Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 601 (26.9.1920)
- Date
- 1920-09-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 8 Men» Sonntag Wiener Morgenzritnug / 28. September 1920 M fc hrsbureauk in Belgrad zu wenden, weil eT ihnen bei der Erlangung der Ausfuhrbewilligung, beziehungsweise ivr Zertisikate über Välutaverzicht in jeder Weise behilflich Hit wird. '2'oHHi. ivas zu erwarten steht, die Filialen der jugol aunichen Devisenzeritcale in Agraris, Laibach und Sarajevo vom jitgoslawischen Finanzministerium gleichfalls die Ermächtigung erhalte». -Zertifikate über Valutaverzicht auszu- Hin'iu w tverdeir auch die an den genannten Orten etablierten >si,'.oeigstttlnl des Warenverkebrsbureaus für die Ausfuhrtverber iederuut;n tniervfiiiercil bereit sein. Hierüber wird im v!'<’.’:.rtcii Heb mm kt noch berichtet werden. 7reLerfchrvcmmunfl Englands mit deutschen Warr»? tt'ni'scke Btiiner .'ühren K-age über dir lieber« imimmniuug t-rnglaiids mit deutschen Waren, die wer t b \ II i o c r ine» nl>3 in England. Eine Firma in Osnabrück ' + naiv -m «yjui/lt ii/io« niftruvti v<c in v^iimiuhv vu«u ^Schilling lohen, werden w einem Düsse!dotier Katalog -ür t Sch'.tbng angebo'en. Für Kleider. Ledenvaren und Glühbirnen r^srelve zu. die dm'sckm Waren werden sogar ohne Uripn-.nzsmorke behandelt. *i;rc:v utr atu Kc tu cfbo(tcit märe. Der -Ministerral wuo lneiüber kv.tlcherden. Die GctreidebeWictschastnng in Ungarn. Emr Brrordnnng der Regierung regelt die i u d u st r i e l! e Verarbeitung von Getreide. Danach können in der teusigcn Kampagne dte Btcrfadri'en 10.000 Meterzentner. die Malsfabriken 5000 Meterzentner Gerste verarbeiten. Spiritusbrennereien dürfen Roagru und Gerfic nur dann verarbeiten, wenn ste Preßhefe erzcugcit. .Die Preßhefefabriken dürfen 20.000 -'"''et.-.zmtncr Gerste und 2500 Meterzentner Roggen verarbeiten. Den Stärkefabriken werden 5 0 > Meterzentner Weizen über- -'.uiefen. Außer dein können diese Fabriken ausländischen Weizen rerarl eiten. Bon Rollaerüe dürfen 93.000 Meterzentner verarbeite.' werden. Gersten-und Hafermehl darf nickt erzeugst «erden. Die, Mehli'pritt'abnkcn dürfen inländisches Mehl nicht verarbeiten. Kapitakserhöhung. der Ungarische» allsevreinen Sparkasse A.-G. Dir Ungarische allgemeine Sparkasse A.-G. beschloß m emer außerordentlichen Generalversammlung, .das Aktienkapital au! 100 Millionen Kronen zu erhöh eit. DaS Bezugsrecht, welches den Umtausch von vier alten Aktien gegen eine neue Aktie einrärrmt. kann ins einschließlich 2. Oktober l. I. -n'sgeubr werden. Der Emisfionsknrs beträgt mit dem^Dividendeneoupon pro 1920 K 950. Notenumlauf 66*9 Milliarden. Fant deS letzten Wochenberichtes der Oesterrelchisch-ungurischen Bank ist der Notenumlauf um 56 Millionen Kronengewachsen und betragt 68*9 Milliarden, wovon auf Oesterreich 20'57 Milliarden entfallen. Wahlen i« die Kammer für Handel» Gewerbe »nd Industrie in Wie«. Montag den 27. d. M. ist der Wahltag derFinanz-nndBrrkehrSsektion. Die Stimmenabgabe findet bei der Hauptwahlkommisston im Amtsqedällde der Kammer,, Wien, I., Stubenring 8/10, von 8 Uhr fräfj bis 2 Uhr nachmittags statt. Es gelangen Pie Mandate auS den Wahlkörpern der Aankm. der Bank- und KommrsstonS- -Hchä*:e. der Busichrrnngsrmtkrnrhmüngra^ der Kreditgenossenschaften, der Sparkassen und der Verkehrs Unternehmungen^ zur Besetzung. Stimmzettel liegen in den Wahllokalen ans. Privatverkehr. Im gestrigen Privatverlebr kam rS nur in Südvahnpapieren zu größeren. Umsätzen, Lombarden wurden bis kl 1425.