Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 574 (27.8.1920)
- Date
- 1920-08-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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TtorJSrÄ*#« km *r /. ..>*«** »l!»p« SV. PWM*g^ gär da» Lö«ae «MM: I «M-ltih-ltch «Mr» 1«S.- RebottUCit«. . .. Ä wt«.r.B-t^rqt«O>ül-S 440**, »«Ättoit IMII »d « Uh»aLet»»Mtz. O-IM'chshAvM«»' MuM 91t. 574 Wien, Freitag, den 27. August 1929 2. Jahrgang L o « b o «, 26. Augusts (Funkspruch:) . Der Berichterstatter der- „MprnmgPoft^ meidet Güs Warschau, datz sich die Anzeichen mehren, daß Moskau die Wederlage als ei«L» Grnud Mdhr für eine b c s o n d e r s Ä « ft r s n g n n g ansehe. Große Truppe n b e w e g u n g e n Hchtch Wilna Und Barauvwitschi werde« gemeldet. In de« Gebieten von Dünaburg uud MlFskau seien sie^r beträcht lrcho Reserven, hauptsächlich aus sibirische« Truppe«, gereinigt, die nun a» die Front gebracht würden, und zwar g e g e n B i a l y ft o k und pudere strateglsch wichtige Punkte, Die Lage sei bis jetzt d ü r ch a u s n i ch t s i ch e r und -e fest i g t. Gestern hatten die Sowjettrupyew b e i M t a w a e i« e « E r f o l g e r r u n g s n, Äie Pol eng es ch l a gen u «M i-e G in sch n urun g g e spreng t, so dftß sie nach pstpreußen übertreten konnten. Die Polen hätten beabsichtigt, die im Danzigrr Korridor Sesin-lrche Armee von 30 WS Mann aSznfchneiden; dies sei ihnen nicht gelungen '7^ Pr NS kau, 26, .August) (-Futtkspruch.),/ Zu der „I z w e st i ja" schreibt Podwoiskh über Daß- «eu e wi} it ä r is ch t. A «f g e d o t 6 o w je tr u tz lau dp r Das ganze Reich sei in fK Militärbezirke eingeterjt, m denen vom Sch ulk nah e i#t. bis z um Fünfzig- Lh^rige« alte m äknlich en Pinw p hner militariM g esch ult werben. Die HWroe für den jstzitzeu Feldzug betrage an voftkommt« ausgßhildeten, bisher noch nicht »r^erufr«etzk'.MehrsShigen '4^7. MiMvue»^ Mau«. ." ' : Polen lehnt M russischen stst''^'ikr i r. 2«. Am;W'-R«h <>n»r tz'ä d * i> M. e l d UNg aus London heben-dis Zeitungen Ms der Rote Ts'chitscherrus art M a Nrenew einige Punkte hervor, wie z. P. O.te A^rte Tfchftschet4ns, daß die Forderung Heb Pölen, sie Nüffen spute« säwtliche Mellünge« räumen, den Abbruch d e r Mrie d ett sverhand 1«tt g en bedeuten Hürden Polen lehne außerdem die vom (Obersten Rat festgesetzte Grenze tund weg Hb und. wolle auch das vvu der Sowjetregieruttg Verlangte Selhstbeftlmmungsrecht Mr'Manen, die Akraine und Galizien nicht KnerKennon Polen habe an den russischen Dorschlägen Kritik geübt, ohne irgendwelche greifbare Vorschläge für dir Worhaudluntzen zu gebe«. Rußland gibt nach. %■’ Rotterdätn» 26. August.' Dem ..N'.ruwt RoUerdamsche Hovraur" zufolge habe T s ch i t s ch e v l n un K a m .e« r w MW tzüüWrüch g'sündr m'n der Vstie, ih« der englischen Re- 'mitzUte-l- . EZ wird dann>.dtcHeiedenSwille der Äowjei- HHetwttz' Mt'.AÜSdrüÄ gedreechi unMdie. Nrr ritwlllrgkett R u %> •#/;' mtbtt Bedinguug, däy in(Pitten mit Ächeilermlliz ('MßMellt werden^müstk, mich t 'siestzüh a l t e n. Dadurch >m veine vhükommene lieber er,istimMng mir England und Italien, AktteffUld ^:e Bediugungeu für den Friedru.mit Polen, erzielt. Polen friedensbereit. •jCifte Erklärung des Miriisttzrprnsidenten Wrtoo.; Warschau, 26. August. >(Poly. Telegrapüonageut-u^.) Mae vom Älttnistcrpräsidenien W i t o s gkzeichnete Er- Algvtttig der polnischen Regierung besagt: Die Siege der polnischen Trüppen andern keineswegs den Standpunkt Pkt polnischen Regierung bezüglich -cS Friedensschlusses. Pi» dauerhafter, gerechter Sricde war das Ziel der pvl- Äischen Regierung in den Zeiten der größten Gefahr, die (seitens der bolschewrkische« Arwee drahte. Die Abordnung, M damals nach Minsk geschickt wurde, war mit La- Hyüktiqneu