Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 508 (22.6.1920)
- Date
- 1920-06-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. Dienstag Wiener Morgenzertrrng 22. Iujn 1920 .Nr. 508 unbedingt citovteilid’. J'r d c r fonun* *'- und milfic ferne ^stschr. Jeder stelle sich drm Wahlkomirec zur Verfügung. -kenve Iehudal Letzte Besprechung vor den Kulurswahlen heute, Dirostag. 8 Nhr abends, Cafe City. Erscheinen Ehrenpflicht. Jüdische Fraue» stttb Männer des VI. rmd VII, Bezirkes! Nur noch fünf Tage trennen uns von der WM in die Kultnsgemeinde. Erfüllet eure Pflicht und meldet euch sofort zur Agitation! Dus Zionistische Wahlkomitcc, V!., Amrrlingstraße 19, Hofstiege. Spende für de« Wahlfonds. Die GräÄK Zionisten haben lür den zionistischen WahlsondS den BeKÜG von R 3230 durch H. G r n n e r, Mitglied des Kultusvorstnudes in G r a z, übermittelt und dtt besten Wünsche für den guten Ausgang der Wahl hiuzngesügt. Tagesbericht. Ein neuer Fall von Menschenraub. Jur März dieses Jahres biederte sich, wie der „Abend" berichtet, der ehemalige politische Beauftragte' ber der ungarischen Schiffsbrigade Geza Szidonits an die ungarischen Mchtlinge in Wien an. Da sein Geyaben Verdacht erweckte, unterzogen ihn die Flüchtlinge eines Tages einem Kreuzverhör und nun gestand Szidonits. daß er vom Budapester KrersnnliLärkain-- urarrdo zu Spivnagezweckcn nach Wien geschickt und - von dem ungarischen Oberleutnant -Paul Kälber in Brilck-Kiraludiga an den Leutnant Walter Dietrich in Wien gewiesen worden sei. Die Flüchtlinge verständigten. die .Polizei und Dietrich wurde anfangs April in einem' Kaffcehauss verhaftet. Dieser Dietrich hatie zwei falsche Ausenthaltsbewilligungen auf den Namen Wagner bei sich und wohnte unter diesem Namen Hörlgaftc 15. ° Bei der Verhaftung warf Dietrich einen an einen Ftuchrling gerichteten Brief weg, in dem dieser anfge-' fordert wurde, mit dem Ueberreicher des Brieses.an ' den besprochenen Ort zu reisen. Der Adressat gab über Befragen an, ec habe mit einem gewissen Urbancik besprochen, nach' Ungarn zu fahren, um dort Geld zu beheben, das Urbancik angeblich vergraben habe. 'Dieselbe Abmachung hatten mit Urbancik der Flüchtling iE. I., gewesener politischer Beauftragter der Räte- ^egienrng, und der Modelltischler Zoltan Nozshazi' getroffen, der seinerzeit Betriebsarbeiterrat in der Maschinenfabrik des berüchtigten Friedrich gewesen war. E. I. teilt? beim Verhör mit, er hätte anfangs April mit Dien.i^s und Rozsha'i nach Sopran fahren sollen-, - Hw -e aber 'Verdacht geschöpft, während der letztere tatsächlich sich mit Dietrich nach Sopron bsaab. Rozsssazi ist nicht mehr fach Wien zurückgelehrt und befindet sich jetzt im Budapester Sammetgefäugnis, wo er so übel zugerichtet wurde, daß ihn seine eigene Mutter nicht erkannte. Dietrich befinde! sich in landesgerichtlicher Untersuchungshaft. _ Spenden für bas NaLionalnmserrm in Jerusalem. VI. Llste. Herrn Professor Boris ^Schatz, der bekanntlich gegenwärtig in Wren weilt, wurden nachstehende weitere Spenden für> das Iüdgche Nationatmuseum in Jerusalem überreicht: Dr. Philipp Menzel: Silberner, getriebener Pokal, silbernes Salzfaß, bronzevergvldeteS Relief, eine Glocke, Bfumimbüchfe, zwei böhmische Gläser, em gravierter GlaSPokal, ein Tintenfaß (Ält-Wirn), eine geschnitzte Pfeife, ein Igel ,n vergoldetem Bronze. — Dr. Leon Kolb: Zwei Bilder Josefs Leben, EU,römische