Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 511 (25.6.1920)
- Date
- 1920-06-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. ^retmg 7TÜ. Oll «o teuer snorgca^cntmff i.o. Jjtirti ltt£& Tagesbericht. Kommunales. Die neuen Abgabegesetze der Gemeinde Wien. Vom Wiener Magistrat wird bekanntgegebcn, daß die neuen Abgabegesetze der Gemeinde Wien, die bereits am It.d.M. im niedrrösterreichiichen Landesgeseyblatt publiziert wurden, mildem Tage der Kundmachung in Kraft getreten, sind. Die Fremdeuzimmerabgabe ist von jenen zu entrichten, vie gewerbsmäßig Wohnräume vermieten, und kann dem Mietpreis zugeschlagen werden. Zum M etprers wird auch LaS Entgelt für Nebenleistungen, wie Licht, Beheizung n. dergl., gerechnet. Bon der Bemessungsgrundlage können 5 Prozent abgerechnet werden. Dre, Abgabe beträgt 20 Prozent des sich ergebenden Restes. Bei wiederholter Verm etung rrnes Wohnraumes innerhalb bi Stunde» ist die Abgabe für jede einzelne Vermietung voll zu entrichten. In Pensionen beträgt die Bemeffuugsgrundlage ein Drittel des! Penfionspreiscs abzüglich 5 Prozent. Enihült der Pensionspreis nicht dre volle VervfteWiig (zum Beispiel Zimmer mit Frühstück), so rst vom Pensionspreis em angemessener Betrag für die teilweise Verpflegung abzurechnen und betrögt die Abgabe 2'> Prozent des sich eraeb-mden Preises für den Wohn raum. Dir Entrichtung der Abgabe geschieht/ in der Weife, daß jeder Vermieter von Wohnräumen nach je vier Wochen eine Abrechnung über die während , dieser Zeit vorgekommenen Vermietungen und eingenommenen Mietpreise dem Magistrat zrr kiefern und den sich aus dieser Abrechnung ergebenden Abgadebetrag gleichzeitig bei der städtisckcu Haupt kaffe einzuzahleu bat. Die Abrechnung unterliegt der Ueberprüfuug und kann binnen acht Wochen beanständet werden. Tie Abgabe von öffentlichen Ankündigungen beträgt in jenen Fällen, wo sie durch Plakatierungsinstitute oder sonstige Unternehmer gegen Entgelt vorgenommen werden,; 20 Prozent de? Entgelts, in anderen Fällen K. 1.50 pro Monat und Quadratmeter der von den Plakaten eingerrommenen Fläche. Wer eine Plakatierung vornimmk, hat jede einzelne dein Magistrat vorher anzuzeigeu und hiebei die zur Bemessung erforderliche Grundlage zu liefern. Die Abgabe hat int ersten Falle das Plakatiernngsinstitut, im - letzteren Falle der Ankündigende zu entrichten. Bei einer Mehrzahl gleichzeitiger Ankündigungen wird das gesamte Flächenausmaü sämtlicher Plakate als Bemessungsgrundlage genommen. Der Abgabe unterliegen auch Ankündigungen durch Lichtwirlnngen. -Die Abgabe kann auch pauschaliert werden. ° ' '' Hinsichtlich der Lust bar keitsabgabe wird auf- •. rnerksanr gemacht, daß bei Vorführungen in Ranchtheatern (Varietes) s.nvie bei Ainovorführnngen und Tanzunterhaltuttgen die Abgabe ab 14. Juni 15 Prozent des Eintrittspreises betrügt. Die Sätzefür die Pauschalabgckbe erhöhen sich bis zu 10.000 Kronen für eine Veranstaltung.' * Veqräbtrrsse am heutigen Tage: Alter Frredboj: 9 Uhr 30 Mm. Mayer. Johanna; .10 Udr Sternield Herminr. — Neuer Friedhof: 9 Uhr 30 Mm. Prager Maximilian; 