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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-18 · Heft 534 (18.7.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 534 (18.7.1920)
Date
1920-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Damit'söll öer Rachedurst der DffiziÄen — Roten wie Schwarzen und Schwarzgeltzen -^gtzstillt werden, denen alle Answeisungsvcrfügungen ajr 'dem Zustand des Transportnetzps und an den' ällge. nteiüen Verhältnissen'' geschettert''''-fitiö; - nun, wollen ' sie ihr Mütchen an den Aermsten, WM Wehrlosesten kühlen' uyd? sie raubenihnen das Heim.; ' Die; Soldaten dieses Staates haben die Orte, in denen diese-Flüchtlinge bis vpt -sechs Jahren lebten, zerstört und verbrannt. Die Feldherren dieses Staates haben die-Flüchtlinge nach Hien getrieben, wo diese Kriegsopfer unter der unerhörtesten . Demütigung und - unausgesetzter . seelischer Pein ihr Dasein fristen und noch weiter fristen müssen, weil iit von diesem Staate angezündete! Krieg von neuem atzfgeflammt ist und wieder ihre -rsagen wir Heimat -^iergris-fen hat. Ihr altes Vaterland, die Monarchie,' an der 'sie mit dem Herzen gehangen -sind, ist zerbrochen; worden; ein neues zu bauen verwehrt ihnen die Regierung . dieses Bettlerlandes. Und - da man keine Ausweisung durchführen kann, jagt/man -sie mit Kind und Kegel, mit Hausrat und Habe unter den freien Himmel. ^//Es verlohnt sich kamm -nackzutveisen) daß sich^hier' ein'! schantloser Rechtsbruch vollzieht, eni juristischer Pogrom/! aff dem. Hvrthy feine.-Frsüde chabeu^änn. Es vdrlohfft-s sich,>Hvpn, zu sP<echM.W^Wr/iMr.-WM-MspLel..gedas lerchä HM7.obch-^n^WD^,We-KH^- ffMM/kann.. Wer garaffttMTheny, - ob;Mcht morgM ürM irgendeinem - Prätexi;/—/die; -MgattzjuMen: echt») Jeujscher -Prägung,würben - das, .schon treffen . die;! ^MnMgen ..der Wiener - Tschechen - öder- Slowenen - gösordert werden? Oder' ob nicht -nächster Tage, die Wäger' Stadtverwaltung, die ebenfalls mit Wohnungs- - ^dUßü'iün^'hat,./die .Häuser der- Prager Deutschen be-> sDagnyhmt?. Siehatte ja nach. alter - österreichischer M^drücksweise das - Präjudiz berejtD vorliegend, und hrPjchte. nur dieses frech-verlogene Plakat abzuschreiben, Mst/Hem in.großen Buchstaben von! hon Prsistreihern, die von England vor an. ^r-. Erschleichen. Auf diese Weise wäre - Oesterreich,- das söM nicht einmal ein. Hund anbellt,- doch wenigstensin esrM Dmsicht, ein Vorbild. Die.Äghundtiefe Dummheit Dieser Wiener Maßregel liegt ja. sonnenklar.