Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 603 (28.9.1920)
- Date
- 1920-09-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•feite 4 Wim, Dienstag , — i- "~*T**".*' ,i- . --- - -- -- - — - — --—i-->—• ——" AsL dieser wieder nach dem Mter hermbefordert werben. Zn ' hivsem Zwecke ist Dr. Montandon vom Comitee Internationa! prtt dem österreichisch:» Leutnant Emler über Werchne pdvrfl gegen Omsk. Vonde-r^cllsn, der Leiter der österreichischen Mission, am 18. August über Mandschurin—Jrrutsl gegen KraZnojavft cöbgegcmgen, um die Vorarbeiten einzu. Lite«, und dadurch den ALschub gegen Osten reibungslos durchführen zu können. Herr Fritsch, zweites Mitglied der österreichischen Mission, ist vorläufig in Wladiwostok verblieben und wird im Verein mit dem amerikanischen Rotkreuz und nach enrsprecherlden Wesungen deS mit der Heimbringung aller Kriegsgefangenen betrauten Forschers Frithjof Nansen den Heimtransport der nach Wladiwostok ans den westlichen Gebieten zuströmenden österreichischen Kriegsgefangenen ketten. In Durchführung der Evakuierung der Gebiete west» lich Tschita ist bereits am 5. d. M. der erste Transport von 700 Invaliden, darunter 166 Oesterreichern, van Werchne. vdttrfi gegen Wladiwostok abgegangen. In den Gebieten MitzÄsibirienS sind dermalen noch zirka 30.600 Kriegsgefangene aller Nationen, welche heimztchefvrdern fttü». Bon seiten der amerikanischen Repatriierungskommiffion wird die vom österreichischen Staate zu zahlende Verpflegung, von seiten der russischen Behörden werden die nötigen Lokale an der Etappe sichergestellt. Die Evakuierung dreser Gebiete wird sich auf der neuen Linie Tschita—Mandschuria—Ehcrttwn—Wladiwostok vollziehen. Für -en Abtransport von Wladiwostok ist von Nansen der nötige Schiffsraum sichergestellt, so daß eine fließende Heim. kchrdQriegung zu gewärtigen ist. Die tatkräftige Unterstützung der deutschen Mission auch für unsere Kriegsgefangenen ist Vonderhellen zugesichert worden, eigene öfterreichische Organe sind in den einzelnen Stationen etabliert und auch die telegraphische Verbindung?- rnögsichkeit mit den einzelnen zu evakuierenden Orten ist ' auf ' der nordischen Tslegvaphenlime gewährleistet. Zu gleicher Zeit wurde von der österreichischen Mission in .Sowjetrußland eine Expedition gegen WestsAnrien entsendet, um die,Mtransportmöglichkeiten auf dem Landwege zu erfassen, den in diesen Gebieten befindlichen Kriegsgefangenem materielle Unterstützung zu geben, sie moralisch aufzurichten und die PoftverbüMurgen für Kriegsgefangene wieder zu ermöglichen. Diese Expedition wurde mit den nötigen Mitteln tzusgesdattet und wird ihr Aktionsradius bis gegen Tschita Leichen. Aus den Berichten dieser Expedition sind folgende Daten zu entnehmen: Im Gebiete Kovgan befinden sich 3325, rm Raume Petropawlows! 12.000, im Raume Omsk 80.000 Kriegsgefangene aller Nationen. Aus letzterem Gebiete sind ßm Monate Juli, und zwar am 2., 4. und 8., JnvalidentranS- Porte von je 450 Mann gegen Westen abgegangen. Die Gvcckrierung dieser Gebiete im großen Stil ist nur mittels der Dahn durchführbar. Betreffs unserer Kriegsgefangenen in Ehrna wurde die niederländische Regierung neuerlich gebeten, die Heimbringung unserer Kriegsgefangenen durchguführen. , Die Evakuierung der Gebiete von Turkestan und des Schwar-en Meeres