Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 557 (10.8.1920)
- Date
- 1920-08-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Är. 557 Wien, Dienstag Der Volkswirt. Verzicht ans Ablieferung von Exportvaluta. Das Staatsamt fiirFmanzeN hat die Erportvülutaadte lurig- Oesterreichlsch-ungarischrn Pank ängew.eiru, bon dcm ihr aßf Grund des A 11 der DevilendldnUng zustehendcn Recht Gebrauch za machen und btt Auftechtethalluna d«S schon jetzt in tztwisftn Vtrkehkskelatiohen bestehenden generellen Verzichtes auf die Adpabe von Exvoltvafttta auch in allen anderen BßtkchrsrekaiioncN für eim Reihe von Artikeln generell auf die Abgabe von Export« valu?a *u verrichten. Die Zollämter wurden daher aNgewrcsen, den Austritt der «»chstehcnden Artikel auch danN zu gestatte«, wenn keine Be? stätigung der Devtsenzeutralc über die llebernahme der Verpflich-, tuug aur Abliescrung der Erporr^alüka, beziehungsweise über den Balutavcrucht vorliegt. Diese Äckikel sind i 1. Alle Waren, deren Ausfuhr nicht an eine besondere Bewilligung gebunden ist. mit Ausnahme derjenigrv. welche ans Edelmetallen hMestellt sind, dev Schmuck kichen, Kuusttztgenstände fülle Waren dtzr Tartfklasse Xl.il! uttd Tärilklasse ll) sowie dtt Tarifnummer 299). Von den Waren» für welche eine Ausfuhrbewilligung Not« wendig ist. die solgendcn: Buntpapier, photog'aphstches 'uprer, chemisches Papier, Gold- und Silberpapier, Tapttrü (Tdrisnummern 290. 292 b:s 295'; ^alle Texsil-Halb- und Fertiasabükat« der Tarisnumchern 1*3 bis 194. m 201. 201 bis 209, 213> 314, 216 bis 210, 222 bis 231, 233, 237 bis 239, 216, 256 bis 259 und 274; W'.chstuch und Waren daraus Earifklasse XXÄ); Kürschnerwaren (Lari'ksasse XXXill); alle Maschinen, Apparalc üsw. der TarMalle Xll und Xl,I und Feuerzeuge der Tan'klasse Xl.Il, sowr.t all» d'.eie nicht ohnedies in der Ausfuhr frei sind: Kerzen Und Seifen lTaricklasse Xl-VllO; . Für andere Artikel kann um dey Balutayerzicht fallweise bei dir Devisenzrntrale anacluclit werden. E>ie Notwendigkeit, bei den ist der Ans'uhr verbotenen Waren eine besondere Ausfuhrbrwllligung heizubringen. wird selbstverständlich durch diele Pirsügung mcht berührt, Alle bereits übernommenen Verpflichtungen z»it Balutaabliefcrüng bleiben ausrecht. Handersnachrichten aus de« Tschecho-Slowat«!. Prag» 7. August. (Privat.) Unter Mitwirkung der Böhmischen Uniönllank und des Präsidenten Castiglioni wird die Krklsbad r GsasrudUstrtt-G«s.'flschast Ludwig Möst? und Söhne in Meierhösen in pi«ö Ä.-Ej. uMgWündelt. EM Anzahl GrytzindutzrieVr errichtet unter der FMs -Erste t sch ch.«slowakische ^unNs2ltzcsybrik-Ä.»G. eine Gesellschaft mit einem bedeutenderen Aktienkapital. Das Unternehmen wird sich mit drr Erzeugung von Krmstsoide belassen uny die bishex..