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Wiener Morgenzeitung · 1920-08-10 · Heft 557 (10.8.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 557 (10.8.1920)
Date
1920-08-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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' Sekte 6 Wien. Dienstag Der Marktbericht. z - Aach mehr als seckswöchiger llnterkreckung-sind Sösiss«^ rag nachmittags die ersten Sendungen von Gemüse und OM' mrS Ungar n auf den Wiener Märkten smgelangt. Es waren Pavchetscr, Zwiebeln,?<C|>M und Weintrauben aus Ungarn angekommen. Die uugarisvüen P er: a b i i \ e t " kosten 10.Kronen ver Kilogramm, sind also um öle Hälfte' billiger als die bisber auf den L^arkt gebrückton.^ Doch wird auch dieser. PreiZ von 10 Kronen nicht au.kalten sei.»- da ParadStser zu den ungarischen Massenariimn 'gebötest. Die ufigst. rischen Akpföl stellten sich iin Kleinhandel auf 11 Kronendie Weintrauben, die eine Srstlingömnd-sing sino. . auf' 40 Kronen das Kilogramm. Die Bk.schiauug -der Grün- Warenmärkte war auch, sonst reichlich. Die Preise waren - im allgeminen nachgebend. , / , Die Fischmärkte blieben äuch gestern ohne Zufuhren. Wie in Hätidlerkreisen verlautet, wird sich die in i den nächsten Tagen zu erwartende Sendung frischer Seefische infolge, von Zollerhöh ungen bereits w e f e n t l i ch teurer stelleüi so daß ein Kilogramm frischer ^eefttche, sie Zuletzt -10 Kronen kosteten, M bis 70 Krönen.das Kilogramm kosten werden. Fleisch und Geflügel waren in der Großmarkthalle mehr als attöreichend augeboten, fanden jsdvch fast gar keinen Absatz. Kartoffelabgabe. Tims a.t bis Donnerstag werden im XX. Bezirk gegen Buchstarn U unv -m L tl. mtb. ljl. Bezirk gegen Buchstaben 8 per Bnüm Kilogramm' inländische Karrosscln zum Preise von K f-.fin vcr Kilooramm abgegeben. Bühne und Kunst. Max Neinhardt scheidet von den Neinh irdt- Bühnen aus. i^eNx ^ollLndLr fein Atachfolger. . Drrlin, L. August. Wie die.Blätter melden, scheidet Mox N e i u h a r d k nunmehr aus der Direktion der Reinhardt-Bühnen aus und wird.sich nur noch gelegentlich als Gastregisseur betätigen. Zugleich ist Edmund Reinhardt von der geschäftlichen Leitung Aurückgetreten. Felir H o l l ä n d e r überniinntt die eigentliche Direktionsfiihrung und Gerhürt H a u p 1* mann die literarische Oberleitung. Kieler Woche für Kunst'und Wissenschaft. Züm ersten Male wird in diesem Jahre, und zwar vom 1). bis 19. September, eine Kieler Woche.für Kunst und Wissenschaft veranstaltet, die üintbetcn will für den Ruf deutschen Kunst- und Geisteslebens. Hervorragende Mitwirkende sind gewonnen aus allen. Teilen des Rerches uns auch aus dem nculrawu Ausland. Beabsichtigt ist usiter anderem eine Beethoven-Feier zum 180. Geburtstag des Komponisten, sechs Festailfsührungen mit hörborragWlsi Gästen im Stadttheater, ein plattdeutsches Gastspiel .der Niöderdentschcn Bühne Dr. Ohnesorges, Vorträge bedeutender Gelehrter, darunter Professor Dr. A. Einste tu (Berlin), des Ctaatssekretäis Professor Dr. Becker 'Porlist), des Rektors der Universität ChrssiianrN Professor T ' Horst und Mete andere; ferner AusstcÜungc .' . ausfiellang schleswig-holste inscher Künstler- Aur^t >nr modernes Siedlungswesen, Ausstellung ..Alt-Schieswitz- Hc-lsteitt in Kunstgewerbe und Handrverk" Usw. Fekiwr hält auch der Deutsche Verein für Soziälpölttik seille Jühresvrrsammlung im Anschluß an die