Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 605 (30.9.1920)
- Date
- 1920-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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jPirif K Bi tat -» «l»h«le» ü» EHWÄ ^*wWtt§!WU (Mfe «s>»t«ch.. kkr-mm »a^- vt-rteljährltch „ 00.- für Si« traft vestrrreich: W-aaÜlch.. Kr-ae« »0.- ®ÄeAo.Slow«teii VkMutfmft .. fttose* »«.- «iiAÄWrlich ,< 00. _ i» «-»rischer M»««,. J»«osla»ir«: . Wtomtm . . DA« O^k: rener vttl« L L.»R> Pränmnerativttsprerf« Monatlich vierteljährlich „ «0^ in volaiiqe» WLHr«» MoaMich^^! M«r IM Momtli^^^mtr» 8*4 Atolle«: '. „ i Monatlich . . .LireS--, Schwei;: _ ’J Monatlich. . . Francs!»■* ( Mr da» übrige LuLland; Oierteljährlich Krsne» Kedaktionn. Slsminitteacho» / Wieu,S.Be,.,LaboLstr.1.-.S relepho«« 2l»«intstra«o» . 44088, Redaktion 4»»iL ab a Nh» abend« Str. 19301; «sAdarkefsettkörrt- 150310 Nr. 605 Wien, Donnerstag, den 30. September 1020 2. Jahrgang vie vkitmltt MsnMMM Amerika für die „Bereinigten Staaten von .Europa". Par i s, 29. September. (Korr.'-Bnr.) In einem Gespräch mit dem Vertreter des „Fonrnnl" erklärte der Vertreter der Vereinigten Staaten ans der Brüsseler Konferenz, Boyden, gegenwärtig ließe sich noch nicht absehen, ob die Konferenz praktische Ergebnisse zeitigen - werde. Boyden befürchte auch, daß man wohl in gewissen Landern allzusehr ans die Konferenz gerechnet habe. Immerhin dürften einfache nnd klare Grundsätze sestgelegt werden, die künftighin sinanzieltr Transaktionen ermöglichen würden: - Amerika wisse, führte er aus, daß es sein Geld im Ausland werde placieren müssen,? und es werbe gewiß nicht an auslandischen Ansuchen fehlen, doch sei die Zeit der Darlehen von Staat zu Staat vorüber^ Am e r i k a werde pur d e nr j e u i g e n D ar-. l eh en gewähren können, der Bürgschaften, geben könne. Diese Bürgschaften seien zunächst moralischer Natur. Wip werden, sagte er, jedem zu Hilfe kommen, per in Ruhe und Frieden arbeiten/will. Gegenwärtig herrscht in Europa ein Zustand zu großer politischer Unsicherheit, als daß wir unsere Kapitalien uiiterbringen könnten. Schließlich faßte Bovderr seine Ansichten dahin zusammen: „Bilden Sie die B c r c i n igte it Staat e n v o Europa irnd cs wird sich für die Notlage aller eine Lös ang finden." . / - - Berlin 29. September. (Tel. der „Wiener Morgen^ zchAug/ch: S'fu§, B r ii.uf e1 .Wrd-^-MMdet: ,Su- ..dergesogen der alüeriranische Delegierte (-B >l.t) den, daß schon die Tätigkeit dieser internationalem Finchnztzonftveyz.-.als chstp güüftiges Ergebnis geurertet werben könne. . Bei Behandlung der Kreditfrage gab -Bohden der .Meinung- Ausdruck,- das; EnrppapMst .dauir:bMiindetL Hoffnung auf AtöditMrwährmrgiMzWgen-. könne,. wenn, die.Feindschaftamter den Staaten heseitigh: sei. Staats,'ekrrLHr.3)l*;Reisch erörterte P.ie.