10 Uhr 40 Min. Löwith Siegfried. * Liebesgaben im N. Bezirk. In diesem Bezirk wohnhafte Füriorgkbla!tb>'sitzcr erkalten beute, Freitag, beim Frauena rbeilskomnee, Karmeluexgaffe 9, kleine ungrsaizeue Hrrmge nach Vorrat. Fursorgeblatt und Gefäß nutbringrn. Spesenbertrag L 1. * Zur Affäre Iellinek. Die Budapester Polizei vrr» Lastete gestern den Generaldirektor der Ungarischen Unionbank Tr. Wilhelm Gero und Len Direktor derselben Dank Gustav Letav unter dem Verdachte der Beteiligung an den Unterschlagungen des Marion I e! l r nxk. * DieVodenrvertsbgaLe. DerMagrstrat macht aufmerksam. daß der erste volle Jahresbetrag der Bodenwertabpabe bis längstens 30. d. M. der der. städtischen Steueramtsabterluyg eingezahlt sein,muß,, widrigenfalls' die zwangsweise Einhebung her nicht rechtzeitig einpezahlten Betrage ringUeitet wnd. Die erste ViertelfaKrsrate des neum Abgabrjahres (1920/21) wirb dm 1. August 1920 fällig. * Grütze russischer Kriegsgefangener. Man schreibt uns: ..Ich bin am 9. d. M. aus russischer Kriegsgefangenschaft nr T a s ch k e n t (Tmkestan) hrrmgekehrt und überbr>nge Grüße von nachstehenden noch in Gefangenschaft bestndlrchen Gefangenen: L^i uicl David, N eu b e r g. E h r m a n n, Jakob L ch w a r z rsete Leber, Rebwein aus Krakonnce" Nachfragen sind an Herrn Maier Neumann, V., Wiedner Hauptstraße 117/19, zu rich'en. a * Volksbildung im Sesterreichifchen Museum. Sonntag den 27. d. M., 7,11 Uhr. Führung durch dre Sammlung »Ält-Wiener Porzellan". Versammlung, l., Stubenring 5, Säulenhof. Frerer Eintritt. * Angehörige von Kriegsgefangenen' in Krasuojarsk-erhalten Auskünfte von Heimkehrern rm Kriegsgelanoenen- Jnfvrmaiionsbureau des' Jüdischen Nationalratrs, U., Taboxstraße 20 a. heute von 3 bis 5 Uhr nachmittags. * Niederöfterreichisches Landes-Notgeld: Das Notgeld des Landes Niedelösterreich, bestehend m Kaffrnscheinkn zu 10, 20 und 50 Hrllrr, gelangt bereits zur Ausgabe undlqnu, wie uns vom Landesrat nütgeleckt wird, beim Landes-Oberernnehmeramte m Wien, I., Herrmpasse 13, in Paketen zu 500 Stück- Kaste mch einen behoben werden. Das Landes-Notgeld gilt m Latrz Nicdcrösterre'.ch. daher auch rn Wien.und wird bei allen offentluhen Kasten und Aenttern an Gcldesstatt angenommen. Spenden. Fürdie armejüdischeGr ei ft.it: Sammlung S. Golds chläger, Wien: Kurt W eiu-> fe e b er K 10o—, Felix Weinheber K 50.—, Bernhard W e i n h e b e r K 30.—, Salomo« Golds ch l ä g e r * Salo N e t t^c I, Wien, K 20.—, Maier-Spiegelmann. Bendzin, K 20.—, zusammen K 250.—^; Antonie Rau ch, XV., K 10.—. (Bisher K 3015.—.) * Eine „Perle", die eine halbe Million erbeutet. Bei ,dcm Spediteur Adolf Berghofer, XlX., Nußberggaffe % wurden Brillanten, besetzte Schmuckgrgenstände und Valuten in der Höhe von etwa X 500.000 gestohlen. Dre Täterin'ist em Dienstmädchen Karolme S w i r a k. Ihr Bruder, der Kutscher Georg Swrrak, verbüßt jetzt eine dreijährige schwere Kerkerstrdse wegen Einbruchsdirbstahls. Sre hat viel mrt dem aus der Strafanstalt Mollersdorf entsprungenen Slräflng Friedrich Fraurnirlder verkehrt. Das ganze Drebsgesindel wurde