Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 525 (9.7.1920)
- Date
- 1920-07-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Freitag Wiener Morgenzeitung ..Prcciosa" im Marlcntheater des Belvedere. Dir neck n r 'i unter b-'!' Rc.n-? von ,'Hlbcvt H c v n c fiattfindurdttr Äufiüljuuuirn reu 1; r <• c t o i o“. urt fccv tDiuvf von l£. M. v. 2B r b r r, finden m der P r e m i o r e u b e e t) u n y und unlec Mitnurlung. de?? v m v h o u r c o r ch r st r r s morgen, Samstag. und über morgen. S o n n t a a. nu Gnrtenthearer dr» Belvedere (Zugono.!!>., .PrnzEugeNstraste 3'> um * .10 Hin abends statt. Karlen mr Burean der t>rc.liäitipie!e. Ui., ^andinaße Haurnffcaße 1. Tel. 9577, m der Schloßvcrmaliuna des Belvedere. 111., Prinz Enamstraße 3, bei Kelilcndorfer, Glück. Aida und an jedem Aufführungstaae ab S Uhr abends an der A b e n d k a i f e nn 33 111> t b c r c. Herbert Eulenberg bat ein neues Bühneuwerk ..M ui ct e n t a n -l" vollendet: gleicherzeit arbeitet er an einer Sammlung von Schaiüvirlelpottttüs, dir n unter dem Titel ,Tbe^akcrgeich»chte in Anekdoten" noch in tleser Saison ver öffentlichen wird. Nancis kontra Oberammergan. Pariser Blätter. berichten von emem bevorstehenden Orichnalpaffioussp.el. welches in der Stadl Nancv nir Ausführung grlanaen solli In der Reklame, die >ür d eses Unternehmen in der fr anzöfischett Prelle gemacht wird, heitsi cs unter anderem, daß d:e Pasiionswirle von Nancy „die Spiele vom Oberammer'gau in jeder Benetzung übertrflsen werden und daß das PubiitllM, welches für diese Aufführungen Jnlcrcfse bat. nicht mehr auf die deutsche Aearbertung und deutsche Darstellung angewiesen sein wird". Also auch gegen die Pafironssviele ^mrcko in Germauv“ rrchret sich Vre französische Konkurrenz. _ Sport. M. T. K. gegen Amateure 3r2. Zürichs 7. Juli. (Priv.) Heute fand hier das mit Spannung erwartete Exhibitionsspiel des Budapester M. T. K. gegen den Wiener Amateur-Sportverein statt, das die Ungarn nach interessantem Kampfe I:2 (1:1) gewinnen konnten. Dem Spiele, das nicht so wie die vorhergehenden des M. T. K. unter schlechtem Wetter zu leiden hatte, wohnte eine äußerst. zahlreiche Zuschauermenge bei. Das Hakoah-Strändbad. Eine nicht. hoch genug cinznschätzende Leistrmq Kat die Hakocch .durch die Errichtung dreier Anlage vollbracht und die etsamre jüdische^Oeffentlichkeit ist jenen Riannern Dank schuldig, welche mit großen physrschen und maieriellcn Opfern sie ermöglrcht Kar. Das Ba'^ befindet sich am linken User des Kuchclauer Ha ens und \)t r.n b?t Franr Jose's-Boim .'Station Kablenbergcrdon'j direkt oder mit der Srrahcnbahrr. l^6er'.'vagen dis Rüßdorf und 1?» Minuten Gehört känas der Donau) lercht zu erreichen. _ D:e Anlage weist eine große Kabinenanlage, E r f r i s ch u n g s r a u m. B e r a n^d a mit Aussicht über das ganre Tonaugebiel, 150 m langen Lrandstrand. Ringlteichtattzletik- und T u r n g e l e g e n b e i t e n. 100 m ab gegrenzte Sch tot m m b a h v, W aper* b a I (J3 I a t5. 