Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 583 (5.9.1920)
- Date
- 1920-09-05
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien. <sonMg Wiener Morgenzeitung ..LLMember 1920?Nr. 583 und!bajj feie karger wicdcrholt in ben Hoi flitifi. Letztcrer gestand auch, daß rl,r Gct Cb. er »yiauj Fm st dm Plan zu dem EmbruchLdirbitabl entwarf, am Abrnd mit einem Revolver und Einbruchswerkzeugen zu ihr gekommen intb dann im Beile versteckt log, bis sie ihn zur Ausführung des Einbruches binauslie'). Die gemachte Beute Wurde von-den übrigen Angeklagten geborgen. Fürst habe gedroht, ihr etwas anzutun, wenn sie sich seinen Weisungen widersetze, ste habe große Allgst gehabt und war ilnn daher bei der Verübung des Einbruchdiebstahls behilflich. Es war eine Zwangslage, in der sic sich damals befand. Tatsächlich verueinten die Geschwornen. die Schuldfrage für Hermine Langer einstimmig, woraus der. Vorsitzende den Fr e i s p r u ch derselben verkündete; das Ber» fahren gegen Joses F r a v 1 wurde a u s g e s ch i e d e n Franz Fürst wurde zu zwei Jahren und Karl K e n d r e y zu zehn Monaten schwer e n Kerkers, Richard Fraß! zu s e ch s M o n a t e n und Verta F r a ß 1 zn acht M o n a t e n einsa ch e« Kerkers verurteil!. Der Bslkswirt. Eine Krone 2.75 Centimes Geld. Gestern notierte in Zürich: dir österreichische Krone Geld . 2 75 (2.75 am 3. Sevtemher) d'e österr. gestemvelte Krone Geld 2.50 ( 2.50 am 3. September) die tschechische Krone ..... 990, ly.io am 3.. Sspiember) d'e Mark...12.30 .12-15 am 3. Scprernver) Agram . . 5.67Vr? 5.66 am. 8>, .Sxptember) Warschau . . . . .... 7 . ——.— mu 3 Srplembec! Budapest ........ 2.45 ( Freigabe der Hopfenausfuhr aus der Tfchecho» Slowakei. Wie mehrere Blätter aus Piag mclöcn. dürfte die Vopieuaussuhr unter gleichzeitiger Aulhebung der Richtprerse frei» gegeben werden. - ' . Zur Frage der BorkriegsvLLÜindlrchksiten. Ueber Einladung der Riedriösterreichsichen Handels- und Gewerbe» kammer fand unter dem Voesitze res Drrettors Dr. H a m m e r» s ch l n g am 2. September 1. I. mie Besprechung der Bertrrier der rndustriesten und fuuimätmirdjcn Korvom ionrn über die. J age, d>:r Bollrregövrrdurdlrcktei'kn. und d:e Behandlung der o'terici;i}tfa: m Atrwcn im vormals feindlichen Ausland'' statt. An ein emlntentrs Relerat des SekreiärslellvernnciZ Dr. P e r eck 8 tchlost sich ein eingehender Brr'cht des Vorsitzenden Dr. Hammer» schlag über die. durch die Aerbandlungeu an der sramosischni. nab br'trschrn Regierung erreichten Modistkatrynen. des Elearingsr-'reuis des Friedensvirrrages. In der solaenden Diskuisiou rvurde van mchreren Rednern, ii-sbcsondere von den Kamlnerrchen Kim:'? und ÄvNlrr, nachdrücklichft daraus hrngewiesen. /an. >c erzielten % Zugtständnisie der Zulässigkeit gü'ckrcher Antalerche und der leibwe"en Verwertung der österreichischen Äk-wa praktisch undurchführbar seien, solange nicht bi!' interne Regelung der Leistungen dcr individuellen Schuldner dem österreichischen Staate gegenüber und dee Art der Vergütung der dem östenreichischen Staate für österreichische Gläubiger ober rasche Lastmg dieser Frage vom Staalsautt der Finanzen ae-- fordert werden. Schließlich wurde ein aus Vertretern der Handels- und Gewerbekammer, der Börsekammer. des Hauvtverbandes. der. Jndnstrie, des Zentralverbandcs der Kauimannschaft