Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 506 (20.6.1920)
- Date
- 1920-06-20
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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/ \ I Nr. 809 SBlen, Tonntag Wiener MorgenzeiLung 20. Juni 1920 Walter Kaufler sowie der Angeklagte Skala hatten sich mit der unwiderstehlichen Verleitung und Verführung durch den vantier fauler verantwortet. Die redttzierten Theatergagen im Kriege. Vor dem Zivillandesgericht wurde gestern in fortgesetzter Verhandlung über eijte Klage des Sängers Ludwig Herold gegen Direktor Wilhelm Karczag auf Zahlung von 18.620 Kronen verhandelt, die der Kläger für die ungerechtfertigte Reduktion seiner Gage vom Jahre 1914/15 bis Apri' 1916 erlitten hat.. Der Beklagte spielte trotz der allabendlich aus verlauften Häuser'für 20 Kronen Honorar. Schließlich zahlte ihm der Direktor 450 Kronen und verlangte ben# Verzicht auf alle weiteren Ansprüche. Ms Kläger sich weigerte, ein solches Schriftstück zu unterfertigen, erklärte Direktor Karczag, falle er nicht unterschreibe, werde er ihn dem KriegSministcrium als entbehrlich bekannt geben und ein rücken lassen. Unter diesem Zwange habe er unterfertigt. — Kläger mußte auch gleich allen übrigen Mitgliedern im September 1914 ein Schriftstück untershreiben, nach welchem sein Vertrag in Kraft bleibt unter Reduktion der Bezüge auf ein 3Omal im Monat garantiertes Spielgeld von 15 Kronen. Dieser Vertrag ist nichtig, weil der Direktor seine Not läge ausbeutete. Direktor Karczag stellte in der Klagebeant tvortimg die von dem Kläger vorgebrachten Anschuldigungen' als u n w a-h r und geh affig dar. Direktorstellvertrew' Emil Steininger gab an, daß eine Aeußerung des Direl tors über die Enthebung beziehungsweise über die Rückgängigmachung derselben niemals gemacht worden sei. .Der Richter vertagte die Verhandlung, um die Parteien, die zur Verhandlung nicht erschienen waren, persönlich einzuveruehmeu. »—.- -- MllllliMIB»—f; OST-BANK A. 0. C ZER NOWITZ I Aktienkapital 20.000 000 Kronen. I bar eingezahlt 16,000.000 Kronen. 805 I Alle bankgeschäftlichen Transaktionen. Auszahlungen und Inkassi an allen Plätzen Rumäniens, einschliesslich ßessarabien, Siebenbürgen und Bukowina sowie im Auslande. ‘ Der Volkswirt. Eine Krotte 3*75 Centimes Geld. ' . Gestern-notierte in Zürich: die österrrlchrsche Krone Geld . . . 3 75 ( 3.75 am 18. Juni' die österr. gestempelte K?one Geld . 8.80 ( S.80 am 18. Jum) die tschechische Krone ...... . 12 35 12.46 am 18 Juni) die Mark . . . . . . . .... 14.25 >14.30 am 18. Juni) Ägräm . . » . „ V . . . . . . . 6.55 ( 6.25 am 18. Juni' Warschau. 3.10 \ 3,10 am 13. Juni) Handel-nachrichten aus der Tschechv-TlowaKet. Prag» 19. Juni. (Pnvat.) Die Negierung steht vor neuen- und großen Schwierigkeiten; sie hat im Augenblick keine Majorität für die Knegsanleihevorlagr. Die Kachelst che Boiksparter zögert. dafür zu stimmen. In seiner Not wandte sich Ministerpräsident Z « f a t an. die deutschen Sozialdemokraten, daß sie durch Abstinenz non der Abstimmung die Annahme der Vorlage ermöglichen. Die Deutschen wprden aufgesordert, ihre Vorschläge zur Einlösung der Kriegsanleihe zu unterbreiten- Die bekannte große Schuhfabrik B a t a in Zl i n (Mähren), die auch 11t Wien eine Niederlage bat und mehrere tausend Arbeiter beschäitigt. hat einer großen Zahl - von Arbeitern