Münze» (N). «ine Silbermedaille und ein Abzeichen. — Maler Architekt O. Laste: Drei Radierungen Löbl Taubes: Ein altes Manuskript und zwei alte Bäcker. — Chmm Bloch: Alte Autoaraphen. — Menasche Gröbler, Silberner Kidduschbecker. — Maler P a u n z c n: Srlbstportcät »nd eine Radierung (Nietzsche). — Maler Hers ch e l: Eine spanische Zera. — Klotilde Benedikt: Eine Stanze von der Plakette ihrrs Vaters Professor Benedikt. — Jakob Tisch: Em japanischer Fächer aus Elfenbein. — Malerin Feder- 8 i f s ck i tz: Porträt (Komvositeur Braun) und Sclbstpvrträt — Dr. Diamau tr.Zwer Placketten. Die Versammlung beim „Wilden Mann" und die „Frontkämpfervereinigung". Wir erhalten die folgende Richtigstellung: ES ist unwahr, daß die Donnerstag den 17.; b, 2JL stattgefundene Versammlung in Währing im Gasthaus' „Zuin wilden Mann", in der die Herren Dr. W ich t l, Rathbauer und Qrel gesprochen haben,'von der Frontkänlpfervereinigung veranstaltet war. Währ ist vielmehr, daß die Frontkämpfer-Vereinigung mit dieser Versammlung in keinem wie immer gearteten Zusarnmenhang steht. Der leitende Ausschuß der Frontkämvfervereinigung. (Die Frontkämpfervereinigung legt also Wert üüs die Feststellung, daß sie die besagte Versammlung nicht veranstaltet hat. Wünschenswerter wäre ihre Erklärung, daß sie dem Treiben jener Hetzer auch innerlich fernsteht.) _ * Fri-edberg gestorben. Gestern nachts ist der bekauule Berliner Parlamentarier Geheimrat Friedb e r g im 80. Lebensjahre gestorben. Friedberg war lange Jahre Fraltionsvorsitzender der Natioualliberaleu Partei im preußischen Abgeordnetenhause. Nach dem Tode Bassermanns spielte-er jn der Partei neben Strcsemann die erste Geige. * Plöirlicher Tod dcS Präsidenten Professor Lanbesüerger. Gestern abends wurde der Präsident des Generalrates per Angto^Oesierreichischen Ban! a. o. Universitätsprofessor Dr. Julius Landesberger im Gebäude des Staats- «mtes für Finanzen in der Himnrelpfortgasse von einem plöhjiduat. Loü«. eMiü. Dtt Lräüdeut Latte M Wttalied der bog Mitteilungell ans dem Pnhliknm. Viren laroslau empfehlen 8leh sl8 Vermühlte. Wien, im Juni 1920. .?i8 Ihrem lieben Kollegen Herrn Benno Kaitfermann . "und ihrer lieben Kollegin M^UIJL geb, »LL«>S-L gratulieren herzli’chst zu ihrer Vermählung Die administrativen Beamten der „Wiener Morgenzeitung“. DANKSAGUNG. Allen Freunden, Bekannten und GesinnungS" genossen danke ich herzlichst für die mir erwiesene Ehrung. Mit' treujüdischem Gruss 501 MAX MARKUS. der Frnanzberwaltmrg nach Paris entsendeten Kommission an den dortigen Verhandlungen über die Regelung der Vorkriegsschulden Hervorragenden Anteil genommen und berichtete, von Paris zurückgekehrt, gestern abends gemeinsam mit den' änderen Kommissionsmitgliedern dem Staatssekretär für Finanzen Dr.- Reisch über die Ergebnisse dieser Verhandlungen. Er Hatte eben seine Darlegungen in voller Frische und Klarheit beendet, äls einer der Herzänfälle eintrat,atl denen er seit längerer Zeit litt.! Man bettete den Präsidenten auf einen Diwan und berief sofort die Freiwillige Rettungsgesellfdjöffc Der rasch erschienene Arzt konnte nur mehr den Eintritt des Todes feststellen.' * Begräbnisse am hentigeü Tage. Zentralfrredhof: 10 Uhr Brenner August, 10 Ubr 45 Min. Hirsch! Cbonokle. N e u e r Friedhof: S Uhr Vogelmann Sophie, 9 Uhr 80 Min. Herzog Repine. lOjUhr Äfofm Jda, 10 Uhr 20 Min. Leich Rosalia, 10 Uhr 40 Min. Mervin Eduard. ' * Der