Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 547 (31.7.1920)
- Date
- 1920-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang M M WUltchen Mlschtlms Die HorLhH-BsrsKMmlnng und der Pogrom., Ergreifung und Bestrafung der Täter, zur Umgestal^rng . der Polizei und zrw Ausmerzung der zügellosen Auff-/, ©ie Teilung SchlLsiens. /!//. - c ■; ' W , e’ti. M I,a- Hie Entscheidung des Obersten Rates über, das Dtzschener. Gebiet wird.wohl niemand als. eine Bestätigung j&ejs ^eMWstinimungsrechtes 'der, PÄker ansehen. llr° sprünglich hatte die Friedenskonferenz, als ihr noch Hiffün angehörte. für dieses Gebiet die Polksabftimmung MMese^tzru. Sie , hatte sich darauf geeinigt, den 60.600 MüfscheN die Wahl zu überlassest, ob ihre Nationale und kulturelle Zukunft poUÄner tschechischen oder einer polnischen Majorität bestimmt 'werdenvfafc Die Deutsche Be-- völkchnng Schlesiens C hatte zwar, den,Anschluß nn^Deuffch-' lastd^ oder die Jnternationalisiernng des LerxitorinmZ/ vorgeschlagem und war in dem letzteren Verlangen von de^ öften'eichischen. Delegation in SaintDermain.unter-, stützt, worden.' Her"Obsrstc Rat. hat nun den Pariser Beschluß auf Pornahme der Volksabstijnmimg umgestoßen und.'eine sozusagen Mechanische Lösürjg vorgenommen. Er ' tzM.dys.-Kyhlengebret..-den' Tschechow und die Deutschen deü:Polens Er.geht daurit wieder einmalvon dem.. Grundsatz: der historischen Grenzen.oder -.'her. -SprachgßMmfchüft ab- .Nebenbei.wird'.hier -wieder ein Problem - geschaffen., mit dem die -Zukunft) viel-zu tun haben wird. Iss. Ungerechtigkeit -des Beschlnsses. der -Pariser obersten-.-: Behörde ist: so klar« .daß- -sie sich nNrchus^dem Bestreben Apänkudrchs' erklären läßt,: jede Stärkung Deutschlands, Md fei es., auch nur um-, den Pres - her- Schaffung neuer Kp.nWt-stosfe, zu vermeiden und zu verhindern, Die Angst - Frankreichs.: yor. einer - Vereinigung aller deutschen ^^OmeUrttL^Mr deLen bei ElllMWödanchekrieg M'köri-- WttriWMMMaßMft. WPstDWWff' eMrßfK?-tgs^M-i ftaMmonnische und reälpolitMMNnsMcher^ Engländer, '' Mp so verlieren die Teschener und. Bielitzer Deutschen Mich denen von.Meran, und Bozen ihr natürliches Recht auf .freie Entwicklung ihrer Völkskraft. - MMtzleutopa ist die Entscheidung über Teschen voM" allgemein-wirtschaftlichen Standpunkt aus,' außerordentlich bedeutungsvoll. Tie Zuweisung des Kohlengebretes an die Tschecho-Slowakei korrigiert zu einem gewissen DM den Beschluß von Spch welcher Deutschland einst rnonatlrchch Kohlenablieferung von' zwei Millionen ' Kostnon anferlegt: Das Deutsche Reich hat in den ersten vier Mobaten dieses Jahres die.Friedensförderung zu D'Prozent erreicht, indem ein Steinkohlenheizwert von 13:1 Millionen Tonnen an Tag gebracht wurde. Dahov muß es nach der Ablieferung an die Entente dreitofcjttef Millionen Tonnen an Polen, Oesterreich. und MMn, eine halbe Million an verschiedene neutrale HtäÄen für Lebensmittel abgeben. Mit. dem Rest, von DA Millionen Tonnen kann es seinen eigenen Bedarf nur zü zwei Dritteln decken. Es