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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-15 · Heft 531 (15.7.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 531 (15.7.1920)
Date
1920-07-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 831' Wien, Donnerstag frefc Mko nstruktiänsbank für Oesterreich die Vermittlung und treMändigeUeberwachnng der von der holländischen ' Bank. zü gewährenden Kredite übernimmt. Die Bank trjtt^ iw best Verwaltungsrät der .Trenga ein, an dertzn Mpitalserhöhüng sich die holländische Gruppe beteiligt. - PerlmuLterindustrie in Palästina. Vor kurzem würde in Lodz durch eine Gruppe von 5tausleuten und Fabrikanten eine Aktiengesellschaft für Perlmutteri n d u ft r i e in Palästina gegründet. Dieser Gesellschaft, der auch spezülle Fachleute angebören, gelang es,, die nötigen Maschine« günstig emzukansen. Dieser Tage traf die Erlaubnis zur Ausfuhr der Maschinen ein. Im Anschluß daran beschleunigen die Gründer die Borbereitungen, um die Fabrik schnellstens in Gang zu setzen, die vor allem Knöpfe und alle Arten von Luxusartikeln der Perlmutterindustrie fabrizieren soll. Gleichzeitig sollen noch einige andere kleinere Industrien angefügt werden, wie Fabrikation von Strümpfen, Heften und tan h e l S b ü ch e r n, 'wie auch eine Druck- und ithvgraphieanstalt. DaS Aktienkapital beträgt 2,000.000 Pwnd. Die allgemeine Versammlung der Aktionäre fvll demnächst stattfinden._ . valuteukurse. Im gestrigen freien Verkehr waren fremde Zahlungsmittel wieder begehrt und wesentlich höher. Es notierten: 8 e i n o t e n K 4.90. Rubelnotenll 3.53, M a r k n ö t e n S rst» L ^.69, L i r e K 10-20, Sch w eizer Nöten L 30.50, tschechische Noten K 380.50, Dollar K 169.—, Dinars 1090.—, p o l n i s ch e M a r k K 110.—, Pfundkl 655.—, u n g a r i s ch e R o t e n IC 102.—, A«S- , a hl» « g A g r a m K 273.—, A u S z ah lung Berlin K 4.49, Auszahlung Prag L 8.74, Auszahlung B u d a p e st ll 102.— und u n g e st e'm p e l t e N o t e u LSS.-. Die Ausbeutung von SLaatöeifenbahnunter- «ehmuuge» durch Rumänien. Aus Bukarest wird uns berichtet: Der rumänische »Staatsanzeiger" veröffentlicht eine königl. Verordnung, nach welcher das Handelsministerium mit der Mündung einer Aktiengesellschaft beauftragt wird, welche die Ausbeutung der Domänen, Bergwerke und Fabriken von Bisch itza, bisher Eigentum der österreichisch-ungarischen StaatSeisenbahnaesellschast sowie die der Erzbergwerke und Fabriken von H u n h a d, bisher im Besitze des ungarischen Staates, znm Zwecke dat. Um Rumänien vom Auslande unabhängig zu machen, Wird eS auch die Ausgabe dieser Gesellschaft sein, eine Waffen- und Munitionsfabrik und eine Fabrik für alle der Erdölindustrie nötigen Geräte und Werkzeuge zu errichten. Bo« der Wiener Börsekammer. I« der gestern unter dem Vorsitze 'Hes Präsidenten Bernhard Poppe r^Artb erg abgehaltenrn Vollsitzung der Wiener Börsekammrr wurden die durch dir nunmehr vom StaatSamte iür Finanzen genehmigte Erhöhung der BörfkratSytandate und durch den Tod des Börierates Direktor Wershnt notwendig gewordenen