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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-04 · Heft 582 (4.9.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 582 (4.9.1920)
Date
1920-09-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien, emr-iidg Wieuer MörtzettzeitünH /4 September 19 Sf mm MiitEngekl ans den: Publikum. 8 MKKAK'rei«, Kerls»,6olL.SUdvr,KlLtt» nvKrsL kanlt und verkauft 776 IkXTS-iR Rotentumstr. 23, Mariahilforstr. 98 All© Arten TÄLÄBE imd BARETTS vorrStij? oder nach Mas», in bekannt schönster Anstühmng beim Spcria inten ROTJOI.P GOI.DSTEIN, Schneidermeister, Wie», 11.,Taborstrasse 64. Telephon 45-6-29 781 - Gegründet 1866 VOSLAU! Kinderu. Mädchen-Erziehungsheim u ■' *» | Jägermayerstrasse 19 8.-91 Telephon 99/8 J unter Leitung einer staatlich geprüften Lehrkraft. Mütterliche Pflege, gewissenhafte Aufsicht, beste Verpflegung! Konkurrenzlos! Neueröffnet! Konkurrenzlos! Grosses Herrenmodegeschäft HB II., Stefaniestrasse 10 Ich erlaube mir au! diesem Woge allen meinen Bekannten und Gesinnungsgenossen mitzuteilen, dass ich durch meine Verbindungen mit den ersten englischen Firmen imstande bin, sämtliche Kleiderund Wäscheartikel nach Mass und fertig sowie allerhand Herrenmodesachen zu staunend billigen Preisen abzugeben. Für tadellose Ausführung wird garantiert. 613 A. Borenstein, 11., Stefanlestrasse 10. perimentierzimmer; im ersten Stock befinden sich Schuster- und Schneiderwerkstatt, Friseursalon, Wasch- und Badeanstalt. Im Keller aber wurde dem Gaste —, wohl als besonderen Effekt — ein mächtiges Lager aller möglichen Lebensmittel gezeigt.; < ,,?/ \,r\ "«Wir sind jetzt erst" — es war der o.Zulr —' «mit der Jnniration fertig geworden", sagte stolz der Oekouomiechef, „wir haben Proviant für eine ganze Belagerung". ' '■ Er teilte dann noch mit, daß in einem Sanatorium außerhalb des Palastes noch 50 Gelehrte uutergebracht seien, und daß die Sowjetregieruug allen diesen Gästei». nur zlvei Bedingungen stelle: Einmal, daß sie ihre ganze Arbeitskraft in den Dienst der Gesellschaft stellen, sodann, daß'sie sich nicht mit konterrevolutionärer Politik befassen. Die Sowjetregierung sei bemüht, ihnen alle wissenschaftlichen Bücher und sonst erforderliches Arbeitsmaterial'-io schnell als möglich' ans. Westeuropa zn. besorgen.' Die. «cn-icclc des Jüdischen Nr.tlou«t,orrüS für Oesterreich veranstaltet an den hohen Feiertagen im Restaurant Bah er, II.. Benekigeran, Gottes dien st e. Der gesamte Ertrag der Karten jitr die Berhausütze sowie alleThora-Speydm stießen ausschließlich dem Jüdnchen NanonalsondZ zu, da aste Fnnküanäre am Bezahlung vernchtclen. Die Karten sind zn Haben: In der Zentrale des Jüdischen Nationalsonds, ll., Zirlnsgaiie.33, icw'e be! Gq. I. A. G e r st'e I. II., Mnmbgasse 2/23, täglich dön Vj9-hif-Vs l llhr vormittags und , V-3 bis V-6 Uhr nachmittags. ^'Gottesdienst. D e r B e r 1> a tt b der b t b r ä if ch c h r e r t u W 1 c n v:ranftaltet für die hohen Feter- HrrZberg zn haben.' * Gliickrvunschablösmrg zu Asich-bascharzgh. Wir machen unsere P._ T. Leser aus die m Unserer heutigen Nummer beigeschlossene Einladung zur Glückmunschablösung ansmerllam. Wir hosten. damit eniem allgemeinen Bedürfnis zu entsprechen, und hiUen> den Bestellschein abzütrennen und ausgefüllt per ■ Kuvert.