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Wiener Morgenzeitung · 1920-09-03 · Heft 581 (3.9.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 581 (3.9.1920)
Date
1920-09-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5S1 Wien. Freitag kionen Pfund. England dürfte wohl der erste unter den am Weltkriege heteilmten Staaten sein, d-r einen n'ckrt unbedeutenden Ueberscknrß der Einnahmen über die Ausgaben zu verzeichnen bat. . . Sperre von Depots in Anqarn. Aü8 B ndavest wird gemeldet: Das Amtsblatt beräffentlicht eine Bkrordnung des Geianrtministeriums. das die Gewinstitn-e vcrvst'chtet. ans der Zeit vom 31. Oktober 1918 bis 6. August 1919 stammende Spareinlagen, Kontokorrente, Devotbvträge oder sonstige Wertgegenstände. beiüalich deren begründeter Verdacht lielt+t, da» diele dem ^.taatsürarvdrr. sonstigen öffentlichen Behörden in unrechtmässiger Weise entzogen sem dürften, unter Sperre z« nehme y- Die AuSkuhr von Most und Wein in Angarn fretqege-en. Aus Budapest wrd gemeldet: Das ^Amtsblatt" verösfcnil'cbt e-ne Nearerungsverordnuna. wonach vom 5. d. M. Ins zum 3V. November die A u 8 i u h r v v n M o st und Wein nach dem AuSlande auch ohne Erlaubnis der Weinerportkommisston gestattet lern wird. Valutenkurse. Im gestrigen tteien Verkehr warm fremde Zahlungsmittel begehrt und hoher. Es notierten: L e i n o r e n £'6.- , R u b e l n o t e n K 3.81, Mark noten £ 5.25, L i re £ 12.30. französische Noten £18.—, Schweizer Noten K 42.70, Dollar K 259.—, tschechrfche Noten £ 426, Pfund £ 935.-. Dinar K 9.90, u n a a ri s ch e Noten £ 104.—, polnische Mark£ 107 60, A u s z a h l u n g A g r a m L 240.—. Auszahlung Berlin £ 6.28, A u sz a hl urig Prag K 4 30. Auszahlung Budapest £ 104.—, AitZza h l u n g Italiens 12.25, Auszahlung Sckw e i z £ 43.— und 4t» ß e* 2 empe lt e Noten £ IM.---. Wiener Börse. ®mii das Geschäft an der gestrigen Börse keinen größeren umsang pnpnfhmen vermochte, so war d es dem Umstande mzuschr eiben, daß sich die Spetu'at'on mit Rücksicht, auf dre bevorstehend? Versorgung Zulückiraltklng auferlegte. Auch dreBer-ogerung der volnisch - lwsi'chen Friedensveihandlungen verattlastte zur Reserve. Regerer Verkehr iand.lediglich, in Lombarden statt, dre aegm den levtgemelde'en Stand um' £ 6Z fielet: ein'etzren. im Verlaute des V'rkehrs b>s £ 1170 st egen und an der Nachböiie veg Kurs von £ 1?30 erreichten. ,Diö vorgestrrn stark faoorrstert gewesenen Hofhrrr L Schr and-Aktien waren £ 19 billiger erhaltlrch. Auch^Orstrrreichische Kredit gaben im Kurs nach, woaecen die Übrigenin der Kul'ste gehandelten Werte nur qennae Berschrebungen erfuhren. Im Schranken war eine schwächere Halung vorwregenv und die mccken Effesten billiger erhältlich. So fielen Navigazrone um £350. Berg- und Hüttenwerke um £150. Prager Eisen um £ 110. Ungarische allgemeine Kohlen um £ 150 und Scholler-Zircker um £ 130 Stärler tn Mitleidenschaft geroyen wyrd"n Petroleum-Aktien. Es fielen Fano um £450. Karpathen- Petrolenin unk £ 300 und Galina um £ J75. Die lustlose Stimmung erfuhr bis zum Schlüsse keine Unterbrechung. Renten dagegen lagen, fest und wurden b»s 2*/*%' höher bewertet. Im Übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: , " / ^nvustrie-Anlernebmungen. Allgemeine BaugesellschM 699.