Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-07-04 · Heft 520 (4.7.1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 520 (4.7.1920)
Date
1920-07-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979598--04593-2990353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

K. Hin: Am WH» hi H» H7-. tWWrJftftS. 7ftUtSr.:«kcr tn.ete« Le ökreßtz: . ‘aR«tt*tt*. .' ÄwweB jW».— * »O- «». Defttsrnh; '««WtUch' .. «-s«, 80.- «chech-^dwiNe»: »aZr; «Pi «^GMMTGWT» ‘ ...dWi^Hpica: «-BKtttch . . «E 8«— ««t-ritt-rto „ is.» V»k« K __ . Stik^ioo.:.'../•, . «-»»Mich.? ««§ 10.- >ä E *fe *« n&tifiüfrs}-. - «e-tUMMch £wtcs, 1P.L- «ed«M»a «. VvH»ÄiKÄO«W StfcMmMt, ' 44030, «ELBBML •b 0 &|» Nr. 5 2 0 Wie«, Sonntag, den 4. Juli 1020 2. IahrgWg Oie Wettprobleme in Spa. <; . ■ ' ', —7. W i e «, 4. Juli. - ' bedenklichen Anzeichen beginnt morgen die Konferenz in Spa. In dem Badeort, der solange'der Sch des-deutschen Hauptquartiers war und die feige Kücht WilhÄms.... des Zweiten , ,säh, . erscheinen die FühM der EnLWtzstaatett und die Vertreter DeutschlEs, um: betreffs' der Entschädigungsfra^e doch endlich zur Aufstellung Mer genauem Ziffer zu gelangen. Es wirdein harter Weg für die Mitglieder der deutschen Regierung, i die; - sich vor sechs 'Jahren die ' Entwicklung ifo Hanz/anders , vorgestellt hatten. Mer wenn sie den rgHWr loyalen/Willen mitbringen, zu ihrem Worte zu . stechen, wird die'Konferenz von Spa für Deutschland gute Mdeütüng. haben. Bedenklich sind die Zeichen, welche die Vertreter der Entente zum Konferenzsaal-geleiten. Die EMnte ist' gespalten, und wenn Marschall Foch auch noch-so kategorisch die Einheitlichkeit der - Auffassungen betont, so wäre -es doch merkwürdig, wennnicht zu- Mindest die polnische Gefahr zu einer scharfen AÜ3einarwersetzung Englands mit Frankreich über Sinn und Ziel: dieser französischen tSchöpfungführen sollte. Mag auch die 'Kriegswendung in den Berichten des chauvinistischen „Matin" absichtlich übertrieben werden, so ist doch sicher, daß die geplante Ausrufung der Militärdiktatur in Warschau, weniger von -innerpolitischesi, als von militärischen Momenten diktiertist, und daß Polen heute, ävie. einstmals Frankreich, einen- Gambettä braucht, -der,-mehr Staatsmann als Soldat, über der Volkserhebung doch nicht den Frieden aus den Augen verlor. WtsoMich wissen- Warschauer. Berichte auch schon von eiMMieheüHWWHast^PolensW- -wMhlech,Md; M " EnWte. Wb diel zu tun haben: um einen hMwchs günstigen Friedest zu örKelm^'^ SP PolSN' mtt Rußland, zu verhandeln, haben, was-natürlich auf ihre Haltung zunr Sowjetsystem zurückwirken muß, dasin seiner. Heimat bereitszu .Konzessionen mit dem. Parlamentarismus geneigt ist und wahrscheinlich die Mission Kpassins sehr gern ßu einer Annäherung an Westeuropa benutzen würde. Ergibt,'sich schon hieraus die Möglichkeit zu einer grundlegenden Aenderung der gesamteuropäischen politischen Mechanik, so vnrd das Bild noch vollends, verwirrt durch' die für Frankreich entstehende Notwendigkeit, eine Brücke zu Lenin zu suchen und,den Clemenceaüschen Drahtverhau ganz zu verlassen.-Es die Zukunft denken, in der einmal der ganze Islam eine peinliche Rechnung Präsentieren könnte. Im großen ganzen ist die Entente heute bereits fast so sehr ein Gefangener der Friedensverträge wie ■- m im» i ■ Deutschland und Oesterreich. Sie mutz iNuneV^Wipd« ihr Werk flicken und ergänzen. Aber einen MeU'geschlossenen Rock muß maü ganz - auftnöpfön./' Die . Friedensverträge werden revidiert werden- MsieP!-.?-.