Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 558 (11.8.1920)
- Date
- 1920-08-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 558 SBlen, Mittwoch fr» i —— ■■ . ... -ii. ... . .... . . , - . — - — - — Torschütze. Tut Schulmann, Percy. Schiedsrichter Herr Grün, gut. Hazair II—NtzgerSdi-rfr Union II 0.1 (0:0). Unverdiente Mederlage/ die nur durch die Schußunsicherßeit der Stürmer ihre Begründung fand. Die schönsten Bälle wurde,: verschossen oder vom Tormann gebalten. Gut spielten bei Hazair die beiden Verteidiger Basch und Reiß sowie der Tormänn Tscherwitz^ der Mittelläufer Futtcriveit und die Mittelstürmer Schlesinger, Selzer und Pillinger. Hazair spieltei» folgender Aufstellung: Tschcrwitz; Basch, Reiß; Schechter, FutterweLd Probst; Strizower, Salomon, Schlesinger, Selzer, Pillinger. Akademische Sportatztellung Iudaea. Training der I. und II. Münnschuit Donnerstag den 12. d. M. ab 5 Ubr am Hakoah-Platz. Die Spieler werden "ersucht, zuverlässig zu erscheinen. Sportklub Gideon. Mittwoch im Cas6 Rohling. I., Georg Cocb-Pl»tz 3. um 7 Uhr Spielcroersammlung, anschließend AuSschußsitzung. Hechawer. Sämtliche für die I. Mannschaft in Betracht kommenden Spieler mögen ihre Schuhnummer bis längstens Milttpoch abends dem Sekretariat bekmintgebm. Die Tennismeisterschaften der Haftöah beginnen am 4. Scviember. Nennimgsfthluß am 23. d. M. Es gelangen folgende Wettbewerbe zur Austragung: 1. Herrencinzeliviel, 8. Dameneinzclspiel, 3. Herrenöoppelspiel, 4. gcmischies Doppelspiel. Hakoah-SchwimmseKtion. Heute V,7 Uhr abends findet' in der Kuchelau ein Wasierballtraining der I. und II. Mannschaft statt. Sämtliche Wasserballer haben bestimmt zu erscheinen. Der erste Schivimmabend der Hechawer nahm einen vielversprechenden Verlauf. Da die Leitung beabsichtigt, für einen zwerten Abend abzuschließen, werden we terc Anmeldungen noch entaegengenominen. Diese Anmeldungen sind mit dem Vermerk ^Schwimmer" an das Sekretariat, I., Konto rdiaplatz 4, Jndustriellencaft, zu richten. Gerichtssaal. Eine drrrchzechte Nacht. Am 12. Mürz d. I. traf der sicllenlose Kellner He'mann Gärtner im Hubnlukkeller mit dem aus Ungarn zugereisten Kaufmann Ai pad VZ c s e l zusammen. In Gesellschaft des Gärtner befand sich sein Liebchen, die Handarbeiterin Edith Tertinogg. Die drei Per'vnen unterhielte sich beim Wein so gut. daß der Kaufmann noch dem Schluß der Schenk-- stunden len Bor'chlog machte, in einem Kasfcehans die Zechereien fortzm'etzen. Dies geschah und De'el bezahlte noch einig: Flaschen feurigen Karlowitzer. Die Wirkung des schm ren Zechens blieb nicht aus. Wesel und die Tertinogg wurden so schwer berauscht, daß sie der Kellner heinrschasfen mußte. Er iührtc zuerst seine Geliebte Und dann Wesel in ihre Ubekationen und bei dieser Gelegenheit füll Gärtner dem Kaufmann seine Brieftasche mit dem Inhalte von über K 100.C00 gestohlen haben. : Hecke Küste sich Gärtner vor dem Schwurgericht unter dem BorsitzH de? OberlnndeSgerichiSrates Dr. S, m a wegen dieses Diebstahls und anderer ihm?ut Last liegender kleinerer Veruntreuungen zu verantworten. / Die Gcschworncu verneinten die Schuld'ra'e ans den DiebstM der Bnestafche, bejahten aber die ack die übrigen Anllageaunktc bczughabenden Schuldsragcn. Auf Grund dieses Verdikts verniteilie der Gerichtshof den bereits vorbestraften Angeklagten zu zehn M o n