— (- 1.—). Unwnbau — — (— —.—). Wiener Baugesellsihgst 710.- (- 20.-), Königshofer Zement Ir Perlmooser Zemem 2480 - (- Wienerberger Ztegek 1760.— (— .33.—), Liesingrr Brauerei. —(- Sät'ostvo —+-: Aussig Chem. —(— — Brosche Spiritus'3050.— (— Carborunduni 29-' 0.— Cloth,lde 2310- (~ 2.—), A.E. G. Union Elektr. 1350.- (ch 50.—Bereinigte Elektrische 1199.—. (- Siemens Schuckerl 1699— (— 14.—). Alvme 8815.— (—25 — Berg- und Hüttenwerke 9100.^- (- 150.-), Austria Email V Eghdier - — (- Enzrsfelder 1900.— (— 20—’). Felten & Guilleaume 4220— (— 55.—), Grernitz Elsen 3200.— (--). Hutter & SchrantzlvlO.— (ch 80.-0, Kruvp Ü*@. 1528t (— 6.-), Poldihütte 2455.- (- 45.-), drager Eilen 7180.— —- 110.-), Nnnamurany — j— Skoda werke 2354.— (ch 24 —). Wastenfabrik 8220.- fcr 10.-), Brürer Kohlen —(— —.—V Gran- Szaszvarer Nordung. Kohlen Oberung. Hütten 3970 — (—25.—), Rossttzer 2990 — (— 10—), Salao « Tomnei 6160.— f— 30.— , 7,Baller Wiener Morgenzeitung Kohlen 8770.- (ch 40.-). Nng. Allg. Höhlen 74!').-.(—190.-). Urikany 4750.— (— —-—), Beitscher Magnesit — 1-Westböhm 3870.- '- 5.—), Wollsegg 1570.-, (— 29.—), Danek Maichlnen 28c0.— (— —.—), Brunner Mafck'inen 1985.— tch53.—V Daimler Motoren 119V—' (— 20 —). Fiatwcrke 1365 — /T 5.—), Heid Maschrnm 894.— 4.—), Hoiherr L Sckrrantz 1040.— (—19.'—), Sigl Lokomotiv 144'>.—25—), Ruston.2820.— (+.15.—), Simmeringer 1298.— (— 81.75), Elbemiihl —(-— —.—), Lehkam-Ioseistbaler 2535.— (— 5.—-), stkeusiedler 8480.— (— 20.—), Apollo 4050.— (+ 60.—), Fanto 19.000,— -— 450.—), Karvatlren 12.0 0,- l— 800.-). Galtzia 22.450.- (— 176.—), Cchodnica —.(— —), Cosmanos .3145.— (— 35.—), Fczfabnten —;), Schoeller Zucker 7150.— - 13!).—), Sckrönpriesener 3760.— ich 6().—). Oester. Eisenbahnverk. 2000.— (—45—, Nng. Eisenbahnverk. HO'20.—W'ener Waagonsabnk 1220.— (- 8.—); Gerngroß 745.— (— 23 —), HolzhandelSgesrüfckast —(— Türkenlose 2199.— (ch 199.-). Transport-Unternehmungen.Adr'ia13.000.— (— 700.-'. Ausstg-Tevlitzer —(— —), Buschtehrader tit A 8500.— <— —\ Buschtehrader lit,. B 1770-— (— 10.—), Donau- Damvi. 10.600.— (— 200.—),. Ferdmands-Nordbahn 12.040.- (— 160.—). Graz-Köstacher 3400.— (— 70.—), Kascha »-Overberge,' —--.—), Lemberg - Czernowitzer . 2080.— — 20—), Lloyd —i— —\ Navigaüonr i0 8(;0.— (— 350.—), Staalseisenbahn3665 — (—13.—). Lombarden 1170.— — 13.—), $% ^üddahn-Pttvi. 1190.— T 30.—), Stacrtsbahn- Genllyscheme 2420 — Renten. Mairente 94.50!+ 2.75), Februarrenle 94.50 (ch ^.601. Oesterr. Kronenrente 94ck0 ch 2.50). Oesterc. Goldrente 155T (—. —.—). Ungar.. Goldrente —), Ungar. Kronenrente 108.— (—- —.—). ' >. Danken. Anglo-Bank 785.— (+ 7.—), Oestrrr.-bosn. Bank 650.— (— — .^-), llnaar. Bank und Handels. — — —.—), Bankverein 800.— (— 2.—), Bvdenkredir 1780— (+5.—), Oesterr. Kredit 992 —- 23.—\ Utiq. Kr?dit -(-.—), Depositenbank 757.75 (— 1.25). Niederost. Eskomvregel. 1140.— (— 5.-), Ung. Hypothekenbank 539.— — 1.