Kieler Woche ab» - ' Der soziattfierte Doftösewski. In Rußland werden. bekanntlich Trchterwerke erst fünfzig Jrthbe nach dent Tode des Autors frei, Stün hat sich die Vtldusttzsabteilnng in Tiflis . äsi D ö. ft üj ß w sk i's Gtwe-, welche in Tiflis wohüt, pewxnvek, ..W.M. ihr dt^. Erlaubnis für eine neue Dostoje.wD-Ausgabki zu - erhalten. Frau Dvsigjewsii, weiche von, den Tantiemen der Werks ihres verstorbenen Gatten chreN Lebensunterhalt, besitmtet, holt die EklSüblttS für eine tanttewetsfttie NtMüstzübr dSkweigect. Daraufhin hat die Sowjötreglökustg der Wttwe , Dostojewski die Einreise nach Söwj^tMßWft hetwLigKrt und erklärt, Dostojewskis Werke seien-E i ge n t u m dös russischen BolkeS und das Bildungsmütisterium.werde sie in hoher Auflage drucken uüd bis ist die eMferteftest Wmkel Rußlands verbreiten. fc,;. Selvrsch MäübWer, tet langjährige Direktor öts-; DüssSlbörfer ^uststgewerbsmusestms, ist, fast 76 Jahre alt, gestvkbcht. FMiibetMwar ein ausgezeichneter Kenner des ju di schen Künst« gewerbesdas neu zu beleben er sich Mit.EifSr bemühte. Vor einigen Fahren veranstaltete er ist Ditsstldvrf eiste AUS« stellung jüdischer Kstktüsgegeststände, die' cküschäUlich sttüchte, wtzlche Schütze wir auf diesem Gebiet besitzest!. Auch, in Vorträgen und schriftstellerisch widMetö Fräübertzer sich bttzfem Gegenstand. Aus de« ThöLtern. Das Johann Strauß-Theater, das während der Fitien renoviert und mit verschiedenen technisch«n s)LeMr«ngen versehen wurde, wird Donnerstag um 7*7 Uhr Mit der Operette ^DasHollandweibchen" wudee ttöffnei. . DieEroffnungsvre stt..l e r e tot DeUtschtst >V oel k s t h e a t e r. Das BolkStheatek bringt als erste Premiere dcr neuen Saison Ärzybaschew.s »^ridenscha f t";nut Frau C a r l s ti nin dcr Haübkrülle. , Wkb T e ls absoilucrt nstt ihrkm Girsetsthse ärltzkLmicklich eist G-stsM ist M ü U ch t ft. Im Herbst koütM -ik EäNMM :«iedtt Nach W i t u. I War DtutsiheBö If i ib e 61 e r wird Äbnner-W!Wl n. b. m. Itiü M \ l % i l ft 11U" «siedet kröfftrkt. Für mm de« 13; d. M. würde 3b t e Rövrs tu t“ nm\m» SöuiStatz dkü 14. d. M. ürlaüat abtübd 7,7 Uhk MeckWdrktt JD! 61 ä l", Küuiodiö)v drei.AuWch von Ackwig L h b w a> «t* 8»fsjLnnm... r£mW Wiener Morrsenzeitunts . Die Hakoah in Deutschland /•;. Don Artur Baar. . -. :y;(/ N Bei den Zionisten in Plaueü. . In 'PkaUöü -gibt es nüv wöstige jüdischst Familien. .Ob-, wohl die Bevölkerung sehr antisemitisch gesinnt fern soll, hoben wir davon nichts gemerkt- . Am 3, August unternahmen wir einen.Ausflug in die vogttändische Schweizwobei uns die prachtvolle^ Gegend entzückte.: Ilm 8 Ilhr abends waren' ürr) (vioder'h'siM Nachtckähl sin : Hotel. Dfd HakoHn-H h?er. glanzend und ztemlich billig verpflegt. Wr' hrauchtdu brshec pro M.anu und' Tag, ungefähr 33 Äkark: Fr.üh- " st u ckatksv.TM,-.rÄüWr, Honig,, zwei Äcckerl): 5 Mark: Mit-tag (Suppe- Braten-- Kartoffeln, zwei GeL müse, Mehlspeise,. My: -16' Mrrkl MMstch h MlpW Braten- DerlaK, Mi)^ ti Kar^ : ' i D-ft; : Nach dem Abendessen wurden wir von Rechtsanwalt . Tr. Löffler, . dem Führer der hiesigen Zionisten, in? Vereinslokal geführt. Die jüdische Gemeinde-^besteht 250 Familien, die zum großen Teil auf Sommerfrische, also aklvesönd ,ststd.' Töbtzdem hMü M-HWr .150^ PeIfoM zä unserem Ernpfaiig eiügefunden. groste Tafel gedeckt, im anderen faßen die Reute wie ist einem Kino, yuf Sesselreihest dicht gedrängt