—, Prioritäten bis K 1865.— umgesetzt. — Von Valuten waren hauptsächlich Dollarnoten gefragt, die kl 315.— notierten. Mark wurden zu K 512.—, Pfund Sterling zu kl 1185.— gehandelt. Börse für landwirtschaftliche Produkt«. Die maßgebenden Weltmärkte verkehrten, trotz sehr günstiger amerikanischer Enneschätzuugen, in fester Stimmung. Dre Ursache der neuerlichen Preissteigerungen dürste in dem Umstande zu suchen sein, daß das Ernteergebnis in Europa enttäuscht hat und der größte Teil deZ . Bedarfes wieder aus ausländischen Zuschüße« gedeckt werden muß.. Die Versorgung der Welt mit Getreide muß ein schwieriges, ja unlösbares Problem hleiben. solange Rußland als Getreideexportland ausaesckaltet bleibt. Der Geschnstsderkehr auf dem Wiener Platze hielt sich im Wockmlnufc wie bisher in bescheidenen Grenzen^. Auch au der heutigen Wockenbörse hat der Umsatz infolge Mangels an Offerten keine Besserung erfahren.. Die gemeldete Oeffmmg, brr Grenze«, des jugoslawischen Reicks, dte reiche Bechge ermöglichen könnte, wurde durch den Tiefstand unserer Valuta paralysiert. Derzeit gelangen hier in der Hauptlache bcintische Provenienzen zum Offert, die» soweit prompt lieferbar, leichtest Unterkunst finden. Auch der Kleesaaten- und Nauhsutrermarkt zeigt feste Preishaltung. DaS Wetter -ist der Einheimsung der SpatftÜckle außerordentlich günstig, ebenso findet der Herbstanvau sehr gute Verhältnisse vor. deorg Cochplatx 3 Telephon 18-1-33 Kulanteste Durchführung aller bankmSssfgen Transaktionen sowie Besorgung iron Zahlungen und Ueberweisungen an alle Platze Im In- und Auslande Eigene Korrespondenten In Berlin» Budapest Prag» Krakau, Agram 4vs Berliner Börse. Berlin, 25. September« Die. schwankende Haltung der Devisenkurse bot dem heutigen Börsenverkehr keine Anregung. DaS Geschäft bewegte sich demgemäß rn engen Grenzen. Du Kursbewegung war keine einheitliche, brachte aber im allgemeinen leine besonderen Veränderungen. Von Movtanwerten stellten sich Phönix-Aktien um 5% niedriger, während für Farbwerte im Anschluß an Frankfurt neuerlich Kauflust hervortrat und zu weiteren Befferuugen von 6 bis 8% Anlaß gab. Th. Goldschrrndt-Aktien hoben stch um 7%. Bon Kaliwert«« lagen A'chersleben Kdliwerke-Aktie« bei einer Steigerung vo« 18V# recht fest, wogegen Weßeregl. Alkali-Aktien ihre« gestrigen Stand nicht behaupten konnten. Kolomalpapiere schwächten stch ab. Petroleumwerte sprachen stch wieder fest aus und erzielten weitere Kursgewinne. Von Bank-Aktien waren die Anteile bet1 Deutschen Bank gesucht und um mehr als 10V» höher, wogegen die Übrigen Bankwerte vernachlässigt blieben. In festverzinslichen Werten waren die Kursveränderungen nur unbedeutend. Die Devisenkurse. Wie«, 85. September. (Kurse der öfierr. Devismzeutrale.)! Amsterdam 8000.— (8000.—5, BerlmLOS.-(610.50),Zürich 4100.— (4100.—), Christicmia 8700.— (3700.—;, Kopenhagen 3700.- (8700.—), Stockholm 5150.- (6150.—)» Mark-RaM 500.— (604.50), Lei-Notm 5i5.- (515.—). Leva-Note« 880.-H -880.—), Schweizer Noten 4075.— (4075.—). Französisch' Noten 1700.- (1700.—Italienische Noten 1090.— (1000.