—^ Länderbank 1094.— -(— —), Bosn. Landesbank f!60— 1+ 9—), Mer cur 847.— (ch 2.—). Ocsterr.-ungar. Bank 5475.— (— 85.—, Unionbank 832 — -—-.—), Berkehrsbank 618 - (ch 2.-). ZivnostenSka 1695.- (-10.—). Budapester Börse. Budapest, 2. September. Be, vorherrschender Kauilust und lebhastem-Berkehr setzte die Börse sowohl in der Kulisse als auch im Schranken m fester Halnmg ein. Gegen die Mitte d-r Bö.sezett machte sich her abbröckelnden Kurien Zurückhaltung a llend, da miolge televhoni'chrr Störungen d-.e Berichte vom Wiener. Markte ausbl,eben, doch konnten die m» stcn.Papiere ihre gcstr'gen Cchlüsikurse behaupten- In der Kulisse herrschte wieder lebhaltes Geschäft in Südbahuwertcn. Salgo-Aktien crböhren sich um. fr 175. Im Schranken traten Sch srabrswerle durch große Festigkeit hervor. Gesucht waren auch Holzwerie. ohne sedoch größere Besserungen zw erzielen. Valuten blieben behauptet. Im oistziellen Balutenhandel notierten: Lei £ 558.^- bis £ 665.—, Mark £ 560— bis 525.—, Pfund Sterling £ 850.— bis K 865.— , französische Franken £ 1675.— brs 1750.—. Schwerer ffranken £ 3960.— brs 4150.—, Dollar £240.- bis £ 255t, Napoleons K 810.— bis 825.—, Lire K 1150.— bis 1190,—, Romanow-Rubel K 320.— bis 840.—, Sokols £ 400.— brs 420.—, österr. Noten £ 98 — bis 100 —, Kronen- Dinars £ 890.— bis 920.—, Franken-Dinars £ 890.— bis 910.-. Leva £ 460.- bis 425.—. Von Devisen notierten: Amsterdam £ 7500.— bis £8000.—, Kopenhagen £ 8450.— bis £ 3650t, Chrrstiania £ 3400.— bis £ 3600.—, d-utsche Bankplätze £ 495 bis £ 615. italienische Bankplätze K 1140.— bis £ 119 Prag £ 405 bis £ 425. Stockholm £ 4750.— bis £' 5050.—, Schweizer Bankplätze £ 3950.— bis £ 4150.— und Auszahlung Wien £ 94 bis £ 98. ■ > ' Berliner Börse. Berlin, B. September. Die gestrige Schwäche schien an der heutigen Börse bereits überwunden zu sein und auch das Geschäft l'eß sich wieder lebhaft an nanientlich in den zu Emheitskulseu achand-'lten Indnstr^werten. Bei geräuschvollem Verkehr J. September 1926' Seite; - , - * *1 stand-n Deutsche Petroleum- und Otavi-Aktrn im D, itlelpunkt! des Interesses, die auf Gerüchte von dem endlichen Ab»! schlnfse ' der Abfindungsverhandlungen?. erbeblich im Kurse' anzogen. Auf dem Montanmarkt erzielten Bochumer-/ Mannesmann-, Phönix- und Thale-Aktien wesentliche Besierunaen. Bon Schisiahrtiverten . stellten sich Hansa-// Australr'che Schiffahrts- und besonders Arao-Äktim, letztere in Rückw^iung der vorangegangenm starken Stergeruvg, medrigex«? Elektro-, chemische und Metall-Aktien konnten ihren Kursstand, unter Schwankungen im allgemeinen gut behaupten. Wesentlrchnachaabl-n wieder Äugsbura-Nürnberger-Aktren. Von Valuta-) werten stiegen Baltimorc-Akt'en erbebl'ck. Im übrrgen -war daS! Geschäft auf diesem Gebiete der leicht schwankenden Kursen etwaD: ruhiger. Aus dem Rentenmarkt waren Veränderungen von Bedeutiing n>wt zu verzeichnen. Die Devisenkurse. Wieri, 2. September. ''Kurse der österr. Devisenzentrale.)' Amsterdam 7850.- 7850.—). Berlin 524.— (524.-). Mich 4^00.— 4000.—), Christianra 3625t (8625.—), Kopenhagen 3625.- 3625.