Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 567 (20.8.1920)
- Date
- 1920-08-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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ettfe 6 Wien. Freitag Wiener Morgenzeitung L < Die Ernährung. Der Marktbericht. Die Grüntvareninärkte lvaren gestern wieder mit Gemüse aller Art und Obst überfüllt. Namentlich die Zufuhren an Zwetschken nehmen außerordentlich zu. Auf dein Naschmarkt allein kamen über 100.000 Kilogramm Zwetschken ungarischer, Äalirni scher und hiesiger Herkunft an. Es ist daher zu erwarben, daß der Preis für Zwetschken, der auf dem Naschmarkt für tadellose Ware 10 bis 12 Kronen betrug, noch weiter zurückgeht. Unter dem Drucke des reichlichen Angebotes wurden anch die hiesigen Gemnsearteu ellvaS billiger an geboten. Fleisch findet nur sehr wenig Beachtung, ebenso Geflügel; billige Fische fehlen. An Eiern, die aus den Märkten K. 7.— bis K. 7.20 kosten, herrscht kein Mangel. Jüdische Wählerinnen und Wähler! Sichert euer Wahlrecht! Richtet euch alle Dokumente: Reisepatz, Heimatschein, Staotsöürgerschaftserklärung.Trauungsschein, Legitimation, Anstellmrgsdekret, Arbeitsbuch, Dienstbotenbüch, Militärpatz, Landsturmpaß, Landsiurmlegüimationsblatt. Meldezettel u. dergl. sind bereitzuhalten, um jede Angabe in den Wohnungslisten sofort durch Borweulmg eines Dokurnents Nachweisen zu können. Bühne und Kunst. Die kommende Saison in den jüdischen Theatern in New-2)^rk. Der Theaterbenchterstatter des New-^ocker „Vorwärts" schreibt über die kommende Spielzeit in den New-Wrker Theatern unter anderem folgendes: Während deS Sommers wurden in bcn großes jüdischen Tbeatetn vorwiegend Vaudevilles gegeben, die übrigens durch ihre Darstellung bei einigen.Sommertheaterbesuchern Klagen bervorriefen. Die Art der Vaudevilledarftellung ist in den verschiedenen Theatern verschieden einige Schauspieler wahren durchaus die Grenzen des Anstand«», andere freilich überschreiten sie durch alte, arge Zoten. Nunmehr rüsten die großen jüdischen Theater ebenso wie die kleinen Vorstadttheater eifrig zur „künstlerischen" Wintersaison. Natürlich sind'die Operette und-das Singspiel im -Vordergründe. .. Das P e o p l e s Theatre, welches unter der Direktion der Frau- Tomaschews_ki steht, wird mit Kornblüths Komödie „Major benutz" eröffnet werden. Ferner würde für dieses Theater eine Komödie von Moses Schär „Chawes. Tochter" erworben. -Die Literatur wird in dieser Saison wieder im Neuen T-h ea t e r und in Direktor Schwarz' I r v i n g Plare Theatre ihren Platz finden. Ins Neue. Theater kommt Nndols S ch i l d k r an t mit einem Stück, welches er in Europa erworben hat/(Es ist Bendienerd „Renegat". Anm. der Ned.) Das Irving:Place Theatre. welches, mit dem Neuen Theater-in lebhaftem lite'rärischen Wettstreit weht, kann natürlich eine künstlerische Attraktion vom Nange Schildkrauts nicht ausstecheü und will dafür mstrangige Literatnrwerke von stmgen Talenten in künstlerlicher. Darstellung bringen. Die Eröffklüngsvoistellnng soll I. L. Percz' „Die goldene Kette" bilden. Direktor Schwarz plant, das Stuck! vom I. L. Perez-Verein jüdischer Schriftsteller inszenieren laWr. Aus den Theatern. Im D e n t j ch r n Volksr bester oelanat Säm-, t«S bert 91. M.. 7 U h r, die dtctaktige Knrnöoie .M oval" von Lndwig T b o m ir mst d-n Damen Schwrighosir. F8rh' ^hqller,Flemnsich undCa»k>'en. den.Herr-nÄomma,Wkifi,Schrktbrr. Zetemus. Kutschern. Eventi. Licbl. Mttimann und Kirschner m den Hauptrollen zur Anssührung. Fm S k a d n b e a t e r wird nach ZolaS -Totichlägn" A n z tji g nt b e r s lange mchr gegebene Kon.