!'w:rten verloren die Aktieu du' . selljchast für Äuiliüsadrjkation und Badische Aniln>Arti:u 7°U. Auch Elektrvwerre schwächten sich zrmr Teil ab. Eine flövrci KirrZsseigerung erfuhren aber Elektrische Licht- und Krast-Alrienl auf die Aussicht einer d-mnächstigen Wie-eraufriahMe der'D'vt--: .dmdenzählnngen. ^wrr Spezialwertrn setztm Adltrwcrke-Aktieisi mit Kttrserbölnmg um 10"/« ein. dir aber nur zum Tew auwechterhalten werden konnte. Gebrüder- Bölcker-Mien büßierr- 18% ein. Dagegen stellten sich Augsburg-Rürnberger Maschinnr-, Aktien mn 7% höher. Der, Bankenmarkt bewahrte seine Festigkeit.! Die Devlseniurse gaben mäßig nach nnd auch Balnrapaptere -gingen nach unten« Petroleumwertk hatte« lebhaftes Geichäft bei schwächerer Haltmtg. Steaua Rdmaua-Aktien büßten 80*/e ein. Amerikanische Warermotiernugen. , Rerv-Bvr^t» l. Oktober. B a u m w o l l e: Rew-Vorkj loh 25 —, Nerv-OrlearrS loko 33.—, New-Nork per Oktober! 23.10, New-^ork Per November 22.60. Petroleum: Raffinade. (m C8sea) in New - Uor? 25'/,. Nafffnade Standard White m.New-Asrk Raffinade Standard White in, Ph'cku-. delphia HV*, Pctrolemn Credit Balanceat Oil City 6,1(>J New-York Mehl (Marke .Spring ClearL-) 101/, dis 11'/.. New < Aork W erzen loko Not-Winter dtr. 2 252'/*, Harlwintrr Nr.2! 252T/r New-Äork Mars per Westrm loko 186'/. New-Norf Zucker Standard Granulated —, bis —. Raw-Centri-' mgal 9.—. — New - Dork Kaffee Rio Nr. 7 loko 7.87^ New-Aork Getreidefracht nach London nominell. New-' Z)ork Schmalz Western Steam 20.05. Nttv-Dork Bau mwolle Zufuhren m dm Häfm 86.000.! deerg Coekpiate S?<aS&^hea 18»1-35 Ktrtanteste DctrchfOhnrng aller banlonisafgai Tran«' aktionen sowie Besorgung von Zahlungen und Ueberweisangen an alle Platze im h»- und Ausland« Bisen« Korrespondenten in Bern», Sndnpest Prag, Krakau, Agram «s 7 Die Devisenkurse. Wien, -..Oktober. /Kurse her österr. DevssenzentrÄe.) Amsterdam 6800.— (8800.—). Berlin 534.80 (519.80), Zürich! 4800.— (4400.—). Christiania 8Y00.— (3800.—), Kopenhagen 8900- (8800.—), Stockholm 5550.— (5400.—)„ Mark-Noten! 518.50 513 50), Ai-Noten 515.-^ <515.-'. Leva-Noteu 380.— (880.—'. Schweizer Noten 4475.-- (4375.—). Französische,' Norm I960.— (1900.—). Italienische Noten 1200.- (1200.- ),, Englische Noten Ü40.-~ (64V.—). Dollar-Noten 270.— (270.—).' Rubel-Noten (Romanow!;^ 230.— .28-).—). Wie«, 8. Oktober: (Kurse i « s r e i e n B c r» k e h r.) Agram 264.— bis 274.—. Budapest: Zahlmrg in Postsparkaffageld 95.—bis 105.—, Budapest: Zahlmiffiu orckompcheuj Noten 95.— bis ‘ 105;—, Ungarische gestempelte Nowu 05.—! bis 105.—, ^Jarschau, Krakau in pöln. Mark 100.-^- bis 116.—,. Prag 419.— bis 439.—, Tschecho-slow. Kronen Noten öOOOeci Besorgrnng aller danrcxovvLstM. i^unsulet^ostEu. Eut» jjegemiahjne.TOjt yvlSelnlu^öv. Lus^ud» to» T'.inla-?s.| bttcliern, VestoruustwO orrrkiltunxcu. WarvusbleriunZ. z 2sutrs!s kressdvrg ° Filiale Wien, L,Wippliriprslrasss 24-28 ° Telepin 12358,18296,17488 Komner£.-iDts&oito Bank-u —iww—i——> MmRsranHiävCmsianmeiirnäM i lRarhdmck vrrüoln». ) Marckenbad. Kein Roman, sondern eine überaus verwickelte Geschichte, die Swrschen Warschau und Marieubad spielt, in 36 Briefen 14 Billet-donx und 46 Tclegrammen. Von Schalem ALejchem. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried-Schmitz. '39. Fortsetzung.) Nr. 39. Kalman Vrauchjtuhl aus Warschau (aus den Nalewki) an Chaim Soroker in MarienLad. Dem geehrten, müchtig-en und hochgelehrten Herrn Chaim Goroüer hychachtungsvvllen Grußl Der Zweck Lrpeses Briefes ist. Euch zu bitten, Ihr «löget so gut sein, mir klar und aufrichtig, ohne 'Umschweife und Berdrehnngskünste, zu antworten: Was für Geschäfte habt Ihr mit meiner Frau, daß Ihr ihr freundliche Liebesbriefe schreibt? Ihr bestellt sir zum Brunnen hin mrd ins „Wlitamont" hinein, um mit ihr unter biet Auge« zu spreche«? Ihr bietet ihr Geld an und fordert sie auf, zu Euch iirs Hotel?,u *ic()nt ju ihrem Beste«?! Die Hauptsache aber: Was für Geheimnisse habt