—), Stockholm 5050.- (5C50.—), Mark-Notm 520.— 520.— ), Ler-Noten 510.- 810.—'. Leva-Notcn 380.— 380t\ Schweizer Noten 3975.— '3975.—), Französische Noten 1725.- (1725t), Italienische.Noten 1130.- (1130.-), Englische Noten 840.- (840.-).'Dollar-Noten 240,-^^ (240.-), Rubel-Noten (Romanows) 280.— (280.—). Wien, 2. September. (Kurse im frei eit, V e rk e h r. Agram 230.— bis 250t, Budapest: Zahlung in Postsvarkass rgeld S9.—b>s 109.—, Budapest: Zahlung in gestempelte» Noten 99.— bis 109.—, Ungarische gestempelte ' Noten 99.—1 dis 109.—, Warschau. 5krakau m voln. Marl 97t brs 109t,i Prag 417.— bis 443.—, Tichecho-slow. Kronennvten 5000p:j 414.— bis 440.—, kleinere 414.— bis 440.—, Neue Dinar*' noten 940.— bis 990.—. Prag, 8. September. (Kurse der Devisenzentrale.) Amsterdam 1959.50 ar?63.50\ Belgrad 223.— (215.-), Berlin 121.75 (121.75), Bukarest 140.75 :139.25 . 'Sofia 99.75 99 25), Zürich 993.50, 993.50), Kopenhagen 868 50 <868.50), . Stockholm 1218.50 (1216 50), Mailand 279t r279.+), Paris 419 - (417.-) London 21?.- ^215 -), New-Atzrk 61-25 (60.50), Wien 22:75 '22.75". Brüste! 447:-(443.-), Agram 55.-<53.50), )ii'arschau. 24.— ^24.—), Budapest 8450 (24.50), Jugoslawische Noten 219.- (211.—\ Marlnoreu 120.75,120.75). Rumänische yiotcn 136.75 (13,5.25), Bulgarische Noten 97,— 19650), Schweizer Noten 989.50 (989.50). Dänische Noten 864.50 (864.60), Schwedi'U Noten 1214.50 U21+50), Jtallemsche y^olcn 216.- (,276.—), Französische Noten 416.— (414.—), Englische Noten von 1 Pfund Sterling auswärts 215t. 213.—), bis 1 Pfund Sterling 214.— (212.—); Amen* kannche Noten von 10 Dollar auswärts 60.25 59.25), von 1 bis 10 Dollar 59.25 (58 25). Oesterreichilche gestempelte Kronen 21 75 (31.75', Holländische 1953.50 (1958.50), Belgische 444.- (440.—). Polnische Noten 23 — (23.—). ' Berlin, 8. September. (Kurie der Devifenzenttale.) Noten: Dollar 48871/2 .(49.85), Belgische 360.— (370.-', Pstmd 176L5 (176.75), Französisch^ 343.- (342.50). Jtalirmschr 236.— (055.—)°. Polmschk 21.25 (21.25), T'checho-slowaküche 81.55 (81.85V Alte - ösierreichriche 18.50 (19.90), Oesterrerchische g stempelie 18.85 (13.62), Nnmänesche 115.— (118.75), Schweiz« 617.50 (817.50). . ' - v ■■ ■"■ ‘ ' ' .-j Zürich» 2. September. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von der! Schwerzenschen Kreditanstalt.) “i Berlin 12 30 (1230;; Holland 194.25 (195.501. New-Aork 609.50 (609 50London 2169 (21.70). Paris 42.25 (42.35), Mailand 2890 (28.40.. Brüssel 45.— (45.—),, Kopenhagen 87- (88-), Stockholm 122.50 (123.75), Cbrrsiiania 86 60 '87.25), Madrid 91.— (81.-). Buenos-Aires 230.-' 230.-). Mag 10.15 10.10), Agram 5.40 (6.85), Budapest 2.55 (2.471/,), Warschau —(-.—), Belgrad 21.50 (21.50),' Men Geld 2,80 (2.80, Wien Ware (—.—), österr. gest. Kronen Geld —(3.50), -österr. gest. Kronen Ware Amsterdam, 1. Sepiember. (Devisenkurse.) London 11.18'/, (11.13. Berlin 6.30 (6.32'/,), Paris 21.80 (21.80). Schwerz 51.60 (51 40. Wien 1.42'/, (1.40),* Kopenhagen 45.05 (48.90), Stockholm 63.25 (63.40), ChrMnia 45.— (43.95), New-York 815.— (311.-). Brüssel 28.15' (23.171 Madrid 48.60 (47.