ödie .H a «b urrvverz m »euer Bearbntung und F n s z?n , e r u « - zur Aufrührung gelangen, und zwar soll es im Dialekt gespielt wafreft. ,Did Havpkolle spielt Hans, Niese. Honst Niete wird heraus «k d'Ennerhs Bolkssinck „M a r i a n n e1 n W e i b ii« I b « nt 55 # l f t" die einstige .Glanzrolle der Wolter dtrsteven. Fül T'h e a t e r i n d er I o s e fst a d t wird Leopokdine Ä » » sianttn die „Nana" in Zolas gleicht,am iqem Schauspiel geben. Hierauf soll die Kimsilenn in »D a s G l a S der I a«Aj r a u" von B a l b o, einrut italienischen Stückin dem sie .in Brrlty großen Erftlg bcklw. und m »D e r Iv « gleur « i. d e r W i l l e n" (L» Maladroit) guftteten. Neue französische Musik in Wien. Ravel, der Führer dir jungen französischen MM, kommt diesen Winter nach Win». Jbm z« Ehren veranstaltet ein Wiener Komitee z w e i g t ö ß^e R a v <l-K o n % t r t «, m deren Rahmen ausschliestlch K-Upomiontn des Konevonisten zur Ausführung gelangen sollen, Die Leitung^ beider Konzerte wurde Oskar Fried übe,tragen. R poj n*. ^ruiiuiy uciuct aiuHacut: luuioc ^öruc c l Z 0 ITDCTIttTCitt, l q.V e s selbst wird nur eine einzige steine symphonische Komisition innerhalb des einen Konzerts dirigieren. WW» Mit der Hakoah in Devtfchland. Bon Artur Baar. VIl!. Nach dem Hamburger Wettspiel war unser Bestreben darauf gerichtet, die Tournee so rasch als möglich abznbrechen, Vor allem wurde das Prager Spiel gegen den D. F. C. abgesagt und auch die vierte Wettspielver- ^pstichtung für Rorddeiitschland konnte gelöst werden. .So blieben -nur mehr die Spiele in Hannover unb Mraupfchweig. Eine Mannschaft heranszubringen, war bei der umfangreichen Marodenliste ein wahres Knnststück. Fteildig wurde der aus Men telegraphisch berufene;.Hansi" begriitzt, der nach 36stüudiger Eisetlbahnfahrt imnter noch frischer war als jeder einzelne unserer Neisegesellschaft. Wix stellten folgende Mannschaft ins Feld: Tor: Hafpern; Verteidigung: Scheuer, Lewitns: Deckitng: Molnar. Grünfeld, Pollak; Angriff: Pollatschek, Grünwald, Gansl, '„Hansi", Häusler. Der Gegner war Hannover 1896, der ftlhrende Verein des Gaues. Das Wettspiel fand im Jnnenraume der Radrennbahn. statt, der. für ein normales Futzballfeld genügend grotz ist. Itnsere Mannschaft machte einen total errnüdeten Eindruck. Wieder war die Spielweise der Deutschen scharst wenn.auch nicht ansgesprochen derb. Nach einer torlosen ersten - Halbzeit verschaffte ein „Elfer" Gansls der Hakoah die Führung. Hannover glich aus. „Hansi" konnte das Treffen auf 2:1 für Hakoab ffeHett und bei diesem Stande blieb es bis sieben Minuten vor Schluß. Dann brach unsere Mannschaft vollkommen zusammen und mrchte noch zwei Treffer, von denen übrigens einer mit der .Hand erzielt wurde, in Kauf