Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 593 (17.9.1920)
- Date
- 1920-09-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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->iF- Wien, Freitag - ^ken Stelle, der Vorführung der Vierzehnjährigen durch Den Wüstling (da doch die Vorgänge alle Aufmerksam-- ^Zeit auf sich lenken), die zusammengeflickte, der Szene Mr nicht angemessene Literatursprache HHchst peinlich -empfinden. Und wahrlich! Die erotischen Ereignungen. Die reichlich gebotenen Entblößungen üben beim Zu-- Hörer auch ihre Wirkung aus. Wir fürchten, daß viele jSeute höchst „angeregt" das mißbrauchte Theater verfassen. — Ukber die unsinnigen kubistischen Kulissen, -Line arge Entgleisung der Regie, sei besser geschwiegen. V Der Gewinn des Abends waren die Leistungen einiger Schauspieler. Fräulein Pauli spielte das Kind -so rührend einfältig, dann so fassungslös unglücklich und schließlich mit jener dumpfen Ergebenheit eines verprügelten Tieres soergreifend, daß ihre bloße' Erscheinung, ihre stumme Geste erzielte, was der Hlutor mit seinem Dialog sehr behindert: Sie erweckte' tiefes Mitleid. Den Damen Förster, Hetsey und Neustädter sind künstlerische Leistungen von guter Linien- Führung zu danken. Insbesondere die geistvolle Frau F 5 r st e r wußte in Abgründe des Kupp'lerwcsrns hineinzuleuchten. Wie sie im ersten Mt durch behäbige Gemütlichkeit und Breitspurigkeit ihre Opfer aus dem Kleinbürgertum vertrauensselig macht, wie sie dem gutzahlenden Abnehmer ihrer Ware den Ueberrock abnirmnt, ihm mit den Blicken infa den seltenen Leckerbissen ankündend, wie sie dann bestialisch roh wird, ist seltene Kunst der Charakterisierung. Auch Herr Egerer, der als Verführer einen unmögljchen^Text zu sprechen verurteilt ist, in Maske und Haltung vortrefflich. Umso bedauerlicher das Verhalten des. Publikums, das rücksichtslos die Darsteller mit Tumultszenen störte, als dürfte es mit den Nerven der Bühnenkünstler nach Belieben schalten und walten. Wir 'empfehlen ein Propagandastück, in dem das verehrte Publikum belehrt wird, wieviel Mühe, Enttäuschung, 'Sorge, Aufregung der Beruf des darstellenden Künstlers mit sich bringt, wieviel Hingabe er fordert Damit die Ersteher der Eintrittskarten die Akteure jetwas respektvoller hehaAdetn. 0. A. Der Theaterstreik beend et. r Nach den Beratungen und Verhandlungen Mischen Schausfpielem und Tbeaterdirektoren, die m der Nacht von Mittwoch tauf Donnerstag unter Vorsitz des Landeshauptmannes S e v e r istattkandcn und bis in die Mo'geustunden wahrten,' kam es!rndlich zu einer völligen Einigung zwischen Schauspielern und Direktoren. Zuerst wurde eine Einig u'n g, die Operettentheater betreffend, erzielt und nach langer Debatte gelang es auch mit den Direktoren der iS p r e ch t h e a t e r zu befriedigenden Resultaten zu kommen. 'Somit ist der Streik beendet. Gestern, Donnerstag, -wurde bereits an allen WienerBühnenges ptel t. Aus den Theatern. t;', 3m DeutfchenVolkstheater wurde für heute. Krettag, V-6. Uhr und Sonntag den IS.d.M., 6 Uhr, au st", Für Samstag den 18., 7 Uhr, Wildgans' dramatische Dichtung >L i e b e" und für Sonntag nachmittags, V-3 Uhr, zu volkstümlichen Preisen ohne Bvrnmkgcbühr Anzengrubers „Der P f a r r a r.v o n K i x d) t e l b" angesetzt. Den Spulplaq der K a m m e r s p i e l e bildet für sämtliche Abendvorstellungen bis auf weiteres Wedekinds „Schloß Wetterst e i n". Sonntag den 19., nachmittags 3 Uhr. gelangt Wilbgans' dramatisches Gedicht J un u t" zur Aufführung. — Die Direktion des Deutschen Volkstheaters