verhästick. * Die Speditionsfirma Le» Wang. I!., Ferdinandssteaße 29, übernimmt die Verfrachtung von Transporten jeder Art nach Czernoww mit Durchfuhr-, und Transportbewilligung zu festen, billigsten Sätzen unter Begleitung verläßlicher, geschulter Organe und garantiert für eine prompte, glatte Rrrrpedition in Sniathn (polnisch-rumänische Grenze). Vereinsnachrichten. Verband zionistischer Studentenverbindungen. Am 21. d. M. fand aus der Bude der Verbindung zionistischer Studenten Berrtas dre Gründung des Brr- Landes zwnlstlscher Studentenverbindungen statt. Den Verband belresfendr Zuschriften sind an das Sekretariat des Verbandes, VlU., Iysesstädtnstraße btz, zu richten. Dr. Pollack Über die tzorthyearenrng. In der vorgestrigen Gemainderatssitzung ergriff gegen Mitternacht auch Gemeinderat Dr. Bruno Pollack das Wort, um in der plötzlich entstandenen „Boykottdestatte" gegen die Grausamkeiten der Horthy- Regierung Stellung zu nehmen. .Dr'. Pollack führte unter anderem aus, das; die Fstage des Boykotts auch von den Christlichsozialen nicht vom Standpunkte ihrer Gegnerschaft .gegen die > Sozialdemokraten zu beurteilen sei, sondern ausschließlich die. Menschlichkeit und Ethik hätten zu. entscheiden. ES wird niemand leugnen, daß die, Aera des Bolschewismus in Ungarn ein«. .Reaktion ailSlösen mußte, die über den Rahmen der Gesetze und Gesetzlich seit hinausbrandete. Daß Leute, deren Angehörige schuldlos ihr Leben fassen nrutzten., Rache den Kommunisten bckworen und sie auch-ausübten. ist menschlich erklärlich, daß abernach nahezu einem Jahre Le aitige unerhörte Greuelt aten Vorkommen, wie sie aus dem Berichte der englr/chen Arbeitecdele-« gierten einwandfrei der Knlturwelt zur Kenntnis gebracht werden, beweist, daß eine H o rd e. v'o n U nmenschen an der Arbeit ist, die von.der ungarischen Regierung zwar nicht offiziell unterstützt, in Wahrheit aber in nichts gehindert wird. Im Gegenteil, man hat wiederholt Aussprüche des Reichsverwesers ge efen, daß diese Blutmenschen seine^ verläßlichen Stützen sind. Die V rt eier - Englands in- VudaMt' haben es merkwürdigerweise füp gut. bespnhen, W'WuK'HuDellen, und die englischrw. ÄrbeMs^WtlerW haben rm Parlament nicht zuwege gebracht, daß'gegen diese Greuel in Ungarn einLeschrrtien wird^ Die ungarische Regierung ist auch deshalb' mitschuldig, weil, sie der-' gebtich versuchte, der italienischen - und englischen ÄrbeiLerdelegalion Po emkinsche Dörfer vor/utäuschen. Die Stimme der schuldlos gemordeten Opfer muß a^es üb^rlönen und Wien,'diese Statte alter Kultur, üiuö ii£ nicht uiL.cjöet vrehailen laü-y. . Die Ernährung. Der MarktSeritbr. Auch die gestrigen Märkte wiesen keine Obstzufuhr auf. Die christlichsozialen Produzenten benützten die durch den Boykott Ungarns' gegebene Situation zu einem neuen Raubversuch, so daß es nicht möglich war, Obst zu den festgesetzten Preisen nach Wien zu bringen. Davon kommt es auch, daß Obst stellenweise in den Bezirkshamdlungen — allerdings zu hohen Preisen — zu chahen ist, während die Märkte nun schon den zweiten Tag ohne jede Obstsendung sind. Da die