ü t e n s ch w e t r n K e r ker s. Der Volkswirt. . Die Idee einer Meltvalutaeinheit. In der von Dr. Paul Lohn herausgegebönen Zeitschrift „Das neue Europa" entwickelt Dr. Mexrn (Genf) interessante Gedanken über die Notwendigkeit und Möglichkeit einer enheitlichen Weltvaluta. Wie der Autor ausführt, hat die Industrialisierung Europas von 1870 hiS 1614 riesenhafte Fortschritte gemacht und zu einer Uebörproduktion und damit zu Konkurrenzkämpfen geführt, die man mit Recht zu Des Batzgeigers Gebet. Vdn Z. & Perez. (4 Fortsetzung.^ •Sfcti Di-ner kommen oft* und suchen «inen tzassendün Ort für daS Hochzeitömahl, der alle Gäste fassen kann; denn es werden ja Gäste aus Lublin, Krükau und ToMaschvw zugegen, sein, all« möglichen Stand-: Reiche, Bürger, Gelehrte, Rabbiner. .und Dnjanim. Drei Musikkapellen werden spielen: die Krakauer, die Äublinev und Mtürlich auch die Tomaschower; - . ' . Beinahe am Ende der Stadt steht ein großer Schuhprn, in welch ein iift Winter Holz lagert. Jetzt im Frühling, ist er leer; bas HolA ist längst auf der Deichsel nach Danzig geschwommen. Diesen Schuppen mieten die Dl'euer im Namen des reichen Zubliners. Außün wird' er mit farbigen, prächtigen Bildern bemalt nnd innen wie eine Laubhütte mit herrlichen Gewinden und kostbaren Stoffen behängen. Bon einem Ende bi) zuM andern ziehen sich Tische, für Männer und W:iber je eine besondere Reihe- An den Wänden werden Lampen und Papierlaternen' befestigt. Ter Raum faßt vierhundert Personen. Natürlich gibt es einen besonderen Eingang für die Männer, die Frauen und die Spielleute. In der Mitte aber wölbt sich ein größsß Tor; Über welchem Thora spräche tu Goldbüchstaben prangen. Dieses Tor ist für den Krakauer Rabbi- und seinesgleichen bestimmt. - ■ ' - Der Tag der Hochzeit ist da. Unaufhörlich kommen die Gäste. Ueberall im Städtchen rechnet man es sich zur Ehre an, sie aufzunehmen. Die Zeit des Mahles ift anoekrocheL. MM. ÖM at> den fcmocn TilcLeru die Wiener Morgenieikuni den mittelbaren Ursachen des Weltkrieges zählen darf. Jetzt dagegen treten Landwirtschaft und Bergbau als Rohstofflieferanten in den Vordergrund, woraus sich auch der Versuch Lloyd Georges erklären mag, mit Rußland, vielleicht dem stärksten Rohstofflieferanten Europas, in Handelsbeziehungen und Güteraustausch zu treten. Der Autor formuliert dann sehr glücklich die Wirkung der Valutaentwertung auf den Export: , Die. Entwertung des Geldes eines Landes ist der Fähigkeit dieses Landes, Bodenerzeugnisie auf den Weltnrarkt zu bringen, verkehrt proportional. WeiterS wird gezeigt, daß die vor dem Kriege allgemein angenommene Theorie von der „Metalldeckung" heute unhaltbar geworden ist, es sei derzeit ganz unmöglich, die Valuta eines Staates nach dem Verhältnis zu bewerten, das zwischen seinen Verpflichtungen (Papiergeld, Obligationen, Schatzscheinen, Kriegsanleihen usw.) und seinem Goldbesitz bestehe. An Stelle des Goldes seien heute die Rohstoffe getreten. Zider außer diesen Rohstoffen käme auch noch die Verwertungsmöglichkeit in Betracht: Die Produktionsmittel und deren Ausnützung sind jetzt der Koeffizient, dei: für die Bewertung der Valuta eines Landes maßgebend ist, auf Rohstoffe, Arkeits k räfte und Arbeitöwilligkeit kommt es an. Deshalb wird zum Verspiel der Dollar als die Valuta eines Landes, das über vollkommene Produktionsmittel, zahlreiche