nebmen. ' Bedauerlicher als die Niederlage war für uns der Ilntstand. daß wieder zwei Spieler verletzt worden wären. Pollak erlitt eine Rippenqnetschung und Scheuer wurde von rncklvärts derart angegangen, daß er sich beim Sftrrz eine Verstcnnhung der .Hand znzog. Wir waren ratlos, wie wir am nächsten Tage das Spiel gegen Brannschweig bestreiten sollten. Wiederherstellung und Erweiterung der jüdischen WelLturnerschaft D-:r deutsche Krris bei* iiiMi*en Trini.uschsü hoj nackt London an Walter Mosrs eine Ansiagr init/olflttidrn Pcknt'en geiktwet: l. Ausgalun. In London ist s-stustillm. welcktes dkr sitz-'g» Zttstand inmrbalb drr üidncknn Isnprnd ist, vb sie stch ^nr ihre Er'Mnnq kvrveiltckte Brtälistnna als Ziel gesetzt hat. Es ist im klnuftuen von dort auS sestzystellen: а) Welche Dnn- und Sportverbänöe in der grn-en Welt voihanden sind (Adresie und Siatkr),. h) welche l^inre'v'reine auf denselben Gebieten (Adrefsr und Slökke^.' ' o welche Scouksverblinde iBereine, Bdresie und Sich-ft), б) welche Wandet verbände oder -Vereine (Adresse - tmd Stärke. - '> alla meine JugrndverbSnde. die auch Körperpflege treiben - ^Adreffe und Gtärkel Es ist sestzusiellen, ob Vertreter der bestehenden Jugendorganisationen ,u London vorhanden sind und wtlches die Namen derseldn, sind^ II. Zrele. ES. soll Fühlung genommen werden zum Zwecke der Borbereiiung einer' Zusammenkunft der Vertreter aller bestehendem Korvrrvstepe treibenden Verbände odct Btteine' im nächsten Fi ül'iabr in Wien (oder wo?). a) Die Zusammenkunft soll über die Awgqben einer Welt-, turne schalt Beschluß fasten, l») sie sott den Sitz der Hauptleitung scstlegen, e) sie soll emc gemeinsame Zeitung schallen, sie soll Mannschaften siir körperlich«! Arbeit in Palästina stelle« (Wachtdirnst'. III. Welche Vorschläge machen die m London anwesenden Brrtteter? IV. Es ist Fühstmg »u «ehmm mit de« E. A. C. und festzustellen, ob das E. A. C gewillt ist, eine Zentralstelle für Tunten und Sport im E. A. C. zu schaffen und die Weltturnrrfchast von dort auS zu unterstützen. Ei» Pr»fesfi»»»l-F»tzd»««etts»i«l j» Be»li». Am StflnStag soll in Berlin das erste Präsesstoual-Fußballwetrspiel zwischen der ungaris«hen Profefstonalmannschast tmd der deutschen BerufSspirlermauttschast Lichtenberger Stadion stattfinhen. Internationales Schwimm-Meeting. Das internationale Meeting der W. A. C., das am Samstag und Sonntag im Dianadade zur Durchführung gelangt, verspricht «in sportliches Ereianis ersten Ranges z» werden. Einige der besten deutschen Schwimmet find bereits in Wien eiugetroffen. Die Wafierball- Mannschaft des Büdapestrr F. T. C. wird henre erwartet. Das Futzballprogramm. Sämstaq und Sonntag finden bereits zahlreiche ' ' * sogar schon d,«r \ ist däS Probewettspiel ,_ ... _ 6 Uhr abends auf dem Simmeringer Sportplatz zur Austragung gelangt, Vorher treffen Admira und Simmering im Entscheidungsspiele des in der Vorwoche begonnenen Turniers zusammen. der Bllk-bibliothek Ai,«. Conntag Wettlptel mit zwei Mannschaften m Hohenau gegen den u, Hllnkeygqste so. Uvlc* «eu«s Kl yb beim besivdet sich im Cas< Nme Wnurr Bühne. Ssitm, lX.. Liechünstemsttahe -7. woselbst SamStog den 21. d M. die E,8ssnlmg»fitzung stattfind?t. H»sm,»e». Sonntag Wettspiel mir zwei Mannschaften gegen Sportklub Mt-Oründlrr. . Haznüc. Heute V»? Uhr abends im Klubheim, ll., Pratrrstraße 43, tsvtelrroer'ammlung. Soumag vormittags Wettspiel mit zwei Mannschaften in Strebersdort. Nur bte zur Sitzung erscheinenden Mngltcdrr werden bet der Attfi'tellung berücksichtigt. Iststischer Sportktnd Hedv». Heitte. 