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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-08 · Heft 524 (8.7.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 524 (8.7.1920)
Date
1920-07-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Als Mütztzn der Habsburger in iHsterreich,- als Unterdrückte des Zarentuchs in Kongtetz- Men, sind die Polen in den Krieg gezogen und als ein aus den Trümmern der Völkerschlacht erstandener Staat sind' sie aus dem Kriege heimgekehr^ Die siegreichen Mächte sind ihre Freunde und Beschützer, von denen sie wie das verhütschelte Kind behandelt worden sind. Die Holen fühlten' und benahmen sich schließlich wie Siegerdie den Krjeg gewonnen haben und nunmehr der Wstlt oder wenigstens -ihren Nachbarn ihren Willen aufzwingen möchten. Unter den denkbar günstigsten Voraussetzungen ist Polen an die Errichtung- und Befesti- - King seines jungen Staatswesens geschritten und: dennoch steht es - schöw-chM-iso kurzer Zejt(Mr der Schick». salKfrage, wie der ' polnische Staat 'vor- Dr (vorzeitigen Zertrümmerung - gerettet werdensoll: Hey. Erbfeind Pdlens, dieses' Mal'in. rotem- Gewände-chMmert bereits Hden Toren - detz Landes, und. her PWlkerungj die wgtzrend sechs Kriegsjähre so oft den-Feind auf, dem Lücken hattedroht äberwalS eine ^rnssiAe Invasion", dLren entsetzliche Folgen für die Bewohner'nicht minder sHcherwiegend sein würden, als es' die? vielen - früheren Mnvrüche' der - zaristischen «Soldateska gemesen sind. - - Alle WM auchdie' cntentiHsche/ifrckgt sich heute, ob: Polen in diesehedräggte. Lage geMMchußte' und ist». Wideren/-.Wzu Holen -Äst htzNt-- W veMundeO EEM-iHssstn 'bWutzt oWf unbewußt cklle die' Fehler aüMaM-tiie von -den Ptzlsn - seit, der Proklamation des polnischou Staates aüf asten Gebieten 'der. inneren und äußeren'Politik bis heute begangen morden und. Ter Grundfehler bestand.• zunächst . darin,? daß - sowohl', die polnischen - Politiker aus Krqkau und Lemberg, wie auch diejenigen aus Warschau stlairbteu. einen polnischen Staat aufrichton zu können noch Zuschnitt,.wie.'sie sich.ihn,pprdem Kriege.und wahxend., deH Krieges, extraunst,'Wgebev ,vou demokratischem Staatswesen michte sich.ein nach rechts orientiertes' Polen von vornherein unhaltbar erweisen. Ein-' solches Land-. .famt sich; im? .Zeichew der Gefahr v'oN außen der nicht als . stark genug erweisen, um. den Feind von den Landesgrenzen abzuwehreir. Die krampfhifke -Weigerung -der führenden Politikev Polens, die LMokratischen Grundsätze im Staatsleben zur vollen Gesiung zu bringen und die Verkennungdhr tatsächlichen politischen Situation auch außerhalb Polens mutzte zu jeüer Pölitik der' Unsicherheit führen, die schließlich . hmüe beim Rat für Landesverteidigung angelangt ist.;M .Tar Krieg Polens gegen Sowjetrptzland ist gleichfaW eine Folge dieser. national-chaMichstischen Politik. Ljhmur'ein Polen (ohne Rechte für die Minoritäten, aber MH 'ohpe effektive Gleichberechtigung gelten lassen will. B^ichntznd hiefür.ist; di?. TqtjäW selbst jetzt, wo?s gilt, das Land vor dem Aeußerste'n zu wetten und zu dieser Rettungsarbeit in allen politischen und nationalen Vehölkerungsschichten des.Landes einen'festen Rückhalt zuyinden, noch immer, daran festgehalten.. wird, daß die FDen und die-Deutschen von der Mitarbeit .und, Mitoerantwortnng an der Verteidigung des Landes anszpschälten seien. . .yDerimMichrstische(Mahn ( der Holnischen Macht-. h^er,-(der. sich hei allen ihren »Schritten im Innern kMhgd,..,hat. sie dazu verleitet, auch ihr^ Außenpolitik inTöeiMb'eu -R-ichfung zu' führen.. Hs , war ein unverzöMcher (Fehler, der sich, jetzt bitter rächt, - daß Polen, chzMr. - - es; -wußte,(' daß ., hinsichtlich -eirW kriegerischen LüzgxtjifMs'. gegen.'