Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 512 (26.6.1920)
- Date
- 1920-06-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Bruchteil der jüdischen;WWer-.-Mens,.-',-dem die abtretende Clique das Wahl» recht - Zugeschuden hat, wird - morgen zu erklären haben, ob die Kültusgememde dem jüdischen Volke, der. jüdischen Demokratie.zurückgegeben werden soll. oder . dH sie weiter in.den Händen."einer . deutschnarrynai-rpaUrpraren Gesellschaft verbleiben fall. 'Es wird darüber abgestimmt, ob die Kultusgemeinde zu einem lebenden sozialen Organ entttsiMt: sder-^ M .-Aq. Fortdauer her .heutigen Herren, dem endgültigen Zusanrmeirbruch-und der Verdorrung entgegengeführt werden soll. Äie Wähler werden dies zu bedenken habenBei ihnen liegt. die .Entscheidung Über. Leben .oder Avd/ der EinrichtUM^W HrMindevketzte Dest.AWHeU OmMNstnn's. lA jüdischsr^oWatbeibchW.;: her rhnen^steht das: Schicksal' der KNItusgememde.. Unsere'Gegner, sind die ßlegner. des. Judentums ' und der jüdischen Knltusßeinerndd; sie sind die/Ftzinde der Existenz/des JudeNtüms, sei e'K als Volk, sei' es alsreligiöse Gemeinschaft. W haben 'dem blutigenHaß, der uns utit ewigen Pogromdrotzungen umbrandet, 'die giftige Waffe des Unterschiedes, .zwischen Ost- . und Westjudentum .'in die Hantz gedrückt. Sie sind es,, die das' nationale. Jüdentum als ünpatriotisch vernadern und nrit Hilfe djeses ioem antisemitischen Wortschatz, entnommenen und' längst diskreditierten Vorwurfes verleumden.. Sie führen den Kachpf nicht ehrlich und ritterlich, sondern meuchlerisch Und Nus wohlverbotgenem Hinterhalt. Sie hetzen und Muren durch ihr Denunziantentum die antijüdische Bewegung.. Sie reden von Gleichberechtigung und meinen damit dm Untergang. Wir kämpfen für die Gleichberechtigung und die Vorgänge an' den österreichischen Hochschulen zeigen filr jeden ganz deutlich, daß 'wir Judischnationäle ganz' allein, aber mit zähester Konsequenz das Recht unserer Kinder auf Bildung und Wissen nicht emschränken und nicht antasten lassen. Wo sind denn in diesen Tagen, da es^ wirklich um die Gleichberechtigung ging: die Königstem und die "anderen stMeü 'i Helden gewesen? In welchem Mauseloch woiren si5'versteckt, als die jüdische Studentenschaft im Bewußt-' sein ihrer nationalen Ehre 1 bereit stand, mit ihrem Ksirper das Prinzip des gleichen'Rechtes zu verteidigen? Die Nichtjüdischnationalen waren' weder auf der'Universität noch, auf ber Technik, zu sehend sie saßen nämlich gerade in einer geheimen Lügenversämmlung' deren Zutritt sie durch gemietete arische Mattenstrolche gesichert hatten. ' ' - - ' -t/ *., Wir Jüdifchnationalen tragen seit nun fast sechs Jahren die ^Lasten .der durch den Krieg herbeigeführten gegey am mei$$en Crnor. H a a g, 25. Juni. (Tel.-KvNP.) F i tn m c »f der Sekretär des Zvter«atis«ale» Gewerkschaftsbmrdes, Hst vor ferner Wiener Reife folgende Erklärung abgegeben: Der Boy § s t i f o L t n n § s'f ch w ä ch t fortgesetzt werden. Nur die verschärften Matz»ah«en. die am Samstag heMnen /sMen, soLten vseräufig fo lange, dis disVerhandlnttgen deendetHtztz, nicht angswsKdLtwerden.SvweiL ich Berichte erhalten habe, wird der Boykott in Dentsch. l a n d, F tankte ich,: .Be lg reu, Oesterreich und d e r T s ch e ch o - S l o w::m k t .i strenge durchgeführt. Mverrässtge Berichte «ns S L d s l a w i e n ünd aus P o l e n JäW ich noch nicht Lrhaltsn. Wenn ich nicht glanöte, daß dis BerhandLunge« eine Gkun-kagt Killde» könnten für dis Auxh.eAmg,-de's BsyLvtts, dann würde ich nicht nach Wien gehen. D envon unserem Ver^rryide gsstellLen Forderungen habe i ch ni ch t S hin zu* z u f ü g e n. Ich hade anch dereits der ungarifchen Regierung in Budapest mitgeteitt^ daß dieser BohkstL nicht aych anf, die ungarische Politik Ln weiterem' Sinne Einfluß »n-Sde, .saudeM^MMch^ ar^in. Ende machen so^ damit stch Äe. Arbeitsr-' dewegung iti^Hn in LaxselS?n OSetfc entwickeln kann wie in anderen Ländern Dzls Neue Leutsche KtrhirretL. Berlin, 23. Jum. (Wolfs.) Der Reichspräsid e nt hat auf Vorschlag des ReichskanzlerZ F ehr e-n- . buch folgende Ernennungen vollzogen:. Aum Reichss justizmimster (betraut - mit . der Vertretung des ReichZs kanzlers) Dr. Heinze, Reichsminister des Auswärtigen - Srmon.s, Reichsminister des Innern Koch, Reichs-' l finanzminister Dr. WirLh,' Neichsernährungsminister - H e r in e s, Reichspostminrster-' G r je s b e r t-S, 'Reichs-! verkehrsminister G r ö n e r. ' Reichswelchminister ■ Geßler, Reichswrrtschastsminister Sch o lz,' Michsschatzminister von Raumer. Die Besetzung des Wieöer- ' aufbaumimstüriulns