Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 568 (21.8.1920)
- Date
- 1920-08-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vtn-etov^vr-ir:!--l- L L.WÄV P*änttmttatietts?teijt; ke»r gut» mtirtea te de» ' L ©cjirt, Tab»»- 1 ÄS 8, oder i» ei«r W-i«Me »rafih: vo.- ßiü P»stversa«d kLvMea «ad Oesterreich: DiMaStch .. rkrone» SS.- . Achecha-Slapakei: Ma«rt«ch .. Kraue» 13.— VterMÄrttch «»».- tzetkche»».rünoEch-r»SH««, 4BfittWC «ovstuch.. Krau« 33.— VieEtützrttch ■ ■ 90.- ^ivarcharisS» Mchrmr,/ S-r»fl«wie»: Dlaxtlich .. trna «*- . . 18— ■ J * VvXte- S«ch» K Wie »»»/Äri«« «MÄ: «ÄrrichMch «raae» Läi ifDvflipwMj 0iat,s.&efc£fcfc0i Nr. 568 Wien, Samstag, den 21. August 1920 2. Jahrgang Weitere €rfofoe der Polen. RMzug der Nottruppen. Warschau befvett. — Die Rückzugsstratzeu der Russen bedroht. Warschau, 20. August. (Funkspruch.) Frontbericht dom Iß. August: Das feindliche Oberkommando hat in verzweifelter Anstrengung, die Gefahr zu beschwören, de'u Angriff aus Ploek anbefohlen« Sehr starke feind' liche Streitkräfte befinden sich zwischen der Weichsel'und her' deutschen Grenze mit der augenscheinlichen Absichte die Weichsel zu überschreiten und die Hauptstadt eihzuschlietzen. Dieser Plan ist-völlig gescheitert: der Feind wurde im Gebiet von Plock mit empfindlichen Verlusten zurnckgewörsen. An den Kämpfen nahm die vevolkerung wirksam teil. Die Tätigkeit der Armee Sikvrski Vergrößert stmldig ihren Erfolg. Abteilungen des - rechten Flügels Überschritten am 18. August den Narew nnd besetzten die- Uebrrgängc von Serozk und Pultusk. Die erste Armee besetzte Wpschkow, östlich von Nadimin, nnd überschritt den Äug, wodurch die zwischen Bug und Rarew befindlichen feindlichen Abteilungen avgeschnitten werden. Im Gebiet -von Ciechanöw greift der Feind mit äußerster Hartnäckigkeit an, mit um jeden Preis die Rückzngsstraßen frei zu erhalten; unsere Abteilungen koMMeü, jedoch zur Unterstützung der vorgestoßenen Truppen herbes. - Au der Ostfrvift fetzen unsere. Abteilungen trotz «ngehenrer 'Ermüdung sytständigetz Pormarsch die.-Berfolß«E' fortt Dokolyw/ DrgKitschf«, Biasa und Koden^ besetzt. Durch die Einrchhme von.Drogitschin wurde der fciydlichc Fuhrpark angeschnitten; der Feind zieht sich in Perwirrnng gegen Norden zurück. Unsere Beate wächst überaus rasch. Tie Artnee Sikorski allein hat bisher mehr als 10.000 Dk saWne, ll2 Geschütze, 112 Maschingewchrv und 1500 Wagen' mit Krirgsgerät und Lebensmitteln eingebracht. Die Beute der anderen Armeen ist noch nicht gezählt. Die hinter uns befindlichen zerstreuten bolschewikischen Ahteilungen werden nach und «ach mit wirksamer Hilfe der Bevölkerung abgefangen. Im. Gebiet östlich von Ghslm haben Abteilungen des Generals Zelinski. feindliche Angriffe gegen Rättzeze und Dubienkä abgrwiesen. In Richtung Hrnbieschow wurde der Gegenangriff anbelfohlrn. - ' ' * An der Sndfront haben Abteilungen unserer 13. Infänteriedivisiou tri Winnrki die sechste Reiterdibision BüdjennhS zu« Rückzug gezwungen. Der Feind erlitt an Menschen, Pferden und Kriegsgerät dnrch die Sümpfe ungeheure Verluste. In Richtung Bobrka, ist nufer Gegenangriff gegen den westwärts drückenden Feind im Gange. 