äus Oetzsuchsmaschinep Hergestellth Kunstseide soll die eingefuhrten'-AuslandsprodUkte bezüglich der Qualität weit Mertresfen.. In de? Nähe hon Hohenelbe wurden bereits ^eeitznekeFabriksobjekte gesichelt, so daß dev Betrieb zu Anfang des nächsten Jahres ausgenommen werden dürfte. > Wie „Ustr. OZU," Zerfahren haben will, soll Wp MaÄHpc^"8trstch'rUügs-'Gesellschast ins Leven gerufen werden, oft der sich. auch fremdes Kapital, vornehmlich deutsche Md schwedische Versicherungsanstalten, beteiligen sollen. Unter der Firma Shemisch-technischL Säute» WuMe, ist in Doubravnik (Mähren) eine G. m. h. H. Mit 330.000 Kryuen Stammkapital gebildet worden. Geschäftsfülror sind, die drei Teilhaber; B. Jahn, Brünn, E. Pohl, Hchimitz, und Ern. Schimek. Üntev Mitwirkung der Mährischen Agrarbayk ist unter j» Asm" Holz-A.-G.-m Praa, eine Aktsengesell-' schast iytt 3 Millionen Kronen ANenkapilal in Bildung hellnwr Beteiligung heimischer WiugryHhäfldWr in Vaxb in buch ß mis ungarischen und österMchtschpn Wetgsirmen wird ucht-r, her Firma Jntrrnationale A.--S. für den Weinhandel eiste Aktiengesellschaft shr die Wein-Ein- und Ausfuhr ge, gründet. Das Aktienkapital, das zur Zeichnung bloß einem engeren Kreis von LnteMsyntzu augehaten werden tpirh, ist vorderhand mit ly$ Mmiosten Kronen festgesetzt. ' Wiener Mürgenzelturig 10. August &tm t Angetzeure Wseuergtager fn Osteuropa. Wie „Aftonbladet" Meldet, haben eingehende Untersuchungen schwedischer Fachleute erwiesen, daß lm Grenze gebiet zwischen Rußland stnd der Ukraine, in. der Nähe dev Stadt Kursk, mächtige stvterirbischv Lager von Magnesiteijenerz verborgen sein dürften. ' war schon lange Btefemitt, daß der Kompaß in diesen Äegenden auffallend starke Abweichungen zeigte. Der Professor für Geophysik an der Moskauer . Universität» Pr. Ernst L e h st, stellt« dort ^magnetische Störungen von eippr mshev MH nirgends beobachteten.Heftigkeit fest. Professor Leyst jWst starb im Jahre 1918, doch konnte das Forschung^ Mterial, das durch Beobachtungen und Berechnungen von Läjäyrigetz Daiter gewonnen worben war, gerettet Und 'in Schweden durchgearveitet werben, Und dort gelangte man auf Grund dieses Materials zu den eingangs,.erwähnten Resultaten. Ein Teil dieier Erzlagers liegt im Gebiet des.heutigen Gowjedrußland, ein anderer Teil wieder innerhalb jenes Gebietes, aus welches di« Ukraine Anspruch erhebt. Ein neuer Seidenrohftoff. „The Manchester Guardian" berichtet: Einige Seidenwebereien Machen gegeuwärtig Hersuche mit der Herstellung von Seide aus einem wenig bekannten Rohmaterial, das in Nigeria und Ostäifrika leicht gewonnen Werben kann. Das ist der Anaphe-Seidenwurm, der in vielen Tüllen Afrikas in großer Menge wild Vorkommen, fvll. Das Material wurde, heißt es, von den Deutschen aus ihrer alten Kolonie nach Europa gebracht, von ihnen aber nicht auf einer Handelsbasts aus-- genützt. Jüngst wurden verschiedene Versuchstiere von Forschern im Dienste der Regierung aus Afrika deni Reichsmstitut übersandt, das dis Versuchs gemacht und das Verfahren zur Setdegewinnung aus Anaphe ausgearbeitet. hat. Seitdem hüben verschiedene große Seiden firmen die Möglichkeiten des Mäterläl^'mit