Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 565 (18.8.1920)
- Date
- 1920-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Auzmt. : .Düs Dunkel, das über die vielfachen Entrevuen der UutzeiMtnister Oesterreichs, der' Tschechow-Slowakei, JngoslüKens und Rumäniensbeginnt sich aufzuhellen. M.'Hükzessionsstaateü. zu denen auch die. österreichische RepMrk, wenn auch im WiöetWuch> zum Samt- MtruaiNer Frieöensvertrag, sich rechnet^ sind durch da3 HchMal Polens gewitzigt; die Freundschaft Frankreichs, has allein noch initteleuropäische Erpansionspolitik treibt, wirbln einem gefährlichen GesclMk. . Sie spielt mit Oesterreich, wie das Kind mit der wehrlosen PnPve. sie' hindert die Tschecho-Slowakei durch die Forderung dA Armeebereitschaft an dem vollen 1 lebergang zur Fnedenswirtschast, will die Jugoslawen , zur Flankengruppe gegen Italien benützen imd ans Rnmänien einen Puffert hegen die Bolschewike.il/machen. Polen hat sie zugrünüegerichtet und die kleinen Staaten, die so lange in die SortNe blickten, bis ihnen die Augen tränen, tpeln en sich mit der. .Kraft der Ver.tzveijlrmg gegen das. Pariser Diktat, das sie wirtschaftlich zu Boden druckt. Der gegenwärtige Augenblick mm, in melcheru die offizielle Parjsex Politik wieder in die Jsolrerirng gerät, scheint ihnen der gegebene, um die unwürdige Fessel, asiznschütteln. Sie. schließen sich zuüumnen. um gemeinsam ihr Interesse zu wahren. das ihnen in dem " gr.os.en Ringen zwischen der. bürget lichen Deinokmtie des MestenZ und dem vqrdrjngeliden .Achdiialkoinmunisunts Heß Hstens nur die siritteste A'eutralität znweist. bezligllcl) der Politik in Osteuropa. Paris, 17. August. (Korr.°Bur.) Die Morgenblatter veröffentlichen folgende amtliche Mitteilung: Der englische Botschafter Lord Derbh besuchte gestern abends den General« fekretär des Ministeriums des Aeutzern PalsoLogue. Die Unterredung galt den An gelegenheilen Polens und der Lage, worin sich General Wränget befindet. Lord Derby und Palöologue prusten verschiedene Kombinationen, die den beide» Negierungen eine g e m e i n s a nr e A l? t i o n s g r n n d l a g e frir ihre Politik in Osteuropa geben könnten. __ schlag des Abgeordileten Sfnchep.- eure .-.Annee ganz z.ü.,verzfchteü, anzunehmen.' 'Das'BeruDheer reicht in der bprchw den Fnedensvertrag z »gelassenen Stärke kaum zu Polizerzwecken hin und bat nicht einmal den frechen Hasfenraub ungarischer Bravos in Fürstenfeld verhindern können, die noch durch österreichische Elernei'.te daheim und jenseits der Grenze verstärkt worden waren. Die Gefahr, die Oesterreich aus de>n, magtzarischen Reaktionstrieb droht, ist so groß, das; ihr nur eine allgemeine Volksbewaffnung den Boden abgraben könnte. Unsere mnervolitischen Zustände sedoch lassen dies als eirt allzsi gewagtes Experiment erscheinen, und so bleibt nichts anderes übrig, als eine Anlehnung an das Nachbäpgebiet. das von den ungarischen, unter dem Wohlwüllen der französischen Plutokratie ausblühenden, Restaurationstendenzen in der gleichen Weise bedroht wird. Die Tschecho-Slowakei wurde bei einem Einbruch magyarischer Truppen die seit langein schwierig und unruhig gewordene Slowakei verlieren: Jugoslawien fürchtet die Stärkung der kröatisch.'n Abfällsbestrebnngen und Rumänien, das in den.letzten Tagen die Minorität^, 'bestimmungen des Friedens parlamentarisch verifizieit hat, will