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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-05 · Heft 583 (5.9.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 583 (5.9.1920)
Date
1920-09-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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96T68T -Men»'Sonntag Wiener MsrgenzecLnng teren jüdische Abstammung-.speziell -unterstrichen- ~-U>kö-;---j ..W e i n e r 'o w, e i n % u b c; Dzbanik, ei u $ \\ b c n n « | Wisz kow". Gl«ichzäiUg werden fast jeden Tag in den offtjtetteti TommmmqueS Nachrichten Wer jüdische kommunistische MtsÜnngen oder Abteilungen jüdischer Freiwilllger gebracht, trotzdem einwandfrei festgeftM wurde, daß sich keine speziellen Müschen Aötevstrngen m der Roten Armee befiWen und über, ^anpt die Rote Armee in. ihrem größten Teile aus echten Kvssen, die auS Zentralrußland stammen, besteht. So heißt rS zmn Beispiel in Mer offiziösen postrischen Mtteilung m».:, tl. August Wer Krregsoperationen-:. «Den energischesten 1 Widerstand leisteteder Feind, beiBialhsLok, wo sei,re aus jüdischen FrLrwiNlgLN bestH^nden Abteilungen^/die in WAna rekrutiert und eilig. hevangczogen wurden, rg die Sin^e gebracht.worden sind." Inder Atmosphäve dieser wÄden antisemitischen Hetze isbt das polnische Judentum buchstäblich außerhalb des Gesetzes. Die Pogrome, die daS polnische^ Militär, beim Rückßüge veranstaltete,, tzherdrn jetzt -beün-Vorckavsch wie.decholt. | In der letzten Nummer der „Jewish Tribüne" wird nrre NMe VE Telegrammen über die «mf.-.der ganzen' Linie oün' Wilna bis Grodno und speziell in . R u d n i k i und Minsk veranstalteten Potzrome gebracht. Laut eines in -ex «Jijwestia" bom 27. August abgedruckten Telegramms. aus Mohilew, wurden SS Jud.en ermord ert, ISO Frauen 'geschändet - 1S0ü Häuservxrb x a n n t ustv. - - - - , Es ' ist seDstverständlich,, daß die aus' bolschÄvistischsn Quellen stammenden/Nachrichten noch-einer Pesüitigmtgbe,- ichrfen,. Trotzdem das polnische Judentum schrecKich terroriiiert ist, kommen, auch auS Poley direkte Nachrichten Wer z e s s e .und Pogrom e, so zum Beispiel in P o l e n i c a. Dre - Todesgefahr, die den Juden beim Vorinarsch der Polinschen/Ärme.o tztzpht, treW jung und alp Frauen,-Mn-dep. in die Wälder und ins Gebirge. Dort werden sie em-gesangLn, zejagt und in die Gefängnisse geworfen, des Bolschewismus .»»geklagt, -s.deKt/DeÄcht üborgoben und ' garv^oft./Nivderzeschossen. Tagesbericht. Amerikanische Juden für die Wiener »Jüdischen Krrcherfrerm-e". Der Wiener Verein Indische Uiuberfreunde, drr sich bekanntlich um - dir' jüdischen' Kinderder Elendsviertel müht, ihnen in nlnen. KmderheimftLitcn während des TagcS daS fehlünde Elternhaus z^u ersetzen strebt, sie kürpevfich ertüchtigt, sie vor -brn. Gefahreir der-'Straße bewahrt, für ihre Gesund» hest und-.Erziehung in wahrhaft jüdischem Sinne /nach Kräften sorgt und ihllen fröhliche.'Stunde,; kindlichen .Spiels und Manderns durch-die > Natur bietet, hat von amerikanischen jüdischen. Möhtiäteru eine. sehr,, ansehnliche Unterstützung erhalten.. \ ./ ./.'' " ..J. , Herr Hozrnt. lyr, sS. r.» se l.d, der Mitbegründer und Unerittüdlicho Förderer, hes Vereines Jüdische' - flittberfveunbe. in Wien, ' hat uMstehenden. Brief erhalte«,. dein cist- Scheck, läUtsnd' ans 4Ö;0 Dollar, Selkas: ’ , Cincinnati, 20. Mat 