Ergänzung-- wählen, auf anfangs Oktober festgesetzt. Ferner wurde zur Erhaltung der Gleichgewichtes im Budget der Wiener Borsklammer eine namhafte Erhöhung aller Gebühren beschloste«. Die. Getrcibebewirtschaftung in Pole«. - Ans Warschau wird berichtet: In der Frage der Getreidebrwntschaftung ist ein Kompromiß zwischen den Parteien zuständegekommen. auf Grund besten der Landtag das Apvrovistvnierungs- Stütz,verabschiedet - bat. Das Gesetz unterscheidet drei Typen landwirtschaftlicher Betriebe lbiS zu 30 Hektar), von 30 bis 109 und über 100' und akzeptiert das System der Kontingentierung. 25"/« deS Kontingents sollen nach dem Kompromiß b'.s znm 15. September, weitere 25% bis zum 1; Jänner 1921 und die restlichen 50% bis zum 1. April 1921 abgeliesert werden. Geschäftsverkehr mit Kalifornien. Heimische Interessenten erhalten m der Expvrrabtrilung der Niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer unter Zahl 21.414 Informationen über die Marktlage von Metallen, Chemikalien, Seifen, Harz und Altpapier, welche Wärest eine Firma in Sau Francisco offeriert. Ausgleich. Vom Wiener LandeSgerichte würde das Ausgleichsverfahren über da« Vermögen des Jakob O st« r i u n g. Agenten in Wien, II., Obere Donaustraße 89». eingeleitet. Ausgleichskommcstär Oberlandesgerichtstat Dr. Franz Lihl, AuSgleichsvei Walter Berthold Kohn, Wien, l., Sterngaste 3. Ast- Meldefrist 20. August. Ausgleichstagfatzung 27. August, 10 Uhr vormittags. Wiener MsrflenzeitunA Wiener Börse. Dieselben Momente wie vorgestern beeinflußten auch die gestrige Börse im ungünstigen Sinne und wieder fanden spekulative Abgaben statt« Obwohl das Geschäft eng begrenzt war. venirsachten die Abaaben ans einzelnen Gebieten dennoch größere Einbußen. Nach Erledigung der ersten Verkäufe trat eine leichte Besserung ein, die sich scdoch nicht zu behaupten vermochte, da die Kont^rmine wieder am Werk war. Stärker in Mitleidenschaft gezogen waren ungarische Kredit, die K 117 verloren, obgleich hierin fast gär kein Verkehr stattgefunden hat. Das günstige Bllanzergebrris der österreichischen Kreditanstalt blreb ohne Eindruck. Auch im Schranken waren mit» ganz geringen Ausnahmen tiefere Kurse zu verzeichnen. Dampfschiff verloren K 250, Adria L 230, Nordbahn K 400. Von den Jndustriewerten büßten Bergimd Hüttenwerke K 400, Waffen K 120, Nordungarische Kohlen K 200, Oberungarische Hütten und Urckany je K 100 ein. Karpathen Petroleum wurden um K 800 und Fanto um IC 350 billiger abgegeben. Von den Renten wiesen die ungarischen Kategorien Besserungen auf. ferner waren Kriegsanleihen begehrt und höher. Die allgemeine schwache Haltung blieb bis zum Ende des Verkehrs in Geltung. Nachstehend bic wichtigsten Schlußkurse: ^nSustrie-lLuteruehueungen. Allgemeine Baugesellschast 699.— (— 6.—), Nnionba» 592.— (— 28.—), Wiener Baugesellschaft —.— (— —Königshofer Zement 2800— (— —.—), Perlmoosrr Zement 2150.— (r- 50.—}. Wienerberger Ziegel 1835.— (— 5.—), Liesiuger Brauerei 1298.— (—14.—). Sarajevo -r.— (.-.—), Aussig Chem. 6775.— (— 225.—), Brosche Spiritus — — (——.—),. Card »rundum — (-Clothrlde 2t00.