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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-22 · Heft 569 (22.8.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 569 (22.8.1920)
Date
1920-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Aus dem von spartakistischen und natrojMsstlschen Agenten provozierten.lokalen Aufstand -in Dgttowitz - ist eine, polnische Aufruhrbewegung entstanden, die sogar zum Einmarsch /polnischen Militärs ist"'Oberschlesien geführt hat. -. Banden verwüsten das und die: französischen Besatzungs- Verhalten, sich. passiv. $m rheinisch-west- ,TV,,v. Fndustrftgkbiep erhebt; sich .wieder der, kom- - Monistische Putschrsmus und eine neue blutige RepoiMtrvn scheint bevprzustehen. - Die Franzosen bereiten ''Weder dyr.; Einmarsch in Frankfurt,- vor. Daß hier isischencheyr neuen -fxayMschen Dlgn und dem Vorgehen Ü Polen , ein ZusGnmenhang Weht, -ist klar. Deutsch- H , soll in so.große.innere Schwierigkeiten geworfen West) daß ihm Me Lust.vergeht,, sich mit den Bolsche- Wen M verbinden > und dadurch die Minsker Verband- IstNgen unter / den, Druck einer * > doppelten Bedrohung Mlens zu stellen.- Diese ethoffte Wirkung wird sich auch stvompt einstellen, .aber die Zeit, arbeitet hier - gegen die Wstister dieses neuen Blutvergießens. «.Der.Sturm, tzen/ man setzt -.in Deutschland anfacht, wird .kaum mehr vjn^rdgmmen sein> .- ^.---. - F.. Sistn dieser Vorgänge ist/- genau - derselbe wie dej^^cklen. seit . PM -Friedensvertrag chpon - Frankreich Hegen -.Deutschland. öder besser - gegen das deutsche Volk bw Hngft In i Frank reich regiert feit Elemenceau'einzig-' der>Marschall Fach, bsx durchfeinen: gehorsamen- DiWP^MUsrand dis GefchMe des 'Militarismus - besorgen ^läßtz Die- Armee Hss^cht.: unb/ dgd eMgrt alle^. äüchHie- Gründe des Zwiespalts' mit England; dessen - Regierung und Volk E- Zustandekommen und Wirken des Völkerbundes Wünschen und. sich darin stets von den- Quertreibereien dev Pariser Kriogsvartei gestört sehest^ Der Versailler Vertrag war am'der Leitidee errichtet, durch die Schüffung einer großen polnischen Macht Deutschland ^P'-LstMzu binden und esfür alle Einfälle der WUlevand'chreier wehrlos hinzulegen. Die" deutschen Keüktionäre tun alles, um/der Pariser Straße stets neue Vürwände für ihre Eisenfresiereien zu liefern, und das Weiden der' deutschen Reichswehr, die Geheimorganifationen der Reaktionären und das Umsichgreifen des MÄ.ionalbolicheivismuZ haben jetzt wieder das> Ergebnis gezeitigt, daß im Osten wie im Westen französisches wie franko-polnisches Militär deutschen Boden besetzt und mit seinen Maschinengewehren den Willen der fraryösischen Kriegslieferqnten und Generäle ausführt. So bricht das Friedenswerk ganz in sich zusammörr. Die Ententebesteht nur mehr scheinbar und die freundschastlichen Konversationen der Staatsmänner können hhrüber nicht mehr hinwegtäuschen, daß das System eines solchen Friedens nicht mehr aufrechterhalten werden kann. England zeigt offen seinen Unmut, Italien wirbtauf!dem Kontinent Bundesgenossen gegen die französischen Heizungen und unterstützt mit auffallender Wärme die Bestrebungen auf Schaffung eines mitteleuropäischen Meutralitätsblocks, der den zwischen den west-östlichen Bewaltanbetern eingezwangten Kleinstaaten die Ruhe sichern soll. Amerika spielt Orakel und redet nur mehr in doppelsinnigen Noten, aus denen nur der Wunsch hervorleuchtet, mit Europa nichts mehr zu tun zu haben, rrm die Hände für den großen Fischzug in Sibirien frei- . zuhalten. So geht Frankreich der Isolierung 