und detz niedtlösterreichischen Gewerbevcreiues z:l>amme»gesetztcs Komitee mu der bcichleuistg e'.l Elttleituug von Berhand'.uug.'tt mit zuständlpen Stellen der Regierung beauftragt. Die Waretteiniuhr Deutschlands nach den 3$ef* einigte« Staaten. Nach einer Meldung des «Petit Journal" betrug der Wert der deutschen Wareneinfubr nach den Berrlmgtm Staaten im Monat Juli 10,435.000 Dollar gegen 291.OOO Dollar im Juli des Vorjahres. Eine neue Bank i« London. Nach, BlLttermeldungen aus London ist eine neue Bank unter demlNamen ^Tambres B ä n,k o f Norther n Comm e r c e" mit einem Kavrial von 4 Millionen Pfund, davon 1 Million ein gezahlt, gegründet worden, die den Handel und Bankgeschäfte mit Skandtnavren und andcrev nordischen Ländern vermrttcln wird. Aufnahme des Handelsverkehrs zwischen Italien und Äuhlaud. Wie aus Rom gemeldet /ioirb. wurde rm Minlsterratspräsidium mi.t Vertretern der italienischen .Konsum- Vereinigungen wegen Aufnahme des Hände bs- Verkehrs mir R u ß 1 and bercnejr. Gemäß den Be-, stimmungen des Kovenhagener Abkommens wird eine tzlnzabl itallenisch-msstschcr Vermittlungsstellen an verschiedenen 'Arten erxichiet werden. Der erste Ausdrusch wurde bereits über Odessa vollzogen: Italien sickerte Medikamente gegen 4000 Donnen Weizen, Gerste und Mais, die bereits in Italien eingetroffen-sind. Andere Waren sind bereits zum Austausch sowohl in Italien als auch in Rußland bereit. Der Austaüschverkehiwird einerseits vom. Zentrvsöyüs (Zentralsowjet? D. Red.) in Moskau, andererseits .von der auswärtigen Sektion der italienischen Künsumgenvssenschästen geleüet. - '- Lohnmüllerstreik in der Slowakei. .Dem^Prägest T a g b a 11" zufolge werden; am nächsten Mpntag 8; 00 kleinere Lob n m it h l e n der Slowakei und Karvatbo-RußlandS,, drer Viertel der gesamten Cmie vermahlen, durch Streik stick 1* GrundMg einer. Handelsbank i« Angarn. Aus B u d a v d st'wird berichin: Eine Gruppe, bestehend Hauptsachlich aus Mitgliedern der RegieruNgsvarteü fordert in tmcni Aufruf zur Gründung einer nationalen Handelsitnb Bolkswiitschastllchea Bank aut. : Das GründungStapistllsoll i 00 M ick" hone» Krönen betragen. ^Zeb«^» Aktiengesellschaft für chemisch-technisch' pharmazentische Präparate Wien-Shanghai. Das Aktienkapital der Gesellschaft wurde von einet Million Kronen auf zehn Millionen Kronen erhöht- und gelangen - vorlänsig 25.C00 Stück fange, ab 1. Jänner iWV-'bividendmbettchtigir . — - "" r;- '- d,-ö. Svtnutt'.wesien§. der -,'ne selir griirstiae Beurteisting findet. Der T^mirirriarkt rn dcr ckl»,vii ist witörsevr größrrra Schwan* kungev untcnvorfen. Auch die genauesten Kenner des Expor^. Handels in Getreide sind nicht in der Lage, m beurt ecken, mt sich; die Weitvtrsorgmia in der nächsten Kampagne gestalten wwv.' Däs eme ist' jkdemallS.als sicher anmnelnnen. daß mck einer Berwvhckseilung aller Bodenirüchre so lange nicht zn rechn« scm wird,, solange Rußland als Getreide exportierender Staat mcht! in Betracht kommt. Für. unsere Versorgung sind me Aussichten in bezug auf die finanziellen .Ovfer, die , unS der Iinport von Getreide auierlegt, ungünstig,, dies umsomchr, als »feint Mittel zur Bmügung stehen, um die hrimnche Landwirtschaft zu AWfuungen zu zwingen uvd^ nach einer Mittel mag des ungarischen Staatssekretärs Keller käst ckeme Aussicht für erne Er'vorlMöglichkeik