— (— 83.—), A. EG. Union Elektr. 1300.— (— 20.—), Bereinigte Elektrische 1098.— (— 44,—), Siemens SÄuckert —(-Alpine 3030—(— 10.—, Berg- und Hüttenwerke 8100.— (— 400.—), Austria Email (— —Egydier —(-.—), EnzeLfelder 1890.— (— 10.—), Felten 4 Guilleaume 4175.— (— 25.—), Greinitz Eisen —(-.—), Hutter & Schrantz 1270.— (— 30.—), KruppA.-G. 1475.- .(+ .85,^-), Poldchütte 2319— (- 81.-), Prager Eisen 6100.— <— —.—), Rimamurany 2800.— (— 65.—), Skodawerke 2195.— (+15.—), Waffenfabri! 2890.—, (—- 120.—), Brüxer Kohlen —.— (— —Gran« Tzaswarer —(— —.—), Nordnng. Kohlen 2800.— (- 200.-),Obmrng.Hütten.5550.— (- 100-),Nossitzrr2520.— (-.—), Salgo « Tarjauer 6390.— (— 30.—), Trisailer Kohlen 3340.— (+ 40.—). Ung. Allg. Kohlen —.—(--.—), Urikanh 4400.— (— 100.—), Veitscher Magnesit — .— (-Westböhm. 3375.- (+ 75.-), Wolfsegg 1425.- (— 60.—), Danek Maschinen —(— Brünner Maschinen 2550.- (— —Daimler Motoren 1125.— (— 30.—), Fiatwerke —(-.—), Heid Maschinen 980— (+ 18.—), Hofherr 4 Schrantz 850.— (+ 55.-r), Sigl Lokomotiv 1445.— .(— 35.—), Rnston 2199.50 (+ .19.50), Simmeringer 1195.— (+ 10.—), Elbemühl —(— Leykam-Josessthaler 3135.- (- 90.-), Neusiedler 7850.- (-200.-1, Apollo 3885.— (— 90.—), Fanto 16.600.— (— 350.—), Karvalben 10.500.- (- 800.—), Galizia 22.450.- (+ 70.-), Schodnica 12.850.— (— —.—), Cosmanos 2570.— (— 110.—), Fezfabriken —(— Schoeller Zucker 6500.— (—320.—), Sckönpriesener —.— (— —.—),■ Oesterr. Eisenbahnverk. 1850.— (— 50.—'s Ung. Eisenbabnverk. 1020.— (— 40.—Wiener Waggonfabrik 1445.— (+ 55.—), Gerngroß 655.— (— 23.—), HolzhandelSgesrllschaft 2380.— (— 10.—), Türkeulose 1580.— (-20.-). Trausport-Nutvuurhmuuse«. Adria 9870.— (—230.—), Aussig-Trplitzer Buschtehrader Ul. A — (-.—), Buschtehrader lit. B —(-Donau- Dampf. 8750.— (— 250.—), FerdinandS-Nordbalm 11.750 — (— 400.—), Graz-Köflacher (-Kascha»-Oderberger —(— —Lemberg » Czernowitzer 1720.— (— 30.—), Lloyd —.— (— Navigazione 8250.— (—50.—), Staatseisenbahn3360— (—20.—).Lombarden758.— (+ 8.—), 3% Süddahn-Prior. 1013.— (— 30.—), Staatsbahn- Genußscheine (-.—). Reute«. Mairente 90.— (— Frbruarrente 91.50 (-), Oesterr. Kronenrente 85.— (-.75). Oesterr. Goldrente —.— (— —.—), Ungar. Goldrente 270.— (-.—)> Ungar. Kronenrente 109.-? (+ 2.—). Banke«. Astgla-Bank 772.— (— —'\ Oesierr.-bvSn. Bank 601.— (+ 21.—), Ungar. Bank «nd Handels. 960.— l— —.—), Bankverein 770.— (— 10.—), Dodenkredit 1720.— (— —Oesterr. Kredit 985.— (—15.—), Ung. Kredit 1650.— (— 117.—\ Depositenbank 724.— (— 6.—), Niederöst. Eskompteges. 1150.— (— 20.—), Ung. Hypothekenbank 550.— l— —), Landerbank 957.— (— 1.—'. Bosn.- Landesbank 665.— (+ 25.—), Mercur 872.— (— 8.—). Oestcrr.-ungar. Bank 4150.- (- 50.-. Unionbank 795- (- 5.-1. Verkebrsbank 612.— (— 10), ZivvofteriLka 540.— (+ 20.—). 15. 