Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 552 (5.8.1920)
- Date
- 1920-08-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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«k» K »«erattonspreise: |«»t At« «th»km 1, der ltzMS», L vezirk, Tabor. » 1 bi» «, oder f« eia» chleißstelle (SrtflQ: »Ich •. Krone» so.~ _ttÄrtt» »»- W+tgtZg1"*-"*! : ' VfPMntlQ* MomMich . Krone« 30.- Tlchrq».elowakri: Monotrich . * Kronen 18.— Dtente«Arrl» „ m,3J>.- »tk<bech>si,waNsch»Mährm,, '' llnatne. «onecknch .. Krone» 80 - . Jngeflawik«: ßchDONtttch.. Dmar ß*~ »l«tettttrttch „ 18.- ' :r&a* ■ . Rr. 552 Wien» Donnerstag» den 5. August 1920 <£)tt«lmmplrtrt Meis K L. Prannmerationspreisei Polen: Monalllch .. Mark 30^» ivterteltährltch 00.- « polnisch» Wahrnng Deutschland: Monatlich. . . Mark 10.- .ffrankreichi . . Moüatllch. . . Krane» 5«— Italien: Monatlich . . . .Lire 5.— Monatlich^^8raqcS Für dar übrige Ausland: vierteljährlich «ronen 13S.— Redaktion u. Administration ' Wie«»».Bez„Tävorstr.1-8 Lelepbooer Admintstratio» 44038, Redaktion 43310. ab 0 Uhr abends Rr. 10301 Vostsparkassenkönto 1-0.6» 2. Jahrgang Lenin triump!i3N8. -^-v. W r e n. 5. August. , Meldungen über Meldungen kommen, keine enthält fa£ Wort vom Frieden. Im Osten dauert der Krieg fort. Whrend die ratlosen oder böswilligen Diplo-! präten nach irgendeiner Formel 'suchen, mit fatit Uebel fertig zu werden oder es ein- -u-Smmen, sterben an der riesigen Front von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer Menschenkinder, deyen' man irgendein Ideal aufgeschwatzt oder vorgetänscht Hot. Kluste, Dumme, Iieiche, Arme.' Me versMngt der ge° frätzrge Schützengräben, ob sie Nun freiwillig oder ge. ptetzt in den Krieg' gegangen sind//Tas sonderbarste VW aber bieten 'die Bolschewiken? Gewiß, sie find Provoziert. worden,. die verbündeten polnischen^ 'Großtzrpndbesitzer und. Daszynskischen' Soziälpatrioten ' zusammen mit den anderen nnbeivußien Pollstreeckern des Mriser Gebotes haben.durchs die plötzffche? Färhörüng det polnischen Grenzen' von .1772Rußland .gereizt und bk Moskauer Regierung die schon so 'larige schrnerzlich tzäsuchte Möglichkeit geboten, an alle Rnssen/u appellieren. Npn aber ist Nalen besiegt: es hat iim Waffensiiüsiänd pnd um Frieden gebeten. Weshalblllso. .noch weiter Krieg HÄ Funkspruch des Moskauer Generalstäbs? MDHälb 6ne neue Hole der englischen Regierung an $owietru$$M. 2 o tt b o tt/4. August. (Funkspruch.) Da bisher auf die letzte Note der britischen Regie« rung von Ä?os?an noch keine Antwort eingelangt ist, Kat die b ritisch e R egi e rung die Aufmerksamkeit der Sowjetregierung auf diese Verzögerung gelenkt, die umso bedauerlicher ist, als sich die Lage infolge der Verzögerung der Wasfenstillstandsverhandlungen u ngünstig gestaltet. Die britische Regierung wünsche nur das eine, den Frieden in Europa Der erste Schritt Zur Erfüllung dieses Wunsches sei nnzweifelhas die Regelung d e s p o l n i f ch e n Friedens in einer Art, welche die Freiheit und rlnabhängigkeit Polens gewährleiste. Die Fmrksprüche von Moskau zeigen an, daß die SowjeLxegierrrng aus dar Regelung dieser grundsätzlichen Bedingung des allgemeinen Friedens in Baranowrtschi bestehe, Die letzte britische Rote habe dargelegt, daß dev Friede m i L P ölen auf d e v*2 o n b o k r Konfere n z z u besprechen wäre und die Vorbedingung aller anderen Fragen bezüglich Wiederaufnahme wirtschaftlicher Veziehtzngeu zwischen Rußland und der nhrigeu A)elt z?r sein hätte. fapert der Vormarsch am. Narew und in Ostgalizien fort? Wßnn die Bolschewiken den Polen nicht trauen, dann Hunten sie doch Garantien fordern, ■ daß kein heim- Hckffcher, Ueberfall erfolgt. Das was aber, .'geschieliffi Wt j ^tzPermutung nahe, daß es mm die Sowjetwüte sind-die Frieden nicht: wollen. - / |? Ihnen fstnn jacher klägliche Zuständrtidit 'tiec6öt‘gcii iic£> tickte rt, befinden. Wie tatsächlich-impo'mereM gtzWoWi^ Macht besteht WH dieser Seite rrM^ mehr. 