1 Moskauer FrontSericht. Moskau, 20. August. (Funkspruch.) Bei W locla w, wurden.700 Gefangene eingebracht. Hartnäckige Kämpfe .M Pl.onsk. In Gonsozin drängten wir den Feind gegen Südwesten zurück. Im Gebiet von Warschau und südöstlich schwere Kampfe. Am B u g ist die Lage unver- 'ändert. In Ostgalizien Vorrückung auf Lemberg.. Gericht teilweise verstümmelt^ Die russischen Frtedensbedingungeir. / Nunmehr wurden endlich, nachdem die fatalen Verkehröfchwierigkeften überwunden zu fein scheinen, 'die FriedenZhedingungen , bekannt, welche Sowjet--' .»rUhrnd Zur Grundlage seiner Msrhandluiigeu mit ' -Mgn'mäKt'.'MNn man ditze Punkte kritisch prüft und' ,-sie^'mit gewissen anderen Bedingungen vergleicht, die Äu nn, Verläufe dev Nachkriegszeit kennen 'gelernt hat, so ist der Eindruck mner starken Mäßigung rm- Sevkennbar. ' Die Bolschewftenmachtbaber haben von - I den Wrhandlüng«n Son> Brdst-Litowsk'Und'chteN Folgen? manches, gelernt und deüM NiM daran, den Preußen-' General Aoffmaim zu kopieren, ^der bas BrSnnus^Schwert >bes. übermütigen Siegers auf' die - Verhandlungspavagraphen warf. Die Bolschewiken zeigen eineimmerhin. bemerkenswerte Einsicht. Sie sprechen es ffot aus, dbß die kommunistische Regierun'gssvrm nur dann Aussichten auf Erfolg hat, wenn die Mehrheit der Arbeiter E^r.iWMMr iL. und -n.t.w.iM^Mo..d.ie Morien enler nur bedingen Diktatur; sie wollen die Unabhängigkeit Polens -unangetastet lassen nrrp chilligeN dem polnischen Volke das Recht zu, sich. nach; eigenem -Wunsche die Negierungsform zu wühley« Hn,--W.Fragen der'Grenzen gehen sie sogar noch über die vdn Englands^ Außenminister gestellten Bedingungen - binans. Die einzige Fordermch. die man als Eingriff in Polens inneys-Verhältnisse deuteri-könnte-, ist die nach Ausstellung einer aus Arbeitern bestehenden! Zivilmiliz und der Verteilung von Freilastd.7,Interessant rund bezeichnend ist die. Forderung, daß Polen/sich verpflichten. soll, alle auf den Krieg lnit '^ußiand ^bezüglichen Dokumente zu veröff-'ntlichi.'n.; , Im ganzen enthalten die ruliischLn' Köroernngeu. nichts, was nicht zur Basis von B'rhandlnügen dlenen könnte. Die Frage dieses Krieges hatnnWhörL, eine rein polnische Frage zu sein; 'vdn der! weiteren Ent-< Wicklung' dieser Angelegenheit hängt die Ruhe des -ge- - .nügend durchwühltcn Mitteleuropa ab pnd schon zeigen sichin Pbe'rschlesim, der Tschecho-Slowakei.'und an' ertzvärts die ersten Anzeich-m der tveiterwühle»den Gärung^ Nunmehr hat Poleri das. Wo.'t. . Moskitü, 2<):'Anguft. .(FuükfpruK'.)' Boltstommissär des Auswärtigen Tschitschen-in' an den Sowjet" stesandtey>.Ma m emza.w.^xLondon.: - Per Vorsitzende der 'rnfsisch'-ntraij'üfchen Frrepans- - abordnnng Danischewski hat. heute der polnischen Friedensabordnung in. Minsk die Hebersicht' über die russischen FriedensbedürgUngen rnitgeteilt..' Sie lauten: 1.Rußland und die .Ukraine erkennen die volle Unabhängigkeit n n d Freiheit der polnischen Republik an rmd bestätigen feierlich däs volle Recht des polnischen Volkes, sein Leben selbst zu bestimmen und seine; Regierungssorm nach seinem Wunsche aufzustellen. 