1920. .Herrn Dr. S.' ssorn- ' sew,.'Wien. Hochverehrter Herr-Dozent?' Angeregt durch -Ihr Nundschrriben von, 29. November 1919, habe ich . «-'ins. P'auunlnng. zugunsten des - Äeremes Jüdische Kinder- .freunde unter lticlncH Freunden veranstaltet, lye'lcbö den Betrag von 600 Dollar ergab. Als Speüd^ fiir ' mich uH Ineilie/Wan füg« ich weitere .100. Dollar / bei und finden Sie für den Gesamtbetrag von 400 Dollar einen American Expreß Check beigeschlossen. Unsere Spende von 100 Dollar ivEen Sie zum Andenlen an die' verstorbnen Abraham und Regina- Goldsiein-- Wie,!/ ge- . in,Ihre Annalen.etntragen. Biii-esSw,.- gefl. den Empfang die,es Briefes samt Inhalt zu bestätigen. Den . humanitären, Bestrebungen Ihres BereimSbesten . Erfolg wlinscheud, vstbleibe ich uüt vorzüglicher Hochachtuua ' BSrnckrd 'Gülbpwn, TeLM, BMng.s Mncimlati, -Ohi-o. - . Wir werdeir. auch-ersucht, die.Liste der Spender zu vcrosfentliMn: - - '/- -- j ,'s ,s..; .-r '». Mr. H. Hertz» Aevelaud 3ö, Mr..S. %. Sunshiur,-Elrvv la»d V0, Mb. F/ Md«^- ClMM M M. Df. Schrat, EEv:- lckck Friedman, Clt^kastd .K, .Mxs' Sol^ Brock ClebelüW 6, MrIKalich, Nrw-Uoch 10> /Mr. ^/ Hoenig, Cinrmnati 35, The Jos. Lü-aru- Co., LincittnaÜ 35, Mt. Isaak LauttrbM CincinüM io, TA M ' Riser Sons Co., Cmemnaü 15, Mr. tz. Ungy/ CimiWatV 10, Mr. Iss. Büchmail, Cincmttati' 10, Mt. Jos. Klein, Ciucinnati 5, The Rosenthaker Bros Co.» Cnwmnaii ly. . The t Levin L Sons Co., Cincmnaki 16, Mr. Dave Kessel Ciücmva'ti 6, Mirtt C. S. Co., Cincinnati 5, Mr. Ä. Pastor! Cincinnati 10. Mr.Ll. Älechschläger, Cincinnati s, Mr. M. Goldburg. tzinemuati 5. Mr. B. B. Isaak, Cincinnati io. Mr. Engländer. Cincinnati 5. Mr. B. Tobh, Cincinnati % Mr. Sügarülan, Cincinnati n, Mr. Postier. Cincinnati i, . Mr. & MrS. B. Goldman, Cincinnati 100 Dollar. Simimn 400 Dollar. Dir sind überzeugt, daß diese hochherzige Züwendung auch .die Wiener Judenschaft anregen wird, der Jüdischen Ktilderfreunbe zu gedenken und ihnen durch zahlreiche Spenden die Erweiterung ihres WirkuugsDeis.'S zu cruwglichcn. Äußer,ordentliche Nationalfondskronferewz in . ' Wien« . ... . \ Shu 31. August fand rmier sehr'starker Beteiliguvg der Wiener Nationalfonöskonuttissäre unter Vorsitz Adolf Böhms eins vertrauliche, außerordentliche. Nationalfondskonferenz statt. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds inr Haag, hatte telegraphisch die r a s che st e Aufbringung von mehreren M i l l i o n e n K r o n e n vel'langtT-'da-ie-l-töw günstig« Gelegen beiten irr Palästina unter allen Umständen^ an.sx-«nütz! werden nnüßten und die versügvaren Geldmittel oes Jüdische;: Nationalsondü nicht hinreichen, um ^'öW ihm zum Kauf angebotene Land voll zu Lözühlen., ... Ä.a.her.sah.sich die.Leitung h,ex.Wemr-Zentrale des' Jüdischen Nationalfonds veranlaßt, eine.Versammlung aller Nationalfondskommissäre/ einzuberufen, um ihnen über die von der Zentrale - geplanten - Maßnahmen Be. rW zu erstatten und' die Vorschläge ihrer Mitarbeiter eWeWrzunHmen., . Die Anträge der Zentrale fvu.chen mit. i.lnpon ierender . Einhelligkeit angenomnlen. / Vielleicht noch nie vorher bat mne i Forderung de^ 'Leitung einet Zionistischen Organisatiou auf Vervielfachung der Anstrengungen und Geldopfer ihrer Freunde so einstimmige Zustimmung gefunden, Mie die des Hauptbureans des Jüdischen Nationalfonods,' das von