Münster» Frauen,- Greise und Kinder, alles,' was sichnur fortbewegen könnte, war gekodlMeü, um Uns zü bsgrllstdst. Me Hdköahster nahmen die Ehrenplätze eist. Dr. Löffler hielt ' die grüstustgsaniprache. in welcher et die Bedeutung ünserös Auftretens für- -dienationaljüdische Idee würdigte. G«lz unvoMreitet mußte ich.den.. Einheimischen, welchen. Fuß, -bö.ltp HckkW ukch jüdiWOSpört gästz fremdtz Bögrifle Änren. in einer halbstündigen Hede auselnnndecfktzsn, waS, die Hakoah ist und was sie bezweckt. Ich gab einen Rückblick über die Geschickte unseres .Vereines, würdigte die Leistungen der einzelnes Sektionen, erzählte von der Ästerkennüng der sportlrchen ^effentlichkeit. Dastn gtug^ tch auf die Ilm. setzustg der geübten Mste, ,t$ff Lichm^Mr.' tzst birnter Reihenfolge sprach , ich von der Selkstwehr, von. der ÄMürkett für nnserön jöreringknieur Nrick^r, von ustserSn Paküstinensern usiv, 'tzch HLÜ6 noch.' eiste 1 Wunde sprechest : können. Die Leute histM >mir duchsiäöüch äst den Lippen. Roch streinen Mssüchunsdst'// jAng' orkanartiger' Dirdek durch den Saal. . Erwachssste Münster hättest Tränen'in. den Augen. Die Hakvah. haibe, wir fchou so oft,, den Juden das Vertrauen'zur eigenen Kraft gegeben.' V : . DaM ging eS zür. Tafel. Die -Hakoahner entwickeltest wie immer einen glänzenden Appettt. Es gab Tee, Bäckereien- und Torten in Hülle und Fülle, Zigaretten und auch für Getränke war Sorge getragen. Kurt Juhn trug Zionsliedec vor, Äe Ebenso wie erst M.'schöne hebräisches Sied,. das KobisNeumanst sang, MfMsWme auslösten. Das HStoah-' Lred ilstd^dieMjchlofföndie Feier. Um 11 Uhr abesthS 'schitzden ^wir, nur begeisterte Menschen zurücklassend. Äuch^.üuf unK hatte dsr Mend einen tiefew-Kiripruck gemacht. Stumm >und nachdenklich gingen wir nebeneinander in dis stille Sommernacht. Selbst unser «hristsicher Trainer, , der brave H u h e r, schluckte Tränen: Dtz.Äöfflch: begleitete uns bls zürn Hotöl, dort gab er. jedem post)uns die Hand und . sprachuns in 'schlichten Worten —^ . er kostnte seine -Rührung kyum bemeistern -seinen Dank aus. Bemerkenswert ist, daß nicht nur dis Zionisten, sondern auch Orthodoxe und Assimilanten der Begrüßung -Leigewohnt hatten, dabei war dre Feier in 24 Stunden improvisiert worden. ..... Wochenprogramm des Sportklub Hakoah. (Erscheint jeden Dienstag.) , Schworathlettstfektion: Training Montag» Donnerstag und SamSt-m ab 6 Ufk abends im Klubheim (Souiena'm), City, l., Böa'egasir 10. HchwimrnsektkonTmming im Diauabgd. Montag van 7,8 h s ttbr adcnds siir H^st, Danstnstög vvft 7,8 b'.s 7,0 tthr abtstds für Damen. Täglich Training IN der Äuchklau. Äennessekttvn: Training täglich aus dkm Sportplätze, XiK., i?e!desbmfgasfe S. Ftzchtsöktkvst: Training!m Fechtsaa! der Neure Fchudü, I^.,SeivittNhassk1.0,utid iwörkMosttag kitdDbststnstng iür Damen von 6 bis 7 Uhr abends, für Herren (Aniängew von 7 dis 8 Uhk abends, für Herren (Borgei chrrttene) vorr 8 bis^ 0 Uhr abends» — Sonntag vormittags gemeinsames Training im Aero- Klüki,!l„ Prüter. .Leichtathletiksektion. Training Montag, Mittwoch und Freitag auf dem Floridsdorser Athletiklub'Ptatze. HocheyseKtian: Training Mittwoch von 2 bis 7,6 7Rr nachmittags Illr Damen rmd Füngmaststschast, ab 7,6 Uyr nachmittags l. stnd kl. Mäststlchair. SaMsraü von 2 bis 7r5 Uhr Nachmittags für Damen und IungmaUmchaft. DonkistiKseKtion. Sonntag den 15. d. M.: Schneeberg. Abfahrt Samstag 2 Uhr