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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-26 · Heft 512 (26.6.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 512 (26.6.1920)
Date
1920-06-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 /Men, SaiMast Meuer Morgeuzrituns 26. Juni 1826 '«L«1V Inland. Die ZnskrriPtronspraxis an der Grazer -sukschen UDWexsttat^ - Der Kampf des Abg Stricker Me.Äie Gleichberechtigung ver jüdischen StüdrErr. Der mit der Leiferug-.dcs Unirrvichtßa.rttäs b^eftaute- Edaatssekretär hat in Äeävtwortung der ÄM^I^ Aprifeingeb rächten Jnrerpelüftion', des M g. Stricker folgendes geantwortet: -' ' „An der Universität in Gra; haben die akademischen Behörden, in deren Wirkungskreis gemäß der allgemeinen Studier,tordnnng d'e Entscheidung für die Zulassung der Studi^eudeu au die Hochschulen, fällte sich Lei Behandlung'vcN; Jnskriptionsgesuchen ansläy?^ bischer Studierender im - Sonirnersemester auf den - Standpunkt gestellt, ^a!'; .-vor altrm dir. Interessen der. ci'.rheiusischen Studierenden zu rrahreri sind und daß infolge der Rückkehr zahlreicher österreichischer Studieern^ee aus der iial'snlschen KMgstze'angeHchast, eine strenge Auswahl unter den ÄslWischenWtu^- die reuten getroffen tvcrben müsse, zrMal Hi Hch^aMDW schwierigen Lebens-. WohnungsmÄ SHdichiö^Wt-d nisserr in Graz die Aufnahme von HrslaHexp dek inländischen Studentenschaft zum Nachteil gereichen müßte. Da süße dem voM der Ae;rzior.#*nme r und feer mediz inifch^M Fa kü st i Äd schief. Benirchturrg geäußert wurde,, daß in^der auDlänA^HiihI chrnschaft, welche in ihrer Heinräk nicht so 'festgewurzelt sei wie der Kern des Volkes und welche überall Anschluß suchet und jetzt in immer «Mgender-''Aah^-vou'-'Dsteu "«ach Westen wandert, eine Konkurrenz für den überfüllten inländischen ärztlichen Beruf erstehen konnte, haben es die akademischen Behörden für r'chtig ifta'chlet, um ein dauerndes Perbchiben f Aeser Studi^eMtz^ iit Oesterreich zu verhindern, gerade solchen ausländischen Studierenden jüdischer Konzessionwelche schon eLnige Semest w in Draz studiert haben, die Inskription nicht mehr zu g.statten, dagegen anderen « usländi s ch e n Juden 'unter der Voraussetzung, daß sie . nach gemessener Zeit wieder an ihre Heimatsuniversität zurücklehren werden, den Zugang zu gewähren. Uebep eine Eingabe von 24 ryit ihren Jnskriptionsgesuchen abg.'wieseuen Studierenden habe: jch das Rektorat der. Universität in Graz darauf aufrnerksarn gemacht, daß die geltenden Bestimmungen, wonach bei Inskriptionen zu Vorlesungen und Aebungen, sofern hiebei nach dem Studienfachs die Benutzung-bestimmter Arbeitsplätze in Jnftiluten, Mbotatorien, Kliniken, Zeichrnsälen u. dgl. sn ÄetraHt zelne. Kategorien von Süchte regden .„Lin 'HoräMspecht-. ein'.uräumen ist, nur bei tatsächlichem Mangel an sokrhett Arbeitsplätzen Anwenduritz finden ckömren und keine' extensive Interpretation in dem Sinne gesto.L-ten, daß.^ auch die beengten Lebens-, Wohnungs- und Studiestverhältnisse in einer Hochschulstadt überhaupt zur Begründung de r Ab Weisung von Jnsrri/t'.ousgesuchen ausländischer Studierender gemacht werden. Jch habe dem Rektorat demnach bemerkt, daß, insofern nicht tatsächlich der Mangel an Arbeitsplätzen die Ursache von so chm Abweisungen gewesen ist^,derartige Verfügungen mit der Absicht der oberwahnten Bestimmungen wohl nicht in Einklang zu bringen wären. Weiters habe ich beigefügk, daß der Vorgang gerade solchen ausländischen jüdischen Studierenden, die schon einige Zeit in Graz studiert haben,' die Inskription in das Sommersemester nichtmehr zu gestatten und yn ihrer Stelle anderen ausländischen