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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-19 · Heft 535 (19.7.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 535 (19.7.1920)
Date
1920-07-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 535 Wien, Montag Wreuer Morgeuzeiturrg 19. Juli 1920 i Abstimmung verbleiben. In wirtschaftlicher Hinsicht wird. Ftalien auch in der kommenden Zeit Oesterreich jede ßur mögliche Unterstützung gewähren und gilt lüeS insbesondere im Triestiner Hasen bei der Löschung ber für Oesterreich bestimmten amerikanischen Getreidesendungen. Eine Kinoszene. Die Njähr-ge Stickerin Auguste K ö l l n e r, X., Salvarianrrplah 10 wohnhaft, erstattete gestern beim Polizeikomtn'siarrat Favoriten folgende Anzeige: Sie sei gestern um'/.10 Uhr Vormittags vor ihrem Wohnhause gestanden, als auf sie ein etwa )t7j8hriger Mann mit blondem Schnurrbart, blondem Haar, Iranern Anzug und schwarzem Hut auf sie zutrat und sie ansprach. Während sie ahnungslos nrit ihm stand, seien zwei andere Männer binzugekommcn. härten ihr ein schwaizes Tuch über das Gesicht legebkn, so daß sie nichts sehen konnte.. Dann hätten die drei Männer sie zu einem bereit stehenden Automobil geführt, dessen Motor schon angekurbelt war und im nächsten Augenblicke sei rs ratternd fortgegangen. Die Fahrt habe beträchtlich wert gebauert; durch welche Gassen und Bezirke sie geführt wurde, habe sie, das schwarze Tuch über das Gesicht, gar nicht zu ahnen vermocht, da sie betäubt eingcschlascn sei. Sie habe auch gar nicht gefühlt, waS mit ihr geschehen: als sie erwachte, war sie befreit. Sie sah die große Donau beim Winterhafen von sich, und vor ihr stand ein Fischer, der ihr die Bande gelöst; sie war nämlich an einem Baum gesesielt gewesen, und der Fischer hatte sie gesunden und befreit. Das Mädchen stellte fest, daß ihm eine längliche Lcdertasche uud ein Taschentuch fehlten. Das Polizeikommiffmiat Favoriten hat über die seltsame Anzeige Erhebungen eingeleitet. Wieder eine Bande BankrrroLeusiempelfälscher. Gelegentlich der Ueberwachung der größeren Farbwarcnhandlungen bezüglich der Käufer von Farben, welche die Käufer;um Zwecke der Fälschung der Banknotcnstcmpel zu erstehen trachten, wurden Kriminalbeamte am 13. d. M. auf einen Mann aufmerksam, der bei einer Finna zweimal Einkäufe von roter Farbe besorgt hatte. Die Farben hatten den Ton der.Banknolenstempel. Der Kriminalbeamte verfolgte unauffällig den Käufer bis znm Hause, IV., Margarctenstraße 14. Der Mann betrat das Haus, wurde aber iudcffen auf den Verfolger aus- «erlsam und stellte stch ratlos und tat sv, als ob er sich wieder aus dem Hause entfernen wollte. Nun wurde der Manu augehalten. Er ist der 23jährige Priratbcamte Otto Frank aus Groß-Kanizsa, in Ungarn geboren, Lichtensteinstraße 11 wohnhaft.' Uever den Zweck seines beabsichtigten Besuches im Hause Nr. 41 der Margarelhenstraße befragt, gebrauchte er Ansstüchte, und auch über den Zweck des Kaufes der Farbe suchte er sich plump herauszureden. Er gab an, ein Mann, den er von Ungarn her nur flüchtig kenne, habe ihn um die Besorgung der Farbe ersucht; der Mann sollte »Strauß!" heißen. Nun wurden im Hause Margarctenstraße Nr. 41 Erhebungen eingeleitet und sie ergaben, daß dort seit drei Wochen rin Mann wohnte, der sich als Martin Czeisler eingemietrt hatte. Die Wohnung dieses Czeisler wurde behördlich geöffnet und durchsucht und man fand eine komplette Handschnellpreffe mit eingespanntem