Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 548 (1.8.1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979626--04841-2990629- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
itoteK«.3£0 teOTSr1 tftr mta m* O«str»-tichr W««M»tch .. «E«ch .> Ibtonot Vt.- .. WpEch»«» - -ÄT ■ «*s«Hnc . IV^ f; -:;»• atoffcriftlar räteMji' P»am»meratio«preif<r; D»D»M» . «..«aek sS^-.! *PtMfdrt waUttti .;; 'SoüMImb:. -•- ■ -.'; «—»tttch. M»»-<Uch?/!tzr«j,eL -'*.- t m ,$*on?*r' v. .'// '!?' Mo««tt1ch .. ■*■. . Sire fi»,-"., * DA« ««vttUq - 1.. ^*pe« #.•— i; ' Me d«« tM<«-fh«l«fc i. n WtgM|äfr?»fr Hwiat'taff;—■1 . jft itosSMmi h. ghwMfhflfrB*1 ■' hwrubpipm L^LLAWWS ' L I^SK Nr S48 Wien, Sonntag, den 1. August 1920 2. Jahrgang Oefterreichisch-magyarische Entente. —y. D i e n, 1. August. / Die Züfainmenhänge zwische» ' ' dem ungarischen KoMy-Systeln und den. österreichischen Reaktionären können nunmehr Mcht.> weiterbestritten /werden. Die. Szenen, diesich in der Nacht auf Freitag in Fürstenfeld tchMpielt/haben, sind ein Beweis, der in seiner SchlüssigkM.'^aum ernstlich bestritten werden kann. Ungarffche/ uniformierte' Banden haben - in der Nacht ein/'// -ruhiges Städtchen - überfallen, die .Einwohnerschaft --'/ter.rorisiMt>-/ dch - wenigen Wachorgane, die zur. Stelle ... waren, - gefesselt und mißhandelt und-. sodann / dia Waffeüdepots ausgeplü ndert./ DMUeberfall war von ungarischer Seite sehr gründlich, vHbereitet und' die Erfahrungen auf bem mexikanischen oh^r albanischen Räuberleben waren mft viÄ Putzen der-. cheKet'worden.Drei. Lastautos begleiteten die Banditen -. MMsten.die Beute wieder auf ungarisches Gebiet. Der Ueberfcül hätteaber nicht gelingen können, wenn ihm nicht die steirische,-. Landesregierung in die Hände gearbeitet, hätte.- Schon,voy einem M-ynai chatte die Wiener Zentralregieru'ng auf Einschreiten, der, Urbeiterräte an der. steitisch-ungärischen Esrenze, die von deM Einbruchsplan erfahren hatten,, die.Wegschaffung dc^r Munitionsvorräte aus" Fürstenfeld angeordnet: Die steirische Landesregie-. ruNg> Ne/ aus Ehristlichsozialen und DeutHnationalen besteht/ widersetzte sichjedochdU, ^HuMbrichA des//Äüf- 4 WM^-rM./eWntftW-^ 'M" MMlechM^lvrWn^-den'' Verwaltungsstellen, der so lange dauerte/ bis alle Vorbedingungen fürden magyarischen - Einbruchs gegeben waren. Die Sache hat also zwei Seiten:. Ungarisches MKtär ist in ansehnlicher Stärke über die Grenze gedrungen, hat also ein Verbrechen gegen das Völker-, recht begangen und Graz hat aus Haß gegen Wien , den Banditen die Mauer gemacht. Der Skandal , ist . also international und innerstaatlich. Die Vorbereitung und Durchführung . des Raub- KvAkS lassen es als ausgeschlossen erscheinen, daß, etwa die ungarische Regierung nichts von der Sache gewußt hätte. Tausend Soldaten in voller Ausrüstung und in Begleitung von Lastautomobilen können nicht so einfach unl 8 Ilhr nachts ihr- Lager verlassen und» über die Grenze gehen, ohne daß ihre zuständige Behörde etwas davon wüßte. Aber selbst wenn die ungarische Regierung an dieser Tat schuldlos wäre und