jüdischen Studier erchen den Zugang zu gewähren, nicht nur im Wile.spruche mit den geltenden Leitsätzen steht, wonach innerhalb der einzelnen Kategorien der Studierenden jene ein Vorzugsrecht haben, welche bereits im vergangenen Hernester an. der . betreffenden Hochschule infi ziert waren/sondern daß ft8 auch bei einer de artigen Behandlung der im 'abgelaufenen Semester inskribte.t, gewesenen Studierenden nach den seienden Vorschriften nicht zu rechtfertigende Zustand, ergibt, daß Studierende, welche gemäß 8 6 derallgemeinen Studirnordnung noch als immatrikulierte Hörer der Grazer Universität zu gelten haben, von der Inskription ausgeschlossen werden. . Ich habe dem Rektorat bas mir hon de/i be-' tws-enen Studierenden zubeko-nmene Bcrzeichnis der. abgewiesenen..Hörer übernritielt und da> Ueftyrgt %x* »ucht/ die hinsichtlich der Anfk.iption dieser 'Studierenden getroffene Entscheidung unter Bedachtnah me auf die oben entwickelten rechtlichen und sachlichen Gesichtspunkte neuerlich zu überprüfen. Das Rektorat hat nun anher berichtet, daß von den 24 bcschwerdeführenden Studierenden 11 noch:vor He ablangen des gegenständlichen Erlasses bereits inskribiert worden waren, daß zwei Studierende dem-« nächst nach Zustimmung des akademischen Senats' in-? fkribiect werden,, fünf der Beschwerdeführer selbst ihr Abgangszeugnis behoben haben und zwei die ihnen gestellte Frist für neuerliche Inskription nicht eingehalten haben, so daß nur vier Studierende unter den Beschwerdeführern von der Inskription ausgeschlossen bleiben: von düsen wurden zwei vom Prvfessortznkalleaium zur Aufnahme niicht empfohlen, während die übrigen beiden, mit Rücksicht auf die Unwahrheit ihrer Angabe, sie seien bereits im vorigen Wintersemester in Graz inskribiert gewesen, nicht., onfgenornmen wurden. Kultuswahler! Meute, 26. Juni. Vs6 Ulir nachmittags, in Swobodas Phönix-Palast, Prater. Redner: Ariitta Müller — Abg. Ing. Robert Stricker — GemefndejvU Dr. Plaschkes 64-0 •!.'/?:■ Mß ken vorstehenden Anssührungeu. tvp^e der Hetr Astfragesteller 'Entnehmen/ daß. die 'Nifterrichts** cherwaltnng—rmddie ^akademischen Behörden ^bestrebt» gewesen sind, nach Möglichkeit I c v. e H ä rten bei der Behandlung auslön' ischer Studierender zu vermeiden, OeWr durch die derzeitige Usbcrfüllun.g der Gramer MiversitätMnd die herrschenden Verhältnisse hervor-ch MrchfÄ HMen-, und^tzaß uutzmehr much)wenige/:'Nn^ - zwar ^churMolchtz Studiereuds^eine Abweisung 'Jn-skriptiotzs. esüche. 'er'ahrert haben / dereh Berücks gung aus irifii/je.t Gründ"n unlunlich erschien. Ve^üglch der Bemerkung., daß die. ausländischen , 'chdischeu Sirchierenden..in viech-r- Fällen von^den Hochschuchehö ch/n Hu Besch::) chrbaltM hät^nsf fMmöcüÄi ■■ b.$,w, st p tz^tzichch e rr. 't. Ho chich u-ßaKPfch u} j$, c i n er deutsch n a i io n a l a n t i s e m i t i s ch e n K v r p schaf t, eins Bestätigung beit ringen, daß gegen' ihre" AliMhmö-Mn''-MnMM^VlWMk«lMeHv?' tat das Zleklocat bemerkt, .baß fei:fer Borwnrf offenbar auf u n.x i chchchge r . un d u ng jm.u'cr- In fo rmät i o u be nbr. . ^/f. - Ich gestatts' mtzMrOHch'Lch,mMen, daß.mir-Fälle von Verweigerungen dev MkripMn ausländischer jüdischer Sludierender "an fhech/WWscheu/Hochschule Graz nicht fbekstuntÄKrrvyWzt Döe demLssiorrLerteMegkervtrA Der Karin.etts at trat gestsrn nachmittags zu einer -kürzen Satzung zusammen.'Der .Borsitzende Staatskanz^rr Dr. Renne r Lsilte mit, daß Vi'ekanzler Fru k, die, Staats) elretäre Dr. Mayr, Dr. Ra m e t, S t ö ckle t und Ae rdik sowie die Ünterstaatssekretäre Hifhvr Rech ch, Mik?a 8 und Dr. Wa iß in Züschrifkeü an tfcii Hrasidchrt m. der Natwnaldersammtunst ff /erfücht 'haben, svon der provisorischen Wetterführung -der Ge? schäfte Enthoben zu werden. Da die - Genannten Huf ihrem Wunsche b:harrten, Hrbo der -KräsideuLi hehung>'ausgesprochen un» den Kanzler eirtgeladen, Dörschläze über die probk-'orisch: Besetzung der hetrefsen- Siaatsäm.'er zu erstatten. In! t: Erwägung, daß es..sich hier nur .um eine Vorsorgefür eine ganz iurze UeoergaNgsMt handeln ' könne, nno angesichts der fortdauernden Verhandlungen zwischen. b'N Hrrteien,'habe der Kanzler d:«s Beitrauung des Staats) fr:eLärs ld e r''f ch mit ter Leitung des Staalsamtes. ssstr Justiz, des Staatssekretärs H a nu s ch' m't -de-: Leitung des StaatsatnteS für V e t* kehrswese n, bc§ Staatssekretärs Dr. Elt tu* bogen mit her Leitung des Staatsamtes für Hand e! und Gew er h e, Industrie und Bunten sowie feiner emeuen Person mit . der Leitung d.es Staats!- amtes für. Land« urch Forstwirtschaft brantragt. Don einer Provisor'.f '^ox{ota<t für. hie Weitersührung >. e.: Funktionen des, Vifelanz.ers F i n? und das Staats« sekr-Itars Dr. T^'ü y r wälle. .Umgang genommen werben. In GemäßheiL dieser Anträge habe der Präsident die onlspreäMben Verfügungen getroffen. Le - S aa s a'z e/chabe im Namen der rm Amte vsrMekLüen - /ReglerüngsMitglieder dem Präsil enten der.. .RalimmtverfammsuM^Und dem Hauptausschnsse erklärt, daß, sich die MitgÜeder der so LrgänMu M>> gierung nach, wie vor. als im Zustaude. der.Demi s s-i o ü. le rnd ich brt achten und rhrü' rascheste -Ablösung e:wa:Len. -■■■<■■ Das gegenwärtige Kabinett beabsichtige keine Entscheidungenvon pölilischer Trägwpile zu treffen, sondern sich lediglich auf dtp Fortführung..:-der/.iqüfenden Geschäft: zu besch:ünkeu. > >'. Präscheift Sestz empfing nachnnt-ags die Führer der drei parlamentarischen Äerdinigungen zu einer Besprechung' Aber dir Neubildung der Regierung. Ein Resultat wurde bisher nicht ccZült. den Woche kaum mehr fallen, da-die meisten Abgeorb« neten aus der Provinz gestern wieder Wien verlasse» haben. Dadurch aber, daß die Nationalversammluns gestern der Rumpsregierung Renner ein einmonatiges^ Budgetprovisotium bewilligt hat, das bis 31. Juli rescht^ kommen Regienrng und'Nationalversammlung nicht zeW> lich ins Gedränge, und es ist so ein ganzer Monat Zeit gewonnen, um die Verhandlungen zur Beilegung der: Regierungskrise fortzuspinnen. Nunmehr hat auch der Staatssekretär Dt., £ocweafeld- Ruß seine Enthebung vom Amte verlangt, sich jedoch bereden lasse«, zuzuwarten, bis für seine Stellvertretung Vorsorge ge» troffen ist. f Die gestrige Sitzung der ZrationalverscmrmkrMH brachte. keinerlei Sensation. Binnen fünf Minuten Wurde ohne jede Debatte das Budgetprovi'sorinm samt einer Anleiheermächtigung von zwei Milliarden von den früheren. .Koiafitronsparteien bewilligt. Nur der Äbge« ordnete Fried mann, der als parlamentarischer Beauftragter jener außerparlamentarischen Gruppe, auf tzeren Umtriebe die Parlaments- und Regierungskrise ^letzten Endes zurückzuführev ist, nämlich des Bunde- - d i t In Lu st r i e l l e n, das Verbindungsglied zwischen Dieser Gruppe! einerseits «nd den großdeutschen und . chtMichsozialen/Äntisemitefi andererseits gebildet hatte, Nünmte lontra. Die GroßRMHen hatten Wohl für die Dringlichkeit der Verhandlung des Budgetprovisoriums votiert, sich aber dann fofort ou§ dem Saale .entfernt. / Au f9$gltjk?chev-!'SWnH, machte'' Präsident Se rF MDeibm^ bd Lee MpjzMMosigkeit der bisherigen Verhandlungen Zur §tenbtkduüg der Regierung. Er fügte hinzu, daß er auf Vorschlag Dr. Renner- «nit-.'