93 u f e t r und vieles andere auf.. Mit dielen Elnr chiungcn über trifft sie alle in Wien und Umgzbnng befindlichen Bader. Behördlicher Anordnung zufolge können nur Mitglieder der Hakoah Einlaß finden. Anmeldungen werden täglich von 4 brs 7 Uhr nachmittags mt Sekretariat, I., Börsegaffe 10 (Cats City) entgegen, rnommen. Die feierdche Eröffnung des Bades findet Sonntag den II. d. M. rm Rahmen erncs Slrandfestes statt. Eine Arbvitrr-Llymyia.de in Prag. Wahrend auf der mr-nicchn in Antwerpen siattfindenden Olympiade die Berirc'er der Mittttmüchte noch ausgeschlossen sind, gehen die tschechischen A.rbcrten'vortker daran, im nächsten Führe große olympische Spiele in Prag zu veransial'en, zu welchen auch die Atbeiret- Svvrtverbäude drr chemgl'gen Mittelmächte emgeladen werden. Die deutsche Ar Letter schaff har ihre Teilnahme - bereits zugesagt. So w rd >n da? jdov tul'/ni scheinbar noch undurchdringliche Bollwerk des Hasics eme neuerliche Bresche gelegt. Die internationale Lage im Schwimmsport. Die Federation Internat onale de Naboy hat eure Einladung zu einer am 20. August in Antwerpen ftattäridenden Tagung auch an dre Mittelmächte ergehen lassen ^und steht som't aut dem Standpunkte, daß die Verbände der Länder Oesterreich, Deutschland und Ungarn, entgegen der Boykottmaßnahmen, der Entente, noch dem internationalen Schwrmmverbande cmgehören. Frankreich dürste jedoch den Antrag stellen, daß die Mittelmächte aus dem Verbände ausgrschlosien werden und, falls bftitt nicht angenommen w rd, England und Frankreich arrS der Federation austreren dürften. Glnnzleist«»gen finuifcher Epvrtsleute. Bei den Kämpfen in Brborg warf Myyra den Speer 69'75 m weit und ^aipale den Diskus 4^36 w. Im Kugelstoßen erreichte Iohänsson 13'90 w. Ein Ehrenpreis für Wien—Berlin. Der deutsch Retchsprastdent Ebert und der ostelrerchijche Präsident Serj haben für dm am Sonntag stattsiudendcn lkichtathletisckitt Stadtewetrkamvs Wien—Berlin gemeinsam einen wertvoller Ehrenpreis gestirtet, der der siegreichen Mannschaft zufällt. Indisches Jugendfportfest. Für die lrichtathletlfcher Bewerbe der dem von Ha.zair veranstalteten Jntzendsvorlfel (Sonntag den 11. d. M., 3 Uhr nachmittags, Hakoah-Platz vabeu bisher folgende Vereine genannt: Unitas. Hechawer Makkabill, Makkabi X, BolkSbibliothe Zion, Ahawath Zion, Jüdischer Arbeit er G p o r 1 k l u b, I u n g - I « o a, H a z a i r; doch sind noä rme Reihe bereits avisierter Rmnungen zu erwarten. Insgejam wurden über Sä0 Nennungen abgegeben. Am mristen Nrnnungei wurden für den Verein sfünfkamvf abgegeben. I, Anbetracht der intereffanten Kämpfe, der sorgfältigen Vorbereitung der Veranstaltung und des großm Interesses, das diesem Festollseits rntgegengebracht wird, ist schöner Verlauf und guter Be i»ch des Festes zu erwarten. Als Abschluß der Vcranstaltunl 'siudel das mit^ großer Spannung erwaAete Fußballmotä H e ch a w e v - H a z a r r IL. M.) statt. Bride Mannschaft« dreien i« ihrer stärksten Aufstellung an. Das Fußballwettsprel be gmnt um 8 Uhr abends. Aviatifchos. Aus W a s h t« p t o n wird gemeldet Vorgestern wurde mit vollem Erfolg der Versuch, ein Seeflugzeuj »om Laude aus durch den Radiskompaß nach einem