Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 518 (2.7.1920)
- Date
- 1920-07-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sk. 518 . ...Men. Freitast Wievee Mvr-s«Keitmrs 2. Auli 1S2ö SW» S Oberrabbiner LSw enthaftet. Wie wir erfahren, hat hie Budaprster Oberstaatsanwaltschaft ihre Zustimmung dazu erteilt, daß der Szegediner Oberräbbiner Dr. Immanuel L o w, dessen Verhaftung auf die denunziatornche Fälschung des in Mjen befindlichen H o lofsy erfolgt ist, aus dem Gefängnis entlassen werde. Dr. Löw befindet sich in feiner Wohnung, die vvu der Polizei überwacht wird. Ein Arbeiterstreik im alten Tlegypte«. In dem umfangreichen Turiner Papyrus finden sich! die Urkunden eines Arbeiterstreiks in der Do Len-' ftadt des alten Theben zur Zeit Ramses III., eines Königs der'zwanzigsten Dynastie (1100—1168 v. u. Ztr.), der die erste Streikbewegung, ist, von der uns die Geschichte zu berichten.weiß. ' v;; ' Die' 'Handwerker und; Strietfet utt alten Aegyptenwärest' ist- Truppest eingeteilt/ ' frön' denen jede / stn ihrer Spitze einen' Vorarbeiter, den „Großen') der Truppe" hatte; dieser mußte die Liste über feine Untergebenen und'ihre' Arbeitsleistung führen. , Da finden wir ist den Eintragungen-vielfach Blaue Pdoytage verzeichnet,'-zu denen' der Vorarbeiter ^mit röter Mffte die'.Enkschüldigungsgründe hinzuschrieb: Krankheit, OpferMdie Götter .üsw. Oesters' wird auch-'eist kW Faulheit eingetragen,' und befände es eifrige Arlstitcr bleibest - wohl' auch eisten halben' Monat ihrer ^Beschäftigung fern. Häufig tritt auch Feiern wegen'Arbeits- Mangel ein, was für die Leute keinen Schaden bedeutet, da sieauch sür die beschäftigungslosr'Zeit bezahlt werden. , ...Pie Entlohnung bestand nicht.in ,G.'ld, sondern in l^dstrfsgeg'enständen' und LebeWyitteln.. Jede Oöche beÄrrnLlu'.ste von. den hiezu bestimmten Beamteneine UnKühlchon Fischen, .Wtt,' Hülsenfrüch'le, Getreide und Gstr geliefert./. Uurde die Lieferung verzögert oder blieb sie infolge der Unterschlagustgen von seiten der Beamtey.'ganz.aus, so rotteten, sich! die Arbeiter zu-- fammen/und traten in den. Ausstand, ' So-auch die .Nekropolenarbeiter im 29. Jahre König Ramfes III., bie sich die Ausfolgung ihres Lohnes regelmäßig durch -Arbeitseinstellung erzwingenmußten. SW)-Weib . und - Kind verließen, -sie ihren Arbeitsort, obwohlsieder - lSchreiber der Dote-nstadt und ihre Boriarhviter mit eidlichen Ve-siche u.rgeir zurückholen wvilien. 'Siewaren--zu oft zum Narren..gehalten worden. Nächsten Tag versuchtest sie,-in den/Tempel Kam ses II. sinzudringen, wobei. ..Zwei ,-Gepd«meri^yMvetd, um' die Aufrechterhaltnng der - Ordnung bemüht, waren. Trotz der- .Beschwichtiguttgsversucheder- Priester gaben die. Mngerndest -Handwerker nicht, nach, bis sie. endlich ihre Monatslieserungen erhalten hatten. . . .. ' - s Aber einen Monat 'späterstellten sie die Arbeit wieder eiw' und zogen bis -, zu den-«. Toren der Stadt Hydbenj MstuveLirem 'i-'pTrsönW" mit' ^ihnen vstt'ejchckstdelte^ Er: zsigte anfangs , keine Lust^' astf ihre- Aorderungen emzugetM, fand es. aber, >chliestlich. hoch Maten,-sie wenigstens teilweise.