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Wiener Morgenzeitung · 1920-07-04 · Heft 520 (4.7.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 520 (4.7.1920)
Date
1920-07-04
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Vlr. 620 Wien, Sonntag Wiener Morgenzerrung 4. Iuü 1v2o Scu.e v r sprhöht, wirb aber derzeit von der englischen Verwaltung soieder in der Höhe von nur 11 Prozent eingehoben. Dieser Zoll. wurde aber nahezu gleichmäßig von jeder Ware eintzehoben, wobei es, von einigen Ausnahmen abgesehen, tzheichgültig war, ob es sich um Rohstoffe oder um fertige Fabrikate, um Luxusgegenstände oder um lebensnotwendige Massenbedarfsartikel handelte. Erst im Kriege wurde ein Anlauf zu einer Tarifpolitit yach europäischem Muster gekommen, wobei, allerdings zugegeben, werden, muß, daß bis fzur 'Aufhebung der Kapitulationen (während des Krieges) has Zollwesen der Einflußnahme der türkischen Regierung fast ganz entzogen war. Dieser elfprozentige Wertzoll war sein großes Hindernis für die Entwicklung zahlreicher Industrien, die Rohstoffe oder Maschinen aus dem Ausland jzu. beziehen genötigt waren. Auch die Jndustrieförderungs- Maßnahmen der türkischen Regierung konnten diese Nachteile glicht ausgleichen. Denn Förderung der Industrie sowie deren Hinlenken in'bestimmte Richtungen mittelst zollpolrtischer Maßsnahmen besteht gerade'darin, daß man die Zölle differenziert, baß man eine Industrie, die man int Lande begründen oder fördern will, einerseits dadurch schützt, daß man höhe Zölle sauf die Einfuhr solcher Waren legt,'"die sie selbst) erzeugen könnte, andererseits dadurch, daß man ihr den Bezug, von Roh- und Hilfsstofsen sowie Maschinen durch Niedrige Zölle sodrr vollständige Zollfreiheit erleichtert. Da in der Türket pie Zölle einheitlich und Unterschiedslos fast für alle Wärentzahtungen galten, mußte die Jndustrieförderungsaktion der türkischen'Regierung schon aus diesem Grunde notwendig Erfolglos bleiben,.- . ■>. f Die Grundsteuer hat vor dem Krieg 4 Prdmille pe§ Schätzungswertes betragen, dazu kamen abernoch Zuschläge von 11. Prozent, und vom Gesamtbeträge noch ein Zuschlag von 2i/g Prozent. Diese Steuer war keine Ertragssteuer, wie unsere Grundsteuer, sondern eine Jmrnobiliarberm ögenssteuer. Außerdem war aber,no^ch der Grundbesitz mit einer der österreichischen Grundsteuer entsprechenden Abgabe belastet, dem Zeh/ent. der ungefähr 12l/z Prozent hes Rohertrages ausmachte. Diese Steuer wurde ehigehoben, tndem man dem Bauer verbot, seine Ernte früher vom Felde wegzubringen, bevor der Steuereinnehmer nicht .dort igewesen war und die Steuev>weggeführt hatte.. Es ist ganz selbstverständlich, daß dadurch der Bauer auf das schwerste geschädigt wurde. s f Die Gew e r b e st e u e r (temettü) betrug ursprünglich A Prozent, später 5 Prozent, entweder vom Netto-Einkommen Inder von der Miete und nach der Zähl der besÄäftigten Arbeiter. Da sich diese Steuer nicht nur auf Handel- und jGewerbetreibende, sondern auch auf Arbeiter und Beamte bezog, versah sie auch die-Funktionen der österreichischen Besoldungssteuer. Die geplante Reform dieser Steuer konnte die Türkei jinfolge des Widerstandes einzelner Kapitulationsmächte ntcht Lurchführen. Auch diese Steuer übte eine lähmende