wird durch die Mission Dr. Formanek etrr^elertet. Seine Nachricht vom '4. August aus Batum besagt, daß die Dorbereiturigen getroffen wurden und vorläufig Tiflis als Hauptpunkt gewählt wurde. Laut Nachrichten von Nansen sollen die Niederlande den Schiffsraum für beu Abtransport aus dem Schwarzen Meer nach Triest Leisteten. Auch von seiten des Kriegsgefangenenamtes ist betreffs der Tonnage an das Comitee International herangetreten worden und es wurde auch die Regierung SowjeLrußlands von Oesterreich durch den österreichischen Vertreter in Kriegsgesangenenmrgelegenhriten ersucht, die Einrichtung der Linie Krasnowobsk—Batu—Bakum für den 'Abtransport zu beantragen. Die Evakuierung der Kriegsgefangenen im Krimgebiete ist im Einvernehmen mit den Deutschen und Ungarn eingeleitet worden. -Zu Verhandlungen wurde der Deutschrusse: Schipiatkin dorthin entsendet. Laut Nachrichten von Doktor Kaller aus Konstaniinopel ist der Schiffsraum für einige hundert Kriegsgefangene vcreitgestellt; es Huben sich nur betreffs der Einschiffung in Sebastopol Hindernisse ergeben. Die Beseitigung dieser Hindernisse wurde von der französischen Regierung durch ihren Gesandten in Konstantrnopel und von der österreichischen Regierung im Wege der VertrebmK in- Paris erbeten. Die Ende Julr in die 'Gebiete! Südrußlands abgereiste russische Rotkveuz-Schtvester Fölkersam wurdevon seiten Oesterreichs ermächtigt, Kriegs ge fwr gene aus dies:» Gebieten heimzuschafsen und es lassen die von der ' Schweizerischen Vertretung in Bukarest geführten Verhcmdlun-- gen künftig die Möglichkeit des Abschubs dieser Kriegsgefangnen durch rumänisches Gebiet erhoffen. In - Verfolg des mit Rußland abgeschlossenen Vertrages von Kopenhagen, betreffs beiderseitigen Gefangenenaustausches, ist eine Vei> besserung und Beschleunigung der Gefangenentransporte durch Vermehrung des bisherigen Schisfsparks von neun Dampfern auf 18 Schiffe erfolgt; es haben insbesondere die neuen Schiffe, größere Tormage. Gegen Mitte September fccrrden in Kotono unter Vorsitz Nansens Besprechungen statt, welche angesichts des kommerlden Winters die Ermittlurrg von Landwegen, und zwar durch litauisches Gebiet, zum Gegenstand hatten.! Die fett 11. Mai d. I. via Narwa—Stettin bis zum iZ3. d. M. heimgedrachtAr Kriegsgefangenen haben di2 Zahl %m 32.000, darunter 6406 Oesterreicher, erreicht. Massendemonstration der KriegsinvaUderr. r Der Zentralrat der östtnerchischen Kriegsbeschädigten vrr- ^»stallete gestenr nachmittags eine Massendemonstration der Dnvalideri, dir ihre Spitze gegen den § 29 des Invaliden- Mtschadigungsgesetzes kehrte. In dieser Bestimmung ist die Een« ffvmmerSgrenZr der Invaliden, die zum Genüße der Jnvalidenbttechtigk, mit ni»nchlich ll W) fefiacftot. Die Invaliden Wiener M2rgenzeitrrng . ... ...■..W..i....wwalaa Mtteilnllgen ans dem Publikum. mkAOTB«, Perlen, Gold. Silber. Platin n. Uhren kautt und verkauft- "<s ETTEß Rotenturxnartr. 23, MariaMlferstr. 