darf aber den ^Verbrauch Mner Eisenbahnen, seiner Gasunh Elektrizitätswerke - stüpie, der Haushaltung nicht weiter einschränken, ohne sstistst . Wirtschaft auf das äußerste zu gefährden: Die .Me.idenmg des Kohlenbesitzes der tschecho.slowakischen Re» Pstb'lrk Mäfft . nun, die. Möglichkeit, Deutschland indu- Miell zu. .entlasten und ihm drückende Verpflichtungen MfzKNÄryey, '.was im Wege von Verträgen sicherlich, nicht HA'schwer zü erreichen wäre. Die Dschecho-Slowakei erhHh das'Karwmer Revier mit. 2,7 -Millionen- Tonnen, daß'Drlaner Mt „400.000, die Suchauer, Reviere mit 'WMü,. dgs Ppremboer. mit. 900.YY0 und das Polnisch- Ästrstüer-Gebiet mit 2 Millionen Tonnen. Im ganzen dürften von den zwölf Millionen Tonnen, die das Ab- | stimmungsgeLiet bisher förderte, etwas wehr als acht ans die Tschecho-Slowakei entfallen. Wenngleich sich gegen diese Ueberweisung des Löwenanteiles an der so wichtigen Kohle auch sehr gewichtige allgemein-politische Einw'en- Mstgstst erheben lassen, so ist.doch zu verzeichnen, daß die wirtMstliche Situation der Tschecho-Slowakei und damit 'mdixekt auch Oesterreichs gestärkt wird. Nicht nur, daß ' Herrtschlands Lieferungspflicht erleichtert wird, so'wird yuch^seine soziale Lage gefestigt. Die Herunteksetznng der , - ■ WHrstMMgkG der deu.tschenJstdustxke,:' insbesondere der i Mftzyindustrie«chätte (nach den Ausführungen des Kdhlen- 'HHWtäMig.en Dr. Uhligän Karlsbad rin ^.Prager Tagzur. Arbeitslosigkeit von mehreren bunderttausend " .-MKlstritzarbeitern geführt undffo-den wirtschaftlichen und stgli^schen , Frsetzen in Mitteleuropa -^in Frage gestellt. ' Wnn,Deutschland nunmehr infolgeeii»es gütlichen Ueber- Pmsmmens Mt.-dex Tschecho-Slowakei feine oberschlesische -' ' -4^W',fÄ--isich-Hehaltvr. kann,' würde: diese Gefahr' ver- .HiÄ^ävMerden. ^Zugleich käme äbeö auch Oesterreich in Hie- Äage,e?einen 'Bedarf an- Jndifftneköhle-zn 'eistem er¬ Budapest, 39. Juli. (Ung. -Tel.-Korr.-Bur.) In der heutigem'-S rtznstg- - der Nationalversammlung- 'wurde die Debatte -über. das. AegierüngsprogräMM^orttzeseM Hierauf ergriff Abgeordneter B ottlik' (Regierunaspartei) das Wort. zumuer druchenhen Snterpestat'wn uNdfführte aus: Vörtzestern - abends kam es an' einer' der v e r k e h r s r e i ch st e n St ei I e n - der Hauptstadt z u - e i n e r G e w a l t t a t-i ß k e i t, der zwei j Menschenleben zirm Opfer fielen. - Es ist dies ein Aufruhrgegen jenes große Hn'teresse der Nation, daß^ hier endlich ' einmal die ehrliche- 'Arbeit:k>Umnen^^ könne, daß hier die Recht ssiche rH,ei-t---O.'ißK'th'erß e ste fit "rverden könne. Es-wird dadurch verMdert,' daß das ausländische Kapital ins Land komnre. Ohne ^cchtssicherheit' wird' ausländisches' Kapital. nicht hieherkornenM '^Dieselben Individuen,- die sich, sicherffch für Patentierte P a t r i o i.e n halten .(Zwischennffe^ lmE s s i n d K o m m u n i si e tf!), schalten i das AuÄand.aus ihrem Kalkül, völlig aus.