—1 Englische Noten 850.— (850.—). Dollar-Noten 236.— (885.—) Nudel-Noten (Nomanowsi 280.— (280.—). Wien» 25. September. (Kurse im freie» Br, lehr.) Agram 247.— , biS 267.—, Budapest: Zahlung in Po^ sparkasiagrld 67.— bis 107.—, Budapest: Zahlung in gestempett» Noten 97.— bis 107.—, Ungarische gestempelte Note» 96.—( lüS 106.—, Warschau, Krakau in Poln. Mark 100.— biS 118.—^ Prag 402.— bis 428.—, Tschecho-slow. Kronennotm 5000« 401.— bis 487.-. kleinere 401.- btt 427.—, Nene DmaV roten 1000.— bjK 1050.-. ' Prag, 25. September. (Kurse der Dedismzentrale.) . .Amsterdam 2398.50 (2848.50), Belgrad 848.— «NB.—) Berlin 122.25 (122.25), Bukarest 142.25 (144.76), Sofia 101, (100.75), Zürich 1228.50 1218.50), Kopenhagen 1068.60 (1008. Stockholm 1618.50 (1478.50), Mailand 827.— (899.-). *“ 614.60 (518.60). London 289.— (265.-). New-Vork 7T*Ö0 0^ Wien 23.75(8880', Brüssel 648.60(540.50), Agram 61.50(61.6, Warschau 25.50 ( 25.—), Budapest 23.75 (28.50), Jugoslawin Noten 245.- (245.—), Marknoten 121.95 (121.96), Rmnünist Noten 188.25 (140.75), Bulgarische Noten 98.75 (98.—V Schweizer Noten 1224.50 (1214.50), Dänische Rote» lOSSM» (1004.50) , Schwedische Noten 1614.50 (1474.50), JtalienM Floren 824.— i326.—), Framöfischr Noten 611.60 (810.S0& Englische Noten von 1 Pfund Sterling aufwärtt 967." 263.—), biS 1 Pfund Sterling 266«— (269.—); gtMtfk' klinische Noten von 10 Dollar aufwärts 76.60 (74.60V tN» 1 vis 10 Dollar 76.50 (78.50), Oesterreichtfche gestempelt« Kronqr 22.75 (22.50'. Holländische 2898.50 (8343.50). Belgisch, 648.60 (687.50) , Polnische Noten 24.60 (94.-). Brett«» 26. September. (Devisenkurse.) Amsterdam 1978.— (1988.-), Antrmrp« U1MI {446.85), Christranra 864.10 (896.68), Kopenhagen 886.60s (856.65), Stockholm 1868.70 (1256.96), Helstngsvrs 18440 (175.80), Italien 258.70 (262.70), London 990.» (99VM. Netv-Nork 68.48 (69.98), Paris 483.55 (124.66), Schweiz 1091« (1081.50) , Spanim 921.65 (919.10), Wie» alle» 9197 Wien abgestempelt 26.97 (96.79), Prag 81.97'^ (80.66)) Budapest 20.19 (19.98). Berlin, 96. September. (Kurse der Devtsenpntraik) Noten: Dollar 62.85 (69.77•(,), Belgische 4I1J50 (1461. Pfund 220.26 (219.76), Französische 498.60 (494.60), YtÄttnisi 262.50 (260.-), Polnische 22.95 (28.95), Tschecho-slowas" 60.62'/, (80.20), Alte österreichische 19.70 (19.46), Oesterreichn gestempelte 19.46 (19.45), Rumänische 116.60 (Hl—), Gchwes 1024.- (1022.-). » ALrsch, 98. September. (Devisenkurse. — Mitgtteittdou Schweizenschen Kreditanstalt.) - j Berlin 9.75 (9.80), Holland 188— (10180), Mw-NoÄ 699— (621.-), London 21.72 (21.68). Paris 41.80 (4imJ Mailand 25.80 (26.60), Brüste! 43.60 (44.20), KopeuhagZ! 84.50 (84.75), Stockholm 124.- (124.76), Cbristiavia 82.25 (84.50), Madrid 90.80 (90.75), Boenos-AireS 980> l230.-), Prag 7.90 (8.10), Agram 6.10 (5.05), Budapest 2— (2.—), Warschau —(—.—), Belgrad 20.— (90,95), Men Geld 2.72V, (2 75), Wien Ware —(—.—), östrrr. gest.' Kronen Geld 2.40 (2.40), Sfierr. gest. Krone« Ware —— ( .