Wirkung jede produktive Tätigkeit. Ebenso wurde die Stempelsteuer, die durch Stempelung von Bankschecks, Wechseln, Rechnungen- Quittungen, sowie überhaupt aller öffentlichen Und privaten Urkunden.entrichtet werden mußte, als sehr jlüstig empfunden. _ Eine TextttLndustrre-Bank in Lodz. Warschau, 2. Juli. (Privat.) Wie das „Lodzec Tagblatt* berichtet, wnd in Kürze eine Textilindustrle-Bank in Lodz eröffnet werden, deren Statut jetzt vom Textilindustrie« verband für Polen aüsgearbeitet wird. Das Aktienkapital der OST' AG. CZERNOWITZ Aktienkapital 20,000.000 Kronen, bar eingezahlt 16,000.000 Kronen. Alle bankgeschäftlichen Transaktionen. Auszahlungen und Inkassi an allen Plätzen Rumäniens, einschliesslich Bessarabien, Siebenbürgen und Bukowina sowie im Auslande. ■ »imrmunwffuju) miMyx.w’i »i wnwi»--!» Bank soll 100 Millionen Mark betragen. Sie bezweckt die Textilindustrie zu stützen und ihre Entwicklung durch Einkauf von Rohmaterialien, technischen Artikeln u. dergl. zu fördern. Die Gründer der Bank beabsichtigen auch in ihr Tätigkeitsgebiet verschiedene andere Operationen einzubezirhen, welche direkt oder indirekt der Entwicklung der Textilindustrie förderlich sind. _ HandelsrmchrrchLen aus der Tschrcho-Slvwakei. Prag. 8. Juli. (Privat.) Der Zentralverband deutscher landwirtschaftlicher Genossewchaffen Mährens und Schlesiens hat als Inhaber von 14 Millionen Kriegsanleihe den Präsidenten Masarvk ersucht, das Gesetz über die Einlösung der Kriegsanleihen nicht zu sanktion'ercn. „Narodni Lisch" eifabren, daß die Auflösung des Wollsyndikats und dieUcberwcisung von dessen Agenden an die Kommission für auswärtigen Handei beantragt ist. Die Internationale Elbek 0 m Mission bat am 30. Juni ihre Arbeiten beendet. Sie beschcsiiigte sich mit der Frage der abweichenden Bestimm nngen der Elbe-Alte nnd^ des Fr>edensvcrtrages sowie mit der von Deutschland im Jahre' 1917 einaeinhrten Berkehrssteuer. Es wurde lesigesicllt, daß diele Berkehrssieuer der Elbe-Akte und dem Friedensvcrtrag nicht entspricht. Mit dieser Angelegenheit, insbesondere auch mit der Frage der Anwendung des bisherigen Verkehrssteuer-Erlasics, wird sich die nächste Sitzung der Internationalen Elbckommission befallen, die für den 15. November d. I. nach Dresden einberufen ist. Dort werden auch Anträge bezüglich einer neuen Elbe-Akte zur Beratung gelangen. '_' Neugriindung einer Kaligesellschaft in Frankfurt a. M. Aus Frankfurt wird uns telegraphiert: Mit einem Kav^al von 75 Millionen Francs hat sich hier eine Gesellschaft, welche dre elsäßrschen Kal.ilagcr ausnützeil wird, gebildet. Privatverkehr. Die Lösung der innerpolitischen Krise sowie die alatte und leichte Versorgung wirkte stimulierend auf das Geschäft im gestrigen Privatverkehr. Staatsbahn wurden zu K 3510.— . Alpine zu K 3l30.—, Skoda zu K 2150.— Umgesetzt. Erhöhtes Interesse zeigte sich auch für Südbabnmerte. Südbahnprwritäten standen K 915.— und Lombarden K 505.