. Rußland in der Entente die tief. zeMd'sten Meinungsverschiedenheiten. bestanden und HM ^.heufe - .chsstehen, 'sich auf die .Seite Frankreichs ste hen lließ', um' als Werkzeug für imperialistische Zwecke Polen fühlte sich zu dem chauvmistischen FrankkW KsiWagen' und.' übersyh Wei nur: das Eine, 5a|; es '-dümit auch" den russischen Chauvinismus, def. bei .den russischen Bolschewiken immer. mehr '' und,, mehr .zutage ' tritt, entfachen mutzte. , - Denn, es' mutz heute jedermän'n klar sein, dgß Sowjctrußland den Kampf heute nicht, mehr für die k^Mtung. des RätesystSms'^allein. .fiihrt, sondern daß es xasiz besoN'dets 'intKampfe gegen ' Polen ' auch in dem Mn, noch lgnge mcht verschwundenen russischen Natio- W a rscha u, .6. Juli. (Wolfs.) Im ' Generalstabs. bericht vom 6. d. M. heißt es: Auf dem nördlichen Frontabschnitt entwickelte sich: der bolschewikischc Angriff weiter fort^ Infolge der Standhaftigkeit unserer Gegenwehr wurde der Feind grzwuygen, den un mithelb a r e n D ruck auf unsere zurückgehenden Abteilungen a u f z u g e b e n. An der Beresina Haben wir an einigen Stetten in g ü n st i g v e r l a u f e n cm A u s f allen M a t e r r ä l z c r st ö r t, das der Feind zum Brückenbau berei'lgcftellt hatfe. ' In der P o l e f i e e r h i t t 11 t e K a m p f e, die sich besonders im nördlichen .Abschnitt in der Gegend der unteren Bercsina zur größten Auspannüng steigern: Abterlungen der berittenen Armee' Budiennv haben im Angriff von gestern R o w n o genommen und' unsere Abteilungen gezwungen, zu weichen.? Die Angriffe der feindlichen berittenen Armee Lohen ,in der Richtung K l e w « n. -- Südlich von Latitschew haben unsere Abteilungen in heldenmütigem Angriff M Wden gestrigen Kämpfen 'verlotetten."Hptschoisten Szlachowije und Cara. chhnet wieder genommen« W o K k a u, 7: IM. .(Futzkspruch.) Die . Rvteu sind, d ie - p o ln rsch L'F-r-o.«L'Hv'.mßW.i-p?j.e-k.>ZfTsf‘ z u d t tt Kar p athe n voll ftä.n.dig -zusaurmen^ gebv o che n. -Das dort operieveUhe russischer-K'ör^ iM' mir verhältnismäßig schwach."N DlreiM-ästen aus" bD Gegend südlich von K i e w -- R o w n o tzorgestoßen hat nur geringen .Widerstand Mundest. An Berlrumxl pratzgebenden militärtschen SwWn! UMeilt Mmrditji Lage, üb'r die dest Chef der sranzstj'rjch-Ly WlitärmisiiAwi ist. Warschau.^ H e n r y, seiner- Mgierustg ehensäkls/LO^ richtet hat. lehrernst- -Au ch au.ds.ch'p? -p'0l-n--i'sHtz'«l^ N e. r d f r o n t ha b-eu -h.i d P oW n estS e R ü ck z b e w e g u n-g v o.r-g e-n om.m e v^woheE-ahin steht', ob'',;uritfE Druck. oder -au§- strategischen s.Göündsn. Rriegsmaterial, darunter zwei PanZerziige-. zwei Danks, zwei.Geschütze, eine RadiostaiiynövO Pferde und rottest? des Esiettbahnmaterial eingcbraD. Im Raume Proskuroch haben die Roten Truppen die befestigten Stellungen der Polen durchbrochen und schlagen den Feind kämpfend zurück. . In der Station Komaroprztz haben die Rote» Truppen acht Waggons mit. Telephonmaterial i und einen Waggon mit französischen Schrapnells und Handgranaten erbeutet. . J- Der Rückzug der Pole« iir Uyrd tmb ®ftbv ' Brrliu. i\- Juli. lsPripast) Wich M „Deutsche Ättgemeine -Zeitustz^'. von' nuwrwch^wrs--S-üte erfährt,, ist mach'. Meldung'»,- di': in. Berlin'-'aus Polen einge'gangtzn ge Der russische V^rmarschs ift.Iheute'-bereits so west^. „ d.ieheu, daß- -O st ga.li z i e n.^u n.nst t-t e lb a t. droht ist, und zwar sowohl von--SHosten als auHvvü Nordwest-rn. Die Russen steMn nust' mehr 50; Meter von der ostgalizischen Gsterrzc^ stön WoltjchM^' entfernt, Tarnopot' liegt' Aum -zwei Tagesmärsche (M Kilometr.rl -von der. irussischen^ Deit^reichentfernt. ÄWisauch, pon-Saßlawl-RvwMv aus.istdie .NorhostgreuAj - des. ehemaligeu OstgalizMunmittelbar ' bedroht. .W fcheiüeü: D-er .be.pandch:e v orr Och^j-' \i> x e i eck g e g e m n,.o/pstl-,tz"e-g e n law l. über das-FstW... o .