solchen verheißungsvollen Erfolgen erprobt, das; Versuche größten Maßstabes iestt zu Handelszwecken durchgeführt werden. Die .Seide soll sich sehr gut färben lassen. Die Anaphe-Seidenwürmer finden sich herbenweise; sie haben die Gewohnheit, eist , grstzrs, ungefähr sechs Zoll langes und drei Zoll breites Geidrstnest fl hasten, iw dem die Glieder, tz«v Kolonie ihre eigenen Kokons innen. Die jetzt erzeugte Seide wird nicht aus den Kokons geweht, die von s^^ech'ter Beschaffenheit sind, sondern aus orn Wanden des Nestes, die eine doppelte Schutzmauer für bis Kokons biibert. 1 Sollte bas neue Material hier in großem Müßstab verwendbar sein, so wird es notwendig sein, dr« Nesiersammlung durch Nstgeborne ist best britischen Territorien zu organisieren. . Nachbefteuerung von Vorräten an Wein» Schaumweist» Biet, gebrannten geistigen Flüsfigkeiten, Obß- «ost, Obstwein und Veercnwein. Die niedet östrrreickische Hsndkls- und Gewkrbekammer macht die Gewerbetreibenden nochmals au! ihre...Berpflechlung ituimelljam. alle Vorräte an Wein. Schaumwein, Birr^ gebrannten aeisiigen FtWgkeiten..,Vbstmofd Ovllwrin und Beerrnwem aui Stichtage, dqä tft der io. August 1920, bis spätestens 18. August ll'Su bei der für den Ästsp bewghrungsort des Vorrates üitlich zuständigen Fmanzwach' adteiumg zur Nachüttstiücrung aus den vorgcschncbenen Vordrucken anzuMklbcst. Valutensturfe. Im gestrigen freien Verkehr waren Dollar- und M a ttneren gefragt,und höiier»di« übrigen Zahlungsmltcl gut behauptet. Es nonei ten: t c > N y t? it I 4.76, Rubrliioten K 3.29, Mar kn ot«n Jftü« K 4.69. Lire k 10.80, Dollar K809^0. D-l n ar K 10.05, ungarisch p Mo t«"« K iü9,~f,' v o ln ische M sti. k K t,s ch e ch i s ch e st! o t e n X 383. Uuszahlun'g Agram X 253—, Auszahlung Berl in X 4.65, A fl sz a h l u ü g B u d a p r ft 8 1(9.— und ungestempelte N >o t e^u, X 103.50. KonststrSii Die Passiven der Pap'erkominjsstous- und Nürnbergerwarrnfirma Kart P g u e r.!!., A'peinbrtickengasse 1, Über welche am 3. b. M. der Konkurs rrössnel wurde, lünflen nicht ermittelt werden, weil d?r Kridgiar schon seit ziver Monaten abgängig ist. Dieselben übeischrriten jedenfalls weit eine Million Kronen- Beteiligt sind beinahe haupstächl ch Papierfabriken und Päpicrhqndler. Der Konkurs dürfte ehestens gufgchoben werdenweil keine Akt'ven vorhanden stnd. WieyM Börsen Dank der glgilep Erledigung der Berfopgnna uyd gestützt gfls dje Ham Berliner Markte vorgefegenen freundlichen Notierungen eröffnete die gestrige Börse in ziemlich frenndlicher Haltung. Wenn däs Geschäft dennoch eng begreyzt war flfld di« Umsätze sich in brscheideisem R.ahMfl hielten, so war dies der vorherrschenden Reserve her Sveknlation zuzinchreiben. Einzelne ungarische Werte waren gefiagt'uNd Häher, ferner zeigte stÄ ierhShteS Intereffe für Skoda-Aktien im Hinblick auf Melbmgen über rumänische Bestellungelk bei den Skoda-Wrrkcu. Im Schranken lagen m Uebereit^ stimmung mit Berlin Petroleumwerte