'Frankreich konnte lUolen/j lytzr mit Generälen und Munition, aushelfen, England stchdte eine Kommission, die aber wff infonnative AuftzÄen hat, Und Geld. Polen aber könnte nur mit eitler Hemee gedient sein, und über diese verfügt die Entente Nicht. Min großer Teil; der Mannschaften wurde abge- 'Mstet und führt jetzt im französischen und englischen Mnterlynd das gleiche üriuliche Leben wie, unsere Heimkkhrer. (Dp die Unruhen in Irland, auf solche' Wurzeln tzurückzuführen sind, ist wahrscheinlich, wenn auch nicht igenau zu erkennen.) Die übrigen Arineen stehen fast über tzqnz Europa und Nordafrika verteilt inMereitschaft, sind it^er nicht, mehr verläßlich und der Friede liegt diesen uniformierten Bauern und Arbeitern näher als die ^diplomatischen Sorgen einiger Politiker, deren Unkenntnis der Welt einen Brand nach hem anderen stiftet. Die. hürgerliche Bevölkerung steht dem Kriege ebenso abj lehnend gegemiber, wenigstens soweit er ihr eigenes j&jtib berührt. Wenn die Franzosen die, Bolschounken -Niederschlagen könnten, so wurde sich jeder Engländer darüber freuen; und Frankreichs Dichter würden ihre ' 8^ier neu stimmen, wenn Engländer in den Osten für dst französischen Rentner ffterben gingen. Italien hat Morgen daheim, und in Tripolis, Amerika ist eiskalt und. wartet auf den günstigen Moment, sich mit. Japan in den sibirischen Reichtum zu.teilen. Was sonst noch in Frage kommt, Tschechen, Magyaren, Rumänen, das würde tzran sa gerne ins. Feuer einsetzen, aber die Völker (mit Uusnahme einiger diebischer Horthy-Offiziere) wehren sich. Sieht also Lenin die Zeit für den großen Sturm rerfH Heute hat er, dank dem Organisationstalent Trotzkis (über den hierzulande jeder dumme Kadett Mtze reißt), große, siegreiche Armeen zur Hand: ob sie ist ihrem Hinterland noch Arbeit, Wohnung und Kleidung finden, weiß man nicht, da die Sowjets es meisterhaft per- Wen, die Kunst des Verschleierns zu üben. Aber vor W hat er Millionen verzweifelter, an allem irre ge- Wordener Menschen^ Sein Blick fällt auf die Mittelsttzaten, die eine irrsinnig gewordene Gewaltpolitik selbst ii§ den Hungerwahnsimr peitscht. Wenn hinter dem Vergasten Rußlands heute ein solcher Plan steckt, dann ist fas Unglück, das da kaumunabsehbar. Die Schuld tzarau aber tragen die, die der morschen polnischenMe- Wschast den Angriff auf Rußland suggerierten. England verhandelt nicht mehr. P a r i s, 4. -August.;,D a i l h T e l earap h" meldet, die englische Regierung habe beschlossen, jede Verhandlung mit den Somietdelegierten, betreffend dis Wiederaufnahme der 'Handelsbeziehungen, a b z u- ^r-eche«. -Die Schlacht geht Weiter. Wo r s ch & u, 4. August. Froutbericht vom 3. Atlgust: Fu der Umgebung von Kolno und vor der Linie des Wustes Skrwa Äufklärungsgefcchte. Die Besatzung der Festungswerke von L o m z a weist heldenmütig alle , bolschiviklschen Angrisse ab. Südwestlich von Lomza ^haben Aüteilnugen der GWPPe des ^Obersten Luczynski die 18. SowirtbivisitUt, Äe ber^ DrzfaM bän "Närew überschritten hatte, g c s ch l a g e n uud öyl) Gcsange-ve, 6 Geschütze und 400 Wagen rin gebracht. Zwischen Narew und Bug, ans der Linie Z a m b r o w -I n b l o n ka- Cir chauv wie e hartnäckige Kämpfe. Bei Eiechanowiec machte die erste litauisch-weitzrussische! Division 200 Gefangene und erbeutete 8 Maschinens gewchre und den Train eines Jnsantcrieregimettts. Ain Bug von D r o h y c z i n bis B r e st - L i t o w s k - heftige Kamp f e. Im Gebiet von J a no w griffen unsere Abteilungen bolschrwikische Gruppen an, denen der Mnsmbergang gelungen war; weiter südlich jedoch ist das Westufer in unseren Händen. Oestlich von Kowel und « im Gebiet von Sokal wurden bolschewikffche Angrisse abgewiesen. Im Abschnitt Brodp dauert die Schlacht mit dem feindlichen 3! e i t er he e r n o ch i m m e r a n. Nach