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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-06 · Heft 584 (6.9.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 584 (6.9.1920)
Date
1920-09-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 584 Wie«, Montag, deü «. September 1920 :<gWBBacaaasaaaBSSisaBSBBnBBBSBS5aaBBaaaaäBaassaBsaaaaBasssg^^ -ir — > '•fljSJS1 ■mMBA . . (mm lliilillllillik' ’ RSSJr^jXi^i Wien, Montag» best 6. September 1929 Nr. 584 MMmmUmi prris K »»» , ^präaumoratioKApreiset ' StioB' '' «»«a«»ch.. ®t«r* 80^* «1901RI|(ttf wOI|l«R| «oxatttch^^'Mq^ Ltk- Monatlich. .; . FraneS »»— . Ztakr«: - Monatlich . .,. . Ltre S.- Monatttch??^.^mrÄ - Für da» ÜSriae Nu»l«rd^ vterteljihrlich Krone» Kedaktto» a. Admintyratio» Wie»,«. Vez.,Taborstr.L-S relephoner Ad«tvtstratkon 4^49»«, kttrdaktiüü 4S»1<>. av 6 Uhr avea»« Str. 1«svi Postsparkasse»konto W)M ■üsa» 2. Jahrgang Das tragische Schicksal Wiens. Gin französischer Nnf «ach Hilfeleistung. .. V«N» 5. September. ^Figarobringt an der Spitze seiner heutig«» Nummer einen von Ierome' und Jean Theravd gea Bch«etv» Rrttkel unter der Ueberschrift: „Das tragische Schicksal Nach emgchmder Schilderung der Verhältnisse der Stadt WlendieBersasierdeeFrage: Können wir svlchn» Zusammenbruch teilnahmslos zvschen? 8»eif«8oS -ade» die fremden Hilfsaltionen im allgemeine» und die französische im besondere» ihr möglichstes getan, um die Not O Kuder» Die Initiative von privater Seite konnte nur m de-' kchrsinktem llnrfavge helfe«. U« Dien -« rette», bedarf 10 J t % 11 ft ft i % » Hände l n ft. Die Entente,, fährt der Artikel fort, hat sich bisher mit MWechrmgen brgkckgt, die in Wien große Hoffnung erweckten. aber Monat «m Monat verräfm ergebnislos. Diese Enttäuschung stärke die Anschlußbewegnng. Freundliche Worte habe Wie» genug gehört, man müsse die Stadt Nun so schnell als möglich in die Lage versetze», aüS ihrer Wärmung zu der ihr zukommenden Rolle rmporzustngen. Der Artikel verwerft auf die politische, wirtschaftliche «nd kulturelle s Bedeutung Wiens für alle D o » a u st a a t e« «nd den gesamten Osten. Der Völkerbund müsse Eingreifen. und die nötige Hilfe orgamsieren. Es handle sich um dir Erhaltung von Menschheitswerten »nd eines Zentrums der Künste/insbesondere der Musik und der Wissenschaft. Der VolkerbuMuiüsft. die Wiener Lehranstalten und Instante vor dkm Zerfall vÄrahrm und Wien wrrtschaftlrch für seine hohe Kultmaufgabe stGrn.! FUr die SoZrattfierttng der Bergwerke. Beschl»tz de» TepUtzr« Bergavbeitertagr»' Pr«g, 5. September. Die „Bohemia" meldet aus Tchlitz- SchZttcw: Luf dem BerbandZtag der Bergarbeiter, der m diesen Lage» « Teplitz-Schönäu stanfand, sprach Pohl über die Snziplisierung der Kohlengruben und führte unter anderem aus: Lei «nS wnrdrn vor dem Krrege 23 Millionen Tonnen Braunkohle »nd 1t ft Millionen Tonne» Steinkohle gefördert. Heute ist di« Brau»kshlens3rdemng auf 17 Millionen, die SteinkohlenfeJtfamg: MMMynge«. .Der Wckftdng betrat 38 Prozent. Diese Förderausfall vermindert hie' Ertragftfählgkert der Grabe» und ist Hervorgerufe» durch den Raubbau u» Kriege und ihre Vernachlässigung in technischer Hinsicht. Dir Folgen deS Krieges lassen sich nicht so leicht be- Mgen. well auch setzt die Kohlennot zu fortgesetztem