-wirtschüstliche Äagch DestepEchs.; Trotz starker Erhöhung der Eirmahmeubetrage das Defizit ch2r,^ - Milli.arhtzn^d'Lpunter die einmaligen Kriegszahlungen 1 Hlilliache, der Agioverüch <2lji und die Lebensunttelanfzahlungen 6 Milliarden Die Gesundung der ssnanziellen Lage hänge von 'der * Besserung' der; BalüRr Yi&v Besonders Schwierigkeiten ergeben sich aus dÄn Zerfall des früheren Wirtschaftsgebietes sowie dem Hohlen- und LebensmitteLmangel. Mit Rücksicht aus' diese Umstände sei für hie^ Uebergangszeil eine internationale Kredithilfe uu- - entbehrlich und wegen der Komplexität des eirvopkkschrn Wirtschaftsorganismus im allcjanwmen Jnieresse ^gelegen. ' . ... Die deutsche Delegation erstattete sodann Bericht über die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands, in welchem'auf die schwierigen Verhältnisse de? Reiches h'. »gewiesen und diese statistisch belegt wird. Jedoch macht sich in der Darstellung', eilt- -gewisser -Optimismus geltend.. . . . . ■. . ,v : ' . Sodann ging die Konferenz zu den. Fragen der Wechselkurfc und des 'GeldwesenS i'nr allgenreinen über. Der Prchident der Neederlandsche Bank, Dr. B l s feri 'n g„ wies darauf hin, daß es notwendig^ wäre, jetzt zu. versuchen, überall zu einer ProduI-' tivnZöerrnehruug zü kommen. Hi'ezu'.seien üüx. . geldlichem Gebiete - «aber .Anwrtisntwnru ' .b.er öffent- Wen . Schulden, . Eiirfchrchrkstug - des Notenümlrufts,' StaMsiernng .-des . Geldwertes, j(?u. Wechselkurs niitz; eingeschlossen, ^nötig. Vi-sseriug Motz - mit einer, eilt?" I gehenden Besprechung der Geld -, und Goldpolitik 'der ' Bereinigten Staaten. Er^ erklärte, daß es. von' aller-! größter Wichtigkeit sei, daß U m e r r-k a E u x o p a K r edite, nnd zwar.'sshr lang:fristigT LrePit.e -gebe. Der Dollar steige ins Unermeßliche, da Europa. - eine Schuld Von 10 Milliarden Dollar? W Amerika; zu zahlen habe und außerdem ans Auxerika .große.! .Mengen ,Hüter beziehe. Ans die Dauer, könne srch.! vMeicht. wieher . das Meichgewicht, Herstellen, lassen,' \ auch wenn man die. T)mge gehen ließe, aber inzwischen würde die. al,te. Kulturwe (t -z u .einer Hölle g^w owld e n-tf e,Tder neue Weltzustand würpe "siG W* er^nrchch are '.Weg gekostet habe, bilden können.,'' .jf' ' ' Ms sering' schlägt vor,' daß Die' anschließende GeneraWsküssion über folgende vier Punkte stattfinden solle': ^Möglichkeit und' Erwünfchtheit der Abwendung weiterer Jnfla'tiM ^nd - die- Mitteldazu, Rückkehr zur Goldbasis, die'ÄUfchem Gebiete tzey Bankpolitik liegende. Frage, daß nran iir ieöem 'Lande allgemeine Maßnahmen ttefsen könnte/ -um di«' jeweilig. angemessene BanV- und Diskonto^Rate für die Emissionsbanken sestzusetzen; schNeßW/Wer die Frage: Jnwiefe'rne sind internationale - 'Maßregeln möglich,, um die Schwankungen' des Geltz-werteZ' durch Schäsfuirg einerinternationalen Verrechnungseinheit zu beheben. - *' Haag,. 29.- September. - (Haag.) . Dem , „Nieuwe Courant^ zufolge hefassen sich -. sämtliche - Londoner Blätter mit - der . Brüsseler Konferenz.. „Daily - Telegraph"; schreibt,'die Konferenz habe das Bewußtseinihrer e i ge n e n O h n m a ch t. Sie >erkenne, daß sie nicht viel aus richten -könne, da sie nicht genügende Befugnisse habe. Das tschechische RetzierMgs- Prag, -LO.^Mpti'mber. .tTschecho-slow.