- Ein - Dtayt, dA mff Hilfegeschrei und Krüppelgestöhn täglich qufwacht und schlafen geht, der um Brot und guten Glauhen hervyrbetteln muß und. sich darin schon eine: gewisse Fertigkeit erworben hat, schikaniert Flüchtlinge, Opfer seiner, eigenen Politik! Darf sin Bettler, wenn man nicht afffeiner ' geistigen Gesundheit zweifeln soll, aff. -einer Hemden Türe.erzählendaß eteinen noch schwächeren «rjrs. der jämmerlichen Bude .hinausjagt? Und tuter dM auch.noch dann, wenn ihm seine gesündere Nachbar. Hast schriftlich bestätigt hat, -aß er,efwas geborgt kriegt, wenff er. und alle, mit denen er die Wohnung teilt,; arbeiten? '// '/' . /./://.,,' ■ ^/7Jn. dieser Lagerist nämlich Oesterreich. Es hat^oinen Ftiehen unterschrieben, in welchen!.es die Verpflichtung -^.Arh'eit übernimmt, und in welcEm.ihm aufg'etragen wisch, daß keine Einzelperson, .sofern sie nicht gegeff hgs Gesetz' verstößt, unter dein'neuen Zustand der Dinge mehr leiden soll, als eben die ins Schlimmste ansgeär- Wien allgemeinen Verhältnisse - bedingen.- -Die Ratifizierung, des Friedensvertrages.folt'.Mn Oesterreich den Hisitritt in,den. Völkerbund als gleichwertiges Mitglied, öffnen-. Ist es,, aber wirklich, gleichwertig? Beginnt es nM'. die cheue Zeit,- in die es nun schxeitet, mff. her Mleugnuffff der eigenen Unterschrift,),mit einem. Wrth^ffch? 'Wer,.soll denn diesemOesterreich trauen, daraus der Geschichte-der alten' Monarchie nur die Treulosigkeit geekbt hat-und das vor wenigen Tagen, am 8. Juli, den neuen Stqatskänzler, den Wristlichsozicilen' Mayr,; pro grammatisch --verkünden' ließ,; die' strengste; Beobachtimg der! Gtzsehe:-set/ ihm --.oberstes- - PrinKip,'' Und -nach einer Woche rauht er den Flüchtlingen ihre ' ärmliche Wohnnng. Kp'Hält ‘ et'jjo;hält'. Oesterreich'. Wort. Diese blüftfero Mtzgehurt .mit' einem Namen,^ der -an sichschon ein SchuLdbekenntms^ist/wird nicht-ungestrast mit Ehre ünd Wort- .spielen,wenigstens^ nicht? 'Itzweit es' uns Juden betriftt, Mr wtzrdM .mit der Eolürte Hirschen. Paris, 17. Juli. (Funkspruch.) Ans Warschau wird gemeldet: Die Besprechuugert innerhalb der Regierung »ach der Rückkehr Grabskis haben mit der Annahme der der Rote der brrtischM Negierung vorgeschlagenen Bedingungen geendet. Das Warschauer Kabinett hat hievon die verbündeten Machte verständigt. Paris, 17. Juli. (Funkspruch.) „Echo de Paris" meldet aus Warschau, daß die Be^ dingungen der Alliierten, besonders der Rückz«g der Pole» um 2vvKilometer, Bestürzung hervörgesufen hatten. Die Lage des Kabinetts G r a b s ki sei sehr ernst.^ D aszy « S k i gelte als zukLufMer MimsterprÜfident. . Polen friedensbereit^ AmstMam, 17. Juli. '„Effriüng. N-ws" v^röftent-, licheu ein aus Warschau emgetwssLnes Telegramm, wonach der Nationale Verteidigungsrat von P.ol-:n beschlossen habe, die Vo r s.ch läge L jo'yd. G tb r g es, betreffend den Waffenstillstünd,. M ersten Schritt..zuni Frie^r-t anzunehm-ffu / -... - ,. . . Kommunistische Friedensbedingungeu für Polen. Der Ukrainische Pressedienst, meldet. ,-aM Äencherg.: Das Kiewer Blatt „Kommunist" führt Propaganda für folgende. Bedingungen,' unter. Welchem die.. Sowjeiregie/ rffngen in...RuMnh. und.in der; Ukrcnr^ Hmp?Wären, dem Frieden "mit Polen isfort. zu Fchltzrß'en^i > Mölm, Pödläsie. ffK OstgaWen. Die.TZu-kirnst' iiiefer . Länder wird .dürch' 'öie7Sowjet^gierungm — denl Wünsche der Bevölkerunggemäß —bestimnrt werden. ... ,'2.! Polen löst seine Armee auf und unterhält nur eine Miliz. ' ,; 7 3. Es zahlt den Sowjetregierungen Kriegskösten in. Jndustrieprodukten und in 70 Prozent 'alle; Verkehrs-' mittel einschließlich der Eisenbahnen./ , 7 77 - 4.. 'Die innere ' Verfassung Polens Wirff/ durch - die Volksabstimmung bestimmt. Die Freiheit der kommunis süschen Propaganda muß gesichert.werden/ .' / ' 7- 7 5. Die Sowjetregierungen haben das/ Recht, im' Lausevon fünf Jahren Besatzungen in den Orten der. polnischen Gebiete zu unterhalten, - die 'durch die Friedensverhandlungen bestimmt werden. Transit über Polen wird-den Sowjets gesichert/ ' ' 7 ' 7 - 6. Zur Sicherung der Kriegsentschädigung Wind- Polen-seine Kohlen- und Salzgruben unter die' Adrnini-. sttation der Sowjets stellen. / .7' '; 7 Die Rüuwuug Wiluus. GegeUansrisfe dev -Warfchan, 17. 'J!rli.^ffnkspruD)7Fväntberich't'- vom 16. Juli. Nach -ha-r!nälkLgen^KLwpssff'Är'GebieL/von' Wilna waren unssve' Mteiluttgen -üffter dem über--' nrächtigen Druck - des. Femdes genötigt-^dW Stad't' z'n: räumen. Unsere Abteilungen zogen sich gegen Südenzurück; an der Linie - des ^kkaflufsts/WiE^kÄnpft. Im 'Gebiete - von Bvgbanowö -hat -feindliche -' Neiwrei unsere Abteilungen-angegrifftzn) die/Käinpst dauern an. Südlich Sluzk hat! Posensche WMMie an der Linie desiSlutschflusses ANtzriWund eines Reiterregir'neutes abgewiesen'.-- IN' der ' Polesie ist die; Lage un v er ä n d e r t. OeWch^L«H7Mttzr,....iW Gebiete von. Rasalowka, sind unser^ Truppen züm . Gegenangriff. übergsgangen, 7 -wpM/sw^'Kgschrflengewehre/ Ntunitionswägen' und Gefangene einbvachten. Oestlich; der Linie Kolki—Roschischffche—Luck' hat der Feind seine Angriffe nicht erneuert. Südlich Kremenez wurden neuerlichunsere- Stellungen bei Wyschgovodok angegriffen. An der-Linie des Zbrutschflusses wurden verschiedene Versuche des Feindes/ den Fluß zu überschreiten, abgewiesen. ' - ' ' ‘! 7- WarWlM, 17. ’ Juli. (P0ln.7Stimnffn.)' Ein hier; aufgesangener / Moskauer Funfspruch . stellt. große Schwierigkeiten, der. Bolschewiken , im Kampfe mit den Polen fest... Der' Widerstand des. Feindes sei' durchaus nicht gebrochen, die 'Lage der polnischen'Armee bessert sich zusehends infolge der Abkürzung der Front und durch die Annäherung der polnischen Armee an die Verkehrslinien Polens. Die übermüdeten bolschewikischeu TrupM dcigeg-'u begegnen immer größeren Perkehrsschwierigkeiten. Der Fnnkspruch' klingt' in -ineM. Appell an - das russische Proletäriaraus,' alle. Äräste/ anzustrengeic. um den-.Sieg zu erringen. / 7? ' - * hb:i. Erklärungen KrassinS. , 7 ' ,,; London, 17. Juli. (Frtnksprnch.7 Krasiin; erflärte^ den Berichterstattern bei - seiner Ankunft in .England,', daß Rußland Lloyd George und die Entente für die./ polnische: Offensive verantwortlich hall. Rutzländrwollte:: den 'Krieg: nicht- und machte äußerste Zugeständnisse-: anp Polen/ um ihmvorzubeugerr. Lloyd George antwortet^ damals, daß England kein Recht. habe, .sich in ^PoleM: innere Angelegenheiten einzumengen. 