und der Kammerspiele teilt mit, daß das Geld.für die vorausgelösten Karten zu den mährend d e r S t r' e i k t a g e ausgefallenen Vorstellungen heute und m o rgeu (Samstag) tut c an den Tageskassen der beiden Bühnen Während der üblichen Kaffenstutiden zuruckerstatret wird, k , Ju der Renaissance-Bühne gelangt heute, Freitag, nach kurzer Unterbrechung 7 wieder; - das erfolgreiche Lustspiel „Pap a" von Flers und CaillayetMt Harry W a l d e n als Graf von La?zac zur Darstellung. Die Vorstellung beginnt um 3/47 Uhr. Der Kartenverkauf findet ab. heule Ln den beiden Tageskassen statt. ‘ \- Der Spielvlan der während des Streiks geschloffenen Operrttenbühnen lautet: T h e a k e r a n d e r W i e n. Täglich : „D i e b l a u e M a z u r". Anfang 7 Uhr abends. — Carl-Theater. Täglich: „L i e b e s r aus ch". Anfang Z/,8 Uhr abends. — Raimund-Theate r. Täglich: '»W ienerBlu t". Anfang 7 Uhr. f Der Spielvlan der Urania für heute lautet: fl,6 Uhr (Kleiner Saal): Architekt Otto P o l a k - H e l l w i g, ^Dom Wohnen". I. § Uhr (Großer Saal): Spielvpernabend. Mitwirkend: Overnsängerin Rosa Wag schal, Opernsänger Oskar Neruda. Am Klavier: Dr. Hans P le s. Uhr: ^Kleiner Saal): Universitätsprofeffor Dr.'Viktor B i b l. „Berühmte Männer und Frauen aus der Zeit der französischen Revolution", ttl. V,8 (Kurssaal): Professor Dr. Karl Weczerzik, »Das Kalenderjahr, seine Einteilung und seine Feste", l. V-8 Uhr (Klubsaal): Dr. Josef Zuth. Jnstrumentalkurs für Gitarre und neuzut ge Laute für Anfänger, II. — Samstag den 18. d. M.. 788 Uhr, wird Karl'J äqer seine mit außerordentlichem Beifall ausgenommene Vorlesung „Aus dm Schriften von Ludwig Ganghofer" im Kleinen Saale der U r a n i a ^wiederholen. - f Konzert Fleta. Die Saison bat begonnen- Vor Her gewichtigen und sozusagen vfnz'ellen Erönnung durch den Mahler- Zyklus ein leichtes Starpräludium. Michele Fleta ist in W'en berühmt geworden. Im Gastspiel der italienischen Stagione fiel /er zunächst wenig aut, bis er eines Abends den Cavaradosfi sang -und mit der Arie des letzten Altes dm großen Publikumserfolg Zerrungen hatte. Nun will alles immer wieder d'ieie Ariebüren, jm der der junge Fleta die eckt italienischen Atemkünste seines zauberhaften Planissimo, den Glanz seiner hoben Schwelltöne mnd die etwas bühnenmäßig aufgesetzte „Träne in der iStinirne" bewundern läßt. Sie entieffrltr auch im iKonzertsckak Stürme non Begeisterung. die nicht «her ruhten, als bis die Träne neuerlich zum fließen gebracht war. , Auch in den vorangehenden Arien von Puccini. Leoncavallo und Meherbeer erwies sich das Büluosentum des Sängers, das über ftlrine Schwächen des Organes geschickt h-nwegzugehen weiß, als ffiegreich und ein hübsches argen ünisch cs Volkslied ließ auch den LMWMMtHünstle; erkennen. Fleta zählt hmt; schon zu den ersten. Wiener Morgenzeitung Tcnören und wird, wenn er nicht in Routine erstarrt, das Erbe der großen Namen seines Beuifcs aniicten. Angela E n g e l spielte paffenderweisr einiges nicht Unbekanntes von L sst in den Gesangspausen und fand m't schonen teckn-schen Letstunoen ihren Separater folg. Der Klavierbegleiter der Gelänge aber hätte nicht erst ans Mailand geholt werden müffen. Das treffen die Di mer noch immer bcffer. Dr. K. M. , Kunstnachrlchte». Die. bekannte Pianistin Poldi Sperling hat in Holland mit glänzendem Erfolg konzertiert. — Ludwig Donatb vom Deutschen Volkstheater wurde als erster, jugendlicher Liebhaber an die Münchper Kammerspiele engagiert. Der Absolvent der Kapellmelsteischule an der Wiener Akademie, Erich S t e k e l, wurde als Solokorrepetilor an die Wiener Sraatsoper verpffichtet. Kabarett Nixe. Mittwoch den 15. d. M. fand die mit größter Spannung erwartete Premiere vor einem überaus zahlreichen. den besten Kreisen angehörenden Publikum statt. Die großen Erwartungen, welche die Auszählung der Stars des Repertoires allgemein erweckte, wurden durch die Leistungen der einzelnen Künstler weit mehr als gerechtfertigt.'