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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-16 · Heft 532 (16.7.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 532 (16.7.1920)
Date
1920-07-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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a* Jßttte K "2 ,!li. tf? ‘ .' F njpWn» 2» ®5J[[" «-MULLrÄLrener :.ü‘VA'^ .trr Sr«M»»e«zn»» r v i»to K *^90 SktJ^ -.«LLLMche M WnHMIHrtta «wm-Mfe^ WWLSLWS Wien, Freitag, den 16. Juli 1S26 2. Jahrgang . Das Kohlendiktat. —y. W i e n, Itz. Juli. / Deutschland hat, wie verlautet, über von den bisherigen Meldungen aus Spa amtlich noch , nicht LefDtztMrd,'' Len Kohlenförderungen . der Entente nHDegwen. Damit ist wieder in einer sehr gefährlichen »Situation ein Ausweg gefunden worden. Dieses RefrütaL kann aber kaum befriedigen, denn es liegt hier wieder eine Unehrlichkeit vor, die von Lechen Seiten Legöchgsen wird, die aber zum größeren Teile den Alliierten zUAlt.', Deutschland steht vor der Drohung mit dem nKWlichen Einmarsch von sechs Divisionen'in das RuhrgMet. Das freNide Militär würde dort wahrscheinlich siM der so' heiß-begehrten- Kohle den Generalstreik vorfischen; -aber'da es sich in erster Linie darum handelte, iMötige-Kämpfe zu vermeiden, fügten sich die deutschen PMHeter. Sie unterschrieben ein: Protokoll, dessen UnäüsD.hrbarkeit ihnen, aber, auch .ihrer Gegenseite be- WÄ^wckr. Im gewöhnlichen. Leben M.ennt man das eine WDessüng, und kein Gericht würde.diesen Vertrag.anerkenftem Aber die Entente, deren Politiker und Volksmehr aus oder sie behandelt die Lebenssorgen der kleinen Völker wie lästige Angelegenheiten, afrikanischer Briefmarkenstaaten. 1 ' Die Entente hat aber die Führung ihrer Politik den Militärs übertragen. Ein Scherzwort aus Spa läßt den Marschall Foch sagen: „Die Alliierten verstehen einander nicht und deshalb komme ich als Dolmetsch!" Dieses Bonmot ist, wenn nicht wahr ist, gut erfunden. \ ' Die , Generäle sind wirklich zu den Dolmetschern der Delt avanciert, und,'die Sprache, die sie reden, wird überall' verstanden.Es ist die Sprache der Verhetzung und des, Unfriedens. Solange die Fochs in der Politik stehen, kann kein Frieden gedeihen, ob es sich nun um Menschen ioder um Kohle handelt. Das soziale Erdbeben, däsiri den Tiefen grollt, kiimmert sie nicht. Ihr Säbelrasseln, übertönt es. nur Gefangene der Wahltäktik und' der Generäle. das Zustandekommen, einer - solchen Einigung Äugt-. Kr die Zukunft viele Gefahren iusich. 'Die-! Un- MöSlichÄst, die; vertraglich .festgesetzte.- Kühlenmenge zu liefern,. läßt auch - für später immerh neue Drohungen uKs, Eiymengungen' in Deutschlau ds Mivtschaftsvolitik ^sen. und setzt die ruhige innere EntzviGung' wieder.ge- Mrlichen Unterbrechungerl aus.; Das Abkornnren^; ist drOuch gar nicht geeignet,der großen Kohlennöt,' unter W,chieiAtzM.^jd»e^-iWendwitz iahzuhelfen,' weil dank.