Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-07-10 · Heft 526 (10.7.1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 526 (10.7.1920)
Date
1920-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979604--04645-2990411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ifret* LL » : &m WMltn ta to 2. Vezirt, Ta»«> Ink 1 .W&.iK i» «i«r Vtojutttidi. . Htonett »».— V1«kriichrtt» .. vo- WM 9«{tMvf«nt für Mm «ö Okstasrrch: «»»«tttch .. Srv«« 30.- , NcheH,^»«m»er: M»»«trich ... Heimen I*.-', VE«»-lrit»eUitz. .. _.?v-- i» t^q 5ch»-|F«MchrrWahniL> »»ss»rL WlftaatUib .. Sr-«» Uk-t«U«tzrttch »«».- & »s-rrischrr wStznu»r .. »«« Vierteiiöhrlick * 18.— Stets »MMM Pranumeratisuspreiser . V»l«? ■ Mvnatltil, .. Diark «ierteifülirrf*. v„ *t 4a Polmsche» VSin»»i «-mrtttch . ' ' mt&wife " .'■ 1 . «-»-tNch., ifttrait- _ Jtakim: - M-oatlich . . , . örre <*.?- "1 .;• MosatNch I D—? * FSr da» Sbriü^ÜuKtzch» - - Vtcrteljührlich AroKr» . sredaktilitt u.ÄdTN irtiitiatbm SVtev,«. Vez«,LaHyrftr,1^-D Lekeph«»« ZlvmMftnÜ»» <t4»S«, 9te<Mffon.4$3l£ ,«b 0 UhrabendtzNr.^KÄ V-ftfp«r,ffevttu<- ijsdjRS? * Nr. 526 Wien, Samstag, den 10. Juli 1920 2. Jahrgang i Von uttfetem Spezialberichterstatter. Die Eröffnung der zionistischen Jahreskonfcrerrz war v^u de» sonst bei den zionistischen Kongressen gewohnten enthusiastischen Szenen begleitet. In d-r Memorial Hall, wo die Beratungen stattfinden, waren am ersten Tage 270 Delegierte erschienen. Zum Ehrenpräsidenten wurde,'. wie schon gestern berichtet, Max N o r d a n, zum Präsidenten Richter Louis Brand eis, zu Vizepräsidenten U s s i s ch k i n, Lord R o t h s ch i l d, F a r bst e in, Thon, A l c i n i k o f s, T e m k i n, D c l l i n, Dr. K l e e und Robinson gewählt. In seiner Eröffnungsrede betonte S o k o l o w die historische' Bedeutung dieser Konferenz und ihres Programms, von dessen Durchberatung, die Zukunft der gaüzen Bewegung abhäirgt. Dr. W e i z m a n n erklärte, dass die Ergabnisse der Beratungen und besonders die ihr hervorgehenden Anregungen in Palästina mit größer Spannung erwartet werden. Gr apostrophierte die„Jca", deren Pflicht es sei, ander Entwicklung Palästinas mit ihren reichen Mitteln mitzuarbciten. Redner forderte die Freilassung Jabotin s k y s und sprach sich für die Beibehaltung des jüdische n Regiments aus. Der Vorsitzende B r a u d e i s führte aus, die uns bevorstehende Aufgabe sei wohl eine sehr schwere, doch sei das Problem nicht unlösbar. Nnn sei die Zeit für positive Arbeit gekommen, an welcher jeder einzelne Jude teilnchmen müsse. Dr. Nord au erinnerte an den von H erzl zum ersten Male getanen Ausspruch, daß der jüdische Staat, den er erhoffte, zur Tat werden wird. Ussischkin sprach sich für die Schaffung eines Fonds von vier Millionen Pfund Sterling ans und erklärte, daß in dem ersten Jahre 30.000 bis 50.000 Juden in Palästina angesiedelt werden könnten. Neid lisch gab dann die Umrisse für die Schaffung eines Gründungsfonds von 25 Millionen Pfund Sterling. Hierauf legte Julius Simon einen Plan vor, für die Erwerbung von Boden, die Errichtung von Bewässerungsanlagen und die planmäßige Aufforstung des Landes, einschließlich des Baues, von 2000 Häusern und die Bejchasinng von Krediten für Kooperasivgruppenbloß die. ehemaligen zaristischen Generale, sondern zahlreiche Elemente aus den gegnerischen russischest.Paps. leien in ihre Reihen. Dieses. Wiederaufleben , de^ru-ssischen „Volksimperialismus", verbunden Mit^Her> Zrl-- sammenziehung aller den Bolschewiken ~ iM u.-Mitesten r Umkreis zur Verfügung stehenden Truppen, erMoglützten, Brussilow die neuerliche . Anwendung Beginn des Weltkrieges befolgwn^Methode,/eiEch':.