- so. recktzeit'.g an uns sbzmenden, daß wir noch in der Lage sind, die, Einschaltung in der Rosch-haschanah-Rummer vom 12. d.'M. voünrhmen -it können. - Ter Strstk der Buchhandlungsgehllf-n. Im Ottakringer, Arbeiterheim fand gestern eine von ungefähr 1.600 streikenden' BuchhmsollmgZan'tzcstellten besuchte Versammlung statt. Der Referent, Gehllsenobmann Scholz, konstatierte, daß bereits' zirka /...30 Firmen - den ihnen unterbreiteten Vertrag - angenommen haben. Nach ciuem Appels, die .Einigkeit, weiter aufrechtzuerhaltey, gab er die Varole aus: Montag erscheinen alle Angestellten, ob der Vertrag bewilligt öder nicht, vor ihren Geschäften und fragen, ob der Unternehmer gewillt . ist, sie unter -Grundlage., de^ Vertrages des Angesielltenoerbandes die Arbeit ausnehnien .zu lassen;. wo dies nicht' geschieht, habe sich das Personal im Dtreiklvkal kinzuftnden. * Hevräisch-Krrrse des Anterrichtsamtes deS Jüdische« Ratioualrntes für Deutsch Österreich („Emi- -r»nLe«-K«rse", h, Drahtgafse 4). Kurs A, .io Stunden wöchentlrch, von 6 bis 8 llbr abends; Kurs B, 10 .©tunfcen wöchentlich, von 8 bis 10 Uhr abends; Kurs C, io Stunden wöchentlich, von ' h',l; bis ^6 Uhr abends; Kurs v und IL. 8 Stunden wöchentlich, von 7 dis 9 Uhr abends. Auskünfte werden erteilt. täglich zwischen 11 und 1 Uhr (außer Samstag Und Sötzntag) im Jüdtschen Naüvnalrat, ll., Taborstraße 20 A, Zimmer 7ll »Hebräischer Unterricht. Wer einen tüchtiaen Lehrer .zur Neü-Hedrälsch, Danach und' Talmud sucht, «rrd ersucht, beim Verein ' der Hörerschaft des Jüdischen Pädagög'.üms, 11., Obere Donaustrabe 91, lft Stiege; I. Stock, im Sekretariat des Pädrrgogmms, zwlschen 2 und 6 Uhr nachmittags (auch schriftlich) mizusragen- \r * Spende«. Für jüdisches Elend. Berg K Sperling ll 10.—, zusammen ll 80.— (bisher eingelangt Ja 2002,-r), Die «Arbeiter-IeitvAg" In Polen verboten. Die öttbreiteü Unsere Neuen Mitstreiter. Mit doller- Zuversicht tritt die jüdischnatronale Partei in den Wahlkampf ein. Die herrschenden Parteien haben, in der Wahlordnung eine Korrektur, votgenomnten, welche keineswgs den Zweck Hatte, das Wahl* recht zu verbessern, sondern die Macht im Staate einfach. .unter die großen Parteien aufzuteilen. Kleinere Gruppen sollen verschwinden. Auch die bewußten Juden werden von dein neuen Wahlunrecht betroffen. Aber die/neue' Schwierigkeit ist nur geeignet, unsere Kräfte zu doppelter Anstrengung anzuspannen, sind wir glauben, Hatz sich, diejenigen verrechnet Haben, welche dem jüdischen Volke in Oesterreich die parlamentarische Vertretung rauben wollten. Insbesondere die israelitischen Sozialdemokraten des zweiten Gemcindcbezirkes glauben' den Zeitpunkt für gekommen, um die jüdische Wählerschaft zur Auffüllung ihrer gelichteten Wählerscharen auf Kosten des bewußten Judentums mißbrauchen zu können. Wir wissen um diese Machenschaften und werdest ihnen durch Aufklärung der Wählerschaft wirksam begegnen. Unser Programm ist nach wie vor: Proklamierung des Rechtes auf die eigene Nation, Verständigung von Volk zu Volk, Behandlung der brennenden Judenfrage, an deren Lösung nicht nur wir Inden interessiert sind, vor allck Oesfentlichkeit. und Wiederanfrichtnng der jüdischen Würde. Nicht so wie bei dem ersten. Wahlkampf im Jänner des Vorjahresals unbeschriebenes Blatt, sondern, nach eineinhalbjähriger parlamentarischer Tätigkeit unseres Abgeorneten Stricke-r treten wir an die jüdische Wählerschaft heran, und wir dürfen mit Genugtuung sagen, daß das Dirken unseres Vertreters in der konstituierenden Nationalversammlung die.Schar unserer Anhänger derart -vergrößert hat, daß die beabsichtigte Erschwerung' unseres Wahlsieges wettgemacht wird. Vor allem^ Meitdetw der bewtrßtjüdische Mandatar Stricker im Abgeordnetenhaus sitzt, ist der Ton des rüden Antisemitismus ans' dem Parlament per. schwunden. Er