Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 567 (20.8.1920)
- Date
- 1920-08-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Minsk 2× ep/1000754
- Włodawa 1× ep/1046063
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3Mf»|tdA9icat: , «—ü«q.. «»« l^farteltftfcrU* » 1&- tca: SuUM» te ko t» cbm Sm»tzfftrStes wtt M«mMch. «tmoSO. tmois, iWihklMi Ottgmt: Krone» *f>. Wiener i Nr. 567 Wien» Freitag, den 20. August 1920 Pr-r« K L.W«l> Pole». ' Msnctttch .. ifftaei 9Mm vterteljavrlich - *&*« »polrücher«ihm»« ,. «orattlch/! . 9Ua*l%- Monctttch^V^^tzß S^» Momultch . . .Sioe d.- «il MomttUchl". .Hrnm» Für dar üdriqe jllurtand: virrteljiihrltch Krone» Nedaktto» n. Ad«1»iftratieu wien,S.B«H„rc»orftv.l-- Kslephemer Arnaiutstraeion 4Ä»»U, «edatlio» 43819, •b 6 Uh» sbtttM 9fc»16StlX >Mlaft .,.i - «CA hui VPtnvH»»MtHi9iKf 18U«w9 güK-JJgü-ü! -g««Bgg0l 2. Jahrgang Die polnische Offensive. Vorstoß der Nottruppen in Ostgalizien. — Thorn und Krrlrrr fee von den Bolschewiken besetzt. ' Warschau, 19. August. (Funkspruch.) Front-! bericht dom l£C August: An der Nordfront haben ponunersche Abteilungen einen kraftvollen Gegenangriff igegen den Feind begonnen, der Brodirrce (Broinberg?) besetzt hat. Im Abschnitt Lipno, Rypin und Serpez haben unsere Flieger die Bewegung des Feindes gegen Osten sestgestellt. Nördlich von Modlin (Nowo- Georgiewsk) haben unsere Abteilungen bei den siegreichen Kämpfen am 18. .1560 Gefangene und drei Maschinengewehre Angebracht. Die Gruppe des Obersten Drescher hat bei Baboschow durch einen glänzenden Reiteran griff eine bolschewikische Brigade zersprengt. Pultusk wurde von den Bolschewiken geräumt, die im Abziehen den Bürgermeister und die Geistlichkeit mit sich führten. Im Gebiet von Warschau ist der Feind gleichfalls zu eiligem Rückzug gezwungen worden. Am Abend des 17. besetzten Posensche Regimenter unter dem Jubel der Bevölkerung Nowo-Mmsk. An der Ostfront fetzt unser siegreiches Heer den Marsch gegen Norden sott. Kaluschin, Sfedlez, Miendzvrzec, Wischmza und Wlodawa sind in unseren Händen. Feindliche Abteilungey werden umzingelt, bisher wurden vier bolschewikische Divisionen vollständig geschlagen. Die Kriegsbeute LN^dleser ME ist biGxr «ruft 5001) GeMgE M ..Ge^, schütze und 70' Maschinengewehte antzcwachsen und wehrt' sich stüüdlich. An der Sützsrout verlief der 18. ohne Zwischenfall, unsere Trupven gruppieren sich um, um den auf L e in b erg vurffoffc n d e n Feind zurückzu, schlagen. Nachtrag (terlwcrfc verstümmelt): Toruv und Kdwalewo (Thorn und Kvlmsee?) wurden von Bol« schewikcn besetzt. der ukrainischen, wieder und unter schweren Ve^ättnissen den Küinps cmsnehmen gegen die Betsuche de? •W e 111 ni p 11 i a I t si m n 8, die Republik der Arbeiter und Bauern zu erwürgen. Aber die (S. tf inj e t r e a t c r u n q wolle nun wie ,i nt m e r d e rt F r t e d r n s v q schlagen . entgegen -l oniwt v. u n d it a b t n r e m a l s C: r v d e r u u g § a b s i ch t'e n g e b a b r. - Dir 'S'owietrep'cntng verlange frdöch wnllich Garantien und das Bersvrechen L:r polnischen ' Republik, j e 8 e > w e i t e r r E r o b e r n n g s y o l i t r / a u s z u g e b e n und sich snedlichem Ausbau zu.widmen. Bei den FriedenLp'.rhandlungm werde die