höher. Fanto stiegen um K ÖÖO und Galizia Um X 500. Dagegen wurden Berg- Und Hüttenwerke K 140, Prager K 125/ Oberungatrscht Hütten K 128 und Trstailer X 130 billiger abgegeben. Gegen Schluß war die Haltung allgemein schwächer und vorwiegend lustlos, auf Grund des AusbrncheS des Streikim Telegraphen- und Telchhonbrtnrde. Bon den Rente« lagen dit öfiettiichischen Katrgoiien schwäch««, wogegen imgaeische Kroneßrenie am 2'///° höher bewertet wurde. Im übrigen verweise« wir auf nachstehende' Schlußkurse: i Jnduftrie-Unternehrnüngen. Allgemeine Baugesell' schüft 680.-?- (+ 23.—), Unionbau (— Wiener Ballgesellschaft —(— —.—). KdmMöfet ZeweNt — (- —i—), Perlmoösrr Zement 2(00,- (— Wienerberger Ziegel —(— —.—)» Liesmget BraNttri » Särajevo 2600.— (— —Aussig Ehem. 6940.^ Brosche SpirrtüS 2990.— (— —Csrborundum 2990.— (- Clötbitve 2180.- (+ 6».-), A. E. G. UNivtt Slestü 1800.— (-10.-)» Bereinigte Elektrische 1050»— (-10.—), SstwenS Schflckert 1475,— (—■ 1B,—), Alpine 3085.—(— Berg- und Hüttenwerke 8350.- (- IM.-), Austria Email i— —Egydier —(— Enzesftlder — f- -i-). Felten & GmllermM 8775.- (•-,—)> Greinitz Eisen (- —.-). Hütter k Schrantz 1242.-- (4- 12.-)» Kmvv Ä.-G. 1429.— l-s- 26 50'. Poldlhütte 2320.— (+ 10.—), Prager Ellen 6225.— — 135.—), Rtmamurany 2945.— (+ 77.-). Skodawerke 2145.— (4- 6t.—), Wästeflsadkik 2758,- (— 42.—), Brvm Kohlen 8680.— »fl Coupon, Gra»< Szaszvarer 2800.— (-^ —), Nordung. Kohlen 2275.— (— 26.—), Oberung. Hütien 9220.— (— 123.—). Rossttzer —.— (— —Salgo - Tarjaner 5480.— (-ft 101.^ Trisüiür Kohle« 2920.— (— ISO.—), Ung.Älllg. Kohlen-^.— (— — Ürikanh 4000— (— —Beitscher Magnesit —.— (— —'V Westböbm- 8235.— l— -^.—). Wolssegg s- ^.-). Mnek Maschttien 1930-- l-ft 20.—)» Brünnrr Maschinen 1735.'— l-ft 5.,—), Daimler Motoren .1095.— (- 2d.—). Fiatwerke 1225 —Heid Maschine« 730.- + 18.-?), Hofherr & Sckrantz 788 — (— 1.—), Sial LokoMdttv 1350.— (— —Rustoß 2086.— (-ft 3b.-), SimMttiNg« 1110.—^ (— 18.—). Elbemühl (— Lehkam-JosefS' tfuiler 2080.- (+ 12.-), Neustedler Apollo' 8915.— (-Fanto 16,200.-^ i+ Ä—l Oapvachen' 9bOO.- (- löO.rrrr), Galizia 20.400.-r (+ 5ÖÖ.-),Jg#obttjcaj (— —.—), HosmanoS 2450. *' AA tv— (— —Schneller Zucker 66 HrieskNer —(-^i —.—-)» OesteÜr. .. — («ft 80,—) Ung. Eisenbahnverk. —(— Wiener, Waggonfabrik —.— (— —Gerngrvtz ÄS6.- (— —.—)»> Holzhandelsgesellichaft 2280.-— (— 40.—), TLrkeülose —! (- ■ ,; .. Tra«»po»t«Ä«top«ehmU«gSn. Adria SWO»-? AusM^iPlitzer —(-1, Buschtehrader Hi Ä —I (— Bflschtebrader Ui B 1605.— f— —-.—), Dona»- Dampf. 8750.— (— 70.—), FerdinandS-Nordbabn 13JOO.— (-« —.—), Graz-Köflacher 2900.— (— Kafchau-Oder-i berger <— —.—), Lemberg - Ezernowitzer 1720.— (-ft 70.-), Lloyd 19.800.- ft-Navigazionr 8350.^ (— —), Stsatseisenbahn 3240,— (-ft 30.—), Lombarden 668.—. l- 10.-).' S°/» Süddahn-Prisr SW.— t-ft 5.-). Staatsbahn- Gmuvscheine L050.— (—- —i Rente«. Mairente 90.50 (— 1.—), Februarrenie 99.76 (— —.25), Oesterr. Kronenrente 88.— - --.