jedem kriegerischen?lbenteuer entsagen, um die. wirtschaftliche und volitische Eingliederung der neuen Gebiete ungestm-t beginnen zu können. Für alle diese Gebiete ist Frankreich und dessen Pivot, das weihe Uügarn, eine Gefahr und sie benützen die Gelegenheit, p.us der Gefolgschaft des Großen, dem um seine Geltung bangt, in das Freie zn gelange,?. Das ist die kleine Entente, von der in den letzten Tagen soviel die Rede ist. Zivischen die großen Konzerne des Westens und des Ostens, die ihren Streit auf dem Bpden des ausgepowerten Mitteleuropa audtragen tvyllen, schieben sich die Bedrohten als ein einiger Block, sund die Stimmung ihrer Massen, die den Krieg, ob für rechts oder für links verfluchen und nur nach Prot und Arbeit ausschauen, wird stark genug sein, wenn diese Elnigungsbestrebungen nur Selbstzweck bleiben, nW aber den Boden für Hegemonietendenzen Hilden. . . Die große Entente geht über der inneren Unmöglichkeit ihres Friedenswerkes und den weltpolitischen Divergenzen der französischen Uferlösigkeit und der englischen Machtpolitik in Brüche. Der Anstoß zur Bildung eiyer kleinen Entente, bestehend aus freien und freibileibenden Kleinstaaten bietet sich also von selbst und vielleicht führt von hier aus der Weg zur Konsolidierung Mitteleuropas. Freilich muß es bei einem Neutralitätsabkommen bleiben; ein Bündnis, das gegen irgendjemand eine Spitze hätte, wäre ruinös für alle, insbesondere aber fhr Oesterreich, dessen Valutastand und budgetäre Schwindsucht alle derartigen AbentLuer strengstens Lmterlagt., „ Gegenangriffe der Polen. Günstiger Stand der Verteidigung Warschaus. * W ir r s ch a u, 17. August. (Fiiukspruch.) Frontbericht vv,n 16. August: Der Gegenangriff unserer Nvrdarrnee unter fGencrnl Sikorski beginnt sich trotz sehr schwieriger Bedingungen mit beträchtlichem Erfolge zn entwickeln. Ungeachtet schwerer Berlnste und hartnäckigen Widerstandes des Feindes gehen die Abteilungen unserer Nordnrmee auf der ganzen Lknic vor; nach harten Kämpsl-'n wurde «m 16. (5 iecha n o w w i e d ere t o h er t. Dex. R ü ck z u ß d e s F ein d e s hgf mit geschwader, deren Mithilfe ausgezeichnete Ergebnisse gezeigt haben, Mnersen die rückslntendcw feindlichen Abteilnngen. * Viele Gefangene und beträchtliche Beute/wnrden eingebracht. Diese Ergchnisse haben auf das Verteidigungsheer d er Hauptstadt bereits günstig rückgewirkt, die Angriffe vom Norden aus der Richtung Zcg^ze sind bedeutend schwächer geworden. Während des 15. und 16. erbitterte Kämpfe im Gebiet von Radzi-inin, wo unsere tapferen posenschen Truppen standhielten. Unter den persönlichen Befehlen der Generäle Gordgowski nnd Zeligowski und des Obersten Bnrchard unternahmen unsere Abteilungen zahl, lose Gegenangriffe, die feindlichen Angriffe dadurch vollständig lähmend. Als Endergebnis wurde nicht nur die B e r t e i d i g n n g s l i n i e gehalten, sondern an verschiedenen Punkten darüber hinaus vorgestotzen. Unter der großen Anzahl von Gefangene» befinden sich ei» Brigadekommandant und ein bolschewikisches Kommis, sariat. An der Ostfront hat der G e g e n a n g r if f unter der Leitnilg des Oberbefehls- Habers P i l s u s k Y s am 16. begonnen. Durch einen Gewaltmarsch von 40 Kilometern wurde G a r w o l i n genommen und der Feind, der bei Mazeivj itiice die Weichsel überschreiten wollte, eingeschlossen. Die Beute ist beträchtlich. Weiter südlich wurde am Wieprsch der Wiocrstand bei K > z f von u-rp ecr vierieu Armee gebrochen, -^in Geschütz, 14 Maschinengewehre und 200 (tzefangene eingrbracht. Ilusere Armee rückt schnell vorwärts. An der Südsront wurde ei» Gegenangriff anbefohlrn, nur den Feind bei S o k a l und K amionka- S t r n w i l o w a vom linken Bngnfer zu vertreiben. Bei Zlopzow, Zborow nnd längs der Strvpa wurden örtlilhc Angriffe abgewiesen. 