2. Rußland und die Ukraine ptzrzichten auf jede Form 'von' Kriegsentschädi-gung 3. Die endgültige Ost grenze Polens wird ungefähr die gleiche sein, wie sie in der Note Lord Cnrzons vom 1.1. Juki angegeben wurde,' jedoch erhält Polen mehr Gebiet östlich von B i a l y st o k und C. h o I m '4.. Die polnische Republik wird ihre bewaffneten Streitkraste ohne' jede Ausnahme auf 50.000 Mann mit einer Dienstzeit von einem Jahre verringern; siir ÄefehlS- und Verwaltungsstellen sind überdies 10.000 Mann gestattet. Diese bewaffneten Steitkräfte' lverden von einer bürgerlichen Miliz unterstützt werden, die aus 'Arbeitern bestehen und zur Aufrechkerhaltung von Ordnung und Sicherheit der Bevölkerung bestimmt sein wird. 5. Nach der. Unterzeichnüng des Vertrages wird. Holen die D e m o h i l i s i e r u n g beginnen und .sie .einen Monat nach der Unterzeichnung beendet chaben. 6. Polen behält jene Waffen und jenes Kriegsmaterial, das zur Ausrüstung der in Punkt 4 angegebenen Strertkräfte notwendig ist. Alles übrige, einschließlich des in den.Arsenalen und Depots in ganz Polen befindlichen, wird den russischen und ukrainischen Behörden innexhalb eines Monats nach der Unterzeichnung des/ Vorfriedens ü b e r g eben werden und bis dahin unter Aufsicht russischer - nnd ukrainischer Kommissionen bleiben. 7. Polen verzichtet auf jede Erzeugung von Waffen und Kriegsmaterial und wird beginnen... (verstümmelt . . . (zu,8.) . . . und darf auf.ihrem Gebiete keine Vereinigung dulden, hie gege«. Rußland, die Ukraine oder deren Verbündete feindlich 'gesinnt sind und vorgeben. -Regierungen von Rußland,- der -Ukraine odereiNern Teile davon zu fein. 9. 72 Stunden nach: der Unterzeichnungdieses Vertrages werden die ' Feindseligkeiten tatsächlich eingestellt, die russischen und ukrainischen Heere bleiben in diesem Augenblick an jener Stelle, wo sie sich befinden, jedoch nicht östlich der von Lord Curzon am. 11. Juli genannten Linie. Die polnische Armee wird sich 50 Werst westlich von dpr ukramschen und russischen Armee zuruckziehen, das Zwischengebiet'wird für neutral erklärt, unter polnischer Verwaltung und Aufsichtgemischter Kommisstonen. und besonderer, von den Gewerkschaften - mftgestellter Kommissionen. Der Rückzug der polnischen Armee wird gleichfalls unter Kontrolle gemischter Kommissionen stattfinden. 10. Gleichzettig mit der Demobilisierung der polnischen Armee und der. liefe«. gäbe von Kriegsgerät an Rußland und die Ukraine werden sich die russischen und ukrainischen Truppen zurückziehen, so daß im Augenblick der Beendigung, der - Denwbilisierung der polnischen Armee und der Uebergübö von Waffen und Kriegsgerät nur 200.000 Mann an'der -neutralen Zone bleiben. 11. Polen muß den früher hon: ihm besetzten Gebieten das von seinen Truppen'weggeführte Eisenbahn-, - Post- , und Telegraphenmätemol sowie die landwirtschaftlichen Oieräte, . Maschryen der Fabriken and anderes Eigentum rü ck er ft alten,.' ferner die zerstörten Brücken und Bahnlinien - wieder- Herstellen. 