- " . . ' *'.'r r- >;v./ i'MSfu MM m.: : Truppenhilfe für Polen ■;r£v von einer Unterredung zwischen F o ch un0'öem brW Feldmarschall Wilson. Veranlaßt wurde diese-UW'rredüng. durch einen dringenden Hilferuf P i k s ü^ki - an Fach. Die Besprechung währte über eine Stundend beschäftigte sich in der Haupffache mit'den'WiWnj duxch welche das Vordringen der Bolschewiken, eingedäMmt! werden könnte. Mail glaube,' daß es den BplfcheWH^.ge- } 1 lingen werde, Warscha-u-.Mewwe-iMckm^'-yMDji« nichtauf' politischem Wege gezwungen werden? NmtßN, .den Vormarsch einzustellen. Das polnsiH Mer seinach sechsjährigem Kampfe'-erschöpft und konrMMjÄ : wirksame Streitmacht nicht mehr , in Betracht. Paris, 3. Juli. (Korr.-Bur.) Das Pariser »Journal Offieiel" veröffentlicht die Ermächtigung des MinifterrateS an den Kriegsminister, folgende Truppen der französischen Armee unter die Waffe» zu rnfen: Aye Jahrgänge von 1895 bis einschließlich 1062, ferner alle Unteroffiziere der Jahrgänge 1886 bis einschließlich 1894. Aus der Nachricht geht nicht hervor, weshalb Frankreich diese Mobilisierung vornimmt. ES scheint die Absicht zu bestehen, größere französische Truppenmasieu nach Kleina sie» oder Polenzus enden.. ' wirksame Streitmacht. nicht, mehr. in * 1 dem-herrsche bei den Polen größer Mangel'M^ Berlin, 3. Juli. (Korr.-Bur.) Hollandsch Nieuws j riaKen sowie Vorräten und die Verwirrung ' ÄWu- Bureau meldet aus Paris: „Chicago Tribüne" berichtet | Kreisen des polnischen Generalstabes' sei groß.Y; .- VV'?> , polnischen Staates zu prüfen und hiebei auch den so notwendigen FriedenszustanL zwischen der polnischen Mojoxftät . und - der Wischen - Minorität herbeizüführen. Auch - die Judenfrage in Rußland und das' entsetzliche Schicksal der Jude»! in, der Ukraine wird von der Entente -ins Äuge 'gefaßt werden ^müssen. : Die^ Komplikationen^ die sich aus dem polnischen Woblem. ergeben, führen also direkt zur Aufrollung der gffqnften.. Dstfragen und Hamit auf dem Wege-' über' Rumänien nach. dM Balkan und Asien. -Wieder kommt ^7hurch..das.Kreik>en des französischen Militarismus— M ungeheuerlicher Komplex . ins Rollen, und' der Sommer wird eine Zeit schwerer Mißstimmungen Mischen.dey'Kabinetten von London und Paris werden, die man?nur sehr notdürftig mit dem Mantel diplomatischer ° Courtoisie wird verhüllen können. Das .wäre Über autz für die Verhandlungen von Spa ein schlechtes Mognöstikon..' Es wäre viel besser gewesen,- wenndie Sieger.'einig sich an den Tisch gesetzt und die Erklärungen Deutschlands einheitlich ' behandelt . hätten. Daß die Eifersüchteleien der Mächte nun auch in das Verhältnis zu Deutschland hineingetragen werden, macht . zwa^ WMschlands..^ Stellung leichter, ist aber für das Gelingen, der Verhandlungen selbst üngünstig. Auch daß jin Deutschland selbst von Neuem Störungen der inneren Ruhe-drohen und die Rede ^Helfferichs, dieses fanatischen'Sprechministers der alldeutschen Reaktionäre, war mehr als deutlich — erschwert die Situation, und anch das neue, in Vorderüsien heraufziehende Gewitter grollt in.'dse «Besprechungen von Spa hinein. Die Truppen Frankreichs sind in eine solche- Situation geraten, daß Mgn,.die Hilfe Griechenlands um jeden Preis, auch um den künftiger türkisch-griechischer Verwicklungen, hat erkaufen-müssen. Venizelos sieht seine Stunde wieder gekommen und aus dem Bittenden wird er der Fordernde, der unter Berufung auf seine intakte militärische Kraft nicht allein Smyrna, sondern schon das ganze 'Küstengebiet und Vorland von Konstantin'opel für Griechenland verlangt. Äirch hier nmß die englisch- -fafltunftfdho Lütünmotü» iJorö Äunit EaimEKßo ruid - Di» ttottenische Presse über die A«b!e«z. London, 2. Juli. (Tel. der „Wr. Motgenztg.".)' „Westminster Gazette" veröffentlicht eine Reuter- Meldung aus Rom, in welcher der gnti Eindruck hervorgehoben wird, den die Aufklärungen Sir Herbert Samuels über den Zionismus' und über die englischen Absichten in Palästina ans den Papst, geübt haben. Die gesamte römische Presie begrüßte die Betrauung Samuels mtt der Durchführung der. Neuordnung in Palästina