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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-28 · Heft 575 (28.8.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 575 (28.8.1920)
Date
1920-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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, «Kr nt eoKr gtc b*i ftBri«* w*m»: «ertrljShrlich ftmtm!#*►— «»« Ubt *»«»# Si,.^Wöl Rr. 575 Wie«, Samstag, den 28. August 1920 2. Jahrgang Rohstoffe für die österreichische Industrie. — Die Kredite für die Heimbeförderung der Kriegsgefangenen. ^'ÄlEch / wirdverläutbart: / Die ReparationskomflryfiünifjÜt'fö ihrer Sitzung vom 84. August dem AnfyHßvr der österreichischen Regierung, betreffend Lieft' r«si^ post R o Hst o,f f e n für Äe, österreichische Jndu» ans^cirrdifcHer Kreditgeber, willfahrt.'/ 'si. 'Die RepärationskommissiosiMt 'sich"dahin chusge- «Der französische undder großbritannische Vertreter Hähen der .Ko.mMssion Mttteilun'gAt-.üM ihre' Schritts hei.ihren.) Regierungen wegen Freigabe, der zur ,.HAm° b es o rderrrn gd er ö'st erreichis Hen^ Kpi?e!gs;. >ge.fain genew 'bewilligten HredM /ghmachft '/'Dieft'' schritte haben sie infolge.dör^Zchchrstt. der' österv'eichWen. RPgftrüntz Vom 6. August unternorrimen,' in/ welcher/sich dtessi^zÄc ^Abänderung ' aller 'dem, Perträg vpn. Ssiint- Drmainnichtgenau' 'enstprecheichen Besiimün-iNgen-' ihres rdtMJMittensr-mi^owj^rMand, / .betreffend' die 'Hetyrbeförderung der.Kriegsgefangenen-. 'bereit' erklärt. ./Her französische und der gfGbisitannrscho.KerKre.ter «ärdn in - der angenehmen LGe,',7-Ar/..Kanr!nckiion'^ eriWstn z» können, daß die gegehMnUüOn Kreöste/ihrer | Läpder wieder verfügbar wären und daß ihres Wissens ■ j die übrigen im internationalen Komitee Mr> die Kredite Hum . wirtschaftlichen Wiederaufbau, vertretenem Länder . gleichfalls bereit wärenihre quotenmäßigen-Beiträge zunr i .Erfordernis für die Heimheförderimg. desi österreichischen 'Kriegsgefangenen Zu leisten.' ' ' , ' r' - Diese Maßnahme 'greift jedoch keineswegs der alltälligen iDeitemt; ^Stellungnahme^/ her.^.Up^ouiatischeu ^Vertreter Frankreichs, und' HcotzbrstannieiUFu den Be-' s Stimmungen , der § mit <Amvftirußlänh . abgeschlossenen ^-Vermnbari'mg'vosi:. ' - .' -v ' . s .. j , .^.Der. KonuMlion Kft. -ferner seine.,. Eingabe eine» I eMischen^HoH^yDMeHyH^,.:ühee'-sien Ankauf des 'der^ehLmaligen 'W^ geHri^- Schlosses. j.K be tz'h e i in zur. Errichtung" einer ^Heimstätte für etwa :500 arme österreichische Kinder. zugekommen. Die Kommission1 hat zür Kenntnis 'genötwncndaß sder Verein zu diesem. Zwecke auch das Gut zu' pachten beabsichtigt. *v'-' . Die Kommission-hat .gegen die Pachtung., keine Em- -. Wendung.erleben. sich aber vorerst ihre Stellungnahme zum Nerkäuse. Vorbehalten. ..7i; \ L o n d o «, 27. August. Wolfs.) Em Telegramm aus Washington msLÄet, dM die Der-, eiyigten Staate« halbamtlich t>on der polnischen Regierung die Versicherung erhielte», daß die polnische« Trnppen die im Vertrag po« B ersailles festgesetz ten Grenzen picht über schreiten werden. Die Entente riit Polen zur MSßignng -j /" SondaN, '27.' August. Dunklpruch.) Aus ämft ,lWen/Kreisen wird be st ätigt, .'daß.England, Frankreich sunh" Italien der poküschen Hegrerung. kategorisch:' den sichftben. Obwohl die Vereinigten Maaten ihre Bvjschast. sMindert, abgesandt hätten, seiest/i^ in der.-HäsiMache /e^tftlben Meinung. Aus Pariser dHlvnmiiichen Meisen! jvird bestätigt., bah das 'VinMrueMen Mischest'Münk/ /reich sind ^h..dnb'eren.-.M5chte.'l 'v-MtändiA sei7 W wird /zGrr Mt -et'" MöglichkeiL/gerechnA. daß wähvssch des /KrixgöH die polnische Dreutze vorübergisHend/au s sAr<a t% gt sM «'" G uü n de n /. -'Kerschmitten /werden sfSgnte/ besonders aus dem, Grunde, weil ''sich!, .