dies einwandfrei Nachweisen! könnte, so trifft doch sie die volle Verantwortung dafür, daß der Geist, der heute in Ungarn herrscht, zu solchen Abenteuern förmlich reizt. Sekt vielen Monaten ist/das ganze ungarische, Gebiet widerstandslos dem Treiben einer Horde ausgesetzt, die im Auftrag der Regiexung /Mord und Plünderung betreibt und dies für Politik ausgiht.. In Budapest und in den Stabten , des Tieflandes schlagen die Mitglieder dieser Banden Menschen auf der Straße tot, ohne daß sich irgendjemand werter darum - bekümmert. . Vor wemgen Tagen sind , vor einem Budapester KaffeehguS Leute ermordet - worden und der. Ministerpräsident hat in der Nationalversammlung - Sühne Und Ahndung des Verbrechens zugesagt. Aber bis zur Stünde ist die Ergreifung der Täter noch nicht gegluckt. Sie sind eben stärker als dse Regierung, der sie/über dey Kopf wachsen, und .stehen außerdem unter dem mächtigen Schutz des Neichsverwesers. Das Jndenmyrden.ist auf eine hohe Stufe technischer Vollendung gehoben worden. - Aber die.militärische Tüchtigkeit dieser Leute läßt . sie. sich damit nicht zufriedengeben und sie versuKey, die.Segnungen ihres Systems auch aus. OesterreWzuverpftanzen/Jn Wien stehlen sie Menschen und^ «G ..der/Ärenze^-plilndern sie Munit-ionsdepots aus' Es ist nurnatürliche daß die ungarische Regierung,! der die Vrachialofftziere zu Hause viel Verlegenheit bereiten und zu'peinlichen Schritten der Ententemissionen Anlaß geben. e$ gerrie sieht,, wenn sich der Tätigkeitsdrang der'Armee gegen das wehrlose' -Oesterreich richtet. . ' /' Ist in Oesterreich der Böden für derlei Experimente schon. genug vorbereitet? Es scheint fast , so, als hätten die. Agenten Horthys, die sich unter Führung der bekannten'Gräfin Salm, Heren. Tätigkeit sich in Graz und jetzt in Wien vollzieht, und unter den Augen:d?r Behörden hierzulande herumtreiben, ihr Werk bereits getan. Gedanke des politischen Umsturzes und der Zurückfuhnmg der Monarchist!scheu Reaktion ist heute in -Oesterreich povnlär und die geschickte Aiisnützung der allge- «einen Notlage wie nichj minder ditz geradezu fabelhafte L o n L o 31. Julü (FünLspruch.) Nach deck über die Befprechung Ltoyd Georges. Mit ' der Abordnnng der./ Ä»loniften--i.hrut'e'' derVffentlichte»,.'/B.errcht erklürte ,2 t 6 yd G epe,:; daß das Gesetz, das zwecks SLärrrmg Äer irischen Regierung in der «Lchsten Lvache im Parlament werde erngebracht cherden, d r a st i s ch s e i n w e r d e. Die Maßnahme»-? seien i unbedingt noLwendrg. ÄKss, was/HnMntzig, gerecht und im Einklang sei mit de« Geiste /der' alten -britische« Freiheit, werde dis bMschs Rsgierrmg ihren Gegüern in Irland gewHxchn. > Das Gesetz jedoch müsse aufreDMWten werden/.g l e i ch g ü lti g, w al t s auch / Gleichzeitig rftit der EinbÜLugüW/bss . .tzeuen Gesetzes - fei die Negiernng bereit, Irland/ Drde . verständige Freiheit.rnnerhald des brrirschen Reiches zu gewahren, Sie würde jedoch niemals - einer Regelung zustiMmen, die.