den Ptloter k«ubrkanntm Ziele zu steuern, dnrchgefükrt. AbflugSstation wai Hamvton Roads. dos Ziel daS amerttanjsche Krirysichrff „Ohio" chgs 100 Meilen weit entfernt ivor. Der Flug ging ganz glat m direkter Lmie auf das Schisi von statten, desgleichen wurd ^er Rüttstug. ebrnialls durch den Radiokompaß geführt, an 'fiaudslos grnmclst. — Am.9. d. M. werden vier Armeeslug-eugl jemen Flva nach Rome in Alaska und zurück nach New-Por ^8690 eno!'ch- Meilen; nnteraehtilttt. Der Flug soll .darttm daß es <n<8?Arßt wäre, möglichst bald eine HandeiSlnsikin'i rwiskbeu d,n Ve-en,.gte» Staaten «ud Alaska zur Hebung de; «irtschasUicheu 'Verhältnisse des legieren rrnzunchten. Die Herbftterminliste der HaKoah. Dre Mnsterschasls- >v rle der Herbstsarson 1920-find längst ausaelost. Da dir HakoaK an Stelle ccr Admi-.a in die I. Klasse aufuirtr, ubcumumt fie deren Termini. Dw Wettspielliste der Hakoah Zauttt daher: st. September Amateure (Hakyah-Platz), 12. September Hertha kHakaah-Platz), Ist. September F l o r i d s d o r f e r A. C. (FloridsdoriX 3, Oktober Wacker .(Hakoah-Mab) 10. Oktober W. A. C. (Häkvah-Platz), 17. OMer W. A. F. (Hakoah-Platz), 24. Oktober R n d o l f s b ü g e t (Favoriten), H- November Vienna (Doblina), 21. November Sportklub (Dornbach). 28. November S>i m m e r i n g e r Sp. Kl. (Simmering), '5. Dezember Rapid (Hakoah-Platz). Ungarische Fußballer «uf Brisen. Während es dem M. T. K. gelang, den Saarbrückuer Sportklub mit dem überlegenen Resultat von 7:0 abzulertigen. wurde derr F. T. C. in B a s e l von.dem Fußballklub Basel 2:0 geschlagen. Beide Tore der Schweizer rrzlelte. drr Er-M. T. K.-Mann Schaffer. Ein weiterer Sieg des W. A. F. in Deutschland. Der W. A. F. siegte am Sonntag in Essen gegen den dortigen Fußballklub 3:1. Hakoah-Schwimmsektion. Alle für daS „Ouer durch Wien" Genannten haben sich einer Leistungsprüning (eine Stunde schwimmen in stehendem Wasser und ärztliche Nntersttchnngt ru unterz'eben und zwar im neuen Militärbad Alte Donau (Lmie 16, 25; Aussteigutelle Kagraner Brücke) ttaglich vom 6. bis 15. Juli von V,4 Ilhr nachmittags bis */a7 Uhr abends. Mitgliedskaete Mltnehmen. — G e m e i n s a nc e F a h r t a m S a m s t a g den 10. d. M. um V-4 Uhr nachmittags oder am Mittwoch den 14. um V,6 UKr -nachmittags. Treffpunkt beim Tegctthoff- Denkmal am Pratersteru. Außerdem haben sich alle beim »Ouer durch Wien" Stattenden am F r e i t a g d e n 16, d. M. um 8 Uhr abends in Nußdy tt (Llttce 36) beim Cafs Nüßdori einzufindm, von wo aus der Donaukanal abgcgangen wird. Dort wird auch alles Äkähcre'besprochen. Jeder Genannte hat undedmak zu erscheincn. — Am Samstag den 81. Jul: l/J., 5 Uhr nacks- Mittags, findet daS Wettschwimmen ,Ouer durch di e a^l t e D o n a u" über l M0 m sür Damen und Herren um die Staarsprttte statt. Für die Teilnehmer ist eine LeistungSprütung vorgeschneben. (Eine Stunde Dauerschwimmen rm stehenden Waffer aud ärztliche Untcr'uchung)., Jene Schw mmrr, di« beim >Qmr durch Wren* das Z-el erreichen, -sind von drr Prüfung befreit. — N c n n u n g e n. brS Frertag den 16. d. M., 7 Uhr