Ihr ihr vom mir f,n erzühlen???! . . . In Eurem Brieschen an meine Frcku deutet Ihr au, daß ich ivi.t Irind der Karten bin und „Öko" ipiele. Wenn das das Geheimnis ist, das (,'chr über mich in die Wett setzen wollt, so habt Ihr Euch in der Ädresje geirrt. Ganz Warschau weiß, daß ich nicht „Dko" spiele. Ich spiele hie und da „Fuß" vder ein anderes 'Spiel und lebe nicht vom Kartenspiel. Ich bin nichl Berl Tschapnik. und habe anderes zu Vxa Was hallt Ihr also meiner Frau stbrr mich zu erzählen? Und toas für ein Interesse könnt Ihr dabei haben? Ein Mann, der imstande ist, solche Briefchen einer fremden Frau zu schreiben, muß dazu wichtige Gründe und einen ernsten Zweck haben. Daß Ihr jetzt nicht auf dem besten Fuß mit Eurer Frau seid — das weiß ich schon lange, man , spricht davon bei uns auf den Nalewki ganz offen. Weftvet Janiajker hat mir recht hübsche Dinge von Euch erzählt, von Euch und Eurem Schwager Marjamtschik. Man erzählt sich, daß Ihr beide daran seid, Euch, von Eure« Frauen scheiden W lassen; wenn dem so ist, so wünsche ich Euch viel Glück dazu; aber eines ist noch unklar: Warum habt Ihr es so eilig gehabt, Euch bereits eine zweite Frau zu sichern, «och dazu eine, bie — bis hundertzwanzig Jahre — einen Mann hat? Ober wißt Ihr vielleicht das Geheimnis, baß wir auch schon vor der Scheidung waren? Erstens ist das aber eine Sache, di« nur mich und meiwö Frau angeht. Und zweitens hättet Ihr wenigstens brieflich bei mir anfragen sollen, tvie die Sache steht, und nicht solche Wege einschlagen, wie Ihr es getan habt... Wenn wir aber schon dabei sind, so muß ich Euch ganz aufrichtig sagen: Wenn ich mich überhaupt entschließe, mich von meiner Frau scheiden zu lassen, so kann ich es nur unter einer Bedingung tun, die «ms zwei Punkten besteht: 1. Ich gebe ihr die Kinder nicht für eine Million; 2. die Kinder müssen inateriell sichergestellt tverden mit einem bestimmten Kapital das in ber Staatsbank auf ihren Namen einzuzahlen ist. Ihr seid ja Kaufmann und ein vernünftiger Mensch und habt gewiß dasselbe Kreuz wie ich — eine Frau ist eben ein Unglück — aber Ihr müßt begreifen, daß zwischen Euch mrd mir ein großer Unterschied ist. Ihr . s>rit> ein Kapitalist und Eure Kinder sind srchergesteltt; * ich aher bin nicht Ihr; ich gehe Euch das EhMtvort, ' zweites Mal nicht heiraten werbe; einmal bin ich hereingefallen — genug.! Mfo, mein Devehrter — swenn Ihr ernste Abe sichten habt, so. schreibt mir glrsich und nnverzüglich« tvas, wann und wie. Wenn.das aber bei Euch nichts! anderes ist als eine Art Sport wie bei Eurem.Schwager^ dem Scharlatan, von dem man uns aus Marienvap' schreibt, daß er nichts tut als fremden Frauen «achlaufen und ihnen Liebesbriefe schreiben, so begreife! ich wirklich nicht, wie sich ein Jude, ein Gvoßkaufmaun, ein Familienvater so etwas erlauben kann, rnag er noch so reich sein, meinetwegen Millionär!? Gelbstverstäudlichj ' tverde ich über so etwas nicht schweigen und daraus kaulr ein großer Skandal entstehen. Ich erwarte von Euchs, für jeden Fall Antwort, aber klar und deutlich, ohnet Mätzchen und Auöflstchte .. Ich habe gleichzeitig auch! meiner Frau «ach MarienLad geschrieben, sie möH imir schreiben, ob es wahr ist, baß sie zu Euch eine«. Boten nm- Geld geschickt hat. Und warum sie mW nicht vorher gefragt hat? Erft bis ich. ihre AnlwwH bekommen habe, werde ich wissen, was ich zu tujs[ habe. Indessen kommt mir der ganze Traum sehr, rsitsetz!. hast vor.! ,, 4 Ich hoffe, daß Ihr, wenn Ihr nur einen Funkew Anständigkeit in,, Euch HM, mir sofort und rasch eine klare Antwort auf alles geben und mir deutlich wtb; unumwunden sagen werdet, was Ihr mit Eurem rätsele haften Brief an meine Frau bezweckt habt. Was meine Ihr damit und was für Absichten habt Ihr? Und di^ Hauptsache: Was für Geheimnisse wißt Ihr Über nrich^ dem Euch «nbekanutkn -; ,; ... ftaliu-a ii >}■• r\> i<j (! ii f» f.‘ j (Fortsetzung folgt.) « t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.