Raubbau zwmgt. Was besonaerS hervorgrhoben werden muß, ist, daß die Äergwrrksbesitzer nicht entsprechend mvesireren wollen. Deswegen kpüssen wir den Kohlenbergbau soziairsieren. Wir verlangen ferner ein Gesetz über gemeinwirtschaftliche Körperschaften und ein Gesetz über die, Enteignung der Kohlengruben zugunsten der gememwirtschaftliche» Körperschaften, weiters ein Gesetz über Iwangsiyudrkate, in denen die Bergarbeiter mit vertrete« sind Plantpäßige methodische Schuldung, planmäßige gewerkschaftliche Arbeit wexdm «nS auch in der Frage der Sozialisierung zum Siege perhelfen. Der BerbandZtag nahm hierauf eine in diesem Sinn« gehaltene Entschließung an, wonach di« Bergarbeiter um keinen Pr«S auf die SvMifierung zu »erzichtin gewillt sind. Vor tinem Generalstreik i« England London» s. September. (Priv.-Tel.) Samstag erhalten l1/» Millionen Grubenarbeiter das Aviso sstr einen Generalstreik, welches bis zum 25. September gültig ist. Man erwartet, daß der in Portsmouth nächste Woche zasammentreteyde Gewerkschaftskongreß eine Vermittlung versuchen wird, andererseits herrscht m Arbeiterkreisen der Eindruck vor, daß die unnachgiebige Haltung der Regierung sich eben auf die Erwartung gründe, daß der Gewerkschaftskongreß beruhigend einwirken werde; deshalb ist die Arbeiterschaft heute weniger zur Versöhnlichkeit geneigt, als noch vor ein paar Tagen, der Generalstreik der Grubenarbeiter ist heute wahrscheinlicher als es vergangene Woche schien, Berlin, 5. September. (Priv.-Tel.) Aus L o n d o u wird gemeldet: Die Streikbewegung dehnt sich weiter aus. In der Provinz ist eine Aussperrung der Elektriker und ein Streik der Typographen im Gange. In Nordengland und Schottland haben die Töpferarbeiter den Unlerneymern mitgeteilt, daß. sie am 13. September in den Ansstand treten werden. Es ist möglich, daß die Eisenbahner von London uub in Nordweftengland sowie die schottischen Eisenbahner die Arbeit einstellen werden. Man hofft', daß der Gewerkschaftskongreß sein Möglichstes tun werde, um den Ausbruch eines allgemeinen Streiks zu tz'verhindern. Rimrämen «nd die kleine Entente. PckriS^ Ü. Srptemö«. ^Hovaft.) Dar „Matin" erklärt, vom rumänischen Ministerpräsidenten A v e r e S c u LU der Erklärung ermächtigt zu sein, daß die Ankaroster Besprechungen bloß die Bederttlmq eines Memuugsaustgrtsches über die ^ri^irc^ert und brr Tscheche- Elvwlck<l l.iv.'f k. bit* iis c.. . ,;<■ ut leben VMiLen. Italien fordert die ZmÜckziehung der jugoslawisch enTruppen. Paris, 4. SepteKber, Wie der ,Temps* mitteilt, hat die italienische Regierung in London und Paris vorgeschkagen, einen KolOktiv sch ritt bei der südslawischen RegieHung zu unteruehmen und sie auszu.fordern,ihreTruppe» bis zurGrenze von 1913 zurückzuziehen. Die Antwort Englands und Frankreichs sei noch nicht eingelaugt.. sichMegen der Vorfälle in Breslau. GeklLrttnge» de» französische« Botschafter». Berlin, 5. September. (Wolff.) Der Reichsminisier des Auswärtigen Dr. Simons und der preußische Minister des Jnnem S'evering suchten heute mittags de» ftanzösischen Botschafter auf. Dr. Simons erklärte Herrn Laurent folgendes: „In der Note vom 30. v. M. habe» Euer Exzellenz der deutschen Regiemng die Bedingungen mitgeteilt. unter denen die Regierung der französischen Republik