den österreichischen Juden, welche m den, ersten acht Monaten dieses Jahres erst 900.000 Ktone'n/fük / den Jüdischen Nationalfonds aufgebracht haben, fördert, in den nächsten vier Monaten fast das Achtfache/.dieses Betrages (1.0,000 Pfund Sterling!) dem Jüdischen Nationalfonds 'Zur Verfiigung zu stellen! Nach eingehender Beratung der borgebrachten'Anträge wrrrden verschiedene Beschlüsse und Resolutionen gefaßt, die geeignet erscheinen, die ganze Nationalfondsärbeit in W r e-n auf neue Grundlagen zu stellen: . Es sollen unverzüglich in allen zionistischen Bezirkssektionen und Vereinen außerordentliche-Sitzungen der Ausschüsse einberufen werden, in denen ein Delegierter r»er Zentrale des Jüdischen Nationalfonds' über die nwlnentane Lage in/ Palästina und die Ausgaben deS Jüdischen Naiionalfonods vertraulich zu berichten bat. Im Anschluß an diese Sitzungen haben öffentliche Ver satum 1 ungen in allen Wiener Bezirken staitzufinden, in denen die führenden Persönlichkeiten des Wiener Judentums über die Lage in Palästina und den Jüdischen. Naiionalfonds sprechen werden, 'NWi^ieser/MgtzWtteü^ÄgüaÜon hat unverzüglich eine vrivate Werbearbeit aller Zionisten .bei wohlhabenden Juden ohrie Unterschiedder Parteizugehörigkeit einzusetzen. Die Konferenz erklärt, daß ohne weitgehende Opfer eines, jeden einzelnen Jduen die Aufbringung der unbedingt nötigen Summen,.über hie der Nationalfond^ s o f-o r t verfügen mntz, unmöglich ist. Die Konferenz billigt die von der Zerrtrale bereits mit Erfolg begonnene Aktion zur Erlangung von 500 Einzelspenden von durchschnittlich je 20.000 Kronen und verpflichtet jeden Zionisten, alles anfzubieten, um entweder seihst, eine annähernd so hohe Spende dem Jüdischen Nätlönalfonds züzütvenden oder wendigsterrs einen seiner Bekannten zu einem derartigen Opfer zu bewegen. Diese'Aktion, lvelche in zirka 800 Teilspenden zehn Millionen Kronen ergeben soll, wird den Namen führen: ' .- „Bausteme für das dritte jüdische Reich." ' ' Jeder jüdische Verein und jede nationale Organisation wird neuerdings ausnahmslos verpflichtetbei allen Veranstaltungen, Festen und Vorträgen ohne Rücksicht auf deren Zweck dißen Züschlag Süm Emtrittspreib von 10 Prozent zugunsten des Jüdischen Nationalfonds. eiuzuhebcn. . ..... . ^../vi Die^ Nationalfondskonferenz beschließt, zugunsten des Jüdischen Natioüalfonds eine Lotterie zu heranftalten.. Sie . beauftragt die Zentrale, die erforderlichen Schritte zur Erlangung der -behördlichen Bewilligung unverzüglrch?zu ünternehmen und Magt, die Herausgabe pol: 200.000 Losen züm Preise' von ^0 Krörken per Stück vor. ■ ' ' /• 4; Die Naflouglsondskonferenz erklärt, daß die von der Zentrale durchguführenden Aktionen für den Jüdischen Nationalfonds eine Vorarbeit für die kommende, aber ungleich gMtzre Aktion für dön Keren Haj tz ff od zu sein hat. Sie fordert alle Zionisten auf, ohne Rücksicht auf die spätere Arbeit.für den Keren Hajefsod alle Kräfte anzuspannen, »m die erforderlichen Millionen für den Jüdischen Nationalfonds sofort aufzubringen, da . der Keren Hajsssod erst in einiger Zeit in Palästina größere Mittel investieren muß, während der Jüdische Nationalfonds die verlangten- Gelder unverzüglich zur Durchführung der ihn: angetragenen Bodenkäitfe benötigt. ■ , ' Göttin «nd Melkkuh. Die antisemitische Presse jammert von Zeit zu Zeit