versehen, die einen Aaffenstillstand rrnd einen Wchttu ^Dderr herbeiführen sollten. Diese- Abörtznung : bHsücht Dt u n p era it d c rtc n In str u ktionen pEattcht Masten, WanenMsiand rmd Frieden w W KanKn.' (Her unerschütterliche Entschluß der polnischen HegiMng, den Konflikt mit der bolschewikischers Re« MtüM m gerechter Weist'aüchutragen, ist keineswegs Mfycgehep worden. Wir führen keinen Krieg mit'dein pMscheü'LGlke und haben noch'.keinen 'geführt, .Wir 'wolle« keine' sremben Länder besetzen. Wir betrachten M 'Gegesttfis ein/ srenndscha'fflichks 'ZiisämmenleLtn' mit dem Russische» Volke als die Grundlgge dauerhasten FMedens in Oftenröpt^.. - i\ , [ ( Diese sein, wenn der Verkehrter polnischen Regierung mit.der° Abordnung in Minsk aüch weiterhin erschwert.wird. Die polnische Regierung fordert deshalb, daß M den Verhandlungen in Minsk alle Schwierigkeiten Lescitigt werden,. denn nur eine unmittelbare Verbindung der Regierung mit ihrer Abordnung kann günstige BerhandlungSresultate zeitigen. Sapreha über die polnische» Friedeusbestrebunzeu. Paris, 26. August. Fn einem Gespräch mit dem Korrespondenten des „Daily Expreß", führte Minister des Aeußern Sapieha aus, das Bestreben der polnischen Negierung sei darauf gerichtet, mit Rußland zu einem Frieden zu gelangen, der weder dem russischen, noch dem polnischen Volke Gebiete, die ihnen rechtmäßig zukommen, wegnehme. Da die Grenzgebiete von einer gemischten Bevölkerung bewohnt seien, erfordere die Lösung der Grenzfrage guten Willen von beiden Seiten und gegenseitiges Verständnis. Sapieha versicherte, daß auf seiten der Polen diese Vorbedingungen gegeben seien. Polen sei bereit, die Entwaffnung durchzuführen, doch nur'dann,: wenn D en t sch l a n b und R u fei a n d in gleicher Weise Vorgehen. Schließlich betonte der Minister, daß. die englischen Politiker bei Polen keinerlei Er' oberungsabsichten zum Schaden Rußlands zu befürchten brauchten. -. -_ . r» ■ Pole« ausgefordert» russisches G e zu respektiere«. London, 26. August. (Funkspruch.) „Daily Chroniele" teilt mit, daß.dic polnische Regierung durch ihre Freunde in der Entente, auch durch die französische Regierung, ermahnt worden sei, gegen Rußland kerne unverständige Haltung einzunehmen. Im besonderen sei Polen gewarnt Wörden, keinesfalls die ethnoMHischen-- Gren-' zen zu überschreiten, da die Verbündeten jeden Einfall in russisches. .Pebiet mit Mißfallen beMchtens/würden. Washington, 26.. August.: '.(RerMr^.s/sDasss-'SLLais-. departementbestätigt, daß es am 21. h. -, M. an Molen eine Note gerichtet habe, worin diesem die Bekanntgabe seiner Absichten nahegelegt und es anfgefordert wird, die durch den Frredenövertrag vorgesehene«Grenzen/nicht zu. überschreiten. Die Bearnten des Staat^devartenlents versicherü. daß dieses balbanüliche,Zusicherungen-erhalten habe, daß Polen die Wünsche Amerikas beachterr werde. Die Pole« in G^odns. Pari-, 26. August. ■&£&.) Dcr br* fährt a»c. Vci'chan. daß Pbisü'ungerr der zwriten volnstchen Gardeiegitm G'-ydno emgenonmen haben: -Die.ÄtMrnrvLe., _,. / , ' SB: i e.r.; %JT. Es werden neue Pogrome im Osten signMst^rr Eine Meldung üus Marschau besagtr./rHÄL' fchwung der Kriegslage nmcht .sich im Höhnx hieM^eits früher bestandene al'tiserniLische Strömung in ' verstärktem Maße geltend.. Von der Front, wixd' gHyeldkt, daß in (den rniedereroöerten Gebi,etw(PogröPw('H^ . finden/ da die Juden beschuldigt werden, .irrst' dMHosichß-. wiken gemeinsame Sache gemacht, zu /Suchst in. Warschau herrscht nachs.dieseln''Bericht eine. sehr. geWfe Stimmung - gegei: die Juden. . Die.:st.Wetzocha.