ungarischem Banknoteuklischee, mehrere gleichartige RcserveklischceS und 32 Banknote» zu je X 1000 mit falschem ungarischem Stempel, ferner 64 Banlnoten zu je X 1000 ohne Stempel» 12 Noten zu je X 100, 6 Noten zu je X 50 und 3 Noten |v je X io. Diese Noten waren durchwegs gestempelt. Dix Wäsche des Mieters mit ihrer Marke und die Personalbeschreibung mit einigen Kennzeichen bolm die Handhaben dazu. den wahren Namen des angeblichen Martin Czeisler festzustellen. Er ist der 21jährige Beamte Lajos Anghal, zu Budapest geboren, Lichtensteinstraße II wohnhaft. Am 16. d. M. wurde Anghal mit seinem Freunde, dem 26jährigen Ingenieur Max F l e i s ch m a n n, ebenfalls zu Budapest geboren. Gumpendorscrstraße 74. wohnhaft, verhaftet' Frank, Anghal uud Fleischmann wurden am 18. d. M. dem Landesgcrichtc eingrliefert. * Tod des HofrirteS Theodor Schild. Gestern vormittags, ist der Hofrat der Wie,rer Polizeidirektion Theodor Schild im 63. Lebensjahre einem tückischen Ruhrleiden erlegen. Mit ihm erleidet der polizeiliche Dienst einen schweren Verlust, denn er hat zu den tüchtigsten und gewissenhaftesten Beamten gezählt. Zuletzt war Schild.Vorstand der 1. Sektion der Polizeidirektion und des Zentralmeldungsamtes. 1904 Polizeirat, .1910 Regierungsrat geworden, trat er am 6. September 1917 auf eigenes Ansuchen in den Ruhestand. .Er wurde in Anerkennung seiner ungemein verdienstvollen Tätigkeit mit dem Titel eines Hofrates ausgezeichnet. Hofrat Schild schied aber nicht ganz aus der aktiven Dienstleistung. Er wurde reaktiviert und zum Vorstand der 4. Sektion der Polizeidirektion ernannt. Zugleich stand er dem Fremdenbureau vor. Vor zwei Wochen erkrankte Hofrat Schild an der Ruhr. Er wurde ins Polizeispital auf der Landstaße gebacht. Der Verlauf der Krankheit war normal und eS schien Hoffnung zu bestehen, das Leben des Beamten zu retten. Leider erwies sich die Hoffnung als trügerisch; eS trat Herzschwäche ein und Sonnitag vormittags ist der Kranke sanft aus dem Leben geschieden. Sein Bruder ist der Polizeioberbezirksarzt RegierungLrat Dr. Franz Schild. j Pretzburger Vahu und Elektrische. Gestern nach;8 Ahr ftüh ,ft an der Ecke der Nadetzlystraße und Hinteren Zoll-!amtsstraße angeblich infolge BersagcnS der Bremse ein Zug der Landcsbahn Wien-Preßburg mit einem Straßenbahn mg der Linie „L" zusammengcstoßcn. Der Beiwagen des Straßenbahnzuges wurde ganz aus dem Geleise gehoben und stark beschädigt. Die Feuerwehr mußte ausrücken, um die Störung zu beheben. Bei dem Zusammenstoß erlitten der 60jährige Reisende Johann L i e d e r m a n n, uud der 16jährige Lehrling HauS Wasser- [*00(1 leichte Verletzungen. Mitteilungen aus dem Publikum. BMI 5) HHTCTBllPERS.ENuncaJUWELEN L S-.s«s feaufgftaurar «!s {«<!«*■ 45 Vago, Juwelier, I., Graben VW ,#ÄR5> * Jüdische Feiertage im Schuljahr 1920/21. Der nieder österreichische Landesschulrat hat unter dem 15. d. M. an die Direktionen (Leitungen) sämtlicher dem Landesschulrate unterstehenden Lehruud Erziehungsanstalten und an alle Bezirksschulräte. betreffend die'rsrakliuschen Feiertage im Schuljahr 1920/21, nachstehenden Erlaß (Zahl 2332—II) gerichtet: Der Borst,ud der israelitischen Kullusgrmeinde Wien bat mit Zuschrift, Zahl 1372, 1920, dem Landesschulrate zur Kenntnis gebracht, daß jene jüdischen Feiertage, 'an denen die israelitische Schuljugend vom Schulbesuche befreit zu werden Anspruch machen kann. >m Schuljahr 1920/21 wie folgt fallen: Neujahrsfest: 1. Tag. Montag den 30. Seplembec 1929, 2. Tag, Dienstag den 14. September 1940. — Bersöhnungsirst: Mittwoch hen 22. September 1920.' — Lanbhüttknfest: Montag den 27. September und Dienstag den 23. September 1920. — Schlußjest: Montag den 4. Oklober 1920. — Freudenfest der Thora: Dienstag den 5. Oktober 1920. -- Paffahsest: 1. Tag, Samstag den 23. April' 1921, 2. Taä, Sonntag den 24. April 1921, 7. Tag, Freitag den 29. April 1921. 