7 Jetzt aber, wo« Pplen geschlagen sei/, bittet - es. Um -Permittlimg.-. Jzrdessen,j so wie.jehesmal, wenn-W pwcherche:tzßfahx/vqMm M;sM>WM,^Wjerhe.. ^olen wieder einen Verbuch machen// ob. es. nicht doch siegen könne. DeshÄb,/hahe .KrasfiÄ die Aeberzeuglmg,. daß die polnische -Frage -nWk-?,eHet' gelöst, werden. könne,,, als. bis. Warschau genomrÜM/ sei^ Wenn die Verbündeten den Krieg und nur den .Krie^ gewollt, hätten, hätten-sie nicht anders handeln,Wnnen^ als-sie es wirklich taten, Indem sie jene-verhängnisvoll» Politik/unterstützen, die nun mit diesem tragischen . Er-1 gebnis ende. Rußland für (seinen Teil seibereü, fiÄ weiter,zu. schlagen, selbst '- wennes öen VerbmiMem gleichgültig^ ist, .ob Europa seuffff VernMung'.entgßg«» gehe. Rußland habe andere Wunsche,- es chollw. Frieden,! Wiederaufbau, gute Lebensbed'mgungen^ itnö.-KestigunH der.-ganzen Welt. ' 7 '//./' Ravek über die Verhaudluttgek^ 7/--------; r‘ •Moskau, 17. Juli. 7(Funkspruch.)' m der „Jz ws st,ia",. daß Rußlanh. ke i'nffs'w ögÄ - Mysrstandsn sein werde, die' 'polnisch^MsijlhffjF^ffV^! auf /einer allgemeinen Konferenz behandeln'zff'/lasf^ Arbditel 'opäischen/Frie - Der russische Froulbericht. - Akos7a.lt, 17. Jifti. (Funkspruch.) FvontbLvicht vs, 1-6/'.Juli:/Alr; der' WestsvollL ist der; starke/.Mderstan^ des: Feindes-Mr. der "Wilja>. gebrochen /Wvch!e«//Wft Druppen >lMrschi-erenl.von: Norden .und - Msteff; au^ W:-i-l'NK.,i Im .1 Gebisivon Lida ' wurde. - Krtzvp.^RÄü^ ervr.icht.; .Südwestlich./ von, Minsk-,wurd</: de.r./Njenre« erveicht., - 7JM Gebiet -von. Luninez wurde die.. Statsiu» Staposchki genomlllsn. Im südwestlichen- Teil der-Frsyif Msffn-, die Rottruppen 720 Werst 'westlich - von./ .Sarntzff Im- Gebiet.' von Kameuetz-Podolsk wurde' .der ^ZhrüW erreicht. . , / Ein Gebet- «ud Fafttug in WarifchW >7 Warschau.. 17. Juli. ''(Privat..)'''Aiff Rabbiner habell einen Ailsruf au d'ie^JichMMst/ver^ öffentlicht, in d-rnr aus die' BedvohünZ 'Mlens/ch'iffÄ wiesen und zur Unterstützung des StaateZ7aüM^rjer^ wird. Der 15. Juli wurde als Gebe.tffmb/tFaHtffg/.kp«! ' gangen. I« - der Provinz wurden analoge j Astsrufe Pogrome. /;;;// 7; Ahoskaü, 17. Juli.(Füuks^rnch.), WährendVÄ polnischen Rückzuges. wurden.von.den Polen' iffhen bot Dörfer im Gebiet von Kiewwurden, vdn /d.en. niedergebrannt urrd in die brennenden D'Ärsrr/J^-'.lyH Md Bauern hiiiMZstriehen^ "' '-M.:'' '--l

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