6 übe abends, Spi'.lervetsammltmg im Ktnölokal Eaie» Zucketverg, N., Kletnc Psartgasse 6. Nachher Leituns-sitzuna. 20. August 1920 umrtmr'-y _ __ - - , L ■ —I ..W Der legitime und -er iÄegitime EhEAlttEe. , Ein trauriges Ehebild wurde gestern bei« DivisisnS» gericht und'r dem Vorsitz des OberstleutnantauditorU Hast» bauer in einer Verhawdlnng enkrollb, in welcher der Bol8^ wehrmann Johann Thomastik wegen Verbrechenden schnveren Körpcrverletznng angeklagt war. Dem Beschuldigten? lag zur Last^ daß er atn 27. März in der Herbststraße be«N srranz Lausegger meHrerü Stiche, darunter einen in Rückdn, v-wseHk habe/ Die BerletzungLN waren an sich lsich^ allein mit. Rücksicht auf - das verwendete Jttstrumont und diü Art der V-rlehungen. wurde die Tat Thomastiks als Vevbrechen.. der schw^en Körperverletzung qualifiziert. \ Jrt der Verhandlung evKärte dc>r Angeklagte, daß er üw Juni vorigen Jahres hie Frau des damals in italienischem Kriegsgefangenschaft besittdlichen Franz Lattsegger kchtyen gelernt habe. Da die Frau ihm -erzählt habe, baß ihre 0 Beginn des Krieges geschlossene- Ehe vmr Anfang an epw> unglückliche gewesen sei und daß ihr Mann aus der Kriegs-- gefangenschaft geschrieben habe, sie solle sich um einert anderes Mann umsehen, denn er werde nicht mehr nM-Hause lomwep, habe er mit der Frau, die für zivei Kinder zu sorgen hatte» und mittellos war, Mitleid gefühlt und sich der Kinder fcttgenommen und sei in ihre Wohnung gezogen. Als Lapseggest int November vorigen Jahres aus der KricgsgefcmgenschgD zurückkehrt'e utid ihn in d'er Wohnung mttraf, habe pr seinep Frau Vorwürfe gemacht und ihr gesagt, sie müsse sich nu» entscheiden, ob sie mit ihrem Wanne oder mit ihrcnn Geliebtens weiter zusammenleben wolle. Lausegger habe bann weit» seine Gattin schlecht behaitdelt' und sie, wie die Frau ihms -erzählt hcche, auch geschlagen und wenige Tage vor demj Vorfall ein scharfgeschliffenes Küchenmesser auf das Bett gelegt und dazu bemerkt: „Das gebührt euch zwei!" Am 27. März sri er mit Lausegger in einem Gasthaus zusammrngekommen. Lausegger habe ihn scharf fixiert und geschimpft, lvoraus » gesagt habe: „Wenn Sie etwas von mir wollen, gehen wir auf br<* Straße!" Auf der Straße fei dann LaNsegger nutz ihn losgestürzt und habe ihm-mit einem"glänMden Gegenstmtd zwei Stöße versetzt. Ans Angst vor weiteren Angriffm habe er nnn ein Bexiermesser ams der Tasche gezogen rmtzi blindlings auf Lausegger losgestochen. Der als Zeuge vernommene Franz Lausegger erklärte daß er bei seiner Rückkehr aus d« italienischen Kriegs grfangenschaft den Angeklagten in seiner Wohnung traf und von seiner Frmr über deren Verhältnis zu dem Angeklagda» genau unterrichtet wurde. Er habe damals die bitterste Enttättschung seines Lebens erfahren und habe seiner Fraitz die Wahl