—. Eröffnung einer neuen Wechselstube der Firma I. K u n st a d t, Wien,!., Fleischmarkt 26. Effektnierung aller einschlägigen Geschäfte zu koulantesten Bedingungen. Telephone 1k298, 21922. _ Berliner Börse. : Berlin, 3. Juli. Die Börse wandte ihr Interesse hauptsächlich Montan- und Petroleumwerten zu. Die kräftige Aufwärtsbewegung dieser Wcrtgattnngen verlieh dem heutigen Verkehre das Gepräge großer Festigkeit. Von Hüttenakticn behaupteten wieder oberschlesische den Vorrang. Bismarckhüttc-Aktien gewannen 30, Laurabütte-Aktien 6. Oberkchlesische Elsenbahnbedarfs-Aktien 9 und Oberschlesische Eisenindustrie-Aktien 6%. Auch rheinisch-westfälische Werte erzielten nämhasie Kursstcigcrunaen; so hoben sich Bochumer- Akticu um 6, Buderus-Akticn um 17. Gelsmsirchener Akiien nm 10, Harpen er-Aktien gleichfalls um 10. Phönix-Aktien um 11 und Rombacher-Attien um 13°/0. Petroleumwerte wurden in großen Pisten für ausländische Rechnung aus Markte genommen. Deutsche Erdöl-Aklien stiegen auf 1225, Datsche Petroleum-Aktien auf 790 und Steaua Romana-Aktien auf 1080. Von Spezialpapieren sind Gebrüder Böhler-Aktien und Deutsche Waffen-Aktie« mit einer Kurserhöhung um 20, beziehungsweise 17Vo. hervorzuheben. Th. Goldsch'midt-Aklien zogen über 2b°^, und Hirsch Kupfer- Aktien um 149/<> mt Kurse an. Im übrigen bewegte sich daS Geschäft, in ziemlich engen Grenzen, wobei sich die KurSbildung nngleichmäßig gestaltete. Auf dem Anlagemarkte war rin Nachgeben der preußischen Konsols zu beobachten, während die 3°/,ige deutsche Reichsanleihe sich um 1 Vs0/« erholen konnte. Die Devisenkurse. Wien, 3. Juli. (Kurie der österr. Devsimzentrale.) Amsterdam 5650.— (5650.—). Berlin 441.50 (440.—)» Zürich 2700.— (2700.—), Christiania 2550.— (2650.—), Kopenhagen 2425.— (2425.—), Stockholm 8200.— (3200.-), Mark-Note» 437.50 (436.-), Lei-Noten 320.— (820.—'». Leva-Noteu 280.— (280.—), Schweizer Noten 2675.— (2765.—), Französische Norm 1225.— (1206.—). Italienische Noten 925.— (900.—), Englische Noten 585.— (580.—), Dollar-Note« 14».— (145.—), Rubel-Noten (Romanows) 220.— (220.—). Wien» 3. Juli. (Kurse i m freien Verkehr.) Agram 213.— bis 235.—, Budapest: Zahlung in Postsvarkasiageld 98.— bis 108.—, Budapest: Zahlung in gestempelten Noten 98.— bis 108.-—. Ungarische gestempelte Noten 95.— bis 105.—, Warschau, Krakau in voln. Mark 105.— bis 117.—, Prag 363.— bis 383.—, Tschecho-slow. Kronennoten 5000er 865.— bis 385.—, kleinere 866.— bis 386.—, Neue Dinarnoten 850.— bis 930.—. Prag» 3. Juli. (Kurse der DevsienreMrale? Amsterdam 1578.50 (1598.50), Belgrad 239- (239.-), Berlin 116.75 (116.75). Bukarest 107.25 (105.25^, Sofia 81.50 (81.50) , Zürich 798.50 (798.50), Kopenhagen 723.50 (728.50), Stockholm 963.50 (963.50), Mailand 269.— (269.-), Paris 350.— (859.-). London 177.25 (177.25), New-Vork 44.50 (44.—). Wien 26 50(26.50'', Brüssel 38t.—(381.-). Agram59.50(59.50', Warschau 30.50 -'30.50), Budapest 27.— (27.—), Jnaoflawische Roten 235.— (235.—), Martnoten 115.75 (115.75), Rumänische Floren 104.25 (102-25), Bulgarische Noten 78.50 (78.50), Schweizer Noten 794.50 (794.50), Dänische Noten 719.56 (719.50) , Schwedische Noten 959.50 (959.50), Italienische Roten 266.— (266.—), Französische Noten 356.— (856.—), Englische Noten von 1 Pfund Sterling aufwärts 175.25 (175.25), bis 1 Pfund Sterling 174.25 (174.25); Amerikanische Noten von 10 Dollar auswärts 43.50 (43^—), von 1 Iris 10 Dollar 42.60 (42.—), Oesterreichische gestempelte Kronen 2\50 (25.60 , Holländische 1573.50 (1593.50), Belgische 378.— (378.—), Serbische Noten —(—.