Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 513 (27.6.1920)
- Date
- 1920-06-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Mer Ehre ick Leihe hat, muß heute jüdischnafionäl len. Er mutz' mit dem Stiminzettel dokumentieren,. W die KültüTgemernde nicht' MeiMW. Gespött dumMer Jungen bleihen.- darf, daß sie.vielmehr rum rageyden Zentrum jüdischer, Arbeit werden, Süm Orjstallisgtivns' Punkt' aller auf die 'Erhaltung' und, Höh/erführuyg -'de^' jüdischen.Lebens, gerichteten.BeftreÄup^ßn".'auSgestalM' werden muß^ Die Kultusgememdeist/eme entwürdig tzÄtitutivn geworden/ ein Appckraf zur. Verwaltung Post frÄnmAr- Stiftüngen, zur Führung' der 'Gebürts^ und Otetbematrik'./Kas sonst M ,Wische Seele bewestt, WüuKg^Mknde fern-nstb siMd, weil sie auF ^e^MsDcüiöndle LMe wäE.fefelWrö'-M dstrnrt AM. wHrey/'Menen/ MM/W. M'.KetzwkM.liE tritt M d tS -SeMthessimmimsts^rechf?des^ Wischen.WM ein. Er M«- kWbet./seiy.en Mihleri^^ ünd seine Entschlossenheit, an dM/ Äush'au^ und 'an. dek' Wmgung der jüdischen WM*! gemeinschast mitzüwirken.' Das jüdischnätionale' Progkamm ist so kristallklar ^wie ein frischer-Quell. Es will,^ öaß^ das-indische -Volk lebe, daß es zu ruhiger, dem eigenes Kohle gewidmeter Arbeit gelange, daß es zu Hizem, Ausgleich 'mit seiner hurch .Ha^ und Perführung gemendet'en Umgebung die Bahn finde; es will. daß. die!^lwend'iüdisch^ erzogen werde, daß sie die Menschlichkeit und! Persöhnung /anst'rebe, daß sie sich.wisse'nschaftnch,' t/chstisch" ohe.r . kaufmännisch zum Kampf' Ms Dasein horbereite, aber.immer auf der Basis jüdischer Welt-' anschauung öerbleibe. Wir wollen unser Volk, dessen Pohl und Gedeihen uns höchster Lebensinhalt bleibt, zur Freiheit führen, es zur Selbstverwaltung erziehen und in. iW die politischen und sozialen Kräfte freimachen., die"bishtt. durch.eine verrottete, pflichtvergessene,' streberische HipWaft gebunden wurden, deren einziges, bewußtes und' klar, ausgesprochenes Ziel' die Ätvmche-' rüstg' des Judentums und sein Untertauchen ist. ' Ihr' Programm ist der Selbstmord. Unser Programm ist das- Leben ugd. die Bejahung., s -; , . , , . . Wer jüdisch fühlt und denkt, wer seiner Mutter für ihre jüdische. Erziehung.danken'.will, muß heute jüdischnational wählen. Unsere Gegner sprechen.davon, daß' ein.Gegensatz zwischen den Juden und dem deutschen Staatsvolk droht. Damit setzen. sie selbst die Juden zu' geduldeten Bürgern zweiter Klasse herunter, damit, legen sie frevlenfch die Axt an die Gleichberechtigung und konstruieren für die lauernden Todfeinde jüdischer Existenz, einen stets griffbereiten Vorwand. Sie holen wieder die' freche Lüge von dem Separatismus des Judentums auS dem muffigen Archiv ihrer Verleumdungensammlung hervor, sie denunzieren und. haben jedes Ehrgefühl so weit verloren, daß ihr Tun und Handeln nicht vyn den Erfordernissen und Notwendigkeiten der jüdischen Gemeinschaft, sondern nur. von der. Wohlmeinung der Antisemiten bestimmt wird. Sie verneinen das Judentum, ' verleugnen ihre eigene Abstammung, ihre Eltern und ihr. Volk. Wer in der Zugehörigkeit zum Judentum keinen Zufall erblickt, ,wer sich^stolz, zum ältesten-. Kulturvolk, zum Volk der.'Bibel, zu dem,-auKerwählten. Volk/ des, Leides, und der Qual, aber auch der Freiheit bekennt, der. wählt heute die jüdischnationale Liste. Wer wirklich -bodenständig ist, wem die Ehre des jüdischen Wien am Herzen liegt, das in seiner Geschichte viele Beispiele byn ^tzferPut' gnd Treue'zur aiigestammten Gemeinschaft. aufzstweisenhat, der wählt beute die Männer, welche sich'berufen'fühlen,, den Glan,-. iVk'H’i: au-iu Ge- Ende wieder su MeuörN, Die Labour Party für die Verstaatlichung der Bergwerke. H 26.: ZM.' Wiea«s London gemeldet wird, hat sich vre Konferenz der Labönr 'ParvH/i«'WnMrvttgh'.