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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-27 · Heft 513 (27.6.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 513 (27.6.1920)
Date
1920-06-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Ar. 51O _Wien/ -SonniSF SMachLvieh irr Tirol freigsgeLen. ' Innsbruck, 26. Juni. Die Landesregierung' .hat tzüf Drängen der Bauern den Verkehr mit.-SchlKchtvibh'Hn'srhalb ' des Landes, 'mit Ausnahme des KontingenteZ für die Beteitung-der Mindestbemitteltennun- N^Hr frEigegeben.' Die Grenzen des Landes salleir jedoch' umso strenger gegen.Ausfuhr und .Schmuggel gesperrt werden.' Die Fleischhauer. 9lo.rdtirols haben in einer.gemeinsamen, Versaminlny.g,dcu.Zeitpunkt für die- Freigabe als ungünstig bezeichnet, wollen aber durch vrnöendd Vereinoarungen untereinander auch unter persijüliHen Opfern bcn Preisabbau .anbahMn - -und v erlangen die Deckung, des Fleischbedarfes für Innsbruck auf .mehrere, Wochen, um d'ie Spekulation zu ünterüinden. Die Fleischhauer haben .eine- Reihe von Forderungen zur Durchführung ihrer Absicht an die Landesregierung gerichtet. . ' * Antisemitische Demonstrationen. AM dem Platze vor dem Rathause fand gestern eine von den Christlichsozialen und-Orrl-Leuten gemeinsam einberusene Versammlung statt, in welcher die Redner, darunter mehrere Geistliche, die bekannten Hetzreden hielten. Es waren im ganzen etwa 2000 Leute, zumeist Vorstadtelemente. erschienen, die sich mit. ihrem ,Nlda mll d.ö Juden!" heiser schrien. Es kam zu kemern Zwischenfall. * Jüdisches Museum (ti.» . Malzgasse 16). Die öffentlich frei zugänglichen Sammlungen des Jüdischen Museum, welche in letzter Zelt sehr namhaft bereichert wurden und unn anch durch 'die nachahmenswerte Widmung der Frau Adele Mises einen hübschen Anfang zu einer Kollektion iüdrscher Volkstrachten aufweisen, werden am 1. Jull l. I. wie alljährlich wegen Reinigung und Sichtung iür zwei Mo na t ege schlaf s e n. Etwaige Anfragen. Kausanbote u. s. w. wollen an das Sekretariat (IX.,. Liecklensieinsteaße 180, zu Händen ,des Dr. Jakob Bronnerl' adressiert werden. * Eröfflrung.des Museums für. Volkskunde. Gestern vormittags wurde in dem ausgedehnten Barockbau des ehemals gräflich Schönbornfchen Sommerpalastes das Museum für Volkskunde eröffnet, das eine Schöpfung des Vereines für Volkskunde uno vor allem seines,, Generalsekretärs - und Direktors des Museums, Regierungsrates Dr. Michael Haberlandt, ist, den sein Söhn und Mitarbeiter Dozent Hr.- Artur Haberlandt eifrigst unterstützte. Das. Wetter gestattete die Abhaltung - der einfachen und ernsten Eröffnungsfeier tn dem fahnengeschmückten Hofe, in dem Totenbretter -und Grabkreuze an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnern.'Die Feier eröffnete der Präsident des Vereines für Volkskunde, Rudolf Abentzperg-Traun, worauf der Direktor des Museums Negierungsrat Dr. Haberlandt das Mort ergriff, um zu sagen, daß er zahlreichen Zuspruch der Bevölkerung erhoffe^ die nicht nur das. Bild der guten alten Zeit finden, sondern sich auch aufgemuntert fühlen möge, weiterzubauen. Redner schilderte die Entstehungsgeschichte des-.Museumsdas ein treues Spiegelbild des volktümlichen Gebens der deutschösterreichischen