- der' . MMe^iMWM^MrägeL-geGdß^ fHitz^Kphley-h.'aH.sv.LiSl EdMion HM allerorten, was ernerseAs. in - der physischen Schwache der Bergarbeiter, ündererseits 'in - ihreri Pottaschen. Orientierung seinen GrNNd hak. Dieser Zweig ÄB Arbeiterschaft, dessen Tätigkeit, .nur die Poeten,' picht.'aber die Staatsmänner in seiner, vollen Bedeutung eMßt-haben, ist der ammeisten vernachlässigte gewesen. Für, die Bedürfnisse der Bergarbeiter ist immer - am geringsten borgesorgt worden, und ihre Streiks, so bed^Mich sie auch der Gesellschaftsordnung ■ 5U Leibe gingen, köünteft daran, wenig ändern.. Der Krieg, mit seinen ringeheuerlrchen. Ansprüchen an,,üie Kohlenförderung, chachte die Arbeiter vollends zu Zeloten. Jetzt aber er- Mnett sie ihre Macht und wissen,'daß von ihnen, das Wdeihen der Welt, abhängt, , einer West, die noch immer atf imtt Prinzip des arbeitslosen Besitzes festhält.' Die Erbftternng des. Proletariats ist in dieser Klasse am stärksten. Sie wallen einfach nicht'mehr in ihren dumpfen Atollen unter steter Bedrohung dukch 'Wassereinbrüche und Schlagwetter' Kohle hauen für eine Gesellschaft von Mpidendenrittern). die nicht die Leistung des Arbeiters, sondern den Papierwert der Kohle messen.. Die Kohle, «ick Geschenk der. Erde an die ganze Menschheit, ist ein Äittfel der imperialistischen Politik geworden, und anstM die Kohlenfelder zu internationalisieren und , ihre Förderung aus die Staaten nach Bevölkerung und Jn- Ästriebedürfnis auszuteilen, hat die Entente die Kohlengebiete als ihr Eigentum anzusehen sich gewähnt..' .' . Es, geht mit der Kohle genau so wie mit all den Lockmitteln, die die Alliierten zum Zwecke der mora- Wen Eroberungen aufstellten. DasSelbstbestinunungs» rechts isti eiste Farce geworden, der Völkerbund ein Organ dstr spauzpsischen Politik, mit dem man brave Kinder belohnt ' und; schlimme bestraft. Das hohe Welttribunal . -ser f Gerechtigkeit: . verbringt, seine Zeit mit Engueten über die Epidemien im Osten — ohne aber selbst hierin .'«W.atz Gutes zu leisten —. und mit den Vorarbeiten zur Schaffung eines internationalen Pechies, das natürlich, lst^nn es die Geheirndiplomatie so will, ein wertloser Fotzen Papier wird. Volksabstimmungen sollen in Derschlesien, im Teschester Gebiet und inr Klagenfurter Bocken stattsinden. Aber sie lassen teils aus sich warten, Wils werden sie, wie jetzt in Schlesien,, plötzlich abgesagt. Völker, hat Wilson gefordert, . sollen nicht wie Schachfiguren hin und her geschoben werden. Die Probe auf das Exempel liefert jetzt Teschem Das Kohlengebiet ryit feigen zchölf Millionen Tonnen Kohle, mit seinen Deutschen, Tschechen und Slonzakenkommt an Polen, dgg, selbst Kphlebesitzt, wahrend-der Tschecho-SloMkei ihr einziges Gaskohlenreservoir > entzogen , wird. Die Entente kennt sich unter..<ibm».eigenen-.LrenMy-mM V Graz, 1.5. Juli. (Tel.