und arbeitswillige Arbeitskräfte verfügt, so hoch bewertet. Die Kehrseite dieses Valutahochstandes liegt darin, daß ein Land mit andauernd steigender Valuta schließlich auf einen Punkt kommen muß, wo es absah unfähig wird. Andererseits müssen Länder mit trefstehender Valuta ihre Rohstoffe vielfach aus (Mieten mit hohem Geldstand beziehen und werden infolgedessen leistungs- und > konkurrenzunfähig (der Fall Deutschlands, während England und Frankreich sich zwischen diesen Extremen bewegen). Infolge der Desorganisierung der Arbeitsverhältnisse in Rußland und der Gefahr der Bolschewisierung dort tätiger Arbeiter aus Westeuropa ist auch von dem. „kommerziellen Frieden"' mit Rußland kein Ausweg aus dieser Notlage zü hoffen. Das Schicksal eines Landes ist heute mit dem der anderen aufs engste verknüpft, jedes von ihnen ist den anderen heute derart verschuldet. Die Entente, wenn sie in engere De ziehungen mit Rußland tritt, wird dadurch die Wirtschaftslage dieses Staates verbessern, aber damit auch die Position der Sowjetregierüng stärken und damit wahrscheinlich einer Arbeiterherrschaft und Arbeiterregierung, auf ihrem eigenen Gebiet den Boden bereiten. Und diese werden für den heute üblichen Börsen- und Valutenschwindel schwerlich Perständnrs haben, zur Einführung einer einheiltlichen Valuta schreiten und auf diese Weise die wüsten Schiebungen und Spekulationen, die heute das gesamte Geldwesen ^herrschen, unmöglich machen. Die bisherigen Regierungen, die mit Verpflichtungen überlastet sind, haben hierin allerdings gebundene Hände. Aber neue Arbeiterregierungen würden, wie der Autor ausführt, mit einem Ruck den ganzen Schuldenballast abwerfen. Und wenn dann das Prinzip angenommen werde, daß niemand nur sür sich, sondern für die Allgemeinheit arbeiten müsse, so werde es in Ausweitung dieses Gedankens leicht zu einem Ausweg au8 der internationalen Valutanot, zur Weltvalutaeinheit, kommen. So fesselnd diese Ausführungen von Dr. Mexin sein mögen, so dürfen sie doch in zwei Richtungen nicht unwidersprochen bleiben. Einerseits sind reine Arbeiterregierungen, wie etwa die bolschewikische, vielleicht geeignet, eine allgemeine ValutaentWe rtuntz, nicht aber einen allgemein anerkannten Wert, eine Weltvaluta zu schaffen. Und andererseits wäre eine solche Einheitsweltvaluta «kt den Voraussetzungen einer allgemeinen Nichtigerklärung aller finanziellen Verpflichtungen mit dem Zusammenbruch des gesamten Geld- und Kreditwesens der Oulturwelt, mit dem Bankrott aller Staaten und dem finanziellen Ruin einer Riesenzahl von privaten Existenzen denn doch zu teuer erkauft. 11. August 1920 Seite T --:- Die Lage des Baugewerbes. Mau könnte bei obnflächsicker Betrachtung annehme», daß bei der herrschenden und immer stärker steigenden WohmmgSnoi die Wiederaufnahme der Bautätigkeit ganz selbstverständlich vnd unmittelbar bevorstehend sein müßte. Leider aber ist daS Gcgeni teil richtig. Denn wenn man die Kosten der Herstellung e i ne - einzigen WohnraumeS berechnet, ergibt sich, daß diese je nach Lage und den sonstigen verschiedenen Kostenelemente« sich auf K 150.000 bis 250.000 belaufen würden. Soll sich dieser Kapital nun zu — sagen wir — 4*/* verzinsen, so müßte föt eh« einziges Wohnzimmer an Miete K 6000 bis 10.000 entrichtet werden. Nun umfaßt eine Wohnung in aller Regel aber «ehe als einen