ü». Paderewskis fordern die Entfernung .der. JüdHsämtlichen Aemtern und Stellen in der VeMältM^ursd im Heere sowie die Beschlagnahme des yh Mdjp&t er» worbenen-. jüdischenVermögens. st - ,' - In früheren Zeiten, . etwa unter, der /rMchchen Herrschaft,, hat ..man'- fick nicht -fo; viel ' Mütze s-geg^be«, den blutigen yder gesetzlichen Pogrom zrr begiKnjWLMÄr hat einfach den mit irgendetwas nnAufriedesten . MW auf die Juden .losgelassen.' Der. Fortschritt ist-mirMllÜg. Früher-waren die Juden .eben-Juden, heute sipd'.-. sie Bolschewiken oder , sonstwie - staats-oder. gesellschasts? gefährlich. Das ist-in einer Zeit verständlich, (W/dön Krieg aus Nietzsches oder.- Kants Lehren. beweist^üW. füralles gewisserrnaßen einen wissenschaftlich oder. ülntstch geeichten Steinpel haberr.will. Das ist-derselbe Geist,. Kyr im weiteren Osten die Bolschewiken anixeibt,. di^Htchest:. als bourgeoises Elernent zu.befehden und zu ruinieren.? / In einer. MaeteMnckschen 'Novelle. leh^stM/Uäte^ FeWeW'SdR«. 'GM^Heisen, der für älls?WsHWEHAcht. habe, auchfürdie -Vögel, -denen - er ,di.e --Mücken -h^schMr. hat. - „Preisen die, Miickerr auch Gott?^ .frall'^derLnahL In :der Tat ( das jüdische Volk lebt lit; dWL/WHnßoH:! Welche Frage immer Hie Gemüter beschäftigt, irAndwie., reflektiert sie immer wieder,auf die Juden meist in einem für' diese ungünstigen Sinnest .Dies mMomeA' jetzt, wo. das menschliche Denken nnheilbar kräW .Hworden und den Wanderlehrern der willenlosen stKachtanbetung verfallen ist. st: .'. Wir sind ein Teil der Menschheit und wehren,.uns nicht dagegen, das auf uns fallende Maß ihM'-LeMn zu iragen, obzwar unsere Nervenkraft dazu 'rLuH^'M^r hinreicht. Uber daß man uns mehr auflädt mW die Verantwortung für alle Niederträchtigkeiten einöx durchaus faulen , und sittenlosen Gesellschaft, für alle .Persäumnisse und. Denkfehler mittelalterlicher , Staatskonstruktionen auf die jüdischen Schultern legen M^l.. muß unseren schärfsten Widerstand erregen. Wirstwissen ja, daß der Fremdenhaß und die BedriickuM< des Schwächeren stets vorhanden ivaren und stunrßrst. ln irgendeinem Kodex legalisiert, ja sogar als gottgejällig geweiht waren, Daß aber innerhalb der weißest: Menschheit-es immer und unter allen Umständen-W-Juden sind, die der Pöbel in zerrissenen oder Lackschuben^um Objekt'seiner schlechten Launen macht, beweist, uns,, daßes für das .Judentum nur den einen Ausrveg / Piner Hammlung in seinem einzigen Vaterland . g^bt/,',Däs - Judentum muß irgendwo zur Majorität werb'en^stdsttz, verlangen nicht allein die Grundsätze einer Pojrtk.'dW- 'Ethik (die es in Europa noch, nicht 'gibt),'^mÄtzt^Kl .-. weit höherem Maße die Bedingungen der . Liefen Stellung, in der das -Judentum sich bisher ^befindet. Es steht überall in einer'so geringen Minorität. - 'hatz/es politisch bündnisunfähig ist.und deshalb auch.Mhe. Macht besitzt. Wenn man etwa gezwungen wäre^aüfstdie Wmmung und das Urteil autonomer jüdischer AkajHr' - ßv st ächten, so würde sich das Bild wahrscheinlich/-'sehr; rasch ändern. - ./- / Der Prozeß der -Konzentration des Jstdenfupls: rst eben e'ingeleitet worden.. Er-/ ist ein -.uügeme'm .schvAriges Werk, < daö. selbst unter vollständig normalen Äustiänderr.alle geistigen, seelischen und materiellen MäD des Jndenturns - ansvättnen-.müßte. Es- -ist/ om WM im Beginnst das. solltestmattmeinenselbst - hon . der antisemitischen Menge'mit größter Aüftstersam- ' Feit/ und mit achtungsvollem Perstäirdnis..^verfolgt - Wrden müßte. Sie-geben ja vor, daß /ihnen das -JüdG- : ,stnm so.wie es heute unter/ihnen lebt, gefahrlich ivird. ' Will nun das jüdische Volk- Liese Positionen ^ume«, jsü müßte man ihm das Werk erleichtern, ReibüNgest-und , ,Konflikte vermeiden und ihm. die schweren Läststif der Lichlidation trägen helfen. Aber bä8-Gegentefli/Kstd.ee FallDer Kanipf gegen das Judentum stockt -/keinen -Ang-nblich eine Pogromwelle folgt --daran.ÄM.-ststnd: