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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-15 · Heft 562 (15.8.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 562 (15.8.1920)
Date
1920-08-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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ftt. 362_Wien, Sonntag decken. DaS wäre jedenfalls ein sehr schöner Erfolg der eng* lischen Militärverwaltung und geeignet, für die finanzielle Zukunft Palästinas die rosigsten Hoffnungen zu wecken. Aber wir haben keinen Einblick in das Budget, das die englische Militärverwaltung ausgestellt hat. Daß ein armes Land wie Palästina auch irgendwelche Kosten der englischen Armee oder Beamtenschaft bestritten haben.soll, ist doch sehr unwahrscheinlich, schon aus dem Grunde, weil ein nicht unerheblicher Teil der Steuereinnahmen der unter internationaler Kontrolle stehenden ottömanischen Staatsschuldenverwaltung der Dette publique verpfändet ist und dieser gutgeschrieben oder abgeführt werden muß. Und für die Einschätzung des Budgets von Palästina unter . der englischen Militärverwaltung ist gerade das entscheidend, was man unter diese Besatzungskosten inbegriffen hat. Gehören zum Beispiel die Gelder für den Betrieb der Bahnen und für die Lebensmittelzufuhrcn, für die GesamtbeviMrung zu den Bejatzungskosten oder nicht? | Die Einnahmen waren im wesentlichen dieselben wie ßur Zeit der türkischen Herrschaft: Zölle, Zehent und Gewerbesteuer, Grundsteuer und Viehsteuer. Nur wurden die Steuern etwas modernisiert, vor allem in ganz anderer Form eingehoben. Durch die geänderte Form der Einhebung allein sollen sehr bedeutende Mehreinnahmen erzielt worben sein. Alle diese Abgaben wurden auch in der gleichen Höhe wie früher eingehoben, doch soll, wie «Zionist Bulletin" vom 8. Juni zu berichten weiß, ein neues Einschätzungssystem durchgeführt werden, wodurch man die Einnahmen zu vervierfachen. hofft. Ferner soll ein moderner Kataster angelegt und das Grundbuch reformiert und für neue Eintragungen .wiedereröffnet werden.! Die Zölle wurden auch unter der englischen Militärverwaltung in der Höhe von 11 Prozent des Warenwertes eingeh oben. Doch wurde auch in dieser Beziehung eine ganze Reihe von Erleichterungen eingeführt: Die Zölle für Lebensmittel, an welch letzteren Knappheit im Lande herrschte, wurden aufgehoben, so zum Beispiel für Getreide. Weiters wurde die Entrichtung des Zolles in natura für zulässig erklärt. Palästina ist ein Land mit stark passiver Handelsbilanz, es führte (nach den Angaben von Wilhuschewitz: «Die Aussichten der Industrie in Palästina") im Jahre 1913 für zirka 150 Millionen Franken Waren ein, bei einer Gesamtproduktion im Werte von nicht mehr als zirka 800 Millionen Franken jährlich. Der. Konsum im Lande hat also in Anbetracht der sehr starken Einfuhr ein Interesse ay möglichst niedrigen Zollsätzen, besonders für notwendige Bedarfsartikel, so für gewisse Lebensmittel und bestimmte Textilwaren. Deremzelte Waren, wie Wein, Oel, Orangen und andere Böden- Produkte, können ohnewciters mit Einfuhrzöllen belegt werden, ohne daß der Verbrauch darunter irgendwie zu leiden hätte. Diese Artikel werden ohnedies in derartigen Mengen im Lande selbst erzeugt, daß man nicht unerheblich« Quantitäten davon gusfHren kann. ' , -.