Ungarns an Getreide besteht. Freie Importe anS ckitM-'.Ausland können derzeit wohl stattfivden. jedoch ftttb. solche an Bewilligungen der nyck rmmer brstebenden Zentralen, gebunden. Diese Bewilligungen .sind, io schwer zu erlangen, daß dcr.Import vollkommen lahmgelrgt ist und die geschäftlichrn um° sä^e sich immer mehr verrmoern. Unter diesen Verhäumssm hcelt sich bas. Geschast an der heutigen Wochenbörse in allerengsten G> enzcn und erstreckte sich auf kleinere Mengen Haler, Hülsenirüchte, Mohn und Rauhfutter, die zu durchwegs höheren Preisen leichtest Aufträhme fanden. ^Jn Klcesaatrn ist der Verkehr Wi entwickelt. / Aktien durch das Bankhaus Alfred Pfeiffer, IX, siraße 2, zur Begebung. . , . Privatvrrkehr. Bei der gestern stattgehabten Versorgung wurde-cknr Lombarden ^ein Leihgeld von K 3 bis K S bewilligt. Im Privatverkehr war dir Tendenz sehr lest, und die in den Verkehr gezogenen Effekten" wurden durchwegs mit kräftigen Avancen bedacht. Es stiegen Alpine bis ll 4320 um K 190, Staatsbahn bis K 6900 um K HO, ferner waren Lombarden K1195 nach K ,1205 Mid K 1180, Juli-Süd. K 1200, österreichische Kredit R 1Q00, Skoda bi HL00 und Siemens. Lt 1800... Baltttenkprs«. Im gestrigen freien Verkehr waren fremde Zahlungsmittel gesucht und sehr fest. Es notierten: L e i n o r e n 6.04, R u b e l n o t r n K 8.31, Mark Noten ll Ü.32, D o l l a r L 262.50, L i r e ck! 12.35, t s ch e ch i s ch e N o t e n L-430 und polnische Mark L lH.—. Horse für landwirtschaftliche Produkte. Das Er gebnis der kotchnrnden Einte in der Union dürste w-sentlich ge» rrnger als ün Vorjahre sein, Insbesondere enttäuscht-her Ausfall, der .Wintenveizenernte. Das kleinere Ergebnis ist vor allem durch we Benniiwerung der Anbaufläche von 30 auf 14 Miltisnen Hektar verursacht, ferner durch den späten Begetationsbcglrm und d-.e, hiefiurch entstandenen Answinterungssckädeu. Wesentlich verbcsieit sind, die Aussichten , durch deu guten Stand Berlirrer Börse. Berli«, 4. September. Der Bericht der SosialisiermtgS» kornmissiön. der unter anderem mct einstimmigem Beschluß eine tvcitgehende Ausschaltung kavitallstrscher Gewinne im Kohlenbergbau foxbert, bat ans die Unternehmungslüst an der Börse doch trotz der ver«schiedew;-l Schwankungen noch als ziemlich fest zu bezuchnen. Höher würden besonders Schrffahrtswerte und von Montanwerk cn B^chnmrr Aktien gehandelt, doch üb erwogen auf letzteö'm Gebiete mt übrigen die Rückgänge und die Neigung zu Gfaktstelllwg trat hier nuBrr!anst nom stärker hervor. In chemi- 'chcü Werten war dre Kuröbildung nicht emheitlich. Elektrowerte waren/mir wenigen Ausnabmen gut me Kurse gehalten. Maschinen- und Metallwerte - stellten sich, wie Gebrüder Bobler- und Augsbürg-Nürribei^er-Aktlen, zumeist etwas höher.' Bon Valutawerte fetzten Baktrmore- und Kanada-Aktien ihre steigende Bewegung zunächst fort. Petroleum-, Bank» und Kolomalwerte lagen stiller, erstere nach festem Beginn auch schwacher. Auf dem Rentenmarkte warm kerne Veränderungen zn verzeichnen. j r Wien I i. Bez. Telephon' 18-1-35 Georg Cochplatx 3 Eo3nmeri.-y.DisMomto lankn. o Zentrale Pressbnrg ° Filiale Wien, f.^WIppiiflgersfrassB 24-26 °Telepiion 12358,18296; 17408 Kulanteste Durchführung aller*' bankmäesigen Trans* aktioncit sowie Besorgung von Zahlungen und Ueberweisungen an alle Plätze im In* und Auslande Eigene Korrespondenten in Berlin, Budapest Prag, Krakau, Agram m Die Devisenkurse. , Wien» 4. September. (Kurse der österr. Devisnttrntrale.n Amsterdam 7900.