—), Oesterr. Goldrente —(— —.—), Urigai GöldreNtt —(-.—), Ungar. KronMente 106.— (-ft 2.50). Bankett» Anglo-Bank 632.— «fl Coupon, Orsterr.-boS«« Bank 638.— (— 7.—), Ungar. Bank und Handels. — — —.—), Bankverein 761.— (-ft 4.—), ®obcnFrebtt' 1650.— (-ft 10.--). Oesterr. Kredit 905.— (-ft 20.—), Ung. Kredit' 1712.— «fl Pezpgsrecht, Drposttrnbank 738.— (-ft 3.—), NncherLst.! Eskywpteges. 1130.— (-.—), Hilft. HyvoiheWvtznk 510.—i (— —Länderbank 905.— (+ 8.—), Bosn, Landesba 650.— (— 9.—), Mercur 828.— (--), Orsterr.-unge Bank 5030.- (+ 90.-, Unionbank 783.- (-ft 4.- Perkchrshqmk 593.50 (— 5-50). Zivvostenska 1568 (— 2.—). Berliner Bvxse, ««, * dlPB- Uas Hauptinteresse ,deS heutiM. Börsenverkehrs vereinigtm Petrokeumwerte auf sich, von denen.besonders Deutsche Petrsleum-Akiien i« Mittelpunkt etnecj fteiäuschvoNkn, sprungbaten Aufwärtsbewegung standen; sie zogen' bau 1130 in raschen Sprüngen in der ersten Stunde bis 1245 an. ohne allerdings diese» Kurs voll aufrechterhalten zu wnnen.^ Fn deutschen Erdöl- und Steaua Rgmava-Akt>en war das Gr- 0 Des Batzgelgers Gebet. Don % L, tymfa #• iS Fsrisstzuns.) : Indes hetzt der Bürger, welcher de« fötzinten illWn Mlllchen MO. so Mg GWfr^t hat, hia HM und schltzgt auf den ^sch': ^Rü'he, mc-inft Hvrren! Ich weiß ekAn'.Auswieg. "Ich'kenn« eiMr Mg«n Mftnn, der ,^at besondere Bovllebe gerade fstt 'eiNtzlk Äaß und kann, ich, Ntzch spielen. BerWraten svip den Mt dvr Mttvß nach dsm seligen Bgßgetger, dann wird der W'ysf satt sM und die Ziege doch ganz bleiben. Vimb irftä die Hauptsache ist — h'-e Gemeinde wird 'Gklöschsn zu zahlen haben." Der Jude wollte die Gychtz eigentlich nur zur Er- .heiterMg yorhp^ngen; abep beide Parteien nahmen den!Äat. ernst und kkämmerftu sich an ihn, Wie Schifsbrstchsge an eine Planße. Man' unterhandelte mit den. ' beteiligten Personen. Die Witwe wftp einverstanden, Abraham ebenfalls und noch.in demselben Monat standen beide unter hem Trauhimmel. So kam Abraham zu einer Fraw fllit fünf Kindern und zu einem Patz mit Bogen nO Riemen- .Mit seinem Weibe lebt er in Frieden. Er kommt ,nie in die Stube, schläft im Freien nnd ist stets unsichtbar, außer wenn er spielt. Hat er. Hunger, sft klopft ey ans Fenster und sein WeiÜ reicht ihm ein Stück!Brvt. Dann verschwindet er, bis ihn der Hnngpr wieder sichthgr' macht: Wenn die Hachbarinnen seine Fpgn! fragen, wie ihr die neue Ehe gefalle, lächelt ffo; <§«r I gut ist es ihr nie ergangen. Ihr Mann trinkt nicht? und ißt nichts; sie hört kein böses Wort von ihm. Wt 'der Kav?lle bat sie ein .Abkommen gerrvffen iuu> övkornmt den Verdienst selbst in die Hand. Nichts fehlt ihr zu zufriedenem Glücks. Abraham, dem neuen Baßgeiger, fehlt es fcheiw, bar auch gn nichts. Wohl hört ex im Anfang Höfe Worte von seinen Kollegen, weil er nie Takt hält. Er spielt, als ob er gar nicht zu dieser Kapelle gehörte. Das Stück, das dis Musikanten spielen, ist längst zu Ende; aber Mpaham spielt weiter, mit Ernst und Eifer, alS gäfte sein