-. -Die Grnndsqge jeder gesellschaftlichen Ordnmrg ist das. Gesetz. Verlassen wir die - Grundlagen des- Gesetzes, so kommtes znnr Umsturz der gesellschaftlichen Ordnung. Wird. das.Verbrechen nicht geahndet,, so vennohrt es sich wie . das Unkraut.- Wenn die Polizei die-Täter , nicht ausforschen konnte, so nnrß man die Polizei dnrch 'eiiffprechen^ UMprmmlLWlDrfiMnMMer: ^Unfgabe-fäyich machsstvr-Mv'MilffiMHMWWMSlrr-- Hütung -der bürgerlichen Ordnung: eiste chincherlkchst/ Behörde bleiben. Aufreizungen, M.-sWmtzi'W'ibetPehen werden, dürfen nicht-weiter geduldet werden. Ich verstehe darunter, sagt Redner, n i ch t' d e n Be r e i n d e r E r w ach e n de n A n g a r n, an dessen Spitze hervorragende, korrekte Männer stehen, die ihr Ziel durch legale Mittel erreichen wollen. <Es gibt aber Gruppen, die den Giftstoff der-Aufreizung in das Land hinaustragen, an geheimen Konventikeln teilnehmen und lächelnd prophe» zeien, daß in einigen Wochen-ein gründlicher. U m st urz k om men wer d e. Diese wollen den Umsturz. Der Staat muß diese Tendenzen vernichten, denn aus der.Anarchie, die daraus hervorgehen würde, käme nur die Diktatur, die nur auf den Trümmern der menschlichen Fresbeitsrechte 'aufgebaut werden könne. Er erwartet von reizung treffen, pierde. , . Ministerpräsident Graf Paul T e t e f t erklärt. Me . Regierung Habs Kenntnis von dem vorgebrachten.Falle.; Es -wurden im Läufe der. Einvernahmen ziemlich große Unzukömmlichkeiten aufgedeckt, . die abgeschafft werden müssen. Schon als Minister, des .Aeußern, fuhr Redner . fort, habe ich die erwähnten Erscheinungen mit Besorgnis persoIt,'m denen ich schädliche Folgen für unser : Wirtschaftsleben und unsere Valuta erkannte. Ich halte den Fall'für nberans -schwerwiegend, weil er als ein.- Versuch zur Störung .der Ordnung aufgefaßt werden' muß. Er. war''Nicht'.gegen. Personen gerichtet, denn die , Täter wußten gar' .nicht, wer im Kaffehnus sei. Infolgedessen tut eine- 'sehr gründliche Untersuchung not, die ' natürlich'sofort angeordnet wurde, Ich kann dem Hause mitieilen,' daß die^Po li zefi d en..Täte.rn auf der; "SHur i ft. im Interesse her:Sache kann ich.'natürlich ' keine Details Mitteilen. Wer immer die Täter seien, sie werden auf das strengste bestraft werden, und zwar ■’ sowohl die Täter als auch jene die mit ihnen in 'Ber-' ' bindung standen, die Urheber, wenn es solche gibt. ' : ''"M- BWaWer s WaKhccherj- FreMde^Md Mönner.... her' ^Erwachenden ffngarn", Um. nach .. Mem.Hogroin-" furchtbar- -moralisch. 'Me siiid engelSrein und'.Wstznwon nichts. Selbstverständlich „verurteilen" sie dia Gewalt- * tätigkeiten. wenn schon nicht asts Menschlichkeit! so öoch^ - wegen den säMlichen Folgen für die Valuta. Der nach'- k Westen gerichtete scheinheilige Augenaufschlag wird vor- - sichtig durch eine Verbeugung vor den „korrekten ' Männern" des Erwachenden Ungarn gemildert, denn -— wer känn es wissen — heute RegierungsabgeordneLer,- morgeit angeschwemmte Leiche. Und schließlich waren die >' Terroristen nicht Horthy-Soldner, sondern — Kom- ' muniften.' Teleki, ' Graf und ' Ministerpräsident, ein. i würdiger