gekündigt, mit dem Hinzufüaen. daß noch viele hundert würden gekündigt werden. Diese Maßnahme steht im Zusammenhänge mit der Stockung im Schuhgeschälle. Die Braunkohlenverladungen in der ersten Junibälfte haben sich aegen den Vormonat wesenilich gebessert (in "en Revieren Tepliv. Di Lx und. Komotau vom 1. bis 11. d. M. 25.729 Wagen, das sind auf den Ar beilstag M Durchschnitt 2573). Da die greifbaren Weißzuckervorräte in den s l 0 w a k i s cki e n -Zuckerfabriken bereits erschöpft sind, hat die sichecholowakische Zuckcrkommisiion ihre Einwilligung dazu erteilt, daß rur Deckung des Konsums der Slowakei dir Weißzucker vor, äte rus Mähren herangezogen werden. Die Fabriken wurden schon von Zuteilung für die Slowakei verständigt. Für das Jahr 1919 gelangt bei der R 0 s f i tz e r B e r g- Ballgesellschaft eine Dividende von 7%, das sind K 28 per Aktie (im Vorjahre 6%), zur Auszahlung. Zur Einziehung der gestempelten Kronennoten in Rumänien. Aus Bukarest wird berichtet: Der Finanzminister hat ein Uebereinkommen mit der Nationalbank untereichnet, welche dem Staate 5 Milliarden Lei zwecks Zurücktiehung der gestempelten Kronen- und R u b e l b a n k n 0 t e n der Banca Gcnerala zur Verfügung stellt. Der Staat zahlt beim Einwcchseln 60°/». Die Goldausbeute in Transvaal. Die Goldausbeute 'u Transvaal betrug im Mai 699.041 Unzen im Werte von 2.970.924 Psimd Sterling, die der Außendistrikte von Wstwatcrsrand 17.490 Un en im Werte von 74,332 Pfund Ste'lma. In den Goldmmen waren 184.722. in den Kohlenbergwerken 12.897 und ist den Diümantminen 4793 Arbeiter beschäftigt. Valutenkurse. Im gestrigen freien Verkehr standen fremde Zahlungsmittel wie folgt: Rubelnvten K 2.53, Markn 01 en grün K 4.35/ Dollar K 164.— und t r t K 9.85. Privatverkehr. M>t Rücksicht tnti die glatte Be' sorgung. ür welche seitens einer Großbank größere Beträge zur Verfügung resteüt wurden, herrschte im gestrigen Privatvcrkehr eine srermd- ^'che Stimmung. Geweht waren Kredit- und Skoda-Akuen. Lombarden wurden zu K 454.— umgeietzt. Börse für landwirtschaftliche,Produkte. Der'gestern publizierte Regierungsberlcht über dir Entwick- .lung der Saaten blieb heute gänzlich unbeachtet. Das Haupt- ' rnteresie konzentrierte sich aut den mit morgigem Tage beginnenden Boykott geacn Ungar n. Unter die'enr Genchtspunktc machte 'ich an der gestrigen Wochenbörle vermehrter Kaulbcgehr bemerkbar, allerdinaS nur für greifbare Ware gellend, wahrend für spätere Lieferungstermille nach wie vor wenig Interesse herrschte. Die erzielten Preise für Futterstoffe halten sich auf Vorwochenhöhe, womit die rückläufige Pre'sbrwegung zu eurem Stillstand gelangt zu fern scheint. In süd'lavisckcn und heimischen Provenienzen kam es nur vere nzelt zn Umsätzen, in ersteren wegen der durch die Steigerung der Valuta erhöhten Forderungen, mt letz'er en wegen Mangels an prompter Ware. In Rauhjuttxr haben sich die Preise stabilisiert. „ Berliner Börse. Berlin, 19. Juni.' Bei dem Mangel ügl cher Anregung und der fongeietzlen Dauer der Reaierungskrise schrumpfte das Geschäft an der Bors« zunächst weiter zwammen. Die notierten Kurse waren vielfach nominell, zeigten aber vorwiegend Neigung zur Abschwächung'. Der Rückgang der Schamungbchn-Attten um 7V<, ivmde aus den Artikel eines iüddcutichcn Blaites zurückgrsühn, modern vor übertriebenen Hoffnungen hinsichtlich der