^1 - > . Aber für die übrigen Bedarfsartikel such vorderhand niedrige Zölle von größter Wichtigkeit. Später, wenn man gewisse Zweige der Landwirtschaft oder Industrie im Lande zu entwickeln beabsichtigt, wird man höhere Zölle, «ErziehungSzölle", wie Friedrich Liszt das genannt hat, einführen müssen, die nach einer Zeit, nach Kräftigung der betreffenden Erwerbszweige wieder zu ermäßigen oder aufzulasson wären, damit man dem vollständigen Freihandel, der sich in dem für Verkehr und Handel hervorragend' geeigneten Lande als Ideal darstcllt, möglichst nahekomme. Uebrigens (Nachdruck verboten.) Marienbad. Kein Roman, sondern eine überaus verwickelt« Geschichte, die zwischen Warschau und Manenbad fpnit. in 36 Br.efen, 14 Biller-doux und 46 Telegrammen. Von Scholem Alejchem. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. (2 Fortsetzung.) ‘‘ Was sagst Du zu dem Barbaren? Die Sache hkt mich so gekränkt. daß es mir beinahe das Herz ab gedrückt hat und ich mit Migräne bis zum nächsten Tag gelegen bin. So viel Geld hinausgeworsen und frage mich, wozu! Wäre es nicht tausendmal besser gewesen, es bei Wer che im zu lassen? Ich könnte mir den Kopf ab reißen, daß ich nicht eine Woche vorher hergekommen bin; da hätte ich meine Base Chawele getroffen — sie ist ja doch eine Verwandte — und wäre nicht den Blutegeln in die Hände gefallen. Es ist noch ein Glück, daß Berlin eine Stadt ist, wo es viel zu sehen gibt; sonst wäre ich vor Aerger krank geworden. Und zu sehen gibt es hier in Berlin in einem Tag so viel, wie Du bei uns in Warschau nicht in dreißig Jahren sehen kannst. Außer Wertheim und Tietz und anderen solchen Geschäften gibt es in Berlin einen „Wintergarien" und ein ..Astollotheäter", dazu einen „Zirkus Schumann" samt einem „Z'.rkus Busch". Dann gibt es hier — so sagt man — einen „Lunapärk", Vas soll etwas Unbeschreibliches se'n. Ich denke daran, morgen hinzugehen, und will Dir davon erzählen. Indessen bleib gesund und sage Schewe-Nuchel, sie möge nickt bloß die Küche, sondern auch die ganze Wohnung in Ordnung halten. Ich habe vor der Abreise vergessen, einen Kragen Und zwei Ueberzüge auf dem Zettel für die Schmntzwäsche aufznschreiben. Und einen Topf Eingesottenes habe ich sertiggemacht, gerade am Tage, wo ich wrggesahren bin. Den soll sie für die Wirtschaft benützen und sich nicht einfallen lassen, das Emgcmachte anzurühren, welches auf dem Kasten steht. Und Briefe schicke mir nur ja nach Marionbad poste restante, wie wir besprochen haben. Ich. Drin' Frau - Belcie Kur lande r. Wiener Msrgerrzeitrrrrs wird die Entwicklung des ZollwefsnS in Palästina in sehr weitgehendem Maße vom Ma-ndaisvertrage abhängen, von dem Rechtsverhältnis, das zwischen der Mandatarmacht England und Palästina herrschen wird. Davon wird es abhängen, ob Palästina, so wie eine englische Kolonie, dem Vorzngszollsystem, das zwischen England und seinen Dominions eingeführt ist, eingögliodevt wird oder nicht, dadurch wird auch die Fähigkeit Palästinas bedingt sein, selbständig Handelsverträge abzuschließen und Zolltarife festzusetzsn. Steuern auf den Grundbesitz und feinen Ertrag waren auch unter englischer MÄitärverwaltung der Zehent und die Grundsteuer, ersterer etwa der österreichischen Grundsteuer entsprechend, eine Ertrags st euer von zirka 12,5 Prozent deS Rohertrages, letztere dagegen eine Jmmobiliar-Vermögenssteuer in der Höhe von 4 Promille des Schätzungswertes. Die Engländer haben nun diese Steuern ebenso wie alle übrigen selbst eingehoben und sie nicht etwa, wie es die Türken zu tun pflegten, an Steuereinnehmer verpachtet.'Die Nachteile dieses letzteren Shstenls und die Vorteile der von den Engländern eingeführten Reform wurden bereits ausführlich in dem obzitierten Artikel dargelegt. Es ist von größter Bedeutung, daß die fürchterlichen Mihstände, welche die Steuereinhebung durch die türkichen Steuerpächter mit sich brachte, endlich beseitigt sind. . Ferner wird jetzt, wie bereits erwähnt, die Anlegung eines , modernen Katasters geplant, was für eine gerechte Steuereinfchätzung wichtig ist. Dann soll jetzt die Wiedereröffnung des Grundbuches stattfinden, das heißt, es soll der Roalitätenberkßhr, nämlich Kauf, Verkauf und. Verpfändung von Grundstücken auf. rechtlicher Grundlage, wieder ermöglicht werden. Ersteres ist für den Landkauf, zum Beispiel seitens des Nationalfonds in Palästina, wichtig, letzteres dagegen für den Hhpothekarkredit. Denn ohne ein geordnetes Grundbuch- , wesen erscheint ein auf gesunder Basis aufgebautes Realkreditsyste-m unmöglich. Aber auch eine Reform des im argen liegenden Grundbuchwesens in Verbindung mit einer neuen Landvermessung wird eine bedeutungsvolle und für die allernächste Zeit geplante Aufgabe der neuen Regierung sein. Schließlich wird beim Zehent von der Rohovtragszur NemevträgTbesteuerung übergegangen werden müssen. Bei diesen Steuern ebenso wie bei der Vieh- und vor allem bei der Gewerbesteuer wird man im Auge behalten müssen, ob man gewisse Produktions- und Erwerbszweige fördern oder hemmen will. Die Besteuerung ist nämlich für gewisse Produktionszweige eines dev tvrchbigsten. Kostenelemente. Eine Gewerbe, steuer, die wie die bisherige, ohne Unterschied 5 Prozent vom Netto-Einkommenbeträgt, kann für die beabsichtigte Entwicklung einzelner, Gewerbe ein ernstes Hindernis bilden. Wenn man diese Stauer schon nicht von Fall zu Fall abschaffen oder ermäßigen will, wird man eS wenigstens versuchen müssen, entsprechende.Abstufungen einzuführen, damit I Härten und Ungerechtigkeiten^ vermieden werden. Eine' Aufgabe von größter Wichtigkeit für die neue Verwaltung in Palästina wird eS auch sein, im Einklänge mit! dem bisher noch nicht vollständigen veröffentlichten FviedenSvertrage mit der Türkei die Tilgung jener Schulden borzunehmen, für welche Steuereinnahmen Palästinas an die Dette Publique Ottomane verpfändet wurden. Das dürste am besten im Wege einer Anleihe geschehen. Aber in Anbetracht der ungeheuren finanziellen Aufwendungen, welche der Wiederaufbau eines jüdischen Palästina jetzt notwendig macht, dürfte es wohl verfrüht sein, diese Frage schon jetzt lösen zu wollen.; Nr. II. Schlvjme Kurländer aus Warschau (auf den Nalewki) au seinen Freund Chaim Soroker in Marienbad. Lieber Freund Chaim! Ich habe an Dich, mein Lieber, eine kleine Bitte, vielmehr keine kleine, sondern sogar eine große Bitte, eine sehr große! Mein lieber Freund, mir ist ein Unglück zugestoßen: Meine Beleie fährt nach Marienbad. Warum auf einmal nach Marlenbad? Dü mußt mir schon leichtere Fragen stellen. Sie sagt, daß sie nicht gesund ist und Marienbad nötig hat. Und der Doktor sagt auch, daß sie nicht gesund ist .und MarienLad nötig hat. Und wenn zwei sagen, er ist betrunken, muß der Dritte schlafen gehen. Aber ich will Dir im Vertrauen sagen — und ich bitte Dich darum, daß die Sache unter uns bleibt — daß ich genau weiß, warum es Marienbad sein muß. Wenn Madame Tschapnik nach Marienbad fährt, warum soll Madame Kurländer nicht auch nach Marienbad fahren? Sie stellt mich mit Berl Tschapnik in eine Reihet sie weiß gar nicht, daß das, was Tschapnik kann, ich nicht kann und Du nicht und keiner. Tschapnik kann ein volles Jahr in der schönsten