«aA einer Netze des Vorfitzendsn der Gewerkschaft der Grnhenartzeüer rn’i l li e mit großer Mehrheit f U r . d i r B M.r st a a t» li dt st ng der B er grn e rLeausgesprocheu. Smillie machte ttttter anderem geltend, daß tzie Grubendefther allein im 2? Mitri<l»«e» PfundVerdienten. £;yy*rj - - “ MAlaM'wM 'ÄWDWKMMU : / tSttmein; London, 26. Juni. (RkütrL) - StaatssMtLr -'-d.es AuS- ^ivMtigen Lord E « r M n rriHrerte im O b. e r h ätz s e in Er- ' widaNKg. Ms baS Beflchreu «Niger Lords «ach Emschränlung der Äuigabk» GroßbrUanmeyS in. Mesopotamien^ daran,, daß. i« >d«n Um Ätober 1978 hen Vertretern, Englands , bei brr FrstdeuS-! konstrrnr grgtbetten Weisungen,festgelegt worden sei, daß England ' aus leine« Fall neue Gcbstke erwerben, sondern lediglich mit Hrlle . der Ewgxbornen.. a.r a b i 's ch e' S t a a 11 n aüslichten wolle. Dre evgl'sche Politik babe sich nicht geändert. Der Staatssekretär;wiehiebei auf die Möglichkeit der Schaffung, eines Hi« i- : st e r i alb e p a r rem entS f ü r' d i t A n g VI e g e «- S e i ten d eS. m it tl ere« Ori ents (von «nS bereits : berichtet) hin und schloß mit der Erklärüng, d r«Ist 8 »" m » « h?M eso p ut am je ns w.S r e iw W i d er f.v r » ch m i t E h r e u « d P f i t ch t nnd «üt den NdtwendWiten der gegenwärtieen Lage. " /. Aufhebung des beschränkten Standrechts in der Tfchecho- Slowakei. Prag, 26. Juni. (Tel.-Komp.) Ministerpräsident T u f a r hat als derzeitiger Leiter des Lantzesverteidignngsministerinms mit 15. Juli I. % das im Juni 1919 verhängte nnd mit Verordnung vorn 10. Oktober 1919 örtlich bäfchrLnkte Stand r e ch t in der Tschecho- Slowakei vollständig aufgehoben. Die polnische Krise. Von unserem Warschauer Korrespondenten. Die Bildung eines Kabinetts Witos-Daszhnski, welches sich auf eine auf Grund der Koalition zwischen Bauernpartei und den Sozialdemokraten gebildete knappe Mehrheit der Links- und. ZentrumSparteien stützen sollte, ist nicht zustandegekommm. Aeußerlich betrachtet, sieht es 'aus, als wäre die Käbinettsbildung an Personensragen gescheitert, zumal' ja; tatsächlich die Sozialdemokraten die von den /anderen, Par-, teien, besonders der nätionaleU Arbeiterpartei BrejskiS,' cvbgelehnte Kandidatur Moraczewskis (des,ersten, polnischen Premiers 'nach dem Umsturz) für das im Grustde' gänzlich bedeutungslose Postministerium zum Anlaß, nahmen, die Bet, haMungen über die Kabinettsbildung abzubrechrn und' mit dör pathetischen Erklärung: „Wir begrüben keinen Lebenden" den Berhandlungösaal zu. verlnsien, worauf Wito s seine Mssion zur K.rl-:rl.'tw''!!dnng in dir H'änd? .P i lsudi'fi.S zurüKegteH ' - - In WirMchkeit aber ist die Koalition zedfallmr, noch äktiv in Erscheinung trat, weil kemer der beidM HaW>i beteiligten, weder die Soziardemokratsn «och partes sieernsthaft wünschte. Die Sozialdsmokvaten- Wbnj ' im eigenen Lager eine starke ■ Opposition gegen den -KittÄN - sin die Regierung, welche auf dem Parteitag astzndeutziH^M - Erscheinung trat, und Witos wares' - «mnögllch^ Bäüetngruppen unter einen Hut zu bringen. DiegcKßvschib * StapinSki-Grüppe hatte sich wohl formell der-'MaWM-Btzsd»^'- schloffen, sich aber (bei ihrer > alten Feindschaft ' nischV Mitos-Gruppe) die sogenannte - d« Thugut-Gvuppe ist zu sehr nach rechts orrentieVtf a sie' einen sicheren Bestandteik'einer Linksmehrheit HWei 'können. - Sie und Brejskis' nationale Arbeitewakfer?' HD isWf^ber- :SKrtio«äÄskiokvä^ warswänch''-ber^ rvpft---wo-,«ts ' MnibrarW:- : «• bemDrÄLü Mi llA, SWsWPaM^ W-: ^em.