—). Italien 14 40 (14 50\ ■ ,! (Nachdruck »ertöten.) Ättn Naman, sondern eine stberaus verwickelte Geschichte, btc% rrwlschen Warschau und Marienbad iprelt, in 86 Briefen, 14 Billet-doux und 46 Telegrammen. , Don Scholem Alejchem. Ans dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. (17. Fortsetzung.) ttttb was Du Über die Mitgift b«r Doktoren schreibst, daß sie auf den Nalewki sich zufrieden geben, zehntausend ^Rubel zu bekommen, so bist Du, verzeihe, in gewaltigem Jrrtum^ befangen. Djese Ware steht in Warschau iw d^r letzten Zeit wieder gav hoch im Preise und so em kleinM Tfokbov, wie Du ihn zw nennen beliebst, läßt sich heutigentags zwanzigbausend und drcißigtWsend Rubel zahlen und nicht weniger; denn verständige' Erwägung läßt dies begreifen: Je wehr Schwierigkeiten, wie es zumeist bei ur:s der Fall ist, der. jüdischen Jugend im Gymnasium und in der Universität Und so weiter gemacht werden, umso teursr und teurer werden Doktoren und Advokaten, unh wenn die Schwierigkeiten, Gott hehüte, noch vers-chärst werden, soist nicht abzusehen, welcheii Preis sie noch erreichen werden! Und was Du mir über die Mitgift von Heiratskandidahen aus dem Kaufmannsstanhe schreibst, so bin ich auch da nicht einer Meinung mit Dir, daß hiev eine Steigerung eingetreten wäre; vielmehr meine, ich das Gegenteil und auch das auf Grund verständiger Erwägung und der natürlichen ^Tatsachen; denn Heiratskandidaten. aus dem Kaufmannsstande gibt es. in Warschau mehr -als übergenug. Darum vermag ich mit meinem wägenden Verstand nicht einzusehm, tparum Dy Dich sy um eine Heirat mit dem Lvdzer kleinen Fabrikanten gerissen hast. Lodzer kleine Fabrikanten sind hier auch zu haben. Dazu muß man nicht nach Marienbad fahren.' Und besonders, da er nicht ganz bei. vollen'Kräften ist, so kommt die ganze Angelegenheit nicht in Frage. Und was Du mir über den Bialystoker schreibst, Io. verstehe ich wahrhaftig nicht, warum Du Dich so dxehst und wendest. Insonderheit, wv Du wissen willst, wer sich hat scheiden lassen, ob er von ihr oder sie von ihm, so kannst Du mir doch seinen Namen schreiben und ich werde ein Schreiben an einen Zbommitbrnten in Bialystok richten und der Sache sofort aus den Grund gehen können. Ich bin fürwahr verwundert, daß Du bisher nicht baraufgekommen bist; ist doch die Welt offen und Warschau und Bialystok sind fast eine Stadt. Um denn eines nach dem anderen zu erledigen — was Du mir bezüglich des Kischinewers aüs Kischinew schreibst, so wäre hier vielleicht etwas Passendes; denn einer aus Beßarabren ist mir lieber als einer aus Litauen.-Ich bin. ja in eigener Person ein Beßarabier und wäre gewillt, eine Ehe mit Beßarabien einzügehen, besonders mit Kischinew, welches nicht weit von dem Orte Jamajka ist. Da kann ich also einen Brief an meine .Verwandten zu Jamajka schreiben, sie mögen sich aufs genaueste über d^n Kischinewer aus Kischinew erkundigen. Dessentwegen wäre es. mir erwünscht, baß Du mir, um Gottes willen, doch den Namen mitsamt der Familie und' der ganzen Herkunft schreibst;.und der Herr im Himmel m.