Sowietregierung von Ihrem Gemen,''imkeitsaefübl gegmiibcr lem arbri-'cnden Volke Voln,^ geleitet und erstrebe die Schaffung von sremtdschaUüchen und dauerliafren 'B e z i e b u n g e n zu P o l e ni Die Garantien werden vom polnischen Adel gefordert werden müssen, der der ' Sowjetrepublik feindlich gegeirübcrstehr. Die Arbeiter und Bauern Polens werden sich überzeugen können, daß ihre besten Ftetmde und Helfer im Kampf mn. die Brfteivng So«jetr»ßlvnd und die Sowjelulra-'ne seien. In dieser RrchNmg seien auch die Bedingungen des Wasievstillstandes und dr§ Vyrfriedcns gestellt- - Die Sowjüresierung hoffe, daß dre polnischen Vertrekrr nach Minsk gekommen seien, nni-sich von ihrer Erobefungspollrik loSwerde, Sowfttstrplond un§ SottHetukräirte an ihrem Aushau zu hindern . . . (Schluß'der Rede fehlt.) , Friede zwischen Rußland und Armenien. . Moskau, j9. August. (Fnutwruch.) Der Borsriede mit A r mente« wurde rmteneichnetk Die zwischen Aruirnien und Ascrbeidschan strittigen Gebiete von - Kara-Bag,^ Zangmr und Nochitschewan . bleiben bis zur Regelung der Zugehörigkeit v o n Warschau gerettst. Paris, 19. August. (Fitnkspruch.) Nach Warscha wer Vlrlvungrn kann der Entsatz der Festung als vollzogen Mgeseb^n werden. Der polnische Gegenangriff hat nördlich von Warschau bei Modlin und südlich von Jwangtzrod eingesetzt. Durch den nördlichen Borstoß würde die Bahnlinie nach Mlawa befreit, durch de» Stoß gegen den Bng die bolschewikische Front ans 80 Kilometer durchbrochen. Die Einnahme von Brest-- Litowsk wird in Kürze erwartet. Die französischen Offiziere, die sich nicht mit der Leitung der Kämpfe begnügten, sondern an ihnen persönlich teilnahmeu. wurden vün der Warschauer Einwohnerschaft mit Begeisterung brtzrnßt. ' ' ' r - . . Paris, 19. August. (Funstpruch.)' Der Sondnhericht- " erstatt«, des „Matin" meldet ans W a r s ch a n, daß. die Stadt g‘ «rettet betrachtet werden kann. London» 19. August. (Tel.-Komp.) ^Dailtz Mail" melde! ' <mS Warschau: Die polnistbe Gegenoffensive zeigt bereits ihre -Wirkungen. Die schwere Artillerie der Bolschewiken. Ine die Beschießung der Festungswerke von Warschau bereits ausgenommen chatte, mttpte nach rückwärts gebracht werden. Die Bolschewiken in Jloezo«. Mosko«, 19. Angust. (Funkspruch.) Jrontbenchr vom -18. August: An der Bahnltn^e Warschau—Danzig wurde Mloclaw besetzt. Im Gebiet von Nowo-Georgiewsk und Wattchgu dauern die Kämpfe mit groß« Hartaächgkeit an. Im Abschnitt Lemberg wurden nach Ueberschreiten deS BagBnsk ’u' ii d B t a < s o w 'besetzt. Bei Bnczac- Kämpfe an der Strvva. Hpz Pnjepr und an, Sä,Mi zeu Meere lemc Atnd-rnug. Im - ^umabschnitt Kämpie. ____ , Die Minsker Friedens- Verhandlungen.; . Moskan. U August. lFmikipiuch.) Ausfiihrltcher Buch, Der. die Mmffer Berchandlung-n, r r st e r T a g. Ärn 17. d. M. iwhrden die russt',tt>p»lnlfchrn Frieden-verhandlangm m Minsk '«öffnet. Der Borstand der rwstschen u,d ukraimschen Friedensühordrmng. D a n i \ * c «c, j l,, wirs in der Croffnungsiete daraus bin. daß Rußland wiederholt den Frieden mrt Polen ge-!NcM habe. Das-Sch'ste-n dieser Versuche habe Eowirirnßland Stzwunge«, die. Waffen zu «gleisen und einen Krieg zu beginnen. iLria. -.s£tutl&iLau0xc. ..Rota ‘ft-raut BißÄüU. . wuiöi.. mit russischen T r-u p p e n besetzt. ' .. t-- Die in der Tfchejcho-Slowakei intenrierte» Äoldaten für die 'Sowietrepudrik. Prog, W. August. Die „Tribttna" Melder : Vertreter von El n kr «mischen Soldaten, die in der Tschecho-Slbwakei inter'- n ert sind, verlaogen vyn der tschechv-slowakuchen Reg,«nndie slttbaldigste Anerkennung der dipkomatischmundsduitarenMission der tt'.raini'chkn Rer Mck und bic, EmrenrbewtÜiynng?