12. Polen wird durch Gesetz die Verteilung von F r e i l a n d verfügen, und zwar vornehmlich - andre Familien jener polnischen. Staatsbürger,/ hrechutzch:: den Krieg getötet, verwundet oder an ihrer' Gesuftdheit geschädigt wurden/ 13. .Mkßland urch dre-Mrajrch: halten das volle Rechr.f r e i e r .Du r ch ßu h.r.Dt Mr?': sonen und Güter jedweder Art drrrch das - polnische .Gebiet, wogegen?. die Bcchnlinie-'Molkowhsk-DZialystpk^^ Grajewo iir vgllenr Besitz und unter Kontrolle ' der, russischen Republik, verbleibt. 14.'Polen wird hMgo, politische und militärische Amnestie erlassen. 15. .Sogleich * .nach her Unterzeichnung des.^Friedensvertrages.: .wird > Polen alle Dokumente und das ganze^Material. i das sich-auf den Krieg zwischen Polest^mttd ' Rutzlan d und-zwischen Polen und der Ukraim e be-: zieht, vollständig veröffentlichen.^ . Dluttge Kämpfe in Kattoipitz. ' Berlin, 20. August. (Korr.-Bnr.). Die Blätter Melden - aus Kattowitz: Die Stadt zeigte gestern.'ein perändertes Bild.' Wahrend vorgestern kein. fränzpsifcher Soldat sich auf der Straße zeigte, erwies sich gestern das . französische Militär als Herr der SiLuathoru.Der französische Milftärbefehlshaher. i« -Fattowitz, stim Oberst.. ist durchden Divisionär.von.O.p p ei n abgelöst chördem, der einschneidende Weisungen, zum schärfsten. Kör-- gehen.hat. ' Der Vormittag ist r u h i g veMufen. Nachmfttags : Marschierten franzöfische Besatzungstruppen,, Katzchlhrie und Infanterie, auf dem .Theaterplatz auf. Mrch: ein Panzerauto fuhr auf. dem Lheaterplah auf. Das Lh^ter wurde bis auf die obersten Räume besetzt. Es wurden Maschinengewehre aufgestellt und Kavallerieposten. in Bewegung gesetzt. Bis 6 Uhr abends kam es zu keinen größeren-Zusammenstößen. ' I t a 1 i e n i f ch e T r u p p e n sind in Kattowitz eingetroffen, waren jedoch noch nirgends zu sehen. Gegen 6 Uhr rückten Kävalleriepatrouillen/ gegen . die Massen und feuerten, wobei es Verwundete 'gab.' Nach 6 Uhr eröffneten auch die Mas Hineng echehr e, . und' das P a N z e r a u t o in kurzen .Zwischenräumen das Feuer, lieber die Zahl der Opfer ist nochnichts' bekannt. . Gegen 7 Uhr fuhr das Panzerauto,, gefolgt Won anderen Autos, durch die Straßen und ftzüerte rück, sichtslos auf die Menge. Zivilisten mH roten Arm-. binden, die im. Auftrag der Gewerkschaften versuchten. ' die Versammelten zum Auseinandergehen zu . bewegen, -hatten aber wenig Erfolg. Infolge des rücksichtslosen Vorgehens der Truppe« kames zu u m b es ch reib- ,l i ch e n Szenen. Man hörte entsetzliche. Schreie, der harmlos an den Fenstern' Stehenden,, auf-'M tzeschvsim ' 4vurde. ' Gegen 8 Uhr hörte das Schießen auft Die.^ErMte. - rUng gegen die- Franzosen ist ungeheuer l'md 'steigt'won ' 'Stünde zu Stunde. ' '. "^ ' KattowtH, 20. August. Wolfs.) in einer Starke von. 2000 Mann iin A n w a r ßch./SL« - baben eine Reche von Ortschaften mn Kättvwitz-hesetzt-, Die SicherheitZpolizei forderh> dringendst Verstärkung,-, Äuf der Hohmzollern-Grub4 wird gestreikt. , ' Beuthen, 20. August. (Wolfs.) Das ganze Rand« gebiet von Oberschlesien ist von den Polen besetzt. Bvgütschütz und Nikischacht sowie? Lauvahütte Aüh -alle östztßch von Kattvwft; liegenden Ortschafbetz sind in iÄ» - -MM der Me«. ' .