Wohnung wohnen und vergessen, daß man für eine Wohnung Miete zu zahlen hat. Nicht denken will ich mehr daran, wie er bei mir in Miete gesessen ist; ich habe gedacht, daß er mich ins Grab bringen wird. Jeden dritten Tag hat er eine Reparatur gehabt und mit mir kommandiert wie mit dem Hausmeister. Einen anderen hätte ich längst hinausgeworfen, aber bei ihm mußte ich den Mund halten und schweigen — Belcie zuliebe. Warum? Weil sein- Chawele eine Gliedgliedcousine von Belcie ist. also der Kopf vom Nagel vom Hufeisen vom Pferd! Was ich in dem einen Jahr bei dem Berl Tschapnik mitängesehen habe, davon könnte ich Dir eine Woche erzählen. Wenn zu Berl Tschapnik der Fleischer die Rechnung einnehmen kommt, steckt er den Kopf zur Tür hinaus und schreit: Eine Frechheit von einem Fleischer — jetzt mahnt er gär ums Geld fürs Fleisch! Und wenn man zu Madame Tschapnik mit einer Rechnung vom Krämer kommt, kommt man so oft, daß dabei zwei Paar Schuhe draufgehen und man 15. August 1920 Seite Dieses Thema ist so vielseitig und umfangreich, baß im Rahmen dieser Zeilen natürlich nur knappe Andeutungen gegeben werden können. So dürfte daS Steuersystem noch ergänzt werden können durch ein entsprechend abgestuftes Gebührensystem statt des bisherigen türkischen, wobei besonders ausgiebige Grundübertragungs-, Schenkungs- und Erbgobühren, allerdings in vorsichtiger Differenzierung, nicht nur den Aufbauplänen für Palästina entsprechen, sondern auch den sozialen Forderungen der Zeit entgogenkommen würden. Die Wirtschaftsfunktion der Ostjuben. Im Verlaufe der jetzt in Prag unter Patronanz der Regierung durchgesührten Wirtschaftsenquete, die sich die Belebung des industriellen und gewerblichen Lebens zum Zwecke gesetzt hat, ergriff unter anderem als Vertreter der Geschäftsreisenden Herr P a cobsky das Wort, der, nach dem Bericht des „Prager Tagblatt", folgendes ausführte: «Der Handel der Sukzessionsstaaten konzentriert sich in Wien und das ist eine Tatsache, über die man mit dem Schlagwort „Befreiung von Wien" nicht hinwegkommt. In den so oft gerügten Paßschwierigketten treten nicht nur keine Erleichterungen, sondern im Gegenteil Erschwerungen ein. Dem Handel mit dem Osten wird dadurch Abbruch getan, daß sich die polnischen Juden, die die Vermittler dieses Handels sind, bei dem Verhalten unserer Bevölkerung und unserer Behörden wohl hüten, tschechischen Bo de n z u betreten. Die Folge davon ist, daß sie den Bedarf nicht mehr bei uns, sondern i n Wi e n decken.* Während in Deutschland? die Geschäftsreisetätigkeit staatlich subventioniert wird, sind hier arbeitswillige und tüchtige Geschäftsreisende beschäftigungslos, weil es die Handelswelt bei den neuen Tarifen nicht mehr riskiert, reisen zu lassen. An eine Ermäßigung, der Tarife für Geschäftsreisende ist bei der Kurzsichtigkeit der Eiscnbahnverwaltung nicht zu denken. An der Absatzstockung ist vielfach die gebundene Wirtschaft schuld. In Artikeln, in denen kein Warenmangel herrscht, ist die Aufrechterhaltung der gebundenen Wirtschaft überflüssig und schädlich." Wozu wir bemerken möchten, daß diese Ostjuden in Wien noch weit mehr schikaniert werden als in der Tschecho-Slowakei. Natürlich hat endlich und schließlich nur Wien den Schaden, daß langsam, aber sicher zum Dorfe wird. Valutenkurse. Im gestrigen freien Verkehr hielt das?r-' höhte Interesse für fremde Zahlungsmittel unvermindert an- Es notierten: Leinoten 4.84. Rubelnoten K 3.39, Marknoten g r U n £ 4.86, Dollar K 221.50 und polnis ch e Mark K 101.50. Bairkuotenumlauf 63*88 Milliarden Kronen. Der Ausweis der Oesterreich,sch-ungarilchen Bank zeigt einen Notenumlauf von 63'88 Milliarden und ist gegen die Vorwoche um 6l\9 Millionen -mückacgcmgeri. Von ersterer Ziffer entfalle» auf Oesterreich 18'64 Milliarden. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Die eigentliche Situation. in der sich der Getreidehandel derzeit befindet, tritt mit jedem Wochenmarkte scharfer und deutlicher zutaye. Für alle erdenklichen Produkte mackt sich äußerst dringende Nachfrage bemerkbar. doch vermag der Handel diese nicht zu befriedigen, da einerseits die von der Eintuhrgesellschäft in den Weg gelegten Hindernisse nicht zu überwinden sind, andererseits aber der inländische Produzent ttrt seinem Produkt zurückhält. Das Geschäft, das sich unter btcfeif Verhältnissen entwickeln kann, ist, rasch erledigt, so daß es zu einem bemerkenswerten Verkehr nicht zu kommen vermag. Von den einzelnen Artikeln, welche heute in Verkehr waren, seien zunächst Sämereien erwähnt, rn welchen einige Muster von Klresaaten Vorlagen, welche aber infolge zu hoher Forderungen seitens der Eipner keine Abnehmer fanden; dagegen wurden Artikel, die sich noch zum Anbau der Stoppelfelder eignen, mehrfach abgesetzt. Von Futterartikeln waren lieber aufhört zu kommen. Nom Schneider und vom Schuster will ich nicht erst reden. Die Hissen schon, baß man zu Tschapnik nicht um Geld zu gehen braucht, weil man keines kriegt. Willst Du noch etwas wissen? Da ist vor kurzem bei ihnen ein kleines Nachtmahl gewesen; Madame Tschapnik war die Gastgeberin, gerade vor ihrer Mrei.se nach Marienbad — da hättest Du sehen sollen, wie es dort zugegangen ist! Ich bin nicht dabei gewesen, aber meine Belcie erzählt, daß man mit dem Nachtessen zwei Töchtern hätte Hochzeit machen können. Das Essen war bei Hexelmann bestellt und es war wie beim Kaiser: Fisch, Fleisch, Geflügel, Wein,) Bier und was Du willst. Die Gläser haben geklungen, Gesinde hat b edient, kurz es war „nach guter, jüdischer Art"; natürlich hat's ein kleines ,Hopp die Bank" gegeben, Bankier war natürlich Tschapnik, gewonnen hat natürlich Tschapnik — er kennt sich aus! Hunderter/ — sagt Belcie — waren in der Bank. Wie aber Hexelmann am anderen Tag mit der Rechnung gekommen! ist, da ist er so ausgelacht worden, daß er sich schämt, es wiederzuerzählen. . . Aber ich habe mich über he/ Tschapnik verplaudert und meine Bitte ganz vergesset Meine Bitte ist: Da meine Belcie gewissermaßel. zum ersten Male in ihrem Leben ins Ausland fährü nicht ein und aus weiß und die Sprache nicht kennt, deshalb sollst Du so freundlich sein, ihr zu helfenihr ein ordentliches Hotel anempfehlen, einen guten Doktor, ein koscheres Restaurant — mit einem Wort, Du sollst sozusagen ihr Führer sein. Außerdem muß ick Dich bitten. Dich zu kümmern, mit wem sie bekannt wird und mit wem sie verkehrt. Ich wünsche — Du verstehst mich ja — daß sie, soweit es geht, von der Madame Tschapnik serngehalten wird. Du fragst, was ich eigrnil'ch gegen Madame Tschapnik habe? Gewiß — sic hat mir noch nie ein Geschäft verdorben,' aber ich will nicht, daß meine Beleie mit der Madame Tschapnik so gut Freund sei., obwohl sie Gliedcousinen sind. Ich will nicht, daß sie ihr Vormund sei, daß alles, was die Madame Tschapnik sagt, gut ist und was die Madame Tschapnik anzieht — schön, und was sie bei der Madame Tschapnik sieht — das, will sie. (Fortsetzung folgt.)

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