Hebräische Lehrerverband gibt folgende einstimmig gefaßten Beschlüsse kund: 1. Wie in früheren Jahren, so hat anch heuer der hebräische Lehrer, welcher mindestens drei Monate der delreffenden Partei Uttterrcht erteilt. Anspruch auf Ferren in der Dauer von sechs W o ch en, für welche Zeit der Arbeitgeber (Schulen, Vereine, Private) das volle H o n .o r a r zu leisten . hat. Falls die , Partei. . aus eigenem Verschulden die Ftrien länger hinauszieht, so ist sie ebenfalls verpflichtet, das volle Honorar für dieg.a nz e Z e i t zu entrichten. Etwaige Diflrrenzen zwischen Arbeitgeber und Lehrer werden M schiedsgerichtlichen Wege vom Präsidenten des Verbandes, Herrn Moses Rath ausgetragen. Bei Verweigerung der Honorierung für die Ferien nach den Fenen weder der betreffende Lehrer noch ein anderer Kollege wird der Partei (Schule. Verein oder Private) Unterricht erteilen. 8. Abis, August tritt folgendes Mindesthonorar in Geltung : in Schulen und Kursen K 35 pro Stunde, bei Privaten 80 pro Stunde. * Jüdisches Realgymnasium. Beginn der Aufnahmsprüfung für die erste.Klasse. Frertag den 25. d. Dt. um 2 Ilhr nachmittags im Schüllökal, 1. Bezirk, Drahtgaffe 4, 4. Stock.. Die AufnahmZ- und Prüfungstaxe ftL SO) ist d o r Beginn d,er Prüfung zu, erlegen. Federn sind mitzuhringen. Die Eltern haben dafür zu sorgen, daß die Schülerbeschreibunqvon der Leitung der Volksschule der' Direktion rechtzeitig zri° gestellt werde. Die Ausnahmsprüfungen (Ergänzungsprüsisngen aus Hebräisch) für die zweite Klasse beginnen Dienstag den 29. d. M. um 2 Uhr nachmittags. Die vorher zu entrichtende-Aufnahmstäxe beträgt K 100. * Spenden. Berichtigung: Die m Nr. 506 ausgewiesenen X 5000 sind nicht für Sozial? Hilfsgemtinlchaft, sondern für die Kinderfürsorge des Joint zu Händen Dr. Rubin und X 1000 für Mensa acadeniica judaica. Dlt Spende röhrt von Frau Wanda L e e, Kanadch her. — F ü r j ü d i f ch e I n v a t i d e u n d Heimkehrer: S- 'Groß, Inspektor, Stockerau, ll20. (Bisher K 5222.) — Für d i e jtzd i s ch e G r ö i s i n: Anläßlich Jahrzeit nack unseren guten Vater S'egmund Löbl spendet Famrlre Moritz S ch o r,' Xlll., K 50; 9. G., II., R 60; H. Langer. X., R 25; K. L a n g e r, X., R 15; S. W e i sm a n R 20; Beze t K 120; N. N., m Gedanken au unser armes Großmutterl K 150.; Sammlung Max Hauser unter Geschä'tskollegrn und Kolleginnen der Firma Pollacsek, Funk L Grünhui, Wien, l, R 470. (Bisher K 2115.1 * Rerrhssch«jtzb«nd der Handelsvertreter in Deutschösterreich, 1., Wippllngerstraße' 84 (Borsekammer, Zimmer 71). Jeden Donnerstag, Punkt 6 Uhr nachmittags in der. Pörfckammer, wo Angebote und Nachfragen m allen Branchen konzentriert sind. Eintritt nur gegen Vorweisung der Berbandslegttimation (Mitgliedskarte). Jeden D i e n S t a g, Punkt 6 Uhr nachmittags, Diskussionen in allen Verbandsangelegenbeiten und Neuaufnahmen von emtretenden zu legimitlerenden Handelsvertretern, Caf6 Stadtpark (l., Ecke Wollzeilr). * Hakoah. Orchester: Die nächste Probe des Orchesters gelangt in der Samstag-Ausgabe der ^Morgenzeitnng" zur BerösfentUckung, Mittwoch den 23. d. M., präzise 7 Uhr abends, Probe des Kammerorchesters im Klubhcim. — Kammerni u s l k. Der Kammermusikabend sindet am 28. d. M. im Kammeriaal des Mmikvereinsgebände statt. — Mandolineno, r ch e st e r. Nächste Probe am 23. d. M. im Klubheim. * Der Humanitäre Geselligkeitsverein Einigkeit gewährt Unterstützungen an