- Jrsanb! -?als,. eigenes/ feindliches Land an der Flanke Groß-! britannie»^ iaffe. Die RegrerunF, die mit Erfolg im großen Kriege die größte Militürmache^ der Erde bekämpft habe, werdö /W nicht von einer schmählichen Verschwörung schlagen , gleichgültig, db. Wfe-'vo.tt/PnKand oder von Ämerika komwr. MinisierkorArption in Japan. 'KrÄMäAe-ürt^ MtLichkeLL-en^W. . . , ,1.31. .-../Aus T o k L o wird Kmeidett" Dfd-Ae'stM'ö - KrtzMig-' des Reichstages, wnrde iNmÄen g r o ß e v il n r u h e n, die beinahe zu einer rtzgelrechLen Schlägerei ansartetsn, vertagt. Der Reg'rerungsmehrheiL geiärrg es nicht, den Dspufierten Chimäda. der die KubineLLsmitglieder beftig angriff,. zrrrückzrrhcrlten. Er beschuldigte die Minister, daß ' .sie ' sich an VS r s t nspe kn l a t i o n e n beteiligen. Opposition nnterftützts ihn natürlich lsdhäft. Kurz »ach Vertagung der Sitzung griff ein Ab geordneter der Schajaki-Paptei in Äen Wandelgängen der Hammer ein Mitglied der Kenseifai-Partei t ä t l i ch ä n. Es herrschte eine allgemeine Err.egnng und ein entsetzlicher Lärm. In den Wandelgängen upd in der Kammer kam es zn. zahlreichen Handgreiflichkeiten. ' / :~V"> Die KämpseÄ MesopataWien. ■ London, 31. Juli.- (Funkspruch.) Das ^Kriegsamt verlautbart, daß. die K ämp.fe mit he.n Aufständischen, in. Meivpot-amüm noch i m G a.n.g t,feiey./Die B a h n-. linke 80 Meilen südlich von Bagdad ist von Arabern zerstört worden. Flußuroniwre wurden im Euphrat angegriffen. K u fa , wurde nach, UiegercheldungM - von den Aufständischen besetzt, bie^ in-di.eser GegeH hrößM Kräfte zufammrnzirhen. Flußabwärts/ von Ruch-eiLa/bei Samaja Gara, stoßen die Aufständischen Wtztt die regulären .Truppen vor. - - Ungeschicklichkeit der Sozialdemokraten kommen diesen Plänen sehr zustatten. Die wilden Streiks der. letzten Tage haben vielleicht der Republik und ihrer demokratischen Entwicklung^ rnehr geschadet, als es. die Horthy- Spitzel vermöchten. Die Gegner der Republik nützen jede Mhwäthe des Systems aus, um die Verwaltung des sich ^selbst werzehrenden. Staates vollends in Anarchie zu wandeln und nüt. ihren bewaffneten Heimwehren der Konterrevolution die Wege zu ebnen. Der Zwiespalt zwischen, der Zenlralgewalt und den, Ländern ist soweit gediehest, daß ein Auftrag aus Wien rznausgeführt bleibt oder sabotiert wird und daß im, entscheidenden Moment die ungarischen Truppen die Grenze, offenfinden.' Die innigen Beziehungen zwischen den Vorkämpfern der Restauration hüben und drüben wickeln sich-am Hellen Tag und im vollsten.'Licht.der Oeffenilichfeft ah.:/Der lieberfall auf Fürstenfeld ist das erste, aber noch nicht das letzte Ergebudieser christlichnationalen Entenfe und was jetzt in Fürs^'nfeld geschah,, wird sich demnächst in Wiener- Neustadt, vielleicht auch in Wien abspielen können. Mer man hat von Deutschland gelernt, wie man mit Kapp und Lüttwik fertig wird, und der Sturin der Reaktion gegen Oesterreich würde den Bürgerkrieg und d-.