die Beilegung des Zwischenfalles herbeisühre» will, der sich auf dem französischen Konsulat in Breslau am 26. August d, I. zügetragen hat. Zugleich hat sie auf eine Reihe von Kundgebungen und Angriffen gegen die zivilen und militärischen Vertreter Frankreichs inDeütschland hingewiesen. Dabei haben Euer Exzellenz betont, daß die Regierung der französischen Republik mit der deutschen Regierung in einer Atmosphäre der Beruhigung und der Arbeit friedliche Beziehungenzuunterhalten wünschen Derselbe Wunsch erfüllt die deutsche Regierung. Sie mißbilligt auf das entschiedenste diese Vorkommniffe, die wie die Vorgänge in BreSlau durch gewisse Umstände und Ereignisse erklärt, aber nicht gerechtfertigt werden können. Die deutsche Regierung bedauert alle Zwischenfälle, deren Opfer ftanzösische Vertreter oder Staatsangehörige geworden sind, und wird die in der Note vom 30. v. M. geforderte Genugtuung gewähren.^ Der französische Botschafter erwiderte: „Im Namen der Regierung der Republik nehme ich Kenntnis von der Erklärung Eurer Exzellenz und der Zusage der Reichsregieruug, daß sie die ihr mitgeteilten Wiedergutmachungsforberungen erfüllen wird. Lasten Sie mich, Herr Minister, der Hoffnung Ausdruck geben, daß sich ähnliche Zwischenfälle nicht wiederholen und daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sich von nun an im Geiste friedlicher Zusammenarbeit gestalten, werden, der für die wirtschaftliche Wiederaufrichtung und das Gedeihen beider Teile' so nötig ist." Sodann machte der Reichsminisier von den durch die Reichsregierung, der Minister des Innern von den durch die preußische Regierung in Erledignung der französischen Forderungen getroffenen oder eingeleiteten Maßnahmen Mitteilung. Bevorstehender rusfisch-polnifcher LVaffenfttllftand. Nnfel, 5. September. Nach imem drahtlosen Wegramm an« Warschau sind btc Russen zu einem sofsrrigen Waffenftrllstoud bereit. Bezüglich der BestMMMa der künftige» polnischrussischen Grenzen werden keinerlei brfonderv Schwierigkeiten befürchtet. Dre Bcrhandli'ngen in Riga werden kommenden Mittwoch oder TonncrU-rg begmi:ett imb zunächst zu einem . .SS öiit. n ü ill ö c n d e juaua, tzn LvciMs bMM kürzester Zeit durch einen Frieden gekrönt werden wird Die strategische Lage, welche derzeit ans ollen Fronten dr^ russisch-polnischen Kriegsschauplatzes herrscht, bürge dafür, daß die Friedrnsunterhändler rasch eine tragfähige BerhandlnngSbasis finden werde», zumal in beiden Staaten dir Friedesssehnsucht unbestritten ist. Unter diesen Umständen^ wird daS Blutvergießen auf dem östlichen Kriegsschauplätze mit der kommenden Woche beendrt sein. Me die Deutsch«atio«alen mamfeftrerett. ' Gestern fand vor dem Rathause eine Kundgebung für Kämten statt. Da vereinbart worden war, daß bei dieser Kundgebung die Vertreter der verschiedenen Parteien das Wort ergreifen sollten, wollte auch Abgeordneter L e u t h n e r, der hiezu ersucht worden war, namens der Sozialdemokraten einige Worte an die Versammlung richten. Er wurde jedoch gleich zu Beginn seiner Rede durch Zwischenrufe, wie „Herunter mit dem bezahlten Iudenknecht!*, .Juden hinaus!", .Verräter!