abcnds, bei Herrn S. Werchcimer. Sportklub Hakonh. Heute findet um V,7 Uhr abends e-ne wichtige Besprechung aller Teilnehmer dcr Deutschland- Tournee statt. Sämtliche Spieler haberi unbedingt zu crjcheineü. GeeichLssaal. die Vorlegung der Kaserne." Vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitz des Landesgerichtsrats Dr. Kastnsr hatte sich gestern der 38jährige Bildhauer Otto WeHuer wegen Betruges zu verantworten. Er war im vergangenen Herbst von Berlin nach Wien gekommen und betrieb.hier Schleichhandelsgeschäfte. Auch beschloß' er, einen Lebensmittelbetrutz zu inszenieren. - Die Bekanntschaft mit dein' Geschastsdiener-(Iohann Jadek und dem Kellner. Johann T a u t n e r kam. ichln dabei zugute. Er erzählte den beiden, daß «in-; gewisser^. Oberst Gablenz' bereit s^i, aus den für die VerpfLegung der Kaserne bestimmten Vorräten lieberschüsse abzugeben. 'Tautner, glaubte seinen . Aborten Und gab ihm 3500 'Kronen, 'Jadek 8000 Krpneu nls Anzahlung. .für Lebensmittel. Im Auto führen die( drei zur Hütteldorfer Kaserne. Nach kurzer Zeit kam Wehnen mit der Botschaft aus der Kaserne, seiner Gönner :Oberst Gablenz fordere die Vorausbezahlung des ganzen Kaufpreises) wozu noch 8750 Kronen fehlen. Das Geld wurde ihm von Tautner übergeben. Wehner begab sich abermals in die Kaserne, verließ sie aber durch einen anderen Ausgang und verschwand mit. dem Gelbe. Er wurde später verhaftet und es stellte sich heraus, daß die Erzählung von dem Oberst eine Erfindung wär. Die G'eschwornen erkannten den. Angeklagten schuldig, worauf ihn der Gerichtshof zu einem Jahre schweren Kerkers verurteilte. Wenn Inländer rm Auslands Hasard spielen. Der minderjährige Ferdinand Mark i c wurde wegen . Verbrechens des Diebstahls, der Amtsehrenbeleidigung und wegen Uebertretuttg des Hasardspiels in Ungarn zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen das vom La'nbesgericht in Graz gegen ihn gefällte Urteil hat er die Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof emgebracht, worüber in den letzten Tagen unter Vorsitz des 'Senatspräsidenten T)r. Spat h 'die Verhairdlung stattfand. WaS das Delikt des Glückspiels — es handelt sich um das in Oesterreich verboten« Spiel „Einundzwanzig" — betrifft, so führte die Beschwerde aus, daß dieses Spiel zwar in Oesterreich verboten sei, daß aber, da Erhebungen darüber, ob dieses' Spiel auch in Ungarn verboten ist, nicht gepflogen worden sind, eine Verurteilurig nicht erfolgen durfte. Der Oberste Gerichtshof Hat die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Der Volkswirt. Eine Krone 3.85 Centimes Geld. Gestern' nvürrw in Zünch: die österreichische Krone Gcst, .... 8.85 ( 3.00 am 7. Juli) die osterr. gestempelte Krorle Geld . . 4.— ( 4.— am 1. Juli> die tschechische Krone ....... 12.70 1270 am 7. Iul>) die Mark. 14.75 (14.86 a« 7. Jalil Agram . 7.75 { 7,75 am 7. Juli) Warschau ..8.25 ( 8.25 am 7. Isnli) Budapest .. 