8. Tag, Samstag den 30. April 1921. — Wochenfest: 1. Tag, Sonntag den 12. April 1921. * Jüdische Volksschule. DaS Unterrichtsamt des Jüdischen Nationalratcs für Deutschösterreich gibt bekannt, daß die erste jüdische B o l k s s ch u l e m Wien mit Beginn des Schuljahres 1920/21 im H. Bezirk eröffnet wird, und zwar vorlausta die e r st e u n d z w e i t e K l a s s e. Die Unternchtssvrgche ist deutsch. Hebräisch wird nach moderner Methode als lebende Sprache gelehrt. Diese Volksschule dient zugleich als Vorbereitungsschule für das Indische Realgymnasium. Schülerzahl beschränkt, daher kann nur bei rechtzeitiger Anmeld u n g mit einer Ausnahme in diese Schule gerechnet werden. Voranmeldungen (die betreffenden Kinder sind mitzubringen) werden täglich (außer Samstag und Sonntag) nachmittags von 8 bis 4 Uhr im Untcrrichrsamt des Jüdischen National, ates. II., Taborstraße 20», entgegengmommen, woselbst auch Auskünfte erteilt werden. * Opfer des Wassersports. Gestern vormittags ist der 23jährige BearNte Oskar Klepper. III., Khungasse 22 wohnhaft, beim Baden im Ucberschwemmungsgebiet, in den Kaiserin ühlen ertrunken. Seine Leiche wurde am Nachmittag geborgen. * Ertrunkener Knabe. Der siebenjährige Bauratssohn Alfred A u e r hat am 17. d. M. um V,4 Uhr nachmittags im Donaustronle nächst der Nußdorfer Schleuse ein Fußbad genommen. Da fuhr ein Dampfer vorbei und durch den Wellengang wurde der Junge in den Strom gezogen und ist in den Wellen verschwunden. * Gefahren der Sonnenbäder. Gestern erlitten im Strandbad der Straßenbahner die 22jährige Hil'sarbeiterin Josesine G o l d a, Lacknergaffe 41 wohnhaft, und in Kloster" nenburg bezw. Kritzcndorf der 26jährige Eduard Flieg!, Lassingleuthnerplatz 3 wohnhaft, und der 31jährige Josef Kögler, Fasangartenstraße 25 wohnhaft, beim Baden Sonnenbrand. Sie wurden von der Rettungsgesellkchaft behandelt. * Der explodierte Gasofen. Am 17. d. M. wollte die Lviährige Magd Maria Sieger in der Wohnung de- Znckerbäckermeisters Paul Bergaucr. XVI., Habichergaffe 7, den GaSofcn anzünden. Der Ofen r p l o d i e r t e und die Magd erlitt leichte Brandwunden im Gesicht. * Geschaftseinbrüche. In der Nacht zum 17. d. Mj wurde das Geschäft des Lederhändlers Max Geist. H., Große Mohreugafse 14 von Einbrechern, die von einem Nachbargcschäft nach Durchbrechung einer Mauer gekommen waren, heimgesucht. Sie stahlen Ledersorten im Werte von X 600.000. * Ein Kastenelnbruch mit 600.000 Kronen Schaden. Wie berichtet, wurde am 15. d. M. nachts in einer hiesigen Heilanstalt im Bureau die eiserne Schreiktischkasse erbrochen. Gestohlen wurden 300.000 Kronen bar und Juwelen im Werte von 300.000 Kronen. * 40.000 Jagdpatrsnen gestohlen. In der Zeit vom 3. bis 9. d. M. wurde im Frachtenbcchnhof der Ostbahn ein Güterwagen erbrochen. Gestohlen wurden 40 Kisten mit je 1000 Jagdpatronen im Werte von zusammen 130.000-Kronen. Die Täter, die Kutscher Sailer, Rusch und >Zajieek, wurden verhaftet und am 17. d. M. dem Landesgerichte eingeliefert. Der Hilfsarbeiter Beiblik, der den Verkauf der Patronen vermittelt haben