-zu' erfüllen. ..'Aehnliche/Streiks werbest ausser Ziit,R-amW IX. ' -Wrrchte't'. Damals mußtest die Arbeiter,, 'als .die/ Geireidemengen endlich ' geliefert würden, dem' Beamten für seine „Gefälligkeit", ein Geschönt übergebendas in zwei Kasten und einer Schreibtafel bestand. Hinter M'diesen Vorfällen ist die'Mißwirtschaft in der Verwaltung, Bestechlichkeit und Unredlichkeit der Beamten ustb die zunehmende Schwäche der Regierung deutlich zu' erkennen. - Die jüdischen Kriegsopfer in SotvZetrrHland. . Aus N e w- Y o r k wird ' uns berichtet: ' Dem amerikanisch-jüdischen 'Hilfskomitee ist es nach mannigfachen/Bemühungen gelungen, eine, direkte Verbindung zu den.jüdischen.Kriegsopfern in Sowjetrußlüstö herzustellen. Der .Joint hat bereits, zwei Vertreter dorthin eutMdet,. .und. zwar den Richter Harry F i s ch ex nach! .Petrograd und Max .Pin«e. nach. Moskau.. Sie hoben die, Aufgabe, die Loge der dortigen jüdischen Kriegsopfer. .überhaupt zu. prüfen und die Möglichkeiten für ein.umfassendes Hilfswerk festzustetlen. Ihren in -Reio- WA eyrgetzpffeuen Nachrichten ist, zu entnehmen, daß siö-'bMLits .Mittel'. üstd''WrKö gesunden habest, um die Zustellung von Unterstützungsgeldern nach Rußland, zu sichern. Diese. Mittel.gehen, durch.Estland, dessen Ministerpräsident Herr-Tenni.sön den. Vertretern des Joint 1&2 mögliche Hilfe seiner Negierung zugesagt hat. Der Transport und die Zustellung /geschieht durch den Ingenieur.Abraham Po m piansky in Reval, der als Beauftragter des Jüdischen Nätionalrates für Esthland diese Aufgabe übernommen hat. .. Die W a r s ch a n e r Filiale des Jointt Distribution Committee meldet nach New'Nork. .eö feien im Zuge der polnischen Offensive ihre Vertreter nach allen dem Zugang freigegebenen jüdischen -Orten abgegangSn. Irr S.chitonlir, Mohilew, Podolsk,, Kiew, Berdyczew und Indexen Orten hat.die HilfStsttigkeiL bereits. begonnen. In Kiew sind Kapitän V vo r s a n g e-r und. Herr 'Doltor Vharr.es S p-i'w-a k mit beträchtlichen.GeldbetrhaLst'anigekomMen und Herr Georg R-op6y hat gattze"Wagenladunßen mit Lebensmitteln,. Medikamenten, Kleibern ünd anderen Bedarfsartikeln im Auftrag des Mdica'! Unit Nr. 1 nach Kiew gebracht. * Begrälmiff« am heutigen rage: Alte, Friedhof: 11 Uhr Blau Sophie. — Neuer F r i ed h »f: 10 Uhr Wunsch Herbert, 10 Uhr 20 Mi«. Berger Lotte, 10 Uhr 40 Min. l Alkalay Dawid, 11 Uhr Startmann Mori« n Ubr 20 Min.! einen Gäela. 12 Ufer ßofwr Markus. * Hochschultzurse -es Jüdische» HochschulauSschuffes. Die Hochschulkucse haben für dieses Semester abgeschlossen und werden im kommenden Semester im Einvernehmen mit der UuterrichtZkommission -des Jüdischen NationalratrZ reorganisiert und weitrrgeiührt werden. Die H e b r ä i s ch k u r s e dcs Kulturamtcs des HochschulauZschuffes nehmen noch weiter .strcn Fortgang. . . . * Hrbräische Kurse für Palastiua-Emigrantsn. Die Damen und Herren, welche sich für diese Kurse haben vormerken inssen, werden ersucht, sich zwecks Einteilung und rinverständlicher Festsetzung deS Stundenplanes D r e n Z t a g den 6. d. M., um 8 Uhr abends, im Bureau des Jüdischen Nationalrates, U., Taborstraße 20'a, züverläfsig einzufivdrn. * Jüdische Volksschule. Das Untexrichtsamt deS Jüdischen Mtionalrates für Deutschösierreich gibt bekannt, daß die erste i ü d i.l ch e Volksschule in Wien mit Beamn des Schuliabres 1320/21 imU. Berirk erostnet wird, und zwar vorläusia die e r st e u n d zweite Klasse. Die Unterricktssurache ist deutsch. Hebräisch wird nachmoderner Methode als' lebende Svrache gelehrt. Diese Volksschule dient zugleich als Borbereitungsschule . für das Jüdische Realgymnasium» Schülrrmbl beschränkt', daher kann nur bei rechtzeitiger A « m e I* düng mit einer Ausnahme in diese Schule gerechnet werden. Voranmeldungen (die betreffenden Kinder sind mitzubrinaen) werden täalrch (außer Samstag imd Sonntag nachmittags von 3 bis 4 Ubr im. Unterrichrsamt deS Jüdischen Natronalrates.!l, Taöorfiraße 