.Ganz besonderen Bertall fand der von Direktor Gelbard inszenierte ,Nixe"-?anz. welcher mehrere Male zur Wiederholung gelangen mußte. Ohne jede Ueberhebung kann gesagt werden, daß das Programm des neuen Kabaretts einen Erfolg hatte, wie er in Wien (eit Jahren nicht verzeichnet wurde. Zu dem glanzenden Eindruck der Vortiihrunaen trug auch wesentlich die prächtige Ausstattung des Lokals bei. tu dem sich jede'mann sofort heimlich siihlre. Allgemeinen Anklang landen Küche und Keller, welche den verwöhntesten Ansprüchen vollauf genüaten. Das Kabarett „N xc" hat sich schon mit seiner Eröffnungsvorstellung eine führende. Stellung unter den Vergnügungslokalm gesichert. % ....- Sport. Schauturnen in Ungarisch-Brod. * Am 29. August veranstaltete der Jüdische Turn- und. Sportverein Ung,-Brod unter Mitwirkung der Brudervereine Nng.-Hradisch und Gaha ein öffentliches Schauturnen. Dem Feste, das in Anbetracht der überaus ungünstigen Witterung nicht im Freien ftattsindew konnte, wurde allseits von der jüdischen Bevölkerung ein rggeß und wohlwollendes- InterLsse entgegengebracht. Der erwartete Erfolg blieb auch nicht aus. Obwohl das Turnen in einem den »Anforderungen fast nicht entsprechenden Saale stattfand, nahm es emen sehr günstigen und der Zukunft der Vereine vielversprechenden Verlauf. Die' strammen Freiübungen und die sichere Beherrfchnno der Geräte hinterließen bei allen Anwesenden den Eindruck, daß die jungen Makkabims ihre Aufgabe mit vollem Ernste, auffassen und -es ist die sichere.Gew ähr vorhanden, daß die körperliche Erziehung der Jugend in guten Händen liegt. Die braven öeistungen der Gäste, die zuin ers-olgreichen Gelingen des Festes so viel beitrugen, werden den Bruder Turnern und' Turnerinnen sicherlichals Ansporn zur weiteren Arbeiti dienen. Nicht unerwähnt sei das hervorragende Können, und die unerinüdliche und aufopfernde Mitarbeit des fl. Turnbruders Benno Weil aus Ung.- Hradifch, dem an erster Stelle das Gelingen des Festes zuzuschreiben ist. ' „ " Jüdischer Sport in der Slowakei. Wir erhalten -zu unserem in der Vorwoche - erschienenen Artikel „Jüdischer Spott m der Slowakei" eine Zuschrift des Sportklubs Makkäbi, Preßbürg/ der wir gerne Raum geben: „Bezugnehmend auf. den von Ihnen gebrachten Beucht, iü welchem der Eperjeser jildische Fußballklub als der älteste in der Slowaket bezeichnet wird, erlaube.ich mir. Ihnen höstichst 'mitzuteilen, daß dieser Tttes dem Sportklub Makkabr, Prepburg, gebührt. — Ec st Mittwoch (Feiertag) hat Makkabc drei Siege zu - verzeichnen gehabt, und zwar: Makkabr Jugendmannschast gegen Preßburger Athletik Jugendmannschast 3: v. MakkaÄ II gegen Merkur l 8 :1, Makkabi l ll gegen Privatbcamten l (P. M. T. K.) I 0:0. Am gleichen Tage hat unser Läufer Kov^cs bei dem gioßen Sportfest im 800-m-Laufcn den l. Prxis gewonnen. Maffäbi,'PreßbÜrg, hat. außerdem eine SchwimMsrkllon, in welcher gegenwärtig 18 Schwimmer fleißig trainieren, um - zum nächstjahrigm Schwimnieeting herauskommep zu können. Weiters besteht eine Tennissektion, in der ebenfalls fleißig^.gearbeitet 'wird- Nicht unerwähnt soll du literarische Smion bleiben/. -bei deren allwöchentlichen