hat es verstanden, was den assimilatorischen,-in der Judenfrage stets leisetreterischen Vorgängern nie gelingen konnte, durch sein mannhaftes Auftreten für Wahrheit und Klarheit sich und den». Judentum volle Achtung zu verschaffen und die Verständigung von Nation zu Nation als wichtigste Voraussetzung des Zusammeulebens und Zusammenwirkens im Staate, anzubahnen. Das haben weit über die zionistischen Kreise - hinaus, alle Juden und Jiidiuueu, welchen der frühere widerliche und unmoralische Zustand tief aus. der Seels/bramrte, bis in Lie weitesten Schichten der jüdischen Bevölkerung erkannt. Sie sind . jetzt unsere Mitkämpfer.' ’ " Ist'sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht war die bisherige Tätigkeit des Abgeordneten Stricker nickt um' für uns Jüdest geradezu vorbildlich und hat allgemein Aufsehen erregt. Wir erinnern an seine Haltung in der Armeefrage, an seinen Kampf gegen die Verlogenheit der sogenannten Grohpresse, deren Politik zum großen Teil auf Börsenspekulationen beruht. Ein großer Teil der Wählerschaft, der gut jüdisch 'gesinnt'ist-und-nur mit Widerwillen sozialdemokratisch wählte, weil er unserem wirtschaftlicken ultd sozialen Programm nicht traute, wird jetzt tticht mehr die deutschtümelnden assimilatorischen, ihr Volkstum verleugnenden und verrakeuden' soziaidemoktaiischen Assimilantcn, sondern er wird jüdischuational wählen. Aber wir rechnen auch auf eine große Zahl jener neuen Kombattanten, welche die sittliche, das Judentum remigeude "Kraft unseres Gedankens erkannt und-'sich an den unvergeßlichen Reden des Abgeordneten Stricker, in denen.er gegen die Verräter des jüdischen Volkes, gegen die selbvergessenen Besudler seiner Ehre und die Restegateü Stellung genoinnten bat, erbaut itn& aufge-' richtet haben. Jüdische Männer mtb Frauen, die ihr Geint letzten Wahlgang zur konstituierenden Nationalversammlung und mit gewachsener Kraft bei den Gemeindrwahlen mit uns gegangen seid: Suchet und findet die gewaltigen Schären unserer neuen Freunde und uns ist um den Sieg nicht bange! Jüdische Wühler und Wühlerinnen! Reklamiert euer Wahlrecht! Am Wahltag kann nur wählen, wer in die Liste eingetragen ist! Wer^ also nicht nachschaut und sich nicht vergewissert, ob er eingetragen ist. gefährdet sein Wahlrecht! Einsicht an jedem Wochentag von 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends, an Sonntagen und am Feiertag von.6 Uhr früh bis 12 Uhr mittags. In jedem Hause muß bereits jetzt ein Verzeichnis der Wähler dieses Hauses angeschlagen sein, in welchem steht, wo die Wählerliste für dieses Haus anfliegt. Dorthin muß inan gehen, um Einsicht zu nehmen, ob man in die Wählerliste eingetragen ist. 3u dieser Hauswählerliste sind die Wähler des Hauses nicht Mit Namen verzeichnet. Wohl aber ist ersichtlich, wieviel männliche und weibliche Wähler in j eder Wohnu.na vorhanden und einaetraaen sind. Wahlberechtigt find alle deutschösterreichische« männlichen und weiblichen Staatsbürger, die vor d e m 1. Jänner 1920 zwanzig Jahre alt g e w o r d c n sinh. Wer erst am 1. Jänner 1906 oder später geboren ist, ist kein Wähler. Staatsbürger lst: I. Wer in einer Gemeinde der Republik Deutsch» österreich heimatberechtigt (zuständig) ist. II. Derjenige, der nach dem Umsturz die Staatsbürgerschaftserklärung abgegieben hat. Auch die Frauen und Kinder derer, die eine solche Staatsbürgerschaftserklärung abgegeben haben, sind wahlberechtigt. Ferner diejenigen Personen, die nach Deutsch-West-. Ungarn zuständig sind, denn gemäß dem gehört Deutsch-Westungarn zu Dentschösterreic