—)• - Amsterdam, 25. September. (Devisenkmfe.)' l London 11,24 (11.24»/,), Berlin 6X2% (6X6), Paris 21.60 (21.77V,), Schweiz 51.90 (51.85),©len 1.85 (137%), Kopenhagen 48.80 (43.60), Stockholm 64.50 (64.60), Ljristtaniaj 43— (42m New-York (891—), Brüstel 92.7ü' (22.82V,), Madrid (47.10), Italien (18.80). Romraerz.’tiDiskoiito Banb-A. g Zentrale Pressbnrg ° Filiale Wien, l,. ' "-26° Teieplien 12358,18296,17408 Besorgung aller bnnkgescliäftl. Trsnssktloiten. Knt*} gegennahme Ton Geldeinlagen. Ansgnbe toä Einlage* bttchern. Vebernahme toh TermögensTerrraltnngon. Warenabteüung. (Nachtmuk v«b»tn».) Marienbad. ^-man. sondern eine überaus verwickelte Geschichte, die ^Warschau, und Marienbad spult, in 36 Briefen. 14 Billet-doux und 46 Telegrammen. Bon Scholem Alejchem. *■'5 Jüdischen übertragen von S j t g f r t e b S ch m i!j. ^33. Fort'eynng.'' Ich hoffe, daß Du dann ihm keine Briefe mehr sch^rben, k.üne Geheimnisse anvertrauen und anshören wirst, mich?,,l quölcn, »veil ich mich mit Odessaer Scharlatanen ahgebe, mit Kifchinewer Unmenschen, mit Lodzer Gigerln nnd dergleichen. Denn Dein Vertrauter, Chaim Sowser, ist. wenn Du's wissen willst, tausendmal ärger als sein Schwager Marjamtschik, obmo.hl der ein Scharlatan ist unb mich mit fernen Brieschen so geplagt hat. daß ich ihn bitten mußte, er möge es nicht mehr 'wagen, mir solche Briefe zu schreiben, weil ich sie sonst seiner Chancie schicken würde. Ich schick sie Dir zu- ^Qmnien mit hc-ri: von Chaim Sowker. damit Du siehst, daß beide cincmber wert sind und daß Du für mich keine Aufseher, leine Spione und keine Beschützer brauchst. Ich kann mit Gottes Hilfe nreinen Garten allein bestellen. Nimm nur zum Beispiel die zwei Unmenschen, Elche mit mir von Berlin gefahren find'unb sich auf dcm Bahnhof in Marienbad von rftir verabschiedet haben. Glaubst Du. ich hätte sie nicht später hier in Mariendad getroffen'.-' So sollen sie lebon? Jetzt sind sie nicht mehr fucr. Aber m der ersten Zeit haben sie mir vor den Augen oeru-ngetau?,r. Natürlich habe ich sie nicht augefchaut. getan, als kenne ich sie nicht . . . Dih bedauerst sie'? .Steine 'Sorge, sie waren nicht allein und verlassen. Es gibt genug Tamcn und Weibchen hier, es gibt hier eine Bronja Laufermann, L^jcic Bcauchftuhl, eine Scherenzüs samt ^iner Peteles und noch iuui't solche Tugendhrldinneü, ivetch? nicht wählerisch sind-, n^enu es nur ein junger Ma>m ist, der elUl.pl Hut i.rägt, so avanciert er bei ihnen sofort zum .fiavalier. Und gar solche Kavaliere wie die zwei Unmenschen, solche »'«•n'iuv«/' st'erle. inieman si.: nicht so bald findet. Der . ^uh::n ■: iiuv . stuft iy.«e'b;n >N!'> e.tn'u eint’ xiit'ioiQO gecriegl. hat, erzählt Witze, daß man unter seinen Händen sterben kann; und der andere fingt Couplets — da kann das Elysiumtheater' einpacken! Du kannst Dir denken, daß sogar, die ^Jamaikerin nicht widerstehen konnte, sie beim Brunnen sehr gnädig «rufgettommen und gleich ihren Töchtern Vvrgestellt hat. Erst später, wie sie vom Schadchen erfahren hat, daß die Unmenschen schon Frauen haben, hat sie ihnen den Laufpaß gegeben.N Aha, jetzt wirst Du fragen: Warum haben sie nicht gleich gesagt, daß sie verheiratet sind? Wie Marjamtschik? Und wie Dein- Vertranter Chaim Soroker? Der ist wahrhaftig schon verheiratet unb hat Kinder, die beinahe so alt sind wie ich; wie kommt es, daß er solche Liebesbrifchen schreibt? Und wem? Dicke Frau seines guten Fr^itndes^ die ihm änvertraut tvurdS, damit er <tuf sie achtgiSt! . . Du kannst mir glauben, Schlvjnre: Die Tränen, die ich gestern vergossen habe/ würden ein Meer bilden. Ich habe daran gedacht: Warum