ist uoch Vorbehalten. Die Verhandlungen über die Besetzung des Neichsarbeitsministerinm t rirmrs werden in Bälde abgeschlossen sein. Das Kabinett , wird sich cim Montag dem Reichstag vorstellen. regierMg sei bereit, , diese . Fragen hxi einer Konferenz zu besprechen. Ä^üf die- Entgegnung, daß Frankreich Me Anerkennung der Schulden verlange, - ehe essich aus weiters Verhandlungen einlassen könne, habe Tschitscherin erwidert, Frankreich möge die Sicherheiten, ' die es wünsche, festlegen und die Bedingungen angeben, unter Lenen es: zu Verhandlungen bereit sei, indem es etwa aw gebe, welche Anzahlung es verlange. Die Sowjetregierung werde dann beurteilen, ob die Annahme der -Bedingungen möglich sei. Auf die Frage, ov die frünzefischen Banken, die Geld in russischen Industrien mvestiert hätten, entschädigt - werden würden, h^be Tschitscherin geantwortet, auch hierüber müsse verhandelt ' werden.. Sowjetrußland verhalte sich nicht prinzipiell ablehnend, aber da Rußland ein kommunistischer Staat sei, dürfe sich der Kapitalismus nicht unter der 4 fremder Unternehmungen wieder festsetzen. 1 S»wjetr«tzla«d will Schwlden zahlen.! Paris, . A, Juni (Korx.-Bur.) Das „Journal" tzeri öfsentlicht eine 'Unterredung ' des Korrespondenten Jacques Marcilläe mit Ltschits'ch,erin, in der ,ev , über die S ch u l d e n f r age sprach. Die fortgesetzten j Offensiven, die gegen Sowjetrußland geführt worden , seien, ebenso wie die Blockade hätten es der'Moskauer . Regierung unmöglich gemacht, -sogleich Summen, die; hinsichtlich ihrer Höhe nicht festgelegt waren, zu bezahleu. - Man müsse entsprechende'Fristen gewähren. Die Sowjet¬ S>«‘ p»l«qche' Fr»«yertchtz:-' ■ Warschau, 25. Juni. (Funkspruch.) Hearesberichi :vom 24.-L. M. Entlang der Flüsse Auta und Berefitta : lebhafte Artillerie-' und Aufklärungstätigkeit:' ' von PripjeL stellte der Feind, nachdem er große Verluste- . erlitten hatte, feine Angriffe ein. Im Gebret -von Zwiahel'wurden hartnäckige Angriffe des -FeiNdsss unter sehr starken Verlusten für ihn abgeschlagen. Destzleichen scheiterten Angriffe der Bolschewiken im Gebiet von Terespol. Nördlich vom Dnjestr Scharmützel. >* Wir sind damit allein gewesen, als nych- Oesterreich-Ungarn bestand uNd niemand die Flücht' lingeals- -rechtlo.se Ausländer betrachten konnte. - Die Hetren, die damals in der Leitung der Kuttüsgemeinde. saßen, und die Herren/ die sie jetzt an. sich .bringen JgPjfßJV haben > keinen Finger gerührt. «Sie haben die FAchtlinge als lästige und - peinliche Erinnerung an die jüdische.Abstammung empfunden und haben nichts vyn ihrxr .großen Macht, von ihrem weitreichenden. Einfluß geopfert, um Verelendung und sittliche Gefahr aüfziihaltey.^^ Heute sind die Flüchtlinge, wehrlose Objekte der antisemitischen Straßendemagogie, die m ihrem Treiven immer frecher wird, weil sie sich auf die sympathische Unterstützung der „reichen Wesijuden", der bodenständigen Jobber und Wucherer berufen kann. Wir Jüdifchnationalen sind lür die Voaromopfer rm Osten. für die jüdischen Brüder in Ilngarn eingetreten, wir s haben gegen die Äusweisungspraxis Stellung genommen; und den niederträchtigen' Plan der Internierung der Flüchtlinge vereitelt. Alle Organisation der sozialen und Wohltätigkeitsnotwendrgkeiteir geht von uns aus, ist von ., unserern Geist der Werktätigen, brüderlichen Hilfe durchweht. Alle Sorgen des so reich gegliederten und so schwer leidenden Wiener' Judentums laufen bei uns Jüdischnationalen zusammen: das offizielle'Judentum, seine bodenständigen Repräsentanten und seine von Patriotismus imd Freisinn überfließenden Wortführer stehen all diesem; Jammer ungerührt und kalt gegenüber. .Der fremde Jude, wenn er arm ist, bleibt ihnen der mindere Jude.. Den Schieber grüßen sie in Freuden. Wer die Gleichberechtigung der Juden als Volk und als Einzelperson anstrebt, wer die Aufrechterhaltung des Judentums und die rechtliche Sicherung seiner nationalen Forderungen auf freie und würdige Erziehung der Jugend will, - . wer den Abbau der jüdischen Armut m sozialem, brüderlichem Geiste wünscht, : wer gegen die Unterdrückung des Judentums, .gegen blutige Verfolgung und Entrechtung sich zur / Wehr setzen will, ' ' wer das Anrecht auf Hochschulbildung: jüdische Jugend nicht angetastet wissen-will, "" ' der muß morgen die zionistische Lifte wählen, , der muß morgen alle - seine wahlberechtigten Freunde, Verwandten und Bekannten veranlassen/ ihr Wahlrecht auszuüben und die jüdische : Gemeinde/ dem - freien, mündigen, fortschrittlichen jüdischen Volke- Zurückr zuerobern. , : :: ■