-Komp.) Die w die Verständigung erhärtend d«tz Z u g o s L a w in Sp alato und Triest an I tal i en ei Die Anruhefi in Triest. Triest, 11. Juli. (Südslaw. Preßbur.) Aus den Berichten .der. Blätter geht hervor, daß außer der Filiale der Ljublanska kreditna banka und der Jaör-anska banka noch.'viele andere slawische Institute verwüstet worden sind, so die' Advokatürskanzlei des Mitgliedes der jugoslawischen Friedensdelegation Dr. R Y b ä r, die Kanzler ö-tzs'/Ptzafidönten. .'des' politischen Vw-eines ' ^Edmost" Dr.' W i l f r.a n s, die Druckerei des' Wdinost", die 'Kanzler der serbischen, orthööören .K'irchengeMeinde. die 's Lokalitäten der Buchhandlung Stöka, der Speditions- '^firmä Halkan, der Firma Frank und Kränz und andere. / ^Dre Wohrmng des jugoslawischen Delegierten ans der Piazza-Venezia und die Umtsraumlichekiten' "der. jugoslawischen- Delegation in der Pia Cesare Battistr wurden j voMylnrÄ. - demoliert. Dw- Zerstörer haben, 'hier auch Graz wohnenden EntenteverLreter habe« heute, i e n wegen der bekannte« Bor g e n nitim «t«m LVeereichk hat. "des ElWWe DsätsMU^ vM^Mettew.^Stock5' ■ Gebäudes hcrümergeholt und - sie auf, werke die". Straße geworfen, wo sie von . wen Demonstranten zerfetzt wurde.Der Äarodnidom, in welchem die Demonstranten an mehreren Stellen die Stockwerke mit Petroleum und Benzin begossen hatten, wurde' in B ran.8 g e si e ck t. Das Zaus ist. vollständig niedergebrannt; nur schwarze. Mauern sind. stehen geblieben.- Ern Herr und eine Dame, die, sich aus dem brennenden Haus nicht retten konnten,-sprangen vom dritten.Stockwerk aus die Straße, wodirrch sie schwere Verletz u n g e n erlitten. Der Herr. ist bereits seinen Verletzungen erlegen. Zahlreiche Personen, die von den Demonstranten für Jugoslawen gehalten, wurden, wurden tätlich ang egrrffen und durchgeprügelt. Mehrere Personen erhielten Stichwunden,, denen unter anderem der Koch vom Gasthaus in der BoNa Via und ein italienischer Leutnant erlegen, ist. Die. Blätter führen die Namen von etwa 25 Personen an, die durch Schüsse, Handgranaten und Stichwaffen verwundet wurden oder. Brandwunden erlitten. Antikroättsche Knndgebvngsn in Po La SLs«, 15. Juli. (Stefan!.) In P v l a fand eme Kundgebung für die Annexion dvrch Ftaben statt. Als dir Manifestanten dsr'einem, km-ii K r ö"a t e n gehSrenden Haufe vorbci- Wgen. swertettnedortbesindüchePkrsoneinenRev o l Vers ch uh ab. Die Menge drang darauf in daS HanS ein und verbrannte die E i n r i ch t «n g. Trotz sofottigen Einschreitender^Femr-' welir dehnte sich der Brand auf daganze Gebäude a«^ Zivdi - Bersaaliere wurde« verwundet. . n In einem anderen, - Kro>atrn.gehörigen Hanse, wurden 2> ft- Kilvgramnr voNstandist neucr militärischer topographischer KaUen von 'Istrien, zwei Distanzmesser' und 30 Telephonatzparat', darunur 11 Fcldteüpbonr, vvrgefmrden. - Die anWMenWsn Kundgebungen in .. " ' ' " /Larbach. ' Laibach, Juli,,.-(Südslaw..- Pr-Lßb.uregu.) ^Bek; cheu. gestrigen ^auM-attLuUchen-.-D-rrnoustrMoiW'.llf.e.s4s Much der Larrdespräfidsnt Breie au die deurouWrckutze^ iMengeeine Ansprache, in der er versicherte,, daß - di--?.- Zentralregicrurlgi die Foröeriln-gen und Proteste'->es' ganzen Volkes, verstehe. Die großzügige M-aniUtzzttvst des Kommandanten' der Draudibisiou, General H oif sH,.' der. in einer Ansprache betonte, die raiiönale' Rcgiörrtü'z!'