ür diese Mission, damit sie hier für ukrainische Interessen sorgen könne. Die Reg,ertrug möge dahin wirken, daß daS. Eigentum der birsigen lianrdirendett Kommissionen Petljuras -und - Berrusiewtcz. der erwähnten Mission der.ukrainischen Sowjet,epubk'k aber*' geben werde. ■ EineBegegnung zwischerrLlo^Ä George und Dr. Simons? Befürchtungen der Pariser Presse. - Paris» 19. Auyüst. (Tel.-KvmpI Die Barifer Presse zeigt sich Äbey die Schwoizer Rrise Lload Georges sehr bennruhigt und nervds. Trotz der'offiziellen Dementis der deutschen Regierung, daß bort nichtS über eine Zusammenkunft des deutschen Außenministers mit Lloyd Georges i« Luzern bekannt fei, ist ste frft davon überzeugt, batz Minister Simoüs die Gelegenheit nicht norübergehen lagen werde, nm mit dem englischen Premier zusammenzutreffen. Die Blatter meinen, Dr. Simon» werde versuchen. Lloyd George davon zu überzeugen» dah Deutschland den besten Schntz aeqen die Bolschewiken barstelle, dafür aberMildernngen de» Versailler Vertrage» verlangen werde. L'oyd George in Luzern. Peru, 19. Ävgust..(Schweiz. Dchtschen'Agentur.) Der englische Miiusterpräsidmt Lloyd George ist heute «achmitta-s m Luzern eingerroffr» »ud wurde im B,:h»hof von Vertreter» der . Regierung und . der Stadt Luzern, Mitglied.rtv der englischen Kolonie und einem zahlreichen Pubbkum empsaugen. daS chn sierz!,chst bt.uü' ,r. Ltnpf Georg» beotl, sich sofort m die Billa HaSlihoru. d,c ihm der bMfche König zur Derjngung ..Mellt.hat. ... Elegie auf Oesterreich. — v. W i e n. 20. Ausui-. Das so lange und mii allem Applomb der Sensation angekündigte Exposee des Staatssekretärs Dr. Nenner über die answärtige-Holitik liegt mm vor. Es ist ung«. mein wehmütig gestimmt, womit es natürlich dem Znstand dieses verkrüppelten Staates Rechnung trägt, ^ie Rede. bringt keine neuen Momente, aber doch ist emr^ an ihr erfreulich: Diö Einsicht, daß Oesterreich ein M^in. stäot ist, der auf alle große auswärtige Politik verzichten muß. Er kann nttr Wirtschaftspolitik treiben, wäs( aher ' seine Beziehungen zu her^' Nachbarstaaten anch 'M das : Gebiet, der allgemeinen Politik hinüberspielt. Ose Be-' 'streblingen zur Bildung eines mitteleurovätschen Win- ' .stüÄettsartells'.'leuchten' in der Rede mir ganz von^ sopüe oitf '-und vielleicht kann nwn'aus dieser Meisterschaft/des Stils aus -die-^Weisheit'' des-'Verschweigen? sWeW. Oesterreich, sagt Dr. Renner, steht auf dem Boden des »Friedensvertrages von Saint-Germain — als ob es irgendwo anders-stehen könnte — und wird nichts-gegen dessen -Bestimmungen, aber auch mchts fiir sie. unter-? nehmen.. Was soll das bedeuten? Daß Oesterreich. 