88 Ausländer! r—BKTOawJuwjiiir ii iim.i HerrengarMiüi.f r ledecsstoffe.nactiMas» MIM - JUL.SOHICK AC o. a.w.h.H-, 1. Kohlmarfct 3, Bem»fr Tel. I0.B98 | Offeriere überaus preiswert hochfeine DAMEI-LÜXÜS-WlSCHE für 10,000.000 Kronen von erstrangigen Unternehmen, handgestickt, auch in Seide. Sofort greifbar. Expreosanfragen an ßoldsteln, Baden bei Wien, Vöslaosrstrasse 9. m JSM-akaMschtir Kalturverband „JABNE“ Dienstag den 5. Oktober 1920 findet im Festsaal des Hotel Post um Va7 Uhr abends eine Akademie mit einer erlesenen musikalisch-vokallschen Vortragsordnung statt. Ihre gefl. Mitwirkung haben unter anderen ANGELA ENGEL und Konzertmeister Z1MBLER zugesichert. Zur Aufführung gelangt «DIE EJZE“ von Schulim-Alelchem KARTEN im Vorverkauf: ln der Buchhandlung R. Löwit, l , Rotenturmstrasse 22, und im Lokal der Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel, II., Taborstrasse 1, täglich zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags. so:« finb aber auch mit dem neuen Entwürfe, der diese Grenze mit K 150V für Ledige und mit K 1800 für Verheiratete normiert, auch nicht zufrieden und fordern deren Festsetzung mit K SOöO. Außerdem wirb die Erhöhung der in der Regierungsvorlage vorgesehenen EinkvmmenSbeirägr auf mindest ms daS vierfache Ausmaß verlangt. Die Invaliden ' versammelten sich zv mehreren Tausenden um S vhr nachmittags im Nordtrakthose der Noßaner Kaserne «nd im Hose der Gardekaserne in der Nenlerchenfelderstraße. In ersterer Versammlung sprach der Vorstand des Zcntralrates Adolf H u n e a. Die Versammlungen dauerten nur eine halbe Stunde, worauf eine die Forderungen der Jnvalidenschast zusammenfasiende Resolution beschlossen wurde, in welcher die Hoffnung ausgesprochen wird, daß dir geregelten Aenderungm deS Gesetzes noch in dieser Nationalversammlung zur Beratung kommen. Nach Schluß der Versammlungen veranstalteten die Teilnehmer einen D e m o nstrations-ng überdieRingstrasie zum Parlament,' woselbst durch eine Abordnung die brschlosiene -Resolution überreicht wurde. Den einzelnen Gruppen des Zuges wurden Standarten vorgetragen mit der Inschrift : ^Weg mit dem § 29! Heraus mit der Invalidenrente!^ Im Zuge befanden sich auch Vertretungen der Juvaltdeufpitäler und eine größere Gruppe von Kriegsblinden.' . 1 Jakob H. Schist gestorben. Brrlür, '27. 'September. Mivat.) We Reuter melbe'b, ist in New-Iork bet bekannte jüdische Bankier Jakob H. Schiff gestorben. (Schiff, der zu den bekanntesten FinanZleuöen d-er Bereinigten StaatLn gehörte, hat sich durch seine philanthropische Tätigkeit manches Verdienst erworben. In. früheren Jahren war er ein erklärter Gegner des Zionismus, in letzter Zeit hat er jchoch, für den Aufbau des jüdischen Palästina viel Interesse bekundet. Während des 'Krieges h-at.Schiff große-Summen für die jüdischen Kriegsopfer gespendet und es gab keine größere Aktion, an der er nicht irgendwie beteiligt getoefen wäre.) Der Naturforschertäg in Rnuherm. Aus Bad Nauheim wird uns berichtet: Geheimmt Professor'Dr. Th om a (Berlin) demonstrierte einen Explofionsanzeiger für Leuchtgas. Mittels^eines Zdontaktthermometers setzt sich eine Alarmdorrich'tung in Tätigkeit. * In der Mteilung für Lebensmittelchemie hielt Geheimrat Paul (München) einen bemerkenswerten Vortrag über „Das Süßen von Lebensmitteln mit künstlichen Süßstoffen" und gab dem Dulcin wegen seines rein süßen Geschmackes und seiner Beständigkeit beim Kochen' den Vorzug vor dem Saccharin, wobei der - Vortragende noch bemerkte, daß selbst bei fortgesetztem Gebrauch eine Tagesdosis 'von 0,3 Dulcin keine Schädigung des Menschen verursacht» Frau Dr. S ch m i t t -- A u r ach e r (München) sprach über