mit Sympathie. Selbst der „Tempo", der die antibritische Politik in Rom verttitt, stellt nach der Audienz Samuels beim Papst fest, daß der Papst wegen der Erstarkung des Zionismus sich nervös gezeigt habe, daß es. aber „Sir Herbert Samuel gelunge« sei, ditz Besürchtnnge« des Papstes, nachdem er deren Grnndlosigkeit nachgewiesen hatte, zu zerstreuen". In den dem Vatikan nahestehenden römischen Kreisen ist man der Ueberzengnmz, daß die bedeutungsvolle Aussprache zwischen dem Papst und Sir Herbert Samuel, der autorisiert warsowohl über die Pläne der englischen Regierung als auch über die Ziele des Zionismus Aufklärungen zu gebe«, auch aus die unter dem Einfluß Roms stehenden europäische» politischen Kreise nicht ohne Wirkung bleiben werde. .• ■ ■ - i. 7 " -'i 1 /><s; - :' Ä*lfU^s|e> 3. 3(111».;_ Präsidenten»»-! teilt d« „Padische Be»dachier* Fall der endgültige« Ablehnuna Mttts m »eiterig HMschtp. Krisen der Gedanke einer Aufstellung des jetzigen RnchskÄYÜrs Kehrenbach als Kandidaten für die Reichstzräsidenftchast.Mrttrl! wird. Ob fteilich auch F.ehrenbach'geneigt ist, dieses Ämt MüM' nehmen, ist recht ftaglich. - Mustsfa Kemal vor Koustantinopel. Markau, 3. Juli. (Funstpruch.) Nach ein« WthW äuS Saloniki' stehe» die Truppen Mnstasa -Aenalr dreißig Kilo m e t e r d o r K » n ß a n t i n o p e si - Demal hat an den enslischett Kommandanten e i n .dr ei t-LW-gOri Ultimatum gerichtet, die Gtellnngen zu räu«en. »MMfaLS die Türke» die Stadt angreife« »urde«. ' -'.l - . Deutscher Neichstch^ Berlin, k Juli. (Wolfs.) Sitzung des Reichstages würde die Einfetzung emes' Untersuchungsausschusses zur Fortsetzung der Arbeiten des von der. Ikationalversannnlung -bestellt gewesüten Untersuchungsausschusses mtt allen Stimmest geM die Stimmen der Deutschnationalen und der Deutsche» PolLspartei angenommen. Der Rötetat wüide in dritter Lesung gegen die Stimmen dtt UnabMgWu genehmigt. -.ü vie Ucrteilutta der cur Brüssel, 3. JE . (Havas.) Die Konferenz der Minister Frankreichs/- Englands und Italiens,; der nach Schluß des belgischen Mmisterrates auch die belgischen. Vertreter beiwohnten, dauerte von 11 Uhr vorm, bis halb 2 Uhr nachm. Sie beschäftigte sich neuerdings mit der Frage der Verteilung der deutschen Wiedergutmachungen. Es . wurde ein Abkommen auf folgender Grundlage erzielt: F r a n k r e ich wird 52 Prozent., Engla n d 22 Prozent, Italien 10 Prozent, Belgien 8 Prozent, Serbien 5 Prozent erhalten, der Rest gelangt an die übrigen Mächte. Rurnänien, Portugal und Japan, zur Verteilung. Italien soll überdies Kompensationen wirtschaftlicher und finanzieller Natur erhalten. , - , : . Um halb 4 Uhr wurden die Verhandlungen wieder aufgenonkiuen. Es nahmen daran lediglich die alliierten Minister mit ie einern Sekretär teil. Es wurden die Bkrickw Leu Wi1ttär.-. uud. LuMckü.iüluts1achverständi.Lem - - " über die Verletzungen des Friedenspertrpses^v^E^e^j sailles entgegengenommen, i '. Der Oberste Rat wird.- heute,über. tzie^ , ^er.., Konferenz von Spa entscheiden, damtt'/eine', emhMWk. diplomatische Front der Alliierten! gewählt''WW. Hiilf - eine . Anfrage hat der Präsident der .Wied'eHUtmochdd^' kommission,Dirbois( erklärt,' daß nach^'sMer 'MÄstüng^ , keine Diskussion mit '.den-DeuLschen'.staAfrüddtz^W^ö,^ sondern.daß' diese nur. Vorschläge einzubMgesz'haAxn? I Die deutschen Anerbieten seien , bisher' durchaus^ Wbefriedigend gewesen. Dubois (erklärte weiter-'Hätz die: Mnfereüz/ die über die bolschewistischen ErWe . Polen beunruhigende Nachrichten erhcüteü.W/' M^Mt der mMärischen Lage des neuen Staates Werde, An die Marschälle Foch und 'Wfl' diesem Sinne, eine Anfrage gerichtet. 'X Die deutsche Delegation wird Sonntag die jiberschreiten.- und. nackmittaaL..rn Sva. eintrettsü.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.