notleidende Familim. Diesbezügliche Gesuche sind zu richten an Herrn Robert Weiß, XX., Jägerstraße 7/25. * Die WohnungSlage noch immer nngünstig. Im Mai hat sich die Zahl der gemeldeten vermietbaren unmöblierten Wohnungen gegenüber dem Vormonat von 80 auf 72 vermindert, die. vermietbaren, möblierten Zimnier Und Kabinette sind von 85 auf 91 zurückgegangen. Bei den Geschäftslokalen ist ein Rückgang von 428 aus 347 zu: verzeichnen. Die Zahl dev Wohnungsvormerkunyen rst auf über 14.000 gestiegen. Die, Anzahl der zur Verfügung' stehenden Wohnungen ist aber im Verhältnis dagegen so gering, daß die allgemeine Wohnüngslage noch immer als sehr ungünstig bezeichnet werden muß. * Pfadfinder. Die englische Regierung hat beschlossen, das Protektorat über die Jnternattonale Vereinigung der berschiedendenen Pfadsinder-Organisattonen der ganzen Welt zu übernehmen. . * Matrosenschlägereien. Aus Hüll wird vom 21. d. M. gemeldet: In der?lacht von: Sainstag auf Sonntag ist es zwischen weißen und schwarzen Matrosen 7." Schläge- , reich aefommen, iit deren Verlauf fünf Häuser gänzlich ver» wüstet wurden. t6 Personen prußten ins Krankenhaus befördertwerden. Die Polizei verhaftetem zwei Neger. * Brandkataftrophe in Kowno. Aus Kopenhagen wird geineldet: Die Stadt Kowno ist von einem >Riesen- / brand heiingesucht worden. ' Das Feuer entstand in dem alten, ' dicht gebauten Stadtteil am Viljafluß und nahm' isi ckurzer Zeit einen solchen Umfang an, daß die ganze Stadt bedroht war. Erst in den 'Morgenstunden glückte es, das Feuer zu begrenzen, nachdem über 200 Häuser niedergebrannt waren. ' * Haben Sie alte falsche Zähne? Hiefür höchste Preise, auch für Platin. Gold, Silber, zahlt Spezialist Braunst e i n, Wien, 1., Weihbnrggaffe 16, II. Stiege, Tür b. Vereinsnachrichten. I n g e n d g r uv p e d e r zionistischen Bezirks« s e k t i o n B r i g,i t l e n a u. Heute, 7 Uhr abends, liest weck. Bernard L a n t e r st e i n anläßlich der nahen Wiederkehr des Todestages Tbebl)o.r Htrzls aus dem »Himmelreich" von H. Löw-Vogel. Gäste willkommen! — N 8 nre Iehuda. Heute, 8 Uhr abinds. - Eai« Citv" letzte Besprechung vor den Knstuswahlen. Erscheinen Ehrenpflicht! — Jnaendgruppe der r t o n i st i s ck e n Berirkssektiön B t i* >J ü dis ck e fasse 30. Dü r u v i u*J!i. v “ v i 4 n Qi® xt ff» tn» olgtuden Taaen offen; 1 ö n t a ß, D i ens 1 ag, Mittw o ch und Donnerstag von 5 bis 7 Uhr abends, Sonntag von u bis 12 Uhr vormittags. Briefkasten der Redaktion. U. B. At. 1. Komarom ist eine Stadt (Komorn). U. Das umgekehrte Sprichwort rst in jenem Sinne richtig und verständlich. Ill, Richüg wäre: Ein Mädchen spazierte im Freien. Die Ernährung. Einführung einerreaelmätzigenSacharinabgabe bei gleichzeitiger Kürzung der ZuÄerqnote*? Bürgermeister Reumann hat eine Anfrage der Gemeinderäsin Gabriele Walter wegen Zuweisung von be- , scheioenen Mengen Ernsiedezuckers an Haushalte sowie Garten» und Schrebengartenbesitzer folgende schirftllche Antwort 'gegeben: «Die Versorgung der Bevölkerung mit Zucker ist zurzeit eine ä u ß e r st k n a p p e. Es besteht auch wenig Aussicht auf eine selbst nur geringe Besserung für. dick nächsten Monate, da Oestervsich in,der Zuckerversorgung fast ausschließlich auf die Lieferungen aus der Tschecho-Slowakei angewiesen ist und dort anscheinend großer Mangel besteht. Trotz aller Bemühungen und Verhandlungen haben die Zufuhren stet^ sinkende