ötE'^. Masse, die sogenannte „Dampfwalze"^ wirken,'zu-Msvn^. trotzdem - n un diese Methode gegen die^Hosdn Ms weitestgehendem Maße angewendet wird, hast^rMkdetz«/ haste Widerstand der Polen Europa vor der HMcherpM schen Überflutung bewahrt. Denn .Europa rsi;-5s,'-ftzr das in diesem - Kriege das polnische Blut -vergoshsn^ wird. .Umso peinlicher muß die bedauerliche'"AaHäAz vermerkt werden,, daß ein nicht,unbedeutender- Teif-btzr< europäischen Presse mit unbegreiflicher ScbadenfrvuhL die,, größtenteils aus tschechischen Quellen -stamüchrchew. Ahqrmnachrichten und Falschmeldungen veröreicht,. h.i« offenbar darauf berechnet sind, Polen vor zu' diskreditieren. Einzelnen oiefsr AlarrmrachrichtzAr - versuchte man ja sogar den Stempel polnisch-Ms-fiz^ - öser'' Auslassungen üuszudrüüen. In diesen- -Dasteu,,-.Hy.' Po.lett so schwer-'gegen die russische Äebermacht'KnMnpstz^ tväre es wohl eher am: Platzegewesen, die -Auftster^f samkeit auf die fürchterliche Gefahr zu lenken, dD.ErocoM-. im Falle eines, endgiiliigen Sieges .der -BoÜWchikett ' bedrohen würde. Pesfimiftische Meldungen von der polnifcheu: . . '' .Front. - - - :t L: Hstsolizien dedeoht r■ ' Berlin, 9. Juli. Die. Blatter. .«oldest; '' Hagen: Nach in Helsingfors eingetroffenen: ArächrWtN f ist die militärische Lage der Polen verzweifÄst^ SMich ' von Preskurow sind die Russen erneut durchgeHychen und rücken in der Richtung auf Tarnopol und Mstiberg vor. Das alte Festungsdreieck Rowuo—Dubno-^Lst'ck ift - jetzt ohne jeden Schutz. Von den Karpathen bis: zur Beresina befinden sich die polnischen Heere i n v ö l l e r Auflösung. Ihre Front weist gähnende LückeH M. Infolge der Ausdehnung des bolschewikischen Vorinstr(ches' ist Ostgalizien unmittelbar bedroht. Bei Wolves stehen die Bolschewiken nur noch 5 Meilen von der alteüfrnUschen Grenze entfernt. Die große russische Offensihe-geht ist drei Richtungen: 1. Auf Tarnopol—Lemberg, Lemberg—Lublin, der dritte und stärkste Stoß MM ststf' Mospr—Pinsk—Brest-Litowsk—Warschau. Die Mchtststg auf Warschau bedroht Polen am schwersten und kann sei«» Untergang herbeiführen. /? . - Wilna in BerteidignugszustaNd. Basel» 9?Juli. (Trl.-Komp.) Rachrichten MS W<üHaS ' zufolge, habe» die Pole« Wilna in Die Ausländer habe« die Stadt bis zum 10. d. 5J?. jt Die Lage der Pole« sehr ernft. . Paris, 9, Juli. M.'Ko»p.) Der polnifche Miuister dük Aeußern in Spa erklärte dem Vertreter des »Pestt. WHflstM/ daß die Lage an der ruffisch'polnifche» Front sehr ernst jv. Lii Hauptgefahr für Pole» liege in dem Mangel an MstnNÜn! Desonders gefahrvoll sei die Lage im Norden bei Ächw' und chn ' Südm in der Ukraine. . Vertrauliche Beratungen im polnischen Landtag.. . ,‘. V tl Krakau, 9. Juli. (Privat.) Dem ^Naprzod* zusolßt habe« im-Zentrum und bei der Linken im polnische» Landtag mrstnöhcht Beratungen eingesetzt Die Parteien verhandeln über emr eveutrstll sofortige Ausnahme, von FriedenSver-audlüngr« - mit AußllMd- Die Beratungen werde« fortgesetzt. .7-.' .' -7!" Rumänien mobilisterts L o « d o n, 9. Juli. (Tel.-Komp.) Die sche Regierung hat im Zusammenhauge mit deuEreigniffstu au der p.ö l n is ch e » FZOMß die allgemeine Mobilisierung der rumsiussch«» Armee anbefohle«. '■> _ 7 : Bsttarest, 9. Juli. (Del.Äomp.) D'ie RWstichM,. wonach Rumänien auf Veranlassung Frmrkreichs TeN» Mobilisierungen. vornehme, bewahrheiten srähl. Die Mm bilisierungen stehen nn" Zusammenhang stri^'öer^'Be^ . drohung dex.peMcabijchM Greuze durch KowhMlMMj < W a r sch au, 9. Juli. (WM) Das Ministerium des Aentzern hat au die Konferenz in »a eine Rote gerichtet, in der es heißtr Polen ist jeden Augenblick bereit, Kriedenzuschließen, «ach dem Grundsätze des Seib stb estimm«ngsrechtes der Bevölkerung, die zwischen Polen und Rußland wohnt. Das polnische Heer schützt Europa vor d« bolschewistischen Gefahr. Das polnische Volk steht zum Schutze seines heimische« Herdes anf. Polen braucht, wenn es zuw weiteren Kampfe gezwungen wird, die materielle üud m o r a l i s ch e H i l f e d e r A l l i i e r t e ». Keine Besetzung Lembergs. Pparschau, 9. Juli. Die m der außlaudifchen Presse perßrellete Nachncht über die Besetzung Lembergs durch die bolschrmiksschen Truppen entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. dluS dl« ueurste» Frontberichten geht hervor, daß sich die Kämpfe im Gebiete von Romno abspielrn. . - Polnische VerteidignngsMaßnahmen. .