Verbraucher nicht mehr damit rechnen, Obst auf den Märkten zu bekommen, ist die Nachfrage auf den Grünwarenmärkten im allgemeinen schwächer. ' - Die Beschickung mit Gemüse war gestern mehr als ausreichend. .Weitere Preisrückgänge waren aber nur bei Kochsalat zu verzeichnen. In der Viktualienhalle im dritten Bezirk sind heute 30.000 Kilogramm grüne Erbsen angekammen, die zum Preise von L 6.50 für daS Kilogramm flott abginaen. Auf den Märkten macht sich bereits der Mangel an -Eiern wieder stark fühlbar, da in den letzten Tagen keine Zuweisurigen erfolgt sind. ' Der Fleischmarkt war mit den teuren Fleischsorten mehr als ausreichend beschickt. Auf' Lren Fischmärkten hat das Angebot sehr nachgelassen,- nur bei einzelnen Verkaüfsständen gab es geringe Mengen der sehr begehrten frischen Seefische. Geräucherte Seefische und geräucherte Karpfen, die als Ersatz feilgehalten wurden, fanden wenig Anklang.. , Warum wir Kerrie Früh Kartoffel« haben? Die Vereinigung der Großhändler für Obst und Gemüse hat neuerlich bei den maßgebenden Stellen Schritte unternommen, um ein größeres Betätigungsfeld zu erreichen. Es ist den Händlern überhaupt nur dann möglich, mehr Gernüse und Obst nach Wien zu bringen, wenn sie die entsprechenden Produktionsstätten für ihre Tätigkeit freibekommen. Bisher sind die Händler durch die. Obst¬ und GANüseverteilungsstelle in diesem BestrehKn nur gehinderk^tvorden und vielfach durch Mangel an Verständnis auf Schwierigkeiten gestoßen, deren Folgen nicht nur die Händler, sondern auch die Wiener Verbraucher zu tragen hatten. Als Beispiel hiefür wird angeführt, daß, wie alkgemein bekannt, unsere Versorgung mit Frühkartoffeln gänzlich versagt hat, was» nicht der. Fall hätte sein müssen, wenn dje Händler die seinerzeit^.geforderte Einfuhrbewilligung für Frühkartoffeln erhalten hätten. Die hiesigen Händler hatten bei ihren ehemaligen Lieferanten in' Italien bereits den Kauf von 300 Waggons Friihkartofieln zu einem Preise von 38 bis 42 Lire für 100 Wogramm abgeschlossen und dem. Bezug der Kartoffeln stand nichts im Wege als die Einfuhrbewilligung. Diese. Einfuhrbewilligung wurde aber den Wiener Händlern aus „valutatischen Gründest" und deshalb verweigext, weil . die amtliche Uebernahmsstelle bereits 800 Waggcms. zu einem höheren Preise •— 45 Lire per 100 Kilogramm — abgeschlossen hatte. Bon diesem Schlüsse war es jedoch der Obst- und Gemüseverteilungsstelle bisher nur inöglich, fünf Waggons hereistzubringen, .während die übrigen bisher verteilten geringen Mengen an Frühkartoffeln aus Beschlagnahmen stammen. In der letzten Zeit sind die Preise .für Frühkartoffeln in Jta^ n bedeutend gestiegen, außerdem ist die Ausfuhr nach Deutschösterreich gesperrt, wahrend sie! merkwürdigerweise für Deutschland gestattet ist. Wir können also nicht mehr damit rechnen^ -das; wir aus Italien nennenswerte Mengen an Frühkartoffeln bekommen. Auch von der hiesigen Produktion dürften wir wenig zu sehen bekommen, da die heimische Produktion vollständig von den Industriezentren außerhalb Wiens aufgebraucht wird. Die> Beschwerderr der Händler