Flngzeugmeldnngen sucht der durch unsere Abteilungen umzingelte Feind sichgegen K r e m e n e z z n r ü ck z u z i e h e n. Große Kriegsbeute blieb in unseren Händen, Gnzelheiten sind noch ausständig. Am Sereth, im Gebiet von Miknlince, sucht der^Feind um jeden Preis gegen Westen durchrustvßen. Der von Oberst Januszajtis geführte Gegenangriff entwickelt sich günstig. Es wurden gestern zahlreiche Gefangene und 23 Maschinengewehre eingebracht. Ein Aufrrrf des „Polnrfthen Nevolutrons- . Komitees^. Kowuo, 3. August. (Wolff.) Nach einer Meldung der Lltauischerr Telegraphenagentur hat nach der Einnahme von B i e l v st o K durch die Bolschewiken das vorläufige polnische Revolutions- Komitee eine Kundgebung au die polimchen Stadt" und Landarbeiter erlassen, in v.wlcher erklärt wird, die roten Armeen vnd russischen Brüder kämen nach Polen nicht in der Absicht, die Freiheit zu verletzen, soridern um Rußland und Polen dauernd Ruhe und Freiheit zu verschaffen. Ein dauernder Frieoe könne nur zwischen den sozialistischen Arbeiierräten Rußlands und Polens geschlossen werden. SchWßerlge Finanz- und SrnKhrrmgslagT Angavns. Budapest, 4. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Karl Erekp (Friedrich-Gruppe) begründet seinen Antrag, daß zur Ueberprüfung der Finanzpolitik deS Finanzministers Baron Koranpi eine Fachkommission zu entsenden sei. Redner fragt, warum der FinanMinifter die Stenern nicht im Verhältnis zum heutigen Geldwert erbvbt bähe, und betont, jmji $ß M. Att.slg.nd. .picht mr indisches, sondern auch christliches Kapital gebe, da- Nngarn gern zur Verfügung stände. Finäuzminister Baron Koran Pi teilt mit, daß ihn Ercky in einem Artikel in ein solches Licht zu stellen versuchte, als ob er (der Finanzmimster) das Land d e n I u d eit zuliebeverraten würde. Ereky ist es aber, der mit den Bank- und Bürgerkrcisen mehr VerbindnUg hatte nnd hat, als der Fiuanzminister. : Der 'Minister ckttndiN^ sydann^■ bic ©titbringttngMif U örMögensabgabe peznglichen Gesetzentwurfes an, wobei er sich gegen die Absicht wendet, ein Vertrauensmännersystctn zur Ueberprnfnng der Finanzpolitik zu bilden. ' Das Haus beschließt sodaun, den Antrag des Abgeordneten Ereky nicht ans die Tagesordnnng zu stellen. Hieraus beantragt Abgeordneter Josef S z a b o, das Haus möge die Regierung anweisen, den Preis für das neue Getreide herabznsetzen und die Kopfquote zu erhöhen. Ernährnngminister Stephan Szabo (Nagyatad), der sich gegen den Antrag wendet, schildert dir schwierige Ernährungslage und meint, man dürfe keine drakonischen Maßnahmen gegen die Grundbesitzet ergreifen, sonst würde sich ein werteres Rückgang inder Getreideproduktion ergeben, wie es auch im 54riegc infolge der Requisitionen der Fall gewesen sei. Hierauf lehnt das Hans den Antrag des Abgeordneten Josef Szabo ab.! Die Riiteregierrmg in Zittau zusaMmengebrochen. Einmarsch der Reichswehr, -r- Verhaftung der Führer. Dresden, 4. August. (Wülff.) Aeber die Gr» ledignnlg des Zittauer Putsch es veröffeutlicht die Nachrichtenstelle -er Staatskanzlei eine Mitteilung» worin es heitzt: Der von ÄNab^ Gängigen und Spartakisten in Zittan vom Zaune gebrochene Generälstreik mit anschließendem Putsch ist schnell znsammengebrochen. Am Morgen rückten Abteilungen der Reichswehr und der Landesficherheitspolizei in Zittau ein und besetzten widerstandslos das Kraftwerk in Hirschfelde. Die Terroristen deS Fünfzehner-Ansschnffes, soweit man ihrer habhaft werden konnte» wurden hinter Schloß und Riegel gesetzt. Mit der Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände ist das Ziel der Regierung erreicht. Soweit der Ziviltommiffär Anlaß zu Verhandlungen vorfindeu wird, wird er nur mit den zuständigen Behörden und den berufenen Organisationen der Arbeiterschaft verhandeln. Die Aushebung des Delagernngsznstarrdes zumindest für den Bezirk L'öbau ist nur eine Frage der nächsten Stunden.