-Vreßbur.) Im ständigen Ausschuß der Nairottalversammlnug entwickelte Ministerpräsident CHr n y ein a.usfüMiches Re-, giexunfisprogramm, worin.ts unter andei'em'EÄri< Tie gcgcnwiiriige Regierung ist eine UrMtsregietMg, die ebenso gründlich wie schnell d^r Boden für die'Bildung riuer d es in itiven Kegiern ng vorbereitet. Sie Wird daher^für die Berühigung der durch die Iriegs- 'iud. Nachkriegsverhältnisse erregten Ocsseutlichleit und für die' ' . ,^ . ' ' " S. ' ‘ ' i ' .„■ Feft i-gun g der i nn erp o l i ti sch c n B e r- . . hältnisse « Sorge tragen. : Der Ministerpräsident, legte sodann, das Arbeite Programm der. Regierung dar: In der a n s w a r Pi g-e n Politik werde die Regierung in der. beMhrten Richtung der ersten Regierungen der Republik fortfährea. Hinsichtlich der inneren. Politik wolle die . Regierung dir R e f o r m d e r S t a a t s v c r w a lt n n g fortsepen, Zu den weiteren Aufgaben der Regierung gehöre dir Sanierung der Staatssinanzen, die Regelung des Berhaltuiffks zwischen Kirche nnd Staat die Reform des bürgerlichen Sini?sgefetzb;rches. Ansbart des Eisrnbahnweftns,' Verbessern«:g de? PoüTelegraphen- und Telephonverkehrs. Die Regierung werde bestrebt sein, die j hohen Preise zu ermäßigen.! Hinsichtlich der nationalen Verteidigung habe die Re-^! gierung feste Unterlagen im Wchrgeset; geschaffen. Die i Enttnicklnng i des militärischen Systems werbe die Regierung mit. gehöriger Beachtung der Bestinnnnng des . Wehrgefetzes, die die spätere \ Errichtung der Miliz i vorsieht, durchführen. Durch eine allmähliche Denroprli-; sierung werde die Armee auf den Friedensstand zurück--. s geführt werden. Ein Antrag der deutschen Abgeordneten auf. Eröffnung der Debatte über die Regierungserklärung wird mit 16 Kgen 7 Stimmen abgelehnt. Moskau, 29. September: (Funkspruch.) In 'der . d-vitten Sitzung der Rigaer Frredenskonserens gaben, die. Vorsitzenden der beiden Abordnungen Erklärungen über den Standpunkt ihrer Regierungen ab. Die Erklärung' Dombskis war lediglich formeller Art; die neuen russischen Friedensvorschläge wurden nur teilweise und answeichend beantwortet. Die rnssische Abordnung bat den Eindruck, daß die Polen die Verhandlungen verzögern wollen. '2*. Sepiumbn-. P. G.) Aus Riga n? der Vorsitzende D'omb ski eine Erklärung als Erwiderung auf die letzte russische Deklaration ab. D-ombski führte ans, dütz die russische Deklaration auch Angeleg-enheiten berühre, die über den Komplex der FriedensverhanÄlnngrn hinansgehen, wie zum Beispiel'die ost.g<rll-1Z-i'sWe-. Frag e. Ueberdies enthält' der' erste Teil der russischen" Deklaration e'.m Art theöretrscher Darstellung unserer An-- sichten aus gew' jse- Fragen, und eine Beantwortung dieses Teiles müßte die -Veranlassung zu langtvierigen theo-^ Eschen' Debatten bilden.' Dagegen enthält der zweite' Teil'der russischen Deklaration praktische G rund-" sähe, die in Erwägung gezogen werden müssen./Die polnische Delegation bemerkt jedoch,' daß'die-Festsetzung eines zehntägigen Termins, innerhalb dessen die -pölrtifche Antivvrtersolgen^soll, .nltttnatuina.rLigen CharLkten besitze, was gewiß die.Friedensverhandlungeü Ul-eder .erleichtern noch beschleunigen kann.. -;^; : . Der .Vorsitzende der russischen Delegation, -J.s.s f.e,. erklärtesich, -mit allen Punkten der in der vorletzter^ Sitzung abgegebenen polnischen. Deklaratiorp einv erst r n d e n und schlug zugleich vor,,Punkt..