20 b, entgegengenommen, woselbst auch Auskünfte erteilt werden. * Hebräisch in emglische» Schule«. Der Londoner S 1 a d r a t hat heschloffen. die hebräische Sprache als obligaten Gegenstand in Londoner Schulen einzusübcen.Dr. Sonne von der zionistischen Organisation hat nachstehenden Brief als Antwort aus eine diesbezügliche Anfrage bekommen : .Ich verständige Sie hirmst. daß die hebräische Svrache als Unterrichisgegenstand in den-Abendschulen des StadtratrS rmgrsührt word-n ist. Gegenwärtig wird sie unterrichtet im, Stevneh Handels Institut und der Stadtrat -beabsichtigt die weitere Einführung dieses Gegenstandes auch in anderen Schulen wo eine diesbezügliche Forderung gestellt werden wird. Gezeichnet Blair für den Edukation Officrr. * AS» die Pogrombeute auftauckt. Der" ägyptische Korrespondent des Londoner Jüd. Korr.-Bur. berichtet: Ist K' a i r o befind-'' sich jetzt eine große Aahl von Russen, welch: nach dem Zu'attcmenbruch des Denikm-Regimes geflohen sind. Sie bringen in Kairo vielfach Thortzrollen, T e in v e l k e » ck> t e r und sonstiges Tempel gerat mm Verkauf, ^as obn" Zweifel von den Pogromen herstammt. Das russische Hilfslomitee bat vor kurzem ein Konzert zvgrmsten der Denikin-Lente in einein der Parks von Kairo veranstaltet. Das - Konzert wurde mit Rücksicht auf die erwähnte Tatsache von der i ü d i s ch e n. aber auch von der arabischen Bevölkerung Kairos boykottiert und endete mit einem Defizit. * ..Hilferufs Ejne ohne eigenes Verschulden in Elend geratene Familie wendet sich an uns mit der Bitte um Hilfe. Die Frau ist lungenkrank und acbeitsunfähia, der Mann ist leidend und arbeitslos, rin vierzehnjähriges Kmd ist verkrüppelt und bettlägerig. Die Familie ist augenbsicklich außerstande, sogar den Zins zu bezahlen Und befürchtet die Delogierung. Wir bitten gute jüdische Herzen um Geldspenden -und sind gerne bereit, solche zu veröffentlichen und ihrer Bestimmung znzuführen. * Die Gehaltsforder»«ge» bet Ko»^pke«te«. Heute um 7 Hfn* abends tritt der Konziviententag im Kleinen Fkstfaase der Universität neuerlich zu einer Tagung zusammen.. Den Gegenstand der Beratungen bildet die Stellungnahme zu dem Ergebnis der gestern siaitgefi.'nLenev Vollversammlung der Rechtsanwattskammer, auf deren Tagesordnung als einer der bauptsächfichsten Punkte die Regelung der Gchaltsbezüge der Konzipientenschast steht. * Herzl-Arrdacht. Freitag den 2. d. M. findet heim AbendgotteSdienst im Brigiitenauer Tempel eine Herzl-Andacht statt. * BolksbNduttg im Technischen Museum. Führangsvortrag: Samstag den 3. d. M., 3 Ubr nachmittags, Ingenieur A. Piaff „Natur- und Kunstseide^. Lichtbildervortrag: Sonntag den 4. d. M., 10 Uhr vormittags, Professor Eugen Schigut „Kaufmännische Fabriksorganisation". * Die Wshnu«gsanforder»«g durch die Gemeinden. Die „Wiener Zeitung" bringt eine VollzugSanweismrg. wodurch die Landesregierungen ermächügt werden, in Gemeinden, die von dem ihnen zustehenden Wohnvngsanfsrdenmgsrecht^keinen ausreichenden Gebrauch machen oder sich weigern, davon Gebrauch zu machen, durch Kundmachung,sj>as Recht zur Wohumlglanforderung auch der potitischeu Bezirksbehörde rinzUräumen. Diese kann zur Ansübung des AnsorderungSrechteS ei» eigenes Vollzugsorgan (Ausschuß) bestellen. * Eine Ueberschwemmuregskntastrophe. Aus Bern wird gemeldet: Am O r nygletscherbarst ein Wasserbecken, wodurch sich große Wafierumffcn in das NrndaStal ergofie», die die Wälder »nd Wege stark beschädigten. DaS Dorf Pmz de Fort ist sehr gefährdet. Die Bewohner