. tverbe die Jilteresfen des Staates und der Be.v.öl-w^-ng-, .zu wahren wissen. Der Redner hob fchließlrHs..che''. sDapferkeit des jugoslawischen Heeres, ans das sichsh'ie Bevölkeritng..-.Perlassen; könne,..-'hervor. Die 'ÄyspWlZir. .des Generals löste große-.Begeistexung aics. Die.^x,ui-! festanten zerst^uten sich födann,..'.ustter^Wsi,ngünd^^ Nationälhymne. . ' ' ,- -Belgrad, 15. Juli. (Sübslaw?- Preßonreau.V Rn-. 'läßlich der, blutigen Ereignisse in.. Svalato .,r.iHiete/ -der .Rbgeordnete - Biailchim einet Anfrage an denMini- 'stKrpräsidenten,/ sojvie 'an..den Bertreier .des.lMiMerK> Är Äeußeres. wie lange uocb die 'ReajeMuH'Dkj^ eigenem Gebietdie i tal.ienrs ch e.n Pro vglas t io nen dulden wolle und welche Genugtnustf der italienischen Negieruilg gefordert habe.. ....^1 . Die BsrgLnge in Spalato. i.hrd c. ' Spalato.l 15. Juli. Der amcrilanische Admiral'-.W-tzraZ : Befehl gegeben, daß alle im'Adriatischrn Meere iMMden ' amcrckamschen Schuf« nach Spalata zu fahren härrenl Heme-.M l dak Schlachtschiff Olympia und ein Kreuzer hier riugetrvWHl u Tvalato, l5. IuU. Gestern wurde . d>.e. Blockade WN > Spalaio aufgehoben.. ''- ■ ' .CI in Spa. ua '-4:. i'äf; Dis Eutschüiduttg in der Kohlenfrage. Spa, 15. Juli. (Wolfs.) Die deutsche Regierung i:at dem Obersten Rat ihre endgültige- Entscheidung In der. Kotslonfrage schriftlich' mitgeteilt.! -Das Schrift" istück war von einem Privatschreiben^ des Neichsministers Dr. Simvn s an dm englischen-Premier,niuister begleitet. - Die deutschen Vorschläge in der Kohlenfrage. -<Spa, - 15. Juli. . (Wolfs,) Die Vorschläge dr;r deutschen, Delegierten wegen der Kohienlieferungen haben folgenden Wortlaut: .1..,Die -deutsche Regierung-vörpflichtet sich, vom 1. Aügust.,1920. an auf vorläufig sechs: Monate den .aMerten litegieryngen. monatlich,, zwei.-, MUH-gm.Donnen- Kohlen zur"Versügrmg.zie stellet^ 2. .Dieä-llfterten R -gierzrilgen ' leytM ^eu' Geaentuert pJZ . Hösto oes deutschen Inlandspreises durch - Anrechnung auf dä>^ Neparationskontv. .. mit der Differenz', zum Weltmaitt'.'' Preis in barem, soweit nicht die Art der Zahlung durchs das allgemeine Abkommen über die Finanzsragen ander s, bestimmt wird., 3. Während.der Dauer! de * «ubesuch [ neten KahleNlieferung bleiben die Bestimmungen in der Kohlenfräge, die der deutschen Delegation am 9. d. M mitgeterlt unb am 11. d. M. abgeändert worden sind, außer Anwendung. Eme Erhöhung der rnonatlich zu lresernden Tonnage durch den . .Wiedergutmqä)ungs< . ausschull findet solange ^nrcht -sta^ 4. Es wird alS^' - bald em Abkonimen über die Lage in Oberschlesien; ichafiett> durch das entweder die deutsche Regierung dick : Beringung über dre oberschlesische Kohle zurückerhaltt ooer rn dem doch der mollallrche 'Bezug von mindestens 1 i Millim on ^ounlm-gewährleistet wird. 5. -Es wird' i iiUÄüoiö.jpinft üLimichte KMmlUiLN. in "f i •iiBüttirriiiiiMWttiri—

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