Bevölkerung und ihrer Nachbarländer sein soll. Redner wies auf die unleidlichen Verhältnisse hin, unter, denen düs Museum bisher, kaum bekannt, bestanden. Nun ist das Aschenbrödel erlöst. Er verwies daraus, dxcß der Umschwung des Zeitgeistes den allgemeinen- Sinn für wahres Volks wesen erweckt hat. Es -sollin diesem Hause seine sorgsame wissenschaftliche Pflegestätte finden. ,'DaS Museum zeigd,'wie Sitte und Brauch.Hohltätig und. gefällig Pasi'Leben der Akassen ZU hegen und zu schätzen wissen. - Bon der Straßenbahn. Bekanntlich treten am 3. Juli sdie neuen Fahrpreise für Ernzolfahrten und anr 2. Juli für die erhöhten Zeitkarten in Kraft. Wichtig sind noch.-folgende Bestimmungen: 1. Die im Vorverkauf, ausgegebenen ' Einzelfahrscheine der geänderten Fahrpreisstufen des a-l t e n Tarifes sind vom 3. Juli mr nicht mehr verwendbar. Sie werden bis zum Ablauf des darauf mittels Lochung Gezeichneten Monats bei den Kartmvorverkaufsstellen um den dafür gezahlten Betrag Zurückgenommen oder gegen'Ausgleich des Geldunterschiedes gegen -neue F-ahrschoitte umgetauscht.'2. Die für das Halbjahr vom 2. April bis.1.-Oktober ausgestellten Netzkarten werden mit Wirksamkeit vom 9. JE einmonatig bis zum 2. Nügüst Mündigt. Sie verlieren nach dem 1. August ihre Gültigkeit. Den Inhabern der Karten, die sie bis zum 16. August bei der Ka-rtenqusgabekasse, 6. Bez., Rahlgasse 3, abliefern,.wich'ein Drittel des Kaufpreises im Betrag öön-686' K 66 h ’g trt Ücker ft a i t e t. |S3ei späterer Ablieferung behält -sich die Direktion vör, einen Mvmgen Teilbetrag' entsprechend dem - restlichen Teil der son- Istitzen''Geltungsidauer zu vergüten. Für.Karten, die nach AbiMf'fdö'r darauf bezeichneten Geilt ungsbauer einlangen, wird jMr8)fählich' k e'ine:- Vergütung''geleistÄ. Den Inhabern der gekündigten Karten wird die Möglichkeit geboten werden, durch vest-'-Petzug einer Zusatzwerünarke für zwei Monate ihre KckMrt' für' die sonstige. Geltungsdauer gültig zu wachen. Der -Osrschleitz^her---' Züsatzw'etiMär^Ln' und die Behandlung der Retzkarden-bei den Ausgabestellen findet vom 26. Juli an —‘ Ab 1. I u l ifuid bereits die neu e it V'o rv e rj a u f 8 f a h r sch eine zu fünf- und zehn-Stück in den Vorverkaufsstellen erhältlich. Ebenso werden Schaffner-arn ^Donnerstag und Freitag an mehreren Stellen die ermäßigten Vorverkaufsfahrscheine verkaufen, damit den Fahrgästen Gelegenheit geboten ist, sich rechtzeitig mit solchen Fahrscheinen Sprzusorgen. - * Dir Eiirhebnttg dev Spielabgabe. W 1'. Juli gelanget bei den städtischen.- Hauptkassenabteilungen der magistrÄischen Bezirksämter die S'piel.blocks zur Ausgabe. v Alle Inhaber von Gast- und" Schänklökalitäten sowie von eytge'tlich für Spi-'zweck; überlassenlln anderen Lokafitäten, -Mener auch Klubs und Vereine, die dem.Spielabgabtzngejetz von: M. Mat 1920 unterliegen, haben sich in der. Zeit vom Ir. bis' längstens^ 3. Juli mit den erforderlichen .Spielblocks zst versehen, da^ spätestens mit Sonntag den 4. Jilli mit Mr Einhebuug-der Abgabe -mittels der Spielkupvns -begonnen werden, must. Bei Lösung der Blocks ist inrsSinne des K - 3 der Sprei'gbgabeordnung von den.nach, dem Spieläbgabeugesetz veraiitwortlichen Personen die Emreihungsstufe anzügäeu, in welcher die Abgabe in