Wohnraum, so daß für eine ganz bescheidene Mittel«. standöwohnung von drei oder v.er Zimmern ei« Zins zwische» K 18.000 und 40.000 zu zahlen wäre. Dazu kommt jetzt noch die neue MltzinSsteuer, die bei Mietzinsen jn der Höhe zwischen K 20.060 und K 40.000 nicht viel weniger als 306°/, betragen dürfte. Somit hätte der Miete« für eine Wohnung von 3 bis 5 Zimmern Miete, Mietsinssteurrtz und sonstigen Spesen zirka K 65.000 bis K 140.000 jährlich zv bezahlen. Da dies natürlich niemand bezahlen kann und will, bedeuten diese Verhälinisie, besonders aber die neuen Miet» zmSsteueni, die pollständige Lahmlegung deß BtmgewrrbrS » Wien. In Wien wird daher von nun ab nur Mehr für je«« Lentr gebaut werden, bei denen das Geld aber scho« gar kein« Rolle sp'.elt — von den Bauten öffentlicher Gebäude, die ja schließlich von der Gesainihelt der Steuerträger bezahlt werde«, abgesehen. Die sozialen Folgen dieser Verhältnisse werden dew gemäß die denkbar traurigsten sein. LöOWaggons jugoftawischesMehl füe di» Tscheeßa» Olarvadei. Iugoilawien hat mir der Tichecho-Slowak« ein« ^'ertiag auf Lleierung von 250 Waggons Mehl gegen eine rnk sprechende Menge Kohle abgeschlossen. -- Den Zuckerinbuf-n wurde seitens des Handelsministeriums ein Darlehen vo« 2'/, Mill'vncn Dinar zum Ankauf vo» Zuckerrßbe« a« Darlehen gegeben. Ein jugoslawischer Erlaß gegen die Dalutuspekulation. Um die Balutasvekakatron zv erschweren, hat der F.nnnMiNister angrordnct, daß an Ausländer kein Kredit gegebe» und Verkäufe ohne Bewilligung des Frnanzmrnisterimns nicht durchs geführt werden dürfen. Der Erlaß, bezweckt bin Schutz der Valuta gegen Spekulationen. Balutenkurse. Bon den fremden Zahlungsmitteln habe« im gestrigen freien Verkehr D v l l a r-, M a r k n o t e n und polnrsche Mark im Preise wieder cmgrzogea. nviieitm: Leinoten K 4.75, R « br 1» ote« K BJtS, Marknoten grün K 4.72, Lire K 10.0Ö, Dollar K 213.—, polnische Mürkll 68.—, tschechrsch« N o t e n K 3.84, ungarifchkRoiemL 109.*-, A « zablvng Agram K 251.—, AuSzahlu» gB«rlin K 46t.—, Auszahlung Prag £ 382.—, AuSzahlungBudaprstK 168.50 und ungestempelt^ N o t e n K 102.50. ' Wiener Börse. Die gestrige Börse war von einer sksten Tendenz getragen gestützt auf die Erwartung der bcvorstehendm Emiguttgsverhandlangen zwilchen hcn kriegführenden Staaten sowie anschließend an dir von Berlin vorgeleWrn freundlichen Notierangrn. Wenn daß Geschäft keine größere Ausdehnung gewann, so war dies der Fortdauer des Streiks der Telephon- und Telegraphrnastgdstelltea zuzuschreiben. Immerhin wurden von den führende« Kulissewerten Alpine K 155.—, Staatsbahn K 70.— und Lombarden, letztere auf Deckungskäufe, K 24.- höher bewertet. Die Aktie» der Ungarischen Kreditbank gewannen K 53.— v«d Salgo K 80.—* Am Schranken standen Petrvleumwerte im Anschluß an Berlitz lm Vordergründe des ÄntevesieS.. Apoll§ gewannen A 1S5.—, Fanto kl 950.—, Karpathen-Petroleum K 730.— und Galizia K 1480.—. Mehr Beachtung fanden ferner Dampsschist, Wüche um ll 2i0.— in die Höhe gingen. Lvn de« Jndnstriewerte« profitierten Berg- und Hüttenwerke kl ISO.