1 Heftige Kämpfe der Rottruppen gegen Wrangel. K o n st a n t i« o p e l, 17. August. (Ämter.) In der Krim nehmen die schweren Kämpfe ihre» Fortgang. Die Bolschewiken erhalten DerstLrk«nge» von der polnischen Front und greife» energisch an, wobei ste von massenhaft eingesetzten Bombenflugzeugen nnterffttttzt werden. Die StreitkrLfte des General 2V rang e l, die gleichfalls Verstärkungen erhielten, haben den Don nnd die Gifendahnlinie Aaryezin—Iekaterinodar äderschritten nnd Konstantinowskasa besetzt. Die DorrkosalreNjfrnd daher i:r Grrtthr, abgeschrritten Kundgebungen für den Frieden in England. Amsterdam, 17. August. ' (Korr.-Bur.) ^Telegraaf" zufolge beschloß der Aktionsausfchutz der englischen Arbeiter, den 22. August zum ^Frieden mit Rutzland -<0o n«- t a g" zu erklären und zur Abhaltung von Kundgebungen in allen Städten und Därferu aufzufordern. Konferenz der nordischen Ttaaten. .°L tz »i« «»' «7 EÄvgM Wrl,-VM Ui» 18. und 19. Augnst findet hier eine parlamentarische Versammlung der nordischen Länder statt, an der die MinisterprSfidenten und die Minister des Aenßern Norwegens nnd Schwedens sowie hervorragende Staatsmänner Dänemarks teilnehmen werden. Die Konferenz wird sich mit folgenden Fragen beschäftigen: Blenderungen und Ansätze zum Völkerbundvertrag, Abrüstung» besonders im Hinblick anf die kRnftigen militärischen Verhältniffe der nordischen LLnder nnd Maßnahmen zur Bekämpfung der ArbeitSlofigkeit. Aus Palästina. Die Mische Legion in Paltpin«. Laut offiziellem, am 30. Juli in Palästina eingstroffenen telegravhischen Bericht, bleibt die jüdische Legion, der Gedud, bis zum 31. März 1921 bestehen. Betreffs einer neuen Mobilisierung sind nach keine Nachrichten eingelangt. Zwei Verwaltungsbezirke.' Pglästina wird von der neuen Verwalt!mg in zwei V e r w a l t u n g s b e z i r k e eingeteilt: Pal ä st i n a mit Jerusalem und Phönizien mit Haifa als: Zentrum: 1; Sir Herbert Samuel in Jaffa. Sir Herbert Samuel setzt seine Jnspizieruygs- . reisen durch das Land fort. Bei seinem Aufenthalt in Jaffa wohnte er auch der Feier anläßlich der Verteilung der Reifezeugnisse im Herzr-Gymulsfinm zn T e l - A w i w bei. Samuel wiederholte auch hier, daß die Häfen bald geöffnet werden dürften, uyd daß alle, die nach Palästina komnren lvollen, um zu/ Entwicklung des Landes beizutragen, keinen ' Einreifes ch.w i e r i g k e i t e n begegnen werden. Strafgerichtliche Untersuchung gegen Friedrich. B « d a p e ft. 17. August. (Ung. Tel. Korr.-Bur.) Gestern hat der Präfident des StoatSqerlchtshofeS der Staatsanwaltschaft von dem Beschluß der Nationalversammlung Mitteilung gemacht, die Immunität Friedrichs anfzn- Heden und ihn dem Gericht auszu liefern. Ans Antraa der Staatsanwaltschaft wnrde hieraus vom Antersuchnngsrichter Dr. Margaltzta unverMglich dir strafgerichtliche Auterfuchnng gegen -i.KLevvL» Driedrick. einaeleitel . ih'- I '! . [ ' * i!>aC I 1 >¥t mm ’t; i; ■’ >' I of‘: l':': ‘