Entschädigung gewarnt wird. Aus dem Bankenmarkte bestand eine feste Haltung im Anschlüsse an dix gestrige Frank« fnrter Abendbörse. Die Anteile der Berliner Handelsgesellschasi stellten sich um 6"/„.liöber. Auch artf anderen Gebieten konnte sich die Tendenz im Verlau e bessern, so in bemerkenswerter Weise auf dem Markte der. Schrsiahrtwerte» von, denen Argo-Attien 30, Paketsahrt-Aktien 5 und Norddeutsche Äoyd-Aklien 2°/0 gewannen. Von Montanwerken stellten sich Rheinische Braunkohlen-Aktien um 12"/» höher. Elektrowcrte gaben nach; Deuisch-Uebersce-Aktlen verloren unter Schwankungen 18°/«. Anlagewerte unterlagen nur unbedeutendest Veränderungen. Die Devisenkurse. Wien, 19 Jum. (Kurie der österr. Devisenzentrale.1 Amsterdam 5875 - 5875.—V Berlin 420.— (420.-), Zürich 2790.— 2790.—), Christianra 2700.— (2700.-), Kopenhagen 2500.— (2500.—), Stockholm 3225.— (3225.—), Mark-Note» 416.— (416.—), Lei-Noten 310— (310.—'. Leva-Noten 280.— 280.—), Schweizer Noten 2765.— (2765.—), Französische Noten 1175.— (1175.—). Italienische Noten 900.— (900.—), Englische Noten 580.- (600.-), Dollar-Noten 148^(148.-), SHubeMftoten (Romanows) 220.— (220.—). Wien, 19. Juni. (Kurse im freien D e rkehr.) Agram 190.— bis 205.—, Budapest: Zahlung m Postsvarlaffageld —.— brs —, Budapest: Zahlung in gestempelte« Noten —bis . Ungarische gestempelte Noten — bis —. Warschau. Krakau in poln. Mark 88.— bis 160.—, Prag 347.— bis 369.—, Tickecho-slow. Kronennoten 5000er 347.— - bis 369.-. kleinere 34-7.— bis 369.— Neue Dina^ Noten 725.— brs 775.—. Prag, 19. Juni. (Kurse der Devisenzentrale? Amsterdam 1678.50 <1676 5M Belgrad 209.25 (209.25), Berlin 116.75 (116.25), Bukarest. 102.25 (102.25), Sosia 77.50 (77.50) , Zimck 823.50* 823.50), Kopenhagen 758.50 (758.50), Stockholm 993.50 (988.50), Mailand 271.— (261.—), Paris 359.— 354.—), London 182.25(181.25). Ncw-Hork 45 50 (45.50), Wien 27.62% (27.75), Brüssel 374.- (374.-). Agram 52.- (52.—), Warschau 25.— (95.—), Budapest —Jugoslawische Noten 206.25 (206.25), Marinsten 115.75 (115.25), Rumänische Noten 99.50 (99.50), Bulgarische Noten 74.50 (74.50), Schweizer Noten 820.50 (820.50), Dänische Noten 754.50 (754.50) , Schwedische Noten 989.50 (984.50), Italienische Noten 268.— (258.—), Französische Noten 356.— (351.—), Englische Noten von 1 Pfund Sterling auswärts 180.25 (179.25), brs 1 Pfund Sterling 179.25 (178.25); Amerikanische Noten von 10 Dollar auswärts 44.50 (44.50), von 1 bis 10 Dollar 43.50 (43.50), Oesterrerchuche gestempelte Krone« 26.62 (26.75, Holländische 1673.50 (1673.50), Belgische 371.— (371.—), Serbische Noten — Berlin, 19. Juni. (Devisenkurse.) *' Amsterdam 1373 60 (1383.60). Antwerpen 317.15 '(317.15), Christiania 674.30 (674.30V Kopenhagen 641.85 (639.35),. Stockholm 841.65' (839-15), Helsingfors 179.80 (1*180), Italien 229.75 (232.25). Sondvn 152.67'/, (153.55), New-Ilork 38 57'/- (38.57'/,).Paris305.20 (307.20), Schweiz 699.30 (699.30), Spanien 639.35 644.35', Wien altes — Wren abgestempelt 26.59'/, (26.97). Prag 85.65 (85.90), Budapest —.— (-.—). Zürich, 19. Juni. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von btt. Schweizerischen Kreditanstalt.) - Berlin 14.25 (14.30), Holland 198.60 (198.40), New-York 549.— (549.-), London 21.86 (21.96/, Parrs 43.65 (43.90), Mailand 33.15(33 25), Brüssel 45 25 (45.35), Kopenhagen 93.— 92 75), Stockholm 130.— (120.