nailmtsttags Südbahnhof nach Payerbach; Aufstiea durch die Erg-Baumaartnrrhms-Hotel Hochtchneeberg. (Äkachtiaung.) Sonntaa Fischerhütte—K.riierstein— Klösiertbappkst — KieNtalerhütte — WeichtalklaMM — Höuental-^ Wherbach. Belvrechstng heute, 7$ Uhr. Führer: Fnedmanst. . Soststtdg best 15. ft, M. Hobe Wand» Abfahrt Sonntag um '/,8 früh Südhahuhof- Besprechung Freitag abends» Führer r Dr. Epler. — Jeden Freitag 7-9 Zusammenkunft der Sektion iffl Ullkheim. E. S. ÄlhLtoath Aiott. Anmeldungen von -ionistischkN Jttgestdllchen, die düs 16. Lebestsiahb rrreicht Hüven, sich m Brrtm kulturell betätigen und nebstbei Spott betreiben wollen.^ täglich im Heim, II., Kleine Zufahrtsstraße 160, zwischen 7 und' 9 Uhr abends beim Kam. Hein. Sportklub, VolkSbibliothek ftiatt, IT., Glockengasie 30. Diebeitkng teilt itiit, daß in den letzten Tagest eine Rrorgastlsatlon bö» MkftS vnrcbgttühkt. lborden. ist. Mstgliedt» «erden tüglich bei« Bibliothekar von S bis % uht abends aststendmMen. HvMir I^-AtzgerS-orfer Union l Irl» Schönes» faires Wiel, ist welchem dis Mit Ersatzleuten" antdetünde Hazüst- WWrMsi SÜM Äv-HM zeiLde. WtzpLoOekv dip Heide« 10. August 1920 Nr. 557' ' 'Äe-'t-.t>-k'wk Kellern^nn. und Seidler waren für den kSrpsrltch :i i .,r-:üSerwind.ttchL's. Hindernis, In der Msi" Mn ller üw Beste. rVit der Stürmerreihe Net Mbtiists - mrrch schöries Bauverteilen . und Fergenbauich durch wirÜ! schstellott Läüfe auf. ' Tscherwitz' Mtz ferne -sürtsttjgp- Schußkraft ncrinissen, hatte, überfeinen sehr schönen Zug aufs' Tor. - Bei dem GegM Ware der Tormann zu erwähnen, der die.^ schwerswn Schüsse meisterte,' aber auch öfters dürch"bb> Tsrst!>ng§ gür unttrstützt lbürde. Nach einem vereinzeltÄt Durchbruch, knrm. Uüion.. die Führung drringen, Usch kann Feiambamn npck.Möner Einzelleistung das Spiel ein-^ WlenV , Cm Schuß i,TscherMitz'. geht an. .hie Wange, änderq Schüsse dessMÄi Spi'elerö half der gut placibrie Dorcharkst^ Hüzaic 'teüt ist fblgestdör Aufstellung an: Gleich/ Sekhltr-: Kell^rmann,.. Fnttäcweit,.(Sendrowics), Pojauer, Rttidlet», Feigenbaum, Schtestngcr, Bibrillg, Tscherwitz, Selzer. Böse Qnartiergeber. Der Ntzichsilal-ener Johann G a r i g l i o war im Bor^ 'fahr nach Äcü gekommen, um cm Geschäft zu laufen, und hatte Äuatticr frei den Chrleuien Jösef und Luise T u tz e r ge-, iionituen. Rach kürzer Zeit zog er wegen Mißhelligkeiten aus.- Darüber war Luise Tutzcr sehr erbost und sprach gegenüber ihrer Schwiegermutter Helene Tntzer wledecholt den Gedanken auS, -dem Gariglio sein Geld durch eine falsche P o t u e i» i 6 ftt mj ff i o if abüeHlikn zu lassest. Auch ihr Gatte hieß den Plan gut und Luise Tüher wußte den Italiener zu bewegen,- wieder zu ihr zu ziehen. Tas': Ehepaar tziwann den Mppdlier Leopold O.p i e l a für semen Plan, and am 23.. März" erschien dieser mit zwei Mannein in der Mohuung der Elscl atc als Polizeibeamte, die inj Äsu'tragr hrS Kr>cgSivucherauites eine Hausdurchsuchung Vorzug nehmen hauen. Dub" wiesen sie einen Zettel vor,, den lÄariglio, der sticht Deutsch kann, nicht lesen konnte - . I Die „Kommission^ nahm . dem Italiener sein Bargelds ll 100.000, ab und gab chm de» Auftrag, am nächsten Tage bei der Poklzeidiresiiou zu erscheinen. Gariglio, der Verdacht geschöpft hatte, erstattete die-Anzeige und Luise Tutzer beschuldigte die frühere Wohnungsgeberm, des Italieners Frau Josefs W o l i i u g e r. daß sie den Plan