3ul%1920 Seite 7 Berliner Börse. Berlin» 14. Juli. Verstimmt durch die nnerfreüli'chet Meldungen aus Spa Zeigte die Börse heute im-alloemeinen sehr geringe Neigung,, sich geschäftlich zu betätigen. Die Kurse neigte» meist nach unten und namentlich Petvvleumwerte gaben unter fortgesetzten Realisationen weiter nach. Auch Augsburg-Nürnberget Maschinen' und Daimler-Aktien waren aus dem glrichen Grund« wie gestern erheblicher gedrückt. Monta/rwerte wiesen gleichfalls vorwiegend Abschwächnngen. wenn auch weniger erheblicher Ar? auf. Festigkeit zeigten dagegen Farbwerte, die 3 bis 6% gewannen. Im Verlaufe stellte sich vorübergehend Kauflust für BuderuS« und Rombacher-Aktien ein, deren Kurse sich um 10. brziehungs« welle 9% Hoden. Sonst schleppte sich das Geschäft bei unbedeutenden Schwankungen träge hin. Kolonialvapiere konnten sich zum Teil« bessern, so Schantungbahn- und Otavi-Aktien. Reg« Nachfrage zu steigendem Kürte bis 39.75 entwickelte sich nach polnllcken Kriegsnoten auf Grund unkontrollierbarer Gerücht« bezüglich der Einlösungspflicht Deutschlands. Die Devisenkurse. Wie«» 14. Juli- (Kurte der österr. Devisenzenwate.) Anrstsrtznm 5690.— -5600.—), Berlin 444.60 444.50), Zürich 2700.— 12700.—), Chrlstiama 2550.— (2550.—), Kopenhagen 242».— (2425.—), Stockholm 3200.— (3200.-), Mark-Noten 440.50 (440.50), Lei-Noten 400.— (390.—), Leva-Roten 280.— ,(260.—), Schweizer Noten 2675.— (2675.—), Französische Note» 1250.- (1250“-), Italienische Noten 950.— (925.—,), Englische Roten 585.— (585.-), Dollar-Rvteu 150.- (145.—), Rubel-Noten (Romanows) 270.— (260.—). Wie«» 14. Juli. (Kurs e im freie» Verkehr.) Agram 263.— bis 285.—, Budapest: Zahlung in Postsp-vörHageld 98.— bis 108.—, Budapest: Zahlung in gestempelten Nsles 93.— bis 108.—, Ungarische gestempelte Noten 97.— bis 107—, Warschau, Krakau m poln. Mark 90.— bis 104.—, Prag 365.— dis 385.—, Tschrcho-slow. Kronennoten 5000er 367.— bis 887.—, tleinere 368.— bis 388.—, Neue Dinar- ■ noten 1025.— bis 1075.—. » Prag, 14. Juli. (Kurse der Devllementrale.'! Amsterdam 1593.50 (1593.50), Belgrad 295.— (283.—), Bulin 117.25 (117.25), Bukarest 127.25 (121.25 +Sofia 103 25 (101.25) , Zürich 803.50 .803.50), Kopenhagen 743.50 1743.50), Stockholm 998.50 (998.50), Mailand 271.— (271.-). ParrS 379 — (379.-). London 178.25 (177.25), New-Yvrk 44.75 (44.50), Wien 26.25 (26.37\ Brüssel 401.—(40t.-), Agram 73.50 (70.50^. Warschau 25.— (25.—), Budapest 27.— (27.—). Jugoslawische Noten 292.— (280.—V Marlnoten 116.25 (116.25), Rumänische Noten 123.25 (117.25), Bulgarische Noten 100.25 (98.50), Schweizer Noten 799.50 (799.50), Dänische Noten 739.50 (739.50), Schwedische Noten 994.50 (994.50), Italienische Noten 268.— (268.—), Französische Noten 376.— (376.—). Englische Noten - von 1 Pfund Sterling aufwärts 176.25 (175.25) , ' bis 1 Pfund Sterling 175.25 (174.25); Amerikanische Nöten von 10 Dollar aufwärts 43.76 (43.50), von 1 * dis 10 Dollar 42.75 (42.50), Oesterreichllcke gestempelte Krone« 25.25 (25.37', Holländische 1588.50 (1588.50), Belgische 401.— 401.—), Serbische Noten —(—.—). Berlin» 14. Juli. (Devisenkurse.) Amsterdam 1366.10 (1348 65), Antwerpen 342.15 (842.55), Christiania 649.35 (636.85), Kopenhagen 654.35 (641.85), Stockholm 856.60 (847.15), Helstngfors 158.80 (157.30), Italien 229.75 (228.25), London 151.85 (151.10), New-Aork 38.55 (38^20). Paris 322.15 (319.65), Schweiz 687.30 (681^80), Spanien 616.35 (614.35), Wien altes 21.'97 (21.97), Wien abgestempelt 25.84V, (25.97), Prag 84.90 (84.80), Budapest 23.37 (23.47). Zürich» 14. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von her Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 14.40 (14.70), Holland 198.50 (197.601 New-York 559.— (558.-), London 2102 (22.02), Parrs 46.80 (46.80), Mailand 33.25 (33.40), Brüssel 50— (50.25), Kopenhagen 94.— C93 50), Stockholm 124.50 (124.—), Christiania 93.75 (93.50), Madrid 90.- (90.—), Buenos-Airrs 230.- (233.-), Prag 12 40 (12.50), Agram 9.20 (8.40). Budapest 3.45 (3.40), Warschau 3.10 (3.10), Belgrad 37.— (34.-), Wien Geld 3.75 (8.S0), Wien Ware —(—.—), österr. gest. Kronen Geld 3.90 (3.90), österr. gest. Kronen Ware — Amsterdam» 13. Juli. (Devisenkurse.) London 11.15 (11.17), Berlin 7.35 (7.45), Paris 23.45 (23.85), »Schweiz 60.65 (50.75), Wien 1.92% (1.97%), Kopenhagen 47.20 (47.—), Stockholm 62.75 (62.65), Christiania 47.30 (47.25). New-Yvrk 288.- (282.50), Brüffel 25.40 (25.50), Madrid 45.60 (45.80). Italien 17 - (17.10). Es blieb eine Weite still am Tisch; Berl Weinstein ließ seine Blicke, aus denen einige Besorgnis sprach,, prüfend von Chane zu Jossel gleiten. Dann fing er mit einer-gewissen Feierlichkeit zu sprechen an — sz> daß Jossel' verwundert au^sschaute; CAane setzte dve Tasse nieder und sah ihren Vater lest an. Meine lieben Kinder," sagte Berl Weinstein, „ich hätte es sehr gerne gesehen, wenn ihr nach der Hochzeit noch ein Jahr-'oder dochein paar Monate bei mir M Hause geblieben wäret. — Du, Mssel^ hättest weiter! gelernt und Ehana lsätte für dich .gesorgi. Jhr hättet ja gar keine Sorgen gehabt. Die wäre 'meine Sache gewesen — und so wäxe es auch richtig gewesen nach unserer heiligen alten Sitte. Nun — ihr habt es anders, gewollt; ihr wolltet ins Ausland gehen — nach Berlin.! Auch gut! Ich habe nicht Nein gesagt — und dein Vater! auch nicht, Jossel. Es ist.eine andere Zeit und vielleicht! versteht ihr das schon besser." Aber — deswegen sollt? ihr doch keMn (Schäden haben und ich Hill keinen) V>srM davon. Jl)r sollt auch hier von mir für die! erste Zeit eine Hilfe haben; das Leben in. Berlin ist! teuer." - .. ' ' , -i Berl machte eine Dause; Jossel guckte seinem Schwiegervaterarglos und sehr erstaunt, an; er wollte^ etwas Wen, aber Chane winkte kurz ab. j „Laß, Jossel!" sagte sie sehr ernst. „Was ist damit, gemeint?" ij „Gewiß nichts Schlimmesl" sagte Berl Weinstein,! unter einem Lächeln einige Verlegenheit bergend. Er stand auf und.stellte , sich hinter Kiatzkes Stuhl. „Wolf,! etzahbr du, was ich für die Kinder getan habe." < >,Jch?" sagte Klatzke erschrocken, „wie foMMe ich dazu?" / ) „Also, was ist es sagte Chane und preßte ditz LrpptzN zusammen.' . . Jossel blickte ohne- VerständnA von einem WM! ' '(F-rtsetzu«gMM Ein literarisches Unternehmen. Aus dem Tohuwabohu Sammy Gronemauu». ' (3. Fortsetzung«) „An sehr feine Menschen, die noch in keiner Liste sonst stehen: Hör' zu: An den Geheimen Sanitätsrat Pamberg, an den Justizrat Krotvschin, an den Professor Mandelbrot, an den Landesgerichtsrat Levisohn, stn den Theaterdirektor Loewe." , . „Sehr feine Leute das!" sagte Verl Weinstein verwundert, „und die Men, für jüdisch $ Zwecke? W5Mn wird man denn KirchLN baueü?" „D i e Leute geben auch für. jüdische Dinge — alles spymme und interessierte Ju8sn'!