Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-09-25 · Heft 600 (25.9.1920) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 600 (25.9.1920)
Date
1920-09-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979678--05321-2991161
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr '#50 Wken. MEV 25. September 1920 Seite $i Die Wahlen. Wer die Versöhnung von Volk zu Volk will, Wer die WiederaufrichLung dev jüdischen Würde ersehnt, Wem die Errettung und Erlösung des jüdische« Volkes am Herzen liegt. Wen der Verrat der Wiener jüdischen Assimilanten a« ihren östlichen Brüder» empört, Wer die mannhafte Bekämpfung der antisemitischen Reaktion und die Erringung dev tatsächlichen Gleichberechtigung fordert, Der wirbt in ganz Oesterreich für die jüdischnationale Liste „Stricker « n d G e n o s s e h". Die Kandidatenliste der Jüdischnationalen. Die Iüdischuationale Partei hat-esckloffsri, in s Amtliche« Wiener Wahlkreisen zn kandidieren. Die jüdischuationale Liste lerntet: Abgeordneter Robert Stricker, Staatsbahnrat, Anitta Müller, Private, Adolf B S h m, Fabrikant, Gemeinderat Dr. L. PrafchSes, Rechtsanwalt, Erna P a t a k, Private, Karl Blume, Obmann de» Verbandes jüdischer Handelsangestellter, Emanuel Kaufmann. Baumeister. Gemeinderat Dr. Jakob Ehrlich, Rechtsanwalt. Die gleiche Liste wurde auch als Reichs- Me angemeldet. ' Die jüdischuationale Hauptwahlleitung befindet sich: II., Taborftraße 20 a. Achtung! Auskunftslokale im H. Bezirke East Weber, Obere Donaustraße 81, 6 bis 8 Uhr; EasS Durst, Untere Augartenstraße 1a, 6 bis 8 Uhr, Sonntag von 10 bis 12, 5 bis 8 Ahr; Caft Z e ißl, Gtvße Sverlgaffe 35, 6 bis 8 Uhr, Sonntag Vs 11 bis 12 Uhr; Restauration Baron, Große Schiffgafie 19, 7 bis 8 Uhr; CafS Reif, Stephaniestraße; CafS I gl au er, Taborstraße 49, 6 bis 7 Uhr, Sonntag 9 bis 11 Uhr; Cafö Blau, Rotensterngaffe, 6 bis 8 Uhr; Cafs Bürger, Praterstraße; Praterstraße 17, 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends; Caf6 Küffnet, Stuwersttaße 13, 4 bis 7 Uhr. . /.;-y- - ' m ■ Unser Auskunftsbureau für den XX. Bezirk ist: Karl Meißlstraße 5, Tür 1; für den EX. Bezirk: Liechtensteinstratze 11, Tür 13. Für den!V. bis V. Bezirk täglich von 9 bis 4 Ahr nachmittags, IV., Favoriienstraße 21, Telephon 53.426; von 4 bis 8 Ahr abends, IV., FaodrileUftraße 42, I. Stock (Max Strauß), Tel. 58.699. Für die Bezirke VI bis VIII: Auskünfte in Wahumgelegenheiten, V!., Amerlingstraße 19, Hofstiege täglich von 9 bis 2 Uhr nachmittags. Das zionistische Bureau, X.,Favoritenft r a ß e 130, erteilt Auskünfte in W a h langelegenheiten täglich von 3 bis 6 Ahr nachmittags Für dt- Bezirke XVI imd XVH Anskitnft« t«glich zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags, XVT., Brunnengasss 41. i Da» Füdischuationale Wahlbnreüu für öäS Viertel unter dem ÄZienerwald (Borort Wiener-Neustadl) befindet sich in Mödling, EWrsdorferstraße 6 (Telephon Mödling 223/Vl> unb amttert täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 7 bis 8 Uhr abends. Ipterurbane Gespräche zu jeder Tageszeit Telephon Mödling 209/Vlll. — Auskunstsstelle für die Bezirke Winer-Neustabt und N e u n k i r ch e n Kanzler Dr. Leopold Bauer, Wiener-Neustadt, Hauptstraße 30 ^Telephon 343), täglich von 3 bis 4 Uhr nachmittags. Das Iüdifchnationale Wahlburean für das Viertel ober dem Mannbartsberg (Kultusgemeindesprengel Krems) befindet sich bei Karl R e byahn, Krems, Telephon 40. * Heute, Samstag den 25. d. M. um Uhr findet im Re st a u r a n t G o l d st e i n, U., Z ir kusgasse 3, eine WShlerversarritrrlNug