den betreffendes-Lokalen entrichtet werben soll. (Selbstetnschätzüng.) Bei .Entgegennahme des Koutrollblocks ist, da-jeden Block aus '200 Spielkupons besteht, der 200fache Abgabewert des. einzelnen Spielkupons nach der in Betracht kommenden Stufe int vorhinein zu entrichten. * Blatteimsülle in Oesterreich. In der Woche vom 19.'bis 19. d/M. wurden beim BoUsaesundheüsamt im Staätsamt für soziale Verwaltung fünf Neuerkrankungeu an Blattern «ud kerne Neuerlrankung an FlecktnphuS angezergt. * Auskünfte an AngehSrlge Kriegsgefangener. Die Herren Philipp Schwarz und Siegfried Ferhsb erg, aus der Kriegsgefangenschaft in Irkutsk hdiwgbkehrt, erteilen Angehörigen Kriegsgefangener An skiin sie über -die Lager Irkutsk Und B-ere.s«wka anr Mittwoch, den .30. . d. .Bk. und Donnerstag.den 1. Juli von, 1.0.bis 12 11 hr vormittags im L-o.lal kd. Ncgvs-'erbaudes. bei: Angeböngerr denlschöfierreickn- .S8ie»e* MorgsrrzeituuK: 27. Juni 1939 ßSSTt HK.H..II .. . scher Kriegsgefangener, 6. Bezirk, Getreidemarkt. Nr. d, Mitteltrakt, 1. Stock, Tür 26. Mitnahme der Photographie des/ Kriegsgefangenen ist erwünscht. * Ein jüdisches Pretzbnrevn in Berlin., In Berlin (Nosenthalerftragr 46, Telephon Norden 1982) ist ein jüdisches Preßbur-rau unter dein Namen „H a m e w a s s e-r" eröffnet worden, wetckus die jüdisch?. Presse des In- und Lluslandes iiber die wichtigen Ereignisse und Erschetnungeu inr Leben'der dLUtscheu -Juden fortlaufend insormieren soll'. Schreit Leopold Steinhart, Wien, >., Biberstraße ö. --- 4VS/8Ü - «rsßille« Größte Auswahl! Billigste Preise! * ^Metakum Gold" — (mit dem Regenbogen) die gutbewährte Taschenimnpenbatterir. * Freiherr Max Svriagersches Waisenhaus, Helene Baronin Springer-Stiftung, In das Freiherr Max Springersche Waisenhaus werden nt erster Linie Doppelwaisen, ferner solche vaterlose Knaben ausgenommen, deren Mütter nicht rmüande sind, ihre Kinder selbst-zu erhallent sie müffen im Alter von sechs bis elf Jahren siche» und verbleiben in der Anstaltspffege bis zum Ende des Schuljahres, in welchem sie ihr 14. Lebensjahr erreichen. Für' die vielen Kmder aber, die ans irgendeinrm Grunde den Aufnahmsbedrngungen nicht entsprechen oder deren gesetzliche Vertretung die Aufnahme ins Waisenhaus nicht wünsckft. tritt die bedeutend vergrößerte Helene Baronin Springer-Stiftung durch Bewilligung namhafter, den jeweiligen Verhältnissen angepaßter Erzrebüngsbeiträge helfend ein. Diese Stiftung hat den enormen Vorteil, daß sie statutarisch an keine Altersgrenze. gebunden - ist. daß sie ihre-Hilfe nicht nur Waisen, sondern allen jenen Knaben zuteil werden lassen kan», deren Schutzbedürfl'gkeit das Kuratorium anerkannt hat. Durch Auszahlung des bewilligten Beitrages an die Pflegemutter kommt die K'NdeSuntersiützung eigentlich der ganzen Familie zugute. Näheres über-die Stiftungen! findet man im Inseratenteil der heutigen dmmmrr. * Jüdische Volksschule. Das Unterrichtsamt des Indischen Nationalrates für Oesterreich gibt bekannt, daß die erste jüdische Volksschule in Wien mit. Beginn deS Schuljahres 1920/21 im U. Bezirk eröffnet wird, und zwar vorläufig die erste u » d z w e i t e Klasse. Die Unterrichtssprache ist d e u t s ch. H e b r ä i s ch wird nach moderner Methode als lebende Sprache