farbenblirche.Insekten. In der Abteilung für iChirurgie. besprach der Wiener Forscher'Dr. Buxbaum die Krebserkrankungen beim Menscherr und stellbe die Hypothese auf, daß auch die Krebserkvankung' im Hinblick auf jhre Analogie mit den pflanzlichen Geschwülsten durch.einen-. Drüsenapparat beeinflußt werde. Im menschlichen Körper existiert ein. rätselhaftes Organ, welches norrnalÄweiss zur Zeit der Pubertät verschwindet, also analog einem pflanzlichen Reservestoffbehälber fungiert. Diese Drüse, die Thymus, zeigt Verwandtschaft in ihrem zelligen Aufbau zum Krebs. Der Vortragende empfiehlt den Chirurgen, bei der Krebserkrankung durch Einpflanzung von Thymusgewebe, eines physiologischen Reservestoffbehälters, der stoffraubeuden bösartigen Neubildung entgegenzuwirken. wodurch vielleicht auch, ein Regulator .dem tranken Körper eiuverlecht würbe. Diese Msthode, '28. Septentver 1920 %•. 603 ."r.,‘ 1 'T' ""■'ir'.r iumnr-Tr-"rT"r welche dem „Veredelt der Gärtner entspricht, werdtz vielleicht neue Erkenntnisse zutage fördern und Wegeröffnen, auf welchen wir, so unerreichbar er uns heute noch 'erscheinen mag, das Ideal vlles ärztlichen Streprncrröichen, die Verhütung der Erkrankung au Karzinom^ __:_ V Die Paßvorschrifte« fSr deutsche und Rstsr-s rerchische Staatsangehörige in Amerika. Im amerikanischen Staatsdepartement häufen sich bis. Anfragen, wann eigentlich der Zeitpunkt komm« werde, an dem deutsche oder österreichische Staatsangehörige unbehiribert nach Amerika kommen dürfen, beziehungsweise welchen Ein-, schränkungen die Erlaubnis zum Aufenthalt m Amerika uitflj der Aufenthalt selbst zurzeit noch unberworfen sind, da technisch! der Kriegszustand zwischen beit Vereinigten Staaten ltubj Deutschland noch immer besteht. Auf diese Anfragen erhältj man — kaut „Foreign Preß Servil — die Antwort,! daß die Landung mrd der Aufenthalt deutscher oder Sstev-» reichifcher Staatsbürger gegenwärtig nur bann gestattet sinb^ wenn eine zwingende Notwendigkeit für diesen Aufenthalt nod*» gewiesen werben kann, und daß der Aufenthalt selbst be-. stimmten, vom Staatsdepartement verfügten eiuschrSukeirbew Bestimmungen unterworfen ist. Deutsche und Oesterreichcq müssen sich an die diplomattschen Vertreter, beztehrmgswris^ die Konfularagenten der Vereinigten Staaten im Ausland odeo direkt tut bas Staatsdepartement in Washington wenden^ um daS Visum für ihre Pässe zu erlangen. Die Passe bei,! rechtigen aber auch nur. zu einem zeitweiligen Aufenthalt in den Bereinigten Staaten. Nur unter außergewöhnlichen^ besonders zu beglaubigenden Umständen können die Anf^ enthaltserlartbniZ und die Gültigkeitsdauer des PasieS verlängert werben. \ Eins Einreise- und Aufenthattserlaubnis können über-! hmrpt nur Deutschs uttb Oesterreicher folgender Kategorien! erhaltetr: 1. Gefchästsleute, die einwandfrei Nachweise« können, baß ihr Aufenthalt in Amerika für amerikanische schäftsinteressen vorteilhaft ist. Igmn Beweis einer solchen; Behauptung nrüssetr. dem Gesuche Empfehlungsschreiben amerikanischer Firnren beigÄegt werden. S. Die Eltern natural^ sierter amerikanischer Bürger, tvenn nachgewtefen wirb, daß! diese Eltern infolge hohen AlterS oder anderer zwingendes Umstärwe nicht imstande sind, ihre« Lebensunterhalt selbst! zu verdienen, und daher auf die finanzielle Unterstützung ihrer naturalisierten amerikanischen Kinder angewiesen fhtft,! 