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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-13 · Heft 529 (13.7.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 529 (13.7.1920)
Date
1920-07-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Allgemein suhlt, Mn, daß . wir, wenn esnicht bald M einem dauernden Frieden in Europa kommt) einer Rene neuer' Kriege, und> zwar nicht nur in' Europa'Mein, sondern auch in Men und Äsrika) entgegsngehen.iDev-Kerlaus -der Kan- Meirz in Spa, die BniK^rlZnsmrümnkunst,--der-1:uMch« volnische Krieg, der en'glisch-ürrechisch'türkische Konflikt, diö'-Beziehungen der Verschiedenen Staaten 'Europas -zu- . erstander und-Nicht' in -letzter"Linie 'die politisch-sozialen Brisen inNerh'älö der siegreichen und) der besiegten Staaten' dduttznauf' Sturin.'. Daß däs^'niörsche Gebäude der Wffenteimmer/ ürüchigev MrL, :MßEe -Differenzen zwrsrhen England' urrd Frankreichs ÜE beiber-' Staaten mit Italien sich ebenso -steigernwie: die- Differenzen der Sukzessionsstaaten.. zlieMndM.,-Md^^zM^EfltMe, zeigt jeder Tag drastisch. Kranfrelch".. ttlöPe 'uw' jeden Preis den'polnischen Staat als Schnjzuiaurr gegen Preußen- Deutschland stützen, cs möchte gerne eine halbe Million ^.rustpen nach Polen sendech' aber abgesehen davon, daß 'die sozialistische Opposition, die Mx."dritten InternätioMle neigt — cntschiedeir gegen ei ne Einmischung in den pölnisch-rnsstschen Krieg Stellung nimmt.' sollen in Toulost bereits französische Regimenter gemeutert haben (ehenso wie in Italien 'italienische/Truppen sich WÄgerten, nach Välona abzugehen und sich an einem neuen Äbcttteuer in Albanien .zn beteiligen). Polen sandte bereits wiederholt Hilferiife üiä'ch Frankreich: dieses aber war,' '-bisher) außskstdüdp) /-ffe'rNenpolnischen jSchützlingen in anderer Wesseszpi'chÄW>, -"aMchütz es ' Rumänien nähelegte, '.mNMDßDt^iaAi^MnürMMÜe^ Bedrohung durch den russiMöN BRWÄviAMks>-tzttguNsten Polens zu intervenieren. Tatsächlich rüstet auch, Rumänien — übrigens aüMdie//H^eH>s'SlpDakek, Und Frankreich— da es sich in seinem bessaräbrschen Besitz bedroht sieht:, im übrigen aber ist mit Ausnahme des einzigen Ministers Take JonMu kein einziges anderes Mitglied im• rumänischen '.Ministerium für ein Eingreisen in den russisch-polnischen Krieg, einerseits weil nzast'rn Bukarest mitder , Möglichkeit eines Angriffes Mtzarns rechnet. ' . "; Bulgarien hat sich noch keineswegs mit den letzten . ii^rrptoplalen Verlusten an Rumänien, Griechenland und Jugoslawien abgefunden und wartet auf den Moment, rM mit diesen‘ Staaten abzurechnen. In Griechenland stzhlen sich die heutigen Machthaber, sehr unsicher, wie iauch pie wiederholten Meldungen von Attentatsversuchen tzegen den griechischen Ministerpräsidenten Vemzelos beweisen. Eingeweihte Kreise glauben-auch an neue Umwälzungen in Griechenland, , wie.' in - —, Jugoslawien. Mr die Zustände im jugoslawischen Staate sind die wiederholten Meldungen über ein Attentataus den Köchig Alexander und eine ganze, Reihe von Matz- Melüngen und Ausweisungen Unbequemer Personen. Darunter auch vieler Juden, sehr symptomatisch. •- Besonders erbittert hat unter der kroatischen Bevölkerung die Enrkerkerung des sehr beliebten Bauern- Wrers Rada, gegen den nun sin Hochverratsprozeß stattfinden soll, wegen seiner hochverräterischen Umtriebe für eine selbständige kroatische Banernrepublik. - . Aber nicht nur in Kroatien, sondern auch in Montenegro und Albanien gärt es gewaltig gegen die heutigen Pelgwder Machthaber. Die Kämpfe Zwischen Serben und Montenegrinern. aber auch die Kämpfe in Albanien beweisen es. Speziell in Albanien wendet inan sich nicht nur gegen die südslawische, sondern auch gegen die — Italienische Fremdherrschaft. « Unter dem Eindruck der Vorgänge in Albanien — vber auch der Sozialrevolutionären Strömung in Triest, Orient und Fiume — hat bereits das Ministerium Gitzlitti eine Erklärung zugunsten der Autonomie Albaniens abgegeben. Diese Autononne