gelehrt. Voranmeldungen m der Direktionskanzlei desI ü d i s ch e n R r a l g y rn n a s i u m S, l.. Drahtgaffel, IV. Stock, täglich von 11 bis 12 Uhr. Daselbst auch nähere Auskünfte. * Eine angsu-Lme ireberraschuns für die zahllosen Raucher der beliebten Samum-Zigarettenhülsen. In jeder zehnten Hülsenschachtel findet der Raucher eine Anweisung aus eine kostenlose einjährige ReffeunfallversicherMg. Weitere Vedmgnngen ans der Anweisung ersichtlich.. * Zwecks Gründung einer Vereiniguttg werden alle A b s o l v e n t e n der H a n d e l § s ch u l e in C z e r n ow i tz ersucht, ehre genauen Adressen an R. Goldenberg, Wien, XVIH,, Hosstattgasse 5/3, bekanntzugeben. * Keine Angst vor der. Zahnbrhaudluna! Zahnarzt Dr. U n g e r L L ü f t s ch i tz, Wien, VI., Mar abllferstraße 105, hat sich für modernen, im Munde festsitzenden Zahnersatz sowie schmerzloses Plombieren und Zahnziehen spezialisiert und sendet auf Wunsch kostenlos Prospekt. Auch die Untersuchung des Mundes sowie Erteilung von Auskünften und Kostenvoranschlägrn erfolgt kostenlos und ntwerbindlich. 0 Dirndlstoffe in reizenden Originglmusteru, verkauft preiswert Kann & Fried, Wien. VI., Linke Wienzeile 40, im Hofe. * Eiue fenfatfotttHe Aeberraschuug bietet der große amerikanische Schnellverkauf i« Restrumarkt. Wien, VI., Dambockgaffe 10. Es gelangen ab morgen zuin Verkauf er Waggons Volle »nd Batiste, per Meter' K 37.—bis K 7i.—. Wir machen die geehrten Leser darauf aufmerksam, davon raschen Gebrauch zu machen... . - VereiusrrachrichLen. V e r.e i n i g d e r S ch los s e x und Elektrotechniker des Iüdis ch^e n Gew erbe f 8 r d er u n g s a m t e s. Heute Führung ins T e ch n i s ch e M u s e u m. Treffpunkt -10 Uhr bortfelbft Haupteingang. Führung Herr Staatsbahurat Plck. Schule entfällt.' Briefkasten der Redaktion. Markus KLorper. Im Besitz einer gültige« StaatZbürgerfchastserklärnlkg brauchen Sie k er n e AufenthaltsbewMgring. Stenerfragekasten. Kriegssteuexberrrfung. Die Berufung In puneto Kriegssteuer erfolgt in der gleichen Weise wie bei der Einkommensteuer; zum Erfolge derselben ist der Nachweis notwendig, daß das der Besteuerung unterworfene Mehreinkommen der Kriegsjahre bereits vor dem Kriege erworben wurde. — M. Wie«. Ein nach Ablauf der Frist zur Beantwortung des Vorhaltes überreichtes Fristgesttch, das mit der Unmöglichkeit der Beantwortung innerhalb der Frist motiviert ist, ist abzuweisen. — Besteuerrrngsgrnndlage. Der Dienstbezug aus einer Anstellung, die schon vor Beginn des Stenerjahres erfolgte, ist steuerpflichtig, wenn auch un Vorjahre noch kein Emkominen aus dieser Quelle gefloffen ist. — Stiftung. Der durch mehrere Jahre wirderkehrende Bezug eines Betrages aus einer Stiftung unterliegt der Einkommett- und der Rrntensteucr. _ Die Ernährung. Der Marktbericht. Durch die passive Resistenz der Bauern, welche den ungarischen Boykott znm Wucher benützen, waren auch gestern die Märkte ohne Obst. Gemüse gab es in mehr als ausreichenden Mengen, ohne daß - aber weitere Preisrückgänge zu verzeichnen gewesen 'wären. Die HauptnaLixage galt der .Großmarkthalle, und zwar dem amerikanllcheu Rauchfleisch, das als Zubuße z» X 90 per Kilogramm zur Abgabe gelangte. Alle übrigen teuren Fleisch- "gattnngen gingen nur