8.60 ( 8.60 am 7. Juli) Jur Frage LerGetreideübernahmspreise Von Fritz Rodeck. In den letzten Sitzungen der Nationalversammlung stand die Frage der GetreideM'enrahmspreise im Vordergrund des Interesses. Besonders' umstritten war hieber schon seit . langem dje bet llcberimhmLpreise für Brotgetreide. Der y, Juli 1920 ,^ Nr. 525 . RemerungseUtwurf , sah «inen liebernahmöpreis von 1000 Ärmien per Meier-zeniner vor. liegest divsctt allerdings hohen' Ucbvrnahnrspreis wurde von der sozialdeMokratifchon und noch mehr von der linkssozialistischen Preffe c-ttergffchc Preßkampagnc geführt, die insofern^ sehr berechtigt war, als diese- Blätter vor allem den Konsumenleicst.rndpunkt vertraten rmd ein Uebernahmspreis von 1000 Kronen für den Wterzentner tatsächlich sin« neueschwere Belastung der Verbraucher b?deuM. Es' darf aber düch nicht aützttücht' gelassen werden, datz' das Hauptproblem unserer Getreidewirtschaft nicht der U ehe r nahm SP reis ist: In erster -Linie mutz die BcvMernng mit- Bedlgeireide ausreichend versorgt sei»-und bis diese Versorgung stchevgestellt ist, dann erst kann man auch über die Kosten dieser Versorgung sprechen. Wenn die Frage „Sein oder Nichtsein?" aufgeworfen wird, so ist die Frage nach den Kosten einfach eine Nebenfrage. Wenn man den - Gesichröpunkt der ausreichenden * Getreideversorgung als den primären und hauptsächlichen festhältso wird inan von diesem, Standpunkt ans den hohen Getreide» übernahnrspreis insofern gerechtfertigt finden können, als man die' Getreideproduktion dadurch anzuregen hofft. Während des Krieges hat man in Oesterreich Höchstpreise für Getreidefestgesetzt. In den Vereinigten Staaten und später in England ging man den umgekehrten Weg. Man setzte dort hohe Minimalgesteidepreise fest, das heißt, die Regierung garan« tierte den Landwirten, daß sie für ihr Getreide einen gewesen Mindestpreis erzielen würden und verpflichtete sich, einen eventuellen Preisausfall zu decken. Die Folge dieser 'Maßnahme, war, daß der Getreidebau in den Vereinigten Staaten, - ebenso wie später in England, mit ungeheurer Energie und größtem Erfolg in Angriff genommen wurde. Aus England zum Beispiel wurde während des Krieges berichtet, daß man dort zur Nachtzeit bei S cheinw erferbeleu ch tunst und mit Motorpflügen neue: Anbauflächett. zum Zwecke des Getreidebaues umpflügte — in Oesterreich dagegen, im Lande der Höchstpreise, ging der Getreideanbau zurück. Da das nächste Ziel eine möglichst starke Getreideproduktion ist, folgt hieraus, daß als Mittel zur ProduktionSanregung ein hoher UeberuahmSpreisgerechtfertigt ist trotz der vom sozialen, aber auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus tiefbedauerlichen Folgen, welche hohe Brotpreise notwendig nach sich ziehen müssen. Die Versorgung der Konsumenten mit Brot durch autzerwirtfchastliche Ätittel, etwa durch gewaltsame Requisitionen durchführen zu wollen, ist schon aus dem Grunde eine Utopie, weil dazu keine Regierung der Welt mächtig und stark genug ist, am allerwenigsten natürlich die derzeitige österreichische Regieung, die. schon infolge inneren Widerstandes nicht in der Lage ist, nach außenhin kräftig anftreten zu können. "• Weiters mußten Lei Fesffctzung der Gctreidepreise auch die Produktions- und Preisverhältniffe auf