Zusammenkünften ausschließlich jüdische Schriftsteller: gelesen werden." Hechawer. Heute ab J/a8 Uhr Schwimmabend für Damen und Herren im Beatrixlrad, Hl., Münzgaffe 5. Sloy»»—Cricket 2:1. Am Mittwoch nachntittaas fand dieses McisteMattsspirl statt, in welchem du Cricketer, obwohl sie mehr vom Sv'cle hatten, eine knappe Niederlage in Kauf nehmen mußten. Bei Halbzeit führte Slovan 1:0. StLdtewettkampf Wißn—Verlin. Dem Städtewettkampf Wien—Berlin im Schw'mmen folct diesen Sonntag jener in der Leichtathletik. Wenn auch die Aussichten der Wiener Vertreter nicht gar so schleckt find wie im Schwimmcn, so darf man doch nur et»f ganz wenige Erfolge irchnen. Wien wird unter anderem durch die Hakoahnec Jenö Weiß (1500 m) und Wurm (5000 m) vertreten sein. Hakoech—Admisa. Diesem Wettspiel der Seiden alten Rivalen, die Sonntag zum ersten Male in der Meisterschaft der l. Klasse zulämmentreffen, wird in allen Sportkreisen mit größteiii Interesse entgegengeiehm. Die Ausstellung der Hakoflh-Manntchast ist noch nicht sicher, sie wird wohl aus folgenden Sp-elern nominiert werden: Halpern, Scheuer, Trümer, Grünfeld. Slutzku, Pollak, Nußbaum. Molnar. Gansl, Pollatschck. Häusler. Katz. Finko. —» Der Vorverkauf für dieses Wetlsviel, dem das Me sterschastssvirl Srniniering—Floridsdorfer A. C. voraüsgehr, wurde bereits im Sportwarenhaus Stadion, II., Obere Douaustraße 43, eröffnet. Sportklub Hakvah,: E^raz. Die erste Mann'chaft und ,dre erste Zungmannt'chaft spielen am Sonntag den 1!>. d. M. in Mirrrzüschlag gegen den darilgen Arbeilcr-Turii- und Sportne,em. Es ist dies dcr eiste ober steirische V^reitt. der gegen dre Hakoah ein Wettspiel austrägk und damit dem Standpunkt der arischen Turner mwiderhandelr. Svrelrr und Schlachtenbummler treffen sich Sonntag um 3/46 Uhr früh zur gemeinsamen Abfahrt i. lp hrr Hall« des Hguplbahnhojes, (Bei jcdstz WittttUUg.). 17. 'September' 1Ö2Ö ^Nr. 593 Hakoast-Touristkksektiori. Dir fiitj heute embernfenk Bollveisammlung mußte wegen technischer Schwierigkeiten verschoben werden. j Jüdischer AthletiK-Klub Training: Mittwoch» ' von 5 bis 7 Uhr, Samstag, von 3 bis 6 Uhr am Sportplatz Albettgaffe lFrotzlers Eislamptatz'). Mitglirderaufnabme jeden DienStag 8 UKr abends im Clubcafs „Neuland", XVI., Thaliaj strafte 28, jeden Samstag. 8 Uhr abends. Splelerversammlunm Schrif'liche Anfragen an Fritz Fürst. XVH., Dornervlatz 10{ Die Svieler der l. und H. Mannschaft haben sich Samstag deh 18 d. Mum 8 Uhr abends im Casö „Neuland" rinzufindech (Ausg 'be von Fußballschuhen.) Die Bereinsleitung veranstaltes am 20. Oktober gemeinsam mit Makkabr XVl/XVU ein Gründung^ fest. Sämtliche Svoiikolle'ginnen und -Kollegen beider Vereint werden gebeten, Montag den 30. d. M. um Präzise V,7 Ubi abends int Tmmlokal, XVI., Rötzergaffe 9 bis ll (im Hofe rechts) zpr konstituiekendc» Komitecsitzung zu erscheinen. Gerichtssaal. Der Goldschatz des geMchteten ungarischen Rennstallbesitzers. -j Vor kurzem ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichtühofes über eine Beschwerde herabgelangt, die der Rennstall-, Realitätennick Mühlenbesitzer Hugo Kir nbau er in Körmend (Ungarn) gegen das Safe-Sperramt in Wien erhoben hatte. Das S^fe-Sperramt hat dem Beschwerdeführer den Lluftrag erteilt, feine' itt. der Oesterreichischen Länderbänk.verwahrten.G.oldmünzen binnen acht Tagen bei sonstigen Straffolgen' abzuliefern. Dagegen hat Kirnbauer die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof eingebracht und ausgeführt, daß er weder in Oesterreich feinen; Wohn sitz habe noch hier jht' einer