ß möge dahin geändert werden, daß'die Amnestie'auch ans jene'Polen ausgedehnt-- werde/.die Delikte gegen Polen, folok' mifj jene"Russendie D'elckte gegen Rußland begangen haben. Vizeminister-D ombs'ki.schlug hieranf die Organisation von vier Ausschüssen vor: eines Hanptansschnsses sowie. Ansschüs se für - territoriale Angelegenheiten, für 'Rechtsfragen ‘ und - für-''- - bolkswirtschastliche, Probleme. r ' : - ■ . s. ' Joffe schlug vor,'-daß man wrlüusig bloß einen W affen st i L L st a n d s.-a n s.s ch u.ß bilde, ■ an die Organisierung der weiteren Ausschüsse jedoch erst im -Sitzung geschlossen. ' j Die Verhandlungen in SnwaLki. . Wa«schau, 29. September. (W. P. G.) Wie die Blätter berichrrn, ist gestern die polmsche Delegation nach Suwalti abgercist,. um dir Verhandlungen mn Litauen fortzusetzen. Die poLnisch-ZLbrschen Konfevenzen. Warschau, 29, September. („Polu.Stimm«n/')'Mrgestern;-wurden die polnisch-jüdischen. Konfevenzeir wieder, ausgenommen.- Der: Vorsitz führte Vizepräsident D.qf-, szynski. Zln der Beratung nahm auch.- Dr. Alfred Nüssig teil. Der polnische Front-ericht. Warschau, 28. September. (Polu. Tel.-Ag.) Front« bericht vom 28. September: Im Norden erreichten unsere Truppen teilweise die Linie des SzcZaraflusses. Jm Ge-- bict von Grodno wird die Verfolgung des sich zurückziehenden Feindes fortgesetzt. Unsere Abteilungen, die in der Richtung aus Pinsk vorrücken, haben D-r o h iczy it und Janowo besetzt. Die ukrainischen Truppen? . nahlnen P r o s k u r o w und S t a r v k o n st a n t i n o w,, wobei'sie 2800 Gefangene machten. Der russische FrsutberichL. l Mosüiu, 29. 'September. (Funkspruch.) Frontbericht vom 28. September.:. Bei. K o w-.n o dauern hartnäckige Kämpfe an. . Wir setzen unseren Gegenangriff aus Staro,. -konstantinow und Profkurow erfolgreich fort. Die.seind< lichen Rngriffe 40 Werst - südlich Proskurows wurden 9 von uns blutig abgewiesen. Im Gebiete der Eisenbahn- Urne Alerandrowfk—Sinelnrkowo kämpfen unseres . Truppen bei S l a w g o r o d. Bei der Station Wo!ko< wacha wiederholte feindliche Angriffe. Die ^Lahour Party" fordert die Unabhängig ksit Oftgaliziens. Warfchwa,. 28. September. Wrivat.) .Der Warä schauer '„Robotni!" (Organ der. p2lnisch-sozüa.listische» Pa rtei) veröffentlicht. ehren aus: Dreizehn 's Punkten b»>i stehenden Fragebogen, den/die .enMDe h^LLw'üv.DaRtj^ an die polnisch-sozialistische Partei, gerchtet hät. -Punkt!F dieses Fragebogens,'in dem- -die Ungelegenheitl des! Friedens zwischen Rußland und Polen behandslt' wird^ lautet: - ’ '• •v ■ - ■ „Ist Polen geneigt, die Un-abhängtg'Leih'Äv t a u e n s und O st g a l i z i e n s in ihren 'etynvgraphv schen Grenzen anzuerkennen'? . ' :X*° polnisch-sozialistische Partei hat, diese Fra-ga ngii scheu Soz >' allsten' entschied eit a bgetehutz/' " J