ersonnen habe. Da diese Angaben sich als vollkommen unwar erwiesen, wurde gegen Luise Tutzer auch rine^Anzeige wegen Verleumdung erhoben. Vor dem Schwurgerichte hatten sich Leopold jO p i ela», Josef T utz er. und seine Frau Lun e T u tze r zu verantworten. Der Ä.er'-chtshof venilteilte ans Vrmtd des Asabrsprnches dew G.eschwotnen Leopold ,O.P i ela zu zehn Monaten^ Luise T u tze r zu a ck t M o n a t c n schweren Kerkers; Issest Tutzer würde frrigrsprochen. Älcfengel-stpafsn gegen Schmuggler. Vom Gefällsgericht wurde der Bauer FranA G e l l aus Kollerschlag wegen gewerbsmäßigen Schmuggel» tz.on Rinderst nach Böhmen zü zwei Monaten Arrest», und 5 7 8.000 0 Kronen Geldstvafe, wegen des-glmche» .Delikts ider. Bauer Pätzl Jungbauer zu einer» Monat Arrests, und 3 6 8.000 Kronen Geldstrafe und' der Bauernknecht Adolf Gabriel zu 14 Tagen Arrests und 17 0.0 0 0 Kronen Geldstrafe verurteilt. Wir find in keiner Iudenschule. Der Kaufmann Julius Goldschmidt hatte bw dem Kunstttschler Otto Brocke eine Speisezimmereinrtchtung bestellt und mit 40.660 Kronen vereinbart. Die Lieferung zog sich hinan» und es kam zu mehrfachen Urgenzen. Als nun Herr Goldschmidt wieder wegen der Lieferung erschienkam es zwischen ihm und dem Prokuristen der Firma Brocke, Herrn Anton Bolz, zu einer erregten Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Käufer die Handlungsweise als einen Betrug bezerchnetö und erklärte, er werbe sie in deck Zeitungen veröffentlichen. Im Laufe der immer erregter gewordenen Diskussion soll! nun Herr Bolz gesagt haben: „Schreien Sie hier mcht, Sr ü s i n d i n kei.ner Ist d Sn schule!" und als darauf der Käufer noch mehr erregt wurde, soll er gesagt haben : „Wir haben nichts weiter zu reden. Verlassen Sie das Lokal!" und! ' soll zum Ausgang gewiesen haben. Dies ist der Inhalt der Klage, welche Goldschmidt gegen den Prokuristen ^Volz er. hoben hat. .Der Chef, der Firrnq, Herr Brocke, soll, erklärt haben, er siehe für daS Verhasten feiner .Angestellten ein., Hiedurch' habe er die Beleibigüng wiederholt und erschemh die Klage 'auch gegen Herrn Brocke gerechtfertigt. Der Per«. Leidiger der Angeklagten, Dr. Markus Sokal, bestrittdaß in der Aeußerung: „Wir sind in keiner Iudenschule"! und in der Aufforderung, das Lokal zu verlassen, eine Ehrenbeleidigung gelegen sei, noch weniger in der Bemerkung des Herrn Brocke, er stehe für senre, Angestellten ern. — Der Richter Landesgerichtsrat. Dr. O s i o, s p r a ch' die Angeklagten fröi. „Wir sind hier in keiner Judenschule", sagte der Richtet in seiner Urteilsbegründung, ist keine Wrenbeieidigung, das ist eine interkonfessio-. nelle RedeNsärt, die in Wien gang und gäbe ist, wenn mehrere Personen laut reden. Ebenso sei die Aeußerung:, „Verlassen Sw das Lokal!" mit einer hinweisenden Geste zuM Ausgang keue Ehrenbeleidigung, weshalb beide Angeklagte freizusprechen waten. Ein trauriger Brautstand. Wir dkttchtetm unlängst über einen Prozeß gegen di» Äiktschüftertn eines akademischest Malers, .die wegen des Verbrechens des Diebstahls und der Verleumdung angeklagt war. Die Vtzkhastdluntz nahm einen für die Angeklagte; günstigen Verlauf. Es wurde eine neuerliche Votuntarsuchusig verfügt und die Angeklagt« sofort enthaftet. Der Mitangeklagte AnttquttätünhäMer Benjamin W el« wärt wüÄS sofort freigesprvchxn, ha M LeM 8«4< MldMauMM ZüM . .

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