-, Oberungarifche Hütte« kl!05«—, Trifailer Kohlen und Urikanh je K 150 —. GpÜlerhm verminderten sich die Umsätze ans der ganzen Lmir, ohne daß jedoch die freundliche Grnndstimmung des Markts verlorengegangen wäre. Auf dem Rentenwarkte ergaben sich Nur unwesentliche Brrschiebnngen. Im Übrigen verweisen wir auf Nachstehende Schlüßkmsr: Sabbatlouchter auf der Tafel, di« Kronleuchter und Lampions an d«n Wänden erfüllen den Rallm mit zauberischem Licht, die Steine in den Ohrgehängen blitzen und diö seidenen Brusttücher der Frauen glänzen — am hellsten aber strahlt im Raum das Licht der > Thora. Krakauer und LubliNSr Gelehrte sitzen da, zwischen ihnen die Thoragrößen aus Tomaschow und obenan di« Leuchte des Wissens, der Krakauer Rabbi. Die Dienerschar trägt Schüsseln mit köstlichen Gerichten auf. Hell klingen bi« silbernen Gabeln und Messer; ihr Klang vermischt sich mit den glockenreinen, hohen Stimmen am Frauentisch. Mess Töne aber werdrn zur Dveiklangharmvnie ergänzt durch das ernste Gespräch über Thora und göttliche Lehren am Tische des Krakauer Rabbi. . , Mitten drin ertönt die Musik; drei Kapellen spielen ein „Frejlachs" *). .Es jauchzt und jubelt, die Tischflammen erzittern .freudig und dis Flamnirn an der Wand tanzen. Der Krakauer Rabbi, der Musik über alles liebt, nimmt die Töne mir FrSsid^N'in seinem^Hsrzen ans . . . Und in langsamem harmonischen Uhktatttz-— man merkt es gar nicht — geht die Musik in eine andere Weise über. Langsam slirßrn d'.e Töne dahin. Einer einzigen Geige etttgurl"en sie. Sie spricht gleichsam, redet zu den Hetzen, öffnet sie weich Und gießt ihre Tön« wohlig hinein. All« Instrumente begleiten leise, hattrhend die Zauber-- töne . . » Es ist, als hörte man die Weichsel rauschen. Ihre Wellen wiegen sich int MoudSnsthein uttb sie singt ihr eigenes Lied 4u Ehren des Bräutigams und der Bram. Uebsr den .Wassern, schwimmt ein Bögleiir und singt traurig ein Klagelied. Singt die Schechinah SreilachS — Eine fröhliche Weile, marlchartia. ihren Klagegesang? Denkt ihr, die ihr im Galuth seid, an das Galnth der göttlichen Schechinah? . . . Dazwischen fährt plötzlich die Helle Freude mit rauschenden Tönen, die Freude über Bereinigung von so viel Schönheit des Leibes und der Seele in einem Raum. Alle Instrumente werden von dem Rausch ergriff» und fallen mit ihren höchsten Fveudentönen ein, immer höher, immer freudenvoller, als erhöbe sich ein Mensch freudigen Herzens von einer Stufe zur anderen, höher, immer höher ... Es rauscht, es, leuchtet, es tanzt, es blitzt... Plötzlich bricht alles ab, als wären alle Saiden gerissen, alle Hörner geplatzt . .. GS ist ganz still. Und in der großen Stille tönt eS: Bu—bu—buu . - . Abraham, der Baßgeigen spielt weiter . . . Alle Augen heften sich auf ihn. Keiner rührt sich, keine Wimper zucktf nur Abrahams Hand führt unablässig dm Bogen: Bu—bu—buu. . . Die Tvmaschower Musikanten haben ihn mit Absicht nicht zurückgehalten, ttttt den H.. chzcltsgästen Spaß zu bereiten. . . Aber diesmal ist «Z. ihnen nicht gelungen . . . Die ‘ Spielleute schauen erwartungsvoll in die Menge.! a?.tt sie endlich in Lachen. auSbricht. Doch di« (Safti wenden ihre Augen von Äbraham zum Krakauer Rabbi. In seiner Gegenwart wagt meMand zu lachen, wenn er nicht lacht. Die Gesichter verziehen sich, die Lippen zucken, bi« Augen lachen schon doch Mack blickt auf den Krakauer Rabbi und bas Gelüchter bricht nicht aus. Der Krakauer Rabbi sitzt zurückgelehnt ix seinem Stuhl/ die Augen gefeykt. .. Ist er täwtj eingeschlummert? . . » Und weiter tönt -ie Weise bt$j Basses.: B.u—bu—buu . .. Allen wird MheMlichj^ ASdiluiUiiIaiX *