-nn die PeMiMung des.Staates herbeiführen.. Die Ergebnisse von London. - / , -'.Wien, l./M-stfi./; Die -zionistische JahreskonMrenz von London. rst/vvr-? über. -Me - hatte WölM^Mi-MeKenLen.. Anwachsen- - dLr^-tZiamstischM' .Bewestung 'unversehens did^' - Dürren-- sionen eiros Kongresses und damit / auch die - Ainze - Schwerfälligkeit eines solchen angenommen. Die Wahl - des Verhandlungsortes selbst hat sich gleichfallsr als nicht.glücklich erwiesen, da die großen Entfernuttgen. der Riesenstadt London die Möglichkeit eines engeren-Kou- - taktes zwischen den Delegierten und den Gruppen beschränkt, und so den Fortgang der' Verhandlungen/selbst beeinträchtigt haben. Dazu kommt noch, daß; die Konferenz selbst wenig innerlich vorbereitet warunb; fie daher aus sich selbst heraus Arbeitsprogramm .und -Technik schaffen mußte. Der Mangel an Vorbereitung hängt mit der Tatsache zusammen, daß infolge - der Kriegsverhältnisse die Homogenität der Leitung -:stgrk gelitten hat. Unsere politischen Unterhärldler haben, die Möglichkeit, nicht gehabt, auch, der Organisation ihr Augenmerk zuzuwenden, und so ist ein; Zustand; singetreten, der die Reorganisierung der Leitung dringend erforderlich macht. . " - / Die zionistischen Delegierten, die mit den grötzLyn Erwartungen nach London gekommen sind, weil sie endlich-den Moment für positives Schaffen gekommen wähnten, haben infolge all dieser Umstände eine gewisse Enttäuschung erfahren. Denn das ganz konkrete A.rbeitsprogramm, an dessen Erledigung sie Herangehen zu können gedachten, wurde ihnen nicht vorgelegt,-und so konnte nur die Richtung unserer künftigen Arbtzit. bestimmt, mehr die Form unserer nunmehr bevörswhendeu Tätigkeit beschlossen als ihr greifbstrer Jnhalt /abgegronzt werden. Denn noch sind/wir nicht sd 'Mit. daß wir schon zu sagen vermöchten, was in nächster Zeit unternomnren werden, welche konkreten Leistungen ists/ Werk gesetzt werden sollen und in welchem Ulnsgng die Einwanderung fürs erste beginnen kann. Eines./ist aber als unverrückbare Tatsache allen diesen Un/rsreu-' lichkeiten gegenüber hervorzuheben: der unbedingt..feststehende politische Erfolg des Zionismus, der.M nscht nur in den Beschlüssen von San Remo ausdruckt, / sondern ebensosehr und vielleicht noch deutMer in der/Wahl Sir Herbert Samuels zum. Aivilgöstve'rneur /fÜr.HÄa«' stma, mit dessen Berufung , der Ausbau dest' jüdftchen /Heimstätte inauguriert wird und der für die zioniMche Sache mehr als bloß platonische Sympathien Mitbringt. Denn/was .auch im Rahmen der politischen Köm- /Mission der Jahreskonferenz, welche in alle wichtigen Akten Einblick nehmen konnte, an. Einwendungen vorgebracht werden und wie sehr auch von.mancher, '^ejte, die das Mißverhältnis der Kräfte der beiden.-.Kgntr.a. henten, Englands und der Zionisten, außer / Beträchi ließ, gegen einzelne Punkte des Entwurfes züm, Mandat vorgebracht werden mochte, welches Eugländs/ Mastd> Punkt in der Frage des künftigen Palästina Mhalterr soll und sozusagen das englisch-zioniftische. bedeutet, eines ist klar und deutlich: Von//unsere» eigenen Leistungen und Anstrengungen hängt/, es' ab, wi« rasch und auf welchen Grundlagen das jüdische Palästina erstehen soll. Es ist in London richtig gesagt worbenl Wir haben das jüdische Palästina noch nicht, aber de»'