Als in Deutsch österreich heimatberechtigt kommen für diese Wahlen auch diejenigen Personen in Betracht, die nach Deutschböhmen, Deutschmähren (einschließlich Brünn, Jglau und Olmütz) sowie dem deutschen Teil Säilesiens Zuständig sind. Um eingetragen zu werden, muß man das Alter von zwanzig Jahren (am 1. Jänner 1920), die deutschöstecreichische Staatsbürgerschaft und den Wiener Wohnort Nachweisen. Also braucht man: Meldezettel, Geburtsschein, Heimatschein, eventuell Staatsbürgerschaftserklärung, Reisepaß oder ein altes Arbeits- oder Dienstbotenbuch, wenn man nichts anderes hat, ein MMärzertifikat usw.; kurz die Dokumente, in denen Mer und Staatsbürgerschaft amtlich angegeben erscheinen. Verheiratete Frauen müssen, buch den Trauungsschein bringen. Die Reklamation muß nicht persönlich geschehen. Auch diejenigen können reklamieren, die erst jetzt nach Wietr gekommen sind. Auskünfte und D n r ch f ü h r u n g von R e k l a m a t i o n e n H a u p t b u r e am 11., T ab o r ft raß e 20 a, von 9 bis 12 Uh r v o r m i t t a g s u n d 3 b i % 5 U h r n a ch m i t t a g s. Wichtig für die Agitation! Das Hauptgewicht ist auf die Werbearbeit von Mann zu'Mann 'Zu legen. Der Wahlbezirk ist in A' q i t a t i o n s s p r.e n g e l eingeteilt. deren Lage und Umsaug im Hauptbureau, 1!.. T a borst r aß e 20a, zu erfragen ist. Die Aufklärüngs- und Prspagandänr-eit unserer <Krsinrrurrgsge»rvfsen und -Genossinnen hat sich aus den Sprengel Zn beschranken, in welchem sie wohnen. » Es wollen sich melden: GesinnuuostzeuoßtN und -geuossinnen, welche in der Taborstraße 1 bis 23, Leopoldsgasse 5l, TandelmarKtgässe2 bis 26, Stephüniestmße 2 bis 29, Obere Donaustraße 86 bis 111, Große Sperlgässe 1 bis 11 und 2 bis 8, Kleine Sperlgasie, Krummbaumgasse 3 bis 5, Kacmelitergafse und -Platz, 9iegerlegasse. GreDlerstraße, Lilienbrunngasse, Hammer- Purgstallgasse, Lassingleithnerplatz wohnen, S o n nt a g zwischelr 9 itnb 10 Uhr vormittags oder an den folgenden Wochentagen zwischen halb 7 und halb 8 Uhr abends im Lokale des Vrreinss „Nvrdsft", Taborstraße 21». * Für den Sprengel II der &v'wlö'^nur-chjend die Häuser Obere Donaustmße 43 bis 4 »s, Untere Augartenstraßc. ungerade, Ui bis 39, Rembrandtstraße, Krade,-2 bis 36; Förstergasse, Haasgasse, Zwertzgasie und Krafftgasse, - besindet sich das Agitation s- und R ekl am ati o nslo k al im C afS D u r st. Untere Augartenstraße Io. Amtsstnnden an Wochentagen von 6 bis 8 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr vormittags. — Gesinnungsgenossen und «ßenoffinnen aus obigem Sprengel werden, dringend ersucht, in den nächsten Tagen zwecks wichtiger Besprechung im genannten Lokale zu erscheinen. Gesinuu.'.-i.'.'N'iN'jieu und »geuossinnen. die in dein zum Sektivnssprengel IV gehörigen. Häuserblock Leovoldsgasse 15 bis 49, 'Tanoelmarktgasie 1 bis 19, Taborstcaße 25 bis 37, Obere Augartenstraße 50 bis 74, Kleine Pfarrgassc ganz, Malzgasse 14 bis 20. Schwarzingergasfe ganz, Große Pfarrgasse ganz, Häidgässe 2 bis 14, 5 bis 15, Große Sperlgasie 13 bis 43, 12 bis 38, Rote Kteuzgasie gmiz, wohnen, werden dringend gebeten sich im Laufe der nächsten Tage in der Keil von 6 bis 8 Uhr im Agitasiünslokal, Cast ZUßl, Große Sperlgasie 35, cinzusinden. * Auskünfte über Kiriegsgesanoeuenl agrv. Iü dr, Brremigmili der Mütter nnd Frauen Krlegsg(i.ln<i-.-trer iü Rusu fand, Sibirien und Turkcstan, VI., Gnmpevdsrsetstmße 1, 1. Traft, Zimmer 8. gibt Samstag den 5. d. M. von-1a bis 1 Uhr Hcrr Wilhelm Mas Antzfünfte die L ^rer Wl und

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