fordern jetztaber Me-Völker, auch die Türken, die Irländer, Inder ünd N-egypter, und werden in ihren Bestrebungen noch durch verschiedene radikal-sozialistische Gruppen angeeifert. '"/So.gestaltet sich denn das Weltbild und speziell das «Etlropas immer, chaotischer — weshalb man auch in Ambon 'und Paris pnter - anderem , immer lauter nach einer Donaukonföderation, ruft. •' Jedenfalls/ stehen, wir mn Vorabend wichtiger Ereignisse, welche auch im jüdi- Wn, Volke eine Konzentration aller ' produzierenden. HchWen dringender als je/erheischen.' Paris, 12. Juli. (Funkspruch.) „Figaro" meLdet aus Warschau^ baß der polnische Minifterprasideut zwecks Abschlusses eines Waffenstillstandes mit Sswjetrußlaud im Namen der polnische» Negierung erklärt habe, die polnische Regierung verzichte auf Wilna, sie sei bereit, ihre Truppßn auf der ganzen Linie 2 0 0 Kilo m eter westlich der Beresina zurückzuziehen nnd sei einverstanden, die o st g a l i zische F r a g e, die durch die B o t s ch a s t e x k o n f e r e n z schon zu i h rem G u n ft e n e u t s ch i e d e n worden sei, uockmals per handeln zu l ö s f e n. Diese Erklärung sei ans Betreiben des WaeschaNs Fach erlassen worden. Man zweifte nicht, baß angsftchts dieses überaus großen Entge§enKoMMens die Volschewiken zum Abschlrch eines WaffenstMstandes bereit fei« werden, umfomeW, als sie den Frieden zumindest so wie PoW benötigen. '/WäffeKstiÜstLWverhKnölungM. Paris, 12. Iuli.?sfKorr>Bur.) Nach einer Meldung der „Chieagoi Tribüne" aus Spa hat der polnische MikMerPräsident hem General MÄ& l^ u , In^UMMWAeWM / um - so- Bsr--- chandlungsn ühgri den A h f ch l u tz ein e s W a s f e n ft i l b st d e s M bögMen. Die Polen sollen stch, auf Polenzurftckziehen. London, U. Juli. Das Reutersche Bureau meldet ,aus -S p-a: Die- Verbündeten- --.machten: der Sowjetregierung' den Vorschlag, einen Wafsenstillstaird mit den Polen auf der Grundlage vorzuberelten, daß sich die Poleninnerhalb, ihrer Grmrzen zurückziehen. Dein Waffenstillstand würde eine Friedenskonferenz folgen, an welcher die Grenzstaaten teilnehmen würden. Im Falle der Weigerung und eines Angriffes auf die Polen im- Innern Polens würden die Verbündeten Polen ihre ganze Unterstützung leihen. AtterKeunungswirusche der Bolschewiken. London, 11. Juli. (Reuter.) Dem „Daüly Teleg r a p h" zufolge ist derenglischen Regierung eine Botschaft aus Moskau zugekommen, des Inhalts, die Regierung der Sowjets würde die Einstellung der Offensive anordnen, wenn die Verbündeten die Macht der Bolschewiken anerkennen und dem Zusannnentritt einer Friedenskonferenz zustimmen würden. Die Beresina-Linie von den Pole» aufgegeben. ' Warschau. 12. Iiüi. (Funkspruch.) Frontbericht vom 10. Juli: Längs der Eisenbahn Uolodetschno-Polotek, haben unsere Truppen bei- Jazna, fiinf Kilometer südöstlich ' von Krzywicze, bolschewikische Angriffe abgeschlagen. Unter dem starkÄr Druck des Feindes haben unsere Abteilungen die Beresrna-Lrnie aufgegeben. S m o l o w i c z e wurde vom Feinde besetzt. In der Umgebung von Minsk dauern dse Kämpfe an. Nördlich des Prypjet überschritt der Feind den Ptyczflnß, wurde jedoch wieder zurückgeworfen. Der Feind erlitt schwere Verluste. Südlich des Prhpjei ziehen sich nnsere Abteilungen' in vollster Ordnung zurück. Sarny würde vom Feinde besetzt. Abteilungen des; Generals Raszewski besetzten vorübergehend Rowno und führten das dort lagernde Kriegsmaterial mit. Zwischen Lutk und Dubno Geplänkel. In Pödolien ziehen sich die Truppen des Generals Rom er plan maß i g zurück. Warschau, 12. Juli. (Funkspruch.) Frontbericht vom 11. Juli: Im Gebiet von Swenzjany Reitereikämpfe. Nordöstlich von Wiljeka mußten unsere Abteilungen nach Härten Kämpfen die Linie des Wiljaflusses a u fg e h e n. Der Feind besetzte trotz Gegenangriffen Ponyaticze und Wiazyn und nähert sich Molodetschno. Oestlich von Minsk ist der Feind vorgerückt und hat jene Der-' teidigungsanlagen durchstoßen, die Minsk unmittel- , bar