erwerbsteuerpflichtigeni Wei-e geschäftlich tätig, war. /Das Safe-Sperramt. habe die Ausfolgüng des Goldschatzes verfügt, weit er mit seiner Gattin seit 17. Juni 1919 Bei seinem Schwiegervater, beut1 ehemaligen Hofbäcker Breunig, Singerstraße 21, polizeilich gemeldet war und auch im Jahre 1918 sich in Wien aufhieli. Er habe seinen ständigen Wohnsitz m Ungarn. Der Verwaltungsgerichtshof hat der Beschwerde stattgegebcn. Der Volkswirt. Eine Krone -- 2.85 Centimes Geld. Gestern notierte in Zünch: 1 . die österreichische Krone Geld . . 2 85 (2.9772 am 15. Septembers die österr. gestempelte Krone Geld 2.75 ( 3.50 am 15. September) die tschechische Krone. * . 8 75 ( 9.— am 15. September) die Mark. . . . 10.10 (10 60 am 16. September) Agram.. . . . . . 5.40 540 am 15. September) Warschau . . . . . . ... am 15. September) Budapest. . . . , . . . . 2.10 ( 2.30 am 15. September)! , Regelung der österreichischen Schulden an ’ englische Staatsangehörige. Ms Ergebnis der vom Herrn Staatssekretär Reisch irr England gepflogenen Verhandlungen ist eine vom. .27. Augrtst datierte Mitteilung der englischen Regierunghier eingetrofsen, welche heute im amtlichen Teile der „Wiener Zeitung" veröffentlicht wird. Gleichzeitig er-? scheinen zwei Vollzugsanweisungen, -welche die aus Grund der englischen Note erforderlichen Verfügungen treffen. j Die englische Note enthält gegenüber den Bestimmungsn des Frredensvertrages eine Reihe wichtiger Erleichterungen, die zwischen der englischen und der österreichischen Regierung bezüglich der Rückzahlung der privaten Vorkriegsschulden vereinbart wurden. Die - englische Regierung hat erklärt, daß sie für Großbritannien und die britischen Kolonien und Protektorat? Mit Ausnahme von Aegypten -die Abstattung der privaten Verbindlichkeiten. in den im Artikel 248 des. Friedensvertrages vorgesehenen Clearingverfahren. du«ch- (Zuführen wünscht.- Hinsichtlich der englischen Dominien f Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika sowie bezüglich Indiens hat sich -die britische Regierung eine Erklärung innerhalb det Zeit bis 27. September 1920 Vorbehalten. j Hiedurch soll jedoch und dies ist eines der wesentlichsten Zugeständnisse Großbritanniens — die Möglichkeit privater Vereinbarungen in einem ähnlichen -> Sinne, wie sie in dem mit Frankreich abgeschlossenen Uebereinkommen vom 3. August 1920 vorgesehen sind. < keineswegs ausgeschlossen werden Doch bedürfen, derartige Vereinbarungen österreichischer Schuldner mit ' englischen Gläubigern in jedem Falle der Genehmigung der beiden Ausgleichsämter. Der österreichische Schuldner, der mit seinem englischen Gläubiger eine Vereinbarung über die Art der Abstattung seiner Verbindlichkeit ge- ' schlossen hat, ist verpflichtet, sie mittet eingeschriebenen Schreibens dem Abrechnungsamt, Wien, 1. Bezirk, Stubenring 8, mitzuteilen. Das Abrechnungsamt wird! dann seinerseits die erforderlichen Verhandlungen mit dem englischen Clearing Office durchzuführen haben. Vor Genehmigung durch die beiden Ausgleichsämter ist jede Zahlung oder sonstige Begleichung verboten und strafbar. - Ein weiteres Zugeständnis der englischen Regierung ' besteht' darin, daß sie sich prinzipiell damit einverstanden erklärt hat, daß die in England befindlichen sequestrierten Vermög enschaften österreichischer Staatsangehöriger zur Deckttng der Schulden von Oesterreichern gegenüber englischen Staatsangehörigen verwendet werden dürfen. Dies muß in der Weise geschehen, baß der Eigentümer zum Beispiel eines unbejasteLeu Essektendepots in London sich mit