deS rechten Ufers der Prinze mußten sich im Lauft der vergangenen Nacht rasch in Sicherheit bringen. Än der Errichtung von Stauwehren zum Schutze des Dorfes wird eifrig gearbeitet. * Der Nachlaß Gsvy Deslys. Die vor einigen Monaten verstorLüne Varietediva Gaby Des ly Z hat es bekanntlich nie zugeben wollen, eine gebürtige Oesterreichertn zu' smn. Sie leugnete immer behirrrlich ihre Identität mit' dem Dienstmädchen Hedwig Näwratil aus Mähren, auch' dann noch, als aus ihrer mährischen Heimat ein Teil des nilt'.ber Entente verbündeten tschechv-slowakischen Staates' geworden war. Sie - hat sich immer als Dollbkutfranzöfin gefühlt und diesem Gefühl auch in/ihrem Testament Ausdruck gegeben. Ihr gewiß Nicht unbeträchtlicher Nachlaß gelaugt jetzt in Paris' zur Versteigerung, und zwar zugunsten der Armen von Marseille. In der Galerie Georges Petit hat letzten Sonntag die Ausstellung des von Gaby Des'ths hinterlässen'en Schmuckes begmmen. In dem Nachlaß von Gaby Deslys, die vielleicht mit «ine der Ursachen war, daß sich das Königreich Portugal plötzlich in eine Republik verwandelt hat, dürfte sich vermutlich, rnanches Stück von wahrhaft königlichen: Werte befinden, und die Armen von Marseille werden allen Esrnnd' liabcn. drr VarietÄiva dgnll'ar zu fein. «llschiser- Größt« Auswahl! Billigste Preise! 6*0 Leopold SteinharyWicil, Biberstraße 9. >>> - .•f-t'SS/SO ■ ‘ *" .11 ». * Spende». Für jüdische Blinde: Jnaeniem ' Joses Fischl und die Beamten der Firma M. FEs Söhne Klagenlurt als Kranzablösungsspende ttir Frau Johanna Rind Budweis, 330— -bisher K fSftSO.—>. — Adolf Stand- S t i f t u n g: Ans Hochzeit Siark-Wahl gesammelt durch Frau Jetly Mayer und Fräulein Sabine Wahl K 610.—. Sammlung Dr. Hainmer. K. Spindel und Fränleiu Süß bei Hochzeit Pep> Halpern-Max Schwarz K 300.— (bisher K 82.377). * Stiftungen, welche i« Monate I u li 192- Bft k« israelitischen Kultusgemeinde Wien zur Ausschreibung gelange«? Widmung der aufgelösten Abrndvorse. tür Lehramtskandidatenein Platzä K 95: Therese Wertheim-Ausfiattungsstifiung, ein Platz äst 350 und ein Platz ä ll 370; Heinrich Klinger-Wrdnm»- 1-03, für Handel- oder Gewerbetreibende, -wer Plätze ä L 185: Jgnaj. Kkepetasch, AusstattungSfiritung, ein Platz ä L 185; M. L. Biedermann WaisenMuna. Gesamtverleihungsbetrag 5600: Simon und Fanni Bing. Mädchcnstlftung zur Gründung einer Existenz, zwei Plätze ä K 625; Dr. Alexander und Rosa Brng-AusstatttlUgZ firftung. ein Platz ä si 570. Eiureichungstermir bis , 31. Juli 1920. Donat Tamsia - Armenstiftung (E i nr e i ch u n g s f r i st: 15. Job öis 31. August 19201. E i n r e i ch st e l l e: I., Sertenstettengasie 4, kl. Stock (Einreichlmgsprotokoll). woselbst aikcki die siw die Einreichrmß eriorderlichen Grsuchsbögen unentgeltlrch zu beziehen sind. Di« näheren Brsiimnmngen über die genannte» Stiftung«» sind aus den Kuridmachmraerr, welche un Hause, k>, Geitenstetteugasse 2 - (Hausflur), aisichicrt sind, ersichtlich, beziehungsweise im Stiftung-' ' amle der Kultusgrmeinde zu erfragen. * Schuh»nshefser»«gSK«rs in -er Ar»»ick. Di«> . praktische Lehrknrs, drsim Wichtigkeit unter den gegenwärtig« Brrhaltnisien ' ans der Hand liegt, beginnt am Sam'Stag d« 3. d. M.. umfaßt 10 Nachmittage und findet jeden Dienstag un! SamStag von 4 bis 7 Uhr im Ledrsaal I (3. Stock) statt. Teilnehmergebühr kl 60, Kartenausgabe in -er Verwaltung täglich von 9 bis 3 Uhr. * Angehörige vo» Kriegsgefangene» i» &««*»•* javsk erhalten von hier eingetroffenem Heimkehrer Auskunft, Heerte 4 bis 6 Uhr