Mützen. In der Nordpolesie wurden alle.Angriffe aus den Brückenkopf von Ptischt abgewehrt. , Südlich J des Prypjet wurde im Rücken des Feindes Owrutsch { vorübergehend wieder besetzt, die dort befindlichen Chinesen und Kwmmuinsten geschlagen und dem Feind, sehr schwere Verluste zugefügt. ,Jn Podolien .hat die ' Apmee des Generals Römer nach einem unter überaus * ungünstigen Verhältnissen stattgefundenen Nü'.ckZna:', die anbefobleneir Stellungen erreicht. , '' ' - f Der russische Frontbericht. , - Moskau, 12. Juli. (Funkspruch.) Frontbericht, vöm,^ 11. Juli: Nach -harten Kämpfen-haben die RottWppen \ mehrere Ortschaften am rechten Ufer der -, -Beresina 4o Werst südlich von Bobruisk genommen. Weiter füdlich wurde die Linie 65 Werst nordwestlich M.ostz r er.» i reicht. An der Südwestfront wurde D u b n ö genommen. . Polnische Angriffe , im Gebiet von Rowno wurden ab« } geschlagen. Westlich von Ostrog wird Üer geschlagene . Feind verfolgt. Am 8. Juli wurde Nowaja-Us.chitza be-- -, setzt, und bis auf 30 Werst-östlichvon Kamenetz.-Podols,k s vorgerückt.- An der .Krimfront wurde bier Sinlc , 36 Werst südlich Alexandrowsk und 16 Werst südiichx und ' südöstlich von Orjechow genonunerr. Am AsowschÄi-Meeri hat der-Kampf mit den Landungstruppen begönnert.: Proskurow wurde am 9. Juli genomrnen, zahlreiche j Kriegsgerate.,.erheutet..>", > Die polnische Frerivllligemrriuee: Warschau, 12. Juli. (Funkspruch.) Die Ergänzung - der Freiwilligenornree ergibt nach wie vor. glänzende Er- > gebnisse. Alle Einrichtungen und Organisationen Polens / haben sich den militärischen Kommanden zur Verfügung gestellt. General Haller hat den ersten Tagesbefehl / der Freiwilligenarmee veröffentlicht. Ein Massenandrang von Freiwilligen in Pole». Sozialistische und jüdische Abgeordnete trete« i« dir FreiwiLigenarmee ein. Krakau, 12. Juli. (Ofsiziell.) Krakauer Blätter melden aus Warschau: Nach Angabe« nnlitärischer Kreise häbeu sich in ganz Polen bis zum 9: Juli 300.000 Freiwillige züm' . Militärdienst gemeldet.! . Sehr viele Anmeldungen liegen, aus den Kreisen/, der J Ländtagsabgeordneten vor. , Die Abgeordneten aus. Offgalizien haben in einer, besonderen Sitzung den korporatives Mnlfftt in die polnische Armee beschlossen. \ Ir: der am 8., Juli stattgefundenen Sitzung. - der Parlamentsberichterstatter in Warschau erschienen.-'ÄWret^r des jüdischen Klubs und gaberr die, Erklärung ab/ wonach ’ sie, als Bürger der polnischen - Republik, zusamylen mit ' anderen Kollegen, in die Freiwilligenarmee .emprtreke» . wünschen. Gleichzeitig drückten sie die Hoffnung aus, ' daß ( derjenige Teil der polnischen Presse, welcher dtzp Antisemitismus betreibt/ die Identifizierung des JndenUms.mit den Feinden Polens, sowie die verhetzen da' P r eß- Propaganda gegen die Juden, welche die Kräfte^der Bevölkerung zersplittert nnd deren - Aufmerksamkeit -von der ' drohenden Gefahr ablenkt, aufgegeben werden wird.' Die militärische Lage Polens. Warschau, 11. Juli. (Offiziell.) Der Militärausschuß des Landtages nahni einen Bericht des Chefs der operativen Abteilung über die Lage an der Front entgegen. Ans dem Bericht geht hervor, daß die polnische Armee der Sitllütion im Norden vollständig gewachsen ist. . ' Von polnischer offizieller Seite tverden die Gerüchte von einem Aufstand in Weißrußland als ans der Lust gegriffen bezeichnet. Grabski über die Lage. Spa, 12. Juli. (Wolfs.) Grabski erkannte in einer , Journalisten gegenüber gewährten Unterredung den Ernst der ' Lage an der Front an. Indessen habe die verziveistlte Lage an der Front starke patriotische Gefühle ausgelöft npbde« Wünsch, wachgerufen, den Länderränber zu besiegend Dev Ministerpräsident, gab nochmals den friedlichen Absichten der polnischen Regierung Ausdruck uud. erklärte, er bezweifle nicht, daß die Alliierten Polen bei der Rolle) die es zugunsten der Zivilisation, intpftetj zu.' spielen MeMrtzyr werden

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