darüber, daß in den Leopokdstadter Mittelschulen die Anzahl der jüdischen Schüler' die der christlichen teils übertrifft,-teils ihr uue wenig nachsteht, was in jedem Fall eine Störung des famosen Verhältnisses bedeutet, indem die arischen Politiker die Bildung propöriionell aüfgeteilt wissen möchten.. Als ob sich Bildungsdrang und geistige Negsämkeii nach einexr künstlichen Schlüssel so verteilen ließen wie etwa die Mandate in den gesetzgebenden Körperschaften! Und als ob speziell die christlichsoziale Partei von einer.solchen Verteilung, wenn die göttliche Vorsehung sich einmal den Spaß-machte, sie wirklich durchznführen, sonderlich erbaut Ware!. Wo wir die Klerikalen am Werke, sehen, erscheinen sie vor allem bemüht, jede'tieferreichende Aufklärung der breiten Massen, ihre Durchdringung mit den Erkenntnissen der nwdernen Wissenschaft zu verhindern. Sie haben es unzählige Male offen herauk'gesagt. daß sie. jede Autorität für gefährdet halten, wenn die Untertanen „zu gescheit" würden, zuviel lernten. Und es ist ihnen gelungen, mit dieser Hetze ‘o. September l$2ö Sette 5 gerade jene-Autorität bei-der Bevölkerung aufs tiefste zu erschüttern, die dir einzig berechtigte istp-dieArstorität der Bildung und Gülehrsautteü. Das Elend der gelstigvr^ Arbeiter, das' sich,, so beschämend von der bevorzügie»! Stellung der „Medizinmänner" bei den Indianern ckbhebt, geht in der Hauptsache auf die klerikale Wühlarbeit gegen Wissen und Bildung zurück. Ihr ist es zuzuschrei'ben, daß die Vertreter der Jntelligenzberufe, obwohll in allen Nöten dos Alltags- .rmd des staatlichen Lebens' von der Bevölkerung tausendfach in Anspruch genommen^ irr, höherern Maße nrit dem Odium der Entbehrlichkeit behaftet erscheint als die manuellen Arbeiter einer Luxusindustrie, und ^nit ihron soziale^ Forderiungen bedeutend weniger Verständnis und Gehör ftnden. Und daraus^ ergibt sich die weitere Folge, daß sich dem Studium heute' nur noch Idealisten zürnenden, die ohne Rücksicht auf dessen materielle Ergiebigkeit einem inneren Triebe nach Erkenntnis folgcrr. Schiller hat noch zwei Kategorierr von Jüngern der Wissenschaft rruterschieden: „Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem andern eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt." Heute ist die zweite Kategorie wohl im Aussterben begriffen. Denn die gelehrten Berufe sichern kaum das tägliche Brot, geschtveige denn die Butter darauf. Die Idealisten freilich scheinen unausrottbar und das muß ' unbedingt als erfreuliche Erscheinung gewertet werden, doppelt erfreulich für uns Juden, wenn die antisemitischen Blätter mit ihrer Feststellung recht haben, das; sich nur die Christen durch die momentanen Verhättnisse vom lStudium abschrecken lassen, während die Inden trotz der materiellen Undankbarkeit solcherc Tuns alle höheren Schulen stillen. Sie suchen dort einzig „die Hohe, die himmlische Göttin". Denn als Melkkuh kommt die Wissenschaft stlr die Juden seit jeher viel weniger in. Betracht als für p\^ anderen, denen schon in der Monarchie alle höhören' Staatsämter Vorbehalten waren/ ein Unrecht, das bie. Republik — allem Gerede von der Judenherrschatt zuin' Trotz — nur in sehr geringem Maße giltzruiiacheN''geivillt' erscheint. Dafür sorgt schon der antisemitische Einfluß,' der ja in uuserer 5lompromißregierung ganz offizielle vertreten