—). Berlin» 3. Juli. (Devisenkurse.) Amsterdam 1321.15 (1331.15), Antwerpm 333.65 (329.65), Christiania 629.35 (621.85), Kopenhagen 619.35 (618.*5), Stockholm 831.65 (834.15), Helsingfors 162.30 (164.80), Italien 227.25 (226.25), London 148.97V, (149.22VA New-Aork 37.45 (37.70), Paris 316.65 (312.70), Schweiz 675.30 (678.30), Spanien 614.35 (611.85), Wien altes 23.47 (22.47), Wien adgestempelt 25.97 (25.72), Prag 86.02'/, (86.52'/.), Budapest 23.47 (23.72). Zürich» 3. Juli. (Devisenkurse. — MitgetÄt von d« Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 14.70 (14.65), Holland 196.10 (196.10), New-York 553.— (552.-), London 21.90 (21.87). Paris 46.75 (46.10), Mailand 33.70 (33.60)^ Brüssel 492.25 (48.50), Kopenhagen 91.25 (9050), Stockholm 122.— (121.75), Christiania 91.75 (90.50), Madrid 92.80 (91.20), Buenos-Aires 228.— (223.-), Prag 12.75 (12.80), Agram 7.55 (7.55), Budapest 3.65 (3.65), Warschau 3.85 (3.90), Belgrad 31.- (51.-). Wien Geld 3.87'/, (3.85), Wien Ware —.— (—.—), österr. gest. Kronen Geld 3.90 (2.90), österr. gest. Kronen Ware — ( )• Amsterdam, 2. Juli. (Devisenkurse.) London 11-19 (ll.l4'/,\ Berlin 7.55 (7.45), Park 23.80 (23.20), Schweiz 51,20 (51.12»/,'. Wien 1.97'/, (1.97'/A Kopenhagen 46.40 (46.—), Stockholm 62.40 (62.40h Christiania 46.50 (46.10), New-York 282.25 (231.50), Brüssel 24.80 (24.45), Madrid 46.50 (46.50), Italien 16.75 (-.-). Kommerz.-n.DiskontoBaiib-A.G. Zentrale Pressburg ° Filiale Wien, l.,Wipplingers!rasse 24-26D TeEepiion 12358,18286,17408 .1. iS»! So war Rahel schon in den ersten Tagen für Die Abtrünnige. Von Hermann Vlumenthal. '' . <5. Fortsetzung.) r. Der Greis sprach von der Allmacht Gottes und i schachnestellte auch an ihn alle die Fragen, die sein Gehirn zermarterten, doch plötzlich kam es wie eine ijErleuchtung über ihn und er sagte:! „Ich glaube nun zu wissen, wa^um mich so harte Strafe traf. Ich habe Gott vergessen. Meine Jugend habe ich bei den heiligen Büchern verbracht, und es war bestimmt, daß ich mein Leben lang mich ihnen widmen soll. . Doch ich änderte meinen Weg. Reich wollte ich werden, unj ermeßlich r'ich. Es ist verdiente Strafe, die mich'trifft." Der Greis widersprach, doch Schachne ließ sich jvon seiner Ansicht nicht abbringen und fuhr fort: i „Immer größeren Luxus schaffte ich mir unh den an und dachte nicht an Gott und an die heilige Schrift. Deshalb wurde ich gestraft, verlor alles, ->nnd habe jetzt viel weniger als mein ärmster Knecht. Spät kam ich zur Einsicht, wie eitel mein Treiben war, doch zur Buße ist es nie zu spät." XIII.' r Dr. Bruck mußte bald erkennen, daß er sich vyn den gesellschastsichen Kreisen in P. einen falschen Begriff gemacht hatte. , Schon am Tage nach seiner Ankunft erfuhr man im Orte, daß Rahel Jüdin gewesen war, und als has funge Paar bei den Notabeln des Ortes Besuche wachte, wurde es mit wenig Herzlichkeit empfangen. > „Es wäre besser, wenn sie Jüdin geblieben wäre", weinte die Frau des Richters. „Vielleicht hätte man sich, dennoch' mit ihr befreunden können." - „Eine Renegatin", rief die Frau des .Apothekers verächtlich. „Ich. glaube nicht, haß. wir Freundinnen! werden^V die Grsellfchast von P. erledigt. Dr. Bruck hingegen wurde überall gerne gesehen und mit der Zeit gewöhnte er