-rr^FortfühmmDcheSsAtaatsamteS für Justiz den Staatssekretär Eldersch, mit der Fortführung des M^aLAamtes für Landifnd .Forstwirtschaft -e« S1' $ s k a Tt z l e r, stmt der Fortführung der Ge-, schäfte des StMsgmtes / Gerkehr den Staatssekretär H an u sch und mit der Fortführung der Geschäfte des Staatsamfes für Handel, Industrie und Bauten den iStäatssekretär Dr. E,llenhogen, welcher derzeit! dort'bereits eine leitende Stelle innehat, betraut habe. Das HayS üahm diese Verftigung genehmiget^, zur Kenntnis. / Die nächste Sitzung der Nationalversammlung wird im schriftlichen Wege einberufen werden. Die Ratio nalv tt sammlung bewilligt dem Rnmpfüabirrett ein einwandfreies Bndgetprövisorium. Don nvserem Pertamrntvberichlerftettev. Gestern'hat Präsident Sertz den Versuch gemacht, die Parteien der Nationalversammlung wieder an dem Verhandlungstisch zusammenzuführen, damit neue Entwirrung sversuche in hie Wege geleitet werden können. Er beschied die Parteiführer für nachmittags zu sich, nachdem er sich bereits am frühen-Vormittag in der Kanzlei des Obmannes der Großdeutschen Vereinigung Dr. Ding Hofer eingebunden hatte. Da aber Doktor Dinghoser. schon abgereist war, mußte die angeftrebte Begegnung untci-bleiben. ES wird also weiter ver hcntdelt werden. Entscheidungen dürften in der wufen- Die Erschlicstsng der WafserkrSfte. - Die beratende Kvinmisfion des Wasserkraft- und* Eleilrizitätswirtschaftsäml-rs setzte gestern vormittags» unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Ellenbogen ihre Beratungen fort. Dr, Jäger (Linz) er-, 'stat't^r 'dtzn Bericht, Lb^f feest Gtzsetzentwürf, belresfercht hje, MsikEzitästvirtschaft.'. 'Mgmr diesen Gesetzentwurf (im> zwei grundsätzliche Bedenön erhoben worden. Da^ seine richtet sich gegen bist Berländerun g, das ander« gegen die S o z i a l i s ie r ü n g s te n b e n z. Der Gedanke b<sr Sozialisierung würbe von einem Teile der Ausschußmitglieder ab gelehnt, in feer Meinung, daß sowohl.bas tnkäMsche als auch bas ausländische Kapital abgehaltea worden könne, sich'an-feer Elektrizitätswirtschaft zu beteiligen. Das Ergebnis der Beratungen des! Ausschusses ist in einem Gutachten niedergelrgt, welcheder Natwnalversamtnlung übermittelt wurde und daungefähr folgendes enthält: Der Ausschuß der beratenden Kommission hält de» eingebrachten Gesetzentwurf in seiner derzeitigen Fassung für unannehmbar. Den Ländern wäre die Mögluhkeitz zu belassen, auch solche Landesclekwizitätsunternehmungen sowohl mit als ohne Heranziehltng von Privatkapital zu. errichten, auf welche das Gesetz über d«l gemsinwirtschaftlichen Anstalten keine Anwendung finbeL« Dem Privatkapital müßt: auf jeden Fall die Beteiligung^ an den Lmrdeselektrifitätsunkernehmungeu offen gehalten werden. Den Privatunternehmungen müßte die Möglichkeit und der Anreiz zum Bau und Betrieb von; Wasserkraftwerken sowie auch zur Schafffung kalorischen Elektrizitätswerke, soweit sie den von den Landeselek^ trizitäisuvternehmungen aufgestellten allgemeinen Elek-, trizitätsversorgungsplan nicht stören, gewahrt bleibe«, Das Gutachten wurde vom Ausschuß angenommen- An unsere p. 4. Abonnenten! Oester». PostsparkoffendontO 150,693, — Tscheche* slowakischer $»ftfoft«k*fft»tYbclp 150.603. Zahlstelle für Poker»: Lo«bard« «all Kralle», Mtzavll 13. «Sllrmptrllaall» Wir ersuchen, die Abonnemenierneuerung foffeti vorzünehmen, damit in der Zustellung steine Unter» brechuny eintrete. Tt, „Wiener MorgEnzettarOkostet all 28. J»ms t» «iazelverschleitz t» Wien Krone» 1.N0. D« Allonnementpreio lletrLgt all 1. Intt sür Wien in I» Teastll oller Berfchleißstelle Kronen 30.— pro Monah Per Post: FS» die Ssterr^chisch« Poovin-. Kr. SV.-« Pro llllonai Für di, Tschecho.Slowadei . . . 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