ist. Gegen den jüdischen Idealismus kommt er freilich nicht auf und deshalb ist die Forderung Nach der Prozentnoriu lächerlich. Uurso berechtigter erscheint' dagegen eine Forderung, die von jüdischer Seite aus den vorliegenden Tatsachen abgeleitet werden Muß und gegen die die christlichen. Klerikalen umsoweniger einwenden können, als das Gesetz, dessen Anwendung auf. die Mittelschulen wir verlangen Müssen, von ihnen selbst erfunden würde und sich an den Volksschulen seit langttn bestens bewährt: das Gesetz, daß der Leiter einer Schule derselben Konfession angeboren muß wie die Mehrheit . ihrer' Schüler. " Dazu treibt uns nicht jüdische Herrschsucht, sondern nur die berechtigte Sorge um jene ElNPfinduugeu im Kinderherzen, auf die sich die Christlich-, sozialen seinerZeit beim Einbringen ihres Antrages mit vollenr Recht berufen haben. Sie würden nur ihre eigene Empfindlichkeit in Sachen der Religion und Nation Lügen strafen, wollten sie uns die Berechtigung dieser Forderung aöstreiten._ , -ä/ä: GrsVndhritsboM-hochfchttle« Im Septemberheft der Jenaer D^onatsschrift „Die Tat" gftit E. B ü ch h o I z beachtenswerte Anregungen. Er schreibt: . i „Mr in gesundheitlichen Dingen mit Len dvrschiedewen Schichten der Bevölkerung zu tun hat, erfährt immer und imuier wieder, wie fast überall Nnkenntnis und Mangel an Einsicht in bezug auf alle gesundheitlichen Dinge des täglichen Lebens, wie Ernährung, Wohnung? Kleidung, Hautpflege, den Wechsel zwischen Arbeit und Ruhe usw., herrschen. Hand in Hand, hiemit geht, ein erschreckender Mangel an Veranttvortungsgcfiihl für die Erhaltung der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wie wenig« sind sich besten bewußt, daß Krankheiten zu verhiiten so unendlich viel leichter ist, als slraukheiten zu heilen. Man verläßt sich darauf, daß im Falle der Erkrankung der Arzt, die Krankenkasse oder andere hiezu für verpflicht^ gehaltene Organe die Gesundheit schon wieder schaffen werden. Das mutz anders werden! Jeder einzelne muß wissen, in wie hohem Grade er selbst seiner Gesundheit «Schmied ist. Er muß ganz von der Erkenntnis durchdrungen sein: Je vernunftgemäßer ich lebe, je sorgsamer ich in gesunden Lagen mit meiner Gesundheit umgehe, desto geringer ist die Gefahr, daß ich erkranke, desto widerstandsfähiger werde ich, desto tzrötzen wird rneine Arbeitsfähigkeit, und desto länger bleibt sie erhalten. Die Verbreitung dieses einfachsten aber grundlegenden Wissens mutz in großem Matzstab geschehen. In jedes Dorf niuß diese Aufklänmg dringen rcud daher in volkstümlicher, auch dein einfachen Manne verständlicher Weife erfolgen, einmal dadurch, daß Sozialbemntc imd Krankenpflegepersonen — hierin ganz anders und viel besser ausgebildet als bisher —- bei der Ausübuv.a ihrer beruflichen Tätigkeit aufklärend und befthrend wirken, dann dadaurch, daß Gesundheitsknrse in der Art der Arbeitsgemeinschaften der Volkshochschulen das ganze Land Mit einem weiten Netz überspannen. Di« Schwierigkeit der Aufgabe liegt in dem Fehlen der fm diese Unterweisung erforderlichen Lehrpersontzn. Die Aerzte haben bisher weder genügend Zeit noch auch genügend Reigrmg hicsür aufgebracht. Diese Aufklärungsarbeit kann aber sehr gut durch interessiert« und hinreichend unterrichtete Laien geschehen. In Fragc

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