statt. ResetemeN: Die Kandidaten Abgeordneter Ättgenieur Nyhert Stricker, Anitta Müller. *■ % Die für Sonktag den 26. d. M., VslO Uhr vormittags im Cafö Rembrandt angekündigte Wähler- Versammlung findet nicht im genannten Lokale, sondern zm selben Zeit i m A n g a t t t n * fc i n o, " Untere Aützärtettstrnße 2;>, statt/ Die Zionistische Dezi r k s f c k t i o n F a v o r i t e n - S i rn m e r i u g ucranjtaltet morgen, Sonntag, den 26. d. M., Vs 10 Ubr vormittaos. in Mafaryk über die Krise 1« der tschechischen Sozialdemokratie. Prag, 24. September. Präsident Masarhk hielt an die Pribramer Arbeiter eine Ansprache, worin er u. a. ausführte: Euer Redner hat die Krise der sozialdemokratischen Partei berührt. Ich will euch einige aufrichtig gemeinte Worte über diese eure Krise sagen, worin sie besteht. Stellt euch nur recht dor, was es bedeutet hat, daß die sozialdemokratischen Parteien neun Minister und einen Kammerpräsidenten hatten. In ganz Europa )at es keinen Staat gegeben, wo die Sozialisten eine so hervorragende Stellung gehabt hätten. Wir hatten siebzehn Minister: davon waren die Mehrheit Sozialisten. Sie hatten jedoch in der Partei Widerstand gegen sich. Eure Minister sind aus der Regierung ausgetreten. Die Gründe dieses Austrittes beruhen in der Krise der Sozialdemokratie und des Nationalsozialismus. Ich habe die Dinge von Anbeginn, mit wirklichem Interesse beobachtet und kann nichts tun, als euch alle aüffordern, die Verhältnisse recht ruhig zu beurteilen. Aufrögen, Genossen, ist kein Plan. Auch Begeisterung ist lew Plan. Der feste Wille selbst genügt nicht, wenn nicht Besonnenheit und Verständnis vorhanden ist. Und seid msbesonders gewiß, daß zur Ueber- Windung der Krise, in der ihr euch befindet/ Köpfe und nicht Fauste notwendig sind. Der Präsident kam dann aus Rußland zu sprechen und sagte: In Rußland gibt es weder Kommunismus noch Sozialismus. Das Volk ist dort ünalplMbetifchj und Marx und Engels haben sich an ein Proletariat gewandt, das wissenschaftlichen Sozialismus^ Knut und die Philosophie Hegels und. Fichtes fortsetzt. Rußland ist agrarisch und der'Dauer kennt nur PribaWeiiLum. Die russische Methode kann für Lpis nicht passen. Mahre Demokratie wird nur dort seich wo jeder einzelne licichdenkt und für den Sozialismus erzvgött Wird. Zch habe mich in meiner Botschaft für die 'Sozialisierung erklärt. Es wird glieft allmählich sozialisiert werden. MM wird mit dem beginnen, was hiezu reif ist, nird gerade euer Gebiet, Bergbau, ist das erste. Ich bin fest überzeugt, baß wir nach der V'^u«.gsftuse unserer Nation dies in Frieden und gegenseitigem Einvernehmen machen können. Hofsmanns Rofenf81eit, X., Favoritettstraße 89, eine öffentliche Generakvhrsamml u n g, in welcher Abgeordneter Ingenieur Robert Stricker über die politische Lage nnd die bevorstehenden Wahlen sprechen wird. Heute Samstag halb 8 Ahr abends ick Reftanrant Gvldftein, 2^ VtMK, Airknsgäffe 3 WähLerversüAMlUttg Sprechen werden: Abg. Ing. Robert Stricker, Frau Anitta Müller. Tagesbericht. Die PaUPma-Wandernng dnrch düs gastfreie Oesterreich. Die österreichischen Behörden tun ihr M-euschenmöglichstes, um sich im Ausland in Verruf zu bringen, uns gegen die Außenwelt mit hermetischen Mauern Übzuschließen und jede Möglichkeit, die für Oesterreich von Nutzen sein könnte, durch, dumme und engherzige Maßregeln in ihr.Gegenteil zu kehren. Palästina wird sich in absehbarer Zeit für eine großzügige jüdische Einwanderung eröffnen Und das österreichische Durchszugsland könnte davon manchen Gewinn