soll, ist flüchtig geworden. * Lehrstellen für jüdische Hochfchüler und Hochschülerstmen an jüdischen Volksschulen. Zu Beginn des Schuljahres 1921/22 werden in Wien Volksschulle.hrerste!len mit deutscher Unterrichtssprache zur Besetzung' gelangen. Da cs gegenwärtig an entsprechend' qualifizierten Lehrkräften mangelt, hat die U n t e r r i ch t s k o m Mi s s i o n des Jüdischen Nationalrates in ihrer Sitzung vom 28. Juni 1920 beschlossen, für jüdische Hochschüler und Hochschülerinnen, welche willens und geeignet sind, sich unter Verzicht auf die Fortsetzung ihres Hochschulstudiums dem schönen und verantwortungsvollen Beruf von Erziehern ihres Volkes zu widmen, im September 1920 einen LehrerbildungSkurS zu eröffnen, der es den an ihm mit Erfolg Teilnehmenden ermöglichen soll, im Frühjahr 1921 stch der staatlichen Reifeprüfung in Wien zu unterziehen. Die Unterrichtskommission sichert den Absolventen dieses Kurses zu, daß sie nach bestandener Reifeprüfung eine Anstellung als provisorischer Lehrer, beziehungsweise Lehrerin, an einer jüdischen Volksschule i'n Wiem auf die Dauer vom zwei Jahren erhalten! werden, und zwar mit Wirksamkeit vom Beginn des Schuljahres 1921/22 und mit Bezügen/ welche den von der Gemeinde Wien den provisorischen städtischen Lehrern gezahlten Gesamtbezügen mindestens gletchkvmmen werden. Die Unterrichtskommission wird ferner den Besuchern des Kurses etwa am Jüdischen Pädagogium die Gelegenheit geben, sich zum Teil schon vor, hauptsächlich aber während ihrer provisorischen Dienstleistung in der hebräischen Sprache auszubilden und im Juni 1923 durch Ablegung einer besonderen Prüfung die Befähigung zum Unterricht des Hebräischen an jüdischen Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache zu erwerben. Denjenigen. welche die Prüfung aus dem bestaub«- Seiles haben werden, sichert die Unterrichtskommission bei fort*, gesetzt zufriedenstellender Dienstleistung die Fortdauer der! provisorischen Anstellung bis zur Ablegung der staatlichem Lehrerbefähigungsprüfung und für den Zeitpunkt nach Ablegung dieser Prüfung die definitive Anstellung zu. Dagegen^ ist eine weitere «dienstliche Verwendung solcher Teilnehmer! am Lehrerbildungskurse, welche im Juni 1923 die Lehrbefähigung aus hebräischer Sprache nicht erwerben, grundsätzlich nicht beabsichtigt und könnte daher nur in. besonders berücksichtigensmerten Fällen ausnahmsweise in Erwägung gezogen werden. Der Unterricht am Lehrerbildungskurs wird kostenlos erteilt werden; außerdem beabsichtigt die Unterrichtskommission, bedürftigen Besuchern des Kurses während dessen Dauer Stipendien in angemessener Höhe zuzuwenden. Vorbedingungen für die Aufnahme in den LehrerbildungskurZ sind: a) Der Nachweis der österreichischen Staatsbürgerschaft oder die Aussicht,,sie binnen Jahresfrist zu erlangen; b) das Bekenntnis zur jüdischen Nationalität; c) der durch ein amtsärztliches Zeugnis zu erbringende Nachweis der physischen Eignung zum Lehrberufe; d) der. Nachweis der an einer öffentlichen Mittelschule bestandenen Reifeprüfung; e) Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Hochschüler und Hochschülerinnen, welche die Aufnahme in den Lehrcrbildungskurs 'anstreben, werden hiemit aufgefordert, sich in der Zeit bis zum 30. d. M. persönlich dem zuständige» Referenten der Unterrichtskommission, Universitätsdozenten Dr^ Ernst S tein, vorzustellen, der zu diesem Zwecke während des genannten Zeitraumes an jedem Montag, . Mittwoch und Freitag