öge helfen, daß es zu Glück und Segen sei, denn es ist schon höchste Zeit. . . Hätte sein lieber Name mit mir Erbarmen und könnten wik schon unsere Töchter unter die Haube bringen, so könnte man an dre, anderen Kinder denken. Zur Zeit lernt mein Sohn Jakob, er soll leben und gesund sein, sehr eifrig. Er bereitet sich zum Hexamen vor durch einen Kvrrepti-' lator. (Gott helfe mir, jdaß er schon zu gutem durchkommt, denn er sieht schon aus wie ein Gespenst. Allerdings weiß ich noch nicht, was weiter geschehen wird, wenn schon Gott mir geholfen hat und er das Hexamen überstanden haben wird. Aber ich bin der Meinung: Wenn er. schon nicht im Cheder lernen will und von Jüdischkeit auch nichts wissen will, so möge er wenigstens irgendein Zeugnis habendes kann ihm vielleicht zugute kommen. Ich würde es freilich lieber sehen daß mein Sohn Jabob, er. soll leben und gesund sein, ein Kaufmann wird wie jeder ordentlicher Jude. Aber da die heutige Welt nun einmal aus lauter Zengniijen und Diplomen-'besteht, sp soll er auch ein Stückchen!! von einem Diplom haben, wenigstens über sechs Klassen-^ Und mein Sohn Mendel, er soll leben und gesund sein, - Witt auch schon nicht in den Cheder gehen! Ich habe mit' dem Lehrer gesprochen und der Lehrer sagt, baß er es auf sich nimmt,, ihm in zwei Jahren drei Klassen^ beizubringen. Jetzt weiß ich nicht, was zu. tun wäre.; denn ich möchte meinen Sohn Mendel, er soll leben und gesund sein, nicht gern aus dem Cheder nehmen.^ Und was Du mir über (Pchlojme Kurländers Gattin schreibst, so habe ich Dir schon längst gesagt/^ daß-, meiner Meinung nach .Schlojme verrückt ist, dieweil''- .er in seinen alten Tagen ein junges Mädchen zur Frau genommen hat; außerdem aber tut er gMßes Unrecht an den Kindern seiner ersten Frau. Jedennoch, ich will mich nicht in. anderer Leute Angelegenheiten mischen. Es genügen die eigenen Sorgen- Das Geschäft leibe#:, gar sehr durch die Hitze, die so groß ist, daß es nicht' zu beschreiben ist. - : . Und was. Du bezüglich der Tfchapnikin And -.'deS^ Chaim S-orvker schreibst/ so habe ich Dir schon längst^ gesagt, daß Chaim gen Marienbad nicht um der- Kur,', willen fährt, sondern um des Wohllebens -willen und:, um der Karten willen. Denn es ist allenthalben bekannt/-. baß^er die Karten liebt. Und Berl Tschapnik ist wieder^ einmal bei mir wegen eines Darlehens gewesen und), hat dabei sehr viel von Heiraten gesprochen, daß man. von unzähligen Städten bei ihm über unsere TvÄ)ter+ Auskunft, einholt. Auch hat er mir unter dem Sregele tiefster Verschwiegenheit anvertraut, daß er eine gute; Beziehung hat, die filr das Hexamen meines Sohnes- Jakob, er 'sott leben und' gesund sein, nützlich wäve.^ Und ausseinen.'Reden ist zu entnehmen, .daß diesmal'- darin vielle'.cht doch ein Körnchen Wahrheit steckt, eben weil die Sache Geld kosten muß. Ich habe ihm zur.Antwort gegeben, daß ich Dir einen Brief schreiben muß und ihm.in einigen Tagen Antwort geben werde. Unter-' dessen bin ich von ihm ohne Darlehen losgekommen^ lFoctsetzuvg folgt.) .

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