richten sich dagegen, daß ' die Obst- und Gemüseverteilungsstelle eine Monopolstellung gegenüber den Händlern einnehmen will, wohl die Händler vom Geschäft ausschließt, aber zur Aufbringung der Waren eiste Unzahl Agenten beschäftigt, deren Provisionen die hereingebrachten Waren unnötig verteuern. So kommt eS, daß Wien, das ehemals einer der größten Umschlagplätze für' Obst und Gemüse war, nicht einmal imstande ist, sich selbst entsprechend zn versorgen. Da die Macht der. Wiener O.bstwtb GemiistverteilrmqSst»'lhr aber, nur bis. an di? Grenzpfählevon Wien reicht und dir VszirMaürtmauusahafwu auf /rem Lande mit Ausfuhrbewilligungen nicht sparsam, genug sind, haben diesen Außenhandel' die Händler in den Provinzstädten, in Linz, namentlich aber in Salzburg und Jnnsb r u an sich gerissen, wodurch natürlich auch die Bevölkerung die-rr Städte auch in bezug auf Obst und Gemüse weit besser versorgt ist als die in jeder Beziehung verkürzte Wiener Bevölkerung. _ Fleischa-aabe der Abteilung Wien des American Joint Distribution Committee. Die nachstwöckiiae Abgabe des amerikanischen koscheren Fleisches findet ausnahmsweise nicht Dienstag, sondern Mittwoch - dm 30. d. M. statt. ___ Bühne und Kunst. Schlotztyeater. - (Zum."ersten Male: „Der erste Beste", Lustspiel kn zwei ) Akten , von Francis .de Cro i ffet, deutsch bearbeitet von Otto Ei'senschitz. — „Es hat nicht sollen sein", eist-Onartett von Vernarb S-haw, deutsch von Siegfried - - . ' Trebitsch.) Cvoissets Lustspiel hat leider einen zweiten Akt, der nach' dem amüsanten und anmutigen ersten bleiern wirkt und auf eine.Pointe gestellt ist, die allzu lange auf-sich lvartenläßt. Eine Lunge- Pariser Witwe, ist . <noch-nicht »geweckt". Der ungeliebte Gatte Lat sie vernachlässigt' und der neue Bräutigam, der sie seit zehn . Jahren verehrt, hat durch zarteste Zurückhaltung-nur sb.ewiHkt>--dHß die Angebetete mehr für Freundschaft I als.) für Erotik eingenommen ist. Er sagt/ vvrauS/ -wall kommen muß: Der erste Beste werde: bas Weib -in ' ihr: durch stürmisches Zugreifen lebendig - machen. Zu Nutz, ünd Frommen des geduldigen Liebhabers besorgt dieses Geschäft des. „Austveckens" ein junger Engländer, der v-om Autor wirklich ergötzlich gezeichnet fft und von Herrn R o m b e r g sehr unterhaltend gespielt wird. sBon sprudelnder Laune auch Frau Alb ach-Re tty, die. als ebenso zungenfertige 'wie MchtsiUmge Pariserin eine ihrer. besten Lustspielgestalten schuf. DaS schwer-, blutige Liebespaar Wohlgemut-Paulsen sehr;tüchtige aber zu schwerblütig. Die Rolle eines patentierten-Wauenkenners, der keine Ahnung vom Weib^ hat, geriet an den trefflichen Herrn Häussermann, dfr aber für derartige Salonfiguren nicht gerade geeignet ist. Der zweite Akt müßte launiger und flotter gespielt werden, damit der ausgezeichnete Eindruck des ersten nicht gar so stark verwischt wird, wie es. bei der Erstaufführung der Mall war. Das Shawsche „Quartett" ist eine Travestie auf die Heuchelei der englischen „guten Gesellschaft". Zu Beginn waren di^ Zuhörer noch für manches abgrund- . tiese Wort empfänglich, später wurde