Instrument die Begleitung für eine andere Kapelle^ die. irgendwo in weiter F^rne spialt und keiner hört sie, nur ex selbst. Anfangs hat es deßhalh Verdruß gegeben, doch mit d?r Zeit hat man sich daran gewöhnt. Wenn man beim Gutsherrn spielt, gibt es ein probate» Mittel, um dem Uebel abzuhelfen: Wenn das Gtstck zu Ende ist, hält ihm einer ppp her Kapelle den Bogen Md hindert ihn so, weiLarzusPielen, Bei sü'ischrn Hochzeiten aber läßt man Abtaham ruhig gewähren und die Gäste belustigen sich an dem ergötzlichen Baßgeiger. Auch *hie Gemeinde ist zufrieden; sto hat ihre Pflicht getan. Pei einer Hochzeit sitzt Abraham still und züchtig, da-? Prsicht zur Wand g'kehrt, mit dem Rücken den Lüpten zugewendet, damit er ja kein Weih sehe. Während dev ganzen Zeit nimmt er keinen Pissen, wenn tn«n ihm etwas reicht. Er hot sei« Stückchen Brot in der Tasche; man merkt gor nicht, wann er es itzt ... Uelerdies leistet er der Geme-nde unschätzbare Dienste; Man sanft ihn als Schulklopsex verwenden. Damit bat eS solgrnde Bewandtnis: Abraham sagt dreimal im Tag ans seinem Baß das Sch'ma Jisraftll^ früh bei Gonnermusgang, abends, wenn die Sonntz untergeht, und zur Zeit des MitternachtsgobetS. Früh und abends vor richtet er sein Gebet beim Flusse, in der Nacht Mtten aus dem Marktplatz. Die Töne des Basses fließen in die stille Mitternacht, dringen durch Läden und Fenster» durch Türen und Stuben bis ’ ins Herz'; in ihnen liegv die ernste Stimme seierlich-mahnender Inbrunst. Wen her. Hammer des Schulklopfers nicht weckt, her wird? munter durch die Töne des Nasses. Bu—bu^-Luü^ ertönt eß; hastig springen die Juden, die eS hören/ aus dem Bett und eilen zum Dienste des- Herrn. Sif! zündftn ibxe Katsrnen an Md vexsammM M zunr^ Mitte-nachtsgöhet, Sein Spiel, das nie Dakt hält, hat den Baßgeigsp bei einem Ball eines Gutsherrn einmal eine Schläfen-! locke gekostet, die ihm der erzürnte Gutsherr auSriß^ B?i jüdisch?» Hochzeiten lacht man über Abrahams! Spiel. Aber wenn die eigenartigen Töne des Basses zumj Mitteruachtgsbet rufen, da murmelt mancher in scheuer - BePwMderung: „Ein Jammermensch ist das doch; aber; in seinen Tönen liegt etwas, singt und zwingt etwas!" llnd andere sagen: „Eine stumme Seele; sie will mik ihrem Schöper sprechen und hat keine andere Sprach^ als diess Töne. . « 1% _ | J)i Tomaschow gab es eine Hochzeit; solch' emft Hpchz'eit kommt gewiß nur einmal in hundert Jifthxen vor, Es war wirklich etwas Ungewöhnliches. Der reichste Mnn aus Lublin verschwägerte sich mit dem Krakaupp Rabbi -- und Tomaschow lag gerade in her Mithß zwischen beiden Städten. Also wurde dort dje Hochzest vereinbart. Der reiche Lubliner wollte np dem.MG! Muer Rabbi eine Hochzeit auZrichten, haß der große Rqbbi es wisse,'mit wem er Schwäherschaft fchlioÜ- Einen Sack Goldes verwendet der Lubliner zur Hyps bereitung der Hochzeit. Er schickt seine Dienex yaH Tomaschow, um alles mit königlicher Pracht herzih, . rich^n. . (Fvrtsrtzuug folgt.) m J2I