dem Weltmarkt kerückfichtigt . werden. Einer der .Hauptproduzenten von Brotgetreide, Rußland, ist durch die. politischen BerkehrSverhält» niste vom Weltmarkt ausgeschlossen, waS eine, druckende Herabminderung des WeltangeLvtes von Getreide bedeutet. In den Vereinigten Staaten wurden die vorhin erwähnten Minimalpreise aufgehoben, infolgedessen ist dort ein Rückgang der Anbaufläche eingeireten, überdies war die Witterung ungünstig, so daß Amerikg dieses Jahr mit einem im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren beträchtlichen Ernte» ausfall zu rechnen haben wird. Die Ernteaussichten in. den' europäischen Ländern sind fast durchwegs günstige. Alles in allem wird die Welternte an Brotgetreide sicher nicht groß' genüg sein, um einen wesentlichen Preissturz herbeizuführen. Die Regierung mutzte daher trachten, den Bedarf an Brotgetreide möglichst im Inland selbst aufzubringen. Zu demselben Schlüsse führt auch eine Betrachtung der valutanschen Verhältnisse. Man mag die Getreideübernahryspreise sehr hoch festsetzen, im Verhältnis zu den für Jmportgetreids gezahlten Preisen werden' diese Inlandspreise noch immer niedrig sein, wird der Staat bei jeder einzelnen Tonne, die er nicht aus dem Ausland cinführen muß, eine bedeutende Summe ersparen (schätzungsweise, bei.je fünf^Waggons tmtb 1 eine Million). Und insoweit, als der hohe UebernahmSpreiS für das im Inland aufgebrachte Getreide noch immer eine bedeutende Ersparnis im Vergleich mit den für Jmportgeireidr gezahlten Preisen hedrutet, iatzt sich ein hoher Getreidübernahmspteis auch vom staatsfinanziellen Gesichtspunkt aus rechtfertigen, welch letzterer bei dem diesbezüglichen Gesetzentwurf des Volksernährungsamtes wohl den Slusschlag. gegeben haben dürfte. Die Frage der Uebernahmspreise erscheint auch aus dem Grunde minder wichtig, weil die Bauern, die das ihnen vorgeschriebene Kontingent abgeliefert haben, dann über den Rest frei verfügen können. Dieser Rest wird bei dem niedrigen Kontingent, das für das laufende Jahr festgesetzt wurde, sehr bedeutend sein. Da für diese Restmcnge nun Bairern und Schleichhändler ohnedies die Preise diktieren dürften, wäre das Interesse der Konsumenten auch durch einen niedrigen Getreideübernahmsprcis nur zu einem sehr ' geringen Teile gewahrt. Die Folgen der hohen Getreide- und Brotpreise sind natürlich die volkswirtschaftlich denkbar üntzünstigsten> sie bedeuten weiteres Ansteigen aller Produktions- und Lebenskosten, weitere Lohnkämpfe, Fortsetzung der sozialen Unruhen. Am besten konnte uns nur die Reparationskommission aus diesem DileMina — einerseits maßlose Brot- Preise infolge bäuerlichen Getreidewuchers, andererseits mangelhafte Versorgung Lei niedrigen Ärotpreisen — yerausführen, indem sie irgendwie bedeutende Getreidemengen zu billigem Preise eiuführt und so die Bauernschaft zur Herabsetzung ihrer sicher übermähigen Preisforderungen zwingt. Die Lieferungen ans Jugoslawien. Der Finaaz«tkisterhat die Tabakeiafuhr verboten. Velgrad, 6. Juli. Das Ackcrbanministermm vnlautbart, *48 die Zentral» ttwalvurL rite den AuvVdMei m iLrjWmg