7M. -schwach ist. sein Mort 'zu. .brechen, das dürste nachgerahe schon 'aller,-Welt bekannt sein. Wenn ab^r zum ÄoWtzl die Entente heute unter Berufung ans den Wortlaut des Friedensvertrages die Durchfuhr von Truppen und Kriegsmaterial durch' Oesterreich versucherr- und. ans den in diesem Fallesicher, zu - erwartenden Miherstgnp , der Arbeiterschaft styßen würde, welche Haltlmtz - würd^ danir - das offiziM ^stdM^Bnnehmen^. ^cheW'-GOtpMi M ihren Willen! zrw Atlftech^erhMpM^ der Neutralität ausgesprochen.- Konnte sie dte^auchaus- .- ,ftihren, weim sich Oesterreich dem Befehl Der . .Höhen: Mächte widerspruchslos fügt? . Man sieht, dH hier.in - dem/Gedankengang des Staatssekretärs eine Lucke offen. ist. Weshalb spricht er denn nicht aus. was » fast die. ganze Bevölkerung denkt, daß wir vvn-. Krieg . geschrei genug haben und daß der russisch-polnische-. Krieg uns nur wirtschaftlich, aber nicht politisch tangieren darf, und daß wir nicht das geringste dazu mithelfen wollen, daß da drüben noch mehr Leute den Interessen der französisch-reaktianären Kriegshetzer geopfert werden f Das Mort Dr. Renners würde an den entscheidenden Skellen viel stärker wirken, wenn sein lautes rmd deutliches Rein vor der ganzen Oeffentlichkeit . gesprochen und durch' die „ Versicherung unterstrichen wäre, daß hier tatsächlich-Vere'knbgrnngen mit den Nachbarn bestehen. ' l / Der Staatssekretär hat aber doch noch ein übrigesgetan und zur Bekräftigung. seiner passiven -BeM-gstrerte eine Warnung an die Staatsbürger gerichtet.^Are Kr-ft auf undurchführbare Ziele zu vergeudend Er spielt dabei auf die Machenschaften des von den gewesenen Äb^ - geordneten Teufel und Wicht! (welch letzterer vom-dem .Ausräumen der Papierkörbe einiger freimanterischer- Spaßvögel hin. und wieder zur Monarchieretteter -auftaucht geleiteten AnnoneeNnnternehmens an, - düs.seitdrei Tagen fiir teures Geld die ..christlichnationalen/' Blätter mit Inseraten versorgt, in denen Renner beschuldigt wird. Oesterreich an die Tschechen verkauft zu Hubens Nebstbei wird das Thema vom ^tchen. tier-an allem schuld ist (der Antisemitismus gehört nun einmal zur Reaktion wie die Lmrs zum Pelz), bis züm Brechreiz abgewandelt. Hinter diesen Interaten' fleckt als ..Vereinigung taiifenh gleichgesinnter OesterresHex* der Wirtschaftsverband der nichtaktiven Gagisten und Gleichgestellten, eine zu Hortby-Zwecken gebildete Gesellschaft von Leuten, denen das .Herz bei dem Gedanken blutet., daß sie tticht mehr sagen dürfen: „Maul Halten 1 Ahfreteni" Diese Nente nimmt man z» ernst, wenn inan' ihnen selbständiges politisches Denken zümntcsti Sie bleiben beim Jndenvttnkt stehen, können dies anch unbe. sorgt tim. da ja ibr Geist (Nnmn man das io nennen fvill) heute in dem Oestereich der Fndenmtsweisungen' herrscht. ' Wm ^ch Dr. Renner seine ganz richtigen und'klugen -! Mvrte über Ungarn gesagt hat? In Ungarn wird offen -'imd mit Staatsgeldern ein Putsch auf Österreich organi. Mrt und Dentsch-Westungaim ansgeplündert Äie öfterreichischen Christlichnationalen aber kühlen dabei stichts' als Neid? Ihr Volksgefühl regt sich nicht mHr.Mve Noliftk heißt ^Darr Ittd!" und mit diesem SprsiDern . sind sie auch schon fertig. *■ J Aber Oesterreich ist doch nicht allein auf der 1W&, ' irnd so sebr man hier auch in der Raunzerei undim, ' Schimpfen auf ' die L'irdeu versinkt, so dkmgk d'Ä tzro und hg eine Abnuua von dem aroßen GeWchr»