8. Verwandte amerikanischer Bürger, die Nachweisen können,; daß sie in einer ähnlichen Lagefinb. \4'. Frauen, die in Amerika/ geboren sind, aber bmtfrfje »b«t österreichische Staatsangehörige geheiratet haben. _ 1 Warum wird irr der Dudapefter Oper nich^ «chplaudiert? Uaber diese Frage zerbricht sich der Theaderveferent de? Organes den chnsüichnationalen Regierungspartei »N ei zeti Ujfag" feinen schwachen Zdopf. Er finidet die folgende rnterefsante. Erklärung: »Während vornehme . frakirzLsifi Blätter Enqueten darüber vevansdalten, ob neben der Applaus und den Ovationen für die Künstler auch das Pfeifen rm .Theater Existenzberechtigung habe, Legirmt mar m der ungarischen Hauptstadt sich de» Applaus im Zuschauers raum allmählich abgugswöhnen; in der Oper, wo man nc vor kurzem gezwungen war, gegen di« ungeduLig« und laute Claque einen förmlichen Ausrottungskrieg zu führ senLt sich jetzt btc Vorhang noch den einzelnen Nte geradezu unter Todesstille nieder. G» hevvscht jetzt m Oper eine eisige Atmosphäre, in der Wetscherregion nicht die Rose (eine geistreich sein wollende Anspielung auf den von den ..erwachenden Ungarn" aus Budapest fyaatil geekelten jüdischen ersten Tenor Rozfa. Am», d. 0teb.). wahrscheinlich ist hierin auch der geheime Grund zu weLha-w her Applaus im der Oper plötzlich «ingefroven xf Wir aber vermuten hintvr dev Trägheit d« Hände der OpernLesucher eine Art' bescheLene bsmonftrative Repreffali, Die Umbildung der Oper wurde nämlich nur zu« LsÄ gelöst, und zwar auf de« Buhne. Im iZusö hingegen besteht auch heute noch dar PaMikum aus 60 Pr zent Kudrn und diese demonstrieren jetzt gegen die christlich« Künstler. ES wäre vielleicht, schon Zeit, auch zu einer des ZuschauLrraumeS zu erwache»/ ES fragt sich nun, was jetzt geschehen wird; werden dte^ „erwachenden Ungarn" der Aufforderung zum Tanz i« Zu-, schauervaum der Oper Folge leisten oder wirb sich das jüdi^ fche OpernpuWkum ergeben und sich die Hände wundklatschen^ gleichgültig, üb ihnen der Künftlec gefällt oder nicht, t ",. " Das „Minjan" Ler Dr. Immanuel Lötv. Aus B ubapest» wird uns gvschvreben: Der Szege». biner Oberrabbiner Dr. Jmanuel Löw befindet sich noch immer unter polizeiliche« Bewachung in seiner Wohnung. SJoisj fernem Haustore steht ummterbrochen ein Wachtposten mit! aufgepflmrztem Bajonett, welcher den stoengen Auftrag hat,! keinem Menschen, der nicht im Besitze einer von der Staatsanwaltschaft ausgestellten Passierscheines ist, den Eintritt m| das Haus zu gestatten. Dr. Low darf wohl Briefe fchve^rm und solche empfangen, doch wird seine gesamte Körresporchenz/ sowohl die auSlaufende als auch die eirÄaufende, mit größter^ Stvenge, zenfurrert. Das Delephon des Dr. Löw wurde uumtiart, so daß er mit der AutzenweTt keine direkte Byr^ bindmrg hat. Anläßlich der letzten hohen Feiertage hat tunt der Börstumd der Sgegediner jüdischen Äultusgemeürde bei! der Staatsanwaltschaft wn die ErilarckniS angesucht, daß Zehn! angesehene Mitglieder der Gemeinde, fite deren Verläßlichkeit und Korrektheit nicht nur die zehn Herren, die sich hiezu fret-j willig meldeten, selbst, sondern auch das Präsidmm der Äul»; tuSgemeinde die volle Garantie iibcrncljme, an den bei-erri Roschhafchanah-Tagsn wie auch am ^omfipur egmsi.ufam mit!