-SaÜel hob, - ehe es' noch zu räten LegMnew .hatte. - - - Dre'Rechte' gab 'My ctngjesichts her ünKa^ MW HÄtSÄetchÄtniffe im Landtag — chö SpiÄ' nicht Mrwtt« sie. hat die Bildung chyes...Dkqmten>'-<und. Fachkabin^'.iyWs ' der Uhrung des bisherigen FinanzministerS KraVslH durchsetzt, weil sie genau/weiß,' daß die heutigen. PäMienV ' 'Verhältnisse im Landtag NMw^len m kursiernot-' werstsig machen wurden, bei.denen.die Beherrschung des.'^M« ' 'apparates durch eine LinkSrogierung für d'ic R ' non '.MW, lich, wäre. Dagegen'ist 'für. sie ',ein Wbinett 'mit r. ReMMW,... Gradski' an der Spitze' ein gefügiges WerckzeÜg.' GräbWi'M als Finanzminister' durch unsinnige, mangelhäft' bäcBetätefe;!, ExpLinmenje,. wie mtt -dem, noch' voL'dtzr''ErkfiWng''ÄchijW lich gewordenen. ZWakmonopol,''dürch rückfichtslöse ' Wirtschaft, welche die/ poLnische VaEüta gänzlich. ruirchLÄ/hech ', und durch' Unverständnis für die Hebung b« Prchiwftiün des. Exports Polens, düs sich in einem für den Hanbek PÄentz geradezu katastrophalen E^portvcckutagesetz dokttmentW -seine'notorische^Unfähigkeit gezeigt hat,/wich natürlich'stöAchr/ i männisch nur eine Puppe in dÄ» Hch^,ber'MMckich^HM...., / " Zjhm' zur' Seite - steht als"Leiter.'der' äußeres^DoliÄi. i Fürst, S a p i e h a> der. bishevige Botschafter striWtzm, iwelchem.erst.'kürzlich.'nachgchmesen. wurde, datz-..ech. -Äe.ßWM-.. isolation Polens in der Frage des. . durch seine, hechorragende Unfähigkeit hervovgerufew -Hche.. -Und gerade jetzt steht Polen vor der Entscheidung, ysie-etz-iie. rstMche Frage, von der seine EMenz abhängt, zu . chneV he-? friedigenden. Lösung bringen soll.-Das ukrainische WitteMi hat,kläglich damit geendet, daß Polen um den Besitz Ostgqliziens zittern mutz; die Liquidierung des.Krieges ist-für - Polen-eine Lebensfrage.-Die Fortführung einer Kriegspolitik - wsiche/die Gmmng im Inner», die durch Torerung, Hunger - und Mphus genährt wird, «ch steige«. G«st - eütuzpaa-r Wochen dauert der Streik der - städttsche». WchÄw- .i».<PWe- . schau an und^^ die dadurch verstärkte Erbitterung, ^t bereft». , das Wort „Generalstreik* «msbauche» taff«> Wie wich das Ministerium GvabSki dieser Situation,Herr.w«dePl^/,?-l; . Die parlamentarische . Situation, - die er vorftodt^^ift durchaus keine rosige. In den; zerklüfteten Landtag wird ein reaktionärer Kurs vielleicht. kurze Zeit, möglich sei«, kqnn \ aber bald durch die immerhin parlam-rntcrvisch gevimgtö ^Ldcke zur parlamentarischen : Katastrophe führen.. Gesellt Och tagte - die .bei Hinausschiebung des Friedens und 'einer. tan -tao Bauernschaft immer..'stärker geforderten wrEichen' Atzjrarreform unvermeü>liche. oftene Gärung im Lande, so/ta«« das,Kabinett -Grabski das EHaos herbeiführen; dttse^Wi-s - Noch gesteigert, wenn der Larwtag ausgelöst und der. Äersuch > gemacht -würde, ohne Parlament , und, was. besonders wichtig ist, ohne Bersaffung zu regieren. ES ist Wahl. LnzunthMBVp - dqs -Kabinett Grabski wird eine, sehr kurze Lebensdauer taten und ist ein waghalsiges Experiment E - dem .^esichert.*Ä Se> - . i stand des Staates. , : t ln-.:';.'' %