nachmittags im Kiiea-gksangeoen-JnfsrmatronS' burran deS Jüdischen Nativnalrates, lk., Ta-orstraße 20». Atterrtat auf erneu Zug. Der Chaclestou-WeKern Caro1iua«Ervreßzufi wurde gestern von Räubern übttsallen. Em Bote des Marinean'tes. der die Gehälter fiir die Märinrfiatioy Paris-Island mitführte und von einem bewaünete» Schutzmang - bealeitcl war. wurde geknebelt u»d beraubt. Eine Kalbe Stunde später' entdeckte der Schasfucr des Zuges das Attentat. * Wohnungseittbruch. Am 30. v. M. wurde die Wohnung des Industriellen Artur S o i t e r, lll., Untere Biadultgaffe 35, erbrochen. Gestohlen wurden K 6300 bar und mit Brillanten besetzte Schmuckgegrnstände im Werte von zusammen 150.000. * Raubüberfall. Die ..Innsbrucker Nachrichten* berichte« über einen vorgestern nachts hier ersolotrn Rmrbüberfüll auf einen italienischen Leutnant, der auf dem Heimwege vvu einem unbekannten Täter einen wuchtioen Schlag ins Gesicht ^erhielt, so dat er ohnmächtig zu Baden stürzte. Als er sich aus seiner Ohnmacht erholte, bemerkte er, daß ihm sein Dienstrevolver und seme Diensttasche, die einen von der Banca Jtaliana ausgestellte« Schecks«' 70.600 Lire enibielt. geraubt wurden. Es scheint sich um tim planmäßig ausgedachten Raubüberiall zu handeln. Die pol?zeckicher Erhebungen sind bereits eingrlritet. * Dre Spedrtiottöstrma Leo Wang, II., Ferdinandsstraße 29, übernimmt die Verfrachtung von Transporte» jede, Art nach Czernowitz mit Durchtnhr- ,rmd Tranrvortbewimgmrg zu festen, billigsten Sätzen unter Begleitung verläßlicher, geschulter Organe und garantiert für eine prompte, glatte Rrexpeditio» in Snratyn (polnisch-nrmänische Grenze). Gerichtssaal. Die NeuvKirchaer Affäre. Gestern wurde dar Zeugenverhor sortgefcht und zu Wnbi geführt. Der Staatsanwalt sagte i« seinen SchlnKanS* fÜhrungen, die Prozeßsache sec mit der Politik verquickt worden, heute stehe aber fest, daß die Sache mit der Politik g« nichts z« lim habe. Nach ihm plaidierte Dr. H a r p n e r und Dollar Pvllacfek für die der sozialdrmvlratffchen Orgamsation angehorigen Beschuldigte«. Der Verteidiger der angeklagt« Kommllnisten, Dr. Valentin R o s e » f e l d, sagte i« seinen GchlußauSführungev, Direktor Zweifel habe sich wie ei» prerrßischer Offizier zu seinen Arbeitern gestellt und dielöste ber diesen natürlicherweise eine Reaktion aus, um eine« vorberrsteten Ileberfäll habe eS sich aber nicht gehandelt. Sa* Urteil: I! später Nachtstundewurde das Urteil verkündet. De^ Richte!-' oerurteiltc Richard H u b m a n n wegen schwerer Körperbeschädigung zu einem Monat einfachem Kerker, Kilian Kropfreiter wegen leichter Köcherbeschädigung zn vierzehn Tagen Arrest, Karl Fritsch wegen schtverrr Köcherbcschädigung z-u einem Monat Kerker, Felix R e i't'e r e r wegen schwerer Kvrperbeschädigung und Aufreizung zu sechs' Monaten Kerker, Josefruster Wege»» der gleichen Delikte zu z w e i M t» n a te n einfache w Ker ker, AboiS Presch l wegen Hausfriedensbruches und' boshafter Beschädigung zu zwei M'o n a t e n schwerem- Kerker,- Josef Samm wegen Hausfriedensbruches als Mithelfer und boshafter Beschädigung zu einen: Monat e i ik f achem Kerker, Ludwig Lenz wegen schwerer Kvrperbeschädigung und Aufreizung zu zwei Monaten einfachem Kerker und Berta Edelmann wegen schweren Kvrperbeschädigung, Einschränkung der persönliche» Freiheit »rnb Erpressung zn drei Monaten schwerem Kerker.. Die.Angeklagten Johann Richter, Franz Riegler, Rudolf . H'än.s'manu, Franz Rochvweh, Franz Scherz und diel i AngeksMe Marie Magnex wurden kreigeipxochtzs.