-./große 'Mfissen rusWeL'/Lrüpjftn. an verschiedenen. Punkten sfammeln;.. es'^Mrde "jevSch /den Pohen bedLnftt^Wß' sie : vejy. sNilitärische' Beweg,i'ngen nicht für politische -'Zwecke i stWeuteu Mßey, „ Dan nimmt an, daß die' Polen ibiesest' Rat. gewiß beachten werden. Die ametikaüische . wirst?-nach ' Warschauer Meldungen binnen st,'M. Münden von der.p-ölnischen Regierung Zufrieden-? beantwortet werden.' ' / Ärußlands drachgitzhigkeit .v'Paris,, 27.. August. Der „Katin" meldet? aus 7M'qK'dP n: Die' lJowjchregierung hat dem - Ultimatum, ZM ihr im Nämrn LlöM Georges von Balfour stzbörWen wurde, nachgegehen. Die für Freitag erwartete Antwort traf bereits, gestern nachmittags in London ein itmd wurde von Kamenew und KraffiN; überbracht. /HWeich der . vollsMdigo-Text der.englischen Negierung päch nicht überntiitelt wstrhsr. weiß man dort schön, daß /die - Sowjetregierung die Klauseldie von Polen verlangt, ' .stqtz eine aus. 200.000. Ächeiterst bestehende Wttz/ge» chrldet'werde, ausschallet. Die Antwort besagt: Indem stdie Wwjetregieruns jede andere Erwägung . Und.'..Rück'' /sßcchi-dtzw' obersten Wunichs, &\t Regelung des Welt» friedens M gelangen, unterwirft, willigt sie ein, die Klausel, die die Bewaffnung einer Arbeiterm i li z durch die Holen vorsieht, z u ruck z u 3 i e h e n. Die Moskauer Regierung fiigt noch hinzu, daß durch diese Antwort die Wünsche der englischen und italienischen Regierung erfüllt werden und die Ärr zur Fortführung . der-Friedensverhandlungen rnst den Polen offengelafsen werden England verhalt sich reserviert. . London, 27. August. Das Reutersche Bureau erfährt: Die britische Regierung prüft gegenwärtig die Äntwort der Sowjetregierung. Gut nnterrichtete englische Kreise sind der Ansicht, daß V'orlänfig ein Stillstand in der Aktion der britischen Regierung eintreten dürste und daß die polnischen und russischen Delegierten'in Minsk das Fr iedensproblem wechselseitig lösen sollen. Eine staatliche AnLerknchnngskommLsston gegen die Indenverleumdung in Polen. Warschau, 25. August. lIevüsh Corr. Bm.) In Angelegenheit der neuen antisemitischen Verleumdungen gegen die Juden, hat gestern ein Mini st errat stattgesunden, dem aück die Vorsteher der- -jüdischen vavtamentarischsn Vereinigung, r die Rechtsanwälte Grünbaum und Prilueki, beigewöh'nt 'haben: Die jüdischen Vertreter haben die Regierung nachdrücküchst aufgefordert, die jüngst erlassenen'- P-srochnusigjen/'gvgrn) die jüdischen Soldaten und-/O'Wiere ' SürüHuMhen und insbesondere sine Kommission zur Unwrfüchung - der .gegen die Inden neuerdings gerichsr.tzlr-' Vsrleumdungen einzufttzen. Der'- Ve11r e ter dt s/Kt ie g s minft steriüMs st i m m te de n‘ j irbü siche n F 0 rd e r ungen Zn. --'?? 7 Was scha'tr,- So.'August. (Iervifh. Cgrr. Bur:). Heute hat sich «ine aus- Vertretern^^ des Kriegsyrinrfteriums und der -üd'isch'-polnischrn Be"s'-nLgmrg- .».UlümMengese-tzte Kommission rach dem poln'sch'n Korridor öiegeben, um die gegen die Inden erho-benen Beschuldigun^L« sowie die an rhNÄNbeggnoenen. Grausamkeiten Zn nntersochen. Die östlichen Rätsel. . , ,. --y. W r r«,-2S. AuAttft. Der englisch-Wssische Konflikt scheint im Abklingen begriffen' zu sein. Die Sowjetregierung hat ■ da«' Balfoürsche Ultimatum mit der -Erklärungbeantwdrtet. sie ^-verzichte auf' ihre Forderung' nach' Aüfftelluntj' einer s polnischen Arbeitermiliz. Nach dieser- Erklärüngv'wnrd^ einer neuerlichen Intervention Englands in MÄrschüü' nichts tut •* Wetze. stehen. Ob die russischen Delegierten' Kamenew und Krassin London verlassen haben/ W bis- Zur Stunde nicht' bekannt. Doch haben ihre - wieder, holten Besprechungen" mit den Führen" der ÄMitSrMaft das Ergebnis' gehabt, daß auch - von' dieser^ Sefte-si öW Druck auf die'englische Regierung änsgeübt wird>^n'ift Sowjetrußlmtd Frieden. Zu schließen. Der' AktiöNsäns-si schuKder