von 2 bis 3 Uhr im Lokale des Unterrichtsamtes des Jüdischen Nationalrates, 2. Bezirk, Taborstraße 20 a, zu sprechen sein wird. Letzte NachrichLeu. Moskau lehnt die englische Vermittlung ad. Moskau, 19. Juli. (Funkspruch.) Die russische SorVjetreKiermrg hat der britischen Negierung mitgeteilt, daß sie jede Vermittlung in polnisch-russischen Angelegenheiten a b l e h n e und mit Polen Unmittelbar einen Frieden schließen wolle, der nur den Interessen des russischen und des polnischen Volkes und nicht den britischen Interessen dienen werde. VerhmrdLrmgen zwischen Frankreich und Angarn. Berlin, 19. Juli. Der „2 o fe a l a it a e i g e t" meldet aus Lugano: Wie die „Epoca" aus angeblich absolut sicherer Quelle erfährt, verhandeln Frank- . reich und Ungarn über den Abschluß eines Vertrages. Danach würde Frankreich feine Nichteinmischung bei einem eventuellen Konflikt Ungarns mit seinen Nachbarstaaten garantieren, und Ungarn Artillerie liefern und Kredite gewähren. Die ungarischen Banken würden von französischen Kapitalisten kontrolliert. Ungarn würde seinen Widerstand gegen die Schaffung einer Donauföderation aufgeben. „Epoca" sieht in diesem Plan eine schwere Bedrohung der italienischen Interessen. Zur Meldung der römischen „Epve a* schreibt der „Temps*. Frankreich verhandelt mit Ungarn weder über einen politischen Vertrag, noch über ein geheimes Abkommen. Ueber private Uebereinkommen ist zwischen französischen und ungarischen Häusern mit Zustimmung der ungarischen Regierung verhandelt worden oder wird vielleicht noch verhandelt werden, um die Teilnahme französischer Häuser an gewissen Geschäften in Ungarn festzulegen. Aber diese Uebereinkommen enthalten nichts, was dem Friedensvertrag widerspräche. Die französische Regierung hat übrigens dafür Sorge getragen, daß den Verbündeten die Bedingungen zur Kenntnis gebracht werden, unter denen die Interessen Frankreichs in Ungarn gefördert werden könnten. Bühne und Knust. Maler Beneznp gestorben. Budapest, 17. Juli. Julius B e n e z u r, einer der größten ungarischen Maler, ist gestern in Dolany bei Szecseny gestorben. Julius Benczur ist namentlich durch seine großen historischen Gemälde berühmt geworden. 1844 in Nyiregyhaza geboren, genoß er seine künstlerische Ausbildung in München. Gleich sein erstes Bild, Ladislaus Hunyady vor der Hinrichtung, lenkte die Aufmerksamkeit auf dir starke koloristische Begabung Benczurs. 1875 ging er iw Aufträge König Ludwigs II. von Bayern nach Fontaineblau, 1876 nach Oberitalien. Mehrere Jahre wirkst er als Professor an der Münchener Akademie, seit 1883 in Budapest, wo aus der von ihm geleiteten Meisterschule einige, der besten ungarischen Maler hervorgingcn. * 2. Volvebere-Konzert. Kommenden Mittwoch den 21. d. M. findet im S ch l o ß p a r k e des B e l v e d e r e auf dem Platze der Freilichtbühne das 2. Belvedere- Konzert des S y m p h o n i e -O r ch e st e rS statt. DaS Kon. zert dirigiert der ehemalige Dirigent der Warschauer Philharmoniker, Wilhelm, G r ü m m e r. DaS Konzert wird so wie das erste in zwei Teilen stattfinden, und zwar als Symphonie- Konzert und nach der Pause das Promenade-Konzert. Beginn 8 Uhr abends. Karten von 10 bis 60 Kronen in der Konzert, direktion Benno Lie, 3. Bez., Landstraße Hauptstraße 1. Telephon 9577, in der Schloßverwaltung des Belvedere, 8. Bez., Prinz Eugerrstraße 8, und bei Kehlendorfer, 1. Bez^ Kruge rstnrtz^. fX jaasaSä d>

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