sich daran, allein auszugehen." „Ich kann mich nicht immer ausickilieHen", sagte er. „Mein Beruf erfordert es, daß ich nicht abseits stehe. Wir müssen uns dreinfinden." Rahel gab ihm Recht und sie selbsti schaute darauf, daß er ihretwegen k.'ine Einladung ausschlagen solle. Bon der Mutter erhielt Rahel oft Nachricht. „Du fehlst mir sehr, mein Kind," schrieb Chawe. „Du ahnst nicht, wi,e allein ich bin und wie elend ichj mich fühle, seitdem £« von mir fort hist. Doch es mußte sein. Dein Glück geht mir vor allem. Bei Tag und Nacht beherrscht mich der Gedanke, wie du dich befindest. Schreib mir über alles, denn Deine Briefe werden jetzt meine einzige große Freude sein." Rahel schrieb der Mutter häufig'und immer wieder stellte sie die Fragen: „Wkarum schreibst Du mir vom Vater nichts? Wie hat er die Nachricht ausgenommen und wird er mir verzeihen?" Von Schachne schrieb Chawe kein Wort, doch als Rahel. einmal, sehr drängte, antwortete Chawe: „Es wird noch eine Zeit dauern, bis sich der Vater mit dem Gedanken vertraut macht. Wir müssen (ihn jetzt seine eigenen Wege gehen lassen." ' - Wiederholt schrieb'Rahel auch an den Vater und erbat sich dessen .Verzeihung, aber sie bekam keine Antwort. XIV. Als die acht. Trauertage vorüber waren, erhob sich Schachne, kleihete sich an und verließ das Haus zur selben Stunde. In das alte Bethaus'im Judenviertel, führte ihn sein Weg. Dort waren einige Juden mit dem Studium \ des Talmud beschäftigt und zu ihnen fetzte sich Schachne, i Besorgung aller bankgeschäftl. Trattsaktionen. Entgegennahme Ton Geldeinlagen. Ausgabe Ton Einlagsbüchern. Uebcrnahmc von Vermögensverwaltungen« Warenabteilung. Export von Serienmöbeln n. lanüwirtschaftl. Geräten. □ Import von deutschen Heizmaterialien etc. q Zum Beten stellte er sich in die letzte Bankreihe bei der Tür. Ein Kaufmann, der. ihn von früher ,her kanüte, sprach zu ihm: > „Warum wählt Ihr Euch den Platz bei den Landstreichern. Setzt Euch!, doch zu den Bürgern in den vorderen Reihen." A * Und Schachne erwiderte: „Es ist keiner hier so arm wie ich'." Schachne kehrte nicht mehr in seine Wohnung zurück. Im Borhaus zum Bethaus schlug er wie die ärmsten Obdachlosen auf einer Hvlzbank ein Lager auf, schlief einige Stunden und kehrte schon beim ersten Frühmorgenschein zu den, heiligen Büchern zurück^ So verbrachte er fortan im Bethaus seine Tage und Nächte. Ein Büßer war er und seine "Nahrung' bestand aus tvockenem Brot. J Wenn ihm das Brot ausging, begab er sich auf'den! Markt, trug Wasser und schwere Lasten für die Leute, und verdiente sich das nötigste für eipige. Tage, denn billig war zu'jener Zeit das Brot, meine Freunde^ XV. , Eines Tages erfuhr Rahel, daß sich' ein Jude auSder Hauptstadt, der den Vater kannte, auf der'Durchs reise im Orte aushalte. ■ ■ Rahel schickte das Mädchen zu ihm und bat ibn^ daß er sie aufsuchen möge. ■ Der Jude aber ließ ihr erwidern: i „Meine Zeit hier"ist kutz bemessen und von '($W schäften in Anspruch genommen." > Rahel begab sich nun sslbst in den Gasthof und' sie traf den Juden an. ' „Verzeiht! Ich habe nur eine Hrage an Euchj zu richten," sagte Rahel. „Saht Ihr meinen Vater;, nicht? Me befindet er. jW?" (Fortsetzung folgte 19

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