— (7900.—). Berlin 530.— (528.50). Zürichs 4050.— (4Y50.—), Christiänia 8076.— (3675.—), Kopenhagen, 3675.—(3675.-1, Stockholm 5100.- (5100.—). Mmck-Notml 526.— (524.50), Lei-Noteu 515.— (515.-1, Leva-Noten 380.—s -380.—), Schweizer Noten 4025.— (4025.—), Französische^ Noten 1725.- (1725.-), Jtalimische Noten 1180.- (1180.-)/ sfc <?tachvruck Verbote«.) Marienbad. si Kru: ckioman, sondern eine überaus verwickelte Geschichte,, bje< 2w!scheu Warschau und Mar-.enbad spickt, in 36 Briesen..' 14 Billet-doux und 46 Telegrammen. - ' ' Von Schalem Alezchem. ' Z•'" Aus dem Jüdischen übertragen von S i c g ' r i e o Schm i.tz« (18. Fortsetzung.) 'kssvrzmng aller bankgesdltLM. Trangalcttynvn. Lut" ^ogeimalime von (Teldeinlagcii. Ausgabe von Eiulagsbttcbeni, UebemaKme von Vcmögensvcrwaltnu^en. VVarenabteilöng. Export ton Serlenmöbelu n. landfvlrtßcbaftl. (rerUtcit. □ Import von deutschen Heizmaterialien etc. a Zum Beispiel, wie ich in Berlin war, ' ich tueiner Chawele Tfchapnik geschrieben, daß ick) Marienbad ' komme; am nächsten Tag wußte - gen^ Marienbad Von einem Errde bis.zum zweiten, wann)ich komme, mit welchem Zuge, zu ivelcher Stunde, sogar, welcherr Hut ich tragen werde. Und der Mann wickl sich nnt Marrenbad cinlasseu! Und da meine Base an diesem. Tage, wie ich Dir schon geschrieben'habe, stark mit' Deinem guten Freund Chaim Sowker beschäftigt' war (sie haben Sechsundsechzig gespielt) und da Müjer Mariamtfchik an diesem Tage gerade auf dem Äahri^ Hof war und eilten sehr wichtigen Brief nach Odessa — sagt er — abgesendet hat, also — da sieht er elne iiekarutte Dame (nämlich mich) mit Koffern unv' Körbeil und Schachteln und Paketen ganz allein auf dem Bahn- Hof stehen. Er geht aufncich zu und ruft in seiner Odessaer Redeweise, halb russisch, halb liddisch-. „Wenn ich nicht obcliibajc l n rech sehe ich da, wie ich glaube,, eine Betannte, eine Warschauerin von den Nalewti?" - Ich antwortete ihm in seiner Rroeweift: „Schon inog-.- lich, baß Ihr oschibajet! . . ." Er lacht und sagt: „Wenn ich ilicfjt oschibaje, so habe ul) Qud) w'sfrelsch.'ijcl. (begegnet) bei. Madame Soroker auf den Nalewli?" Ich sage ihm noch ctuiuat: „Schott möglich, daß Ihr nicht osebibajet.'' Er nicht faul-, sagt noch einmal: .„Wenn ich nicht o^chibaje, dürstet Ihr die. zweite Frau des Herrn Äurlänorr sein?" Da reißt nur iwinahe dial^eduld und ich antworte ihnc: „Was habe ich davon, m Ihr oscLibajet oder nicht oschibajct,' fallet lieb erher —• sage ich — wie ich dastehe mit dem Gepäck, w^ren ans der Straße. miUerc irr Marienbad und lein „ kein Teufel zu finden . . Und kaum sage ich vas — da tut anein.,Freund einen.'Satz, bringt rniri eisten Träger,^ holt einen. Fiaker, seht mich hinein undi er..selbst setzt sich danebeuhim 'um in die Stadt^u fahren) soll ich ihm da vielleichtsagen: „Lieber,Fvemrd, geht. zu Fuß . .' Das war'alles; ich habe geglaubt, daß die Jamajksrist^ div damalch wie. ich WrxDM gch, schrieben habe, jaus dem Bahnhof war, 'nichjts gesehen hat — die Äugen mögest ihr ausrinnen k Aber nehmen wir auch an, gaiiz Marienbab, das heißt, alle 'Be-, st'ohtter der Warschauer Nalewki, häiten imS fa^rcit gesehen — ist Pa was dran? Wie wäre es zum Beispiel und Ercmpel, weyn auf ^em Bahnhof, wie Du os wolltest, Dein Fvechnd.Chaim Svroker gewesen wäre, nicht Mariamtschik, und ich.hätte mich mit ihm ist ein^n. Wagen gesetzt, um in die Stadt zu fahren, wäre Dir damit besser gewesen?'