'entgegen,'die es jetzt noch so ausfassen darf, daß feine Waffen überallungestört arbeiten dürfen. Wie lange unter ^diesen Umständen noch bis zum formalen Zerfall der großen Enteilte dauern wird, kann mast heute schon'berechnen. Aber die Zwischenzeit genügt, um . auf denSchlachtfeldern neue Hekatomben von Menschenvpfsrn zu türmen unst ein paar tausend Familien mehr dem Elend zu überantworten. Sie genügt auch, um iS1! Frieden von Minsk - trotz der gemäßigten uni* für Polen schonungsvollen Bedingungen der Sowjets hinauszuzieheli, im Interesse der heute in Polen Herrsitzenden, denen vor den' politischen' Folgen des verlorenen : Krieges bangt; Sie genügt auch, um' Polen sowohl wie Rußlmid auf eine'weitere ,Reihe von Jahren Mchder Produktion auszuschalten. Das Leichenfeld muß sein. So will es der französische Generälstab. simimimm in Moskau. Der Vormarsch auf Warschau eingestellt. Moskau, 21. August. (Funkspruch.); Die heutige „Zswestia" schreibt: Der Vorrparsch auf Warschau wurde von uns vorläufig aufgegebrn. Die Lime Lokow-^-Radzimin wurde geräumt, die nördliche Linie wird gehalten. Gleichzeitig gehen die Mnsker Verhandlungen nur sehr langsam weiter. Dies alles beweist, daß wir unsere Kräfte und unsere Aufmerksamkeit nicht genügend gesammelt haben und daß wir unsere Tatkraft neuerdings austrengen müssen, um den polnischen Adel zu schlagen. Dessen Vormarsch muß zum Stillstand gebaucht werden, sonst gehen die Errungenschaften unserer Kämpfe zugrunde. Wir muffen sogleich darii« arbeitest hdun unsere politische Lage ^zum Imperialismus der Envettte hängt davon ab. Wir werden deshalb uusere ^Kräfte' nicht schonen und neue Erfolge erringen. Noch wichtigei: ist die südrussische Front, ' da durch den Borwnrsch! ' Wrangelö unsere wirtschaftliche Lage, wenn aW ststtz.' zeitweilig, verschlechtert werden könnte. . rnm:."-' BreSl.au, 21. August. Polen sind in die Stadt Kattowitz eingefallen. Die Deutscheu verlassen imchtartig die Stadt. Mllslowitz ist von polnischen Banden besetzt worden. Die; dortige Hundertschaft der Sicherheftswehr wurde überfallen, schwer mißhandelt und über die.Grenze nach Sosnowice in Gefangeyschaft abgefuhrt. Der Polizei- Präsident von Kattowitz hatte deu frauzosischen Befehlshäbier gebeten, ftanzösisches Mftitär zur Befreiung der SichetzhMwM -uMÄ KompagUft hat avS^eführL. Die gegen die äufstanbifchen Dörfer Schop. pinitz und Janowitz entsandten französischen Truppen haben nicht eingegriffen. Die Soldaten kamen zurück Und äußerten M daß in jenen Dörfern alles ruhig sei. Man ließ die polnischen Banden ruhig mit ihren Waffen in den Dörfern umherziehen. In DeuLsch-Piekar und Scharlau kam es zu kleiuereu Schießereien, in denen jedoch, die Sicherheftspolizei Herrin der Lage blieb. Die Bevölkerung W in diese« Bezirke« sehr erregt. In Scharlau sind mehrere Beamte von deu Polen als Geiseln fortgeführt worden. Zahlreiche polnische Offiziere und Soldaten in voller Uniform werden übttall auf deu Straßen gesehen. Die Lage wird als trostlos bezeichnet. In Hohenlaud treiben sich große Schäre» Lewaffneten polnischer Banden herum, die noch mcht zur Ruhe gebracht werden konnten. Die Bolen haben in den von ihnen besetzten Gebieten eine Polizei eingerichtet. Die Streikbewegung im Bergrevier hat großen Umfang angenommen. Besonders in dem polnischen Grubenbezirk um Myslowitz und Kattowitz. Sie ' behüte sich neuerdings auch auf den Hindeuburger Bezftk aus.