* usw. unterbrochen. Verschiedene Teilnehmer der Versammlung drangen auf ihn mit Schirmen und Stöcken ein, so daß er gezwungen war, seine Rede abzubrechen. ,; ■ Zur Gründung eines jüdischen archivs in AerusLlem<: Beim Aufbau unserer Heimstätte in Palästina wird es eine unserer bedeutendsten Aufgaben sein-, den Grundstein zur Zentralisierung aller jüdischen Wissenschaften dortselbst zu legen. Zu den vornehmsten Aufgaben, die der jüdischen. Wissenschaft harren,'- zählt die AMge eines j'ü-d i s ch e N - Z enLvli! avHrv s^n Jerusalem, der einzigen Stätte unserer künftigen Universität. Ueber^ die Bedeutung von Archiven und Archivforschungen für die jüdische Geschichtswissenschaft' zu sprechen, wäre all diesem Platze unnütz, well" es ja klar ist, wie wichtig für unsere historische Wissenschaft Forschungen sind, die auf archivalischen Vorarbeiten basieren. Das in Jerusalem anzulegende Zentralär'chiv hätte die Aufgabe, alle Materialien, wie jüdische und allgemeine, auf Juden bezughabende Urkunden, Gemeindebücher, Relationen, Aktenstücke, Jnschnsten von Epitaphien, zu sammeln, methodologisch zu sichten und in Registraturen zu ordnen. Einen sehr wichtigen . Zweig bilden auch die Materialien,xdse in Len Archiven, einzelner Länder zerstreut liegen und wichtiges.Quelleftmaterial zur Geschichte der Juden in. den. beLreffenden Diasporaländern bergen. Es ist nicht zu verkenftenl daß beispielsweise Relationen der einzelnen Gesandten übtzr die Zustände der Länder, in denen sie ihre' Regierung, vertreten, auch sehr wichttge Nachrichten über Juden enthalten. Außerdem liegt ja in den Archiven der verschiedensten Länder zahlreiches Material, wie- Berichte aller möglichen Amtsstellen und .Kommissionen, Zählnngslisten, Polizeiberichte und anderweitiges Material, welches als eine hervorragende Quelle für die Geschichte der Juden des betreffenden Staates dient. Schon Hute stellen sich dem jüdischen Hlstoriker, der'nur irgendwelche Epoche oder einen Zeitabschnitt bearbeitet, Schwierigkeiten entgegen, da er gezwungen ist, die verschiedensten Archive und sogar solche in mehreren Ländern zu besuchen. Anders wäre die Sache/ wemr wir ein jüdisches Zentralarchiv, ' das in Palästina placiert wäre, hätten, wo der jüdische Historiker das gesamte wichtige, auf die Judend. bezughabenöe historische Material' zu seinen Forschungsarbeiten t?orfmbeu könnte. Um dies zu ermöglichen, wäre es. unbedingl notwendig — und diese Aufgabe könnte einzig und . allein das Kulturdepartement der zionistischen Weltorganisation durchführen — in allen Diasporaländern Kommissionen einznsetzen, die aus Fachleuten , best eben Und die sich zur Aufgabe machen würden, die Archive ihres Landes zu bereisen und das dort befindUche. A^eftmaterial, welches für die Geschichte der Juden des betreffenden Landeft von Wichtigkeit ist. durch eiften Stab von jüdischen Studenten abschreiben zu lassen und sie dann geordnet dem Zentralarchiv in Jerusalem zu übergeben. Allerdings iniitzten zuerst die Studenten, welchq zu dieser schnüren und wissenschaftlich ungemein verantwortungsvollen Aufgabe herangezogen werden, durch die Fachieuir der betreffenden Kommission in den allerwichtigsten historischen HllfSwissenschaften. insbesondere Paläographie, instruiert and alft Skriptoren außgebildet werden. Ter Arbeitsvorgang dieser historisch^ JHÜL Me, k« MEMWM G

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