hab^ ich einem Teilen Martn heiraten müssen? Wäre es nicht besser gewesen, ich hätte mich an meinesgleichen gehalten? Nun — vielleicht wäre ich jetzt nicht in Marienbad!? Ich pfeife drauf! Alles in allem hat mir, wenn Du es wissen willst, Marienbad Nichts gegeben. Im Gegenteil, seit ich hier bin, habe ich mehr as? zwei Pfund abgenomm-eu. Ich habe den Doktor gesagt, was ich tun sott, und er sagt: „Mehr eisen, weniger'sranemngehe'r und, ivas die Hauptsache ist. sich nicht Herziveh machen, keinen Kummer haben." Wie gescheit ist der Doktor! Das weiß man ohnehin. Ich frage ihn. ob es vielleicht besser für mich wäre, nach Franzensbad zu fahren? Da sagt er, er habe gar nichts dagegen. Da dem soist. warum soll ich nicht rin wenig nach Franzensbad fahren? Man sagt, daß Fran?»ensbad von hier einen Katzensprung etitsernt ist. Franzeusbad ist ein Bad uirr für Fraiten. Und es ist — sagt man — sehr billig, halb umsonst. Bvonja Lausermann ist schon lang auf dem Sprüng nach Frarizensbad, Lejcie Brauchstuhl auch und die Schevenzes will mit der 'iiZekeles auch nachk-vinm^n. Sie tun, was ich tue. Wohin ich gehe, dorthin gehen sie auch und was ich tue, gefällt ihnen. Wenn tfjn Männer, die Itschc nifljcio sichen, u;a* ihre Weiber, tu Marieubad treiben. die würden sich freuen! Mer ich menge mich nicht in: fremde Angelegenheiten. Ich habe an meinen eigemn Sorgen und Leiden genug. Hätte ich, gewußt, daß' ich eine solche Kur hier irr Marienbad haben werde, ich! 'wäre nicht für eiüen! Haufen Gold hiehergefahren. Ich hätte nicht ans ben^ Rat meiner Base gehört und wäre nach Wiesbaden oder. Ostende gefahren. Dort gibt es ioenigstens ein Meersi', wo man baden kann. Mer hier? Man wird verbramrü .von der Hitze und beredet von den Weibern vo.n bew' Nalewki. Und durch wen? Durch Dich' und Deine „flittera1 Freunde", denen Du glaubst wie einem Rebben. Wenn Du seine „Liebesbriefchen" an mich gelesen hast, wirst Du hoffentlich einsehen, wer Chaim Soroker ist und wirst aufhären, ihm Briefe z« schreiben unihn für verschwiegen zu halten. Und wenn Du mir Geld schicken willst, so gibt es eine Post. Und was Du mir über meine Onkel schreibst, laß Dir ja nicht einfallen, ihnen einen Posten zu geben, denn wenn vielleicht nachher nicht alles glatt geht, so wirst Du wieder Gelegenheit haben, mir vorzuwerfeu, daß ich und meine Verwandten^ Dich zugrunde richten. Gib ihnen lieber'Reisegeld, damitsie nach Amerika fahren, dann wirst Du wissen, daß: Du sie einfür allemal loS bist, und fertig. Und ich bitte Dich: schicke mir keine Anweifungm mehr an'. Deine „gnteir Freunde" und „Vertrauten". Und gib um Himmelß/villen' «ilf die Wohnung acht und sage, Sure-Ruches, sie möge sich nicht einfallen lassen, fürden Winter Gurken einzulegen bei der Hitze, wo- Gurken noch dazu so sündhaft teuer sind. Und schreibe mir) ob es in Warschau auch so heiß ist wie hier, wo man stch nicht einmal zum Spazierengehen anständig an-« ziehen kann. Ich möchte schon erleben, von hier zu Gutem wegfahreit und in einen anderen Kurort gehen zu können. Das Marienbad mit seinen Kavalieren von den Nalejoli samt ihren Liebesbriefchen ist mir schon io zuwider (Gott möge mich nicht für solche Redc str?.si" ", dafi ich das attts nicht ,nehr jehe»i kann Bon mir, Deiner T$au\ - 'i- ■ , i . ' : ' (ttortjetzuri-i iolut.)