^' „Merkwürdig: Geheimrat! Professor,'- Theaterdiräktor! — Wo hast du die Adressen her? Dü bist doch noch,sö' neu hier!" ‘^ :r ■!' 'Klatzke lächelte geheimnisvoll.! .' ■ ’ TT. . ,. ,Mas.für einen Namen unterschreibst fragte Mv§Weinstein kopfschüttelnd. jr'' ’f,’/; - - ^Ephraim Liftschch." _... . '; j . .. „Du hättest ruhig schrerbeu .könneit Jossel WleÜM(Meinen Schwiegersohn Ibennt böch in Berlin kein Mensch.". ,1/ ., 1 . „Warum soll ich den rechten Namen schreiben,. Ivenn-'es4 fo viel falsche' Namen .gibt?" gab Klatzke zurück^.„.Und,ich meine, aus'Jossel kann noch etwas werden^" 'ein Doktor -oh-r ein Hrofessor. Da ist «S besser,''wenn sein NaMie- 'sticht ' Unter einem solchen/ Schreibest gestanden hat." „Ich denke, dus hast, recht," sagte Verl Weinstein. Cr ist ein sehr tüchtiger Mensch. Und meine Chana ist auch nicht dumm. Nur — du weißt, wie heute die Kinder sind! Der alte Schlenker hat sich nicht , wenig erschrocken, wie die beiden ihm gesagt haben, daß sie nach dev Hochzeit hierher ziehen wollte^! Vstch! Vexlin! — Studierest! — .Eine Jdeet^ Ich habe Jossel selbst geraten, hierherzukommen. Ich dachte, er kann es hier weit bringen. Aber von seiner Heirat habe ich keine Ahnung gehabt; jetzt liegt das-doch ganz anders!" „Wieso? Ich bin ganz zufrieden damit. — Sonst hätte ich ihn mit ihr auf ein Jahr in mein Haus > nehmen müssen und es sind merkwürdige Menschen, — die Kinder von heut!" „Und der alte Schlenker war einverstanden?" „Daß sollte er machen?— Und dann ist da noch eine Geschichte! Eine alte Sache!. — Der .Morsche Schlenker hat noch' einen Bruder gehabt — der ist nach Deutschland" gegangen, als junger Mann; Maische Schlestker war da noch ein Kind. - Aber er hat mir erzählt, was das für eine Trauer im Hanse gewesen ist, wie eines Tages der Bruder verschwunden war. Er hat nur ejnen Brief zurückgelassen, später hat er noch ein paarmal geschrieben, aber, die Brieftz sind nicht an gekommen; Und. nachher hat man nie etwas von ihm gehört. — Da meint der.Moische Schlenker, es ist schon besser, sein Jossel ’ geht ntii seinem Willen weg, als daß er heimlich wegläust."- . „Da hat er'recht! — Aber ich weiß nicht.— mit; den Briefen . da —• da habe ich etwas Angst, post Jossel.' Er hat da so überspannte Ideen " „Laß mich nur machen!"!sägte Berl Weinstein beruhigend und ging dem jungen Paar entgegen: das eben eintrat. „Ansgeschlafen? Nun setzt euch, und trinkt Kaffee!" „Wir haben uns aus dem- .Adreßbuch ausgeschrieben, was wir brauchen," sagte Jossel vergnügt. „Wir wollen gleich gehen." . \ . „Wohin?" fragte Berl verdutzt. „Was für „Adressen habt ihr gesucht?" ' ' Jossel wollte antworten, aber Chane sagte kurz: „Verschiedene Adressen^die wir brastcheyj — Beeile 'chiK, Jossel! Mr müssen bald gehen.^

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