.Ist (Sfyaim.''©päofer nicht aus Warschau und nicht verheiratet? Was hat Dich so aujh geregt, daß Du mir fär .nichtZ und wieder nichts' das. Bisti aus,'äugst und cs so weit bringst, diäß ich Deürettveg:-,! 'mich hinsetze und weine, drei.geschckägrnL Stustdeu durchrveiu?? Dazu t)tu ich nach Marienbad gefahren uuo habe soviel Geld verbraucht, damit ichs hier da» bißchen Gesnuiheit, dao ich noch übrig habe, auszehre, roeil -Dir,iin/.tzosts'-verrückte' Ideen und ®e*> dast.ben hermnspulen? ’ : . - Nein, Schlojme, über Deinen Brief soll mau nicht meine», sondern lachen/ so' lachen, >vie ich vor ein paar Jahren aus dcr Polen:ca gelacht habe --- wie DU über bcu Manicfaktureilhüstdler hergefallen bist, weil er" Mücdacht'eitt Wort hat falten lasseriund gesagt hat, er finde,-ich fei . schöner als alle jungen Frauen', in Warschau 'aus der Palestica. Du haltest' damals b-vr — erinuorst Du Dich noch? — ihn zu klagen. Warum? Weshalti? Hast Du nicht selbst später zugegeben, daß das eine große Dummheit von Dir war? Und schreibst Du nicht jetzt im Briefe, daß sie alle DU) so viel angehe» wie der Schmw vom vorigen Winter? Bei Dir ist es immer so:. Erst rechst Du und dann reut es Dich. Dllselbst schreibst mir, ich, möge?ig pvftUjr geben, Du habest, Gott behüte, keine bösen Gedanken über mich; und noch dergleichen, und dabei wirfst Du mir jedesmal ein anderes Vergehen vor und. machst; mir damit nur. Kummer, so daß mir die Kur nicht' anschlägt; und zum Schluß , sagst Du noch, ich möge uyr. Gottes, willen nur jadazusehen, mich zu kurieren; und gesund nach Hause kommen^ Wie kann man sichj kstrieren-. wenn man solche Briefe von Dir kriegt? Bekommt, mir denn, was ich esse, was ich trinke und was/ich. kauf«, wenn Dü Mr jeden Groschen nachzählst und,- mir?-Fetzen und-'wieder Fetzen vorwirfst? . . : I/Ach-hiN durch' Deinen Brief, Schlojme, so erregt urt^ nervös,,.daß ich nicht mehr schreibest kann, Und.^ir in 'Berlin haben mir ausdrücklich . vielleicht hündertmal 'gesagt, 'ich dürfe mich 'nicht ärgern. Ich soll, essey — sagen sie — trinken, spazierengehest iütd Lühltz'' lebest. "Ws Marienbad muß man ruhig sein"--^ sagen siilnicht nervös, sonst ist alles hinausgewvrle'neS Gdld —" sägen sw.— die ganze Kur mit ganz Marienbad.' Sonst gibt es lüchtö Neues, was ich Dir schreiben könnte. Morgen oder übermorgen werde ich Dir wohl mehr schreiben. Indessen bleib gesund und sage Su«K- Ruchel,:.csie möge' nicht vergessen, daß Sommer nicht Winter ist, Im Sommer, muß man die' Plüschmöb-el jeden Tag ausklopfen und die Fenster geschlossen lassen, damit sich nicht so viel Staub und Fliegen an setzen^ und .auch - die Läden, digMit die Sonüe nicht so .stark rstneinscheint und die Sachen verschießen. Ich denke daran, w-nu ich zu Gutem über Berlin tzurückfahre,. ihr auch ein. M kaufen, eine Schürze; wenn.nicht, werde. rch. ihr. unter nwinen -alten Schürzen eine aus'-- suchen. Und Du, Schlojme,r.htz.r' auf, «in Klageweib zu sein irnd schreib' eirdlich einmal ettvas lustigere Briest. ,-; . . , - - . ■'; Bon mir, Deiner Fran ' s - Be leie Kurländer, (Fortsetzung folgt.)