die Sache für das.: V,eaterp.Wlikum.. .langweilig, Daran trägt wvhl auch Kie Darstellung schuld^ die sich nicht darauf verstand» das geistvolle Puppenspiel grotesk zu bringen und zu pointieren. Nur Frau.Albach-Retty schien uns^ . anfangs den richtigen .Stilzu treffen, paßte sich aber später dem bequemen Lustspielbon.ihrer Partner an,- der den Shawschen blutig-ernsten Spaß gründlich verdarb. Das Stück fiel ab. O. A. Aus den Theatern. Im B u r g t h e a t e r gelangt morgen, SamStag. ,D 11 W e r h s t e u f e l" zur Aufführung. DaS Werd — Fräulei« Auguste P ü n k ö s d y als Gast. Anfang Vi7 Uhr. . Im Operntheater wüd.morgen, Samstag, «Siegfried^ gegeben. Siegfried — Kammersänger Richard Schubert als Gast. Anfang 745 Uhr. Vom Deuts ch e n Volkstheater. DaS Deutsche Volkstheater bereüct für die kommende Saison »D a n t v n S Tod" vor. Den Danton wird Herr Wühelm Klitsch spielen. An weiteren Inszenierungen großen Stlls brmgt das Bvlkstheater m der nächsten Saison außer dem zweit enTeildeS »Faust" noch Gerbart Hanptmanns »Weißen Heiland" mrt f^rrn Onno als Montezuma. ferner »A n 1 v n i u S u n d Al'e o p a t r a“ mit Frau Roland und §crrn Klitsch und Ibsens r a n d", i« dem dre Hauptrollen ran Wagner »nd Herr Klttsch spielm werden. Im Stadttheater bringt die Exl-Büh.ve morgen, SamStag, statt ^Magdalena" daS Volksstück »Jägers b l u \M von Benno R a u ch e n r g g e r zur Darstellung. Diese Vorstellung beginnt präzise ^/,7 Uhr. Freilichtaufführung von »Preeiofa" i m B e l v e d r r r. Im Belvrderegarten gelangt anfangs Juli «P r e c l o f a" mit der Musik Karl Marra von Webers zur Aufführung. Dw Regie hat wndrr Direktor Heine', die Hauptrollen spielen Frau A k n a h und die Herren Kutschera und S ch o t t. - Im Theater in der I o s e f st a d t gelangt nächste« Donnerstag der Schwank „D a s K i n d mit d e n v i e r Müttern" von Artur Landesberger ^zur Uraufführung. Die F r e i l i ch t an ff ü h r u n g von .Der Hirt als Gott" findet heute um 10 Uhr abends im Garten dev K » n st s ch a u. Wollzrile 45. statt. . Im K o m ö d i e n h/a u S gelangt Sonntag den 27. d. M., nachmrrtags ^/,3 Uhr, bei kleinen Prellen „$ umpacivaga* b u ndn S" mit Turl Wiener als Knieriem zur Aufführung. Br««» Walter — Leiter de» Philharmonischen Lh»r». In der gestrigen Generalversammlung des Philharmonijchen Chors wurde an Stelle des als Direktor der Hochschule für Musik in Bttlin abberufenen Franz Schreker rmstrmmig Generalmustdirektor Bruno Walter zum künstlerischen Leiter und Dirigenten deS Chors bestellt. Bruno Waller hat diese Wahl angenommen und wrrd die nächstjährigen Konzerte leiten. 8« vver««orftrll««gen t« Salzburger Stadt- Aeater. Die Korrespondenz Herzog meldet aus Salzburg; Die Stadtgrmeinde verpflichtete den Direktor des Mozarteum- Dr. P a n m g a r t n e.r für bte Oberleitung von 80 Opern- Vorstellungen für das Spieljahr 1920/21 des Salzburger Stadltheaters. Der Beschluß, der auf eine gemeinsame Arbeit de- Mozarteums mrt dem St^^"hearer hinzielt, ist für die kUnstigr Entwicklung des Kui'st in Salzburg von weittragender Bedeutung.