- , Kattowitz, 21.. August,(Wolfs.) Bis, MftternoA - war alles ruhig und der uorniale- Zustand; dHfte hÄst wieder' hergestM. sein.. Die BesatzungstruMst' {$$1:} vollkommen Herren der Löge. .Dagegen befiyM'M,^, Landkreis . Kattowitz vollkommen - in ,,ib,cn Hksürgeutest die heM - ihr; Ariwesest stuf -' Metz i zmW. MW sttüd'Mrrnn sind kerung;Wchtei. In'einzelnen. OrtschaftenfHveren und verlustreichen Kgstpfen.. zwis ' und den Aufständischen. - In Skcherheitswehr, weil die. Polen an Zahl und nung überlegm sind. j:* t Das Auftreten regulären polnischen Militärs schämt-' .festzustehen. Der Belagerungszustand ist über Kaftowi'tz^ - Land ausgedehnt worden, , dürste aber, auch uW-sten! Kreis selbst verhängt werden. Der Bahn- und Opstverkehr im Aufstandsgebiet ist unterbrochen. -Dis'-Stperkbewegung der. polnischen Arbeiter dehnt sich auI -,uüd'' war gestern abends bis-in die. östlichen GreiWeviere' bei Hindenburg vorgedrungen. Die Notstandsarbüiten' wurden, soweit Meldungen vorliegen, verrichtet.. - F«-' Beuthen und Gleiwitz und in ganz Oberschlesien woftlich' von Pleß ist alles vollkommen ruhig. U's. v €in tag Berlin, 21. August. (Wolff.) Wie auS Magdeburg gemeldet wftd, haben etwa IM auswärtige Arbeiter einen Putsch in Kothen inszeniert. Sie verhafteten die Führer der Mehrheitssozialisten und riefen die Räterepublik aus. Heute ftüh wurden die Arbeiter aus den Betrieben herausgeholt. Dresden,, 21. August. (Wolff.) Der Staatsrat für Anhalt hat heute den Ausuahmszustand über Stadt und Kreis Köthen verhängt. Als die kommunistischen Putschisten hörten, ihre Annahme, daß auch in Halle, Leipzig und Magdeburg die Rätediktatur ausgerufe» worden sei, sei falsch, erklärten sie deu Bollzugsrat für ausgelöst.. Damit hat die Rätcherrschaft in Köthen ihr Ende gefunden. Das Ende der Räterepublik Velbert. Düsseldorf, 21. August. (Wolff.) Der Regierungspräsident teilt mit, daß V e l b e r t, wo gestern die Räterepublik ausgerufen wurde, heute früh durch Effeuer Sicherheitspolizei wiedergenommen wurde. 26 kommunistische Aufrührer wurden verhaftet. Der verfassungsmäßige Zustand wurde wiederhergestellt. Berlin, 21. . August. Das „Berliner Dagthkatt^ - meldet: In Velbert ist heute in aller Frühe eine Hprcherhl - schaft der^ Sicherheitspolizei. eingerückt nrch hat penr Kommunistischen Regime ein schnelles Ende bereites Nachj - einein kurzen Kampfe, in.dem es,einige Tote und Perwundete gegeben haben soll, wurden die Räbels->^ führer der Kommunisten, 25 an der Zahl, überwältig^ verhaftet und entwaffnet. Nur zweien gelang ps^zM» entkommen. Die Sicherheitspolizei hat die wieder hergestellt. Auch der Fernsprechverkehr, d^x -seft > gestern unterbunden war, ist wieder hergestellt. ..r f Heber den Verlauf des.Kutsches ist noch zu derichtenz'. Die Koninlunisten "Hatzen'-nach'. eWm---MWtigt». Zu-, , sammenstoß mit der Sicherheitspolizei' diese e n>; , waffnet und sodann sofort das -Rathaus, das'.Pöfi»-,j. amt und die Reichsbank besetz t. In der Reichsbqnvi. würden bereits gestern vornrittags.über. 100.M0Märst, beschlagnahmt und auch beim Postamt und der Spar»" kaffe beträchtliche Geldsummen erpreßt. Jrn Laufe heK> . Tages richteten die kommunistischen Gewalthaber einen Au'fnrf an die Arbeiterschaft, sich zur Einreihung in äjne-i« zu bildende Rvt.e Kampftruppe bereitzühalten, Um > Abend veranstalteten die Kommunisten zwei Bersäly«-j lungen, ür denen sie versuchten, die übrigen linkZHAr»-; den Parteien zur Beteiligung zu veranlassen.-Sie ^uhe»! '. aber keine Gegenliebe. Die Arbeit ür den Betrieben ruht/ den ganzen Dag nicht. Äych^j! Eisenbahn-- ttno Stroßenbahnverkshr bfisb in HoyMr' D0D

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