—), Mnstiania 96.50 (96.-), Madrid 91(75 (91.25), Buenos-Aircs 240.— (237.50) , Prag 12 35 12.40), Agram —(-.-), Budapest Warschau—.— (—.—), Wien Geld 3.75 (3-75), Wien Ware österr. gest. Kronen Geld —.— (—.—V österr. gest. Kronen Ware — Amsterdam» 18. Juni. (Devisenkurse.) London 11.02'/, (10.02'/,), Berlin 7.20 (7.22), Paris 22 50 (21.75'/,). Schwerz. 50.55 (50.40), Wien 1.95 (1.97'/,), Kopenhagen 46.75 (46.75), Stockholm 60.66 (60.50), Chnstianm 48.85 (48.50). Nerv York 276 — (278.-), Brüssel 23.20 (23.Ä)), Madrid 45 75 (46.25), Italien 16.— (-.—). Kommerz.-iLDisbonto Bank-AG. Zentrale Pressburg ° Filiale Wien, I., Wlpplingerstrasse 24-26 ° Telephon 12358,18296,17408 Besorgung aller bankgeschäftl. Transalttionen. Entgegennahme von GreMeinlagcn. Ausgabe ron Einlage« Michern, Üehcrnalnne von Yennogcnsverwaltungen* Waren abteilung. Export von Sericniiiöbeln n. landwirtschaftl. Geräten, o Import von deutschen Heizmaterialien etc. o Bett« Doktor. Von Scholem Alejchem. : (AuS dem Jüdisch-Deutschen vosi S a m u e l M e i s e l §.) " Höttn Sie mir nur zu, Herr Doktor, ich bitte wiö Mvum. 'Wiste zerrüttete Gesundheit sprichst' aus dävö'n. spater. Meine zerrüttete Gesundheit ist eben eine^ganz .b'öfonbere Sache, und ich werde Sie wustlären. Iliie sie gekommen ist. wie sie entst-anden ist. undAvorin^ sie hestehi. Aber.dUZ ist nicht der Zweck meines Redens; der Zlveck meines Redens ist,, daß Sie mir zuhören. Nicht jeder Doktür will dem Kranken gehören, nicht jeder läßt zu sich veden. Es gibt Dok-- tpren.' große Doktoren — ein reirres Unglück! — die lassen gar zu sich reden. Die verstehen nur den PuU zu' fühlen, auf die Uhr. zu-sehen, arm.Rezchi. 'Kr. FMschrMeu .und sich für hie Visite bezahlest zu lassen. Nun, bezahlen — meinLtwegen, es verlangt dochkeiner etwas umsoE — aber nicht zu sich reden Msen. das ist schrecklich . . . Von Ihnen, Herr Doktor, Hrte..'ich', daß -Gtönoch^.M^.'fiMtzer^Dvrivv.- find, und rOch nicht wie, die -andereir>Ddtwren . Mf einen MbÄ öden - lvens-L«ie^)'sngh. 'ivmü'» kamstt^s Ihnen Mcht -an, Wie dgn anderen .DoktoM. Deswegen, sag' H) hin.ichnnch-'.-u.. ^n^.'tzekontyzeitA-um mich mit Ihnen zu borüten wegen meines Magens. Ich bin, Me Vre mich'da sehen, eijt Mensch.mit einem Magen.. Än sich ist das doch Nichts Sonderbares. Nach der Heisheit dey ,>Dvktoxef^. hat ^.ja. jeder. .Mensch einen. Magen. Nur ist es eine ganz, andere l^ache, wenn der Mager'f 'MirkMiein Magcst ist, tvettn aber der MagM gar kein Magei? ist,"wozM nützt das Leben? Sie ‘lücrbett wahrscheinlich mit dem bekannten Spnlch unserer talmudischen Weisen antworten: „Du bist gezwungen, zu leben/^NUn, diesen Spruch kenne ich auch ohne Sie, das brauchen Sie mir nicht zu .haM. Was ich weiß, weiß ich. eben . *. Ich rede nur davon, daß der Mensch, solange er lebt, nicht sterben will. Die Wahrheit gesprochen: ich selbst, fürchte mich nicht im geringsten vor dem Tod, denn erstens habe ich bereits die Sechzig überschritten, und zweitens bin ich von Natur auö so ein Mensch, dem Leben Und Sterben derselbe Jüntew ist'^'das heißt, Leben ist selbst!