haben. Während sich nun zum Beiipiel Itäkierr rechtzeitig. bemüht, den jüdischen Aüswaubererverkehr in seine Häsen zu ziehen und alle möglichen Vergünstigungen in Aussicht stellt, läßt sich der Ton altösterreichischer „Diensthöfltch? keit" ans der jungen Republik söWndernmßen vernehmen: Das Staatsamt für Inneres nnd Unterricht hat in einem Erlaß die pälitischen Behörden darauf aufnrerksaM gemacht, daß nach Mitteilungen der zionistischen Organisationen 6er bereits begonnene Durchzug Mischer Auswanderer nach Palästina, in der nächsten Zeit gvoße Dimensionen attNehinen wird. Düs Staatsamt trägt aus diesem Anlaß den Behörden, insbesondere den Gemeindevorstehern Und den Gendarmerieposten auf, strengstens darüber zu wachen, daß die Auswanderer nach Palästina Oesterreich nütz durchwandern, nicht aber in Oesterteich sich niederlassen; denn es bestehe die Gefahr, daß^ insbesondere Flüchtlinge aus den nordöstlichen Staaten die Palästtna-Wandernug zum Bvrw and nehmen, sich dauernd in Oesterreich niederzulassen. Sollten solche Wahrilehmuugen gemacht wer-' den, so wird das Staats amt die Einstellung der Durch- Mndetung durch Oesterreich beim Staatsamt für AenßereZ beantragen. Alle Palästina-Wanderer müssen bei Durchwandetuug dnrch Oesterreich sich vorschriftsmäßig mit österreichischerseits vidierten Msstn ausweisen. Lebensmittel haben die Auswanderer selbst mitzusühren, in Oesterreich können sie solche nicht erhalten. Lebensmittelkarten dürfen ihnen nicht ausgefolgt werden. Wie man sieht, besteht die alte Kkvalition nach. Wozu die Neuwahlen 2 Kein Streik der Pvstangestellten. _ Die Postangestellten haben sich in den -gestriges Verhandlungen mit den ihnen gemachten Zusicherung«» einverstanden erklärt und auf die Durchführung ihre, Streikabsicht verzichtet. Die Einigung ist auf' der Grundlage des Entwurfes erzielt' tvorden, den der Gewerkschaftsverband ber Postangestellten bezüglich' küiiftigeu Besolduttgsverhältnissr dieser Angestellten^ lategorie allsgearbeitet hat. Dieser Entwurf soll zm Grundlage eines GestjiLs gemacht werden, das noch in der Herbsttagung der Nationalversammlung verabs schiedet werden wird. Mr Gesetzentwurf wird die Re^» gierung ermächtige^, jene Po stau ge stellten, di? aus dem System der für alle StaatSangestellten gültigen Dienst« Pragmatik ausgeschaltet und in analoger Weise wie die Staatseisen'üahnangestellten behandelt werden wollen; ihrem Wunsche gemäß in die neue Kategorie eingeteilt werden. .Jenen Postangeftellten aber, die in Genufit! der ihnen durch die Dieustpraatualik gesicherten Bezügg verbleiben wollen, wird dies, unbeschadet' ihrer. sonsttgeu DieusMlkteilung, gestattet. Nachdem die Grundlage für die Vereittbarüng bereits in einer Konferenz im Staatsmute für VerWrstveM geschaffen war, schLWte sich der Kab inettsraL mit diesem Gegen-l stände. Der vormittags zusttMtNöngStreteue HauptauS^ schuß, au dessen WratUttgött auch der Staatssekretär für Verkehrswesen Dr. Pesta teilnahm, nahm die Vorschläge der Regierung nach'kurzer Beratung a n nnd demenisprecheud wird sich die'Nattotta!versamm> lung be.ÄtS in der nächsten Woche init dieser Frage Veschüsrigen. - " . 