Ä-rrschau, 9. Juli. (Offiziell.). Der bolschewikischc Mau.einer Ueberflutung Polens und somit auch ganz Europas, hathier eigenartige, für die Bolschewiken keineswegs erwünschte Erscheinungen zutage gefördert.. Den. vom Komitee der nationalen Verteidigung ver-- offerltlichten und vom Staatsoberhaupte Pilsudski unter- ALichsteten. Aufruf beantwortete > die polnische BevölkerMg mit einem massenweise» Eintritt in die im.'Bilden begriffene,Freiwilligenarmee. An allen Ecke« und Enden der Stadt tverden Von politischen Parteierl, von. sozialen rrnd kulturellen Vereinen und Organisationen Proklamationen verteilt, in denen die Mitbürger aufgefordert werden. Gut mtb Blut auf dem Altäre dsss. .Vaterlandes zu opfern. Musterhaft istdie -Haltung der Arbeiterklasse, die eine Erklärung abgab, daß sie sich jedweder A u s st ä n d e enthalten werde. Eegeisterte,Aufüahme färb. Är Aufruf bes Generals Haller, des Organissttörs d^er Freiwilligerrarmee. Es .verstummte Pest WrteMder '.nstd alle scharen sich um die Regierung. MgevWeH, Beamte, Künstler,' Schriftsteller, Mitielrüro. HoHchüter.^ Arbeiter rrnd Bäueru eilen zu..den Fahnen,'.Die Großgrundbesitzer faßten den Beschluß, M '.Anleihen der' polnischen.Staatsbank mit ihrerr gelingen wird, innerlich, gestärkt' die momeirläne Kr'ise Au/überwinden.. ) Der polnische Frontbericht. 7 i 'Warschau, 9/Juli. (Mnkspruch.) Heeresbericht' von» 8? Juli: Die Abteilungen unserer Nordarmee gehen ("ch'rstt r-w ei;zurück undseiMl7 dem Druckender feiudlichen Koloiinen energisch Widerstand. B.oljWwikische D"tachenwnts haben die Beresiua bei Bareecow forciert, ihre'Vorrückung fortgesetzt und die Plissa erreicht. Um den Angriff in dieser Gegend wirksamer zu gestalten, hat der Feind beträchtliche Mengen schwerer Artillerie und Jnfanterieeinheilen angesammelt. Die Angriffe des Femdes an der Eisenbahn Mvlodetschno—Polozk wurden bei Budslaw durch den energischen' Widerstand unserer Streitkräfte aufgehalten. Der Feind versuchte bei Swislotsch den Uebergang über die Beresina zu erzwingen. Seine Angriffe scheiterten. Unsere Abteilungen haben nach kühnem Angriff Szczeryn besetzt. , •, Im Norden der Pvlesie haben unsere Abteilungen bei Kopatkowitschi überlegene feindliche Abteilungen über den Fluß Tremlja zurückgetrieben. Im Süden der Polesie wiesen unsere Abteilungen Angriffe beträchtlicher feindlicher Streitkräste gegen Äopieze zurück. In der Gegend von Sarny ging die Fühlung mit dem Feind, der sich zu' einer Ne »grupp ie rnng Vorbereitet, verloren. - - ' Die Kämpfe bei Rownv dauern an. (Die folgende Stelle ist im Funkspruch verstümmelt. Nach ihrem Inhalt-dürften die polnischen Truppen Now no w i e d'.e r - b e s.e tz t. Haben.) . Süstlich' von. Zwiahel haben unsere . Armeen einen Angriff des , Kavalleriekorps . Bndienny und zweier stolschewikischcr Infanteriedivisionen abgewiesen. .-Bei Otvrntsch östlich von/Olesk.gelang es unseren Truppen die 4. bolschewikische Division in.der Flanke anzugreifen. In diesem Räume hat die ukrainische 'Bevölkerung eine allgemeine Erhebung gegendie Bolschewiken organisiert. (Der Rest des Funkspruches ist. verstümmelt.) Die Meinuug poluifcher Krekfe. ' Den „Polnischen Stimmen'7 wird von geschälter 'polnischer Seite geschrieben: Wie letzten hier eingv»' troffenen Mbldungeri lassen keinen Zweifel darüber übrig, daß die Lage der polnischen Front eine überaus ernste, geworden ist. Die Bolschewiken haben die Tatjache', des vor einigen Wochen.erfolgten Einzuges der polnischen Truppen in Kiein dazu benüHt. um den sogenannten - „heiligen Krieg" zrl entfachen »uö lockten derart nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.