Arbeiterschaft hat von beiden Regiernngeü die Bekanntgabe der Friedensbedingungen verlangt )ntd es steht.noch abzuwarten,' ob sich aus diesem Verlangen ernä. Fortsetzung der zwischen Lloyd George und Kamenew begonnenen- Aussprache-wird ergeben können.! die« Sowje'tregiernng in ihrer Antwortnote erklärt,: sie'habe W Wünsche der' britischen und der italienischen Regier Mng erfüllt, wäre 'noch'aufzuklären, wie sich'FrüMeich' in dieser Angelegenheit verhält. Die Ungewißheit düv» über-Aäßt auch die Aussichten der Minsker KoMrenz Weiter als sehr trübe erscheinen und nur der Umstand.' W ihr Abbruch noch nicht in offizieller Form v erfolgt ist, läßt einige Hoffnung. -* •’ /' r Es scheint überhaupt, als ob die HauptbAeiligtew an. dem blutigen StreitsibMüht'wären,.über ihre^Wtivyeft Hn.-tzjHßtt.! .MhWr. M'. Zm -breiten . Dre7Söw5etregieru'ng, läßt. niAMMÜertsi/oH ^sie- .twch.im'nrer auf ^.der ,Basis .jener. VedingÄMMftM^' . die che als/Sreger diktiert hat.' Ihre Zeitütjg'ersi/Ad?' .eine drohende- Sprache und' Untzen.. das. EiNUeifM^ööch' viereinhalb Millioneir neuer Reserven in den. Karnps.au, der bis aufs Meffer geführt werden soll. -Ob^/ hinter diesen Fanfaren auch Tatsachen stecken, läßt' W7bezweifeln. Aber es ist sicher, daß Rußland eiheN./Er/ mattungskrieg eher führen kann als -Polen sind daß-d^n Sowjets die Weite des Raumes und' das RähWüDi des Winters' sehr zustatten kommt. Aber hiritM HoM steht Frankreich, das sich mit seinem Prestige' gebünderr hasi Die französische Regierung hat wahrsthemlich, das Bestreben, eine militärisch klare Situation zisi Massen, ehe sie sich bereitsindet, ihre Karten aufzudeckesi.. Pos ist aber kein Gefallen für das ermüdete Polysiäösseu führende Männer ihren Friedenswillen und' 7'ihsie Friedenssehnsucht betonen. . ' ' . 1% 7-7 Allerdings ist auch die polnische Politik inden/,lLWen Tagen undurchsichtig geworden. Der polnische WMZr - deZ Aeußern Fürst Sapieha verlangt, wie er-jnsisMsir Interview asisführt, einen Frieden, bei dem! MwÄ! Polßn wie Rsißland jene' Gebiete behaltenkönnM)- auf MM sie berechtigten Anspruch haben. .. Er sagt/ gber nichts um -welche Gebiete es sich handelt und-.wie'weit er- oder . die Gegensete die Berechtigung .- enM^Aw spruches.. anerkennt. Es ist auch nichts darüber -ftstgestK ob die Polen ihren Vorstoß.auf --rMsches^GxedHHsxt. setzen wollen. Die Warnungen Amerikas7'und/Wänk« reiche lassen darauf schließen, daß m militgriMsiHÄftn Polens dre.Ubsicht besteht, den Krieg ins seindliW rHasid zu tragen, Wenn dies der polnischen Armee aelüfgi upd die bolschewikischen Linien sich als zu schwach - erweisen sollten, dann würde man" wieder vor der FrageHHen. ans welcher der Krjeg entstanden ist.. Erheben dft Polen Wieder den Anspruch.- auf die Grenzen wonr' Jahr^:4772. den bekanntlich Lloyd George in einer-Lfftntüche^ Er?. klärung im Unterhaus bekämpfthat, oder netzmesi sie die von Lord Curzon vorgezeichnete ethnograDilchr Linie an? Auch hier wird natürlich die Mmmrng/F.rank. reichs schwer.ins Gewicht fallen, Dft! miliiärisWsWyl-'rtij der. französischen Regierung verfolgt, wie. bekgnsitz7/öcr«' Zjä, zwischen Rußland rmd DeutschlaM eine-großsiM'.ftsch^ Barriere einzuschieben, deren'Flanken durchs die^Ästse« und das Schwarze Meer gesichert wären- Die VersolhunZ dieser Grundidee würde den Krieg bis ins.Maßlösx/pe7' läNgern, den Bolschewiken aber neuen Halt geben^west sie wiederin die . nationalistische Lroy^Peteh ftW« konnten. Dies würde , aber auch die ArbeiteryMeiev Europas, ..die sich bisher ziemlich passiv -vechMm, güf den Plan . rufen und -neue dunkle- - HesichA -langen schassen. Jmnrer wrcder. zeigt es. sich, Ostfrago das Grundproblem Europas ist .und -? -ihr, ^solange sie nicht geklärt in,. ein rwur^, si.'v/7

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