langsam ab. Trotzdem haben sich die Preise nur etwas abgeschtvächt. Die Prelle für Kaninchenfleisch wurden auf K 46 für das Kilogramm ermäßigt, doch war das minderwertige, wiederholt ausgepackte und wieder emgelagerte Fleisch auch zu diesem Preise fast nicht verkäuflich. Fettausgab«. Vom 27. Juni bis 3. Juli werde» bei den städtischen Schwr'mefcttabgabcsirUen per Person 12 Dekagramm Schweinefett zum Prelle von K 13.20 gegen Abtrennung deS K-AbschnÜtes Nr. 198 und der beiden Abichnitte Nr. 198 für nichtrahoniertes Fett der Fcttkarte ausgegebcn.- Orgaiusi'erte Berbranchec erhallen 12 Dekagramm Margarine zum Prelle von K 11.40. Kartoffrlsbgate. Sonntag bis Dienstag «erden in den Bezirken IN bis.VHt italienische Frühkartoffeln zmn Preise von K 10 per Kilogramm, und zwar 7a Kilogramm per Kops, gegen Abtrennung deS Buchstabens ft der Kartoffelkarte abgegeben. ' Wiedererlama«»« der KartoffelkarLe«. Jene HanS-! halle, wclihe ivegeü Berwrräi'guütznur Katloffrln seiirrrzr!» e-t< Kartoffelkarten abgeb'« mußten und aus diesern Grunde bei der KartenaüSgabe im Aprll Kartoffelkarten nicht erhielten, Hab» vom 1. Juli an wieder Anspruch auf solche Karten und können diese bei der rusiLndige» Brotkommlssion. welche den Kartoffel- Verzicht in Vormerkung hat, während der gewöhnlichen Drensistnnden beheben. Gpeckhoh«en für Mindeftbemittelte. In der 14S. Aktionswoche erhalten die Besitzer der neuen rosafarbige» Einkaukscheine für WohlfabrtSfleisch per Person eine Dose amerikanische Speckbohnen zum Preise von K 9 gegen Abtrennung des L-Kbschnitter in den Geschäften der Großschlächterei an folgenden Tagen: Montag den 5. Juli für A bis F, Mittwoch den 7. für 6- bis K, Freitag den 9. für L bis R nnd Montag den 12. für 8 bis Z. An die Wohlfahrtsinstitute und öffentlichen Sveiseftelle« wird für jede Person eme Dose amerikanische Speckbohnm, und zwar an die rrsteren zum Preise von K 9 per Dose, an die letzteren unentgeltlich abgegeben werden. Anmöglichkeit der Ausgabe u»u Eiusiedezucker. Die reiche Obsternte des heurigen Jahres hat allenthalde» den Wunsch nach Zuweisung von Einstedezvcker znm Zwecks der häuslichen Obstverwrrtung gezeitigt. Bei der letzten Tagmrg dcr Wirtschastskomrnission im Staatsamt für Volksernährung gelangte d:ese Frage zur eingehenden Erörlermrg, wobei vom Staatsamt für VölkSernährung unter Darlegung der derzeitigen Znckervrrsorgungssituation und der BMchten für die nächsten Monats die Gründe ausemandergesetzt wurden, die eine Sonderzuweisung von Einsirdezucker Heuer unmöglich machen. Kleiuverkauf vau Kalbfleisch i» Niederösterreich Die Verordnung, der niederösterreichischen Landesregier«ng vom 37. April 1920 ist, iusofem sie die Fesisrtzuug von Höchstpreisen für den Klcinvrrkanf von K a l b s l r i s ch in Niederösterrrich mit. Ausnahme von Wien betrifft, ab 3. Juli cmsgehsöe» worden. Iewiverda. Vom 27. Juni bis r. Juli Wesnmnsterkek«, Enrilokaffee. Guggeuberas Gesundheitskaffre, Franck Kaffeezusatz, Reitzsand, Schmierseife, Feinsoda, Olso-Kochkisten. Textilwaren: Ab Mittwoch Anzüge aus Zeug und' Waschstvff für Knaben von 2 bis 10 Jahren, Restbestände der Vorwoche. Brennstoffe: Nmr Kohlenkarre Vll., Burggaffe 16 abgeben, Nrmahomerung zur Brennstoffaöteilung möglich, nur neue