Gefährte Friedrichs, verspricht Bestrafung der > Mörher. Er ist bereits auf ihrer Spur — das darf man f ihm aufs Wort glauben. Fraglich ist nur, ob ihn fern ‘ Spürsinn nicht verlassen wirb, wenn es -gewissen De- { tachementshäüptlmüsn belieben wird. i der Regierung, daß sie st r e n g e M a ß n a h m e n zur Kredite Mr Oesterreich. P a v i s, 30. Juli. (Havas.i Die Senats» kommWon Dr an^w8rti<re 'Angelegenheiten hat eia günftiaes Gutachten, betreffend die ^rüffnnng efnes S p e % i a ■! fe $ rr« o s Nr die Lieferung von Lebensmitteln und Nob^offen an Oesterreich und . mehrere andere- Länder Mitteleuropas, abgegeben., B n e n o s -- Ai r e s, 29. Juli. (Kvrr.-Bnr.) Der Kongretz hat gestern den Kredit von f fr ft f Millione n P e' s o s f ü r O e ft e rreich bewilligt. ___ Die Mische HLmdeLsMKriNe.- T r i e ft, 30. Juli. sTel.-Komp.) In J a f f a bat der SLapettanf des ersten jüdischen Skiffes ftaLtgefnnden. Es erhielt den Namen „B o r l ä u? e r" und hißte die F l a g g e des j fr d i t ch e n S t a a t e s, die nebst dem jfrdtscheu Wadprn anch die engiffchen Farben als Symbol des englischen Protektorats trägt. -■ LitwinoW über den Friede«. - London, 30. Juli. (Tel.-Komp.) Zn einer Unterredung mit einem Preffevertreter er» .klärte L i t w i« o w, Rußland sei entschloffen» Polen Leine Friedensbedingungen änfznerlegen Da es den Grnndfaß der Selbst» ’ beftimmurig verfechte, wolle es keineswegs anderen Landern gegenüber andere Richtlinien verfolgen, nur weif feine WMs« siegreich gewesen seien Äie Bedingungen, die Polen auferlegt würden^ sollten der Welt zeigen, wie wenig, aggressiv Rußlands Außen». Politik sei. Der türkische Friedensvertrag. ° Pari», 8V. Juli. (Wolff.) Obwohl nunmehr die türkische- ' Dcktgatrstt, die den Frreden-vertmfl' unternichnen soll, emge- .rrüffen ist, wurde bisher noch ' kein neuer Zeitpunkt'.^r'/die' ilnirrzeichnunK des FriedensvertrdtzrS eingesetzt. - - heblich größeren Teil als bisher ans - dem dstran- Karwiner Gebiet beziehen zu können. Solche Erwägungen wirtschaftlicher Nutitr -sind aben doch' nicht' geeignet/ sich mit - dem Unrecht zu befreunden, das 8er -deutschen Bebölkerung -Schlcsietts/angetan wird. - Wir''Juden wissen, was-es'heißt, das aussichtslose und' freudtzarme Leben eine kleinen Minorität>zu 'führen, die kulturell flügellahm - gemacht' wird. Bei der Teilüng des Teschener Gebietes hat die< Entente auch mit Recht an die Goralen iv der Arya gedacht und fbre - polnische Volks- - , zügehörigkeit, berücksichtigt. Die ostschlesischen Deutschen - -sind gegen Köhle ausgetauscht worden. Das ist. eine-Ver- -! sundigimg gegen den-Frieden undeine Durchlöcherung! z ches FrsedeNsvertrages, die man nur in dem Sinne zur -Kenntnis nehmen kann, daß sie die Unantastbarkeit des- Jnstruments van Saint-Germain und von Versailles zer-' reißt. Die Revision der Friedensverträge ist ja dützch die Ereignisse im Osten auf-die Tagesordnung der. weltpoli-. tischen Diskussion gestellt worden. .Sie wird auch dieses Unrecht revidieren. . - , , ,