0 .Stxerk der Krsnkrnkaffe«8rzte Wiens ' Die zwischen beit Vertretern der Wiener ärztliches Kränkenkasseuotgünisationen und den Leitungen -kor Krankenkassen gepflogenen Unterhandlungen habest - M etwiistschte Einigung nicht herbeigefiihrt. Die Aekfftö erklärten sich Mit den ihnen gemachten Zugeftändstissttt' nicht einverstanden und beharrten entschiedest!! auf der restlosen Erfüllimg ihrer Forderungen.' In einer gestern abends im Saale der Gastwirtschaft: Riodhof stattgefundesten Versammlung der Aetzte des! Verbandes der Krankenkassen und der Wiener Bezirkskrankenkasse, bereit Vorsitz der Präsident des Verbandes der kassenärztlichen Vereinigungen Deutschösterreichs/ Meftizinalrat Dr. S t r i tz k o, führte, wurde auf Grund der Referote über Mif resultatlos verlaufenen neuen Unterhandlungen beschlossen, folgende Kundmachung att die Mitglieder zu richten: * '' ■ „Die Kassenärzte beziehen gegenwärtigmit allen Teuerungszulagen zirka das Vierfache des Friedensgehaltes, das ist pro Tag 24 bis 66 Kronen, je nach dep Dienstzeit. Da diese Beträge bei der jetzigen Teuerung mcht einmal ausreichen, die Regieauslagen fiir per, kassenärztlichen Dienst zu decken, daher die Arbeit fast' umsonst geleistet werden mutz, haben die Kassenärzte bereits am 1. Juli 1920 die Forderung nach Erhöhung, ihrer Bezüge auf das Acht- bis Zehnfache des Friedensgehaltes (pro Tag 48 bis 110 Kronen) verlangt. Die Krankenkassenleitungen haben diese Forderungen nicht bewilligt. Jstdem wir es den Mitgliedern überlassen, sich ein Urteil über die Berechtigung unserer Forderungen "Zu bilden, teilen wir mit, Latz die Kassenärzte ab 10. Oktober 1920 den kassmärztlichen Dienst fiir die Wiener Be^ zirkskrankenkasse und den Verband der, .Krankenkassen Wiens und Mederösterreichs einstellen und die Mitglieder als Privatpatienten gegen die übliche- Bnrbezahlung behandeln." Diese Kundmachung besagt ausdrücklich, daß nur dev krankenkassenärztliche Dienst eingestellt wird, den ein-, zelnen Küssenmitgliedern wird die ärztliche VebandlunG nicht verweigert, so datz sie eine Schädigung ihrer -Gesundheit nicht zu besorgen haben. Dslö HeimtransvorL der Kriegsgefausjcneu, , In einer gestern stattgefirndettöu SihMtg de'- Staatskommission für Kriegsgesangenenheimbefürderung and AttgelbtzMheiten döe >Avilinkr'.ÜLrttn -etstaittte b?v Hstttttzleiter Sektionschef Hänouschek einen anSsnhrllchen Bericht, ans', dem Unter anberenl folgendes berrorgeht: Das Küstengebiet in Ostafien ist init detti Abgehm des Dampfers „Nankei U<tm" am 9- Septeniber volllovrmM von DtutschösterreicheriL evakuiert; freltöglig zurückgeblieben sind zirka 100 Kricg-rgesangenv. Der Dampfer „Rankri Maw" bringt 1250 Oesterreicher und 120 Schnnkkrünke aiwerer Nationen nach der Heimat. Alle östlichen Lüget bis Ts'chita sind evakuiert. OtzerftMinM Vaü bür hellen traf am 6. $imt. d. in Äladilvostok ein, setzte sich sofort mit allen £yimhiomiwii in Verbindung, besuchte die bestes,enden Lager und leitcie den Mtranspott in die lgZeA. Die weiteren Abtransports erfolgen derart, daß züerst die Invaliden und Kranken, wofür die Beutteilung des Arztes utaßgeSend ist, in zweiter Linie die ich Fachre 4816 Und früher gLbobjten, in brittcr Linie dir rm Jahre 4876 und. früher Gebornen, m dritter ' Anzahl der in o.'.r vk >u,genschast zu gebracht"« Monate berücksichtigt w?tdtn; -Innerhalb det einzelnen Gruppen erfolg! die Entscheiditttg nach den: Lebensalter. Aus eine Bitte, des OberstleninMits Äauderhsllen wird das amerilnnifche Note Kleuz sich auch der neUangelommenen Kriegögefangeuen iirr Küstengebiet annchm.'n. Für die spätere sind Dämpfer, in Aussicht gestellt, behUfs AbtrauSpvrtes der ans nnd MstsibirtM erntresfenden Ktiegdgefaugene». Bon wostök aus gillg btt Schweizer Atzt Dr. M o n t a u d o u Mit bem Auftrag gegen Gesten, - die Ävakuiernng DidirieuF. gegen Wladiwostok durchzuführen. j&M'.vx y.ol i.: iM.i* fein .Mg>. '.HW

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.