Kohlenkarte« abgeben. Bühne und Kunst. Kammeroper. S'chubcvt: „Der häuslicheKrieg". -- H. E.H ellerr;. ■ „Sara n". Die Kamrnewper, eine Bereinigung mit unbekannten Zwecken, gab im Bürgertheater eine Opernauffü'hrung, die mit Schuberts „Häuslichem Krieg" erWnet wurde. Dies^ komische Oper tgucht in langen Zwischenräumen immer' wiÄrer zu einer GelegenheitsunsterblichkeiL enrpor. Ihr Text läßt sie nicht ^ben, ihre Musik nicht sterben. Man muß eine starke Dosis Naivität besitzen, um Gaftellis Dichtung, die durch Robert H'irschfelds Bearbeitung nicht viel besser wurLe, erträglich zu finden. Der aristophanische Stoff von der Weiberverschwörüng gegen die im Kriege weilenden Männer hat hier eine zu läppische Umgestaltung erfahren. Leider breitet sich auch über die Musik eine durch Ehrfurchtsgefühle kaum zu belebende Langeweile aus, so daß man die hübschen Melodierr bald über bekommt. Wem?zu Gefallen tat dies die Kammeroper? Berschtigter war es, einem Anfänger in der dramatischen. Komposition zu einer Uraufführung ' zu verhelfen. Operetta seria nettnt Hans Ewald Keller sein Erstlingswerk „Satan". Die -'Betonung ist bei dieser^ Bezeichnung nicht auf „Operette" zu legen. Es ist ein musikalisches Tranmspiel, die Schlafphantasie eines Lanöpfarxers, die einen geheimnisvollen Fremden und dessen Schwester in unklare erotische Beziehung zu des Pfarrers Schwester und zu dem Träumenden selbst setzt. Hineinverwoberr ist die Probe einer Orgelnresse, satanisches Geigenspiel und am Ende ein Schleiertanz, vor dessen verführerischer Macht sich der neue Antonius durch schleuniges Aufwachen rettet. Dem Text, den der Komponist verfaßte, mangelt noch Bühnengeschick, wenngleich er Sinn für dramatische Kontraste bekundet und gerade in den Nebenrollen gutgezeichnete Typen hinstellt. Die Musik ist reich an lebendiger Steigerungskraft) farbig belebt und zeigt einen geborenen Musikdramatiker auf dem Wege zur guten Prrblikumsoper. Sie weiß Stimmungen festzuhalten und zu erschöpfen und ist um melodische Formen nicht verlegen. Der rechte Einklang zwischen dem gelegentlich allzu sorglos für sich hin musizierenden Orchester und den Geschehnissen auf der Bühe wird sich bei späteren Werkerr sicherlich einstellen. Die Instrumcntieruug ist überaus geschickt, nur stört gelegentlich das häufige Hervor treten des jetzt so beliebten Klaviers. Fm ganzen konnte man mit Fvrude das Auftauchen eines neuen Mannes unter den dranlatischen Komponisten begrüßerr, der eine beachtenswerte Probe seiner Begabung abgelegt hat. Er wurde mit den Darstellern durch freundlichsten Beifall ausgezeichnet ulld wiederholt gerufen. - Die Leitung der Schubert-Oper lag in den Händen Pl)ilipp 'S a n ch e z b e l a Cer d a §, eines eifrigen, energischen Taktschlägers. Für Heller setzte sich der Komponist P. A. Pis k ein und .erwies sich als gründlicher, feine Abftufnngen der- Dynamik erzielender Dirigent. Den Solisten der Staatsoper. Fräulein M i ch a c s e k, I o v an o v i c und den Herren M a d i-n und Gallasgesellte sich ebenbürtig Fräulein Schwoiser zu, während u.nter dem übrigen Ensemble Herr D a v y im „Häuslichen Krieg" wohl infolge i einet FEbe'otz'Mg, zn nnkreiwillisjer Heiterkeit An-

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