Tendenz, so daß sogar die Einführung eisier regelmätzigett Sächarinabgabe bei gleichgetiger weiterer Kürzung der Z u ck erg u o t e in ernste. Erwägung gezogen werden, muß. Eine ein-, oder mehrmalige. Sonderzuckerausgabe, selbst tn bescheidenen Mengen, dürfte demnach kaum zu erreichen sein^ Infolge der weiteren Besserung der. tschecho-slow'akischen Valutainfolge der höheren Gestehungskosten für Rohware, und Kohle und infolge der stsigeuden Löhne wird überdies, auch 'ein weiteres „• Steigcn der Zuckerpreife.v kaum hmtanzuhalten sein. Immerhin habe ich mit Rücksicht auf drei zu erwartenoen reichlicheren Obstzufuhren bereits beim Ernährungamt Vorstellung erhoben und ersucht, eine , wenn auch bescheidene Ausgabe von Einsiedezucker in den Versorgungsplan der nächsten Wochen nach Möglichkett aufzunehmen. Ich werde nicht ermangeln, in dieser Angelegenheit neuerlich an das Ernährungsamt heranzutreten." a r t t e n a u. Bio Mieses Heute. 7, Uhr abends, Zusammenkunft der Kwuiah im Ltim. XX.. Karl Meißl-Straße m. - V o l k s h i b l i ö t h e k Zion, hl., Glocken- Markenfreier Handel von Butter und Kondensmilch. Der geglückte Versuch. Schweinefett markenfrei zum Verkauf zu bringen, bat das Ernäbrungsamt veranlaßt, den gleiche» Versuch mit Butter zu unternehmen. Es wurde den Molkereie» und Butterhändlern die Ernsuhrbewrlligung für etwa s e ch s W a g» gons holländischer Butter erteilt. Der Preis wird von der PreisprüfungSkommisfion festgesetzt werden und nur wenig über K 200.— per Kilogramm betragen. Werter wurde den Molkereien und einige» großen Kynsumentenverernigrmgen die Einsul,rbrwilliauntz für eine größere Menge Kondensmilch erteilt. Der Preis dürfte sich für gezuckerte auf R 36.— bis K 88.—, für ungrzuckerte auf R 25.— bis K 26.— per Dose stellen. Abgabe von Frubdartoffel«. Dienstag bis Donnerstag werden rn den Bezirken Xll bis XV italienische Frühkartoffel» zum Preise von R 10— per Kilogramm gegeu Abtrennung deS Buchstaben der Kartossrlkarte ausgegebrn. Bühne und Kunst. %9teue Wiener Bühne. (Gastspiel Moifsi: „I e d e r m a u n".) Dieses Spiel vom Sterben des reichen Mannes Jeder^ manu, das Hoftnannsthal äußerlich geistlich, im geistige« Gefüge jedoch^ arg weltlich verendlicht erneuert hat, gibt Morsst' Gelegenheit zu bravouröser Leistung. Sein Jedermann i$ reich, von Freude umgaben, freilich von allem Anfang an^ bis ins minutiöse Detail ein kranker Mann, also Todeskandidat im modern-wissenschaftlichen Sinne. ' Und diel Schauer ob' des göttlichen Gerichtes, dem dieser Reichel Rechenschaft zu geben hat, bleiben aus, An ihre Stelle tritt bloß das Bedauern, einen so bornehmesi, ' redegewandtes Herrn sü plötzlich aLschsiden sehen zu müssen. Umso unerwarteter dann der in Gott ergebene Jedermann, der allerdings, wie rhu Moissi erfaßt, an Leib und Si/ele ganz des Irdischen entkleidet zu Grabe geht. Hier reicht Mckssis Leistung an Größtes heran, die Kluft aber, welche zwischen den beiperr Wesenheiten Jedermanns besteht, vermag die Darstellung Moissis nicht zu überbrücken. Dazu ist sie zu geist-t reichelnd, äußerlich. Immerhin halten Einzelheiten im! Bann. — Die Dreiteilung der Weltetr, welche! Reinhardt seinerzeit überzeugend gestellt hatte, ifL in der Szene der Neuen Wiener Bühne — d«; Not gehorchend — vereinfacht. Die Agierenden leitetq einiges Stilernpfinden. Kurt Lessen als Mammon waq überzeugend. Leo Neuß als jLod. niAt jckablonentza^ ^wag