-- __... „_^ , b"erg und .L. u b l-i n und de-r dritte -in., gerader» rung von -Mo s-h r' ü b est-Pü n s-k—Bste.steL i-towrtz n ä ch W a r sch a u.' Am gesäprlichDn Meint iMch^hiG - der stritt-. zu sei», da mitdep'-Besetzung- WMMiE' -der Feldzug unmittelbar emschrLden wäre.; Fl«cht der Regierung PeLljvras nach KEeWchBl Pq^ötsk. Werschau. 7. Juli. (Privat.). Die' bitzher -in,Pr.aA*j l u r o w gewesene Ukrainische Regierung Ps tltzuraÄ' ist nunmehr nach - K a mstm s tz >.P o d o l s-kl übeHchE«!? Man spricht bereits vyn'.ihrer Absicht, unter' den sich n o ch w. e i t e r. s ü,d tv'ä r.t s s zurüötzuKWMr-.-? Gegenrevolution in Albanien. Getgrud- 7. Juli. (Suhtflsrv. Pchtz.-Bur.) ÄaHri^hteti mrs tlesKLb bssagtey, v gNn A l b a n i cn die vs lie ®cöcnpevo 1 ütio« an«» gebrochen ist. Die Regierung von Tirana hol auf Änregang Italien« Pene Truppen organisiert und sie ge^e« die AnfftLndische« geschickt. Diese Truppesp Wben Kryja bornpardiert und fast ^vosllstSjrdig zerstdrt. Aüch aus ElVaffan «ird mitgetettt» datz der BurgerKrieg im ganzen Lande wüte. Dalona soL chieder in italienischen tza«-e« sein. / Kritische Lage in Fiume. ' - Triest, 6.' Juli. . (Privat.) „Lavorator:" meHet aus R o m: D-itz Lage in' Fiume wchd täglich schlsiHM und gibt zu-'großen Brsorgnis^Htnlaß. Die fchH'^t v a r-f -ö r g f e . O s v ö l ka rung wird, vom' teiföl n i est r r g' e halte n. Wex'.Df-stzierL '.zu' kritisierLN-wäM,- wich eingLsperrt und zu langen DefänMsstchfEchet> urteilt. Die Gemeindekässe« sind lchr, da sie dem 'Befatzüngskommansto mehr als 20s Millionrn anKzähHu mußten. Die Extremen des"- Pesatzlchgskäi»ManWs--V^L-- langen dir. Auflösung' .drß-?MtionLlrachs, doch -setzt - sich ''st'Auyuüzch .dst^s-m Änsinnech da ev--«»Wjtf teiligr Folgen- und eiu:n schlechten Eindruck iup'A^ band befürchtet-. ' Truppermuruhen in Triest. Laibach» 7. Jalt.- (Privat.) Die hiesige« Blätter benchre» Räch Berichten Reisinder, hie. aus T r r e st Hier Mail sich dir in der C a s er nst g r-a «de. bequartierte»' Bstr» s a gl-l e r e empoit. In B:rdmdnug mit düsem Anfchhp bee Ber faß l i er i soll in Tri e ü der .GennaMtik '«§»-- gebrochen sein. Znwirferne diese Berichte auf -WährheitsteWha^ kan« nicht-fchgestellr werden,.' da-mit Trieft keine Berbi-du-g W erlangen ch: Tatsache ist jchoch, daß destMa st e-N- N -H^ .verkehr zwischen L a i d-äch und' Trieft.st'i n g est elltl worden ist, nur dre Expreß- und PenonrnKge verkchrm zickkichf normal. London rvill Reims adoptieren. Paris, 7. Juli. (Tel.-Komp.) Man spricht dMN -stechs London die Stadt Reims adoptieren will. Der Gedarcke wurde ' »tzn der Londoner Behörde günstig, aüfgenommen. püd B daß diese Angelegenheit bereits^ w dm ncichsten TageA ptr!' Erledigung kommen soll. CMWIiMiWWBWg^^^ {Me..verzweifelte Lage, m wslcher sich Polen-hetcke ' befmoet, könnte; für die Staatsmänner. anderer- Stääteu. eine heilsame Lehre sein/.wimn-m.an': den.Mut attfbrrngen . wollte, die' Ursachen des heutigen Zustandes in Polen' richtig. zu beurteilen. Polen ist ein Memento gegen jeden Persuch, die in den Friedenshextragen niederste. legten demokratischen Grundsätze, nach'rechts oder nach links auszuspielen.. Ein Sragt, der.sich auf der. ReMivtz anfrichten will, istauf «Sand gebaut Die kleinste Er- IMtsrung ^komn aus Ds ÄSM Lrümmerbaufsrr machen, und wenn Polen auch jetzt noch nicht?, hält und selbst, in. dieser schweren SchicksalsstuNda seintf >^eil iit; der Preisgabe? der Minoritäten an die. entfefsettL! Leidenschaft der polnischen Bevölkerungsuchen möchte,!^ ist es unrettbar verloren, so sehr auch jeder-, freihert-' liebende Mensch und, jedes nach^Fpeiheid 'sich -sehwierMl-. Volk, - wie. es das. jüdischst ist, es .aufs tiefste-bedauenv! muß, daß die Freiheit uyd -Selbständigkeit - des' -.pojlNifchea-'? Staates wieder so.schwer gefä^rdetiH. '

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