- Verständlich gescheiter als Sterben... Welcher Mensch will denn sterben? Überhaupt eftt Jude., lieber Haupt ein Vat^r von W Kindern, sie sollen gesund sein, und einer Frau dazu? Mlvar di-e-h^itte Frau, aber doch eine Frau . . .. Kurz, ich will Sie nicht lange aushalten. Kch' bin ein Kamenetzer, das heißt, ich stamme nicht aus Kamenetz selbst, aber aus einem Städtchen unweit Kanieiretz. So brN ich also ein Kamenetzer; soweit wäre . die Sache noch kein großes Unglück, nun bin ich aber noch dazu ein Jude, ein MühlMbesitzer... .Ich halte eisie Mühle, das -heißt, die Mühle hält mich. Denn, wie heißt es doch' Ist.man mal hincingekrochen, so muß. man drin liegen^ bleiben. Es hilft Nichts. Es ist — Sie verstehen — ein Rad, und das Rad dreht sich. Bedenken Sie selbst: Für> den Weizen muß n:an zahlen und'das Mehl muß man auf Kredit liefern! Aber, wie gesagt, das geniert mich wenig'.r. Aber dazu hat man es noch mit ungeschlachten Menschen zu tun, mit Frauenzimmern . , .... Lieben Sie etwa die Frauenzimtuer? Ra, ich danke, versuchen Sie es nur, mit ihivrtr einmal abzurechnen, da werden Sie was Schönes zu hören kriegen: Was heißt? Wlofür dies? Wofür jenes? Bald ist das Mehl schwarz, bald war das Weißbrot Nicht schmackhaft! genug . . . Versuch e,r Sie es nur, sich zu verteidigen: Trage ich die Schuld? Wahrscheinlich war der Ofen schlecht geheizt, wahrscheinlich habt ihr schlechte Hefe hinein gegeben, wahrsHeinlich habt ihr nasses Holz in den Ofen gesteckt da überfallen sie einen wie die Räuber, schimpfen und fluchen und schwören, daß sie euch nächstesmal daS Bwt au den Kopf wsrstrn . . . Nun, ich frag« Sie,, ist etwa angenehm, wenn einem so ein. Laib, Brot an den Kopf fliegt? Das sind, wie gesagt, meine Detailkunden. Glauben Sie etwa, daß meine Engryskunden besser sind? Bewahre! Die sind auch nicht besser! Anfangs, wenn der Kunde sich einen Kredit verschaffen möchte, ist er weich wie Butter, hat tausercherlek. Schmeicheleien und Konlplirnente zur Hand; kaum aber , rückt der Zahlungstermin heran, da ist er nicht wiederzuerkennen. Da führt er ganz, andere Redensarten:' Dia Ware ist zu spät geliefert'worden,l die Sacke sind. haW zerrissen gewesen und das Mehl verdient, gar nichts den Namen Mehl . . ^. Solche Sachen erzählt er Hhnen/. achtzehn- Fehler und siebenundzwanzig Ausflüchte . . „Und Geld?" — Geld? sagt er. schickt mir die' Rechnung! Schickt man. eine Rechnung, 'sagt er: „Morg»y V* Kommt' mair morgen 7- „Uebermorgen!" Da fängt man an zu drohen. Schließlich kommt E zu einer Pfändung. Kommt man pfänden, gehört alW der f^ran. Jetzt aebt. tu' Am w^sl . . . Nun $$2*81 ich Sie, bei solchen Geschäften, wie soll man da keinen „Magen" haben? Nicht umsonst sagt mir meine Frau sie ist bei mir nicht die erste, d'ie dritte ist sie, «ndr die dritte ist doch, wie man sagt,'die Sonne im Septemk ber, aber von »sich weisen kann man ste doch nW,s es ist doch eine Frau. — Also meine Fbau sagt mir immer: „Chajim, laß' die Geschäfte! Laß 'das Mehlgeschäft. Deine Feinde, sollen Mehlgeschäfte haben! Soll die Mühle verbrannt werden! Dann werde ich wenigstens wissen, daß du lebst auf der Welt. Was für Leben ist, das? Du läufst herum wie ein Wilder, -kennst nicht Schabbes, nicht Jontew, nicht Weib noch Kind . . . Was hast du von deinem Leben? Wofür läufst du?. Wozu läufst du?" . . . Eigentlich weiß ich selbst nicht, wozu ich dstt ganzen-Tag in der Stadt yerunilaüfe.., Es ist hast so eine alte Gewohnheit von'mir. Glauben Sie etwa, man hat etwas von dieser ewigen Lauferei?. Leid hat man und-Aergernisfe unh Kränkungen und! Aufregungen mid Gott weiß was alles, noch! ... ,J ^rtsetzuug folgt.) )