gestellt, entweder mit ihm oder mit Thomasttk, den den Spitznamen Maxl führte, weiter zu leben. Seine Fra» habe sich nicht gleich entscheiden können, habe ihn jedoch «n» nächsten Tage aus der Wohnung ausgrsperrt, so daß er rru» wußte, daßseine Frau von ihm nichts mehr .tvissen woKe^ Er habe nnn unter Mitnahnte feiltet: Sachen feilte Wohnung verlassen und dem Geliebten das Feld geräumt. Bezüglich des Vorfalls am 27. März erzählte der Zeuge, daß der Angeklagte ihn auf der Straße ganz unvermutet ongefalle» und ihm von rückwärts mehrere Sttche versetzt habe. Die als Zeugin vetttvmmene Frau Martha Laufegger! gab an, daß ihr Mann, mit dem sie von Anfang mt sehr! unglücklich gelebt habe, ihr, noch, bevor sie den Thomastil kennen gelernt habe, eiüeN Brief aus der Kriegsgcsangvnschafß geschrieben habe, in welchem unter anderem stanb-t „Wem» ich auf Dich kein Anrecht mehr habe, so schreibe es mir, und« ich bleibe, wo ich jetzt bin."- Sie habe bann den Thotnastih kennen gelernt, der sich ihrer und ihrer beiden Kinder angenommen und für sie gesorgt habe. Nach dar Rückkehr habe ihr Männ sie verlassen-und auch für die Kinder kemej Alimente zahlen wollen. Am krittschen Tage sei ihr Man» im Gasthaus gewesen, habe den Angeklagten scharf fixiert und seien beide aus dis Straße gegangen. Bald daraus stk er mit den Worten: „Er war es!" gestochen in bas GasthauH - zurückgekommen, wobei er bemerkte: ,,Wenn ich braufgehis, so wird Gott ihn strafen; wenn ich herauskomm', so ist er Das Militärgericht verurteilte den Angeklagten bloß rvegen Ueberschrertung dev Notwehr unter Anrechnung vo» drei Wochen Untersuchungshaft zu vier Wochen Garnifonsarräst. _ Arreststrafe in einem kaufmännischen Ehren» beleidiguugsprozeß Der Gesellschafter einet: bestandenen Gummi- und Asbeste firma, Jakob S., erstattete gegen den Mitgesellschastetz Leopold M. bei der Polizei eine Drebstahlsanzetge, weil' er aus dam Schpckkonto der Firma ohne Einwilligung Und Zusitmrnung der Mitgesellschaster 1000 Kronen behöbe» hatte. M. brachte daher gegen S. eine Ehranbeleidigungsklage ein, über welche gestern vor dem Bezirksgericht Josefstadt verhandelt wurde. Der Angeklagte crKärte, es lieg« wohl nicht Diebstahl in technischem Sinne vor. allein M Verhalten des Klägers, der allein über das Scheckkonto der-. ftigungSberechtigt war und die 1000 Krone« ohne Zustimmung der Gesellschafter für sich behob, habe ihn zu der Anzeige barachttgt. D'eNrgegenüber wies der Kläger darauf hin, daß fein Gefchäftsautetl und der seiner Frau, die gleichfalls Peib' haberin des Geschäftes sei, den Anteil des Geklagten um ein Mehrfaches übersteige, so daß schon auL diesrm Gmnbf von einer Schädigung des Geklagte« durch die Behebung btt 1000 Krone« nicht die Rede sein könne; einstweilen habe t% ja ait den, Gelvint, - des Unternehmens partizipiert. Deir- Richter Lanbesgerichtärat D'r. SSetß' verurteilte den An> gellagten wegen Ehreubeleidigung zu 2 1 S t u n d e it Arre ft/ weil er wissentlich eine rein zivilcechtüche Angelegenheit zu eilte!.- Sirafiackt-: gestempe.t, somit eine Äös'.-oilligteit begangen habe,- für milche ine V er Hängung ein er tz>e.'dstt'oso nicht die» richtige Sühn« wäre.